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Angst vor der zukunft

11. März 2017 um 19:07

Hallo Leute, ich habe ein Problem, aber um das umfassend schildern zu können, muss ich ziemlich viel ausgraben. Könnte also ein längerer Text werden... Ich bin 20 Jahre alt und habe im September 2016 meine Mutter verloren. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch 19. Das alles ging unglaublich schnell. Sie wurde mit Bauchschmerzen in's Krankenhaus eingeliefert ,doch die Ärzte konnten nicht feststellen, woran das lag. Sie wurde einige Tage später wieder entlassen und als ich zwei Tage nach ihrer Entlassung von der Arbeit nach Hause kam, stand ein Rettungswagen bei uns im Hof. Ihr ging es schlechter und noch immer hatten die Ärzte keine Ahnung was mit ihr los war. Sie kam von einem Krankenhaus ins nächste und wir , mein Vater, mein Bruder, meine Schwester und ich bekamen kaum Infos. Wir erfuhren dann, dass sie sofort am Herz operiert werden sollte, da sie eine Herzklappenentzündung hatte. Die Entzündung hatte schon gestreut , in die Nieren und die Leber. Die Herz - OP hatte sie gut überstanden und wir konnten sie auf der Intensivstation besuchen. Nach ein paar Tagen war sie auch schon wieder halbwegs wieder bei Bewusstsein. Die Ärzte gaben sich sehr zurückhaltend und sagten, so genau könnten sie noch nicht sagen, ob meine Mutter es schaffen würde. Der letzte Tag an dem ich sie sprechen konnte, war der 24.September. Sie war wach und machte sogar schon Witze. Am nächsten Tag wurden wir früh morgens von den Ärzten angerufen, wir sollten sofort kommen. Uns wurde erklärt, dass meine Mutter ein Gerinnsel im Kopf hatte. Sie hatten noch versucht zu operieren ,aber erfolglos. Wir bekamen noch ca fünf Stunden Zeit uns von ihr zu verabschieden. Ich konnte es überhaupt nicht fassen. Ich war den gesamten Tag irgendwie in Trance. Ich saß an ihrem Bett über Stunden und habe absolut nichts gefühlt. Ich konnte irgenwie nicht denken. Meine große Schwester hatte an dem Tag auch noch Geburtstag und war mit Freunden unterwegs. Wir konnten sie erst viel später erreichen. Als sie kam, wurden nach einer kurzen Verabschiedung die Geräte abgeschaltet. Meine Schwester ,mein Vater und ich waren dabei, mein Bruder hielt es nicht aus und wartete vor der Tür. Ich war auch noch Tage danach gefühllos, so als ob mir das alles nichts ausmachen würde. Ich ging weiter arbeiten und in die Schule (Befinde mich im letzten Jahr einer Ausbildung) und traf mich mit Freunden, half meinen Geschwistern bei den Vorbereitungen für die Beerdigung. Erst als die Beerdigung vorbei war, war bei mir der Damm gebrochen. Wir wurde klar, was passiert war, was ich verloren hatte und ich stürzte in ein ziemliches Loch. Ich weinte nur noch, konnte nichts mehr essen, nicht mehr schlafen, hatte zu nichts Lust. Meinen Vater konnte ich total vergessen, er war nie zu Hause und es interessierte ihn überhaupt nicht; wie es mir ging. Meine Geschwister sind 25 und 27 und leben weit weg. Ich habe mich total allein gelassen gefühlt und war einfach am Ende. Und dann lernte ich IHN kennen. Ich war im Dezember auf einem Weihnachtsmarkt und dort traf ich ihn an einem Glühweinstand. Er lud mich zu einer Waffel und einem Glühwein ein und wir redeten einfach drauf los, obwohl wir uns gar nicht kannten. Wir tauschten Nummern aus und verabredeten uns immer öfter. Im Januar bin ich 20 geworden und hatte eigentlich keine Lust meinen Geburtstag zu feiern. Wir sind dann zusammen einfach weg gefahren, ohne Ziel ,aber das war für mich der allerschönste Geburtstag. Mittlerweile sind wir zusammen und mir geht es viel besser. Er hat mir geholfen, wieder aufzustehen und zu kämpfen und nicht aufzugeben. Klar bin ich noch traurig und weine auch nach fast 6 Monaten immer noch sehr oft, aber ohne ihn hätte ich das alles nicht geschafft, ich hätte nicht geschafft mein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Nun bin ich im September fertig mit der Ausbildung und habe mich schon für einen Arbeitsplatz beworben. Er hat vorgeschlagen, dass wir dann zusammenziehen. Er wohnt etwa eine Stunde von mir entfernt und wir können uns unter der Woche kaum sehen, oft nur am Wochenende. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich habe ein wenig Angst mein Leben so umzukrempeln. Ich mache mir wegen allem Sorgen, zum Beispiel das mir dann der Job keinen Spaß macht, dass ich zu wenig Geld habe, dass wir uns ,wenn wir zusammen wohnen, nur streiten und trennen und und und. Ich bin immer noch total unsicher, der Tod meiner Mutter hat irgendwie an meinem Selbstbewusstsein gerüttelt. Ich habe Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Was würdet ihr machen ? Würdet ihr an meiner Stelle mit ihm zusammenziehen und den (für mich) großen Schritt wagen ?

