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Angst vor der Entscheidung

20. August 2010 um 8:50

Hallo.
Ich bin immerwieder stille Mitleserin dieses Forums gewesen und habe mich nun durchgerungen, mich endlich anzumelden.
Natürlich nicht ohne Grund, denn mich beschäftigt seit einigen Wochen ein bzw. mehrere Probleme...

Ich gebe euch zuerst ein paar Hintergrund Informationen:
Mit 14 Jahren wurde ich Vollweise, bin zu meiner Schwester gezogen und wurde 4 Monate später von Ihrem Mann missbraucht.
Einzug in eine MädchenWG mit Teilzeit Betreuung. Ich bin sehr schnell selbstständig geworden und somit mit 16 Jahren in meine erste eigene Wohnung gezogen.
Natürlich lag die Wohnung im gleichen Haus, wie die Wohnung meines (inzwischen) Ex-Freundes, denn ich mit 15 kennengelernt habe.
mit 18 jahren bin ich mit Ihm zusammen etwa 500km weit weg nach Hessen gezogen, weil er hier beruflich Zukunft hatte.
Er fing an mich einzusperren, meine Kontokarte einzubehalten, wurde agressiv- weil ich es nicht geschafft hatte, rechtzeitig die Bremse zu ziehen.
Letztes Jahr starben meine Tante und mein Onkel innerhalb von 10 Tagen- nun hatte ich außer meine beiden Schwestern keinerlei Familie mehr.
Zuhause wurde es immer schlimmer, und da ich durch einen Welpen (den ich gefunden hatte) einen anderen Mann kennen und lieben gelernt hatte, habe ich endlich die Kraft gehabt, mich von meinem Ex zutrennen...

Die Trennung verlief alles andere als sauber.
Ich bin Morgens abgehauen, da ich sehr große Angst hatte, dass er wieder agressiv werden könnte und sofort zu meinem neuen (jetztigen) Freund und seiner 3Jahre älteren (älter als ich) Tochter gezogen.
Der erste Monat lief gut, danach gabs nurnoch Probleme mit ihr- so dass sie ausziehen musste.

Da ich in einer Nacht und Nebel aktion von meinem Ex geflüchtet bin, habe ich- bis auf ein paar andenken an meine Mutter und ein paar wenigen persönlichen Dingen, nichts mitnehmen können.

Das ganze ist nun über ein Jahr her.

Wie in jeder Beziehung haben wir höhen und tiefen gehabt.
Inzwischen befinden wir uns an einem Punkt, an dem es tiefer nicht mehr gehen könnte- ich fühle mich garnicht mehr wohl und ich glaube fast- dass es ihm genauso geht.

Nun komme ich aber mal zu den Dingen, die mich beschäftigen.

Ich habe angst vor der Trennung.
Ich habe Angst davor, dass ich es bereuhe, mich getrennt zu haben und ich habe ebenso angst davor, dass ich in einem Jahr feststelle, dass es besser gewesen wäre, mich vor einem Jahr zu trennen... Er ist ein wirklich lieber Mensch, 30 Jahre älter als ich- er kümmert sich liebevoll um mich und dass ich ihn kennengelernt habe, war wohl zu diesem Zeitpunkt, dass beste, was hätte passieren können.

Aber man entwickelt sich weiter- und ich glaube, wir haben uns einfach zu sehr entfernt.
Durch unsere vielen Streiterein ist auch viel Kaputt gegangen, Gefühle wurden durch worte verletzt, vertrauen hat gelitten- und das obwohl wir uns immer treu waren- die ganzen Probleme entstehen aus dem Alltag heraus.
Vielleicht ist es auch der altersunterschied.
Ich nerve ihn z.B. oft, weil er nicht mehr mit mir schläft und ich dass sehr vermisse und sehr drunter leide.
Auch seine Tochter haut uns immer wieder in die Beziehung.

Nun hab ich angefangen nachzudenken, ob es nicht vielleicht besser wäre, wenn wir beide eigene Wege gehen.
Mit einer sauberen Trennung wo nicht unnötig noch mehr Gefühle verletzt werden.

