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Angst

29. Februar 2016 um 8:48

Ich denke seit Jahren täglich nur noch an Scheidung. Ich bin 21 Jahre verheiratet, wir haben 3 Kinder.
Mein Mann wirkt auf alle wie ein richtig netter und fröhlicher Kerl. Aus Scham habe ich niemandem erzählt, dass ich herausgefunden habe, dass er mich schon vor unserer Hochzeit betrogen hat, dass er mich wieder betrogen hat als unser Sohn noch ein Baby war, dass er mich in dieser Zeit gewungen hat, ein Kind abzutreiben, mit ihm bräuchte ich da nicht rechnen. Dass ich allein bin, wenn ich krank bin.... ach so viel. Ich bin jedenfalls immer allein und er sieht in seinem sonnigen Gemüt nur, wie super selbständig ich bin, erzählt das auch fröhlich herum und sonnt sich in seinem Glück, niemanden 'bemuttern' zu müssen.
Ich hab ihm mal gesagt, dass ich unglücklich über all diese Sachen bin. Ich hab ihm auch mal geschrieben, dass man für den anderen da zu sein hat, wenn es dem schlecht geht und seine Frau nicht mit einem Taxi ins Krankenhaus schicken kann, auch wenn man einen harten Tag in der Arbeit hatte und müde ist... all so Sachen, so vieles. Seine Reaktion darauf dass ich unglücklich bin war grauslich. Er ist wütend geworden und hat mich angeschrien, ob ich etwa sagen will, dass die letzten 20 Jahre Scheisse waren.

Alle denken, ich bin eine 'Macherin' immer guter Dinge und schaffe alles.
Aber ich bin auch müde. Vollkommen müde und erledigt, immer. Und müde mir das selber erklären zu wollen. Liebe mach blind und Angst davor verlassen zu werden, lässt einen vieles 'verniedlichen'.

Eine winzige Kleinigkeit hat das Fass vor einigen Jahren zum Überlaufen gebracht. Lächerlich eigentlich: Er sagte, ich solle an den Bankomat gehen und Geld holen, er müsse es unserer Tochter geben, damit sie das Weihnachtsgeschenk für mich besorgen kann. Seither graut mir davor, von diesem gleichgültigen Mensch so sehr abhängig zu sein.

Es geht mir aber inzwischen so dermaßen schlecht, dass ich weder ein noch aus weiss. Ich denk manchmal ich werde verrückt, und meine Kinder müssen das auch denken.
Sie sind ganz sicher nicht glücklich mit einem solchen Zombie als Mutter, aber ich schaffs einfach nicht mehr, probiere an gute Sachen zu denken, aber alles wirkt aussichtlos.
Ich heule mich morgens aus wenn alle weg sind, weil es mich etwas erleichtert und es dann einfacher wird, Dinge zu erledigen.
Ich bin nach außen aktiv und engagiert, bringe es aber nicht fertig, jemandem meine Probleme anzuvertrauen. Ich habe das vor Jahren einmal getan, und man hat sich von mir abgewendet, ich hab eine Freundin verloren. Die wohl keine war. Das will ich nicht nochmal. Und ich will auch nicht öffentlich schmutzige Wäsche waschen, es kommt doch auf einen selbst zurück, und die Leute tratschen. Ich will einfach nur, dass er geht.

Ich war sogar bei einer Therapie, habe aber dort den Mund nicht aufbekommen, nicht gesagt, was mir wirklich fehlt, und habe das nach wenigen Sitzungen abgebrochen.

Ich hasse und verachte meinen Mann für seine egoistische Verlogenheit und Gleichgültigkeit, schäme mich sehr, das alles mitgemacht zu haben. Wahrscheinlich hab ich auch eine gesunde Portion Selbsthass.

Ich würde mal sagen, wir sind recht wohlhabend. Ich habe nicht viele Ansprüche und es könnt mir glaube ich auch allein gut gehen.
Ich habe 2 große Probleme: Das erste ist ein Ehevertrag in dem wir komplett auf gegenseitigen Unterhalt und Rentenausgleich verzichtet haben. Ich hatte einen guten Beruf und habe ihn für die Familie aufgegeben. Ist ok, aber ich habe keinerlei Rente. 100 EUR oder so, nicht der Rede wert.
Das zweite sind die 3 Kinder. Ich habe nicht die Kraft sie aufzufangen, überhaupt nicht. Ich weiss nicht was ich ihnen sagen soll, sie sehen nur, dass ich eine ewig meckernde Mutter bin und der Vater ganz lustig. Ich kann ihnen aber nicht sagen, was er alles getan hat, niemals. Ich will aber auch nicht die Schuldige sein.

Kann ich es mit diesem Ehevertrag überhaupt wagen, die Scheidung einzureichen? Ich bin ja vollkommen erledigt wenn ich das tue? Meine Abhängigkeit lässt mich verzweifeln. Ich hätte wohl ein Haus, aber das kann ich nichtmal unterhalten, schon gar nicht mehr im Alter. Ich wünsche es ja niemandem, aber ich wünschte jemand in ähnlicher Situation könnte mir raten, was ich am besten tun muss.







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18. März 2016 um 5:26

Danke, aber ich bin zu schwach
.... ich bekomms einfach nicht fertig, die Angst lähmt mich. Ich steh vor einer Anwaltskanzlei und bekomme es nicht hin, reinzugehen. Ich habe andere Termine und sage sie ab, weil ich es einfach nicht schaffe. Ich bin jetzt seit 3.30 Uhr wach mit Herzrasen und weiss nicht was tun, absolut nicht, merke nur, dass die Verzweiflung jeden Tag wächst.

Meine Kinder haben mir eröffnet, dass ich richtig 'fucked up' bin, das würde jeder sagen.
Ich habe immer das Gefühl ich müsste mich übergeben.
Wenn ich jetzt die Scheidung einreiche, werden sie gar nichts mehr mit mir zu tun haben wollen.
Mein Sohn ist total labil und ich hab keine Kraft mich um ihn zu kümmern. Meine große Tochter ist wie ihr Vater, der es in Ordnung findet, mir Müll vor die Füße zu schmeissen wenn die Tonne voll ist, mich betrügt und belügt und mit jedem Problem allein läßt.
Sie hat mir schon vor Jahren gesagt, Was hast Du schon aus Deinem Leben gemacht.
Meine kleine Tochter... ja das geht noch, ich hoffe ich werde nicht auch da noch versagen.

Dieser Ehevertrag - wer weiss, ob ich ihn irgendwo prüfen lassen kann? Ob er vielleicht doch sittenwidrig ist, da ich auf alles verzichte? Ich bin fast 21 Jahre verheiratet. Bis zur Rente wären es nur noch 15. Ich hab mich beworben, ich hatte mal einen sehr guten Job. Aber entweder ich bin zu lange draussen (14 Jahre) für die qualifizierte Arbeit, oder ich bin dann wieder überqualifiziert. Es ist jämmerlich. Ich versuche selbständig was zu tun, bin aber oft zu konzentrationsschwach und bisher kann ich gerade so die Versicherungs- und Kammerkosten reinholen, kein bisschen Gewinn. Und habe halt einen Mindestsatz den ich in die Rente einzahle, das ist aber lächerlich.

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