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Angst vor der ewigen Bindung? Was soll ich tun?

16. September 2013 um 13:28

Hallo Leute!

Es ist gerade so kompliziert in mir drin, dass ich gar nicht weiß, wie ich mich in Worte fassen kann. Und das mag bei mir schon was heißen.

Ich habe euch ja schon mit mehreren Threads über Familienplanung und Beziehungsprobleme genervt. Und es ging immer um den gleichen Mann, der jetzt auch immernoch aktuell ist.

Wir sind seit zwei Jahren zusammen und seit anderthalb Jahren verheiratet. Schon seit langer Zeit wünschen wir uns ein gemeinsames Kind. Am Anfang hab ich die Pille genommen. Die habe ich dann abgesetzt, als es hieß, so langsam könnten wir starten. Dann haben wir erstmal mit Kondom verhütet, weil wir uns über den Zeitpunkt doch noch nicht sicher waren. Mit der Pille habe ich nicht wieder angefangen, weil mein Körper den Wirkstoff abbauen sollte, damit es dann auch schneller klappt. Eine Zeit lang haben wir es dann auch richtig versucht, mit Ovu-Test und so. Drei Monate lang hat es nicht geklappt, was mich immer wieder enttäuscht hat. Dann habe ich das Argument gebracht, dass wir ja bald in den Urlaub fahren und ich das nicht gut finden würde, wenn ich da in den ersten Schwangerschaftsmonaten wäre. Und dann hatten wir die Idee, im Urlaub zu starten. Also haben wir wieder angefangen bis zum Reiseantritt mit Kondom zu verhüten.

Genau wie wir es geplant hatten, haben wir im Urlaub nicht verhütet. Bis dahin war ich mir auch ziemlich sicher, dass ich ein Kind wollte und dass dies nun der richtige Zeitpunkt war.
Dann ist irgendwas passiert, ich kann nicht genau sagen was. Wir hatten dort einmal einen riesen Streit, bei dem er schon seine Koffer gepackt hat und mich dort allein lassen wollte. Vielleicht sollte ich kurz erklären, worum es in dem Streit ging, weil dieses Thema zwischen uns immer mal einen Konflikt verursacht: Er ist gläubiger Moslem. Aber nicht zu extrem. Aber er denkt in einigen Punkten schon mehr konservativ. Mit seinen Meinungen zu bestimmten Themen kann ich ja leben und ich hab auch schon längst eingesehen, dass man darüber auch nicht diskutiert, weil es einfach zu nichts führt. Das hat unsere Liebe auch nie gestört. Am Anfang unserer Beziehung habe ich ihm nur eins gesagt: Dass ich kein Moslem bin und mich auch nicht dieser Lebensweise anpassen werde. Dass ich ihn da respektiere. Aus Respekt vor ihm kommt kein Alkohol und kein Schweinefleisch ins Haus. Aber das heißt nicht, dass ich aus seiner Überzeugung heraus komplett auf diese Dinge verzichte. Das hab ich ihm am Anfang so gesagt. Dass es nicht in Frage kommt, dass er mich in der Sache verändern kann.
Der Streit an dem Tag fing damit an, dass ich dieses Thema noch einmal angesprochen habe, weil ich schon länger das Gefühl hatte, er hätte sich im Laufe der Zeit irgendwie eingebildet, ich hätte mich da verändert. Weil ich ja auch nie vor ihm Schweinefleisch oder Alkohol konsumiert habe. Und aufgrund mehrerer kleinerer Aussagen von ihm (z.B.Das essen wir doch nicht) , hatte ich die Befürchtung, er hätte mich zwangsmäßig in seine Welt aufgenommen. Eigentlich habe ich gar nicht damit gerechnet, dass ihn das so aufbringen würde, wenn ich ihm sage, dass ich nach wie vor esse und trinke was ich will. Und dass ich das nur aus Respekt vor ihm nicht gerade vor seiner Nase tue. Weil eigentlich wusste er es ja schon. Aber irgendwie war dann meine Befürchtung doch wahr und er hatte sich wahrscheinlich erhofft, ich hätte meine Lebenseinstellung durch ihn umgestellt. Es kam zu einer heftigen Auseinandersetzung, bei der er mir unter anderem vorwarf, ich hätte kein Verständnis für Familie. (Weil ich ja jeden Abend weggehe und mich besaufe). Also bei ihm ist man entweder total gegen Alk oder man ist Alkoholiker.

