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Auf der Suche nach Geborgenheit...

9. Mai 2003 um 8:30

Hallo Ihr Lieben,

ich schlage mich schon seit längerem mit einem Problem rum und vielleicht hat je der/die eine oder andere einen hilfreichen Vorschlag für mich.

Ich hatte in meinem Leben schon mehrere Beziehungen (bin 26). Irgendwann, früher oder später, kam ich immer zu dem Punkt, dass ich mich nicht richtig geborgen fühlte, dass mir die Tiefe in der Beziehung fehlte.

Ihr müsst wissen, dass mein Elternhaus leider nicht sehr herzlich war. Ich habe nie Probleme mit meinen Eltern besprochen, schwach sein gab es nicht. Ich glaube, meine Eltern wissen von allen Leuten, die ich kenne, am allerwenigsten von mir.

Seit ich denken kann, sehne ich mich danach, jemanden kennenzulernen, bei dem ich mich wirklich geborgen und verstanden fühle. Mit dem ich all meine Probleme besprechen kann, bei dem ich schwach sein kann und der mich wirklich kennt. Der sich für mich und mein Leben interessiert. Genauso wie ich mich für ihn interessiere und alles über ihn erfahren möchte.

Leider konnte ich das bis jetzt noch nie in einer Beziehung erreichen. Im Moment stehe ich wieder an so einem Punkt. Ich bin seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen und in letzter Zeit gibt es nur noch Streit. Mir fehlt einfach die Tiefe der Beziehung. Ich will mich nicht die ganze Zeit nur über das Wetter und andere Leute unterhalten. Ich will von mir erzählen und ich will über ihn erfahren. Aber irgendwie klappt das nicht. Ich habe das Gefühl, er hört mir oft gar nicht zu, wenn ich was erzähle. Es kommt kein Gespräch zustande. Er erzählt, was er gemacht hat, dann erzähl ich, was ich gemacht hab. Für mich ist das langsam so unbefriedigend und ich ziehe mich immer mehr zurück, weil ich das Gefühl habe, es interessiert ihn eh nicht, was ich so erzähle. Ich habe ihn schon darauf angesprochen und er meinte, er sei eben nicht immer in der Lage mir konzentriert zuzuhören. Aber ich fühle mich vernachlässigt.

Ich bin sehr froh, dass ich einige Freunde habe, mit denen ich viel reden kann und auch richtig gute Gespräche führen kann. Gäbe es sie nicht, wäre ich wohl noch viel unzufriedener.

Er wirft mir oft vor, dass ich gleich unzufrieden bin, wenn nicht alles nach meinem Schema abläuft. Und irgendwie hat er da auch Recht. Manchmal habe ich wirklich eine Art Drehbuch im Kopf, wie ich mir seine Reaktion wünschen würde und bin dann natürlich enttäuscht, wenn er völlig anders reagiert.

Wer hat einen Tip für mich? Ich weiß echt nicht, wie das mit mir weitergehen soll. Verlange ich zu viel von meinem Partner? Kann er das alles gar nicht leisten, was ich mir wünsche?

Vielen Dank für Eure Hilfe,

Eure Amourette

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9. Mai 2003 um 9:16

Fühlst
du dich mit dir selbst geborgen???!! Oder magst du dich gar nicht und hoffst, dass dein Partner es dir abnehmen kann?! Ich habe das Gefühl, dass du vor dir selbst wegläufst? Hast du dich denn schon intensiv mit dir selbst beschäftigt? Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber ich denke, dass es bei dir der Wunsch ist eine Ersatzfamilie zu finden, weil du dich in deiner Kindheit nie richtig geborgen gefühlt hast. Mit deinen Partner versuchst du genau das zu kompensieren, das was deine Eltern dir nicht geben konnten, versuchst du von deinen Partner zu "fordern". Meinst du nicht, dass du sie dafür "mitbrauchst". Das klingt jetzt hart, ich weiß. Du sagst, du willst endlich jemanden kennenlernen, mit dem du über deine Probleme sprechen kannst, bei dem du dich geborgen fühlst, bei dem du schwach sein kannst und der dich kennt! Ja das ist ein Wunsch, und das wünscht sich wohl jeder von uns. Frage: WAS TUST DU DAFÜR, KENNST DU DICH???? Ich hoffe, ich konnte dir ein Paar Denkanstöße geben. Wenn du dich nach so vielen Beziehungen immer wieder mit dem gleichen Problem konfrontiert siehst, muss man sich doch mal fragen, WARUM?? Man kann nur sich selbst ändern, kein anderer, man muss sein bester Freund sein, denn du kennst dich doch am besten, oder doch nicht?!

