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Asexuell/sexuelle Beziehung und Kinderwunsch

29. August 2006 um 13:53

Hallo miteinander. Ich bin neu hier im Forum und suche dringend Rat. Ich lebe seit über 6 Jahren mit meinem asexuell orientierten Freund (37) zusammen. Seine Orientierung äußert sich so, dass er keinerlei Interesse an GV hat. In allen anderen Punkten führen wir eine Beziehung, wie sie im Buche steht und ich fühl mich sehr geborgen bei ihm.
Er ist der absolut liebste, verständnisvollste und zuverlässigste Mensch, den ich kenne. Wir können über (fast) alles reden, haben viele gemeinsame und auch eigene Hobbies, lachen viel miteinander und sind wirklich beide immer füreinander da.
Doch nun mein Problem: Seit einigen Monaten wird der Wunsch nach einem Kind bei mir immer größer und beherrscht so langsam meine ganze Gefühlswelt. Mit meinem Freund hab ich schon desöfteren darüber gesprochen und er will ebenfalls IRGENDWANN Kinder haben. Auf "normalem" Weg ist das bei uns jedoch nicht möglich.
Nun hab ich ihn darum gebeten, dass wir uns nach alternativen Empfängnis-Methoden erkundigen. Er mag aber zu so einer Beratung nicht mitkommen, weil er 'noch nicht so weit ist'. Und hier geraten wir in letzter Zeit immer öfter aneinander.
Ich werde immer agressiver und verletzender. Ich bin unzufrieden, fühle mich unerfüllt und unverstanden (mir rennt ja die Zeit davon).
Er kann nicht verstehen, dass dieser Wunsch in mir überhand nimmt und ich zeitweise an kaum was anderes denken kann.
Nun bin ich bereits kurz davor, aus unserem Haus auszuziehen. Doch der Gedanke daran tut ebenfalls wahnsinnig weh.
Was soll ich blos tun?
Ich will so gerne ein Kind - aber doch nur mit IHM.
Stelle ich diesen Wunsch weiterhin zurück, hab ich Angst, dass ich ihn vielleicht in 10 Jahren dafür "verantwortlich" mache, doch keine Kinder zu haben. Darauf angesprochen antwortet er mir nur "ich weiß doch auch nicht, was ich machen soll. Ich bin eben noch nicht so weit".
Wie soll ich mich verhalten? Abwarten oder Gehen?
Ich erwarte hier wirklich keine Patentlösung für mein Problem, aber vielleich hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht...???
Dankeschön und LG J.

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29. August 2006 um 14:55

Oje...
... ganz schwierige Situation... tut mir leid.

Warum ist er noch nicht soweit? Da steckt meiner Meinung nach schon mehr dahinter... ich bin noch nicht soweit, weil ich mich für meine Asexualität vor jemand anderen rechtfertigen muss.
Ich bin noch nicht soweit, weil ich Angs hab, dass sich das "vererbt". Ich bin noch nicht soweit...

Dann könntest du auch besser damit umgehen. In eurem Fall denk ich mir aber, dass es ohne neutrale(n) dritte(n) nicht gehen wird.

Du scheinst immer frustrierter und wütender zu werden, während er in eine vermeidende Haltung geht.

Es kann sein, dass es auf eine Trennung hinaus läuft, trotzdem würde ich versuchen alles dafür zu tun, dass es nicht soweit kommt.

LG
Elbe

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29. August 2006 um 15:15
In Antwort auf dixie_12329643

Oje...
... ganz schwierige Situation... tut mir leid.

Warum ist er noch nicht soweit? Da steckt meiner Meinung nach schon mehr dahinter... ich bin noch nicht soweit, weil ich mich für meine Asexualität vor jemand anderen rechtfertigen muss.
Ich bin noch nicht soweit, weil ich Angs hab, dass sich das "vererbt". Ich bin noch nicht soweit...

Dann könntest du auch besser damit umgehen. In eurem Fall denk ich mir aber, dass es ohne neutrale(n) dritte(n) nicht gehen wird.

Du scheinst immer frustrierter und wütender zu werden, während er in eine vermeidende Haltung geht.

Es kann sein, dass es auf eine Trennung hinaus läuft, trotzdem würde ich versuchen alles dafür zu tun, dass es nicht soweit kommt.

