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Als Kind von Vater missbraucht - Mutter noch mit ihm zusamen - Probleme in meiner jetzigen Beziehung - eure Meinungen

19. Juli um 15:30

Hallo Zusammen
Ich bin schon seit fast 10 Jahren stille Mitleserin in diesem Forum und das hier ist mein erster Beitrag. Achtung - das gibt einen langen Text!

Zuerst schildere ich meine jetzige Situation: mit meinem Freund (35) bin ich (25) nun fast ein Jahr zusammen. Ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen und denke, dass wir eine sehr gute Basis haben und sehr gut harmonieren würden. Leider ist da meine Geschichte aus der Kindheit, welche meine Beziehung in Gefahr bringt. Als mein Partner im letzen November meine Geschichte hörte, begann er vor lauter Wut und dem Gefühl der Hilflosigkeit heftig zu weinen an. Bei mir löste dies eine Lawine an Gefühlen aus, welche ich verdrängt hatte. Dies führte zu grossen Problemen in der Beziehung.
Jetzt die Geschichte von mir: ich wurde Jahre lang von meinem Vater missbraucht. Im Kinderbett hatte er mir Geschichten vorgelesen. Ich musste seinen Penis anfassen und wenn ich nicht weitermachte, hörte er mit dem Geschichten erzählen auf. 69-Stellung erzwang er zwischendurch auch. Ich musste ihm einmal im Badezimmer zuschauen, wie er kam. Ich durfte meiner Mutter nichts sagen, sagte er mir damals- sonst käme er ins Gefängnis. Natürlich will man dies als Kind nicht. Also habe ich geschwiegen. Als ich etwa 9 Jahre alt war, wurde meine Mutter misstrauisch und stellte mir endlich die Frage, ob mein Vater mich berühre. Das Ganze kam raus, meine Mutter warf meinen Vater kurzerhand raus und er kam ins Gefängnis (ich habe keine Ahnung wie lange..evtl einen oder zwei Monate). Soweit so gut. Er hatte gestanden. Er musste mir Schmerzensgeld bezahlen. Vor Gericht hat er sich verantwortet. Jetzt kommt der Hamer für mich: ich wurde gefragt ob ich möchte, dass mein Vater wieder zurückkommt. Ich als Töchterchen und ziemlich verwirrt wollte doch einfach meine Papi wieder haben. Im Nachhiein frage ich mich, warum mir die Verantwortung überlassen wurde. Einem 9-jährigen Kind.
So. Die Übergriffe haben tatsächlich aufgehört. Nun durfte ich aber niemandem etwas erzählen . Meine Mutter hatte Angst, dass ich sonst keine Freunde mehr habe, wenn die Eltern davon Wind bekommen, was mir geschehen ist. Nochmals musste ich Schweigen.
Nach und nach mit 18 Jahren öffente ich mich meinem damaligen Freund. Ich erzählte es meinen engen Freundinnen. Ich ging in psychologische Behandlung. Ich setze mich auseinander. Geredet habe ich zwar nur mit meiner Mutter. Sie ist aber irgendwie zwischen uns beiden, was mir unglaubliche seelische Schmerzen bereitet. Mein Vater wohnt noch immer bei der Familie. Meine beiden jüngeren Brüder haben es vor Kurzem von mir erfahren. Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr zuhause, bin Lehrerin geworden und selbstständig. Ich wohne in einer WG und war oft bei meinem Freund auch.

Seit November habe ich mich in Depressionen hineingesteigert, wenn man das so sagen kann. Ich schnitt meinen Vater total (vorher duldete ich seine Anwesenheit. Ich wollte ja nicht meine Familie verlieren. Meine Mutter. Meine beiden Brüder) und ging nicht mehr nach Hause. Meine anderen Familienmitglieder traf ich ausserhalb in der Stadt. Das geht jetzt also seit 8 Monaten so und ich leide sehr darunter. Mein Freund hat gesagt, wir können nur eine glückliche Beziehung führen, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Das tue ich auch mit meiner Psychologin. Trotzdem möchte ich eure Meinungen dazu hören, denn ich habe ds Gefühl, nicht mehr weiter zu kommen.
Ich nehme seit 2 Monaten Antidepressiva. Die helfen mir nicht schlecht. Trotzdem habe ich grosse Vertrauensprobleme meinem Freund gegenüber (ich denke durch den Misbrauch konnte ich nie ein Urvertrauen zu Männern aufbauen) und raste auch ziemlich aus zwischendurch, wenn ich denke, dass er etwas böswillig macht. Zwischendurch denke ich auch, dass ich borderlinemässige Züge an mir habe. Aber diesen Stempfel macht es nicht besser. Ich arbeite intensiv an mir und meinem Verhalten, dem Vertrauen etc...
Jetzt hat mein Freund unsere Ferien gecancelt, weil es ihm anscheinend auch gar nicht gut geht. Er wird ab Montag jeden Tag in eine Psychotherapie gehen. Das hat den Ausschlag gegeben und den Willen, mal eure Meinung zu vor allem meiner Familiensituation zu geben:

- Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?
- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)
- Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist.
- Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?
- Übertreibe ich?