Wir haben uns dann irgendwie wieder vertragen (mittlerweile haben wir uns da auch ausgesprochen und verstehen uns jetzt einander in dem Punkt), aber ich habe seit dem das Gefühl, dass sich irgendwas in mir verändert hat. Vielleicht liegt es auch nicht nur an dem Streit. Ich hänge nicht mehr so an ihm. Wo ich mich früher noch beschwert habe, dass er zu viel am Pc sitzt (darüber hab ich auch mal einen Thread verfasst), ist mir das jetzt egal. Ich beschäftige mich mit mir selbst und bin überhaupt nicht mehr auf ihn angewiesen.

Dass ich jetzt nicht mehr so extrem nach Aufmerksamkeit verlange kann man vielleicht positiv sehen. Und auch dass ich bei Diskussionen nicht mehr so extrem dramatisch reagiere, dass ich bei solchen Situationen nicht mehr so leide und aus Verzweiflung nur noch hysterisch rumschreie. Dass ich dort in letzter Zeit viel ruhiger und neutraler bin, ist vielleicht auch ganz gut. Aber irgendwie macht mir das Angst. Das sieht fast so aus, als wäre er mir egal geworden. Im Moment hätte ich auch nichts dagegen, wenn wir uns für einige Zeit nicht sehen würden. Im Gegenteil: Ich hab das Gefühl, ich brauche diesen Abstand. Als ob ich zu viel von ihm habe und eine Pause brauche.

Er ist auf keinen Fall so ein Typ, der mich tyrannisieren würde, wenn ich nicht nach seiner Pfeife tanze. Er zwingt mich zu nichts. Aber ich habe so eine komische Angst, meine Freiheit zu verlieren. Ich bin eigentlich überglücklich mit ihm und liebe ihn über alles. Aber im Moment fühlt sich der Gedanke, mit ihm eine Familie zu gründen, teilweise wie ein Gang ins Gefängnis an. Obwohl er mich ja nicht einsperrt. Und dass ich nicht mehr jedes Wochenende ausgehen kann, wenn ich ein Kind habe, ist ja klar. Das ist ja nicht nur bei Moslems so. Aber gerade dass ich, wenn ich erstmal ein Kind habe, meine Vergangenheit komplett hinter mir lassen muss, macht mir Angst. Ich fürchte, dass das eine allgemeine Angst davor ist, etwas zu versäumen.

Ich habe ihn gestern darauf angesprochen, dass ich mal ein Wochenende mit meiner besten Freundin weggehen will. Um mal wieder richtig einen draufzumachen wie in alten Zeiten. Ich habe ihm angeboten, dass er dasselbe mit seinen Kumpels machen kann. Oder einfach mal ein Wochenende zu seinem Bruder zu fahren, weil er die Kinder ja so sehr vermisst. Er hat nichts dagegen gesagt, aber ich habe gespürt, dass ihn das verletzt hat. Ich glaube ich habe ihm damit das Gefühl gegeben, dass er mir nicht mehr genügt. Denn als ich ihm dasselbe angeboten habe, also dass ich auch nichts dagegen hätte wenn er mal einen Ausflug ohne mich machen würde, meinte er, er würde die schönste Zeit mit mir verbringen und würde das nicht brauchen. Damit hat er mir indirekt vorgeworfen, dass er mir nicht genügt um glücklich zu sein und ich mein Glück woanders suche. Ich hab mich danach so schlecht gefühlt, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte.

Bisher war ich immer diejenige, die ihm bei Auseinandersetzungen immer mangelnde Liebe vorgeworfen hat. Und jetzt habe ich das Gefühl, dass er mich im Moment mehr braucht als ich ihn. Aber ich liebe ihn doch. Ich habe im Moment nur das Gefühl, dass ich ein bisschen Auslauf brauche. Ich will mit meinen Freundinnen weggehen und mich mal wieder richtig volllaufen lassen, albern sein, lachen, Spaß haben. Das kann man mit meinem Mann nicht sehr gut. Nicht dass er keinen Humor hat, aber er verliert dabei nie seine Logik. Ich sehe das irgendwie auch als Abschied. Dieses letzte Mal weggehen, bevor der Ernst des Lebens anfängt. Noch ein letztes Mal Mädchen sein, bevor ich zur Mutter werde. Er hat es nun akzeptiert. Aber begeistert ist er davon nicht und das macht mich irgendwie fertig. Ich will ihn ja nicht quälen. Aber wenn ich das nicht mache, werde ich es immer bereuen.