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9. Mai 2003 um 9:31
In Antwort auf gena_12107388

Fühlst
du dich mit dir selbst geborgen???!! Oder magst du dich gar nicht und hoffst, dass dein Partner es dir abnehmen kann?! Ich habe das Gefühl, dass du vor dir selbst wegläufst? Hast du dich denn schon intensiv mit dir selbst beschäftigt? Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber ich denke, dass es bei dir der Wunsch ist eine Ersatzfamilie zu finden, weil du dich in deiner Kindheit nie richtig geborgen gefühlt hast. Mit deinen Partner versuchst du genau das zu kompensieren, das was deine Eltern dir nicht geben konnten, versuchst du von deinen Partner zu "fordern". Meinst du nicht, dass du sie dafür "mitbrauchst". Das klingt jetzt hart, ich weiß. Du sagst, du willst endlich jemanden kennenlernen, mit dem du über deine Probleme sprechen kannst, bei dem du dich geborgen fühlst, bei dem du schwach sein kannst und der dich kennt! Ja das ist ein Wunsch, und das wünscht sich wohl jeder von uns. Frage: WAS TUST DU DAFÜR, KENNST DU DICH???? Ich hoffe, ich konnte dir ein Paar Denkanstöße geben. Wenn du dich nach so vielen Beziehungen immer wieder mit dem gleichen Problem konfrontiert siehst, muss man sich doch mal fragen, WARUM?? Man kann nur sich selbst ändern, kein anderer, man muss sein bester Freund sein, denn du kennst dich doch am besten, oder doch nicht?!

Liebe duschka
ich glaube, ich kann sie verstehen. sicher sind deine argumente vollkommen richtig, es ist wichtig, emotionalen halt in sich selbst zu finden, unabhängig von einem anderen menschen.

aber das, wonach sie sich sehnt, hab ich erleben dürfen.
als wir uns trafen, war es wirklich als ob er zu mir gehört, ein fehlendes puzzleteil von mir ist und umgekehrt. blindes verstehen, gleiche probleme aber unterschiedliche lösungsansätze. ein sich ständig nah sein auch wenn wir keinen kontakt hatten.

ich hab sowas noch niemals zuvor erlebt, er war wie ein spiegel von mir und absolut das tiefste was ich bislang gefühlt ab.
es wurde keine beziehung draus, weil er zum einen gebunden ist und ich mir zum anderen keine beziehung mit ihm hätte vorstellen können, da ich trotz dieser nähe, die uns noch immer verbindet, durchaus auch die realen macken sehen konnte, die ein jeder von uns beiden hat und ein zusammen leben wohl sehr explosiv gestalten würde.

vielleicht kennst du den begriff soulmate, er ist mein soulmate. der mensch, dem ich blind mein leben anvertrauen würde, obwohl er mich auch schon tiefer verletzt hat, wie jeder andere es je tun könnte.

in der zeit mit ihm, war meine innere sehnsucht gestillt, da ich mich in ihm gespiegelt habe, irgendwie dann wirklich in mir geborgen war. ein wort von ihm, konnte meine seele derart berühren, dass ich dann in der lage war, aus eigener kraft berge zu versetzen. hört sich hochtrabend an, aber ich bin seither dabei in meinem leben berge zu versetzen.

ich weiß, dass ist super schwer zu verstehen, wenn man versucht, das jemandem zu erklären. aber bis ich ihn traf, hab ich genauso gefühlt, mich immer nicht komplett gefühlt, immer diese sehnsucht in mir, aber nie gewusst, nach was eigentlich.
dann traf ich ihn und wusste endlich, wie es sich anfühlt so komplett zu sein, so übervoll an geborgenheit und lebendigkeit.

ich hab keinerlei kontakt mehr zu ihm, aber dennoch wird dieses band das ihn und mich verbindet niemals mehr abreißen, da bin ich sicher.
ich würde nur jedem menschen wünschen, das einmal erleben zu dürfen, das gefühl, das ich da haben durfte, hat all den schmerz aufgewogen, den er mir, bzw. das schicksal uns da aufgebürdet hat.

