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@arwenlee

11. Mai 2007 um 19:33 Letzte Antwort: 12. Mai 2007 um 0:08

Liebe arwenlee,
ich versuche schon seit einiger Zeit dich per PN zu erreichen - leider wirft mich das System beim Senden raus... .

Meld dich mal!
glg,
die Seelentaucherin

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11. Mai 2007 um 20:49

@Seelentaucherin

... schön, wieder von Dir zu hören, liebe Seelentaucherin!

Hatte hier die letzten Male auch arge Probleme, überhaupt zu posten, immer Fehlermeldungen und mind. zwei Versuche...

Wie geht es Dir?

Ich werde jetzt ja tatsächlich eine Therapie beginnen, war letzte Woche einmal da, nächste wier, die Zeit ist wohl reif.

Alles Liebe und hoffentlich bis bald
Arwenlee

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11. Mai 2007 um 22:35

Ah, sehr schön...
...das du vorbeischaust! Ich hatte den Text vor gut einer Wo. so als PN abgespeichert, ist aber natürlich immer noch aktuell...


Liebe Arwenlee,

vielen Dank für deine letzte PN und danke für die lieben Worte - ich habe mich im Forum übrigens auch immer sehr gefreut, von dir zu lesen! Ich dachte, ich bringe einfach mal ein kleines Update, schreibe, was sich in den letzten Wochen so getan hat.

Zunächst einmal hatten mein Freund und ich vor gut vierzehn Tagen einen heftigen Streit am Telefon. Nachdem wir uns bei meinem letzten Besuch bei ihm sehr gut verstanden hatten und das Zusammensein mehr als harmonisch war, brachen plötzlich bei ihm Unzufriedenheit und Bitterkeit durch. Er hatte, wie mir schien, so allein zuhause, die Gelegenheit beim Schopf gepackt und einmal richtig nachgedacht. Und da kam einiges hoch (ist natürlich von mir auch ein Stück weit dazu interpretiert - Männer sagen ja selten, wo genau der Stachel sitzt):

- Einsamkeit (vielleicht auch wg. unserer Fernbeziehung)
- Enttäuschung (...weil ich seine Pläne und Vorstellungen nicht 100%ig teile bzw. nicht einfach hinnehme)
- Angst vor dem Altwerden
- Angst, ohne Kind/ Nachkommen nicht "vollständig" zu sein
- Erkenntnis, dass in seinem jetzigen Leben eher Intellekt und Materielles gezählt haben - er aber auch ein Herzmensch ist und Liebe geben möchte (einem eigenen Kind)
- Angst, mit nicht genug geben zu können
- Zweifel darüber, wo unsere gemeinsamen Ziele liegen/ ob wir gemeinsame Ziele haben
- Fragen, was SEINE ureigenen Ziele für die nächsten Jahre sind
- Unzufriedenheit (...?...)
- Midlife crisis (...!...)

Tja. Da saß ich nun am anderen Ende der Telefonleitung. Was sagen? Was tun? Erklären, relativieren, trösten, Liebe geben. Und ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, ich könnte nicht genug tun. Nach zwei oder drei Stunden Gespräch, Weinen und Verzweiflung waren wir beide erschöpft und beendeten das Gespräch ohne eine Lösung.

Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt. Liebevolle Telefonate, Tagesbericht, Besuchspläne, was man sich eben erzählt. Beim nächsten Wiedersehen geht aber das Damoklesschwert sofort wieder in Schwebeposition:

"Wir müssen aber nochmal reden... ." *arg*

Worüber eigentlich? Sich um Kopf und Kragen diskutieren, für nichts und wieder nichts? Für Stress und Tränen? Wir können wieder und wieder unsere Argumente gegenüberstellen - und doch kein Stück weiter kommen.

Die Fronten sind verhärtet. Darf das in einer guten Beziehung sein? Ich bin da so ein bisschen harmoniesüchtig .

