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Anwaltswechsel für Unterhaltsklage?

19. Juni 2005 um 11:16 Letzte Antwort: 20. Juni 2005 um 10:32

Ich lebe seit November 2004 in Scheidung. Da mein Noch-Ehemann und Vater meiner Tochter keinen Unterhalt für uns leistet, habe ich im Februar einen Antrag auf Prozesskostenhilfe für die Unterhaltsklage gestellt. Der immer noch nicht bewilligt worden ist. Mein Anwalt traut sich nicht, die Klage ohne Bewilligung der PKH zu starten, da er, so wie er mir mitteilte, sich nicht sicher ist, ob wir gewinnen werden und ich denn die gesamten Kosten tragen müßte.Mein Noch-Ehemann hat eine feste, Arbeit seit über 30 Jahren im gleichen Betrieb und verdient ganz gut. Er ist noch auf Steuerkl. 3! Das ist ziemlich frustrierend für mich und ich möchte den Anwalt wechseln. Meine Frage an Euch. Kann Ich dies ohne weiteres tun? Ich habe kein eigenes Einkommen ausser einer 200 Euro Rente von der wir seit Monaten (über)leben. Ich hoffe,auf eure Ratschläge.

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20. Juni 2005 um 9:29

Beratungshilfe
Hallo,

Du kannst zu dem für Dich zuständigen Amtsgericht gehen und versuchen einen Beratungshilfeschein zu bekommen. Damit kannst Du zu einem anderen Anwalt gehen und Dich beraten lassen, der dann die Kosten mit der Staatskasse abrechnet. Dein Anwalt scheint nicht so gut zu sein. Erkundige Dich mal bei "Frauen helfen Frauen" nach einer guten Anwältin.

Gruß

Andrea

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20. Juni 2005 um 10:32

PKBH
Die Bewilligung der Prozesskostenbeihilfe ist wichtig, weil damit eine erste Prüfung der Erfolgschancen verbunden ist. Ganz Unrecht hat der Anwalt nicht. Wie lebst du eigentlich von 200 EUR mit dem Kind? Solltest du noch Vermögen haben, wirst du keine Prozesskostenbeihilfe bekommen, sondern musst erst dein Erspartes bis auf einen sehr knappen Freibetrag verbrauchen.

Einen Beratungsschein erhält man nicht einfach so. Auch da muss die Stichhaltigkeit des Anliegens gegeben sein. Zudem sind Klienten mit Beratungsscheinen bei Anwälten ziemlich unbeliebt, weil der Beratungsschein kaum Geld einbringt. Es ist nur ein "Honorar Ultralight". Zudem fängt dann der ganze Zauber von vorne an. Anwaltstermin, dem alten Anwalt das Mandat entziehen, Handakte übergeben...ob die angefangene Klage dadurch schneller bearbeitet wird ist fraglich.

An deiner Stelle würde ich zunächst die zuständige Rechtspflegerin am Gericht kontaktieren, die Dringlichkeit der Klage beschreiben und dich nach dem Stand der Dinge erkundigen.

Was ist eigentlich mit deinem Mann los? Wenn er gut verdient und du nichts, muss ihm doch klar sein dass er um den Trennungsunterhalt nicht herumkommt, sondern dass ihm nur ein teures Gerichtsverfahren droht mitsamt einer fetten Nachzahlung. Könnt ihr überhaupt nicht mehr kommunizieren? Wie argumentiert er, sieht er vieleicht einen Unterhaltsverwirkungsgrund? Was ist mit dem gemeinsamen Kind, bestehen da wenigstens väterliche Kontakte

Der schnellste Weg wäre eben ein minimaler Konsens über eine Abschlagszahlung, bis der Unterhalt korrekt ausgerechnet ist. Wird ja sowieso gemacht im Rahmen der laufenden Scheidung.

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