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Ausrutscher oder Ende der Beziehung? Leide wie ein Hund...

24. Januar 2012 um 17:05

Hallo, ich leide wie ein Hund.
Aber der Reihe nach... hier erst einmal die Eckdaten. Ich männlich 43 lebe seit knapp zehn Jahren in einer enorm glücklichen (...dachte ich bis vorgestern) Fernbeziehung. Sie ist 37. Die Distanz zwischen unseren Wohnorten beträgt ca. 300 km und wir verbringen jedes Wochenende (max. 1-2 pro Jahr nicht) miteinander. Meist sogar Do-Abend bis Mo-Morgen, mal bei ihr, mal bei mir.
Wir haben es so eingerichtet, dass wir unsere beruflichen und allgemeinen Verpflichtungen unter der Woche erledigen und dadurch am WE sehr viel freie Zeit für uns gemeinsam haben.


Jetzt gab es folgendes Ereignis: Meine Lebensgefährtin war mit ihrer Firma (ca. 30 Personen) Anfang Januar für eine Woche nach Thailand eingeladen. Quasi ein recht großzügiger Betriebsausflug zwecks Bonifikation für die geleistete Arbeit...
Nun trug sich folgendes zu. Am zweiten!!! Abend verknallte sie sich bei einer Strandparty in einen Arbeitskollegen. Es folgten Knutschereien und heftige Flirtereien für den Rest der Reise. Sex gab es, laut ihrer Aussage, keinen. Die Affäre wurde vor den übrigen Kollegen geheim gehalten. Jetzt nach dem Trip geht die Flirterei, mit täglichen Telefonaten am Arbeitsplatz (die beiden arbeiten nicht in der selben Geschäftsstelle), weiter.
Mir gegenüber rückte sie nach der Reise nicht mit der Wahrheit raus. Erst als ich im Laufe von eineinhalb Wochen kleine Veränderungen im Umgang mit mir feststellte, lies ich nicht mehr locker und bekam die entsprechende Beichte.
Ich fiel aus allen Wolken. Es folgte ein 36 stündiges Drama mit allem drum und dran.... Beenden der Beziehung, Packen, Weglaufen, Hinterherfahren, Weinen, Hassen, Reden, Schreien, halbe Nervenzusammenbrüchen und und und. Der Schmerz den ich seither jede Sekunde spüre ist unglaublich und direkt proportional zu der enormen Liebe die ich für diese Frau empfinde. Mein Vertrauen war ehrlich so stark, dass ich mein Leben darauf verpfändet hätte, das sie mir uneingeschränkt treu ist. Wir hatte in unserer Beziehung eine Art Vereinbarung die in etwa besagte: leichtes Flirten ist ok, mehr NoGo. Und daran wurde sich spielend gehalten. Wir fühlten uns davon noch nicht einmal eingeengt.
Und mancher wird sich jetzt fragen: Hallo!!! Knutschen!!! Geht es noch!!! Die Frau hat dich noch nicht einmal betrogen, halt mal den Ball flach!!! Aber ich könnte mit einem klassischen One-Night-Stand, der mir gebeichtet worden wäre, wesentlich leichter umgehen als mit obiger Situation.
Warum? Weil ihre Loyalität zu mir, von dem besagten "frisch-verliebtsein-Kribbeln", hinweggefegt wurde.

Jedenfalls ist jetzt Stand der Dinge, dass sie mich, laut ihrer Aussage, nach wie vor enorm liebt und nie ihre Beziehung aufs Spiel setzen wollte!?!? Sie will den Kontakt zu besagten Kollegen auf das allernötigste beschränken...
Dagegen steht: mein kompletter Verlust an Vertrauen (...für das Aufrechterhalten einer Fernbeziehung undenkbar), mein tiefstes Verletzsein (...fühle mich innerlich völlig schwarz... in etwa zu beschreiben mit dem unentwegt andauerden Gefühl von Angst und Beklemmung in der Brust.... kann für Belange außerhalb dieser Misere keinen klaren Gedanken fassen, schlafe kaum, esse nichts etc.) aber vor allem glaube ich zu wissen, dass man gegen dieses "verliebtsein-Kribbeln", wenn man ihm schon erlegen ist, keine Chance hat und die alte Liebe, auch wenn sie noch so groß ist/war, hinten vom Karren fällt. Folglich ich gegen Windmühlen kämpfe!?!?

So, jetzt hab ich's mir mal von der Seele geschrieben. Vielleicht fällt ja jemanden etwas Schlaues dazu ein oder eröffnet mir einen neuen Blickwinkel.

