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Antrag nach Gewaltschutzgesetz

7. November 2011 um 20:28

Hallo zusammen,

bei mir geht es nicht um meine aktuelle Beziehung - sondern um den Vater meines Sohnes von dem ich schon lange getrennt lebe. Jedoch war das immer ein hin und her. Ich war so verliebt - konnte ihn nicht loslassen. Er hat mich betrogen, beklaut, hängen lassen, ausgenutzt. Und dennoch war ich wie abhängig.

Nun hat er mich nicht regelmäßig geschlagen. Wir waren insgesamt ca. 1 Jahr mit vielen Unterbrechungen (er ist gegangen und ich habe gebettelt, dass er zurückkommt)! Das erste Mal war ich im 5. Monat schwanger. Er hat mich damals gewürgt und bedroht. Ist dann ausgezogen. Kurz vor der Geburt zurückgekommen. Dann kurz nach der Geburt hat er mich gestumpt und geschmissen. U. a. durch die Schlafzimmertüre, die ausgerissen ist. Er hat eine wahnsinns Kraft. Solche Aktionen gab es öfters mal. Aber nicht regelmäßig wie bei vielen...

Jedenfalls leben wir nun schon seit 2 Jahren nicht mehr zusammen. Immer mal wieder haben wir uns überlegt es nochmal zu versuchen. Aber die räumliche Trennung hat mir gut getan und ich habe mich nicht wirklich darauf eingelassen. Nachdem er nicht nachgegeben hat habe ich ihm von einem neuen (nicht existierenden) Partner erzählt. Dann ist er ausgerastet. Ich hatte mir erhofft, dass er mich dann in Ruhe lässt - genau das hatte er mir angedroht. Aber genau das Gegenteil. Er wollte auf einmal das halbe Sorgerecht unseres Kindes. Zuvor hat er sich NIE für ihn interessiert oder sich gekümmert.

Am Wochenende war er nun beim Kleinen. War aber von Anfang an klar das er mal wieder nur wegen mir da ist. Hat mich ununterbrochen gereizt. Irgendwann hat er angefangen mich zu schubsen. Dann habe ich direkt das Kind auf den Arm genommen...ich dachte dann lässt er ab.. Aber dann ging es erst richtig los. Er hat mich festgehalten, mir die Faust an den Kopf gehalten, mir mit dem Tode gedroht und mich gewürgt bis mir schwarz vor Augen wurde. Ich habe versucht ruhig zu bleiben, weil mein Sohn keine Angst bekommen sollte. Was aber natürlich der Fall war. Er hat seinen Vater nicht mal mehr angeschaut. Es war schrecklich. Er war wie komplett durchgeknallt. Wollte bestätigt haben das ich Angst habe und hat erst nachgelassen, nachdem ich ihm bestätigt habe das er nun das Sagen hat. Er hat mir angedroht mich umzubringen, wenn ich nicht das tun würde was er möchte. Irgendwann habe ich ihm mit vielen Versprechungen dann dazu gebracht zu gehen.

Wurde dann von meiner Familie ins Krankenhaus gebracht. Danach zur Polizei. Und die haben Strafanzeige gestellt. Leider habe ich davor nie was gegen ihn unternommen.

Ich vermute er hat Drogen genommen an dem Tag. Ich kann aber nichts beweisen.

Die Polizei hat mich dann zum Gericht heute geschickt. Ich solle den Antrag nach dem Gewaltschutzgesetzt stellen - welcher auch genehmigt wurde. Er darf sich mir nun nicht mehr nähern, nicht mehr anrufen oder mich irgendwie kontaktieren. Aber das ist ja nur ein Blatt Papier. Wenn er mir etwas antun will, dann wird er es schaffen.

Ich habe eine scheiß Angst!!!! Vorallem wie er wohl reagieren wird, wenn ihm vom Gerichtsvollzieher der Beschluss vom Gericht ausgehändigt wird. Was wenn er dann erstrecht ausrastet? Ich weiß nicht ob ich damit einen Fehler gemacht habe. Klar...alle haben mir dazu geraten....aber wenn, dann bekomme ich ja die Rache ab.

Hatte jemand eine ähnliche Situation???

LG

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7. November 2011 um 21:33


Wohnort wechseln ist nicht so einfach. Ich habe hier Familie, Freunde, Arbeit. Mein Kind geht hier in den Kindergarten. Ich würde mein "Leben" hier aufgeben Wohnort wechseln würde bedeuten ein paar Hundert Kilometer wegzuziehen ^^ Wir wohnen ja schon 40 km von einander getrennt.

Ja - ich arbeite! Meine Vorgesetzte weiß bereits bescheid. Immer begleiten lassen...dazu habe ich leider niemanden. Ich wohne alleine mit meinem Sohn

Also die Polizei steht mir sehr beiseite. Haben heute mehrmals angerufen um sich zu erkundigen ob alles ok ist und um mir Stellen zu nennen, an die ich mich wenden kann bzw. haben mir gesagt wie ich weiter vorgehen sollte. Die stehen auf jedenfall hinter mir.

Aber beschützen können die mich auch nicht wirklich Ich werd hier grad fast verrückt vor Angst. Soll so mein Leben aussehen? Soll ich doch kleinbei geben und ihm seinen Willen wieder geben? Ich könnte schreien vor Verzweiflung...