LG
Elbe

Ja...
ich glaube auch, dass es eher Ängste sind, die ihn davor zurückschrecken lassen, näher auf das Thema einzugehen... Zu einer Dritten / Neutralen Person bekomm ich ihn daher leider auch nicht - ganz egal mit welchem Thema.
Ich weiß nicht, ob er vielleicht was verklemmtes von seinen Eltern mitbekommen hat (das ist nicht böse gemeint, die beiden stehen mir sehr nah). Sie sind schon verhältnismäßig "alt" und er ist Einzelkind.
In diesem Haushalt war und ist Liebe und Sexualität nie ein Gesprächsthema...
Die beiden hätten übrigens auch sehr gern ein Enkelkind und ich glaube, sie denken, es liegt an mir. Jedenfalls kommen da immermal so Spitzen und Andeutungen. Die machen es mir leider noch schwerer - aber mit ihnen reden würde ich darüber auch nicht. Ich denke, das muss er selbst machen, wenn er es will.

Aaach jaa....

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29. August 2006 um 16:51

Hallo Josi276!
Ich bin auch asexuell, genau wie dein Freund.

Wenn es bei euch auf normalem Weg nicht möglich ist, heißt die Lösung dann künstliche Befruchtung oder so ähnlich?

Will dein Freund überhaupt ein Kind? (also allgemein)

Ehrlich gesagt, kann ich DICH nicht verstehen... tut mir Leid.

Du solltest dankbar für eure harmonische Beziehung sein.

Musst du denn um jeden Preis ein Kind haben?

Reicht es nicht, dass ihr euch beide habt?

Zu zweit kann es doch sicher auch wunderschön sein - ihr seid unabhängig, könnt Reisen machen, zusammen was unternehmen... es gibt so viele Möglichkeiten.

Und: mit 31 ist man nicht alt

Ich finde dich irgendwie ungerecht.

Sorry.

Kannst mir ja auch per Mail schreiben.

LG

Mausi08

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29. August 2006 um 17:28
In Antwort auf sora_12847574

Hallo Josi276!
Ich bin auch asexuell, genau wie dein Freund.

Wenn es bei euch auf normalem Weg nicht möglich ist, heißt die Lösung dann künstliche Befruchtung oder so ähnlich?

Will dein Freund überhaupt ein Kind? (also allgemein)

Ehrlich gesagt, kann ich DICH nicht verstehen... tut mir Leid.

Du solltest dankbar für eure harmonische Beziehung sein.

Musst du denn um jeden Preis ein Kind haben?

Reicht es nicht, dass ihr euch beide habt?

Zu zweit kann es doch sicher auch wunderschön sein - ihr seid unabhängig, könnt Reisen machen, zusammen was unternehmen... es gibt so viele Möglichkeiten.

Und: mit 31 ist man nicht alt

Ich finde dich irgendwie ungerecht.

Sorry.

Kannst mir ja auch per Mail schreiben.

LG

Mausi08

Hi Mausi!
Ich finde sie nicht ungerecht.
Ich kenne das Gefühl, dass man plötzlich unbedingt mit seinem Schatz ein Kind möchte. Ich glaube das ist ein Instinkt und dagegen kann man sich schwer wehren.

Die Situation ist aber schwer. Würde auch auf irgendwelche Ängste tippen, wenn er zumindest irgendwann Kinder möchte.

Lg Mystic

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30. August 2006 um 11:54
In Antwort auf sora_12847574

Hallo Josi276!
Ich bin auch asexuell, genau wie dein Freund.

Wenn es bei euch auf normalem Weg nicht möglich ist, heißt die Lösung dann künstliche Befruchtung oder so ähnlich?

Will dein Freund überhaupt ein Kind? (also allgemein)

Ehrlich gesagt, kann ich DICH nicht verstehen... tut mir Leid.

Du solltest dankbar für eure harmonische Beziehung sein.

Musst du denn um jeden Preis ein Kind haben?

Reicht es nicht, dass ihr euch beide habt?

Zu zweit kann es doch sicher auch wunderschön sein - ihr seid unabhängig, könnt Reisen machen, zusammen was unternehmen... es gibt so viele Möglichkeiten.

Und: mit 31 ist man nicht alt

Ich finde dich irgendwie ungerecht.

Sorry.

Kannst mir ja auch per Mail schreiben.

LG

Mausi08

@Mausi08
Hallo Mausi08,
dankeschön für deinen Beitrag. Brauchst dich nicht entschuldigen, denn die gleichen Gedanken hatte ich auch schon. Hab mir schon sooo oft gesagt 'Was willst du eigentlich mehr, genieße doch einfach was du hast?' Dann kann ich mich auch eine zeitlang "runterfahren" und alles ist schön. Aber das Gefühl der Sehnsucht holt mich einfach immerwieder ein. Ich kann so ziemlich garnichts dagegen tun. Da ist dann so ein Zustand der Leere; es kommen Gedanken von 'soll das jetzt alles sein?' bis dahin, dass ich über meine Aufgabe und den Sinn meines Lebens nachdenke - fürchterlich. Klar stoß ich dann an meine Grenzen - aber ich komme nicht dagegen an, daß es mich immer wieder packt...
Ich glaube ihm, wenn er sagt, dass er Kinder haben will. Er hat bei unserer Hausplanung (wir bauen gerade um) 2 Kinderzimmer eingeplant - war ganz allein seine Idee, als bei uns von Nachwuchs noch gar keine Rede war...

