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Anstrengende Beziehung

1. Juni um 3:41 Letzte Antwort: 2. Juni um 12:23

Hallo ihr Lieben, 

ich bin etwas verzweifelt und dachte daher, dass ich gerne euren Rat hören würde.
Es gibt einige Probleme in meiner Beziehung und ich denke in letzter Zeit häufiger darüber nach, ob ich wirklich noch glücklich bin. Vor allem bin ich aber einfach total gestresst...

Mein Freund und ich sind seit 3 Jahren zusammen, davor waren wir bereits 5 Jahre mal mehr, mal weniger eng befreundet.
Er wohnt noch zuhause bei seinen Eltern, ich normalerweise in einer WG in der Stadt, in der ich auch studiere, aufgrund von Corona bin allerdings seit knapp 3 Monaten in meiner Heimat, in der auch er und seine Eltern leben.
Wir haben in vielerlei Hinsicht ähnliche Ansichten und zum Beispiel auch den gleichen Humor, wofür ich sehr dankbar bin.
Wir sind allerdings in manchen Dingen auch sehr verschieden.

Ich stecke derzeit in der Vorbereitung für mein erstes juristisches Staatsexamen. Das ist eine unfassbar anstrengende Zeit (ca. 18 Monate), sowohl psychisch als auch physisch.
Mein Freund dagegen hat aufgrund der Situation, die wegen Corona herrscht, absolut nichts zu tun - er ist Pilot bei einer kleinen Airline.
Es war schon oft so, dass er mich an meine Grenzen gebracht hat, weil er sehr fordernd ist. Keine Party geht ihm lang genug, er kann nie genug bekommen - es muss immer etwas los sein. Ich habe immer mein bestes gegeben, ihm alle seine Wünsche zu erfüllen, ihn glücklich zu machen... und dabei sehr oft aus Liebe auf meine eigenen Bedürfnisse verzichtet (eines von vielen Beispielen: ich hatte eine sehr anstrengende Woche und möchte Freitag Abend einfach entspannen, er möchte mit Freunden feiern, aber ich soll dabei sein. Weil ich schlecht Nein sagen kann, kommt es zu letzterem). Ich habe daher leider sehr oft das Gefühl, dass ich ihm nicht reiche.

Momentan halte ich das nicht mehr aus. Ich habe ihm schon so oft gesagt, dass das Staatsexamen über mein gesamtes späteres Berufsleben entscheidet, wie wichtig es demnach ist und dementsprechend wie hoch der Druck ist, unter dem ich stehe. Er sagt immer, er würde mich unterstützen, er verstünde meine Lage, doch seine Taten sagen etwas anderes. Auch in der Woche möchte er immer wieder Leute zu mir (!) einladen, wenn ich dann sage, dass ich gerne den Abend mit ihm alleine auf dem Sofa verbringen möchte, stellt er mich als Spielverderberin dar, macht mir ein schlechtes Gewissen und gibt mir das Gefühl, dass ich langweilig bin. Ich sage ihm in letzter Zeit immer wieder, dass er sich eine Beschäftigung suchen sollte, weil er einfach total unterfordert ist und wenn er in der Woche viel unternehmen will, dass er das sehr gerne mit seinen Kumpels machen kann, dass ich das aber einfach nicht leisten kann. 

Durch diese Differenzen haben wir in letzter Zeit häufig gestritten. Normalerweise kann ich eben mehr aushalten, aufgrund der aktuellen Situation würde ich mir aber einfach so sehr seine Unterstützung wünschen, dass er mich einfach mal ein bisschen verwöhnt oder ähnliches.
Stattdessen bekomme ich Vorwürfe, kann ihm alles hinterher räumen, ich muss ihn an seine Termine erinnern und er lässt sich von mir bedienen - und das, obwohl ich den ganzen Tag lerne und er bei seinen Eltern zuhause sitzt und zockt, schläft usw.
Wenn ich ihn darauf anspreche, dass ich mir mehr Unterstützung wünsche, ist es vielleicht 2 Tage besser, danach verfällt er wieder in seine alten Muster.
Wir reden generell immer sehr offen über alles, was ich eigentlich super finde. Es ist nur sehr enttäuschend, wenn man immer wieder über das gleiche spricht und es ändert sich nichts, obwohl er mir recht gibt.
Deshalb bin ich mittlerweile an den Punkt gelangt, dass ich oft einfach nur noch meine Ruhe haben möchte von ihm, was ich schon ziemlich traurig finde. Es kann ja keine Lösung sein, in schwierigen Zeiten immer Abstand zu nehmen, weil er es nicht schafft, auf mich Rücksicht zu nehmen.