lg--kittekatt

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9. Mai 2003 um 9:58
In Antwort auf gena_12107388

Fühlst
du dich mit dir selbst geborgen???!! Oder magst du dich gar nicht und hoffst, dass dein Partner es dir abnehmen kann?! Ich habe das Gefühl, dass du vor dir selbst wegläufst? Hast du dich denn schon intensiv mit dir selbst beschäftigt? Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber ich denke, dass es bei dir der Wunsch ist eine Ersatzfamilie zu finden, weil du dich in deiner Kindheit nie richtig geborgen gefühlt hast. Mit deinen Partner versuchst du genau das zu kompensieren, das was deine Eltern dir nicht geben konnten, versuchst du von deinen Partner zu "fordern". Meinst du nicht, dass du sie dafür "mitbrauchst". Das klingt jetzt hart, ich weiß. Du sagst, du willst endlich jemanden kennenlernen, mit dem du über deine Probleme sprechen kannst, bei dem du dich geborgen fühlst, bei dem du schwach sein kannst und der dich kennt! Ja das ist ein Wunsch, und das wünscht sich wohl jeder von uns. Frage: WAS TUST DU DAFÜR, KENNST DU DICH???? Ich hoffe, ich konnte dir ein Paar Denkanstöße geben. Wenn du dich nach so vielen Beziehungen immer wieder mit dem gleichen Problem konfrontiert siehst, muss man sich doch mal fragen, WARUM?? Man kann nur sich selbst ändern, kein anderer, man muss sein bester Freund sein, denn du kennst dich doch am besten, oder doch nicht?!

Liebe Duschka,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke, ich verstehe, was Du meinst. Aber es stimmt so nicht ganz. Eigentlich mag ich mich sehr gerne und in Zeiten des Single-Seins geht es mir auch meistens sehr gut. Ich kann ganz gut alleine sein und komme auch gut mit mir alleine klar. Das habe ich schließlich in meiner Kindheit und Jugend auch so gelernt. Aber gerade deswegen ist es ja meine Sehnsucht, nicht immer stark sein zu müssen. Mich auch mal anlehnen zu können. Ist diese Sehnsucht nicht in jedem von uns? Sicher habe ich ein großes Nachholbedürfnis, was das anbelangt. Aber ich will ja nicht nur nehmen, ich will ja auch geben. Ich möchte ja auch ihm helfen, seine Probleme mit meiner Hilfe zu bewältigen. Es soll etwas Gegenseitiges sein und keineswegs so gedacht, dass er mein Privattherapeut ist. Sicherlich macht er viele Sachen lieber mit sich selber aus. Ich teile meine Sorgen lieber. Das ist wohl eine Typfrage. Aber ich finde nicht, dass ich ihn missbrauche! Denn was macht für Dich eine Beziehung aus? Sicher nicht nur Sex und gemeinsame Unternehmungen und übers Wetter reden, oder?

Der Thread unten hat es sehr schön beschrieben. Das ist meine tiefste Sehnsucht. Ich weiß, dass sie wahrscheinlich nie gestillt werden wird, aber vielleicht zumindest teilweise?

In welche Richtung meinst Du, soll ich mich ändern? In welcher Hinsicht meinst Du, kenne ich mich selber nicht?

Lieben Gruß,

Amourette

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9. Mai 2003 um 10:30
In Antwort auf amourette

Liebe Duschka,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich denke, ich verstehe, was Du meinst. Aber es stimmt so nicht ganz. Eigentlich mag ich mich sehr gerne und in Zeiten des Single-Seins geht es mir auch meistens sehr gut. Ich kann ganz gut alleine sein und komme auch gut mit mir alleine klar. Das habe ich schließlich in meiner Kindheit und Jugend auch so gelernt. Aber gerade deswegen ist es ja meine Sehnsucht, nicht immer stark sein zu müssen. Mich auch mal anlehnen zu können. Ist diese Sehnsucht nicht in jedem von uns? Sicher habe ich ein großes Nachholbedürfnis, was das anbelangt. Aber ich will ja nicht nur nehmen, ich will ja auch geben. Ich möchte ja auch ihm helfen, seine Probleme mit meiner Hilfe zu bewältigen. Es soll etwas Gegenseitiges sein und keineswegs so gedacht, dass er mein Privattherapeut ist. Sicherlich macht er viele Sachen lieber mit sich selber aus. Ich teile meine Sorgen lieber. Das ist wohl eine Typfrage. Aber ich finde nicht, dass ich ihn missbrauche! Denn was macht für Dich eine Beziehung aus? Sicher nicht nur Sex und gemeinsame Unternehmungen und übers Wetter reden, oder?