Das Problem ist, wenn ich so mal weggehe und dort was trinke (ein oder zwei Cocktails), dann beschwert er sich immer, wenn ich nach Hause komme, über meinen Alkoholgeruch. Er meinte, er würde sich dann schwer tun, mich zu küssen, was für ihn ein Problem ist. (Also dass er sich vor seiner Frau ekeln muss) Da gebe ich ihm auch Recht. Das belastet mich ja auch, dass ihn das dann so sehr stört. Aber deswegen darauf verzichten? Kann man da keinen Kompromiss eingehen? Ich mein wir reden von einem oder höchstens zwei Wochenenden im Monat, wo ich mit meinen Freunden, die ich sowieso nicht so oft sehe, weggehe. Deshalb auch der Vorschlag, dass ich mit Freundin wegfahre oder er wegfährt, so dass wir für ein paar Tage getrennt sind und uns da nicht gegenseitig stören.

Ich hab schon so viel geschrieben, teilweise zusammenhanglos. Tut mir Leid, dass ich eure Köpfe so rauchen lasse. Aber so durcheinander wie der Text ist, bin ich auch gerade. Aber ich hoffe, dass ich das wesentliche verständlich machen konnte. So schwer es auch ist, etwas aus diesem Thread zu verstehen ich hoffe trotzdem, dass jemand dazu was zu schreiben hat.

Ich bedanke mich schonmal im Voraus

Lg

Nadine


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16. September 2013 um 14:25

Gute Gedanken!
Weiter hin- und her-denken!, das können wir Dir zwar abnehmen , aber besser isses, wenn Du es machst.

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16. September 2013 um 14:40

Hallo dinid1,
du bist seit anderthalb jahren mit dem falschen Mann verheiratet. Diese Tatsache wird dir von Zeit zu Zeit immer klarer. Auf die Signale deines Körpers willst du nicht hören, aber hey - das tun viele andere Leute auch nicht. Du machst dir Gedanken über gemeinsame Kinder, dabei kriegt ihr noch nicht mal eure gemeinsame Zeit auf die Kette. Tut mir leid, dass ich keine bessere Nachricht für dich habe, aber ich sehe eure Zukunftsaussichten recht düster.

Freundliche Grüße,
Christoph

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16. September 2013 um 15:01

Dieses thema
hatten wir auch schon. er sagt ganz offen, dass er sein kind schon gern nach den islamischen werten erziehen möchte, aber ohne zwang. er möchte als vorbild für sein kind aggieren und dabei hoffen, dass das kind ihm nachmacht. aber wenn es das nicht will, dann gibt es auch keine strafen. wir haben dieses thema besonders oft durchgesprochen, weil mein eigener vater mich auch versucht hat streng muslimisch zu erziehen. er allerdings hat es mit zwang und schlägen versucht. und mein mann sagt mir heute, du siehst ja was aus dir geworden ist (also kein moslem). genau das gegenteil von dem, was er wollte. Und deshalb weiß mein Mann auch, dass man mit Gewalt gar nichts erreicht, Ich hatte lange Angst, dass er so werden könnte wie mein Vater. Aber ne Freundin sagte mir mal "Selbst wenn er mal so wird wie dein Vater, bist du nicht wie deine Mutter" Und das stimmt. Ich bin stärker und unabhängiger. Bei dem Streit, den ich beschrieben habe, meinte ich zu ihm, wenn meine EInstellung, die er vorher schon kannte, dazu führt, dass er nun unsere Beziehung hinterfragt und wenn er von mir verlangen sollte, dass ich für ihn auf meine Werte verzichte, dann wäre das für mich hier beendet. Ich habe ihm da ein echtes Ultimatum gestellt und wäre da auch bereit gewesen mich zu trennen. Das hätte meine Mutter nicht fertig bekommen. Selbst heute, nach über dreißig Jahren Ehe nicht.

Ehrlich gesagt bin ich auch dafür, dass unser Kind mit einer Religion, vorzugsweise dem Islam, aufwächst. Selbst wenn ich selbst keiner Religion angehöre. Aber ich kenne selbst die Schwierigkeiten, wenn man nicht weiß, was man glauben soll und Angst vor dem hat, was einem Erwartet. Ich möchte schon gern, dass meine Kinder es da einfacher haben wenn sie einen festen Glauben haben, der ihnen alle Angst nimmt.

Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich unseren Kindern nicht vorsätzlich Schweinefleisch vorsetzen würde. Aber wenn das Kind irgendwo mal was sieht (z.B. Würstchenbude) und etwas haben will, werde ich ihm das nicht verwehren können, nur weil es sich um Schweinefleisch handelt. Ich könnte das gar nicht, weil ich den Grund gar nicht erklären könnte. Ich könnte höchstens sagen dass Papa das nicht will. Aber aus eigener Überzeugung hätte ich keine Gegenargumente. Damit ist er auch einverstanden. Er meint, wenn das Kind das aus Neugierde mal probieren will, wäre es ein Fehler, es zu verbieten. Denn es wird es dann immer wollen. Und er/wir versuchen den Kindern als Vorbilder zu dienen, Am Ende sucht es sich seinen Weg alleine.