Entschuldige, wenn was ich geschrieben habe etwas wirr und zu bitter-emotional klingt, aber so ist mit im Moment.

Das Thema geistert den ganzen Tag in meinem Kopf umher und macht mich zeitweise richtig konfus. Wäre ich nur ein paar Jahre älter, hätte mich beruflich etabliert, wäre noch ein paar wichtige Schritte in Richtung Vergangenheitsbewältigung gegangen, würde ich mich endlich bedingungslos akzeptieren und mir vertrauen können - sähe die ganze Sache anders aus.

Ich möchte meinem Freund mein derzeitiges NEIN gern plausibler machen - nur ich weiß nicht, wie. Und ich weiß nicht, ob er zuhören und verstehen mag - vor lauter Torschlusspanik.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute.

Alles Gute für dich und auf bald per PN!

Gruß,

die Seelentaucherin

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12. Mai 2007 um 0:08
In Antwort auf ashley_12938824

Ah, sehr schön...
...das du vorbeischaust! Ich hatte den Text vor gut einer Wo. so als PN abgespeichert, ist aber natürlich immer noch aktuell...


Liebe Arwenlee,

vielen Dank für deine letzte PN und danke für die lieben Worte - ich habe mich im Forum übrigens auch immer sehr gefreut, von dir zu lesen! Ich dachte, ich bringe einfach mal ein kleines Update, schreibe, was sich in den letzten Wochen so getan hat.

Zunächst einmal hatten mein Freund und ich vor gut vierzehn Tagen einen heftigen Streit am Telefon. Nachdem wir uns bei meinem letzten Besuch bei ihm sehr gut verstanden hatten und das Zusammensein mehr als harmonisch war, brachen plötzlich bei ihm Unzufriedenheit und Bitterkeit durch. Er hatte, wie mir schien, so allein zuhause, die Gelegenheit beim Schopf gepackt und einmal richtig nachgedacht. Und da kam einiges hoch (ist natürlich von mir auch ein Stück weit dazu interpretiert - Männer sagen ja selten, wo genau der Stachel sitzt):

- Einsamkeit (vielleicht auch wg. unserer Fernbeziehung)
- Enttäuschung (...weil ich seine Pläne und Vorstellungen nicht 100%ig teile bzw. nicht einfach hinnehme)
- Angst vor dem Altwerden
- Angst, ohne Kind/ Nachkommen nicht "vollständig" zu sein
- Erkenntnis, dass in seinem jetzigen Leben eher Intellekt und Materielles gezählt haben - er aber auch ein Herzmensch ist und Liebe geben möchte (einem eigenen Kind)
- Angst, mit nicht genug geben zu können
- Zweifel darüber, wo unsere gemeinsamen Ziele liegen/ ob wir gemeinsame Ziele haben
- Fragen, was SEINE ureigenen Ziele für die nächsten Jahre sind
- Unzufriedenheit (...?...)
- Midlife crisis (...!...)

Tja. Da saß ich nun am anderen Ende der Telefonleitung. Was sagen? Was tun? Erklären, relativieren, trösten, Liebe geben. Und ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, ich könnte nicht genug tun. Nach zwei oder drei Stunden Gespräch, Weinen und Verzweiflung waren wir beide erschöpft und beendeten das Gespräch ohne eine Lösung.

Inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt. Liebevolle Telefonate, Tagesbericht, Besuchspläne, was man sich eben erzählt. Beim nächsten Wiedersehen geht aber das Damoklesschwert sofort wieder in Schwebeposition:

"Wir müssen aber nochmal reden... ." *arg*

Worüber eigentlich? Sich um Kopf und Kragen diskutieren, für nichts und wieder nichts? Für Stress und Tränen? Wir können wieder und wieder unsere Argumente gegenüberstellen - und doch kein Stück weiter kommen.

Die Fronten sind verhärtet. Darf das in einer guten Beziehung sein? Ich bin da so ein bisschen harmoniesüchtig .

