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Arrangierte Hochzeiten - Bitte um Meinungen

30. September 2008 um 11:54

Hey jaa mir is langweilig^^

Ich bin in einem ganz anderen Kulturkreis aufgewachsen... bin zwar westlich orientiert, dennoch sind einige Aspekte meiner Kultur im Herzen hängen geblieben...

Was haltet ihr von arrangierten Hochzeiten? Kennt ihr jemanden, dem es so ergangen ist?
Sind diese nun glücklich oder nicht?
Ich kenn viele Paare, wo Eltern sich den Bräutigam oder auch die Braut ausgesucht haben...ich rede hier nicht von Zwangsheirat!!! Ist schon ein Unterschied, denn bei arrangierten Hochzeiten sind beide mit der Vermählung einverstanden, auch wenn diese sich nicht wirklich kennen...

Also was haltet ihr davon?

Bitte Meinungen äußern, die keine falschen Vorurteile beinhalten und nur aufs "Austeilen" hinaus wollen!

Mich interessiert es einfach, wie Deutsche oder auch andere Landesvetreter darüber denken...

Meine Meinung lass ich erstmal außen vor


Bin gespannt..

lg Stern

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30. September 2008 um 12:32

Also...
... ich persönlich könnte nie jemanden heiraten, den ich kaum kenne. Es mag für Leute okay sein, die mit dieser Tradition groß geworden sind, wenn man allerdings damit nicht aufgewachsen ist, kommt einem diese Art der "Partnersuche" doch eher absurd vor.

Ich stelle es mir zudem nicht einfach vor, wenn die gesamte Familie der Ansicht ist, der Mann passt, aber man selbst nicht wirklich davon überzeugt ist. Wie bringt man der versammelten Verwandtschaft bei, dass man den Mann nicht so toll findet, ohne jemanden vor den Kopf zu schlagen? Ich denke, die Gefahr, jemandem bei dieser Form der Partnerwahl zu nahe zu treten, ist naturgegeben größer als bei der "westlichen" Art und Weise. Zumal es auch hier normal ist, mit mehreren Partnern zusammengewesen zu sein, bevor man denjenigen trifft, bei dem man bestenfalls sofort merkt, der ist es, den will ich irgendwann heiraten.

Nachteilig empfinde ich daher, dass in vielen Kulturkreisen eine Frau als schlecht angesehen wird, wenn sie mehrere Partner hatte. Aber wie bitteschön soll man denn herausfinden, wer zu einem passt, was man sich von einem Partner erhofft und was einem in einer Partnerschaft wichtig ist? Man wird ja nicht mit diesem Wissen geboren, es ist ja vielmehr eine learning by doing-Angelegenheit. Und wie sollen zum Beispiel Eltern wissen, welcher Mann gut für die Tochter ist, wenn sie selbst in ihrem Leben nur eine einzige Wahl hatten und ihre eigene Ehe ebenfalls auf dem Arrangement ihrer Eltern gründet?

Ich denke, wenn man in ein fremdes Land zieht und hier Kinder bekommt, muss man sich als Eltern über kurz oder lang damit abfinden, dass die Kinder zumindest teilweise bzw. größtenteils nach der deutschen Mentalität leben, man muss also auch damit rechnen, dass die Kinder sich z.B. in Sachen Partnerwahl am anderen System orientieren, ganz einfach, weil Deutschland ihre Heimat geworden ist und sie sich auch zumindest teilweise als Deutsche wahrnehmen. Wenn die Eltern dann versuchen, ihr "altes" Muster z.B. in Sachen Partnerwahl den Kindern aufzudrücken, kann es eben zu Schwierigkeiten kommen. Die Eltern wollen durch ihr Beharren auf ihrer Tradition die Kinder an sich binden, merken aber nicht, dass sie sie dadurch nur noch mehr von sich wegtreiben.

LG

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30. September 2008 um 13:10

Ich halte davon nix.
Das ist in meinen Augen nur eine Zwecksgemeinschaft, mehr nicht.

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30. September 2008 um 13:39

Für...
...mich persönlich eine unvorstellbare, nicht akzeptable Sache.
Ich würde mich nie auf sowas einlassen, mit einer mir fremden Person, die ich ich nach der Eheschließung kennen lerne, Tisch und Bett zu teilen.
Allerdings kommt sowas für mich in meinem Alter (43) geschieden und trotz wunderbarem Partner Eheunwillige wohl eh nicht mehr in Frage .