Seit dem ich diesen Gedanken im Kopf habe, machen sich bei mir nun aber pure existensängste breit.
Ich habe ja GARNICHTS.
Ich habe weder ein Kopfkissen, noch Geschirr, nichtmal Stuhl, Tisch, Matratze- ich habe garnichts außer mir selbst, ein paar Klamotten und eine Kiste voll Erinnerungen.

Da ich nichtmal mehr Eltern habe, die mir in der Anfangsphase unter die Arme greifen können- und damit meine ich nicht Finanziell, weiß ich wirklich nicht, wie ich eine Trennung bewerkstelligen soll- oder wo ich hilfe bekomme.

Ich habe einen Job- verdiene aber nicht sehr viel- gut 800-900 Euro netto, je nachdem wieviel ich arbeite.
Damit könnte ich mir nichtmal eine Kaution für eine neue Wohnung leisten. Abzüglich der Monatskarte von 120 Euro bleibt im Falle einer Trennung so gut wie nichts mehr über.

Ich weiß nicht, wie ich das alleine schaffen soll und verzweifel langsam.
Es wäre ihm gegenüber unfair- nur deswegen zu bleiben.
Zumal der Zustand daheim, mich auch langsam aber sicher kaputt macht.

Das war erstmal mein größtes Problem,
Vielleicht kennt sich jemand von euch aus und kann mir tipps geben, ob und wenn ja, wo ich mir hilfe suchen kann.

Danke fürs Lesen
Liebe Grüße



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20. August 2010 um 8:53

Ohje...
... ich sehe grad, dass es keine edit-funktion gibt.
Möcht mich für meine Rechtschreibfehler entschuldigen, es heißt natürlich Vollwaise um nur einen Fehler zu nennen.- war ein bisschen zu schnell und habe das Thema zu flott erstellt.
Entschuldigt bitte.

Liebe Grüße

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20. August 2010 um 8:58
In Antwort auf joyandsorrow

Ohje...
... ich sehe grad, dass es keine edit-funktion gibt.
Möcht mich für meine Rechtschreibfehler entschuldigen, es heißt natürlich Vollwaise um nur einen Fehler zu nennen.- war ein bisschen zu schnell und habe das Thema zu flott erstellt.
Entschuldigt bitte.

Liebe Grüße


ohje
du arme
es tut mir sehr sehr leid, dass es dir so schlecht ergangen ist
kannst du verscuhen eure probelem mit deinem neuen partner zu besprechen?
vielleicht muss es kein beziehungsaus sein? möglicherweise helfen euch schon getrennte wohnungen?
es könnte dir für die beziehung helfen, wenn du dich nicht abhängig fühlen müsstst.

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20. August 2010 um 9:14

Liebe Joy

zuersteinmal tut es mir wirklich für die vielen Schicksalsschläge, die du schon durchleben musstest in deinem jungen Leben. Kein Wunder, dass dir das Selbstbewußtsein und der Mut fehlte, dich schneller von deinem gewalttätigen Psycho-Ex zu trennen. ABER du hast es geschafft! Darauf kannst du stolz sein und das Leben wird auch weitergehen, wenn du deinen jetzigen Partner nicht mehr hast, der vielleicht doch eher ein Vater-Ersatz oder besser gesagt ein Kümmerer war/ist. Du sagst er kümmert sich noch liebevoll um dich. Ihr streitet aber, habt kaum Sex etc, du merkst ihr fühlt euch beide nicht wohl.
Sprich ihn in Ruhe (keine Tochter da, nicht zwischen Tür und Angel, ohne Vorwürfe und nicht auf die Träünendrüse drücken) darauf an. Sag, du hast das Gefühl, er fühlt sich nicht mehr wohl mit dir, du selber bemerkst auch einige Defizite. Redet miteinander, ob euch noch Liebe verbindet oder eher Freundschaft (von deiner Seite aus) und Mitleid, Wohlwollen und Pflichtgefühl (von seiner Seite aus).
Schaut, ob ihr eure Beziehung retten könnt oder ob ihr euch lieber in Freundschaft trennt. So wie ich lese, ist er ein leibevoller Mensch, ich denke nicht, dass er dich ohne alles auf die Strasse setzt. Vielleicht kannst du noch ein bisschen da wohnen und etwas sparen, vielleicht hilft er dir, günstig an Möbel zu kommen.