Entschuldige, wenn was ich geschrieben habe etwas wirr und zu bitter-emotional klingt, aber so ist mit im Moment.

Das Thema geistert den ganzen Tag in meinem Kopf umher und macht mich zeitweise richtig konfus. Wäre ich nur ein paar Jahre älter, hätte mich beruflich etabliert, wäre noch ein paar wichtige Schritte in Richtung Vergangenheitsbewältigung gegangen, würde ich mich endlich bedingungslos akzeptieren und mir vertrauen können - sähe die ganze Sache anders aus.

Ich möchte meinem Freund mein derzeitiges NEIN gern plausibler machen - nur ich weiß nicht, wie. Und ich weiß nicht, ob er zuhören und verstehen mag - vor lauter Torschlusspanik.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute.

Alles Gute für dich und auf bald per PN!

Gruß,

die Seelentaucherin

Gleichfalls

Hallo nochmal, kurz vor dem Zubettgehen, liebe Seelentaucherin!

Das klingt ja ganz schön heftig, Euer Mammut-Telefonat, kann ich gut verstehen, dass Du das kaum aus dem Kopf bekommst. Denn die Sachen, die er da angebracht hat, die rütteln ja an Euren Grundfesten der Beziehung, gehen ja voll in Richtung "Sinn des Lebens" und, wie Du schreibst, Mid-Lifecrisis. Dabei seid ihr doch noch gar nicht so alt wie wir...

Wirr oder bitter wirkst Du auf mich übrigens gar nicht, eher sehr klar die Situation beobachtend und traurig, weil derzeit machtlos. Denn - zumindest sehe ich es so - diesem Kinderthema kann man rational und mit Diskussionen einfach nicht beikommen, wenn der Wunsch schlichtweg nicht da ist. Und dass einen dann zwei solche Fronten, selbst wenn sie wieder in den Hintergrund rücken, sehr bedrücken - ja, das weiß ich leider auch nur zu gut. Und harmoniesüchtig, wie Du von Dir schreibst, bin ich zufällig auch noch

Als wir vor ca. 4 Wochen bei der Eheberatung waren, meinte der Berater ja auch, dass es völlig offensichtlich wäre, dass ich derzeit kein Kind gebrauchen könnte und das damit die Sache doch erstmal vom Tisch wäre (während meiner Einzeltherapie, also ca. für 4 Jahre) und ich erleichtert sein könnte. Das war ich auch - für etwa 2 Tage. Dann wurde mir klar, dass mein Mann sich ja weiterhin nach einem (besser 2) Kind(ern) mit mir sehnt und das habe ich dann immer parallel im Beisammensein mit ihm im Hinderkopf gehabt die letzten Wochen. Und das hat es so unendlich schwer gemacht. Ich grübnelte unentwegt, ob ich ihn nicht unglücklich mache, weil ich ja auch nicht sagen kann, ob ich nach 2 Jahren oder je dafür sein werde. Und im Beismmensein mit ihm hatte ich immer das Gefühl "In seinen Augen bin ich nicht richtig", nicht so, wie er mich wünscht oder ersehnt. Und das tut auch weh.

Beziehungstechnisch kommt bei mir noch ein weiteres Thema dazu, was sich bei mir seit Anfang des Jahres fast parallel zu der Auseinandersetzung "Kinderthema" ereignete. Bisher war ich noch nicht so weit, darüber was zu sagen, da es mich auch unheimlich viel Kraft gekostet hat, dort die Balance zu halten. Aber heute habe ich es gepostet. Kannst ja mal reinschauen, wenn Du magst: "Wüchsen meiner Sehnsucht Flügel - Erfahrungen mit Hörigkeit".


Für heute sage ich erstmal gute Nacht, ich bin echt groggy von der Woche. Dir wünsche ich alles Liebe und freue mich schon drauf, wieder von Dir zu lesen!

Deine Arwenlee

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