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Angst, die Liebe meines Lebens zu verlieren...

23. August 2010 um 15:51 Letzte Antwort: 23. August 2010 um 17:11

Ich hab das Gefühl, ich muss mich mal irgendwo ausweinen. Vielleicht hilft es mir, meine Geschichte mal in Kurzform aufzuschreiben (die Langversion würde den Rahmen sprengen...).

Vor kurzem bin ich mit meinem Partner nach 1 1/2 Jahren Beziehung zusammengezogen. Schon während des Umzugs habe ich gemerkt, dass das eine klassische Fehlentscheidung war - aus den verschiedensten Gründen passen wir einfach nicht zusammen und es gibt viele Dinge, die mich massiv an ihm stören.

Nun mag die berechtigte Frage aufkommen, warum ich denn dann mit ihm zusammengezogen bin. Wir hatten vorher eine Wochenendbeziehung und ich habe vieles in dem Umfang einfach nicht bemerkt oder vielleicht auch nicht bemerken wollen...

Und dann kamen plötzlich zwei Dinge parallel. Mein Trennungswunsch und eine Mail - von meiner allerersten Liebe. 22 Jahre hatten wir uns nicht gesehen. Anfangs haben wir ein paar Mal gemailt, dann mal telefoniert, uns auch getroffen. Und irgendwann mal dazwischen hat es bei uns gefunkt. In einer Intensität, die ich so noch nie erlebt habe und die mir (und ihm auch) total den Boden unter den Füßen weggezogen hat.

Ich bin niemand, der seinen Partner betrügt und hintergeht. So etwas finde ich im höchsten Maße unfair. Schließlich möchte ich ja auch nicht, dass mir so etwas passiert. Also habe ich gleich Nägel mit Köpfen gemacht und mich von meinem Partner getrennt. Der hat das recht ruhig aufgenommen und macht auf mich fast schon den Eindruck, als hätte er damit gerechnet. Jedenfalls hatte er schon sehr konkrete Vorstellungen, wie seine Zukunft ohne mich aussieht.

Was nun meine Jugendliebe angeht - er ist verheiratet und schon seit langem unglücklich in seiner Ehe. Durch mich sei ihm das erst so richtig klar geworden, sagt er. In der letzten Woche hat auch er sich getrennt. Ich sei nicht der Grund dafür, nur der letzte Schupps, den er noch gebraucht hat.

Soweit hört sich alles an wie ein wunderschönes Märchen. Klar, es tut mir sehr Leid für meinen bisherigen Partner. Und auch meine Jugendliebe trennt sich nicht einfach so leichten Herzens. Er macht sich viele Gedanken um seine Frau, will sie auch finanziell nicht im Stich lassen und natürlich spielen nach so langer Zeit auch Gefühle eine Rolle. Selbst wenn man eine neue Liebe hat ist eine Trennung nach langer Zeit nicht einfach. Ich verstehe das, schließlich habe ich mich auch vor 3 Jahren nach langer Ehe getrennt.

Aber jetzt kommt etwas dazu, mit dem weder er noch ich gut umgehen können: Seine Frau scheint Krebs zu haben. Sicher ist das noch nicht, aber schon bevor wir uns wiedergesehen haben, hat sie mal so eine Andeutung gemacht. Begleitet von den Worten "dann habe ich es endlich hinter mir". Auch sie scheint schon länger sehr unzufrieden mit ihrer Lebenssituation zu sein.

Und plötzlich bin ich mir der gemeinsamen Zukunft, die wir uns beide in den schönsten Farben ausgemalt haben, nicht mehr so sicher.

Ich weiß, dass er mich liebt. Aber kann man einen schwerkranken Partner einfach verlassen? Ihn im Stich lassen? Sind Mitleid und Vernunft stärker als Liebe? Ich habe solche Angst, ihn zu verlieren. Ich wüßte wirklich nicht, wie ich ohne ihn weiterleben sollte...

Bitte schreibt mir. Eure Meinung. Ratschläge, wie ich mich jetzt am besten verhalte. Was auch immer. Ich freu mich über jede Rückmeldung...

Liebe Grüße
die Wolfsbraut

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23. August 2010 um 16:24

Also...
Ich denke, wenn er nur zu ihr zurückgehen würde weil sie Krebs hat (wobei das noch nicht mal feststeht), würde er niemanden einen Gefallen damit tun.

- Dir nicht, weil du ihn sehr zu lieben scheinst
- Ihm nicht, weil er in der Ehe nicht glücklich war und sich deshalb getrennt hat
- Ihr nicht, weil sie mit Sicherheit merkt dass die Ehe nicht wirklich funktioniert

Ohne Frage, Krebs ist eine sehr schlimme Diagnose die man niemanden wünscht. Trotzdem kann es nicht die Lösung sein, dadurch quasi aus Mitleid, Schuldgefühl usw. mit jemanden zusammen zu bleiben den man nicht mehr so liebt wie man einen Ehepartner lieben sollte.

Außerdem wisst ihr ja 1. nicht ob sie überhaupt Krebs hat, und 2. wenn sie ihn hat, ob er sich noch besiegen läßt.

