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Ausweglose Situation?! (ziemlich langer Text)

9. August 2011 um 22:16

Hallo ihr Lieben,

ich wollte Euch um eine neutrale Einschätzung bitten, da ich mir nicht sicher bin, ob ich eventuell zu viel erwarte:

Ich bin mit meinem Freund jetzt über einem Jahr zusammen und auch glücklich mit ihm, allerdings nicht mit der Situation. Da gibt es leider einige Dinge, die mich stören:
Erstens befindet er sich die Woche über auf Montage, sodass wir uns nur am Wochenende sehen. Man kann vorher nie sagen, wann er nach Hause kommt (also zu sich nach Hause, wir wohnen nicht zusammen, weil ich auch in einer anderen Stadt arbeite ca. eine dreiviertel Std. entfernt, treffen uns aber meistens bei ihm, da das unsere gemeinsame "Heimatstadt" ist); das kann gerne auch erst spät in der Nacht sein.
Außerdem hat er ein ziemlich aufwändiges Hobby, dass er auch nur am Wochenende ausüben kann. Das fängt dann meistens früh am Samstag Nachmittag an und geht bis abends.
Er hat ein Kind aus früherer Beziehung, das er dann Sonntag nachmittags, manchmal auch eher, zu sich holt. Mein Verhältnis zu dem Kind ist eigentlich ganz gut, schätze ich.
Und sonntags Abend fährt er wieder los. Für uns bleibt kaum Zeit. Ganz zu schweigen von unliebsamen Dingen wie putzen, schlafen oder anderen Verpflichtungen, die eben auch mal erledigt werden müssen .

Ich fühle mich manchmal zwischen den ganzen Verpflichtungen alleine gelassen. Ich würde ihn nie dazu drängen, sein Hobby aufzugeben oder ihm verbieten sein Kind zu sehen. Im Gegenteil, ich versuche den Kontakt zum Kind eher zu fördern und seinem Hobby nicht im Weg zu stehen. Außerdem möchte ich, dass er selbst bemerkt, dass er mehr Zeit mit mir verbringen möchte (bloß scheint dieser Plan auch nicht ganz aufzugehen, wie man bemerkt).
Manchmal sagt er auch, dass ihm das alles zu viel wird und er mehr Zeit mit mir und dem Kind haben möchte, aber er schränkt sich nicht ein oder macht Anstalten, sich einen neuen Job zu suchen. Um ehrlich zu sein, habe ich mich auch sehr auf seine Arbeit "eingeschossen". (Es ist meiner Meinung nach das Hauptproblem, nicht sein Hobby und das Kind gleich gar nicht.)

Als ich ihn letztens darauf ansprach, ob er sich denn nicht zumindest nach einem neuen Job umschauen möchte, hab ich nur zur Antwort bekommen, dass er seinem Chef etwas schuldig sei und es ihm leid tun würde, wenn er mich deswegen verlieren würde. Außerdem würde er eh nichts anderes finden.

Sein Chef hat ihm damals Arbeit gegeben, als er wirklich ziemlich in der Tinte saß und vermutlich so schnell auch nichts anderes gefunden hätte. Aber er verdient dafür, dass er die ganze Woche weg ist meiner Meinung nach zu wenig und auch die letzte Lohnerhöhung wurde angekündigt, ist aber ausgeblieben. Mittlerweile hätte er meiner Meinung nach aber nicht mehr ganz so schlechte Voraussetzungen, eine andere Arbeit zu finden.
Außerdem hat er vor einigen Jahren Schulden gemacht, die er jetzt nach und nach abstottert. Ich wünsche mir, dass wir uns auch in der Woche mal sehen könnten oder dass er wenigstens mehr verdient, sodass er sich eher aus den Schulden befreien kann. Ich verstehe nicht ganz, warum er sich nicht wenigstens mal umschaut, aber er verschließt sich davor gänzlich. Er meint, ich solle noch warten, kann mir aber nicht sagen, wie lange (ob ein nur paar Monate oder mehrere Jahre). Im nächsten Moment sagt er dann wieder, dass ich ja Recht habe, auch dass er sein Kind öfter sehen kann, aber passieren tut nichts. Er meint, dass er seinen Job liebt und sich nichts anderes vorstellen kann. Leider ist seine Tätigkeit, die er so liebt auch etwas gebietsgebunden, sodass wir entweder komplett woanders zusammen ziehen oder ich ihm "folgen" müsste.

