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Ausweglose Liebe-wie komme ich da wieder raus?

23. Januar 2008 um 17:32

Liebe Leser/innen!

Wo die Liebe hinfällt, kann man leider oder Gott sei Dank nicht vorherbestimmen. So passierte es, dass wir uns kennenlernten. Er Moslem, blutjung, ich ganze 13 Jahre älter. Der Altersunterschied war nie ein Problem für ihn oder für die Umwelt. Man hielt uns für relativ gleichalt. Für mich war es immer im Hinterkopf.

Ich arbeite im Ausland und wußte von Anbeginn, wann ich wieder wegziehen muss. Ich habe mit offenen Karten gespielt und ihm gesagt, dass ich nicht bleiben kann und unsere Beziehung keine Zukunft hat, weil zu viele Dinge dagegen sprechen: Religion, Altersunterschied, berufl. Entwicklung und nicht zuletzt starke Unterschiede in den Interessen und Zielen. Noch dazu kommt, dass er polit. Flüchtling ist, hier nur geduldet wird, mir nicht hinterherreisen könnte und alle halbe Jahre zittern muss, wieder zurückgeschickt zu werden.

Er aber war taub auf diesem Ohr und umwarb mich mit allen Mitteln. Er ist ein unglaublich gutaussehender Mann und könnte an jedem Finger eine haben. Aber er wollte mich. Das hat mir natürlich ungemein geschmeichelt und ich habe mich wieder 10 Jahre jünger gefühlt. Für mich war es ein Wechselbad der Gefühle. Wenn sich die Vernunft meldete, sagte ich ihm jedesmal, dass es keinen Zweck hat, wir verrennen uns nur und dann kommen wir nicht mehr voneinander los. Wenn sich mein Herz meldete, schlug ich alle Bedenken in den Wind und dachte ganz egoistisch: Genieß es, wenn du wegziehst, ist sowieso unwiderruflich Schluß.

Ich hatte auch den Gedanken, er sucht eine europäische Frau zum Heiraten, um den dauernden Aufenthaltsgenehmigungen zu entgegen. Darüber hatten wir auch gemeinsam gesprochen, er stritt es natürlich ab. Nun hätte er mich ja auch einfach wieder fallen lassen können, weil ich nicht willig war zu heiraten. Aber wir sind 3 Jahre nicht voneinander losgekommen. Wir haben sämtliche Dinge versucht, um einen Schlußstrich zu machen: mehrere Male machte ich Schluß, einige Male er, wir versuchten es nach einem wie mir schien, inszenierten Streit, damit es leichter ist, wir versuchten es nach einem längeren Urlaub, wo wir uns nicht sahen, wir versuchten es mit vorgeschobenen neuen Geliebten, wir wechselten die Handy-Nr. und versuchten uns nicht mehr anzurufen. Es nützte leider alles nichts.

Ich habe immer gelacht über die Pärchen, die andauernd Schluß machen, dann aber doch wieder zusammen sind. Jetzt habe ich es zum ersten Mal selbst erlebt. Jeder von uns wusste schon vorher, dass er tierisch darunter leiden wird und doch nicht durchhält. Wir fanden uns meist schon zwei Tage später wieder in den Armen des anderen. Wir waren einfach noch nicht so weit, auseinander zu gehen.

Mit der Zeit wurden wir immer verzweifelter, weil wir merkten, wir kommen da nicht raus. Wir hatten uns zu weit verstrickt und aus einer anfänglichen "gönnen wir uns einfach etwas Spaß"-Beziehung wurde eine echte, tiefe Liebe. Nun rückt die Zeit des Abschiedes immer näher und die Treffen der letzten Monate waren meist sehr bedrückend. Jeder spürt, das Ende naht und jeder weiß, was er verlieren wird. Eigentlich ist es nicht mehr schön. Wir warten nur auf das Ende, damit es endlich vorbei ist. Ich habe noch nie so eine Hilflosigkeit erlebt. Ich hatte schon riesen Panik, wenn der letzte Tag kommt. Ich hasse Abschiede für immer, sie sind wie sterben müssen. Ich stelle mir vor, wie ich im Flieger sitze, auf die Stadt herab blicke, die mein Schicksal war. Ich werde sterben, innerlich... Aber ich weiß genau, dass wir rein gar nicht zusammen passen würden. Trotzdem ist er mir als Mensch nicht egal. Wir waren zwei Ausländer in dieser Stadt. Heimatlose... war das unser Zusammenhalt?

