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Angst vor der Zukunft...

25. Juli 2005 um 18:59 Letzte Antwort: 25. Juli 2005 um 23:27


Hallo,

weiß nicht, ob mein Beitrag in dieser Rubrik so richtig ist, aber ich muss mal ein paar Sätze loswerden, weil ich im Moment mehr als neben der Rolle bin...

Irgendwie scheint mein ganzes Leben zu kippen und ich (29) hab das Gefühl, an einem "Wendepunkt" angekommen zu sein...

Viele Dinge kommen auf einmal und ich habe keine Ahnung, wie ich das alles packen soll...

Zum einen werde ich im Job umgesetzt. Passt mir nicht so wirklich in den Kram, weil ich meine bisherige Stelle supergern gemacht habe, aber es geht halt personalmäßig nicht anders...
... In den nächsten Wochen werde ich also dann die Stelle wechseln - ein komplett neues Arbeitsgebiet, was absolut anderes wie bisher und ich bin eher skeptisch, ob mir die neuen Aufgaben so wirklich liegen...

Zum anderen habe ich mich Anfang letzten Jahres wahnsinnig in jemanden verliebt, mit dem ich auch für einige Monate mehr oder weniger was hatte. Diesen Jemand sehe ich auch noch ständig, weil wir Arbeitskollegen sind... Ich schaffe den gefühlsmäßigen Absprung von ihm nicht - absolut nicht! Immer wieder kehren schöne und glückliche Erinnerungen zurück,leider Gottes liebe ich ihn noch immer so sehr und ich weiß einfach nicht, wie ich jemals von ihm loskommen soll...

Dann haben mein Mann und ich vor einigen Wochen beschlossen, es - als letzte Chance, um unsere Ehe vielleicht doch noch zu retten - mal mit "Trennung auf Zeit" zu versuchen...
Ich habe ihm damals o.g. "gebeichtet" (war kein Sex im Spiel), aber es waren bzw. sind auch noch einige andere Dinge in unserer Ehe, die nicht (mehr) stimmen... Jedenfalls kann es so, wie es ist, nicht mehr weitergehen und wir haben gesagt, bevor wir alles wegwerfen, wollen wir auch wirklich die kleinste letzte Chance nutzen...

Sollte es wirklich bei uns auf Trennung hinauslaufen (wonach es leider aussieht, weiß nicht, sagt mir mein Gefühl), verlieren wir unser Haus, vielleicht ein paar Freunde... Ob man im Guten auseinandergehen kann und Kontakt halten, so wie wir es denn (wenn) gern würden, ist die Frage - die Praxis sieht ja meist anders aus als die Theorie...

Was mir Angst macht, ist, dass ich nach einer evtl. Trennung allein da stände...
Ich war noch nie allein, noch nie in meinem bisherigen Leben... Meinen Mann habe ich mit 17 kennengelernt. Ausgezogen bin ich mit Anfang 20. Direkt mit ihm zusammen... Ich bin also vom "Nest meiner Eltern" damals sofort zu meinem Freund, einige Jahre später haben wir geheiratet.

Ich habe bisher also weder allein gewohnt, noch war ich - seit meinem 17. Lebensjahr - jemals Single...

Davor habe ich Angst...
Und mich erschreckt der Gedanke, vielleicht sogar allein zu bleiben... Wer weiß, ob man wirklich wieder einen neuen Partner findet?

Und was mir genauso viel Angst macht:
Ich frage mich oft, ob ich überhaupt jemals wieder einen Mann sooo sehr lieben kann wie meinen Kollegen? Meinen Mann oder jemand anderen lass ich mal dahingestellt... Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, nochmal solch tiefe Gefühle für einen anderen zu haben...

Zudem habe ich ständig den Gedanken "Kinder" im Kopf. Die meisten meiner Freundinnen haben inzwischen Kinder, ich hab manchmal das Gefühl, mir läuft die Zeit weg, denn ich werd ja auch nicht jünger (nächstes Jahr klopft schon die 30 an)...
Und wenn ich erstmal solo sein sollte - irgendwie seh ich die Chance schwinden, meinen Kinderwunsch noch zu erfüllen...

Ist wahrscheinlich Quatsch, dieses "schwarzsehen", aber irgendwie...