Vor kurzem sind wir auf das Thema Kinder und Heiraten gekommen, auch wenn das so richtig noch nicht zur Debatte steht. Es hat mich aber schon getroffen, dass er sich nicht sicher ist, ob er das beides mal will bzw. nochmal möchte. Vorrangig vermute ich, dass er das gesagt hat, weil er die nächsten drei bis vier Jahre seine Schulden erst abbezahlen will und muss. Er will mich nicht mit reinziehen und das finde ich ja auch vernünftig. Aber es nervt mich, dass ich es ja so trotzdem irgendwie mit ausbaden muss.

Ich weiß einfach nicht, ob sich die ganze Warterei lohnt, weil von seiner Seite aus so wenig kommt. Ich würde so viel für ihn und unsere Beziehung tun (z. B. zurück in unsere Heimatstadt ziehen und einiges an Fahrtweg auf mich nehmen) und auch aufgeben (hatte bis vor Kurzem mit dem Gedanken gespielt mir einen Job in seiner Nähe zu suchen). Ich bin von dieser Situation schon so genervt, dass ich mir nicht mehr sicher bin, ob ich mich lieber trennen sollte. Ich habe Angst, dass ich mein ganzes Beziehungs- und später evtl. mal Familienleben verschlafe. Er meint immer, dass das alles auch für ihn nicht so einfach ist, aber er ist nunmal derjenige, der etwas ändern kann und ich fühle mich so hilflos in dieser Beziehung. Ich habe Angst, dass ich mich irgendwann doch von ihm trenne und es dann nur noch schwieriger wird, sodass ich überlege, es jetzt schon zu tun.

Wie gesagt, ich bin schon glücklich mit ihm, ich bin mir sicher, dass er mich liebt und eigentlich verstehen wir uns auch super. In letzter Zeit streiten wir uns allerdings immer öfter. Vorrangig geht das dann von mir aus, ich vermute, weil mir die ganze Situation so ausweglos vorkommt, so als hätte unsere Beziehung keine Chance, obwohl wir igendwie schon zusammen gehören, bloß eben zu anderer Zeit an einem anderen Ort.

So, jetzt bitte Eure Kommentare, ob ich übertreibe oder ob ich mir das ganze doch nochmal durch den Kopf gehen lassen sollte...

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10. August 2011 um 0:48

Ich finde
du übertreibst nicht. du bist bereit, für die beziehung etwas zu tun (wegziehen/längere fahrzeit etc.) und er hält dich hin.

ich kann ihn in gewisser weise auch verstehen. er wird sich sagen, dass ihm sein chef damals mächtig aus der patsche geholfen hat und bevor er das wagnis eines neuen jobs eingeht, was bei der derzeitigen wirtschaftslage schnell in die hose gehen kann oder das arbeitsverhältnis befristet bzw. innerhalb der probezeit gekündigt wird, bleibt er bei seinem job, um weiterhin sein geld zu verdienen und seine schulden abbezahlen zu können.

andererseits bleibst du in deinem/eurem jetzigen zustand die nächsten jahre in der warteposition. auf familiäre veränderungen (heiraten/kinder) hat er mit sicherheit keine lust. und dass nicht, weil er dich nicht liebt, sondern weil sich für ihn weitere finanzielle einschneidungen ergeben. die frage ist daher, ob du damit leben kannst.

ich sehe bei dem, was du schreibst, nicht, was er gegen DEINEN frust tut. du tolerierst sein hobby, du unterstützt den kontakt zu deinem kind, aber wo in der beziehung steckst du??