Jetzt haben wir uns schon einen Monat nicht gesehen. Ich hatte Urlaub und war in Deutschland. Ich kam zurück und er wollte mich eigentlich unbedingt sehen. Seit einer Woche ist er aber sehr kühl und vertröstet mich. Er sagt: es fängt nur alles wieder von vorne an, Verlangen, Sehnsucht, Herzschmerz, Trennung. Er könne einfach nicht mehr. Ich kann ihn gut verstehen. Aber für mich bricht wieder mal eine Welt zusammen. Ich heule bis ich fast erbreche, nicht nur zu Hause, auch auf der Straße, im Auto...ich weiß, wir haben nur noch wenige Wochen und die wollte ich noch genießen. Die letzten gemeinsamen unseres Lebens...

Das Warum verstehe ich sehr gut, sein Faß ist voll, es geht nichts mehr. Wir telefonieren noch, aber nur, wenn ich anrufe. Er sagt, er hat sich die Haare total abrasiert. Was das heißt, habe ich verstanden. Es gibt kein Zurück mehr, so wie die vielen Male davor. Er ist reserviert, aber nicht abweisend, sagt: Verzeih mir. Ich denke, er leidet auch. Für ihn scheint es der einfachste Weg, da wir uns ja eh schon einen Monat nicht gesehen haben, übersteht er den Rest auch noch (ist seine Denke).

Für mich ist der einfachste Weg, der Umzug. Danach werde ich weit fort sein, neue Erfahrungen, viel Ablenkung. Er bleibt und muss mit den vielen Erinnerungen fertig werden, wenn er an "unseren" Treffpunkten vorbei fährt. Ich kann ihn verstehen, ihm aber nicht helfen. Ich hätte gerne einen Weg gefunden, der für uns beide einfacher ist. Vielleicht der "Bleiben wir Freunde?"-Weg? Ich bin sehr verzweifelt, möchte ihn bis zum Ende sehen, ihm aber nicht auf den Wecker gehen. Er versucht sicher genauso verzweifelt durchzuhalten, um sein Vorhaben, mich nicht mehr zu sehen, nicht umzuwerfen.

Wie kann ich die letzte Zeit noch überleben? Sind es nur die gewohnten Abläufe, die mir fehlen? Sein täglicher Anruf? Werde ich irgendwann froh sein, dass es vorbei ist? Soll ich eine Liste machen mit allen Vor- und Nachteilen dieser Beziehung? (Vorteile: 1; Nachteile: 100) Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Dieses Gefühl der Endgültigkeit kann ich kaum ertragen. Ablenkung nützt nur wenige Stunden.

Würde mich sehr über ein paar Beiträge freuen.

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25. Januar 2008 um 13:21

Gefühle und Verstand

Wo die Liebe hinfällt,das ist nicht vorbestimmt,es ist also Zufall.Genauso hättest Du Dich in einen anderen Mann verlieben können,mit dem die Liebe lebbar ist.Es gibt sicher tausende Männer auf dieser Welt,die zu Dir passen,man muss sie nur treffen und da liegt ja das Problem.Die Liebe ist ja in vielen Fällen so wie bei Dir immer ein Kampf zwischen Gefühl und Vernunft bzw. Verstand.Manche Lieben sind leider nicht lebbar und ich würde auch niemanden empfehlen sein ganzes Leben deswegen umzukrempeln,so schwer dass auch fällt.Ob es sich auf lange Sicht lohnt weiss man leider nie.Wie man damit umgehen kann ist unterschiedlich,das beste ist sicher,wenn man einander nicht verliert und Freunde bleibt,ich meine wann trifft man denn mal einen Menschen für den man richtig grosse Gefühle hat.Natürlich ist das mit Herzschmerz usw. verbunden,wenn man nur Freunde bleibt,aber das ist doch besser als wenn jeder seiner Wege geht.Wenn mna sich natürlich sehr aufreibt und das einen zu sehr zu schaffen macht,wie es bei Dir zu sein scheint,dann ist eine Trennung für immer besser.Man brauch eine längere Zit um jemanden ein wenig zu "vergessen",aber das geht ganz automatisch,wenn man sich nicht mehr sieht und auch daran hält.Was richtig für Dich ist musst Du entschieden.Manche sagen ja auch Liebe überwindet alle Hürden,aber anfangs hast Du ja bemerkt,das ihr gar nicht zusammenpasst.Es soll ja schon so sein,das man sich nicht nur liebt,sondern auch bei dem Anderen ins Leben passt,um es mal einfach auszudrücken.
Tut mir leid,wie Du leidest.

