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Angst vor Beziehung & Ekel vor Sex

21. März 2012 um 21:07

Hallo erst ein Mal

Ich weiss gar nicht recht wie ich anfangen soll. Ich werde bald 18 und wurde vor 3 Jahren vergewaltigt. Vielleicht war ich auch selber etwas daran Schuld, weil ich gleich allen Menschen vertraut habe. Zuvor hatte ich nur so eine "Teenie-Beziehung", aber noch keinen Sex.
Und seit dieser Nacht hatte ich auch noch keine Beziehung oder Sex.
Auf der einen Seite sehne ich mich nach einem Mann, der mich liebt und mir Sicherheit gibt. Aber auf der anderen Seite habe ich ziemlich Angst vor einer Beziehung.

Ich bin eigentlich sehr aufgestellt und kontaktfreudig. Ich habe viele Freunde und geniesse mein Leben. Mit der Vergewaltigung vor 3 Jahren, kann ich eigentlich auch ganz gut umgehen.

Nur eben, wenn ich Männer kennen lerne und merke sie haben Interesse an mir. Wir haben ein paar Dates. Aber dann ist bei mir fertig. Ich geniesse noch eine sanfte Umarmung, aber schon wenn er mich versucht zu küssen, schaltet es bei mir aus. Ich ekle mich davor, ich ekle mich schon beim Gedanken an Sex. Und deshalb breche ich dann auch immer den Kontakt ab und lass es lieber.

Hat jemand ähnliche Erfahrung gemacht? Oder hat Tipps für mich, wie ich das in den Griff bekomme oder was ich machen soll?

Vielen lieben Dank im Vorraus für eure Antworten.

Mia

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21. März 2012 um 22:08

Jaein
Ehrlich gesagt, habe ich vor ca. 6 Monaten einen Termin gemacht bei so einer Jugendhilfstelle und bin auch hingegangen. Aber mein Mund war wie zugeschnürt und ich konnte nicht darüber reden. Zum 2ten Termin bin ich dann nicht mehr gegangen....
Und auch sonst habe ich es niemandem erzählt. Ich schäme mich dafür. Und ich will nicht das irgendjemand anders über mich denkt.
An eine Anzeige mag ich ehrlich gesagt nicht mal denken. Wenn ich es nicht mal einer Psychiaterin erzählen konnte, wie soll ich es dann der Polizei erzählen? Und nach 3 Jahren, interessiert das doch kein Schwein mehr. Ich will nicht das, das irgendwie ein grosses Geschrei darum gemacht wird. Und schon gar nicht das meine Mutter davon erfährt, weil sie sehr, sehr entäuscht von mir wäre.

Deshalb habe ich gehofft, ich bringe das selber hin.

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22. März 2012 um 11:09

In größeren Städten gibt es oft einen 'Frauennotruf' oder einen ähnlichen Verein
Diese Notrufe bieten Hilfe für Frauen an, welche in irgendeiner Form mit sexualisierter Gewalt konfrontiert sind. Vielleicht gibt es so etwas bei Dir in der Nähe?
Oft haben sie eine Art Seelsorgenummer, wo Du ganz anonym von Deiner Lage erzählen kannst. Falls Du irgendwann bereit dazu bist, helfen sie Dir auch bei weiteren Schritten.

LG, IAH

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22. März 2012 um 11:18

Kenn ich
im selben alter wie du ist mir dasselbe geschehen und meine reaktion darauf war dieselbe.

lass dich nicht stressen, dass du einen freund haben willst oder alle welt dich danach fragt. irgendwann wirst du jemanden kennenlernen, bei dem du dich auch koerperlich wohlfuehlst. du musst nichts machen, was du nicht magst und kannst.

und ob ein psychologe da so helfen kann ...

als meine eltern es ein jahr spaeter erfahren haben, waren sie geschockt und koennen damit auchheute noch, ueber zwanzig jahre spaeter nicht damit umgehen. ich weiss nicht, ob es wirklich geholfen hat, mich denen anzuvertrauen.

mir persoenlich hat zeit geholfen und selbstvertrauen und innige freundschaften. irgendwann konnte ihc dann auch stueck fuer stueck das koerperliche zulassen bei einem mann. aber das war anfangs oft noch sehr verkrampft gewesen ebi mir - z.b. hatte ich einen freund als ich 19 war (1 jahr lang) und mit dem ist ausser kuscheln und kuessen nix weiter gelaufen. es hat ihn ganz schoen frustriert. aber nunja, da musste er halt durch, denn was ich nicht wollte,w ollte ich nicht. und ich denke mal so sollst du dich auch verhalten. was du nicht magst, das machst du auch nicht. sei dir sicher, dass du genau in dich hineinfuehlen kannst und sei bestimmt, wenn du irgendwo einen rigel vorschiebst. so kann dein gegenueber auch damit umgehen. klar hoert man dann oft mal bloede sprueche, doch am ende bist du es, die sich gut fuehlen musst, mit dem was du machst.