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11. März 2017 um 19:07

Hallo Leute, ich habe ein Problem, aber um das umfassend schildern zu können, muss ich ziemlich viel ausgraben. Könnte also ein längerer Text werden... Ich bin 20 Jahre alt und habe im September 2016 meine Mutter verloren. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch 19. Das alles ging unglaublich schnell. Sie wurde mit Bauchschmerzen in's Krankenhaus eingeliefert ,doch die Ärzte konnten nicht feststellen, woran das lag. Sie wurde einige Tage später wieder entlassen und als ich zwei Tage nach ihrer Entlassung von der Arbeit nach Hause kam, stand ein Rettungswagen bei uns im Hof. Ihr ging es schlechter und noch immer hatten die Ärzte keine Ahnung was mit ihr los war. Sie kam von einem Krankenhaus ins nächste und wir , mein Vater, mein Bruder, meine Schwester und ich bekamen kaum Infos. Wir erfuhren dann, dass sie sofort am Herz operiert werden sollte, da sie eine Herzklappenentzündung hatte. Die Entzündung hatte schon gestreut , in die Nieren und die Leber. Die Herz - OP hatte sie gut überstanden und wir konnten sie auf der Intensivstation besuchen. Nach ein paar Tagen war sie auch schon wieder halbwegs wieder bei Bewusstsein. Die Ärzte gaben sich sehr zurückhaltend und sagten, so genau könnten sie noch nicht sagen, ob meine Mutter es schaffen würde. Der letzte Tag an dem ich sie sprechen konnte, war der 24.September. Sie war wach und machte sogar schon Witze. Am nächsten Tag wurden wir früh morgens von den Ärzten angerufen, wir sollten sofort kommen. Uns wurde erklärt, dass meine Mutter ein Gerinnsel im Kopf hatte. Sie hatten noch versucht zu operieren ,aber erfolglos. Wir bekamen noch ca fünf Stunden Zeit uns von ihr zu verabschieden. Ich konnte es überhaupt nicht fassen. Ich war den gesamten Tag irgendwie in Trance. Ich saß an ihrem Bett über Stunden und habe absolut nichts gefühlt. Ich konnte irgenwie nicht denken. Meine große Schwester hatte an dem Tag auch noch Geburtstag und war mit Freunden unterwegs. Wir konnten sie erst viel später erreichen. Als sie kam, wurden nach einer kurzen Verabschiedung die Geräte abgeschaltet. Meine Schwester ,mein Vater und ich waren dabei, mein Bruder hielt es nicht aus und wartete vor der Tür. Ich war auch noch Tage danach gefühllos, so als ob mir das alles nichts ausmachen würde. Ich ging weiter arbeiten und in die Schule (Befinde mich im letzten Jahr einer Ausbildung) und traf mich mit Freunden, half meinen Geschwistern bei den Vorbereitungen für die Beerdigung. Erst als die Beerdigung vorbei war, war bei mir der Damm gebrochen. Wir wurde klar, was passiert war, was ich verloren hatte und ich stürzte in ein ziemliches Loch. Ich weinte nur noch, konnte nichts mehr essen, nicht mehr schlafen, hatte zu nichts Lust. Meinen Vater konnte ich total vergessen, er war nie zu Hause und es interessierte ihn überhaupt nicht; wie es mir ging. Meine Geschwister sind 25 und 27 und leben weit weg. Ich habe mich total allein gelassen gefühlt und war einfach am Ende. Und dann lernte ich IHN kennen. Ich war im Dezember auf einem Weihnachtsmarkt und dort traf ich ihn an einem Glühweinstand. Er lud mich zu einer Waffel und einem Glühwein ein und wir redeten einfach drauf los, obwohl wir uns gar nicht kannten. Wir tauschten Nummern aus und verabredeten uns immer öfter. Im Januar bin ich 20 geworden und hatte eigentlich keine Lust meinen Geburtstag zu feiern. Wir sind dann zusammen einfach weg gefahren, ohne Ziel ,aber das war für mich der allerschönste Geburtstag. Mittlerweile sind wir zusammen und mir geht es viel besser. Er hat mir geholfen, wieder aufzustehen und zu kämpfen und nicht aufzugeben. Klar bin ich noch traurig und weine auch nach fast 6 Monaten immer noch sehr oft, aber ohne ihn hätte ich das alles nicht geschafft, ich hätte nicht geschafft mein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Nun bin ich im September fertig mit der Ausbildung und habe mich schon für einen Arbeitsplatz beworben. Er hat vorgeschlagen, dass wir dann zusammenziehen. Er wohnt etwa eine Stunde von mir entfernt und wir können uns unter der Woche kaum sehen, oft nur am Wochenende. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Ich habe ein wenig Angst mein Leben so umzukrempeln. Ich mache mir wegen allem Sorgen, zum Beispiel das mir dann der Job keinen Spaß macht, dass ich zu wenig Geld habe, dass wir uns ,wenn wir zusammen wohnen, nur streiten und trennen und und und. Ich bin immer noch total unsicher, der Tod meiner Mutter hat irgendwie an meinem Selbstbewusstsein gerüttelt. Ich habe Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Was würdet ihr machen ? Würdet ihr an meiner Stelle mit ihm zusammenziehen und den (für mich) großen Schritt wagen ?

