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Auseinandergelebt? Bringt eine Pause etwas?

1. März 2011 um 22:32

Hallo liebe Gofeminin Community.

Ist schon etwas merkwürdig, hier als Mann etwas zu posten. Aber grade der Rat von Euch Mädels ist mir wichtig!

Ich stehe gerade vor der grössten Krise meines bisherigen Lebens.
Aber vielleicht erstmal die ganze Geschichte.

Ich (31) bin mit meiner Frau (31) seit 4 1/2 Jahren verheiratet und seit über 10 Jahren zusammen. Wir haben viele wunderbare Zeiten verbracht und auch einige Tiefen durchlebt. Haben aber immer wieder zusammen gefunden. Wir waren einfach ein wunderbares Team.
Klar gab es in unserer Beziehung auch immer mal wieder den ein oder anderen Streitpunkt, aber keine Vertrauensbrüche oder sonstige schwerwiegende Dinge.

Bis vor ca. einem Jahr war noch alles in Ordnung. Seit dieser Zeit versuchen wir, ein Kind zu bekommen. Da es einige Monate nicht klappte, haben wir uns entschlossen - jeder für sich - ärztliche Hilfe zu suchen. Dabei kam heraus, daß es auf beiden Seiten ein paar Defizite gibt, die wohl aber nicht so schwerwiegend wären; wir sollten ein Kinderwunschzentrum aufsuchen.
Seit dieser Diagnose ist meine Frau wie ausgewechselt. Sie geht plötzlich jeden Abend auf Parties, lässt die Sau raus und bleibt bis in die Puppen weg. Ich bin einsehr toleranter Mensch und Eifersucht kannte ich bisher kaum. Allerdings wurde es auch zur Gewohnheit, daß meine Frau sehr eng mit den Typen getantz hat, mit denen wir unterwegs waren. Wir haben darüber geredet und es war danach alles wieder OK. Wir sind in den Urlaub gefahren und da gings dann los: Es kam kein vernünftiges Gespräch mehr zusammen, wir haben uns den ganzen Tag angeschwiegen und jeder Versuch meinerseits, Ein normales Gespräch zu führen hat versagt.

Wir haben dann zuhause ausgiebig über das Thema gesprochen. Da hat sie das erste mal angesprochen, daß wir uns wohl auseinander gelebt hätten. Ich habe erwiedert, daß ich um unsere Beziehung kämpfen werde und wenige Tage später, hat sie gesagt, daß auch sie kämpfen will. Das war gegen Weihnachten. Wir machten einen Termin im Kinderwunschzentrum und die ersten Untersuchungen liefen. Der Arzt sagte, daß es wohl kein großes Problem sei, mit ein paar Hormonen eine natürliche Befruchtung hin zu bekommen. Alles schien gut.

Dann kam der letzte Mittwoch. Meine Frau traf sich sehr spontan mit einer Freundin. Am abend war sie recht komisch und abweisend. Am Freitag eröffnete sie mir schließlich, daß sie zu ihren Eltern ziehen will, weil sie Zeit für sich braucht. Sie sagte auch, daß von ihrer Seite aus nicht mehr genug Liebe vorhanden wäre, um die Beziehung weiter fort zu führen.
Allerdings macht sie mir auch Hoffnung, daß es nach einer "Auszeit" vielleicht wieder klappen könnte.

Ich bin am Boden zerstört und weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Ich liebe sie über alles und möchte sie auf keinen Fall verlieren.

Auch kann ich auf folgende Fragen keine Antworten finden:
Kann es mit einer Auszeit klappen?
Was kann ich tun, um ihre Liebe zu mir wieder zu erlangen?
Was war der Auslöser? Der unerfüllte Kinderwunsch?
Wenn ja, warum ist sie nicht bereit, die Behandlung zu Ende zu bringen (ein Kind war immer ihr sehnlichster Wunsch)?
Woher kommt die plötzliche Partylaune?
Sie hat gemeint, es gibt keinen Anderen. Auch ihre Freundin sagt das. Kann ich mir das sicher sein?

Ich freue mich auf Eure Kommentare und Ratschläge. Aber bitte keine Verarsch, OK? Mir gehts schon dreckig genug.
Danke!

LG
Lovejoy

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2. März 2011 um 0:45

Update
Hey. Danke für die schnellen und einfühlsamen Antworten.

Ich habe ein These zu dem Thema und bin auf Eure Kommentare gespannt:
Meine Frau ist generell jemand, die gern Kontrolle über alles hat, was sie tut. Mit dem Absetzen der Pille kam es natürlich zu einem veränderten Hormonhaushalt.
Das Problem mit dem Kinderwunsch hat sie in eine Krise gestürzt. Allerdings wollte sie auch vorerst keine professionelle Hilfe annehmen. Ihre Schwester hat z.B. 5 Jahre vergeblich auf ein Kind gewartet, bis es schließlich mit künstlicher Befruchtung geklappt hat. Ich glaube, davor hat sie Horror.
Wie gesagt, sie hat gerne die Kontrolle. Die Kinderwunschsache kann sie nicht kontrollieren. Ist es da vielleicht eine logische Konsequenz, mich, der einen teil des Problems darstellt, abzuschiessen? Das kann sie schließlich kontrollieren...