Aber erst mal einen Schritt nach dem anderen: erstmal klären, ob ihr beide noch eine Zukunft für euch sehr (gefühlsmäßig) und wenn ja unter welche Umständen. Wenn nein, dann über Möglichkeiten der Trennung reden. Ich denke ihm ist schon bewußt, dass du sehr abhängig von ihm bist, was weder für dich noch für ihn leicht ist. Wenn es gut läuft, ist das kein Problem, wenn es schlecht läuft, redet man nicht offen miteinander, weil der eine Angst vor den Folgen hat (Existenzangst) und der andere Mitleid hat und sich auch Sorgen macht, wie der andere dann klarkommt (denn ganz egal wirst du ihm ja auch nicht sein). Also musst DU den Schritt des Gespräch suchens machen.

Sollte es wirklich zur Trennung kommen, hole dir bitte einen Termin beim Amt, lass dich beraten, ob dir bei deinem kleinen Gehalt nicht ein Mietzuschuss und der Anspruch auf Möbel aus einem Sozialkaufhaus hast. Google doch mal rum, du bist ja nicht die einzige, für die es finanziell eng in diesem Lande ist.

Alles Gute und liebe Grüsse

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20. August 2010 um 9:39

Danke für eure schnellen antworten
Hallo,
danke für eure schnellen Antworten. Es tut gut, einfach mal andere Meinungen zu hören- vorallem von außenstehenden, die nicht immer vorbelastet sind, weil sie uns beide kennen.

Ja, er ist ein lieber, fürsorglicher Mensch, aber er rastet eben auch sehr schnell aus und verletzt mich oft mit dingen(Worten!) die er mir an den kopf wirft.
Aber dass ist jetzt nicht grundlage der diskusion- fakt ist, wenn ich den richtigen moment erwische, kann ich vernünftig mit ihm reden- und das ist viel wert.

Jedoch haben wir schon viel gesprochen und geredet.
Er sagt selbst, er weiß nicht, ob wir es schaffen.
Wir legen beide viel Hoffnung in unseren Urlaub im September und ich denke, danach wird und muss auch eine Entscheidung fallen.
Er kann so ein Arsch sein. Ich bin aber auch ein stückweit zu sensibel.

Mir ging es vorallem darum, im Vorfeld meine Möglichkeiten zu kennen, eben weil ich mich und ihn davor schützen möchte, dass ich aus reinen existenzängsten, dann doch bei ihm bleibe bzw. er auch nicht traut sich zu trennen.
Ich denke einfach, es wäre für uns beide leichter, wenn wir schon im Vorfeld wissen würden, wie es für uns beide, auch auf getrennten wegen, weitergehen würde.
Das schützt uns beide davor, nur wegen dem geld o.ä, bei einander zu bleiben.

Ich spiele auch mit dem gedanken, mich bei meiner ehemaligen Vormünderin zu melden und dort nach möglichkeiten der hilfe von ämtern nachzufragen.
möchte aber mich nicht lächerlich machen, sollten wir uns für die beziehung entscheiden...

schwierige situation momentan...
Ich bin selbst überrascht, wie "locker" ich mich der Situation momentan füge- ich habe panische verlustängste und angst davor, alleine zu sein- aber dass kann ich momentan gut unterdrücken- klar ich weine viel, viel zu viel- was auch meinen freund stört und oft sauer macht, weil ihm es natürlich auch weh tut, wenn er mit mir über unsere probleme spricht und ich nur am heulen bin... aber dafür kann ich nichts, mir schießen die tränen in die augen, ob ich will oder nicht,


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20. August 2010 um 10:00
In Antwort auf joyandsorrow

Danke für eure schnellen antworten
Hallo,
danke für eure schnellen Antworten. Es tut gut, einfach mal andere Meinungen zu hören- vorallem von außenstehenden, die nicht immer vorbelastet sind, weil sie uns beide kennen.

