Forum / Liebe & Beziehung

Aus meinem Leben mit einem Sexsüchtigen

Letzte Nachricht: 29. November 2007 um 13:32
E
even_12135673
24.11.07 um 20:53

Es ist vorbei. Drei Jahre habe ich mit einem onlinesex- und sexchatsüchtigen Mann verbracht. Und nun habe ich mich von ihm getrennt. Ich hielt es einfach nicht mehr aus.

Es hatte so wunderbar angefangen. Wir lernten uns im Internet kennen, führten nahezu bald eine Fernbeziehung über 350 km - jedes Wochenende sahen wir uns ausnahmslos.

Seine Sexsucht kam nach ca. einem Jahr heraus. Es war ein großer Schock. Die folgende Zeit bestand aus schönen Momenten, vielen Tränen, Wutausbrüchen, Gewalt, Liebe, eine abgebrochene Therapie, vielen Versprechungen...

Er hoffte, seiner Sucht Herr zu werden, indem er sein bisheriges Leben hinter sich lässt und zu mir zieht. Hatte alles durchgezogen, meine Bedenken zur Seite schiebend. Ich hatte Angst, dass hier einfach alles weitergeht und ich nur noch mehr Probleme bekomme (bin alleinerziehende Mutter dreier Kinder).

Seinen angestrebten Job verlor er nach 2 Wochen. Danach wochenlang Arbeitslosigkeit. Wir haben es wenigstens geschafft, ihm einen (schlecht bezahlten) Job zu besorgen. Er verdiente sehr wenig - was macht er? Kauft sich vom erbetenen Vorschuss ein Geheim-Zweit-Fotohandy. Mit dem er bei RTL-Chat Kontakte knüpfte, onanierende Videos von sich verschickte, um welche von Frauen zu erhalten.

SEINE SUCHT BESTAND ÜBRIGENS SCHON VOR UNSERER ZEIT - ES WAR IHM NUR NICHT BEWUSST. Es hat somit absolut nichts mit mir zu tun oder mit unserer Sexualität, die immer sehr schön und sehr zufriedenstellend war.

Jetzt habe ich, weil ich es einfach nicht mehr aushalten konnte, meine gesamten Sachen abgeholt in seinem Heim, das nun in meiner Stadt ist.

Und er ist wütend auf mich und ich fühle mich so furchtbar verwundet. Drei Jahre habe ich das ausgehalten und habe Liebeskummer ohne Ende.

Mir wurde von der Suchtberatung gesagt, dass er, seit dem er bei mir ist, deshalb so jähzornig und herzlos ist, weil er seiner Sucht nicht mehr nachkommen kann. Wie bei einem Alkholíker, dem du den Schnaps nimmst.

Dennoch liebe ich ihn.
Was soll ich nur tun?



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E
even_12135673
25.11.07 um 9:16

Vielen Dank für deine Antwort,
die mir sehr geholfen hat. Sie klingt fast schon professionell!

Ja, ich war co-abhängig. Ein großer Teil meines Tages bestand aus Kontrolle, um mein Misstrauen zu befriedigen. Das war eine sehr schlimme Zeit; mittlerweile kann ich gelassener damit umgehen. Je mehr ich mich dem Thema Trennung näherte, desto stärker fühlte ich mich.

Drei Dinge tat ich: Ich manipulierte seine Fotohandys, die man nun nicht mehr benutzen kann. Damit wollte ich erreichen, dass er, bevor er seine Sucht wieder aufnimmt, erstmal eine definitive Handlung unternehmen muss (ein neues kaufen).

Ich informierte seinen Vater über unsere Probleme und dass die Sucht immer schlimmer wurde. Mein Freund hatte seinem Vater vor längerem davon erzählt, damit er Unterstützung von ihm erfährt. Diese bestand darin "Mach eine Therapie" und keiner weiteren Nachfrage.

Ich habe wirklich mein gesamtes Hab und Gut mitgenommen, das teilweise aus Bettdecken, Geschirr, Töpfen bestand. Er besitzt nun nahezu nichts mehr.

Am Dienstag wird sein Vater kommen und seine Sucht wird sicherlich ein Thema werden. Ich hoffe inständig, dass mein Freund zur Vernunft kommt.