Ich habe so viel Wut und Gefühle in mir drin. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig die Sicht erhellen und ein bisschen ordnen. Gesunde Menschengedanken und Handlungen, welche ihr mit mir teilen würdet, würden mir unheimlich gut tun.

Vielen Dank für diejenigen, welche meinen Text gelesen haben und mir vielleicht auch helfen können, indem sie mir ihre Meinung sagen.
Fragt nach, falls ihr etwas nicht verstanden habt.

Hoffnungsvolle Grüsse
Espoir

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20. Juli um 8:18

Wegziehen, wirklich weit, sodass ein Flugzeug notwendig ist. Schlussstrich ziehen. Nein, du hast keinerlei Verpflichtungen diesem Mann gegenüber, nur weil er dich gezeugt hat. Deine Mutter ist mit schuldig.

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19. Juli um 16:56
In Antwort auf espoir92

Hallo Zusammen
Ich bin schon seit fast 10 Jahren stille Mitleserin in diesem Forum und das hier ist mein erster Beitrag. Achtung - das gibt einen langen Text!

Zuerst schildere ich meine jetzige Situation: mit meinem Freund (35) bin ich (25) nun fast ein Jahr zusammen. Ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen und denke, dass wir eine sehr gute Basis haben und sehr gut harmonieren würden. Leider ist da meine Geschichte aus der Kindheit, welche meine Beziehung in Gefahr bringt. Als mein Partner im letzen November meine Geschichte hörte, begann er vor lauter Wut und dem Gefühl der Hilflosigkeit heftig zu weinen an. Bei mir löste dies eine Lawine an Gefühlen aus, welche ich verdrängt hatte. Dies führte zu grossen Problemen in der Beziehung.
Jetzt die Geschichte von mir: ich wurde Jahre lang von meinem Vater missbraucht. Im Kinderbett hatte er mir Geschichten vorgelesen. Ich musste seinen Penis anfassen und wenn ich nicht weitermachte, hörte er mit dem Geschichten erzählen auf. 69-Stellung erzwang er zwischendurch auch. Ich musste ihm einmal im Badezimmer zuschauen, wie er kam. Ich durfte meiner Mutter nichts sagen, sagte er mir damals- sonst käme er ins Gefängnis. Natürlich will man dies als Kind nicht. Also habe ich geschwiegen. Als ich etwa 9 Jahre alt war, wurde meine Mutter misstrauisch und stellte mir endlich die Frage, ob mein Vater mich berühre. Das Ganze kam raus, meine Mutter warf meinen Vater kurzerhand raus und er kam ins Gefängnis (ich habe keine Ahnung wie lange..evtl einen oder zwei Monate). Soweit so gut. Er hatte gestanden. Er musste mir Schmerzensgeld bezahlen. Vor Gericht hat er sich verantwortet. Jetzt kommt der Hamer für mich: ich wurde gefragt ob ich möchte, dass mein Vater wieder zurückkommt. Ich als Töchterchen und ziemlich verwirrt wollte doch einfach meine Papi wieder haben. Im Nachhiein frage ich mich, warum mir die Verantwortung überlassen wurde. Einem 9-jährigen Kind.
So. Die Übergriffe haben tatsächlich aufgehört. Nun durfte ich aber niemandem etwas erzählen . Meine Mutter hatte Angst, dass ich sonst keine Freunde mehr habe, wenn die Eltern davon Wind bekommen, was mir geschehen ist. Nochmals musste ich Schweigen.
Nach und nach mit 18 Jahren öffente ich mich meinem damaligen Freund. Ich erzählte es meinen engen Freundinnen. Ich ging in psychologische Behandlung. Ich setze mich auseinander. Geredet habe ich zwar nur mit meiner Mutter. Sie ist aber irgendwie zwischen uns beiden, was mir unglaubliche seelische Schmerzen bereitet. Mein Vater wohnt noch immer bei der Familie. Meine beiden jüngeren Brüder haben es vor Kurzem von mir erfahren. Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr zuhause, bin Lehrerin geworden und selbstständig. Ich wohne in einer WG und war oft bei meinem Freund auch.