Tja, und das letzte, was mir dann im Moment einfällt - im Herbst muss ich an einer Aufnahmeprüfung teilnehmen, um evtl. einen Lehrgang machen zu können. Muss Klausuren schreiben und die auch dann wirklich packen...

Nur - so, wie mein Leben jetzt grad läuft, habe ich keine Ahnung, wie ich das schaffen soll

Hmm, ich glaub, das wars jetzt (erstmal)...

Es hört sich wahrscheinlich alles sehr schwarz und düster an, aber so fühle ich mich auch - schon seit längerem... Nirgendwo ein Lichtblick in Sicht...

Und ich weiß mittlerweile nicht mehr weiter...

Ich frage mich, wo ich die Kraft hernehmen soll, das alles durchzustehen??

Zum Glück habe ich einige tolle Freundinnen bzw. Kolleginnen, mit denen ich über vieles reden kann, aber sie schaffen es auch nicht, mir meine Angst zu nehmen...

Würde mich über ein paar aufmunternde Worte freuen, denn ich bin echt am Ende...
Vielleicht hat eine von Euch ja schonmal ähnliches durchgemacht...

Warum auch muss nur alles auf einmal kommen??

Liebe Grüße,
Sha

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25. Juli 2005 um 19:40

Hallo Sha,
das sind ja wirklich viele Dinge, die da auf Dich zukommen. Aber eins habe ich noch nicht so richtig verstanden. Der Kollege, den Du so sehr magst (liebst?) was ist mit dem? Habt Ihr noch Kontakt? Empfindet er wie Du? Traut er sich vielleicht bloss nicht zu mehr, weil Du verheiratet bist?
Ich meine klar ist es vernünftig, wenn man zunächst versucht seine Ehe zu retten. Aber wenn es schon sehr lange zwischen euch nicht mehr richtig läuft, dann bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich noch einmal was wird. Kann ja sein Ihr schafft es, aber dazu gehört viel Mut, viel Kompromissbereitschaft. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass so etwas auf Dauer nicht funktioniert.
Übrigens hab nicht so viel Angst vor dem Alleinesein. du hast Freunde, wie Du sagst. Und wenn es wirklich welche sind, dann stehen die auch zu Dir, wenn Du alleine bist. Und woher willst Du wissen, dass Du mit 29 niemanden mehr finden sollst, der zu Dir passt?
Ach, fast hätte ichs vergessen. Es ist im Leben wichtig, dass man ab und zu mal etwas anderes macht. Dazu gehört auch im Job mal eine richtige Herausforderung. Klar geht man an eine neue Sache immer mit gemischten Gefühlen. Aber sie es doch mal so. Wenn man sehr lange das Gleiche tut (blödes Wort, mir fällt aber kein anderes ein), dann kann es manchmal passieren, das man sozusagen "Betriebsblind" wird. Da hilft es, einmal was völlig anderes anzufangen, um nicht aufzuhören sich weiterzuentwickeln.
Klingt jetzt vielleicht ein bisschen wie aus dem Schulbuch, ist aber leider so. Lass Dich doch erst mal überraschen, was da alles auf dich zukommt. Siehs einfach positiv. Kopf hoch.
LG Sonnenschein

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25. Juli 2005 um 21:11
In Antwort auf edith_12328774