Was haltet ihr davon? Ich bin mir wirklich unschlüssig, wie ich weiter vorgehen soll. Ich liebe ihn, aber momentan empfinde ich ihn und unsere Beziehung die meiste Zeit als anstrengend. Weil wir auch viele tolle Zeiten hatten und ich weiß, dass es mich sehr sehr hart treffen würde, wenn wir uns trennen, habe ich Angst davor, einen Schlussstrich zu ziehen
 

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1. Juni um 6:04
Beste Antwort

Man erntet, was man sät.

Du setzt in deiner Beziehung keine Grenzen, kannst nicht nein sagen.

Wenn Du und deine Bedürfnisse dir selber nicht wichtig sind, wie kannst du denn erwarten, dass sie das für jemand anderen sind ?

Eure Beziehung läuft nur, weil du ständig verzichtest, nachgibst und aufgehört hast ein Eigenständiger Mensch mit eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu sein.

Was du beschreibst, ist keine liebevolle Beziehung, sondern ein echter Albtraum.

Ich sehe in euerer Beziehung leider kein Potenzial. Sie hält nur, weil du dich verbiegst und fügst.

Entweder hörst du auf, die alles tuende Mami zu spielen, nimmst dir deine Zeit für dich, lernst nein zu sagen oder du wirst sehen wie deine einseitige Beziehung dich langsam mürbe und kaputt gemacht.

Du solltest unbedingt zurück in deine WG und lernen. Es geht hier um deine Zukunft und so wie es aussieht, wird er nicht ewig ein Bestandteil davon sein, also denke etwas mehr an dich. 

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2. Juni um 4:26

Schnapp dir deine Bücher und ziehe dich zum Studieren und Vorbereiten zurück!!!

Am Ende läufts sonst darauf hinaus, daß du das Examen nicht machst/schaffst/durchfällst.

Ist es das, worauf er hinarbeitet?
Stört es ihn, wenn seine Frau Akademikerin wird/ist?
Zeugt es von Respekt, wenn er dich behindert?
Wenn er sich hinten und vorne bedienen lässt, obwohl du eigentlich lernen solltest?


Fragen, nichts als Fragen.
Eine letzte noch: warum, zum Teufel, tust du dir das an?

Pi
 

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2. Juni um 7:52
In Antwort auf jodene_20404014

Hallo ihr Lieben, 

ich bin etwas verzweifelt und dachte daher, dass ich gerne euren Rat hören würde.
Es gibt einige Probleme in meiner Beziehung und ich denke in letzter Zeit häufiger darüber nach, ob ich wirklich noch glücklich bin. Vor allem bin ich aber einfach total gestresst...

Mein Freund und ich sind seit 3 Jahren zusammen, davor waren wir bereits 5 Jahre mal mehr, mal weniger eng befreundet.
Er wohnt noch zuhause bei seinen Eltern, ich normalerweise in einer WG in der Stadt, in der ich auch studiere, aufgrund von Corona bin allerdings seit knapp 3 Monaten in meiner Heimat, in der auch er und seine Eltern leben.
Wir haben in vielerlei Hinsicht ähnliche Ansichten und zum Beispiel auch den gleichen Humor, wofür ich sehr dankbar bin.
Wir sind allerdings in manchen Dingen auch sehr verschieden.