Alternativen gibt es ja von künstlicher Befruchtung bis zu Adoption. Ich weiß, dass ich mit 31 noch nicht zu alt für eine "normale" Schwangerschaft bin, aber für Alternativmethoden setzt das Gesetz schon Grenzen. Ich kenne die Regelungen nicht genau - wollte mich auch nicht allein zu einer Beratung begeben, aber ich weiß, dass das immer schwieriger wird, je älter ein Paar ist.

Ich wünsche mir ja einfach nur, dass er mal ernsthaft Interesse zeigt (der Wunsch ist doch da)...

LG J.

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30. August 2006 um 12:04
In Antwort auf jette_12520888

Hi Mausi!
Ich finde sie nicht ungerecht.
Ich kenne das Gefühl, dass man plötzlich unbedingt mit seinem Schatz ein Kind möchte. Ich glaube das ist ein Instinkt und dagegen kann man sich schwer wehren.

Die Situation ist aber schwer. Würde auch auf irgendwelche Ängste tippen, wenn er zumindest irgendwann Kinder möchte.

Lg Mystic

@Mysticsound
Aber diesem "Instinkt" muss man nicht gleich nachgeben, dass zeugt von charakterlicher Schwäche.
Ich wünsche mir auch so manches und kann es nicht haben - so ist halt das Leben.
Dinge, die (momentan) nicht zu ändern sind, sollte man akzeptieren!
Du bist 23... kann es sein, dass du nicht richtig ausgelastet bist?
LG, Mausi08

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30. August 2006 um 12:51
In Antwort auf sora_12847574

@Mysticsound
Aber diesem "Instinkt" muss man nicht gleich nachgeben, dass zeugt von charakterlicher Schwäche.
Ich wünsche mir auch so manches und kann es nicht haben - so ist halt das Leben.
Dinge, die (momentan) nicht zu ändern sind, sollte man akzeptieren!
Du bist 23... kann es sein, dass du nicht richtig ausgelastet bist?
LG, Mausi08

Hi Mausi!
a) Ja, du könntest mit deiner Vermutung recht haben. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Außerdem hat sich das mit dem Kinderwunsch auf weit in die Zukunft verschoben.

b) Ich sag ja nicht, dass sie dem unbedingt nachgeben muss. Andererseits finde ich es eben auch nicht ungerecht, dass sie darüber reden will und das sie Angst hat, dass er gar nicht mehr will. Und was diesen Spruch betrifft: Dinge, die momentan nicht zu ändern sind... , der bringt mich gerade ein bisschen zum Schmunzeln. Das ist auch das, was ich gelernt habe. Und weißt du was? Es hat mich unzufrieden gemacht und mich sehr weit von mir selbst entfernt. Denn wer legt fest, dass etwas nicht zu ändern ist?

c) WENN (das ist ja nur eine Vermutung) wirklich irgendwelche Ängste schuld sind, dass er sich nicht "traut" Vater zu werden, dann hilft es auch nicht, wenn er sich diesen nicht irgendwann stellt. Ich denke die werden ihm nicht einmal bewusst sein. Und das ist ja der Knackpunkt. Um an eigenen Problemen zu arbeiten, braucht man Zeit. Und wenn er erst in 10 Jahren entdeckt, dass da eine Angst besteht und das er sich mit der beschäftigen sollte, dann haben sie vielleicht Probleme. Ich kenn da aber die gesetzliche Lage von wegen künstlicher Befruchtung usw. nicht.

Lg Mystic

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30. August 2006 um 13:02

Nochmal Korrektur...
Du hast schon richtig gelegen. Ich bin 31 und er ist 37.
Klar, für eine normale Schwangerschaft ist noch viel Zeit - nicht aber für Alternativmethoden (soweit ich weiß)...
Zumindest würde ich mich gern dazu beraten lassen, stehe aber mit diesem Wunsch wohl allein da...