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7. November 2011 um 22:10


Du hast schon recht...das sehe ich auch voll ein. Aber ganz ehrlich...ich würde eingehen ohne meine Familie, ohne meine Freunde. Und wenn er mich finden will, dann findet er mich auch 300 km weiter weg...^^

Muss mir echt was überlegen. Ich sitze hier zitternd in meinem Wohnzimmer. Das kann doch jetzt nicht jeden Tag so gehen...^^

Und schon wieder neige ich dazu ihm Umgang im Jugendamt mit einer Betreuerin zu gewähren! Er wird völlig ausrasten, wenn ich versuche ihm den Umgang zu entziehen.

Puh. Kann dir garnicht sagen was ich hier grad für Ängste erleide...

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10. November 2011 um 0:24

Wie kommst Du...
drauf das er den Beschluss vom Gericht durch den Gerichtsvollzieher bekommt ? In der Regel wird ihm das mit der Post zugestellt.
Natürlich ist Deine Angst berechtigt es gibt halt Männer die gehen aufs Ganze egal was dabei raus kommt. Die Überlegen einfach nicht. Ich hatte mal so einen ähnlichen Fall. Der Mandantin habe ich geraten zur Polizei zu gehen, die Sachlage zu erklären, z. B. das ein Beschluss vorliegt und Du Angst hast. Die Polizei wird Dir sagen, wenn Du ihn auch nur im entfernsten vor der Wohnung siehst, kannst Du anrufen die kommen sofort. Dann wird der Herr erstmal eingesperrt bis das Gericht neu entscheidet und das kann dauern.
Also Angst im Vorraus bringt es ja auch nicht.
Wünsche Dir alles gute.

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15. November 2011 um 16:38


Wenn du nicht 300km weit wegziehen willst, kannst du zumindest 2, 3 Städte weiterziehen... Und beim Einwohnermeldeamt eine Sperre beantragen, so dass niemand im Zweifelsfall deine Adresse herausbekommt. Neue Telefonnummern etc., Freunde/ Bekannte/ Familie einweihen... Am Anfang ist es schwer, aber du musst das konsequent durchziehen. Sobald er nur einmal anruft, SMS schreibt etc., sofort melden.
Inkludiert dein Antrag auch ein Aufenthaltsverbot bei der Arbeit/ Kindergarten/ Schule...? Wenn nicht, solltest du das auf jeden Fall beantragen! Das Ganze kostet dich ja nichts und der Weiße Ring z.B. unterstützt dich im Zweifelsfall, kostenlos versteht sich.
Und wenn du überhaupt nicht weiter weiß, gehst du erstmal ins Frauenhaus. Oder du lässt dir von der Caritas/ Jugendamt eine neue Wohnung vermitteln.

Das dauert jetzt ein paar Wochen, aber wenn du's durchziehst, gehts dir auf jeden Fall besser! Du darfst nur eins nicht tun: Nachgeben und zu ihm zurückgehen.

Zur Not kannst du auch erstmal kleine Maßnahmen treffen, wenn du bspw. einen Nachbarn/Nachbarin hast, dem/der du vertraust, weihe sie ein, dass sie Bescheid wissen, sobald er auftaucht. Türen abschließen, notfalls dem Vermieter Bescheid sagen...

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14. Dezember 2011 um 10:55
In Antwort auf deppenmagnet


Du hast schon recht...das sehe ich auch voll ein. Aber ganz ehrlich...ich würde eingehen ohne meine Familie, ohne meine Freunde. Und wenn er mich finden will, dann findet er mich auch 300 km weiter weg...^^

Muss mir echt was überlegen. Ich sitze hier zitternd in meinem Wohnzimmer. Das kann doch jetzt nicht jeden Tag so gehen...^^

Und schon wieder neige ich dazu ihm Umgang im Jugendamt mit einer Betreuerin zu gewähren! Er wird völlig ausrasten, wenn ich versuche ihm den Umgang zu entziehen.

Puh. Kann dir garnicht sagen was ich hier grad für Ängste erleide...

Ich werde auch regelmäßig bedroht
Mein Mann zog vor einigen Monaten aus, belästigt mich dennoch täglich. Wir waren 14 Jahre zusammen und haben drei Kinder.
Als ich ihm nach dem Auszug den Schlüssel abgenommen hatte, wurde er auch wieder aggressiv. Seitdem hat er mich schon häufig bedroht (er wird mich töten, wenn ich nicht mache, was er sagt, usw.). Ich habe auch schon oft erlebt, dass er handgreiflich wurde, hatte schon öfter blaue Flecken.

Mir wurde schon sehr oft angeraten, die Schlösser zu wechseln, habe jedoch große Angst, dass er dann völlig austickt.
Außerdem bringt er fast jeden Abend unserer Tochter eine Überraschung mit, sodaß die Kleine auf jeden Fall die Tür öffnen würde, wenn er klingelt. Ich habe keine Möglichkeit, ihn fernzuhalten.

Jeden Samstag abend nimmt er die Kinder mit, damit sie bei ihm übernachten können. Er ruft mich dann regelmäßig bis Mitternacht an, um kontrollieren zu können, was ich mache, während er nicht da ist. Er hat einen totalen Kontrollwahn.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei, Dich entgültig von ihm zu trennen.

LG Claudi

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