Wir hatten auch das Thema, wovor ich auch solche Angst hatte, was wäre, wenn wir uns trennen würden und Kinder wären im Spiel? Als meine Mutter sich damals mal von meinem Vater trennen wollte, drohte er ihr damit, mich zu entführen. Und das kommt bei solchen extremen muslimischen Männern oft vor.
Mein Mann hat mir gerade gestern, wo wir uns mal seit langem richtig ausgesprochen haben, gesagt, dass unser Kind nicht ohne Mutter aufwachsen wird. Selbst wenn er irgendwann die Familie verlassen muss. Weil die Mutter für ein Kind das wichtigste ist.

Aber ein paar Ängste sind natürlich trotzdem da. Ich glaube allerdings, dass ich in dem Punkt stark genug sein werde. Wenn es da irgendein Problem geben würde, dann wäre ich fähig, mich für mein Kind einzusetzen. Ich bin halt nicht wie meine Mutter.

Davor habe ich nicht so große Angst, wie davor, mein bisheriges Leben aufgeben zu müssen. Und das hat, denke ich, nichts mit der Religion meines Mannes zu tun. Denn man muss ja immer auf Dinge verzichten, wenn man sich für Kinder entscheidet. Und hier geht es ja ums Ausgehen, ums Trinken, ums Party machen. Und wenn ein Kind da ist, muss man ja auf jeden fall darauf verzichten. Und ich habe im Moment das Gefühl, etwas zu verlieren, dass ich nie wieder haben kann. Natürlich gewinne ich dann auch was. Dem eigenen Kind beim wachsen zuzusehen ist doch das schönste was es gibt. Aber das Leben, was ich jetzt habe ist auch nicht schlecht. Und ich habe einfach Angst vor der Veränderung. Dass ich Dinge, die ich jetzt tun kann, dann nie wieder machen kann. Dass ich dann entgültig erwachsen sein werde und nie wieder wie ein Partymädchen um die Häuser ziehen können werde.

Deshalb habe ich den Vorschlag gemacht, dass wir uns für ein Wochenende trennen, damit ich noch ein letztes Mal mit meinen Freundinnen ausgelassen sein kann. Mit Kindern kann man auch Spaß haben und die Freunde besuchen einen ja dann auch noch. Aber es ist dann eher ein "nettes Beisammensein" , ein Zeichen, dass man älter und reifer geworden ist.....

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16. September 2013 um 15:10

Nun...
ich glaube hier liegen einfach grundverschiedene Vorstellungen zu Grunde. Dein Mann denkt er kann dich so ändern wie er es will bzw. wie er es gewohnt ist und durch den Streit bist du dir dessen bewusst geworden.

Ich denke auch dass das nicht einfacher wird wenn ihr ein Kind bekommt, denn dann ist ja auch die Frage nach Schweinefleisch oder nicht und später Alkohol. Hier musst du im Voraus schon wissen wie du dein Kind leben lassen willst.

Es kann sein dass sich dein Mann dann zum positiven verändert, aber ich denke doch eher dass er sich zum negativen verändern wird. Weil er dann davon ausgeht dass du nur für ihn und das Kind da bist, dass du dich quasi aufopferst und dich dem anpasst was er kennt.

Willst du mit so jmd. zusammen sein?

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16. September 2013 um 17:02
In Antwort auf genie_12572050

Dieses thema
hatten wir auch schon. er sagt ganz offen, dass er sein kind schon gern nach den islamischen werten erziehen möchte, aber ohne zwang. er möchte als vorbild für sein kind aggieren und dabei hoffen, dass das kind ihm nachmacht. aber wenn es das nicht will, dann gibt es auch keine strafen. wir haben dieses thema besonders oft durchgesprochen, weil mein eigener vater mich auch versucht hat streng muslimisch zu erziehen. er allerdings hat es mit zwang und schlägen versucht. und mein mann sagt mir heute, du siehst ja was aus dir geworden ist (also kein moslem). genau das gegenteil von dem, was er wollte. Und deshalb weiß mein Mann auch, dass man mit Gewalt gar nichts erreicht, Ich hatte lange Angst, dass er so werden könnte wie mein Vater. Aber ne Freundin sagte mir mal "Selbst wenn er mal so wird wie dein Vater, bist du nicht wie deine Mutter" Und das stimmt. Ich bin stärker und unabhängiger. Bei dem Streit, den ich beschrieben habe, meinte ich zu ihm, wenn meine EInstellung, die er vorher schon kannte, dazu führt, dass er nun unsere Beziehung hinterfragt und wenn er von mir verlangen sollte, dass ich für ihn auf meine Werte verzichte, dann wäre das für mich hier beendet. Ich habe ihm da ein echtes Ultimatum gestellt und wäre da auch bereit gewesen mich zu trennen. Das hätte meine Mutter nicht fertig bekommen. Selbst heute, nach über dreißig Jahren Ehe nicht.