Oft habe ich analysiert, wie er so weit abdriften konnte. Ungeliebt in der Kindheit, keine Freundin, Einsamkeit. Daher hat es mich um so mehr enttäuscht, dass er von seiner Sucht nicht ablassen kann, obwohl er doch nun bei mir wohnt. Ich bin verletzt, weil er ein Leben, das eigentlich so schön sein könnte, einfach weggeworfen hat. Auch hatte sich sein gesamtes Verhalten verändert, was daran lag, dass er seine Sucht nicht ausleben konnte, denn die Kontrolleurin war ja immer anwesend.

An ihm gefallen hat mir, dass er immer so aufmerksam war, dass ich spürte, wie wichtig ich ihm war, dass seine Liebe zu mir so weit ging, dass er meinen Namen auf seinen Oberarm tätowieren ließ.

Wenn ich meinen Beitrag durchlese, überkommen mich Zweifel, ob mich überhaupt jemand verstehen kann. Es kommt mir vor, als lebe ich auf einem anderen Stern und würde Dinge tun, die niemand sonst täte.

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A
an0N_1287074099z
25.11.07 um 9:46
In Antwort auf even_12135673

Vielen Dank für deine Antwort,
die mir sehr geholfen hat. Sie klingt fast schon professionell!

Ja, ich war co-abhängig. Ein großer Teil meines Tages bestand aus Kontrolle, um mein Misstrauen zu befriedigen. Das war eine sehr schlimme Zeit; mittlerweile kann ich gelassener damit umgehen. Je mehr ich mich dem Thema Trennung näherte, desto stärker fühlte ich mich.

Drei Dinge tat ich: Ich manipulierte seine Fotohandys, die man nun nicht mehr benutzen kann. Damit wollte ich erreichen, dass er, bevor er seine Sucht wieder aufnimmt, erstmal eine definitive Handlung unternehmen muss (ein neues kaufen).

Ich informierte seinen Vater über unsere Probleme und dass die Sucht immer schlimmer wurde. Mein Freund hatte seinem Vater vor längerem davon erzählt, damit er Unterstützung von ihm erfährt. Diese bestand darin "Mach eine Therapie" und keiner weiteren Nachfrage.

Ich habe wirklich mein gesamtes Hab und Gut mitgenommen, das teilweise aus Bettdecken, Geschirr, Töpfen bestand. Er besitzt nun nahezu nichts mehr.

Am Dienstag wird sein Vater kommen und seine Sucht wird sicherlich ein Thema werden. Ich hoffe inständig, dass mein Freund zur Vernunft kommt.

Oft habe ich analysiert, wie er so weit abdriften konnte. Ungeliebt in der Kindheit, keine Freundin, Einsamkeit. Daher hat es mich um so mehr enttäuscht, dass er von seiner Sucht nicht ablassen kann, obwohl er doch nun bei mir wohnt. Ich bin verletzt, weil er ein Leben, das eigentlich so schön sein könnte, einfach weggeworfen hat. Auch hatte sich sein gesamtes Verhalten verändert, was daran lag, dass er seine Sucht nicht ausleben konnte, denn die Kontrolleurin war ja immer anwesend.

An ihm gefallen hat mir, dass er immer so aufmerksam war, dass ich spürte, wie wichtig ich ihm war, dass seine Liebe zu mir so weit ging, dass er meinen Namen auf seinen Oberarm tätowieren ließ.

Wenn ich meinen Beitrag durchlese, überkommen mich Zweifel, ob mich überhaupt jemand verstehen kann. Es kommt mir vor, als lebe ich auf einem anderen Stern und würde Dinge tun, die niemand sonst täte.

Nee, nee,...
...Du bist schon normal, keine Sorge!

Die Erkenntnis, daß man einen Mann nicht mit Liebe retten kann, ist bestimmt schmerzhaft. Ich glaube, wir Frauen träumen alle irgendwie davon, einen Mann mit unserer Liebe auf den richtigen Weg zu bringen.
Für eine Weile klappt das ja auch manchmal. Aber eine handfeste Sucht muß man in andere Hände geben, soweit bist Du ja auch schon.
Ich kenne einen, dessen Frau wurde seelisch krank (schlimme Kindheit, Spätfolgen), und er, geduldig, positiv denkend, hielt es irgendwann doch nicht mehr aus und drohte ihr mit Scheidung. Erst da fing sie an, sich zu stabilisieren. Inzwischen läuft die Ehe wieder wesentlich besser.
Ich kann mir vorstellen, daß man es als kränkend empfindet, wenn jemand lieber seiner Sucht nachgeht, als bei dem Menschen zu sein, der es gut mit ihm meint.
Wenns schwierig wird, stell ihn immer vor die Wahl: Sie oder ich. Er muß vielleicht immer wieder gezeigt kriegen, daß es SEINE Entscheidung ist, wenn Du Dich entfernst und nicht Deine.