Der Thread unten hat es sehr schön beschrieben. Das ist meine tiefste Sehnsucht. Ich weiß, dass sie wahrscheinlich nie gestillt werden wird, aber vielleicht zumindest teilweise?

In welche Richtung meinst Du, soll ich mich ändern? In welcher Hinsicht meinst Du, kenne ich mich selber nicht?

Lieben Gruß,

Amourette

Liebe Amourette!
Es ist natürlich eine Mutmaßung von mir zu behaupten, du sollst dich ändern, ich kenne dich schließlich nicht, deswegen wollte ich dich mit meinem BEitrag auch nicht verurteilen. Ich habe aus deinem Beitrag herausgehört, dass du immer wieder auf die gleichen Typen "reinfällst" (ist nicht negativ gemeint , weil du unbewußt hofft, dass sie dir das geben können, was du in deinem Leben nicht hast. Und es gibt bestimmt eine Ursache dafür, warum wir uns bestimmte Typen "aussuchen". Wie oft hört man: durch ihn bin ich komplett, er macht einen besseren Menschen aus mir, oder solche Dinge. Ich meine aber, dass man, so wie man ist schon komplett ist, wir brauchen keinen anderen Menschen, der aus uns das macht, wonach wir uns sehnen. Das wonach du suchst, ist nur in dir drin, das kann dir keiner geben! Es klingt sehr konsequent, ich weiß, aber ich mußte leider die schmerzhafte ERfahrung machen, wie man seine eigenen Sehnsüchte in anderen sucht, und wenn der andere diese SEhnsucht nicht stillen kann, dann ist man zu Tode betrübt und enttäuscht. Natürlich ist eine Beziehung für mich genau das, was du beschreibst (sonst wäre ich ja nicht normal).

Du schreibst immer, dass du nicht immer stark sein willst, dass du auch mal schwach sein willst und dich anlehenen. Warum tust es nicht, hast du Angst davor, dass wenn du Schwäche zeigst, du dafür irgendwie "verurteilt" wirst. Kann es sein, dass dadurch, weil du halt immer stark sein mußtest, du diese Verhaltensweise angenommen hast und andere indirekt dafür "verantwortlich" machst!!?? Man hat immer eine Wahl, das wollen wir nur in bestimmten Situation gar nicht so sehen! Ist es denn so, dass wenn du dich an deinen Freund anlehnst und ihn einfach mal in den Arm nimmst, dass er dich wegstoßen würde?! Wenn dem so ist, dann ist er natürlich nicht der richtige für dich. Wenn mich jemand liebt aus tiefstem Herzen und ich möchte einfach in den Arm genommen werden und ich tue es einfach, dann wird derjenige mich doch nicht wegstoßen, oder?!

Ich weiß viel zu gut, was du mit dieser Sehnsucht meinst, ich habe diese schmerzhafte Erfahrung mit einem Mann auch machen müssen, der kalt war und unnahbar, einfach ganz anders als ich. Es hat nicht funktioniert, weil ich für mich festgestellt habe, ich kann mit einem gefühlskalten Menschen nicht länger zusammenleben. Obwohl es natürlich nicht so war, dass er nie lieb zu mir war und mich nicht in den Arm genommen hat, es kam nur sehr selten vor. Er war genauso, wie dein Freund, er hat alles mit sich selbst ausgemacht, und ich war ganz anders, ich hatte ein Mitteilungsbedürfnis. Ich habe dieses Bedürftnis aber auch ausgelebt, nur auf Dauer war es leider zu wenig. Ich habe realisiert, dass ich mich nicht so angenommen habe, wie ich bin. Ich wollte diese Bestätigung immer von anderen haben, dass er mir immer und immer wieder bestätigte, warum er mich liebt und warum er mit mir zusammen ist, weil ich nicht wußte, wer ich bin!! Ich habe ihn damit überfordert!! Weißt du was ich meine. Es ist natürlich nicht so, dass ich jetzt weiß, wer ich bin und ich meinen Weg gefunden habe, ich weiß aber, was ich falsch gemacht habe, ich habe ihn dazu mißbraucht (übrigens ist dieses Wort nicht buchstäblich zu nehmen), mein Selbstbewußtsein aufzubauen, oder besser ausgedrückt, meine Sehnsüchte nach Anerkennung oder ähnliches zu stillen. Ich habe erkannt, dass nur ich alleine mich am besten kenne, der andere kann nicht hellsehen, welche Sehnsüchte ich habe oder welches Bedürfnis von mir jetzt gerade gestillt werden möchte. Ich und nur ich alleine weiß das am besten, man muss sich mitteilen, man muss seinem Gegenüber verständlich machen, was einen verlezt oder dass man gerade das Bedürfnis hat zu reden!!!