Ehrlich gesagt bin ich auch dafür, dass unser Kind mit einer Religion, vorzugsweise dem Islam, aufwächst. Selbst wenn ich selbst keiner Religion angehöre. Aber ich kenne selbst die Schwierigkeiten, wenn man nicht weiß, was man glauben soll und Angst vor dem hat, was einem Erwartet. Ich möchte schon gern, dass meine Kinder es da einfacher haben wenn sie einen festen Glauben haben, der ihnen alle Angst nimmt.

Ich habe meinem Mann gesagt, dass ich unseren Kindern nicht vorsätzlich Schweinefleisch vorsetzen würde. Aber wenn das Kind irgendwo mal was sieht (z.B. Würstchenbude) und etwas haben will, werde ich ihm das nicht verwehren können, nur weil es sich um Schweinefleisch handelt. Ich könnte das gar nicht, weil ich den Grund gar nicht erklären könnte. Ich könnte höchstens sagen dass Papa das nicht will. Aber aus eigener Überzeugung hätte ich keine Gegenargumente. Damit ist er auch einverstanden. Er meint, wenn das Kind das aus Neugierde mal probieren will, wäre es ein Fehler, es zu verbieten. Denn es wird es dann immer wollen. Und er/wir versuchen den Kindern als Vorbilder zu dienen, Am Ende sucht es sich seinen Weg alleine.

Wir hatten auch das Thema, wovor ich auch solche Angst hatte, was wäre, wenn wir uns trennen würden und Kinder wären im Spiel? Als meine Mutter sich damals mal von meinem Vater trennen wollte, drohte er ihr damit, mich zu entführen. Und das kommt bei solchen extremen muslimischen Männern oft vor.
Mein Mann hat mir gerade gestern, wo wir uns mal seit langem richtig ausgesprochen haben, gesagt, dass unser Kind nicht ohne Mutter aufwachsen wird. Selbst wenn er irgendwann die Familie verlassen muss. Weil die Mutter für ein Kind das wichtigste ist.

Aber ein paar Ängste sind natürlich trotzdem da. Ich glaube allerdings, dass ich in dem Punkt stark genug sein werde. Wenn es da irgendein Problem geben würde, dann wäre ich fähig, mich für mein Kind einzusetzen. Ich bin halt nicht wie meine Mutter.

Davor habe ich nicht so große Angst, wie davor, mein bisheriges Leben aufgeben zu müssen. Und das hat, denke ich, nichts mit der Religion meines Mannes zu tun. Denn man muss ja immer auf Dinge verzichten, wenn man sich für Kinder entscheidet. Und hier geht es ja ums Ausgehen, ums Trinken, ums Party machen. Und wenn ein Kind da ist, muss man ja auf jeden fall darauf verzichten. Und ich habe im Moment das Gefühl, etwas zu verlieren, dass ich nie wieder haben kann. Natürlich gewinne ich dann auch was. Dem eigenen Kind beim wachsen zuzusehen ist doch das schönste was es gibt. Aber das Leben, was ich jetzt habe ist auch nicht schlecht. Und ich habe einfach Angst vor der Veränderung. Dass ich Dinge, die ich jetzt tun kann, dann nie wieder machen kann. Dass ich dann entgültig erwachsen sein werde und nie wieder wie ein Partymädchen um die Häuser ziehen können werde.

Deshalb habe ich den Vorschlag gemacht, dass wir uns für ein Wochenende trennen, damit ich noch ein letztes Mal mit meinen Freundinnen ausgelassen sein kann. Mit Kindern kann man auch Spaß haben und die Freunde besuchen einen ja dann auch noch. Aber es ist dann eher ein "nettes Beisammensein" , ein Zeichen, dass man älter und reifer geworden ist.....

"ein Zeichen, dass man älter und reifer geworden ist"
wäre zum Beispiel, wenn du diese Beziehung, die in jedem einzelnen der von dir aufgezählten Punkten nicht funktionieren KANN, auch tatsächlich aufgibst, liebe dinid1.

Ich sehe absolut nichts, was du mit deinem Partner noch gewinnen könntest.