Ja, er ist ein lieber, fürsorglicher Mensch, aber er rastet eben auch sehr schnell aus und verletzt mich oft mit dingen(Worten!) die er mir an den kopf wirft.
Aber dass ist jetzt nicht grundlage der diskusion- fakt ist, wenn ich den richtigen moment erwische, kann ich vernünftig mit ihm reden- und das ist viel wert.

Jedoch haben wir schon viel gesprochen und geredet.
Er sagt selbst, er weiß nicht, ob wir es schaffen.
Wir legen beide viel Hoffnung in unseren Urlaub im September und ich denke, danach wird und muss auch eine Entscheidung fallen.
Er kann so ein Arsch sein. Ich bin aber auch ein stückweit zu sensibel.

Mir ging es vorallem darum, im Vorfeld meine Möglichkeiten zu kennen, eben weil ich mich und ihn davor schützen möchte, dass ich aus reinen existenzängsten, dann doch bei ihm bleibe bzw. er auch nicht traut sich zu trennen.
Ich denke einfach, es wäre für uns beide leichter, wenn wir schon im Vorfeld wissen würden, wie es für uns beide, auch auf getrennten wegen, weitergehen würde.
Das schützt uns beide davor, nur wegen dem geld o.ä, bei einander zu bleiben.

Ich spiele auch mit dem gedanken, mich bei meiner ehemaligen Vormünderin zu melden und dort nach möglichkeiten der hilfe von ämtern nachzufragen.
möchte aber mich nicht lächerlich machen, sollten wir uns für die beziehung entscheiden...

schwierige situation momentan...
Ich bin selbst überrascht, wie "locker" ich mich der Situation momentan füge- ich habe panische verlustängste und angst davor, alleine zu sein- aber dass kann ich momentan gut unterdrücken- klar ich weine viel, viel zu viel- was auch meinen freund stört und oft sauer macht, weil ihm es natürlich auch weh tut, wenn er mit mir über unsere probleme spricht und ich nur am heulen bin... aber dafür kann ich nichts, mir schießen die tränen in die augen, ob ich will oder nicht,


...
Also es wäre mehr als dumm, sich NICHT über die Konsequenzen einer Trennung beraten zu lassen, weil sie ja doch eine akute Möglichkeit ist. Niemand wird dich als lächerlich bezeichnen nur weil du dich umfassend informierst und ihr dann doch zusammenbleiben solltet. Lächerlich wäre es, blauäugig es einfach mal draufankommen zu lassen.

Also versucht nocheinmal ernsthaft miteinander zu sprechen und dann entscheidet, wie es weitergeht. Vielleicht ja auch mit ein wenig von beidem: du suchst dir (so du weißt wie du es finanzieren kannst) eine eigene Wohnung, versuchst also mehr auf eigenen Beinen zu stehen, und ihr bleibt trotzdem zusammen aber ohne Druck des Müssens. Denke zwar, dass es trotzdem schwierig wird, allein wegen des Alters- und damit Lebenserfahrungsunterschieds aber es gibt auch immer Ausnahmen.

Ansonsten versuch dir einen kleinen aber feinen Freundeskreis aufzubauen, der dir ein bisschen die Familie ersetzt, die du verloren hast, ganz geht das ja sowieso nicht. Der für dich da ist, egal ob du einen Mann an deiner Seite hast oder nicht. Und deine Erlebnisse, die nun wirklich JEDEN Menschen aus der Bahn werfen würden, mal mit therapeutischer Hilfe aufzuarbeiten, wäre auch nicht die schlechteste Entscheidung, die du für dein Leben treffen kannst (so du das nicht schon machst).

Lg

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