Ich finds aber schön, daß Du ihn so liebst. Auch, wenns Kraft kostet, vielleicht lohnt es sich wirklich.

Alles Gute!

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E
even_12135673
26.11.07 um 8:18
In Antwort auf an0N_1287074099z

Nee, nee,...
...Du bist schon normal, keine Sorge!

Die Erkenntnis, daß man einen Mann nicht mit Liebe retten kann, ist bestimmt schmerzhaft. Ich glaube, wir Frauen träumen alle irgendwie davon, einen Mann mit unserer Liebe auf den richtigen Weg zu bringen.
Für eine Weile klappt das ja auch manchmal. Aber eine handfeste Sucht muß man in andere Hände geben, soweit bist Du ja auch schon.
Ich kenne einen, dessen Frau wurde seelisch krank (schlimme Kindheit, Spätfolgen), und er, geduldig, positiv denkend, hielt es irgendwann doch nicht mehr aus und drohte ihr mit Scheidung. Erst da fing sie an, sich zu stabilisieren. Inzwischen läuft die Ehe wieder wesentlich besser.
Ich kann mir vorstellen, daß man es als kränkend empfindet, wenn jemand lieber seiner Sucht nachgeht, als bei dem Menschen zu sein, der es gut mit ihm meint.
Wenns schwierig wird, stell ihn immer vor die Wahl: Sie oder ich. Er muß vielleicht immer wieder gezeigt kriegen, daß es SEINE Entscheidung ist, wenn Du Dich entfernst und nicht Deine.

Ich finds aber schön, daß Du ihn so liebst. Auch, wenns Kraft kostet, vielleicht lohnt es sich wirklich.

Alles Gute!

Ich kann jetzt nicht einfach den Kopfmenschen
in mir herauslassen. Was ich erlebt habe, war doch eigentlich eine ganz tolle Liebesgeschichte. Welcher Mann lässt sich schon den Namen seiner Freundin auf den Arm tätowieren? Welcher Mann zahlt 2 1/2 Jahre jedes Wochenende Fahrkarten? Und zieht dann 350 km in eine Gegend, in der er nur sie kennt? Dass es so enden musste, stimmt mich unendlich traurig.

Ich habe nicht "entweder die Sucht oder ich" zu ihm gesagt. Er forderte seine Fotohandys, Webcam und sonstiges Zubehör zurück, das ich für ihn aufbewahrt hatte, damit er keinen Mist mehr anstellen kann damit. Da ist bei mir eine Sicherung durchgebrannt und ich forderte meine Dinge zurück. Die habe ich dann noch am selben Abend abgeholt; es war mehr als eine Wagenladung. Dann saß er da ohne Teller, ohne Tasse, nichts zu essen.

Jetzt beschleicht mich seit Tagen mein schlechtes Gewissen, dass ich es noch einmal mit Reden hätte versuchen sollen.

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even_12135673
26.11.07 um 8:31
In Antwort auf even_12135673

Ich kann jetzt nicht einfach den Kopfmenschen
in mir herauslassen. Was ich erlebt habe, war doch eigentlich eine ganz tolle Liebesgeschichte. Welcher Mann lässt sich schon den Namen seiner Freundin auf den Arm tätowieren? Welcher Mann zahlt 2 1/2 Jahre jedes Wochenende Fahrkarten? Und zieht dann 350 km in eine Gegend, in der er nur sie kennt? Dass es so enden musste, stimmt mich unendlich traurig.

Ich habe nicht "entweder die Sucht oder ich" zu ihm gesagt. Er forderte seine Fotohandys, Webcam und sonstiges Zubehör zurück, das ich für ihn aufbewahrt hatte, damit er keinen Mist mehr anstellen kann damit. Da ist bei mir eine Sicherung durchgebrannt und ich forderte meine Dinge zurück. Die habe ich dann noch am selben Abend abgeholt; es war mehr als eine Wagenladung. Dann saß er da ohne Teller, ohne Tasse, nichts zu essen.