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16. September 2013 um 17:06

Liebe Freunde
Ich danke euch für die Antworten. Auch wenn es hier gleich Kritik hagelt, bin ich euch trotzdem sehr dankbar, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, mir zu antworten.

Ich muss sagen, dass mich die meisten Antworten eher traurig gemacht haben, als mich zu trösten. Das was ich da geschrieben habe ist nur ein Abschnitt aus meiner Beziehung mit meinem Ehemann. Diesen winzigen Abschnitt zu nehmen und mir zu empfehlen auf Grund dessen die Beziehung zu beenden, finde ich unangebracht.

Dass ich mit dem falschen Mann verheiratet bin, darf meiner Meinung nach auch niemand sagen, der ihn oder mich nicht kennt. Ich habe euch nicht gefragt ob ich mich trennen soll oder nicht. Das stand außer Frage. In jeder Beziehung gibt es Probleme. Ich bin aber nicht der Meinung, dass Außenstehende das Recht haben, jemandem eine Entscheidung wie Trennung abzunehmen.

Ich finde mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein. Ich bin ja auch kein Teenager mehr, der von seiner ersten großen Liebe spricht und so blind auf den Augen ist, dass er das große Unheil nicht sieht.

Ich glaube, ich hätte nicht erwähnen dürfen, dass er Moslem ist. Seid mal ehrlich. Hätte ich das nicht erwähnt, wären einige Kommentare anders ausgefallen, meint ihr nicht? Meinungsverschiedenheiten hat man immer. Und ich gebe auch zu, dass es gerade bei solchen Unterschieden in den Kulturen öfter Meinungsverschiedenheiten geben kann. Aber wenn ihr mal ehrlich seit wären die meisten Antworten nicht so radikal ausgefallen, wenn ich erzählt hätte, dass unsere Meinungsverschiedenheiten daraus bestehen würden, dass er in die Kirche geht, während ich Sonntags ausschlafen will. Und dass er unser Kind taufen lassen möchte, während mir das egal ist, bzw ich das nicht unbedingt möchte.

Eure Aussagen hören sich an wie mathematische Berechnungen. Wenn eine Voraussetzung nicht gegeben ist, dann geht die Rechnung nicht auf. Das Problem dabei ist nur: Mathematik ist immer entweder oder. Aber im wirklichen Leben ist nicht immer alles schwarz oder weiß. Wenn bestimmte Vorraussetzungen nicht gegeben sind, muss nicht immer alles schlecht sein. Ich habe nicht gesagt dass ich total unglücklich mit ihm bin, Ich habe nur eine von mehreren Fassaden meines Ehelebens mit euch geteilt. Viel zu wenig Informationen für euch, um über Leben oder Tod einer Beziehung zu entscheiden.

Ich hoffe nur, dass andere, denen ihr die Trennung von Personen empfohlen habt, die ihr nicht mal kennt, nicht euretwegen eine Entscheidung getroffen haben, die sie ihr Leben lang bereuen.

Nochmal vielen Dank, dass ihr mich wenigstens um die Erfahrung reicher gemacht habt, dass die Vorurteile noch lange nicht beseitigt wurden.

Lg

Nadine

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16. September 2013 um 17:16
In Antwort auf genie_12572050

Liebe Freunde
Ich danke euch für die Antworten. Auch wenn es hier gleich Kritik hagelt, bin ich euch trotzdem sehr dankbar, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, mir zu antworten.

Ich muss sagen, dass mich die meisten Antworten eher traurig gemacht haben, als mich zu trösten. Das was ich da geschrieben habe ist nur ein Abschnitt aus meiner Beziehung mit meinem Ehemann. Diesen winzigen Abschnitt zu nehmen und mir zu empfehlen auf Grund dessen die Beziehung zu beenden, finde ich unangebracht.

Dass ich mit dem falschen Mann verheiratet bin, darf meiner Meinung nach auch niemand sagen, der ihn oder mich nicht kennt. Ich habe euch nicht gefragt ob ich mich trennen soll oder nicht. Das stand außer Frage. In jeder Beziehung gibt es Probleme. Ich bin aber nicht der Meinung, dass Außenstehende das Recht haben, jemandem eine Entscheidung wie Trennung abzunehmen.

Ich finde mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein. Ich bin ja auch kein Teenager mehr, der von seiner ersten großen Liebe spricht und so blind auf den Augen ist, dass er das große Unheil nicht sieht.