Hallo Sha,
das sind ja wirklich viele Dinge, die da auf Dich zukommen. Aber eins habe ich noch nicht so richtig verstanden. Der Kollege, den Du so sehr magst (liebst?) was ist mit dem? Habt Ihr noch Kontakt? Empfindet er wie Du? Traut er sich vielleicht bloss nicht zu mehr, weil Du verheiratet bist?
Ich meine klar ist es vernünftig, wenn man zunächst versucht seine Ehe zu retten. Aber wenn es schon sehr lange zwischen euch nicht mehr richtig läuft, dann bin ich mir nicht sicher, ob das wirklich noch einmal was wird. Kann ja sein Ihr schafft es, aber dazu gehört viel Mut, viel Kompromissbereitschaft. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass so etwas auf Dauer nicht funktioniert.
Übrigens hab nicht so viel Angst vor dem Alleinesein. du hast Freunde, wie Du sagst. Und wenn es wirklich welche sind, dann stehen die auch zu Dir, wenn Du alleine bist. Und woher willst Du wissen, dass Du mit 29 niemanden mehr finden sollst, der zu Dir passt?
Ach, fast hätte ichs vergessen. Es ist im Leben wichtig, dass man ab und zu mal etwas anderes macht. Dazu gehört auch im Job mal eine richtige Herausforderung. Klar geht man an eine neue Sache immer mit gemischten Gefühlen. Aber sie es doch mal so. Wenn man sehr lange das Gleiche tut (blödes Wort, mir fällt aber kein anderes ein), dann kann es manchmal passieren, das man sozusagen "Betriebsblind" wird. Da hilft es, einmal was völlig anderes anzufangen, um nicht aufzuhören sich weiterzuentwickeln.
Klingt jetzt vielleicht ein bisschen wie aus dem Schulbuch, ist aber leider so. Lass Dich doch erst mal überraschen, was da alles auf dich zukommt. Siehs einfach positiv. Kopf hoch.
LG Sonnenschein

Hi Sonne ;o)
... mein Kollege und ich haben unsere "Romanze" damals aus Vernunftsgründen beendet - wir sind beide verheiratet, er hat dazu noch Kinder.

War sehr schwierig damals, weil auf beiden Seiten noch recht starke Gefühle im Spiel waren...

Jetzt, ein Jahr "danach", knabbere ich noch immer sehr daran... Vor etwa 3 Monaten sind die Gefühle mit uns durchgegangen und wir haben uns nochmal geküsst, aber letztlich hat er sich dann für seine Familie entschieden...

Wir sehen uns so gut wie jeden Tag, auch nach dem Stellenwechsel werden wir noch auf einem Flur sitzen. Allerdings habe ich dann dienstlich so gut wie nichts mehr mit ihm zu tun.

Wie es ihm mittlerweile geht - keine Ahnung...

Ich glaube, Männer können alles viel schneller verarbeiten, zumindest kommt es mir so vor. In letzter Zeit gehen wir uns ein wenig aus dem Weg, es ist manchmal etwas "kühl und distanziert" zwischen uns... Ist schwer auszudrücken...

Mit der Stelle - Du hast recht...
Für die eigene Erfahrung ist es mit Sicherheit gut, wenn man in einem anderen Bereich mal neue Einblicke gewinnen kann.
Mir fällt es nur so schwer, die alte Stelle "loszulassen", weil ich die Arbeit dort so wahnsinnig gern gemacht habe...
Naja - vielleicht ist das Neue doch nicht so schlecht wie ich befürchte...

Mit meiner Ehe - ich weiß auch nicht...
Ich denke, wenn alles in Ordnung ist, kann kein Dritter "reinplatzen"...
Dieser Bruch, der da nun bei uns war - ob man sowas überhaupt wieder kitten kann??
Vor allem laufen meine Gefühle ja völlig falsch!
Mein Mann ist vor 2 Wochen ausgezogen - ich habe ihn bisher noch nicht vermisst... Denke schon ab und an an ihn, ob das wohl klappt bei unseren Freunden, was er macht - aber dass ich ihn wirklich "vermisse"?? So wie ich jemanden vermissen SOLLTE, den ich liebe... Hmm, irgendwie nicht...
Ist kein gutes Zeichen, oder?

Nun, ich denke, ich werde versuchen, mich in den nächsten Tagen / Wochen erstmal auf den Stellenwechsel zu konzentrieren. Ab nächster Woche sitz ich offiziell "drüben", allerdings wechsel ich ja die erste Zeit noch hin und her wegen der Einarbeitung...

Und mit meinem Mann muss ich dann schauen...

Ich weiß nur, dass ich die nächsten Monate wahrscheinlich noch sehr viel Kraft brauche... Und ich weiß nicht, woher ich die nehmen soll...

LG
Sha

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25. Juli 2005 um 23:27
In Antwort auf motya_12741961

Hi Sonne ;o)
... mein Kollege und ich haben unsere "Romanze" damals aus Vernunftsgründen beendet - wir sind beide verheiratet, er hat dazu noch Kinder.

War sehr schwierig damals, weil auf beiden Seiten noch recht starke Gefühle im Spiel waren...