Jetzt beschleicht mich seit Tagen mein schlechtes Gewissen, dass ich es noch einmal mit Reden hätte versuchen sollen.

@ ganesha42
Danke erstmal für deine private Nachricht, auf die ich nicht antworten konnte (warum auch immer).

Wenn es doch nur Fotos gewesen wären, um die es ging! Damit fing erst alles an. Er chattete, um Nacktfotos von Frauen zu bekommen. Irgendwann meldete er sich dann auf verschiedenen Pornoseiten an. Ließ sich für 1,99 Euro/SMS Fotos aufs Handy schicken. Begann dann, bei lifestrip.com am kostenpflichtigen Webcamchat teilzunehmen. Die Prostituierten sitzen da vor einer Webcam und ziehen sich nach deinen Anweisungen aus; jede Minute wird dann vom User bezahlt und von seinem Konto abgebucht. Später kaufte er sich selbst eine Webcam und setzte sich dann selber davor, während er mit einer dummen Person aus dem Chat, die ebenfalls nackt vor dem Monitor saß, chattete. Ich war sehr erschrocken damals. Und jedesmal, wenn etwas herauskam, war er selbst erschrocken über sich, war erleichtert, dass alles herauskam.

Hier bei mir hatte er kein Internet. Durch einen dummen Zufall kam er an ein Fotohandy heran. Er sah es im Laden und kaufte es einfach, ohne das vorher geplant zu haben. Wir stritten uns irgendwann, ich blieb bei mir zuhause und er fing an, mit diesem Handy Onanier-Videos zu drehen und diese bei RTL-Chat zu versenden. Natürlich gab es auch etliche Frauen, die ihm zum Dank dann Videos zurückschickten. Als er dieses Handy nutzte, spürte ich, dass etwas nicht in Ordnung war. Es kam heraus, weil eine von diesen Weibern bei ihm anrief. Und er war wiederum erleichtert, dass alles herausgekommen war. Danach verstanden wir uns wieder super.

Unsere Sexualität hat mit dem Ganzen absolut nichts zu tun. Da gibt es keinen Zweifel. Und seine Sucht begann schon Jahre bevor wir uns kennenlernten, sie steigerte sich halt nur. Mittlerweile hat er 14000 Euro Schulden dadurch. Weil er so wenig verdient, geht er abends noch im Supermarkt putzen. Bitte, er putzt für seine Sexschulden.

Ich weiß, für einen normalen Menschen hört sich das alles wahnsinnig an und alle denken sicherlich, ich wäre gehörig dumm.

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mette_12041133
26.11.07 um 19:41
In Antwort auf even_12135673

@ ganesha42
Danke erstmal für deine private Nachricht, auf die ich nicht antworten konnte (warum auch immer).

Wenn es doch nur Fotos gewesen wären, um die es ging! Damit fing erst alles an. Er chattete, um Nacktfotos von Frauen zu bekommen. Irgendwann meldete er sich dann auf verschiedenen Pornoseiten an. Ließ sich für 1,99 Euro/SMS Fotos aufs Handy schicken. Begann dann, bei lifestrip.com am kostenpflichtigen Webcamchat teilzunehmen. Die Prostituierten sitzen da vor einer Webcam und ziehen sich nach deinen Anweisungen aus; jede Minute wird dann vom User bezahlt und von seinem Konto abgebucht. Später kaufte er sich selbst eine Webcam und setzte sich dann selber davor, während er mit einer dummen Person aus dem Chat, die ebenfalls nackt vor dem Monitor saß, chattete. Ich war sehr erschrocken damals. Und jedesmal, wenn etwas herauskam, war er selbst erschrocken über sich, war erleichtert, dass alles herauskam.

Hier bei mir hatte er kein Internet. Durch einen dummen Zufall kam er an ein Fotohandy heran. Er sah es im Laden und kaufte es einfach, ohne das vorher geplant zu haben. Wir stritten uns irgendwann, ich blieb bei mir zuhause und er fing an, mit diesem Handy Onanier-Videos zu drehen und diese bei RTL-Chat zu versenden. Natürlich gab es auch etliche Frauen, die ihm zum Dank dann Videos zurückschickten. Als er dieses Handy nutzte, spürte ich, dass etwas nicht in Ordnung war. Es kam heraus, weil eine von diesen Weibern bei ihm anrief. Und er war wiederum erleichtert, dass alles herausgekommen war. Danach verstanden wir uns wieder super.