Ich glaube, ich hätte nicht erwähnen dürfen, dass er Moslem ist. Seid mal ehrlich. Hätte ich das nicht erwähnt, wären einige Kommentare anders ausgefallen, meint ihr nicht? Meinungsverschiedenheiten hat man immer. Und ich gebe auch zu, dass es gerade bei solchen Unterschieden in den Kulturen öfter Meinungsverschiedenheiten geben kann. Aber wenn ihr mal ehrlich seit wären die meisten Antworten nicht so radikal ausgefallen, wenn ich erzählt hätte, dass unsere Meinungsverschiedenheiten daraus bestehen würden, dass er in die Kirche geht, während ich Sonntags ausschlafen will. Und dass er unser Kind taufen lassen möchte, während mir das egal ist, bzw ich das nicht unbedingt möchte.

Eure Aussagen hören sich an wie mathematische Berechnungen. Wenn eine Voraussetzung nicht gegeben ist, dann geht die Rechnung nicht auf. Das Problem dabei ist nur: Mathematik ist immer entweder oder. Aber im wirklichen Leben ist nicht immer alles schwarz oder weiß. Wenn bestimmte Vorraussetzungen nicht gegeben sind, muss nicht immer alles schlecht sein. Ich habe nicht gesagt dass ich total unglücklich mit ihm bin, Ich habe nur eine von mehreren Fassaden meines Ehelebens mit euch geteilt. Viel zu wenig Informationen für euch, um über Leben oder Tod einer Beziehung zu entscheiden.

Ich hoffe nur, dass andere, denen ihr die Trennung von Personen empfohlen habt, die ihr nicht mal kennt, nicht euretwegen eine Entscheidung getroffen haben, die sie ihr Leben lang bereuen.

Nochmal vielen Dank, dass ihr mich wenigstens um die Erfahrung reicher gemacht habt, dass die Vorurteile noch lange nicht beseitigt wurden.

Lg

Nadine

Haha
sauber abserviert

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16. September 2013 um 18:58

Ja, schreib auch Du Dir das hinter die Löffel, lana!

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17. September 2013 um 14:48

"Wenn man nicht mit Kitik umgehen kann,....."
bla bla bla. Ist wohl ein Standardspruch hier, wenn man euch nicht vor Dank die Füße küsst. Dabei seid doch ihr diejenigen die nicht mit Kritik umgehen könnt. Mein letzter Beitrag war eine Kritik an euch, und offensichtlich könnt ihr überhaupt nicht damit umgehen. Deshalb auch die alte Leier. Weil ihr eigentlich keine Antwort darauf habt.

Ich will auch gar nicht weiter darauf eingehen.....Ich bitte nur diejenigen, die fähig und bereit sind, mir Ratschläge zu geben, wie ich die Beziehung mit meinem Mann am Leben erhalten kann, anstatt sie totzureden. Vielleicht Kompromisse, die man eingehen kann, damit man sich in genannten Punkten besser versteht? Nur mal zur Info: In unserer Beziehung gibt es ca. 1123 Punkte, und vielleicht in 3 davon verstehen wir uns nicht. Trennungsgrund? Wer nicht dieser Meinung ist, sondern mir in diesen wenigen Konflikten Abhilfe verschaffen kann, möge mir bitte eine PN schreiben.


Vielen Dank


lg


Nadine

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17. September 2013 um 15:40
In Antwort auf genie_12572050

"Wenn man nicht mit Kitik umgehen kann,....."
bla bla bla. Ist wohl ein Standardspruch hier, wenn man euch nicht vor Dank die Füße küsst. Dabei seid doch ihr diejenigen die nicht mit Kritik umgehen könnt. Mein letzter Beitrag war eine Kritik an euch, und offensichtlich könnt ihr überhaupt nicht damit umgehen. Deshalb auch die alte Leier. Weil ihr eigentlich keine Antwort darauf habt.

Ich will auch gar nicht weiter darauf eingehen.....Ich bitte nur diejenigen, die fähig und bereit sind, mir Ratschläge zu geben, wie ich die Beziehung mit meinem Mann am Leben erhalten kann, anstatt sie totzureden. Vielleicht Kompromisse, die man eingehen kann, damit man sich in genannten Punkten besser versteht? Nur mal zur Info: In unserer Beziehung gibt es ca. 1123 Punkte, und vielleicht in 3 davon verstehen wir uns nicht. Trennungsgrund? Wer nicht dieser Meinung ist, sondern mir in diesen wenigen Konflikten Abhilfe verschaffen kann, möge mir bitte eine PN schreiben.


Vielen Dank


lg


Nadine

Und nochmal
sauber abserviert


Ich denke: reden, reden, reden ist das Beste. Mit jedem Gespräch wird klarer, wo man selbst steht und wo der andere steht und das Verständnis füreinander besser.