Seit November habe ich mich in Depressionen hineingesteigert, wenn man das so sagen kann. Ich schnitt meinen Vater total (vorher duldete ich seine Anwesenheit. Ich wollte ja nicht meine Familie verlieren. Meine Mutter. Meine beiden Brüder) und ging nicht mehr nach Hause. Meine anderen Familienmitglieder traf ich ausserhalb in der Stadt. Das geht jetzt also seit 8 Monaten so und ich leide sehr darunter. Mein Freund hat gesagt, wir können nur eine glückliche Beziehung führen, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Das tue ich auch mit meiner Psychologin. Trotzdem möchte ich eure Meinungen dazu hören, denn ich habe ds Gefühl, nicht mehr weiter zu kommen.
Ich nehme seit 2 Monaten Antidepressiva. Die helfen mir nicht schlecht. Trotzdem habe ich grosse Vertrauensprobleme meinem Freund gegenüber (ich denke durch den Misbrauch konnte ich nie ein Urvertrauen zu Männern aufbauen) und raste auch ziemlich aus zwischendurch, wenn ich denke, dass er etwas böswillig macht. Zwischendurch denke ich auch, dass ich borderlinemässige Züge an mir habe. Aber diesen Stempfel macht es nicht besser. Ich arbeite intensiv an mir und meinem Verhalten, dem Vertrauen etc...
Jetzt hat mein Freund unsere Ferien gecancelt, weil es ihm anscheinend auch gar nicht gut geht. Er wird ab Montag jeden Tag in eine Psychotherapie gehen. Das hat den Ausschlag gegeben und den Willen, mal eure Meinung zu vor allem meiner Familiensituation zu geben:

- Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?
- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)
- Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist.
- Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?
- Übertreibe ich?

Ich habe so viel Wut und Gefühle in mir drin. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig die Sicht erhellen und ein bisschen ordnen. Gesunde Menschengedanken und  Handlungen, welche ihr mit mir teilen würdet, würden mir unheimlich gut tun.

Vielen Dank für diejenigen, welche meinen Text gelesen haben und mir vielleicht auch helfen können, indem sie mir ihre Meinung sagen.
Fragt nach, falls ihr etwas nicht verstanden habt.

Hoffnungsvolle Grüsse
Espoir

was hat die psychotherapie deines freundes mit deiner geschichte zu tun? hat sie überhaupt etwas damit zu tun?

ich weiß auch nicht, was für dich das beste ist - kontakt oder kein kontakt zu deiner familie.

eines sollte dir aber immer bewußt sein:
- du hast keine verantwortung für deine mutter!
- du hast auch keine verantwortung für deine brüder (ich gehe davon aus, sie sind auch keine kinder mehr)
- und du hast schon dreimal keine verantworung für deinen vater!!!

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21. Juli um 17:29

Du brauchst unbedingt kompetente Hilfe. EMDR ist schon mal der richtige Ansatz, da diese Methode gute Erfolge bei der Verarbeitung traumatischer Erlebnisse verzeichnet. Ich kenne zwei Leute, die sich für eine EMDR Therapie entschieden und nur Positives berichtet haben. Wichtig ist nur, dass der Therapeut entsprechend ausgebildet und EMDR-zertifiziert ist. Und dass du ein Vertrauensverhältnis aufbauen kannst. Das merkt man ja meist in den ersten Sitzungen. 

Die (latente) Verteidigung der Mutter einiger User kann ich gar nicht nachvollziehen. Sicherlich kann sie einem leid tun, denn sie ist krank. Eine gesunde, psychisch stabile Frau würde niemals weiterhin mit einem Mann Tisch und Bett teilen, der die gemeinsame Tochter sexuell missbraucht. Es ist offensichtlich, dass sie ihre eigenen tiefsitzenden psychischen Probleme hat. 
Sie hätte jedoch selber psychologische Hilfe in Anspruch nehmen können. Der Missbrauch hat schließlich nicht irgendwann in den dunklen 50ern stattgefunden, sondern um die Jahrtausendwende - also zu einer Zeit, in der bereits reichlich Beratungsstellen und Hilfsmittel zur Verfügung standen. 
Sie hat einen anderen Weg eingeschlagen und damit als Mutter leider auf ganzer Linie versagt. Ich lese auch nirgends, dass sie Verantwortung für ihre Entscheidungen übernimmt, sondern nur, wie sie sich in einer imaginären Opferrolle suhlt. Es hilft auch wenig, wenn sie sich jetzt wegen einer übergriffigen und geschmacklosen Bemerkung der Tante moralisch aufplustert und darüber lamentiert, was ihren Kindern gut tut und was nicht. Das kostet sie nichts, da kann sie die liebende, sorgende Mutter mimen. 

Wäre mir deine Geschichte widerfahren, würde ich dieser Frau verzeihen, um mich mit dem Gedanken zu versöhnen, dass die Vergangenheit unabänderlich ist. Aber sie wäre für alle Zeiten aus meinem Leben verbannt, denn wer so eine Mutter hat, braucht keine Feinde. 
Welcher Weg jedoch für DICH der richtige wäre, kannst nur du entscheiden - in Zusammenarbeit mit deinem Therapeuten.