Ich habe vor einigen Jahren eine Türkin kennengelernt, die solch eine arrangierte Ehe eingegangen ist und jetzt mit den Folgen leben muß. Wie sie mir erzählte hat sie ihren künftigen Ehemann vor der Hochzeit einmal von weitem gesehen. Rein optisch hätte er ihr gefallen und somit willigte sie wohl in die Ehe ein. Für mich unvorstellbar, sich darauf einzulassen nur weil der Typ gut aussieht aber ich bin halt auch nicht in dieser Kultur aufgewachsen und möchte mir darüber kein Urteil erlauben.
Diese Bekannte von mir wurde in ihrer Ehe unterdrückt, geschlagen und betrogen, so dass sie diese Ehe nach 12 Jahren, in der drei Kinder geboren wurden, beendet hat und seitdem, anfangs noch sehr massiv von ihrem geschiedenen Ehemann verfolgt, tyranisiert und bedroht wurde.
Das ist allerdings auch nur ein einziges Beispiel und solche Dinge kommen auch oft genug in sogenannten Liebesheiraten vor und deshalb wohl kein Musterbeipiel für arrangierte Ehen.

Sowas ist in meinen Augen eine Art von Glücksspiel, es kann gutgehen, die Eheleute können eine vernünftige und evtl. auch Liebesbeziehung zueinander aufbauen, wenn es denn tatsächlich passt, genausogut kann die Sache schief gehen, weil es halt absolut nicht passt.
Aber in anderen Ehen und davon gibt es unzählige Beispiele endet es oft genug nicht anders.

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30. September 2008 um 13:42

Im Endeffekt...
sind "arrangierte" Ehen fast das Selbe wie "Zwangsheiraten" denn ich glaube kaum, dass sich ein wirklich gläubiger Mensch, der damit aufgewachsen ist seinen Eltern den höchsten Respekt zu zollen, sich deren Willen widersetzt, EGAL ob der "vorgeschlagene" Partner den eigenen Wünschen nahekommt oder nicht.
Also indirekt, wenn die Partnerwahl nicht so 100%ig dem eigenen Geschmack entspricht "gezwungen" einwilligt, um den Eltern nicht zu widersprechen!

Man geht davon aus ( vielleicht gibt es bei arrangierten Ehen deshalb auch kaum Scheidungen ) dass die Eltern einfach das Beste für einen wollen und auch wissen, was das Beste für einen ist und daran wird nicht gezweifelt; im Einzelfall können Eltern vielleicht eine gute Entscheidung treffen, aber ich denke überwiegend können Eltern die Bedürfnisse des Kindes nicht 100% einschätzen. Zumindest nicht, was die Partnerwahl, Zukunftsdenken, sexuelle Vorlieben etc angeht (was ja in einer Partnerschaft für das ganze Leben(!) durchaus wichitg ist!!!!)

Man arrangiert sich dann mit dem was man hat und das Zusammenleben klappt dann auch irgendwie, weil eben gerade Frauen aus solchen Kulturkreisen wenig Ansprüche an ihren Mann stellen..(max. dass er Potent ist und ihr Kinder schenkt und die Familie ernähren kann - überspitzt gesagt) das wars dann aber auch...
Ich denke, genau aus diesem Grund funktionieren diese Ehen dann auch, nicht weil die Eltern ins Schwarze getroffen haben und es echte Liebe ist, sondern weil man davon ausgeht, dass die Eltern die richtige Entscheidung getroffen haben, diese nicht in Frage stellt und einfach weniger Ansprüche an eine Beziehung hat. ( Zu 99% ist es ja die erste Beziehung, man denkt alles muss wohl so sein, wenn es im Bett nicht klappt dann ist das eben so usw.)

Ich finde in der heutigen Zeit, sollte jeder sich seinen Partner selbst auswählen können und sich dann für eine Ehe entscheiden wenn der Moment gekommen ist und man die Liebe gefunden hat, NICHT wenn man im geschlechtsreifen Alter ist und der Cousin 2. Grades ja so gut zu einem passen würde , alles "in der Familie" bleibt...etc.

Selbst kannte ich ein Mädchen aus Syrien, die allerdings zwangverheiratet wurde ( an einen Cousin den sie allerdings kaum kannte), man muss dazu sagen, dass wir erst ca 18 waren!!!! Sie kam anfangs immer öfter verheult in die Schule, dann mit blauen Flecken und Beulen, Lehrer wurden eingeschaltet, sie wollte ihn aber nicht verlassen ( obwohl sie ihn kaum kannte und NICHT liebte), weil sie das ihrer Familie angeblich nicht antun konnte. ( Schande für die Familie und Verbannung für sie )
Irgendwann kam sie nicht mehr zur Schule, brach alles ab, auch Freundschaften, habe nie mehr was von ihr gehört.
Nach dieser Geschichte bin ich wohl allgemein solchen Ehen gegenüber negativ eingestellt.