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11. März 2017 um 19:42

Hallo, das mit deiner Mama tut mir sehr leid.. Wenn das mit deinem Freund gut läuft und du mit ihm glücklich bist dann würde ich es versuchen Vll ist es auch ein Neuanfang für dich nach alldem was passiert ist.. Ich meine du kannst nie wissen ob ihr euch so versteht wenn ihr jetzt zusammen zieht oder nach 5 Jahren... Also wenn du ein Gutes Gefühl dabei hast dann mach es... Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft 

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13. März 2017 um 9:05

Hallo sunny, auch mir tut sehr leid, was passiert ist.

Ich würde dir allerdings nicht empfehlen schon nach dieser kurzen Zeit zusammen zu ziehen. Vor allem, weil du verständlicherweise emotional sehr angeschlagen bist. Ein Zusammenziehen sollte aus einem positiven Grundgefühl (nicht etwa "Ich habe Angst mich später zu streiten." und nicht zum Beispiel aus Zwang oder gar emotionaler Abhängigkeit (die ich hier nicht sehe) erfolgen. Frage dich einfach, ob es für euch beide im Moment so super wichtig ist, das zu tun. Umziehen ist zudem eine stressige Angelegenheit und das Zusammenwohnen wird vermutlich vor allem Unerfahrene auf Dauer noch auf eine Probe stellen. Eine Alternative wäre doch zum Beispiel, dass du in seine Nähe ziehst, zum Beispiel in eine WG. Dort hättest du außerdem Vorteile wie geringere Kosten, lernst es schon mal mit Personen zusammen zu wohnen und bist eben dennoch nah an deinem Partner.

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