So die Theorie. Und soweit ich das sehe, bist Du ja kompromissbereit und suchst. Da kann Dir niemand etwas sagen, wo Du nicht selbst drauf kommst. Mein Rat bleibt derselbe: Gute Gedanken, weiterdenken!

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17. September 2013 um 16:33
In Antwort auf genie_12572050

Liebe Freunde
Ich danke euch für die Antworten. Auch wenn es hier gleich Kritik hagelt, bin ich euch trotzdem sehr dankbar, dass ihr euch die Mühe gemacht habt, mir zu antworten.

Ich muss sagen, dass mich die meisten Antworten eher traurig gemacht haben, als mich zu trösten. Das was ich da geschrieben habe ist nur ein Abschnitt aus meiner Beziehung mit meinem Ehemann. Diesen winzigen Abschnitt zu nehmen und mir zu empfehlen auf Grund dessen die Beziehung zu beenden, finde ich unangebracht.

Dass ich mit dem falschen Mann verheiratet bin, darf meiner Meinung nach auch niemand sagen, der ihn oder mich nicht kennt. Ich habe euch nicht gefragt ob ich mich trennen soll oder nicht. Das stand außer Frage. In jeder Beziehung gibt es Probleme. Ich bin aber nicht der Meinung, dass Außenstehende das Recht haben, jemandem eine Entscheidung wie Trennung abzunehmen.

Ich finde mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein. Ich bin ja auch kein Teenager mehr, der von seiner ersten großen Liebe spricht und so blind auf den Augen ist, dass er das große Unheil nicht sieht.

Ich glaube, ich hätte nicht erwähnen dürfen, dass er Moslem ist. Seid mal ehrlich. Hätte ich das nicht erwähnt, wären einige Kommentare anders ausgefallen, meint ihr nicht? Meinungsverschiedenheiten hat man immer. Und ich gebe auch zu, dass es gerade bei solchen Unterschieden in den Kulturen öfter Meinungsverschiedenheiten geben kann. Aber wenn ihr mal ehrlich seit wären die meisten Antworten nicht so radikal ausgefallen, wenn ich erzählt hätte, dass unsere Meinungsverschiedenheiten daraus bestehen würden, dass er in die Kirche geht, während ich Sonntags ausschlafen will. Und dass er unser Kind taufen lassen möchte, während mir das egal ist, bzw ich das nicht unbedingt möchte.

Eure Aussagen hören sich an wie mathematische Berechnungen. Wenn eine Voraussetzung nicht gegeben ist, dann geht die Rechnung nicht auf. Das Problem dabei ist nur: Mathematik ist immer entweder oder. Aber im wirklichen Leben ist nicht immer alles schwarz oder weiß. Wenn bestimmte Vorraussetzungen nicht gegeben sind, muss nicht immer alles schlecht sein. Ich habe nicht gesagt dass ich total unglücklich mit ihm bin, Ich habe nur eine von mehreren Fassaden meines Ehelebens mit euch geteilt. Viel zu wenig Informationen für euch, um über Leben oder Tod einer Beziehung zu entscheiden.

Ich hoffe nur, dass andere, denen ihr die Trennung von Personen empfohlen habt, die ihr nicht mal kennt, nicht euretwegen eine Entscheidung getroffen haben, die sie ihr Leben lang bereuen.

Nochmal vielen Dank, dass ihr mich wenigstens um die Erfahrung reicher gemacht habt, dass die Vorurteile noch lange nicht beseitigt wurden.

Lg

Nadine

Liebe dinid1,
es ist mir sehr wohl bewusst, dass mit solchen Aussagen vorsichtig umgehen sollte. Dass es sich bei dir / euch um Moslems handelt, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht und habe es erst aus späterer Lektüre weiterer Beiträge in diesem Fred erschließen können.

Auch möchte ich dich nicht mit zu harten Worten verletzen, aber mir scheint, du machst dir selbst etwas vor. Wenn du z.B. von 1173 Punkten sprichst, die passen und 3, die es nicht tun.

Die Entscheidung über eine Trennung von deinem Partner wirst du selbst treffen müssen, da sie etwas ist, was nur dich selbst etwas angeht, genauso wie du noch viele Jahre glücklich mit ihm zusammen leben kannst.

Ich habe dir lediglich meine Eindrücke geschildert, welche sich aus deinem Posting ergeben haben, wenn du eine andere Meinung haben solltest, so ist es deine Sache. Ich will dir auch nicht unterstellen, du seiest unbelehrbar o.ä.

Ich wünsche dir alles Gute, sehe aber für eure Beziehung keine positive Zukunft,
Christoph

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Beziehung kurz vor dem Aus?!
Von: june19961
neu
17. September 2013 um 14:26
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