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9. Mai 2003 um 11:31

Was für ein Zufall
Hallo Amourette,

als ich Deinen Text las, bekam ich Angst, denn ich wüßte nicht, wann ich diesen Text geschrieben haben sollte Es soll heißen, daß es mir genauso geht, wie Dir.

Meine Kindheit war auch nicht einfach und mein Vater sehr streng, meine Mutter kam daher nicht gegen ihn an, egal, was sie versuchte. Ich war auch schon sehr früh Erwachsen, denn für eine Kindheit gab es einfach keine Zeit. Als ich dann endlich von zu Hause mit meinem damaligen Freund auszog, war ich überglücklich, daß ich endlich aus dem Gefängnis raus konnte. Meine Beziehung war, zumindest dachte ich es zu diesem Zeitpunkt, das beste und sicherste, das mir je passieren konnte, denn bei ihm konnte ich mich fallen lassen und er fing mich auf. Ich fühlte mich so geborgen und sicher und vor allem geliebt, daß ich alles um mich rum immer vergaß und in einer Traumwelt lebte. Aber nach einiger Zeit merkte ich, daß mein damaliger Freund nach ein paar Jahren Beziehung gar nicht mehr so richtig auf meine Wünsche und Probleme einging. Aber ich schob es darauf, daß ich mich weiterentwickelt hatte und habe ihn verlassen. Seit dem hat sich mein Leben verändert. Danach hatte ich wieder eine Beziehung, aber diese war leider nicht mehr so tiefgehend, worauf ich mich dann nach 1 Jahr getrennt habe.

Danach hatte ich die nächste Beziehung, die aber nach 2 Jahren wieder in die Brüche ging, weil meinem Partner meine Gedanken, Probleme und Wünsche ziemlich egal waren, besser gesagt, es war für ihn zu viel. Ich hatte mich jahrelang einfach unverstanden gefühlt, ich dachte immer, ich treffe nie den richtigen, der mich versteht, der mit mir manchmal bis mitten in der Nacht über alles reden kann und nicht, daß ich ihm alles aus der Nase ziehen muß, weil nach jedem Satz das Gespräch zu Ende geht.

Zu dem stark sein, das Du angesprochen hast: Ich habe mit der Zeit rausgefunden, daß starke Menschen sehr oft von schwächeren bewundert werden. Als Beispiel: Ich hatte bis jetzt (bis auf meinen ersten Freund) immer einen psychisch schwächeren Mann als Partner gehabt. Die Anfangszeit mit diesen Männern war immer sehr angenehm und schön, denn ich hatte dadurch das Gefühl gebraucht zu werden. Allerdings hat sich schon nach ein paar Monaten alles geändert, denn es wurde mir zu anstrengend immer nur stark zu sein und sich nie richtig fallen lassen zu können, denn ich wußte, ich könnte ja nicht aufgefangen werden. Aber ich wollte mich, auch wenn sehr selten, mal fallen lassen und an gar nichts denken, sich einfach nur geborgen fühlen, wissen, daß in schweren Zeiten jemand für mich da ist. Es hat leider nie geklappt, denn wenn ich dabei war mich fallen zu lassen, wurden die Männer noch schwächer. Und so trennte ich mich wieder.