Ich wünsche dir, dass du bald den passenden Therapieplatz findest und den Missbrauch aufarbeiten kannst. 

 

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19. Juli um 16:46
In Antwort auf espoir92

Hallo Zusammen
Ich bin schon seit fast 10 Jahren stille Mitleserin in diesem Forum und das hier ist mein erster Beitrag. Achtung - das gibt einen langen Text!

Zuerst schildere ich meine jetzige Situation: mit meinem Freund (35) bin ich (25) nun fast ein Jahr zusammen. Ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen und denke, dass wir eine sehr gute Basis haben und sehr gut harmonieren würden. Leider ist da meine Geschichte aus der Kindheit, welche meine Beziehung in Gefahr bringt. Als mein Partner im letzen November meine Geschichte hörte, begann er vor lauter Wut und dem Gefühl der Hilflosigkeit heftig zu weinen an. Bei mir löste dies eine Lawine an Gefühlen aus, welche ich verdrängt hatte. Dies führte zu grossen Problemen in der Beziehung.
Jetzt die Geschichte von mir: ich wurde Jahre lang von meinem Vater missbraucht. Im Kinderbett hatte er mir Geschichten vorgelesen. Ich musste seinen Penis anfassen und wenn ich nicht weitermachte, hörte er mit dem Geschichten erzählen auf. 69-Stellung erzwang er zwischendurch auch. Ich musste ihm einmal im Badezimmer zuschauen, wie er kam. Ich durfte meiner Mutter nichts sagen, sagte er mir damals- sonst käme er ins Gefängnis. Natürlich will man dies als Kind nicht. Also habe ich geschwiegen. Als ich etwa 9 Jahre alt war, wurde meine Mutter misstrauisch und stellte mir endlich die Frage, ob mein Vater mich berühre. Das Ganze kam raus, meine Mutter warf meinen Vater kurzerhand raus und er kam ins Gefängnis (ich habe keine Ahnung wie lange..evtl einen oder zwei Monate). Soweit so gut. Er hatte gestanden. Er musste mir Schmerzensgeld bezahlen. Vor Gericht hat er sich verantwortet. Jetzt kommt der Hamer für mich: ich wurde gefragt ob ich möchte, dass mein Vater wieder zurückkommt. Ich als Töchterchen und ziemlich verwirrt wollte doch einfach meine Papi wieder haben. Im Nachhiein frage ich mich, warum mir die Verantwortung überlassen wurde. Einem 9-jährigen Kind.
So. Die Übergriffe haben tatsächlich aufgehört. Nun durfte ich aber niemandem etwas erzählen . Meine Mutter hatte Angst, dass ich sonst keine Freunde mehr habe, wenn die Eltern davon Wind bekommen, was mir geschehen ist. Nochmals musste ich Schweigen.
Nach und nach mit 18 Jahren öffente ich mich meinem damaligen Freund. Ich erzählte es meinen engen Freundinnen. Ich ging in psychologische Behandlung. Ich setze mich auseinander. Geredet habe ich zwar nur mit meiner Mutter. Sie ist aber irgendwie zwischen uns beiden, was mir unglaubliche seelische Schmerzen bereitet. Mein Vater wohnt noch immer bei der Familie. Meine beiden jüngeren Brüder haben es vor Kurzem von mir erfahren. Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr zuhause, bin Lehrerin geworden und selbstständig. Ich wohne in einer WG und war oft bei meinem Freund auch.

Seit November habe ich mich in Depressionen hineingesteigert, wenn man das so sagen kann. Ich schnitt meinen Vater total (vorher duldete ich seine Anwesenheit. Ich wollte ja nicht meine Familie verlieren. Meine Mutter. Meine beiden Brüder) und ging nicht mehr nach Hause. Meine anderen Familienmitglieder traf ich ausserhalb in der Stadt. Das geht jetzt also seit 8 Monaten so und ich leide sehr darunter. Mein Freund hat gesagt, wir können nur eine glückliche Beziehung führen, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Das tue ich auch mit meiner Psychologin. Trotzdem möchte ich eure Meinungen dazu hören, denn ich habe ds Gefühl, nicht mehr weiter zu kommen.
Ich nehme seit 2 Monaten Antidepressiva. Die helfen mir nicht schlecht. Trotzdem habe ich grosse Vertrauensprobleme meinem Freund gegenüber (ich denke durch den Misbrauch konnte ich nie ein Urvertrauen zu Männern aufbauen) und raste auch ziemlich aus zwischendurch, wenn ich denke, dass er etwas böswillig macht. Zwischendurch denke ich auch, dass ich borderlinemässige Züge an mir habe. Aber diesen Stempfel macht es nicht besser. Ich arbeite intensiv an mir und meinem Verhalten, dem Vertrauen etc...
Jetzt hat mein Freund unsere Ferien gecancelt, weil es ihm anscheinend auch gar nicht gut geht. Er wird ab Montag jeden Tag in eine Psychotherapie gehen. Das hat den Ausschlag gegeben und den Willen, mal eure Meinung zu vor allem meiner Familiensituation zu geben:

- Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?
- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)
- Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist.
- Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?
- Übertreibe ich?