Unsere Sexualität hat mit dem Ganzen absolut nichts zu tun. Da gibt es keinen Zweifel. Und seine Sucht begann schon Jahre bevor wir uns kennenlernten, sie steigerte sich halt nur. Mittlerweile hat er 14000 Euro Schulden dadurch. Weil er so wenig verdient, geht er abends noch im Supermarkt putzen. Bitte, er putzt für seine Sexschulden.

Ich weiß, für einen normalen Menschen hört sich das alles wahnsinnig an und alle denken sicherlich, ich wäre gehörig dumm.

Re
Salut,

Du bist nicht dumm, sondern einfach nur ent-täuscht.
Wie lange möchtest Du Dich noch selbst quälen?
Warum lässt Du es zu, dass ein erwachsener Mann sich so verhält. Nein, du lässt das jetzt nicht mehr zu. Und das ist auch gut so.
Ist es nicht schon anstrengend genug für Dich drei Kinder zu erziehen? Musst Du noch die Verantwortung und Erziehung für einen selbstständigen Mann übernehmen?
Ein Tatoo auf dem Oberarm beweist mir garnichts. Dazu bin ich zu logisch, pragmatisch und das ist nichts womit ich wirklich real etwas anfangen kann. Ist ganz nett, aber mehr auch nicht.
Du sagstest, dass Du alles mitgenommen hast. Wo lebst Du denn jetzt und wo sind Kinder?
Ich würde Dir dringendst raten Abstand zu halten. Du musst überhaupt kein schlechtes Gewissen haben. Weshalb?
Weil er nicht die Kraft besitzt damit aufzuhören?
Warum bist Du dir selbst nicht der wichtigste Mensch auf dieser Welt?

Gruss
Ganesha

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even_12135673
26.11.07 um 20:42
In Antwort auf mette_12041133

Re
Salut,

Du bist nicht dumm, sondern einfach nur ent-täuscht.
Wie lange möchtest Du Dich noch selbst quälen?
Warum lässt Du es zu, dass ein erwachsener Mann sich so verhält. Nein, du lässt das jetzt nicht mehr zu. Und das ist auch gut so.
Ist es nicht schon anstrengend genug für Dich drei Kinder zu erziehen? Musst Du noch die Verantwortung und Erziehung für einen selbstständigen Mann übernehmen?
Ein Tatoo auf dem Oberarm beweist mir garnichts. Dazu bin ich zu logisch, pragmatisch und das ist nichts womit ich wirklich real etwas anfangen kann. Ist ganz nett, aber mehr auch nicht.
Du sagstest, dass Du alles mitgenommen hast. Wo lebst Du denn jetzt und wo sind Kinder?
Ich würde Dir dringendst raten Abstand zu halten. Du musst überhaupt kein schlechtes Gewissen haben. Weshalb?
Weil er nicht die Kraft besitzt damit aufzuhören?
Warum bist Du dir selbst nicht der wichtigste Mensch auf dieser Welt?

Gruss
Ganesha

Warum lässt man das alles zu?
Das ist wirklich eine gute Frage. Mein Lebensweg ist ein wenig merkwürdig verlaufen, das ist sicherlich ein Grund mit dafür. 7 Jahre war ich unglücklich in einer Ehe mit dem Mann meiner Kinder, wo wir doch mal das Liebespaar des Jahrhunderts gewesen sind. Irgendwann konnte ich mich endlich aufraffen ihn zu bitten, auszuziehen. Was er dann irgendwann tat. Der Wut wegen und auch weil die Arbeitsmarktsituation es erforderte, ließ er sich 250 km von unserem Heimatort versetzen. So sahen wir uns zunächst nur von Freitag bis Sonntag, dann fuhr er wieder. Es war nicht auszuhalten.

In der Zeit lernte ich meinen Freund kennen, der um so viel liebevoller war als mein Ehemann. Dann reiste ich also jeden Freitag 350 km an die Mosel, mein Ehemann kam die 250 km zu mir nach Hause und sah die Kinder. Sonntags kam ich heim, wenn mein Mann schon wieder abgereist war.