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30. August 2006 um 13:13
In Antwort auf jette_12520888

Hi Mausi!
a) Ja, du könntest mit deiner Vermutung recht haben. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Außerdem hat sich das mit dem Kinderwunsch auf weit in die Zukunft verschoben.

b) Ich sag ja nicht, dass sie dem unbedingt nachgeben muss. Andererseits finde ich es eben auch nicht ungerecht, dass sie darüber reden will und das sie Angst hat, dass er gar nicht mehr will. Und was diesen Spruch betrifft: Dinge, die momentan nicht zu ändern sind... , der bringt mich gerade ein bisschen zum Schmunzeln. Das ist auch das, was ich gelernt habe. Und weißt du was? Es hat mich unzufrieden gemacht und mich sehr weit von mir selbst entfernt. Denn wer legt fest, dass etwas nicht zu ändern ist?

c) WENN (das ist ja nur eine Vermutung) wirklich irgendwelche Ängste schuld sind, dass er sich nicht "traut" Vater zu werden, dann hilft es auch nicht, wenn er sich diesen nicht irgendwann stellt. Ich denke die werden ihm nicht einmal bewusst sein. Und das ist ja der Knackpunkt. Um an eigenen Problemen zu arbeiten, braucht man Zeit. Und wenn er erst in 10 Jahren entdeckt, dass da eine Angst besteht und das er sich mit der beschäftigen sollte, dann haben sie vielleicht Probleme. Ich kenn da aber die gesetzliche Lage von wegen künstlicher Befruchtung usw. nicht.

Lg Mystic

Hi Mystic...
Du sprichst mir quasi aus der Seele.
Ich denke auch, dass man nicht alles hinnehmen muß, was einem "wiederfährt". Man sollte doch generell zumindest versuchen, etwas zu ändern - egal zu welchem Thema.
Wenn dann der Versuch scheitert und sich herausstellt, dass es keine Möglichkeiten gibt, dann kann man anfangen, sich zu arrangieren.
In meinem Fall hab ich das meinem Freund auch gesagt. Ich möchte einfach nur, dass er IRGENDWIE auf meinen (und ja auch unser beider) Wunsch eingeht und sich Gedanken macht, was wir tun könnten.
Ich muß nicht innerhalb der nächsten 14,5 Monate schwanger werden oder sonstwas - mir fehlt momentan einfach nur das Licht am Ende des Tunnels, die Aussicht auf Änderung - IRGENDWANN...

LG J.

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30. August 2006 um 15:51
In Antwort auf jette_12520888

Hi Mausi!
a) Ja, du könntest mit deiner Vermutung recht haben. Aber das tut jetzt nichts zur Sache. Außerdem hat sich das mit dem Kinderwunsch auf weit in die Zukunft verschoben.

b) Ich sag ja nicht, dass sie dem unbedingt nachgeben muss. Andererseits finde ich es eben auch nicht ungerecht, dass sie darüber reden will und das sie Angst hat, dass er gar nicht mehr will. Und was diesen Spruch betrifft: Dinge, die momentan nicht zu ändern sind... , der bringt mich gerade ein bisschen zum Schmunzeln. Das ist auch das, was ich gelernt habe. Und weißt du was? Es hat mich unzufrieden gemacht und mich sehr weit von mir selbst entfernt. Denn wer legt fest, dass etwas nicht zu ändern ist?

c) WENN (das ist ja nur eine Vermutung) wirklich irgendwelche Ängste schuld sind, dass er sich nicht "traut" Vater zu werden, dann hilft es auch nicht, wenn er sich diesen nicht irgendwann stellt. Ich denke die werden ihm nicht einmal bewusst sein. Und das ist ja der Knackpunkt. Um an eigenen Problemen zu arbeiten, braucht man Zeit. Und wenn er erst in 10 Jahren entdeckt, dass da eine Angst besteht und das er sich mit der beschäftigen sollte, dann haben sie vielleicht Probleme. Ich kenn da aber die gesetzliche Lage von wegen künstlicher Befruchtung usw. nicht.

Lg Mystic

Hey Mystic!
Dieser Spruch ("Akzeptiere Dinge, die du nicht ändern kannst") macht mich auch nicht gerade zufrieden, aber es steckt dennoch Wahrheit darin.
Du fragst, wer festlegt, ob etwas zu ändern ist oder nicht... Im Prinzip liegt das an jedem selbst, aber manche Dinge sind einfach Tatsachen.
Klar, wenn man etwas (erreichen) möchte, dann muss man auch manchmal dafür kämpfen.
Aber bei anderen Sachen wiederrum sagt das Gefühl "JA", aber Vernunft und Verstand sagen ganz klar und deutlich "NEIN".
Auf welche "Stimme" würdest du da hören?

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