Ich habe so viel Wut und Gefühle in mir drin. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig die Sicht erhellen und ein bisschen ordnen. Gesunde Menschengedanken und  Handlungen, welche ihr mit mir teilen würdet, würden mir unheimlich gut tun.

Vielen Dank für diejenigen, welche meinen Text gelesen haben und mir vielleicht auch helfen können, indem sie mir ihre Meinung sagen.
Fragt nach, falls ihr etwas nicht verstanden habt.

Hoffnungsvolle Grüsse
Espoir

Es ist schrecklich, was dir widerfahren ist! 

Mach unbedingt deine Therapie weiter und eventuell solltet ihr euch auch als Paar nochmal beraten, wie ihr zusammen als Paar miteinander wachsen könnt und nicht von deiner Vergangenheit überschattet werdet. 

Für mich ist das Verhalten deines Vater und deiner Mutter unverzeihbar. Sie hätte dich schützen müssen und ich versteh nicht, wie sie ihm jemals verzeihen konnte!

Ich weiß jedoch nicht, was für dich besser ist. 

Ich glaube daher deine Fragen solltest du in der Therapie bearbeiten. 

Ich wünsche dir von Herzen allles Gute! 

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19. Juli um 16:56
In Antwort auf espoir92

Hallo Zusammen
Ich bin schon seit fast 10 Jahren stille Mitleserin in diesem Forum und das hier ist mein erster Beitrag. Achtung - das gibt einen langen Text!

Zuerst schildere ich meine jetzige Situation: mit meinem Freund (35) bin ich (25) nun fast ein Jahr zusammen. Ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen und denke, dass wir eine sehr gute Basis haben und sehr gut harmonieren würden. Leider ist da meine Geschichte aus der Kindheit, welche meine Beziehung in Gefahr bringt. Als mein Partner im letzen November meine Geschichte hörte, begann er vor lauter Wut und dem Gefühl der Hilflosigkeit heftig zu weinen an. Bei mir löste dies eine Lawine an Gefühlen aus, welche ich verdrängt hatte. Dies führte zu grossen Problemen in der Beziehung.
Jetzt die Geschichte von mir: ich wurde Jahre lang von meinem Vater missbraucht. Im Kinderbett hatte er mir Geschichten vorgelesen. Ich musste seinen Penis anfassen und wenn ich nicht weitermachte, hörte er mit dem Geschichten erzählen auf. 69-Stellung erzwang er zwischendurch auch. Ich musste ihm einmal im Badezimmer zuschauen, wie er kam. Ich durfte meiner Mutter nichts sagen, sagte er mir damals- sonst käme er ins Gefängnis. Natürlich will man dies als Kind nicht. Also habe ich geschwiegen. Als ich etwa 9 Jahre alt war, wurde meine Mutter misstrauisch und stellte mir endlich die Frage, ob mein Vater mich berühre. Das Ganze kam raus, meine Mutter warf meinen Vater kurzerhand raus und er kam ins Gefängnis (ich habe keine Ahnung wie lange..evtl einen oder zwei Monate). Soweit so gut. Er hatte gestanden. Er musste mir Schmerzensgeld bezahlen. Vor Gericht hat er sich verantwortet. Jetzt kommt der Hamer für mich: ich wurde gefragt ob ich möchte, dass mein Vater wieder zurückkommt. Ich als Töchterchen und ziemlich verwirrt wollte doch einfach meine Papi wieder haben. Im Nachhiein frage ich mich, warum mir die Verantwortung überlassen wurde. Einem 9-jährigen Kind.
So. Die Übergriffe haben tatsächlich aufgehört. Nun durfte ich aber niemandem etwas erzählen . Meine Mutter hatte Angst, dass ich sonst keine Freunde mehr habe, wenn die Eltern davon Wind bekommen, was mir geschehen ist. Nochmals musste ich Schweigen.
Nach und nach mit 18 Jahren öffente ich mich meinem damaligen Freund. Ich erzählte es meinen engen Freundinnen. Ich ging in psychologische Behandlung. Ich setze mich auseinander. Geredet habe ich zwar nur mit meiner Mutter. Sie ist aber irgendwie zwischen uns beiden, was mir unglaubliche seelische Schmerzen bereitet. Mein Vater wohnt noch immer bei der Familie. Meine beiden jüngeren Brüder haben es vor Kurzem von mir erfahren. Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr zuhause, bin Lehrerin geworden und selbstständig. Ich wohne in einer WG und war oft bei meinem Freund auch.