Als mein Freund plötzlich bei mir eine Arbeitsstelle fand, ging alles wahnsinnig schnell. Innerhalb von wenigen Tagen war er hier mit Sack und Pack. Eine Wohnung fand er nicht so schnell und so hat er einen Wohnwagen gekauft (das Geld lieh ihm mein Vater); die Platzmiete konnte er sich ausnahmsweise leisten.

Unter der Woche wohnte somit mein Freund bei mir und wenn mein Ehemann kam, fuhren wir zum Campingplatz meines Freundes in derselben Stadt. Insgesamt gesehen sagte mir alle die wenigen Menschen, die darum wussten, dass ich ein interessantes Leben hätte. Mein Mann durfte hingegen nicht wissen, dass mein Freund zu mir gezogen war. Er dachte halt immer, ich führe weiter an die Mosel.

Durch die Trennung werde ich am Freitag meinen Ehemann das erste Mal nach drei Jahren sehen. Ehrlich gesagt möchte ich das nicht, kann es mir aber nicht aussuchen. Andererseits habe ich auch keine Lust mehr auf ein weiteres Versteckspiel; außerdem bin ich es ja, die hier wohnt.

Mein Ehemann kam endlos lange nicht mit allem klar, beschimpfte, bedrohte mich und was weiß ich. Heute sagt er, das war aus Wut und er könne meine damalige Entscheidung gut verstehen. Er gönnt mir einen Freund und bedauert, dass es nichts geworden ist mit dem hier zur Rede stehenden.

Wie du siehst, ist alles noch schlimmer, als ich vorher geschildert hatte. Mein Freund wohnt in einem absolut leergeräumten Wohnwagen, in dem nur noch die Innenausstattung ist. Ich nehme an, er hat sich jetzt einen Topf gekauft. Ich nehme an, er hat jetzt eine Gasflasche zum Heizen. Aber es ist einfach armselig.

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M
mette_12041133
27.11.07 um 10:04
In Antwort auf even_12135673

Warum lässt man das alles zu?
Das ist wirklich eine gute Frage. Mein Lebensweg ist ein wenig merkwürdig verlaufen, das ist sicherlich ein Grund mit dafür. 7 Jahre war ich unglücklich in einer Ehe mit dem Mann meiner Kinder, wo wir doch mal das Liebespaar des Jahrhunderts gewesen sind. Irgendwann konnte ich mich endlich aufraffen ihn zu bitten, auszuziehen. Was er dann irgendwann tat. Der Wut wegen und auch weil die Arbeitsmarktsituation es erforderte, ließ er sich 250 km von unserem Heimatort versetzen. So sahen wir uns zunächst nur von Freitag bis Sonntag, dann fuhr er wieder. Es war nicht auszuhalten.

In der Zeit lernte ich meinen Freund kennen, der um so viel liebevoller war als mein Ehemann. Dann reiste ich also jeden Freitag 350 km an die Mosel, mein Ehemann kam die 250 km zu mir nach Hause und sah die Kinder. Sonntags kam ich heim, wenn mein Mann schon wieder abgereist war.

Als mein Freund plötzlich bei mir eine Arbeitsstelle fand, ging alles wahnsinnig schnell. Innerhalb von wenigen Tagen war er hier mit Sack und Pack. Eine Wohnung fand er nicht so schnell und so hat er einen Wohnwagen gekauft (das Geld lieh ihm mein Vater); die Platzmiete konnte er sich ausnahmsweise leisten.

Unter der Woche wohnte somit mein Freund bei mir und wenn mein Ehemann kam, fuhren wir zum Campingplatz meines Freundes in derselben Stadt. Insgesamt gesehen sagte mir alle die wenigen Menschen, die darum wussten, dass ich ein interessantes Leben hätte. Mein Mann durfte hingegen nicht wissen, dass mein Freund zu mir gezogen war. Er dachte halt immer, ich führe weiter an die Mosel.

Durch die Trennung werde ich am Freitag meinen Ehemann das erste Mal nach drei Jahren sehen. Ehrlich gesagt möchte ich das nicht, kann es mir aber nicht aussuchen. Andererseits habe ich auch keine Lust mehr auf ein weiteres Versteckspiel; außerdem bin ich es ja, die hier wohnt.