Ich stecke derzeit in der Vorbereitung für mein erstes juristisches Staatsexamen. Das ist eine unfassbar anstrengende Zeit (ca. 18 Monate), sowohl psychisch als auch physisch.
Mein Freund dagegen hat aufgrund der Situation, die wegen Corona herrscht, absolut nichts zu tun - er ist Pilot bei einer kleinen Airline.
Es war schon oft so, dass er mich an meine Grenzen gebracht hat, weil er sehr fordernd ist. Keine Party geht ihm lang genug, er kann nie genug bekommen - es muss immer etwas los sein. Ich habe immer mein bestes gegeben, ihm alle seine Wünsche zu erfüllen, ihn glücklich zu machen... und dabei sehr oft aus Liebe auf meine eigenen Bedürfnisse verzichtet (eines von vielen Beispielen: ich hatte eine sehr anstrengende Woche und möchte Freitag Abend einfach entspannen, er möchte mit Freunden feiern, aber ich soll dabei sein. Weil ich schlecht Nein sagen kann, kommt es zu letzterem). Ich habe daher leider sehr oft das Gefühl, dass ich ihm nicht reiche.

Momentan halte ich das nicht mehr aus. Ich habe ihm schon so oft gesagt, dass das Staatsexamen über mein gesamtes späteres Berufsleben entscheidet, wie wichtig es demnach ist und dementsprechend wie hoch der Druck ist, unter dem ich stehe. Er sagt immer, er würde mich unterstützen, er verstünde meine Lage, doch seine Taten sagen etwas anderes. Auch in der Woche möchte er immer wieder Leute zu mir (!) einladen, wenn ich dann sage, dass ich gerne den Abend mit ihm alleine auf dem Sofa verbringen möchte, stellt er mich als Spielverderberin dar, macht mir ein schlechtes Gewissen und gibt mir das Gefühl, dass ich langweilig bin. Ich sage ihm in letzter Zeit immer wieder, dass er sich eine Beschäftigung suchen sollte, weil er einfach total unterfordert ist und wenn er in der Woche viel unternehmen will, dass er das sehr gerne mit seinen Kumpels machen kann, dass ich das aber einfach nicht leisten kann. 

Durch diese Differenzen haben wir in letzter Zeit häufig gestritten. Normalerweise kann ich eben mehr aushalten, aufgrund der aktuellen Situation würde ich mir aber einfach so sehr seine Unterstützung wünschen, dass er mich einfach mal ein bisschen verwöhnt oder ähnliches.
Stattdessen bekomme ich Vorwürfe, kann ihm alles hinterher räumen, ich muss ihn an seine Termine erinnern und er lässt sich von mir bedienen - und das, obwohl ich den ganzen Tag lerne und er bei seinen Eltern zuhause sitzt und zockt, schläft usw.
Wenn ich ihn darauf anspreche, dass ich mir mehr Unterstützung wünsche, ist es vielleicht 2 Tage besser, danach verfällt er wieder in seine alten Muster.
Wir reden generell immer sehr offen über alles, was ich eigentlich super finde. Es ist nur sehr enttäuschend, wenn man immer wieder über das gleiche spricht und es ändert sich nichts, obwohl er mir recht gibt.
Deshalb bin ich mittlerweile an den Punkt gelangt, dass ich oft einfach nur noch meine Ruhe haben möchte von ihm, was ich schon ziemlich traurig finde. Es kann ja keine Lösung sein, in schwierigen Zeiten immer Abstand zu nehmen, weil er es nicht schafft, auf mich Rücksicht zu nehmen.

Was haltet ihr davon? Ich bin mir wirklich unschlüssig, wie ich weiter vorgehen soll. Ich liebe ihn, aber momentan empfinde ich ihn und unsere Beziehung die meiste Zeit als anstrengend. Weil wir auch viele tolle Zeiten hatten und ich weiß, dass es mich sehr sehr hart treffen würde, wenn wir uns trennen, habe ich Angst davor, einen Schlussstrich zu ziehen
 

Hallo,
vorweg, du tust mir wirklich leid. Ich kenne das, wenn man selbst viel zu lernen hat und der Freund "nur" arbeiten geht und abends nie Zuhause bleiben will. Mit Corona ist das natürlich nochmal schlimmer.