wie du dich letztlich entscheidest, liegt bei dir. ich würde versuchen, nochmal mit ihm zu reden. und wenn du nach dem gespräch das gefühl hast, dass er nicht bereit ist, in irgendeiner form einen kompromiss zu schließen, solltest du dir überlegen, ob es nicht besser wäre zu gehen. denn auf dauer machst du dich damit fertig und das wiederum endet in den besagten streitigkeiten, die auf lange sicht zum gleichen ergebnis führen.

ich wünsche dir alles gute und ein gutes ende

(so, das is nu auch ein megalanger text geworden )

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10. August 2011 um 20:21

Hallo wh4tever,
ich danke Dir erst einmal für Deine Einschätzung.
Es scheint, als müsste ich die nächsten Wochen alle Termine absagen, denn ich muss mir klar werden, wie es weitergehen soll
Haben gerade schon wieder diskutiert, weil er auch unter der Woche nie so richtig Feierabend hat und ich dann manchmal auf eine SMS oder einen Anruf warte (oder ihn nicht erreiche), wenn ich ihn schon nicht sehen kann. Er meint, sie müssten dann den Tag auswerten und die nächsten Tage planen. Das geht dann manchmal bis in die Nacht und dann schlafe ich. Ist irgendwie so, als wenn wir aneinander vorbei leben.

Naja, mal sehen wo mich das Ganze noch hinführt...

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10. August 2011 um 22:40


egal, wie es ausgeht, ich halt dir daumen, dass du eine für dich passende entscheidung triffst. alles gute

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23. August 2011 um 20:00

Spieß rumdrehen???
Ich habe mir überlegt, ob es eine gute Idee wäre, wenn ich mich nicht ständig melde und auch nicht immer Zeit habe. Ich denke, er merkt meistens gar nicht, was ich alles für ihn tue und was er alles bei mir darf. Ich kenne durchaus Mädels bei denen das anders läuft...
Vielleicht sollte ich auch nicht jedes Wochenende zu ihm fahren. Vermutlich ist das eine sehr bequeme Situation für ihn, er kommt mich ja so gut wie nie besuchen und ich bin immer die Blöde, die springt, weil ich ihn ja sehen will. Irgendwie hab ich aber schon so meine Bedenken, dass wir uns dann weiter auseinander leben. Meint ihr, dass es eine gute Idee wäre um ihn ein wenig aus der Reserve zu locken? Oder macht das alles noch schlimmer, weil ich die wenige Zeit, die wir gemeinsam haben, noch aufs Spiel setze?
Mittlerweile sagen sogar Außenstehende zu mir, dass sein Verhalten gar nicht geht. Ich fahre extra zu ihm und er hat "besseres" vor. Auf der anderen Seite konnte ich mir bevor wir zusammen kamen teilweise durchaus vorstellen, was auf mich zukommt. Aber diese Unfähigkeit Kompromisse einzugehen, macht mich fertig. Ich denke schon, dass ich diejenige bin, die ständig zurückstecken muss und von ihm kommt wenig bis gar nichts. Vielleicht hab ich auch wie wahrscheinlich Tausende anderer Frauen gehofft, dass er das alles für mich ändert (genau diesen "Fehler" wollte ich nie begehen... :bete. Ganz genau kann ich das auch nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich mittlerweile das dringende Bedürfnis habe hier eine Lösung zu finden. Denn ich merke auch wie es mir körperlich nicht mehr so gut geht. In letzter Zeit kann ich nicht ein- bzw. durchschlafen, esse mal gar nicht und dann wieder viel zu viel, außerdem habe Haarausfall, was aber zum Glück (noch) nicht sichtbar ist. Ich mache es meinem Freund gerade auch nicht sonderlich leicht, habe ziemlich oft schlechte Laune oder muss auch ständig anfangen zu heulen, weil mich das alles fertig macht. Ich habe mich bis vor Kurzem überhaupt nicht über irgendetwas bei ihm beschwert, weil ich dachte, wenn er erstmal merkt, dass ich eben keine dieser "stressigen" Freundinnen bin, wird er von selbst eher auf mich zukommen, aber Pustekuchen...

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