Manchmal, in äussersten Ausnahmefällen, kann so eine "arrangierte Ehe" evtl. klappen, Paare können vielleicht glücklich miteinander werden, weil sie sich darauf einlassen und auch kein anderes (wahres) Glück kennen um vergleichen zu können, aber auch nur, weil wie schon erwähnt, man andere Ansprüche hat und den Willen der Eltern NIE in Frage stellen würde, in den meisten Fällen denke ich aber, bleibt es solchen Menschen ein ganzes Leben lang verwehrt die wahre Liebe zu finden, die sie sich selbst ausgesucht haben, sich auch mal zu widersezten, Grenzen zu testen, sich selbst zu verwirklichen etc - aber das ist nur nur meine Meinung!

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30. September 2008 um 13:53

Hängt von den Beteilgten ab, welche Ansprüche die haben
Der Mensch wird geboren, hat keine Wahl und macht das Beste aus seinem Leben.

Wenn die Hochzeit mit jemandem, der von anderen ausgesucht wird, ebenso ein als natürlich empfundener Vorgang ist, werden die Beiden ebenso versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen, denn sie werden nie drüber nachdenken, ob sie sich etwas Besseres aussuchen könnten. Die Chance, dass das funktioniet, sind nur dann hoch, wenn die beiden Partner, genau dieses Gefühl der "Natürlichkeit und Unabänderlichkeit" mitbringen.
Mit der gleichen Einstellung wären vermutlich die Aussichten bei einer selbstgewählten Partnerschaft noch höher.

In unserem Kulturkreis und in der heutigen Zeit. sind oft die Anforderungen an einen Partner aber unendlich höher, als dass es nur "funktionieren" soll. Es soll den Partner glücklich machen (wobei dieser oft übersieht, dass nur er selbst sich glücklich machen kann) und alle möglichen, oft unvereinbaren Dinge für den Partner leisten. Bei diesen hohen Anforderungen kann wohl NUR eine selbstgewählte Partnerschaft Aussicht haben, wird aber auch oft genug scheitern.

Zusammenfassend würde ich sagen:
Selbstgewählte Partnerschaft hat bessere Chancen gegenüber der arrangierten.
Verringerte Anforderungen an die Ehe und Nichtinfragestellen verbessern die Chancen noch einmal.

jaja

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11. Februar 2016 um 22:48

Wär was für mich
arrangierten Hochzeiten sollten in Deutschland eine Option werden. Momentan kann man westliche Frauen in die Tonne schmeißen, werden wie Gören großgezogen und werden erst mit 30 ganz anders.

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13. Februar 2016 um 8:52
In Antwort auf wechselleben

Wär was für mich
arrangierten Hochzeiten sollten in Deutschland eine Option werden. Momentan kann man westliche Frauen in die Tonne schmeißen, werden wie Gören großgezogen und werden erst mit 30 ganz anders.

*lächel*
armer westlicher Mann, was tust du mir so leid.

Vielleicht liegt es auch einfach an dir, deinem Frauentyp oder einer Vorstellung von einer Beziehung.

Dich wollte ich nicht mal geschenkt haben.

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13. Februar 2016 um 13:56

Ich vermute jetzt einfach mal,
dass Stern eine Inderin ist und da ihr Posting schon fast 8 Jahre alt ist, ist sie vermutlich längst eine arrangierte Ehe eingegangen.

Da wir selbst eine indisch-deutsche Familie sind, weiß ich, dass es auch in unserer Familie arrangierte Ehen gegeben hat.

Das wohl lustigste Beispiel handelt von einem Familienmitglied, dem das Foto einer wunderschönen Frau gezeigt wurde, die seine Eltern ausgesucht hatten und die er ehelichen sollte. Natürlich stimmte er zu.

Zu gegebener Zeit fand er sich im Tempel ein, wo seine Braut schon auf ihn wartete. Ihre Dupatta (langer breiter Schal) hatte sie tief ins Gesicht gezogen, so dass man nichts von ihr sehen konnte.

Die Hochzeit fand statt. Braut und Bräutigam umrundeten das heilige Buch und besiegelten so ihre Eheschließung. Dann lüftete die Braut ihren Schal und......alle fielen in Ohnmacht. Statt des wunderschönen Mädchens hatte er eine potthässliche Frau geheiratet.

Die Beiden sind heute noch verheiratet und haben inzwischen 3 Kinder.

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