Dein Freund sollte dir eine Stütze sein und keine Last, das hat er anscheinend nicht so ganz verstanden. Ich verstehe das du dich derzeit von ihm entfernst, würde ich ehrlich gesagt genauso machen. Du sagst, du hast schon öfter mit ihm geredet und nach 2 Tagen fällt er ins alte Muster. Hast du ihn das auch wissen lassen, dass er wieder genau gleich ist, wie die Tage zuvor?
Ich würde ihm das sonst genauso sagen, wie du es hier gerade geschrieben hast. Das du einfach sehr gestresst bist und vor ihm schon eher Ruhe haben willst, als das ihr euch seht, weil es für dich einfach nur zusätzlichen Stress bedeutet. Und wenn auch das nicht hilft, dann einfach mal keine Treffen mehr bis er realisiert, dass er sich auch eine sinnvolle Beschäftigung suchen soll, die ihn fordert.
Und geh nicht mit ihm feiern wenn du keine Lust hast, keiner kann dich dazu zwingen.

Lg

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2. Juni um 10:49

Eure Beziehung hat funktioniert weil Du Deine eigenen Bedürfnisse nicht ernst genommen hast und weil Du genug Reserven hattest, dass es nicht auffällt. Jetzt hast Du aktuell keine Reserven mehr sondern stehst mit dem Rücken zur Wand. In Stresszeiten lernst Du Menschen wirklich kennen und das ist bei Deinem Freund jetzt auch so. Er nimmt keine großen Rücksichten, führt das Leben eines 18 jährigen (zocken, Party und Alkohol, Schlafen) und zeigt keine Empathie. Ob es sich einfach nur um Unreife handelt oder ob er Dich unterbewusst boykottieren will wäre spekulativ.
Du solltest ihm aktuell nicht mehr zuviel Zugeständnisse machen: Entweder er kapiert worum es aktuell geht (und zwar nicht um ihn) oder Du solltest ihn in die Wüste schicken.
Denn stell Dir vor, aufgrund seiner Egotour scheiterst Du im Staatsexamen oder schaffst nur eine schlechte Note. Aber ein paar Monate danach trennt er sich von Dir weil er eine Frau kennengelernt hat die "nicht so langweil wäre wie Du"
So wie Du gesagt hast, es ist gerade eine entscheidende Weichenstellung in Deinem (beruflichen) Leben

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2. Juni um 12:23
In Antwort auf sophos75

Eure Beziehung hat funktioniert weil Du Deine eigenen Bedürfnisse nicht ernst genommen hast und weil Du genug Reserven hattest, dass es nicht auffällt. Jetzt hast Du aktuell keine Reserven mehr sondern stehst mit dem Rücken zur Wand. In Stresszeiten lernst Du Menschen wirklich kennen und das ist bei Deinem Freund jetzt auch so. Er nimmt keine großen Rücksichten, führt das Leben eines 18 jährigen (zocken, Party und Alkohol, Schlafen) und zeigt keine Empathie. Ob es sich einfach nur um Unreife handelt oder ob er Dich unterbewusst boykottieren will wäre spekulativ.
Du solltest ihm aktuell nicht mehr zuviel Zugeständnisse machen: Entweder er kapiert worum es aktuell geht (und zwar nicht um ihn) oder Du solltest ihn in die Wüste schicken.
Denn stell Dir vor, aufgrund seiner Egotour scheiterst Du im Staatsexamen oder schaffst nur eine schlechte Note. Aber ein paar Monate danach trennt er sich von Dir weil er eine Frau kennengelernt hat die "nicht so langweil wäre wie Du"
So wie Du gesagt hast, es ist gerade eine entscheidende Weichenstellung in Deinem (beruflichen) Leben

Dem schließe ich mich an
 

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