Ich habe auch noch ein Problem mit dem Timing. Das verstehe ich nicht:

- Vor einem Jahr war noch alles OK. Wir haben uns gemeinsam einige Wünsche erfüllt und waren ein Herz und eine Seele.

- Im März fingen wir mit dem "Kinderkriegen" an.

- Im Mai gabs erste Zweifel, obs klappt. In meinen Augen noch zu früh, aber ich habe die ärztlichen Untersuchungen danach gerne über mich ergehen lassen.

- Im Oktober kam von ihrer Frauenärztin ein sehr schlechter Befund, der sich im Nachhinein als falsch heraus stellte.

- Im November gings für 3 Wochen nach Thailand. Wir hatten kein einziges mal Sex dort.

- Im Dezember hat sie Zweifel geäußert, ob unsere Beziehung noch Sinn macht.

- Ende Dezember entschied sie sich nach vielen Gespächen dazu (ich habe nicht gebettelt !!!), zu kämpfen. Wir buchten den nächsten Urlaub für Juli.

- Darauf hin machten wir die ersten Termine und Untersuchungen im Kinderwunschzentrum. Der Arzt hat uns viel Hoffnung gemacht. Unser Fall wäre nicht kompliziert, allerdings wären noch weiter untersuchungen nötig. (Spermiogramm, Ultraschalluntersuchungen der Eireifung)

- In den folgenden Tagen sprachen wir viel über unsere Beziehung und haben uns meiner Meinung nach wieder angenähert

- Vor 6 Tagen traf sie sich mit ihrer Freundin

- Vor 4 Tagen eröffnete sie mir, daß sie eine Weile zu ihren Eltern ziehen will, um Zeit für sich zu haben und über alles nach zu denken.

- In den Gesprächen in den Tagen danach, sagte sie mir, daß sie nicht mehr so viel liebe für mich empfinden würde, um eine Beziehung zu führen. Ich wäre mehr so etwas wie ein guter Freund für sie


So, jetzt kennt ihr die Chronologie...

Meine Angst ist, daß sie sich in der Zeit, in der sie bei ihren Eltern ist, neu orientieren und mich vergessen wird. Kann man fast 11 Jahre Beziehung einfach so "wegstecken"?

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2. März 2011 um 2:08

Hi Lovejoy
Ich denke auch, daß "Pausen" nicht dazu da sind um irgendwas zu retten. Die sind höchstens nützlich, wenn man sich seiner Gefühle nicht mehr sicher ist. Und selbst das bringt meist nicht viel (eigene Erfahrung). Ich halte davon nichts. Ich halte mehr davon, daß man anfängt mal alle Karten auf den Tisch zu legen.

Gibts nen anderen - wenn ja, warum?
Was fehlt in der Beziehung?
Wieso empfinde ich nicht mehr wie vorher?, etc.

Ich kenn das von mir. Verheiratet war ich zwar nicht, aber ich bin auch nach ein paar Jahren Beziehung mit 30/31 "abgehauen".

Warum? Es lief im Bett nicht, die Beziehung wurde langweilig, und mal angebaggert zu werden war einfach genial. Nicht immer der selbe Kram, man war nicht mehr selbstverständlich und es hat dem Ego verdammt gut getan. Hallo, ich lebe noch.
Man wird irgendwann ein eingeschweisstes Team, hat die gleichen Interessen, redet die gleiche Sprache.... Das ist super schön, aber ab einem gewissen Punkt weiß man das nicht mehr zu schätzen. Die Langeweile überwiegt.

Außer man hat den ganzen Mist hinter sich und weiß was man hat. Hat bei mir auch eine Weile gedauert.

Ich denke nicht, daß der "Ausbruch" deiner Frau was mit dem Kinderwunsch zu tun hat. Partymachen hat oft was mit "es fehlt etwas" zu tun. Der Reiz ist weg. Der Frisör hilft nicht mehr, die Wohnung ständig umzubauen hilft nicht mehr und mal ein paar Gläser Irgendwas mit der besten Freundin sind auch irgendwann langweilig.

Du wartest brav zuhause, bis sie zurück ist. Warum, wenn keine Kinder da sind auf die jemand aufpassen muss? Sei doch mal nicht da, wenn sie zurückkommt. Vielleicht hilft das schon beim "aufwachen".

Tu doch einfach mal etwas, daß sie nicht von dir erwartet.

Es ist absolut normal, daß man sich weiterentwickelt. Oft ist das Problem, daß der Partner einfach bleibt wie er ist und sich nicht mitentwickelt. Dann reicht einem das irgendwann nicht mehr. Veränderungen sind immer schwierig - gehören aber dazu.

Geh raus, hab Spaß (auch wenns gerade schwer ist), triff dich mit Freunden, hab mal keine Zeit und sag mal "nö, heute nicht". Mach dein eigenes Ding. Sie tut es doch auch.

Und wenn sie bei ihren Eltern ist, telefonier ihr nicht hinterher. Lass sie ruhig mal anrufen und wenn du was vorhast... tja - dann verpasst man halt mal einen Anruf. Das ist nichts Schlimmes. Man kann es ja ein 2. mal versuchen, oder?

Ich drück dir die Daumen, daß ihr das wieder hinkriegt.

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