Seit November habe ich mich in Depressionen hineingesteigert, wenn man das so sagen kann. Ich schnitt meinen Vater total (vorher duldete ich seine Anwesenheit. Ich wollte ja nicht meine Familie verlieren. Meine Mutter. Meine beiden Brüder) und ging nicht mehr nach Hause. Meine anderen Familienmitglieder traf ich ausserhalb in der Stadt. Das geht jetzt also seit 8 Monaten so und ich leide sehr darunter. Mein Freund hat gesagt, wir können nur eine glückliche Beziehung führen, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Das tue ich auch mit meiner Psychologin. Trotzdem möchte ich eure Meinungen dazu hören, denn ich habe ds Gefühl, nicht mehr weiter zu kommen.
Ich nehme seit 2 Monaten Antidepressiva. Die helfen mir nicht schlecht. Trotzdem habe ich grosse Vertrauensprobleme meinem Freund gegenüber (ich denke durch den Misbrauch konnte ich nie ein Urvertrauen zu Männern aufbauen) und raste auch ziemlich aus zwischendurch, wenn ich denke, dass er etwas böswillig macht. Zwischendurch denke ich auch, dass ich borderlinemässige Züge an mir habe. Aber diesen Stempfel macht es nicht besser. Ich arbeite intensiv an mir und meinem Verhalten, dem Vertrauen etc...
Jetzt hat mein Freund unsere Ferien gecancelt, weil es ihm anscheinend auch gar nicht gut geht. Er wird ab Montag jeden Tag in eine Psychotherapie gehen. Das hat den Ausschlag gegeben und den Willen, mal eure Meinung zu vor allem meiner Familiensituation zu geben:

- Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?
- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)
- Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist.
- Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?
- Übertreibe ich?

Ich habe so viel Wut und Gefühle in mir drin. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig die Sicht erhellen und ein bisschen ordnen. Gesunde Menschengedanken und  Handlungen, welche ihr mit mir teilen würdet, würden mir unheimlich gut tun.

Vielen Dank für diejenigen, welche meinen Text gelesen haben und mir vielleicht auch helfen können, indem sie mir ihre Meinung sagen.
Fragt nach, falls ihr etwas nicht verstanden habt.

Hoffnungsvolle Grüsse
Espoir

was hat die psychotherapie deines freundes mit deiner geschichte zu tun? hat sie überhaupt etwas damit zu tun?

ich weiß auch nicht, was für dich das beste ist - kontakt oder kein kontakt zu deiner familie.

eines sollte dir aber immer bewußt sein:
- du hast keine verantwortung für deine mutter!
- du hast auch keine verantwortung für deine brüder (ich gehe davon aus, sie sind auch keine kinder mehr)
- und du hast schon dreimal keine verantworung für deinen vater!!!

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19. Juli um 18:11

Ich war jahrelang bei dieser Psychologin ohne eine Traumaausbildung. Im Dezember habe ich einige Traumatatherapeuten aufgesucht, hatte aber keine gute Verbindung zu denen. Jetzt bin ich auf der Warteliste bei einem Therapeuten für eine EMDR-Therapie (hört sich für mich etwas komisch an, aber mittlerweile versuche ich sogar das um davon einbisschen mehr befreit zu sein.
Kontakt zu beiden abbrechen? Meine Mutter könnte ihn ja auch verlassen. Das krasse ist, ich wüsste, dass sie es tun würde, wenn ich ihr das sagen würde :/

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19. Juli um 18:13
In Antwort auf luna2478

Es ist schrecklich, was dir widerfahren ist! 

Mach unbedingt deine Therapie weiter und eventuell solltet ihr euch auch als Paar nochmal beraten, wie ihr zusammen als Paar miteinander wachsen könnt und nicht von deiner Vergangenheit überschattet werdet. 

Für mich ist das Verhalten deines Vater und deiner Mutter unverzeihbar. Sie hätte dich schützen müssen und ich versteh nicht, wie sie ihm jemals verzeihen konnte!

Ich weiß jedoch nicht, was für dich besser ist. 

Ich glaube daher deine Fragen solltest du in der Therapie bearbeiten. 

Ich wünsche dir von Herzen allles Gute! 

Danke Luna
Das ist eine liebe Nachricht. Das unterstützt mich auch in meinen Gedanken, wie sie ihm jemals verzeihen konnte. Ich wär wahrscheinlich für immer weg gewesen, wenn man das mit meinem Kind gemacht hätte.
Diese Fragen bearbeite ich auch in der Therapie, aber die Therapeutin gibt mir nicht solache klaren Rückmeldungen wie ich sie von euch erwarten darf...