Mein Ehemann kam endlos lange nicht mit allem klar, beschimpfte, bedrohte mich und was weiß ich. Heute sagt er, das war aus Wut und er könne meine damalige Entscheidung gut verstehen. Er gönnt mir einen Freund und bedauert, dass es nichts geworden ist mit dem hier zur Rede stehenden.

Wie du siehst, ist alles noch schlimmer, als ich vorher geschildert hatte. Mein Freund wohnt in einem absolut leergeräumten Wohnwagen, in dem nur noch die Innenausstattung ist. Ich nehme an, er hat sich jetzt einen Topf gekauft. Ich nehme an, er hat jetzt eine Gasflasche zum Heizen. Aber es ist einfach armselig.

Re
Salut,

genau das meine ich. Schau Dir mal die letzten Jahre Deines Lebens an. Daran siehst Du, dass Du selten glücklich warst. Du bist es eher gewohnt mit dem Unglück, mit Problemen und Sorgen umzugehen.
Warum möchtest Du jetzt nicht beginnen neu anzufangen. Ein unbeschwerteres Leben. Einfach mal ohne Mann. Für eine bestimmte Zeit. Bis Du selbst mal wieder so richtig glücklich bist.
Trage Verantwortung. Aber bitte in erster Linie für Dich und Deine Kids.
Und wenn Du das geschafft hast, und das wird ein echt langer Weg, dann kannst Du dir mal wieder eine Partnerschaft gönnen. Aber bitte mit einem Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht und der auch mit sich im Reinen ist.

Das wäre doch das Beste. Ich glaube, das weisst Du auch. Es ist vorbei. Und es ist gut so.
Und Dein Freund hat immerhin noch seinen Vater.
Du kannst seinen Vater ja mal fragen, wie es seinem Sohn geht. Ich glaube, dass er ihn unterstützt.
Und wegen einem Topf brauchst Du jetzt nicht wieder eine Beziehung mit ihm anzufangen.

Alles Gute
Ganesha

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even_12135673
29.11.07 um 13:32
In Antwort auf mette_12041133

Re
Salut,

genau das meine ich. Schau Dir mal die letzten Jahre Deines Lebens an. Daran siehst Du, dass Du selten glücklich warst. Du bist es eher gewohnt mit dem Unglück, mit Problemen und Sorgen umzugehen.
Warum möchtest Du jetzt nicht beginnen neu anzufangen. Ein unbeschwerteres Leben. Einfach mal ohne Mann. Für eine bestimmte Zeit. Bis Du selbst mal wieder so richtig glücklich bist.
Trage Verantwortung. Aber bitte in erster Linie für Dich und Deine Kids.
Und wenn Du das geschafft hast, und das wird ein echt langer Weg, dann kannst Du dir mal wieder eine Partnerschaft gönnen. Aber bitte mit einem Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht und der auch mit sich im Reinen ist.

Das wäre doch das Beste. Ich glaube, das weisst Du auch. Es ist vorbei. Und es ist gut so.
Und Dein Freund hat immerhin noch seinen Vater.
Du kannst seinen Vater ja mal fragen, wie es seinem Sohn geht. Ich glaube, dass er ihn unterstützt.
Und wegen einem Topf brauchst Du jetzt nicht wieder eine Beziehung mit ihm anzufangen.

Alles Gute
Ganesha

Ach weißt du,
rein vom Logischen weiß ich ja, dass du Recht hast. Aber wie die Gefühle so spielen...

Ich hab jetzt einfach mal - das ist so meine Art - angefangen, eine Art Tagebuch zu schreiben. Darin erscheinen sicherlich nicht nur die schönen Momente! Das Schreiben erleichtert die Minuten, in denen ich mich mal wieder so richtig mies fühle.

Meinen Ehemann werde ich morgen, am Freitag, das erste Mal nach drei Jahren sehen. Er wird - wie gehabt - die Kinder besuchen. Wir haben lange telefoniert und ich musste mir Dinge anhören wie "So eine wie dich habe ich nie wieder getroffen. Du bist einzigartig. In diesen drei Jahre habe ich höchstens 10 Tage nicht an dich gedacht." Er bedauert es auch, dass es nichts mit meinem Freund geworden ist, was er mir gegönnt hätte. Das ist zumindest sehr beruhigend. Dennoch weiß ich, dass körperliche Liebe nicht stattfinden werden kann.

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