Jetzt bin ich wieder in einer Beziehung und es ist ähnlich wie bei Dir Mein Freund erzählt sehr viel darüber, was er gemacht hat den ganzen Tag, was er für Wünsche hat, was er vor hat usw. Ich höre ihm gerne zu, aber manchmal, wenn ich das Gefühl habe er redet einfach wieder viel zu viel über sich, blocke ich einfach ab oder ich fange mit etwas anderem an Ich habe schon mehrmals mit ihm darüber gesprochen, daß ich das Gefühl habe, er hört mir nicht zu, wenn ich ihm etwas erzählen will, denn jedes mal, wenn ich anfange zu erzählen oder einfach zu reden, fällt ihm alles andere ein und er redet vorsich hin. Dann höre ich auf zu erzählen und bin ganz ruhig, bis er mich dann fragt wie es weiter ging. Dazu muß ich aber sagen, daß mein Freund unheimliche Probleme hat sich zu konzentrieren. Er ist manchmal so zerstreut, daß er nicht mehr weiß, was er zu tun hatte Am Anfang war ich jedes mal fast am Ausrasten, denn ich dachte, er hört mir überhaupt nicht zu. Mittlerweile weiß ich, daß er einfach nur total zerstreut ist und mir manchmal zuhören möchte, aber es klappt nicht immer. Habe es früher genauso eng wie Du gesehen, bis ich rausfand, daß nicht alles nach meinem Kopf gehen kann. Mittlerweile bin ich nicht mehr so enttäuscht, wenn er nicht alles mitkriegt, sondern ziehe es teilweise auch ins Lächerliche

Manchmal sollten wir, auch wenn unsere Kindheit oder unser Leben nicht einfach war, versuchen nicht nur darauf zu achten, was wir möchten oder nicht wollen, sondern auch auf den Partner mehr eingehen. Das war mir früher nicht bewußt und auf eine gewisse Weise habe ich mich selbst unbewußt bemitleidet (wg. Kindheit, Beziehungen, Umfeld usw), aber zum Glück tue ich es nicht mehr.

Versuch einfach Dich zu akzeptieren, Dich selbst lieben zu lernen, vergiß, was früher daheim war, fang ein neues Leben an. Wenn Du mit Dir selber klar kommst, kommst Du auch mit allen um Dich rum viel besser aus, vielleicht dann auch mit dem Partner

Wenn Du magst, kannst Du mir schreiben: Izabella666@gofeminin.de

Grüße und alles Gute

Izabela

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9. Mai 2003 um 19:20
In Antwort auf Izabela

Was für ein Zufall
Hallo Amourette,

als ich Deinen Text las, bekam ich Angst, denn ich wüßte nicht, wann ich diesen Text geschrieben haben sollte Es soll heißen, daß es mir genauso geht, wie Dir.

Meine Kindheit war auch nicht einfach und mein Vater sehr streng, meine Mutter kam daher nicht gegen ihn an, egal, was sie versuchte. Ich war auch schon sehr früh Erwachsen, denn für eine Kindheit gab es einfach keine Zeit. Als ich dann endlich von zu Hause mit meinem damaligen Freund auszog, war ich überglücklich, daß ich endlich aus dem Gefängnis raus konnte. Meine Beziehung war, zumindest dachte ich es zu diesem Zeitpunkt, das beste und sicherste, das mir je passieren konnte, denn bei ihm konnte ich mich fallen lassen und er fing mich auf. Ich fühlte mich so geborgen und sicher und vor allem geliebt, daß ich alles um mich rum immer vergaß und in einer Traumwelt lebte. Aber nach einiger Zeit merkte ich, daß mein damaliger Freund nach ein paar Jahren Beziehung gar nicht mehr so richtig auf meine Wünsche und Probleme einging. Aber ich schob es darauf, daß ich mich weiterentwickelt hatte und habe ihn verlassen. Seit dem hat sich mein Leben verändert. Danach hatte ich wieder eine Beziehung, aber diese war leider nicht mehr so tiefgehend, worauf ich mich dann nach 1 Jahr getrennt habe.

Danach hatte ich die nächste Beziehung, die aber nach 2 Jahren wieder in die Brüche ging, weil meinem Partner meine Gedanken, Probleme und Wünsche ziemlich egal waren, besser gesagt, es war für ihn zu viel. Ich hatte mich jahrelang einfach unverstanden gefühlt, ich dachte immer, ich treffe nie den richtigen, der mich versteht, der mit mir manchmal bis mitten in der Nacht über alles reden kann und nicht, daß ich ihm alles aus der Nase ziehen muß, weil nach jedem Satz das Gespräch zu Ende geht.