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19. Juli um 18:17
In Antwort auf derspieltdochblos

was hat die psychotherapie deines freundes mit deiner geschichte zu tun? hat sie überhaupt etwas damit zu tun?

ich weiß auch nicht, was für dich das beste ist - kontakt oder kein kontakt zu deiner familie.

eines sollte dir aber immer bewußt sein:
- du hast keine verantwortung für deine mutter!
- du hast auch keine verantwortung für deine brüder (ich gehe davon aus, sie sind auch keine kinder mehr)
- und du hast schon dreimal keine verantworung für deinen vater!!!

Sie hat nur insofern damit zu tun, dass er darum unseren Urlaub unvermittelt abgesagt hat und ich mir nun Gedanken dazu machen muss, wie wir unsere Beziehung so gestalten können, dass wir uns gegenseitig keine Vorwürfe machen, sondern unsere sowieso schon leeren Batterien, zusammen aufladen können.
Danke! Ich weiss, dass ich keine Verantwortung habe. Theoretisch. Im Kopf und Herzen habe ich ganz viele Schuldgefühle. Dass ich meiner Mutter weh mache, da ich sie fast nicht mehr sehe. Sie schreibt mir auch immer, dass sie Teil in meinem Leben sein will und mich sehr vermisst und immer an mich denkt. Das ist natürlich sehr schwierig. Ja meine Brüder sind um die 20 herum. 

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19. Juli um 18:18

Wenns so einfach wäre.
Man ist halt trotzdem mit der Familie verwurzelt leider.
Meinst du gibt es keine anderen Optionen?

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19. Juli um 18:40
In Antwort auf espoir92

Danke Luna
Das ist eine liebe Nachricht. Das unterstützt mich auch in meinen Gedanken, wie sie ihm jemals verzeihen konnte. Ich wär wahrscheinlich für immer weg gewesen, wenn man das mit meinem Kind gemacht hätte.
Diese Fragen bearbeite ich auch in der Therapie, aber die Therapeutin gibt mir nicht solache klaren Rückmeldungen wie ich sie von euch erwarten darf...

Ja, macht sie aus guten Grund nicht. Nur du selbst kannst für dich herausfinden, was und wer dir gut tut und was du verzeihen kannst und was nicht. 

Sie hat dich damals jedenfalls total im Stich gelassen! Sie hätte sich damals unverzüglich trennen müssen! 

 

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19. Juli um 23:07

Danke vielmal! Solche Antworten bringen mich weiter oder bestärken mich in meinem Denken. Ja, ich werde definitiv diese Therapie versuchen. Ich hoffe, dass jetzt dann bald ein Platz frei wird.
Ja, dieses Gefühl von Verrat kommt am nächsten zu meinen Gefühlen... aber auch der Gedanke, dass sie mich ja trotzdem irgendwie geschützt hat und das gemacht hat, was ihr damals am besten erschien. Es reisst mich so auseinander, welche Gefühle ich meiner Mutter gegenüber empfinde. Auch wenn ich mir vorstelle, sie alt zu sehen und verbittert, weil sie sich auf ihre Enkel freut und ich sie ihr nicht überlassen werde...
Ja... mein Vater wurde in seiner Kindheit auch sexuell ausgebeutet... aber jetzt ihn irgendwie von seiner Schuld befreien geht auch nicht... vor allem sollte man doch wissen, wie es dann dem Opfer geht und alles daran zu setzen, dass das eigene Kinde (oder irgendwelche Kinder!) dies nicht mehr erleben müssen.
Ich hab sie gefragt. Ich habe sie mit allen Details, welche ich noch im Kopf habe konfrontiert und ich habe ihr auch gesagt, dass sie ihre Enkel nie alleine haben darf, wenn sie bei ihm bleibt. Sie weiss es also. Ich glaube es schmerzt sie auch sehr.
Ihr Begründung war einerseits, dass sie bei einer Trennung die beiden Brüder doch zu ihrem Vater hätte gehen lassen müssen (Gerichtsentscheid) und ich denke auch die finanzielle Angst hat mitgespielt. Sie war damals nicht berufstätig. Trotzdem - ich würde trotz allen Widrigkeiten mit meinen Kindern gehen. Bei Freunden oder Verwandten für eine Zeit lang unterkommen und einen Job suchen.
Was ich meinem Vater "zugute" halten muss, ist dass er wirklich mit den Übergriffen aufgehört hat und sich bemühte, ein guter Vater zu sein. Gibt mir aber schon fast wieder ein Kotzgefühl, das hier aufzuschreiben, da ich irgendwie denke, dass diese Tat unverzieihbar ist.

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19. Juli um 23:38
In Antwort auf espoir92

Hallo Zusammen
Ich bin schon seit fast 10 Jahren stille Mitleserin in diesem Forum und das hier ist mein erster Beitrag. Achtung - das gibt einen langen Text!