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11. Februar 2008 um 10:46
In Antwort auf blythe_12651697

Gefühle und Verstand

Wo die Liebe hinfällt,das ist nicht vorbestimmt,es ist also Zufall.Genauso hättest Du Dich in einen anderen Mann verlieben können,mit dem die Liebe lebbar ist.Es gibt sicher tausende Männer auf dieser Welt,die zu Dir passen,man muss sie nur treffen und da liegt ja das Problem.Die Liebe ist ja in vielen Fällen so wie bei Dir immer ein Kampf zwischen Gefühl und Vernunft bzw. Verstand.Manche Lieben sind leider nicht lebbar und ich würde auch niemanden empfehlen sein ganzes Leben deswegen umzukrempeln,so schwer dass auch fällt.Ob es sich auf lange Sicht lohnt weiss man leider nie.Wie man damit umgehen kann ist unterschiedlich,das beste ist sicher,wenn man einander nicht verliert und Freunde bleibt,ich meine wann trifft man denn mal einen Menschen für den man richtig grosse Gefühle hat.Natürlich ist das mit Herzschmerz usw. verbunden,wenn man nur Freunde bleibt,aber das ist doch besser als wenn jeder seiner Wege geht.Wenn mna sich natürlich sehr aufreibt und das einen zu sehr zu schaffen macht,wie es bei Dir zu sein scheint,dann ist eine Trennung für immer besser.Man brauch eine längere Zit um jemanden ein wenig zu "vergessen",aber das geht ganz automatisch,wenn man sich nicht mehr sieht und auch daran hält.Was richtig für Dich ist musst Du entschieden.Manche sagen ja auch Liebe überwindet alle Hürden,aber anfangs hast Du ja bemerkt,das ihr gar nicht zusammenpasst.Es soll ja schon so sein,das man sich nicht nur liebt,sondern auch bei dem Anderen ins Leben passt,um es mal einfach auszudrücken.
Tut mir leid,wie Du leidest.

Danke für Deinen Zuspruch
Ich wollte Dir privat eine Mail schicken,die ging aber leider nicht raus,also schreib ich hier noch etwas dazu.
Ich finde so ein allmähliches Entfernen sie beste Lösung um voneinander loszukommen.Ein abrupter Abbruch hat zwar den Vorteil,das man schneller von jemanden "wegkommt",aber es tut eben mehr weh und man hat längere Zeit das gefühl doch nicht alles versucht zu haben.
Bei einem allmählichen Entfernen sieht man auch nach und nach ein,das die Beziehung doch keinen Sinn machen würde,man geht dann mit einem gewissen inneren Gleichgewicht aus der Sache raus.
Von grossem Vorteil ist es,wenn man sich eine zukünftige Situation bzw. Beziehung ausmalen kann und es einem dann bewusst wird,das es nie funktionieren kann.Das hat auf jeden Fall einen Lerneffekt,also man tut dann zukünftig weniger unüberlegtes bzw. kann dann damit umgehen.
Ich hatte mich vor zwei Jahren auch mal unglaublich in eine Frau verliebt,leider verheimlichte sie mir einiges,was ich dann durch Zufall erfahren habe.Das war eindeutig ein Vertrauensbruch,habe ihr immer gesagt,das sie mit mir über alles reden kann,egal wie peinlich es ist.Ich hab mich dann getrennt,habe mir dann ebenfalls meine zukünftige Beziehung ausmalen können und gespürt,das ich nicht mit ihr glücklich werde.Fand das schon superschade,eigentlich war es auch viel zu schön um wahr zu sein.
Keine Liebe bleibt auf Dauer auf einem hohen Level,das sollte man nie vergessen.Hab auch mal meinen guten Job aufgegeben und bin 500km weit weg von meiner Familie gezogen und es hat nichts gebracht.Irgendwann wird jede Liebe "normal" und dann zählen andere Dinge,die man vorher für wenig bedeutend gehalten hat.

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