Jetzt, ein Jahr "danach", knabbere ich noch immer sehr daran... Vor etwa 3 Monaten sind die Gefühle mit uns durchgegangen und wir haben uns nochmal geküsst, aber letztlich hat er sich dann für seine Familie entschieden...

Wir sehen uns so gut wie jeden Tag, auch nach dem Stellenwechsel werden wir noch auf einem Flur sitzen. Allerdings habe ich dann dienstlich so gut wie nichts mehr mit ihm zu tun.

Wie es ihm mittlerweile geht - keine Ahnung...

Ich glaube, Männer können alles viel schneller verarbeiten, zumindest kommt es mir so vor. In letzter Zeit gehen wir uns ein wenig aus dem Weg, es ist manchmal etwas "kühl und distanziert" zwischen uns... Ist schwer auszudrücken...

Mit der Stelle - Du hast recht...
Für die eigene Erfahrung ist es mit Sicherheit gut, wenn man in einem anderen Bereich mal neue Einblicke gewinnen kann.
Mir fällt es nur so schwer, die alte Stelle "loszulassen", weil ich die Arbeit dort so wahnsinnig gern gemacht habe...
Naja - vielleicht ist das Neue doch nicht so schlecht wie ich befürchte...

Mit meiner Ehe - ich weiß auch nicht...
Ich denke, wenn alles in Ordnung ist, kann kein Dritter "reinplatzen"...
Dieser Bruch, der da nun bei uns war - ob man sowas überhaupt wieder kitten kann??
Vor allem laufen meine Gefühle ja völlig falsch!
Mein Mann ist vor 2 Wochen ausgezogen - ich habe ihn bisher noch nicht vermisst... Denke schon ab und an an ihn, ob das wohl klappt bei unseren Freunden, was er macht - aber dass ich ihn wirklich "vermisse"?? So wie ich jemanden vermissen SOLLTE, den ich liebe... Hmm, irgendwie nicht...
Ist kein gutes Zeichen, oder?

Nun, ich denke, ich werde versuchen, mich in den nächsten Tagen / Wochen erstmal auf den Stellenwechsel zu konzentrieren. Ab nächster Woche sitz ich offiziell "drüben", allerdings wechsel ich ja die erste Zeit noch hin und her wegen der Einarbeitung...

Und mit meinem Mann muss ich dann schauen...

Ich weiß nur, dass ich die nächsten Monate wahrscheinlich noch sehr viel Kraft brauche... Und ich weiß nicht, woher ich die nehmen soll...

LG
Sha

Hallo Sha,
ich glaube in dieser Reihenfolge, Job, Freunde, Mann kannst du das Ganze gut angehen.
Ich drücke Dir die Daumen, dass Du Dich in Dein neues Aufgabengebiet schnell reinfindest.
Aber ich denke das ist sicher zu schaffen.
Das mit den Freunden und wie sie zu euch stehen, wenn ihr länger auseinander wohnt das musst du herausfinden. Einiges wird sicher nicht mehr so werden, wie es mal war. Aber man findet neue Freunde.
Wenn Deine Gefühle für Deinen Mann schon jetzt so schwach sind, glaube ich eigentlich nicht, dass man das noch mal kitten kann. Da Du ihn nicht mal vermisst... Es ist wirklich ein schlechtes Zeichen. Sorry.
Nunja, mit Deinem Kollegen ist es denke ich so. Er hat wieder zu seiner Frau gefunden und ihr womöglich versprochen, dass er keinen Kontakt mehr zu Dir hat (Falls sie es weiß) Anderenfalls wird er den Abstand zu dir sicher bewußt haben wollen, um nicht noch mehr Konflikte entstehen zu lassen. Männer sind da manchmal etwas wankelmütig. Und dann sind da auch noch seine Kinder. Meinem Freund fehlt seine Tochter oft sehr. Er sieht sie aber auch nicht gerade selten. Aber trotzdem, es ist für Männer nicht ganz leicht, gerade, wenn es um Kinder geht.
Ich denke aber, dass Du sicher auch bei einem anderen Mann noch einmal Glück haben kannst. Es ist oft nur der Zufall, der mitspielt. Manchmal in einem Augenblick, an dem man damit überhaupt nicht rechnet. Ich wünsche Dir viel Glück.
LG Sonnenschein

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