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22. März 2012 um 13:15
In Antwort auf rhetta_12350374

Kenn ich
im selben alter wie du ist mir dasselbe geschehen und meine reaktion darauf war dieselbe.

lass dich nicht stressen, dass du einen freund haben willst oder alle welt dich danach fragt. irgendwann wirst du jemanden kennenlernen, bei dem du dich auch koerperlich wohlfuehlst. du musst nichts machen, was du nicht magst und kannst.

und ob ein psychologe da so helfen kann ...

als meine eltern es ein jahr spaeter erfahren haben, waren sie geschockt und koennen damit auchheute noch, ueber zwanzig jahre spaeter nicht damit umgehen. ich weiss nicht, ob es wirklich geholfen hat, mich denen anzuvertrauen.

mir persoenlich hat zeit geholfen und selbstvertrauen und innige freundschaften. irgendwann konnte ihc dann auch stueck fuer stueck das koerperliche zulassen bei einem mann. aber das war anfangs oft noch sehr verkrampft gewesen ebi mir - z.b. hatte ich einen freund als ich 19 war (1 jahr lang) und mit dem ist ausser kuscheln und kuessen nix weiter gelaufen. es hat ihn ganz schoen frustriert. aber nunja, da musste er halt durch, denn was ich nicht wollte,w ollte ich nicht. und ich denke mal so sollst du dich auch verhalten. was du nicht magst, das machst du auch nicht. sei dir sicher, dass du genau in dich hineinfuehlen kannst und sei bestimmt, wenn du irgendwo einen rigel vorschiebst. so kann dein gegenueber auch damit umgehen. klar hoert man dann oft mal bloede sprueche, doch am ende bist du es, die sich gut fuehlen musst, mit dem was du machst.

Danke für deine Antwort.
Danke für deine Antwort. Ich glaube meine Mum würde gleich reagieren oder mich zum Psychiater zerren und das solange bis der sagt, das es okei ist. Das hatten wir schon ein Mal, als mein Vater sich verpisst hat und ich aus Trotz dann angefangen hatte zu ritzen. Das will ich nicht noch ein Mal....

Ja Zeit, nur geht das so lange =(. Ich dachte nach 1 oder 2 Jahren habe ich das vergessen, aber nichts ist.
Ich bin jetzt jung und möchte jetzt mein Leben leben können und auch ein Mal verliebt sein =(. Und nicht erst mit 60.

Vielleicht kannst du das ja verstehen.... Aber wahrscheinlich, bringt es gar nichts, mir jetzt einen Freund suche und so tun als wäre nichts. Dann überschreite ich meine eigenen Grenzen und bin am Schluss gleich weit wie jetzt.

Aber ich möchte auch keinen Freund haben und von ihm dann verlangen, das er zumindest in der ersten Zeit auf Sex verzichtet. Ist ja glaub nicht so einfach für Männer....

Das Leben könnte so einfach sein, wenn es solche Menschen nicht geben würde. Aber so ist es immer wieder ein riesiges Gefühlschaos......

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23. März 2012 um 12:45
In Antwort auf jozefo_12534198

Danke für deine Antwort.
Danke für deine Antwort. Ich glaube meine Mum würde gleich reagieren oder mich zum Psychiater zerren und das solange bis der sagt, das es okei ist. Das hatten wir schon ein Mal, als mein Vater sich verpisst hat und ich aus Trotz dann angefangen hatte zu ritzen. Das will ich nicht noch ein Mal....

Ja Zeit, nur geht das so lange =(. Ich dachte nach 1 oder 2 Jahren habe ich das vergessen, aber nichts ist.
Ich bin jetzt jung und möchte jetzt mein Leben leben können und auch ein Mal verliebt sein =(. Und nicht erst mit 60.

Vielleicht kannst du das ja verstehen.... Aber wahrscheinlich, bringt es gar nichts, mir jetzt einen Freund suche und so tun als wäre nichts. Dann überschreite ich meine eigenen Grenzen und bin am Schluss gleich weit wie jetzt.

