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An die Substanz gehende Einsamkeit!

6. Mai 2014 um 9:25

Mein Leben lang! Immer wieder holen sie mich ein. Diese mehr als markerschütternden Einsamkeitsgefühle, Schuldgefühle.

Dann versuche ich abzuwägen. Bin ich einsam? Wer ist da? Ja, es gibt gute Freunde, die wohnen weit weg. Alle verstreut. Nah dran sind sie nicht.
Ich vermisse Intensität, Nähe, gemeinsame Aktivitäten.

Ich habe ein Kind. Kindergartenkind. Ich lebe mit ihm seit kurz nach der Geburt in einer neuen Umgebung. Ich habe mich wie verrückt bemüht Kontakte aufzubauen. Dann wieder versucht all dem Zeit zu geben, durch die zeitliche Entwicklung alles automatisch entwickeln zu lassen.
Aber nach über vier Jahren ist das Ergebnis erschreckend: Die meiste Zeit ist es doch Mamma Kind Zeit, kaum Besuche, kaum Ausflüge, während sich alle anderen verabreden.
Ich habe wohl eine merkwürdige Kontaktstörung und das Schlimmste: Ständig kreisen meine Gedanken wie es meinem Kind dann später mal geht. Keine Oma und Opa, Pappa ist da, aber keine Verwandte, nix. Während andere Familien am Wochenende zusammen sind, sind wir allein.

Und ja, mir reicht es. Ich habe jetzt aufgegeben. Ich bin immer diejenige die anruft, Sachen verabredet hat.... ich habe jetzt einfach keinen Bock mehr darauf. Ich bin einsam und werde es immer bleiben. Wir haben auch zig Vereine besucht.

Gehe ich auf Leute zu, verabredet man sich. Dann melde ich mich vielleicht ein zweites, drittes Mal und dann kommt nix mehr. Das geht seit Jahren so. Ich bin so unglücklich damit.

Es ist wie ein Fluch, der auf mir liegt. Wie ein mieses Karma. Wir sind weder unangenehme Leute, noch besonders auffällig, oder so.

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6. Mai 2014 um 10:21

Hallo eleleey
Das könnte ich annehmen und so leben. Aber was mit meinem Kind? Ich bin doch verantwortlich, dass es sich in einem sozialen Netz, auch im Freizeitbereich einfügt. Ich kann es ihm nicht geben.

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6. Mai 2014 um 10:47

Das
hoffe ich sehr!
Und es beruhigt mich ein wenig.
Ausflüge machen wir ständig, gerade damit mein Kind diese bedrückende Stimmung nicht mitbekommen muss.

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6. Mai 2014 um 11:06

Das
verrückte ist ja, das ich real ja nicht alleine bin.
Ich habe ja sogar Freund, Freunde, Kind...
Aber dieses existenziell markerschütternde Gefühl kommt immer wieder.
Ich kann es nicht ändern.
Ich denke dann z.B: Mein Gott, du hast ständig diese Kinder eingeladen, bei den Eltern angerufen und von deren Seite kommt nix. Das Telefon steht also still, wieder muss ich mir überlegen, was ich heute alleine mit meinem Kind mache. Morgen wieder, übermorgen wieder.
Ich für mich alleine kann sogar gut alleine sein, aber mit meinem Kind denke ich immer, ich muss ihm was bieten, ich mag diese Zweisamkeit auch nicht. Mein kind aber sehr. Es liebt Stunden mit mir zu Spielen.... ich halte das kaum aus. Verbringe lieber Zeit zu mehreren, aber es geht ja nicht.

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6. Mai 2014 um 11:32

Pacjam
Danke für deine mühevolle Antwort.
Je mehr ich erzähle, desto mehr wirst du mir wahrscheinlich die Klapse empfehlen.
1. Ich habe sogar die für mich heilige "handvoll" Freunde. Was will ein Mensch da eigentlich mehr. Kontakte, die über Jahrzehnte bestehen. Berater in allen Lebenslagen, aber eben meist nur telefonisch. Durch die räumliche Zerstreutheit fehlt wirkliche Nähe.

2. Ich bin sogar in einer Beziehung und am WE verbringe ich die Zeit mit ihm, während das Kind oft beim Vater ist. Mit meinem Freund sehe ich dann Leute.

Dieses Gefühl ist trotzdem existent, trotz meiner Offenheit, trotz dass ich meine nichts besonderes darstellen zu müssen, es den Leuten recht machen zu müssen. Nein, ich trage die tiefe Überzeugung in mir meiner selbst geliebt werden. Trotzdem: Dieses miese, Gefühl, dass mich fast in den Wahnsinn treibt.

Ich sehe dann nur: Ich habe mich Jahre um diese Bekanntschaft bemüht und es kommt nix zurück und das zieht sich durch mein ganzes Leben, das es immer wieder passiert.

Das läuft unabhängig von den sehr festen Freunden. Die empfinde ich dann als selbstverständlich, gegeben, den Rest als total undynamisch, stagnierend, tot.

Ne, auch auf Spielplätzen.... ergibt sich nichts. Vereine.... nichts.

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6. Mai 2014 um 11:55

Ohjes.
Gefühlt existenziell.
Kind ist von Vater zu dem ich auch eine tiefe Freudschaft hege, da wir uns ein halbes Leben kennen, zusammen waren. Könnte also nicht besser laufen, auch für das Kind in Trennungsfall. Wir können über alles sprechen, unternehmen auch zu dritt mal was.

Deshalb: Ich bin ja eigentlich gar nicht einsam, aber gefühlt ist es so. Auch der Vorschlag einer Therapie macht keinen Sinn, denn genau darum ging es Jahre innerhalb einer Therapie und trotzdem geht das Gefühl nicht weg.

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6. Mai 2014 um 12:34

Hallo mitraliol!
Du schreibst dass du deine Hauptkontakte in deinen Eltern bestehen. Und genau das ist es auch was mir Angst macht: Ich will nicht, dass ich Hauptkontakt für mein Kind werde, denn wenn ich mal tot bin, soll sich mein Kind anderen Menschen gegenüber verbunden fühlen.

Ich habe gerade ein Elternteil verloren und das hat mächtig eingeschlagen, obwohl ich ein ziemlich schlechtes Verhältnis zu meinem "alten Herrn" hatte, sind meine Grundmauern gerissen.
Vielleicht ist es wirklich eine Depression, aber daran leide ich eh immer mal wieder. Ist jetzt also nicht schlimmer als sonst auch.

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