Zu dem stark sein, das Du angesprochen hast: Ich habe mit der Zeit rausgefunden, daß starke Menschen sehr oft von schwächeren bewundert werden. Als Beispiel: Ich hatte bis jetzt (bis auf meinen ersten Freund) immer einen psychisch schwächeren Mann als Partner gehabt. Die Anfangszeit mit diesen Männern war immer sehr angenehm und schön, denn ich hatte dadurch das Gefühl gebraucht zu werden. Allerdings hat sich schon nach ein paar Monaten alles geändert, denn es wurde mir zu anstrengend immer nur stark zu sein und sich nie richtig fallen lassen zu können, denn ich wußte, ich könnte ja nicht aufgefangen werden. Aber ich wollte mich, auch wenn sehr selten, mal fallen lassen und an gar nichts denken, sich einfach nur geborgen fühlen, wissen, daß in schweren Zeiten jemand für mich da ist. Es hat leider nie geklappt, denn wenn ich dabei war mich fallen zu lassen, wurden die Männer noch schwächer. Und so trennte ich mich wieder.

Jetzt bin ich wieder in einer Beziehung und es ist ähnlich wie bei Dir Mein Freund erzählt sehr viel darüber, was er gemacht hat den ganzen Tag, was er für Wünsche hat, was er vor hat usw. Ich höre ihm gerne zu, aber manchmal, wenn ich das Gefühl habe er redet einfach wieder viel zu viel über sich, blocke ich einfach ab oder ich fange mit etwas anderem an Ich habe schon mehrmals mit ihm darüber gesprochen, daß ich das Gefühl habe, er hört mir nicht zu, wenn ich ihm etwas erzählen will, denn jedes mal, wenn ich anfange zu erzählen oder einfach zu reden, fällt ihm alles andere ein und er redet vorsich hin. Dann höre ich auf zu erzählen und bin ganz ruhig, bis er mich dann fragt wie es weiter ging. Dazu muß ich aber sagen, daß mein Freund unheimliche Probleme hat sich zu konzentrieren. Er ist manchmal so zerstreut, daß er nicht mehr weiß, was er zu tun hatte Am Anfang war ich jedes mal fast am Ausrasten, denn ich dachte, er hört mir überhaupt nicht zu. Mittlerweile weiß ich, daß er einfach nur total zerstreut ist und mir manchmal zuhören möchte, aber es klappt nicht immer. Habe es früher genauso eng wie Du gesehen, bis ich rausfand, daß nicht alles nach meinem Kopf gehen kann. Mittlerweile bin ich nicht mehr so enttäuscht, wenn er nicht alles mitkriegt, sondern ziehe es teilweise auch ins Lächerliche

Manchmal sollten wir, auch wenn unsere Kindheit oder unser Leben nicht einfach war, versuchen nicht nur darauf zu achten, was wir möchten oder nicht wollen, sondern auch auf den Partner mehr eingehen. Das war mir früher nicht bewußt und auf eine gewisse Weise habe ich mich selbst unbewußt bemitleidet (wg. Kindheit, Beziehungen, Umfeld usw), aber zum Glück tue ich es nicht mehr.

Versuch einfach Dich zu akzeptieren, Dich selbst lieben zu lernen, vergiß, was früher daheim war, fang ein neues Leben an. Wenn Du mit Dir selber klar kommst, kommst Du auch mit allen um Dich rum viel besser aus, vielleicht dann auch mit dem Partner

Wenn Du magst, kannst Du mir schreiben: Izabella666@gofeminin.de

Grüße und alles Gute

Izabela

Liebe Izabela,
unglaublich, wahrscheinlich haben wir sogar denselben Mann?? Ich hoffe nicht...

Meine Mail an Dich ist unterwegs. Habe sie zuerst zurückgekriegt, weil Du Izabela in Deiner Mail-Adresse mit zwei "l" geschrieben hast. Aber ich hoffe, dass sie nun bei Dir angekommen ist (hab's dann nochmal mit einem "l" versucht).

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!

Lieben Gruß,

Amourette

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