Aber ich möchte auch keinen Freund haben und von ihm dann verlangen, das er zumindest in der ersten Zeit auf Sex verzichtet. Ist ja glaub nicht so einfach für Männer....

Das Leben könnte so einfach sein, wenn es solche Menschen nicht geben würde. Aber so ist es immer wieder ein riesiges Gefühlschaos......

Bloss nicht zu viel Gedanken machen
Geh in allem einfach immer soweit, wie Du Dich fuehlst. Du merkst selber, wenn Du Dich nicht gut fuehlst. Ich war lange Zeit sehr verklemmt und schuechtern und habe kurz vor dem Abi in einer Kneipe angefangen zu kellnern, um zu lernen, wie ich mit Menschen und mit dummen Maenneranmachen fertigwerden kann. Das hat mir selber geholfen, weil ich eben wirklich lange nicht wusste, wie ich mich verhalten sollte, weil es alles zu praesent war.

Bis Anfang 20 konnte ich gar nicht so wirklich koerperlich jemanden an mich ranlassen. Klar hatte ich genau dasselbe wie Du gedacht, dass ich alles gerne jetzt und sofort ganz toll leben und ausleben wollte. Aber es ging eben nicht.

Und ich kann das verstehen - ich war sehr lange so darauf fixiert, dieses Trauma loszuwerden und sexuell mich ausleben zu koennen, dass es im endefekt dann doch lange gedauert hat, weil ich gar nicht an was anderes dneken konnte, jedoch mich selber ueberfordert habe.

Und das mit einem Freund - echt es ist soooo schwierig jemanden zu finden, mit dem man sich wirklich richtig gut fuehlt. Also - nur so jemanden zu haben und zu sagen, man haette einen Freund ist nicht gut.

Und klar ist es fies, wenn jemand unbedingt mit seiner Freundin schlafen moechte und es nicht geht, weil sie abblockt. Aber nunja, so ist dass dann eben. Da wuerde ich mir keine grossen GEdanken drum machen, eher eben darum, jemanden kennenzulernen, den Du wirklich magst und mit dem Du Dich auch koerperlich entspannt und gut fuehlst. Alles andere ist sonst nur schrecklich und der Ekel kommt wieder hoch, es waere nur Stress fuer Dich.

Jetzt eben, nach all den Jahren kann ich sagen, ich habe alles gut ueberwunden. Vergessen nicht, klar, wie auch, doch gut verarbeitet und es ist kein Problem mehr. Und, um Dich zu ermutigen - in meinen zwanzigern habe ich wirklich gut und ausgiebig und wunderbar gelebt und keinerlei Abneigung mehr gegen Maenner verspuert! Also sei geduldig, bis Du Dich bereit fuehlst und dann wird es toll!

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23. März 2012 um 13:03
In Antwort auf jozefo_12534198

Jaein
Ehrlich gesagt, habe ich vor ca. 6 Monaten einen Termin gemacht bei so einer Jugendhilfstelle und bin auch hingegangen. Aber mein Mund war wie zugeschnürt und ich konnte nicht darüber reden. Zum 2ten Termin bin ich dann nicht mehr gegangen....
Und auch sonst habe ich es niemandem erzählt. Ich schäme mich dafür. Und ich will nicht das irgendjemand anders über mich denkt.
An eine Anzeige mag ich ehrlich gesagt nicht mal denken. Wenn ich es nicht mal einer Psychiaterin erzählen konnte, wie soll ich es dann der Polizei erzählen? Und nach 3 Jahren, interessiert das doch kein Schwein mehr. Ich will nicht das, das irgendwie ein grosses Geschrei darum gemacht wird. Und schon gar nicht das meine Mutter davon erfährt, weil sie sehr, sehr entäuscht von mir wäre.

Deshalb habe ich gehofft, ich bringe das selber hin.


Denke bitte niemals es war/ist deine Schuld bzw irgendjemand könnte von dir enttäuscht sein. Das wurde mir jahrelang eingeredet und erst heute mit 30 weiß ich, es war weder meine Schuld, noch muss ich mich für etwas das mir damals passiert ist schämen.
Ich konnte jahrelang nicht darüber reden. Ich hab angefangen aufzuschreiben was passiert ist und das hat mir sehr geholfen. Ich habe zwar beim Schreiben jedes mal losgeheult, aber heute kann ich sogar darüber reden ohne zu weinen.
Ich hoffe, dass du bald Nähe zulassen und auch wieder glücklich sein kannst.

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