Merci
Jo

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24. Januar 2012 um 22:11

Hallo Jo, ich weiß nicht ob
ich Dir helfen kann, aber ich versuche mein Glück!
Du bist sehr enttäuscht, sehr verletzt, sehr traurig...
Diese Gefühle lassen meistens keine anderen zu. Zum Beispiel: Vernunft.

Aber ganz langsam, erst zu Dir:
Ich vermute, da Du sehr stolz auf Deine Beziehung warst, geglaubt hast, dass IHR beide das Rezept des glücklichen Paares nicht nur erfunden sondern auch gelebt habt, sitzt der Schmerz doppel so tief.
Du zweifelst nicht nur an Deiner Freundin sondern an Dir, weil Du auf einmal damit konfrontiert wirst, dass auch in einer so glücklichen und perfekten Beziehung etwas sehr schnell kaputt gehen kann.

Jetzt zu der Situation die Du beschrieben hast:
Sie hat sich verliebt. Natürlich tut das mehr weh, als vielleicht nur einmaliger Sex. Ich verstehe Dich sehr gut. Du glaubst gegen dieses Gefühl nicht ankommen zu können...
Sie den Kontakt nach der Reise nicht abgebrochen und, Du hast eine Veränderung ihrer Person festgestellt hast.

Meine Meinung dazu:
Zehn Jahre Vertrauen, intensiver Beziehung, Liebe, Sicherheit... Ja, es ist schwer, aber man sollte das alles nicht in der Form abwiegen. Deine Freundin hat ihre Loyalität nicht wegen des Verliebtsein auf' Spiel gesetzt, sondern weil sie Dir nicht ehrlich gesagt hat, was sich in ihrem Leben verändert hat.
Warum nicht? Zehn Jahre hatte sie nicht nötig Dich zu belügen, warum jetzt?
1. Sie hatte Angst, dass Du sie nicht verstehst, die Affäre hat keine große Bedeutung für sie, also warum sollte sie Dich verletzten?
2. Dieses sich verlieben macht Spaß, gibt aber keine ernsten Aussichten für die Zukunft. Dann besser Mund halten.
3. Sie hat festgestellt, ihr fehlt etwas, hatte Schuldgefühle Dir nicht sofort alles gesagt zu haben, und vor allem Angst, dass Du ihre Bedürfnisse in der Hinsicht nicht verstehst.

4. Sie hatte allgemein Angst vor Deiner Reaktion- zurecht.

Du scheinst ein sehr entschlossener und kosequenter Mann zu sein. Das ist auch gut so, aber hast Du Dich einen Momentlang gefragt warum sie diese Gefühle entwickelt hatte? Hast Du sie gefragt; ob sie den anderen Mann wirklich ernst als möglichen Partner sieht?
Weil Du voraussetzt, dass Du auf verlorenen Posten bist.

Ich kann Dir sagen, so ein Verliebtsein- Gefühl kommt schnell und geht schnell. Es passiert öfter als man denkt.
In langen Beziehungen ist alles da, nur das Kribbeln nicht mehr. Dieses Spiel mit dem Feuer, die Aufmerksamkeit, das Flirten... Es macht wieder jung und glücklich. Ja, aber es hat meistens nichts mit der eigentlichen Partnerschaft zu tun. Bei Deiner Freundin ist schon mehr gewesen, knutschen, telefonieren..
Ich wäre auch misstrauisch, aber ich hätte wissen wollen, warum und was sich für meinen Partner verändert hat, dass er so etwas eingegangen ist.
Es wäre für mich wichtig zu wissen, wie weit das alles mit mir zu tun hat, und wie weit nur mit dem Partner selbst.

Du sagst, Du liebst diese Frau, es ist keine Kunst zu lieben und zu vertrauen wenn alles gut läuft. Was ist in einer Zeit wie jetzt? Sie hat Dich enttäuscht, ja, belogen, hintergangen, ja.
Und kämpfst Du um Deine Liebe?
Um die Frau die alles für Dich war?
Nein, Du schmeißt zehn Jahre Beziehung weg, weil Du leidest. Stellst also ALLES was bis jetzt zwischen Euch gewesen ist in Frage. ALLES heißt auch gutes.

DAS meinete ich mit Vernuft zulassen. Überleg Dir gut, ob Deine Freundin es nicht verdient hat, dass Du ihr außer Deiner Enttäuschung, die sie bestimmt verstehen und nachvollziehen kann, auch etwas anders entgegen bringst.
Vielleicht ein Gespräch, ein offenes, ehrliches, ohne Vorwürfe... Sie hat auch Gefühle, die Du im Moment überhaupt nicht wahrnimmst!

Liebe ist nicht immer gleich, manchmal tut sie auch verdammt weh, vielleicht prüft sie dann nur, ob wir sie wirklich verdient haben...

Wünsche Dir alles Gute und viel Kraft!







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