Auch finde ich es komisch, dass sie erst damit rausrückt nachdem er sich getrennt hat. Ich kenne diese Frau nicht, aber könnte es möglich sein dass sie sich sowas ausdenkt, grade um bei ihm dieses Gefühl zu wecken dass er sie doch jetzt nicht im Stich lassen kann?

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23. August 2010 um 16:32
In Antwort auf tonja111

Also...
Ich denke, wenn er nur zu ihr zurückgehen würde weil sie Krebs hat (wobei das noch nicht mal feststeht), würde er niemanden einen Gefallen damit tun.

- Dir nicht, weil du ihn sehr zu lieben scheinst
- Ihm nicht, weil er in der Ehe nicht glücklich war und sich deshalb getrennt hat
- Ihr nicht, weil sie mit Sicherheit merkt dass die Ehe nicht wirklich funktioniert

Ohne Frage, Krebs ist eine sehr schlimme Diagnose die man niemanden wünscht. Trotzdem kann es nicht die Lösung sein, dadurch quasi aus Mitleid, Schuldgefühl usw. mit jemanden zusammen zu bleiben den man nicht mehr so liebt wie man einen Ehepartner lieben sollte.

Außerdem wisst ihr ja 1. nicht ob sie überhaupt Krebs hat, und 2. wenn sie ihn hat, ob er sich noch besiegen läßt.

Auch finde ich es komisch, dass sie erst damit rausrückt nachdem er sich getrennt hat. Ich kenne diese Frau nicht, aber könnte es möglich sein dass sie sich sowas ausdenkt, grade um bei ihm dieses Gefühl zu wecken dass er sie doch jetzt nicht im Stich lassen kann?

Liebe Tonja...
...ich danke dir sehr für deine aufbauenden Worte!

Ich kenne seine Frau auch nicht und weiß von ihr nur, was er mir erzählt.

Die Untersuchung, bei der es die ersten Anzeichen gab, dass sie vielleicht Krebs haben könnte, war bevor wir uns wiedergesehen haben.

Aber ich halte es schon für möglich, dass sie das jetzt versucht, als Druckmittel einzusetzen. Letzte Woche ist er ausgezogen und heute muss sie plötzlich wieder zum Arzt. Die Untersuchung war Anfang Juli. Das eigentliche Ergebnis müsste sie also schon längst haben und wäre das tatsächlich positiv, hätte sie bestimmt schon früher was gesagt, oder?

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23. August 2010 um 16:41
In Antwort auf an0N_1282775999z

Liebe Tonja...
...ich danke dir sehr für deine aufbauenden Worte!

Ich kenne seine Frau auch nicht und weiß von ihr nur, was er mir erzählt.

Die Untersuchung, bei der es die ersten Anzeichen gab, dass sie vielleicht Krebs haben könnte, war bevor wir uns wiedergesehen haben.

Aber ich halte es schon für möglich, dass sie das jetzt versucht, als Druckmittel einzusetzen. Letzte Woche ist er ausgezogen und heute muss sie plötzlich wieder zum Arzt. Die Untersuchung war Anfang Juli. Das eigentliche Ergebnis müsste sie also schon längst haben und wäre das tatsächlich positiv, hätte sie bestimmt schon früher was gesagt, oder?

Hm...
Ich kenn mich jetzt so sehr nicht mit der Diagnose von Krebs aus. Aber ich denke, wenn sie Anfang Juli beim Doc war und wir jetzt ende August haben und sie jetzt erst wieder zum Doc muss kann da so nichts ernstes sein.

Ich mein, Krebs ist keine Sache mit der man scherzen sollte. Hätte es ernsthaft Verdacht auf Krebs gegeben, so denke ich jedenfalls, hätte sie schon viel früher bescheid bekommen. Ärzte wissen ja selbst dass bei sowas die Zeit einem sehr schnell davonrennen kann, da wird dann im Normalfall nicht knapp 2 Monate getröddelt.

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23. August 2010 um 17:11
In Antwort auf tonja111

Hm...
Ich kenn mich jetzt so sehr nicht mit der Diagnose von Krebs aus. Aber ich denke, wenn sie Anfang Juli beim Doc war und wir jetzt ende August haben und sie jetzt erst wieder zum Doc muss kann da so nichts ernstes sein.

Ich mein, Krebs ist keine Sache mit der man scherzen sollte. Hätte es ernsthaft Verdacht auf Krebs gegeben, so denke ich jedenfalls, hätte sie schon viel früher bescheid bekommen. Ärzte wissen ja selbst dass bei sowas die Zeit einem sehr schnell davonrennen kann, da wird dann im Normalfall nicht knapp 2 Monate getröddelt.

Ja, wahrscheinlich...
...hast du recht.

Ich hoffe sehr, dass sich die Diagnose nicht bestätigt. Zum einen, weil ich das niemandem wünschen würde. Und zum anderen macht es die Sache für uns natürlich leichter.

Aber es wäre schon ein starkes Stück, sich so etwas auszudenken, um den Partner halten zu wollen.

Sollte sich herausstellen, dass das ganze nicht stimmt, hat sie sich damit mehr geschadet als geholfen...

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