Zuerst schildere ich meine jetzige Situation: mit meinem Freund (35) bin ich (25) nun fast ein Jahr zusammen. Ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen und denke, dass wir eine sehr gute Basis haben und sehr gut harmonieren würden. Leider ist da meine Geschichte aus der Kindheit, welche meine Beziehung in Gefahr bringt. Als mein Partner im letzen November meine Geschichte hörte, begann er vor lauter Wut und dem Gefühl der Hilflosigkeit heftig zu weinen an. Bei mir löste dies eine Lawine an Gefühlen aus, welche ich verdrängt hatte. Dies führte zu grossen Problemen in der Beziehung.
Jetzt die Geschichte von mir: ich wurde Jahre lang von meinem Vater missbraucht. Im Kinderbett hatte er mir Geschichten vorgelesen. Ich musste seinen Penis anfassen und wenn ich nicht weitermachte, hörte er mit dem Geschichten erzählen auf. 69-Stellung erzwang er zwischendurch auch. Ich musste ihm einmal im Badezimmer zuschauen, wie er kam. Ich durfte meiner Mutter nichts sagen, sagte er mir damals- sonst käme er ins Gefängnis. Natürlich will man dies als Kind nicht. Also habe ich geschwiegen. Als ich etwa 9 Jahre alt war, wurde meine Mutter misstrauisch und stellte mir endlich die Frage, ob mein Vater mich berühre. Das Ganze kam raus, meine Mutter warf meinen Vater kurzerhand raus und er kam ins Gefängnis (ich habe keine Ahnung wie lange..evtl einen oder zwei Monate). Soweit so gut. Er hatte gestanden. Er musste mir Schmerzensgeld bezahlen. Vor Gericht hat er sich verantwortet. Jetzt kommt der Hamer für mich: ich wurde gefragt ob ich möchte, dass mein Vater wieder zurückkommt. Ich als Töchterchen und ziemlich verwirrt wollte doch einfach meine Papi wieder haben. Im Nachhiein frage ich mich, warum mir die Verantwortung überlassen wurde. Einem 9-jährigen Kind.
So. Die Übergriffe haben tatsächlich aufgehört. Nun durfte ich aber niemandem etwas erzählen . Meine Mutter hatte Angst, dass ich sonst keine Freunde mehr habe, wenn die Eltern davon Wind bekommen, was mir geschehen ist. Nochmals musste ich Schweigen.
Nach und nach mit 18 Jahren öffente ich mich meinem damaligen Freund. Ich erzählte es meinen engen Freundinnen. Ich ging in psychologische Behandlung. Ich setze mich auseinander. Geredet habe ich zwar nur mit meiner Mutter. Sie ist aber irgendwie zwischen uns beiden, was mir unglaubliche seelische Schmerzen bereitet. Mein Vater wohnt noch immer bei der Familie. Meine beiden jüngeren Brüder haben es vor Kurzem von mir erfahren. Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr zuhause, bin Lehrerin geworden und selbstständig. Ich wohne in einer WG und war oft bei meinem Freund auch.

Seit November habe ich mich in Depressionen hineingesteigert, wenn man das so sagen kann. Ich schnitt meinen Vater total (vorher duldete ich seine Anwesenheit. Ich wollte ja nicht meine Familie verlieren. Meine Mutter. Meine beiden Brüder) und ging nicht mehr nach Hause. Meine anderen Familienmitglieder traf ich ausserhalb in der Stadt. Das geht jetzt also seit 8 Monaten so und ich leide sehr darunter. Mein Freund hat gesagt, wir können nur eine glückliche Beziehung führen, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Das tue ich auch mit meiner Psychologin. Trotzdem möchte ich eure Meinungen dazu hören, denn ich habe ds Gefühl, nicht mehr weiter zu kommen.
Ich nehme seit 2 Monaten Antidepressiva. Die helfen mir nicht schlecht. Trotzdem habe ich grosse Vertrauensprobleme meinem Freund gegenüber (ich denke durch den Misbrauch konnte ich nie ein Urvertrauen zu Männern aufbauen) und raste auch ziemlich aus zwischendurch, wenn ich denke, dass er etwas böswillig macht. Zwischendurch denke ich auch, dass ich borderlinemässige Züge an mir habe. Aber diesen Stempfel macht es nicht besser. Ich arbeite intensiv an mir und meinem Verhalten, dem Vertrauen etc...
Jetzt hat mein Freund unsere Ferien gecancelt, weil es ihm anscheinend auch gar nicht gut geht. Er wird ab Montag jeden Tag in eine Psychotherapie gehen. Das hat den Ausschlag gegeben und den Willen, mal eure Meinung zu vor allem meiner Familiensituation zu geben:

- Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?
- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)
- Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist.
- Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?
- Übertreibe ich?

Ich habe so viel Wut und Gefühle in mir drin. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig die Sicht erhellen und ein bisschen ordnen. Gesunde Menschengedanken und  Handlungen, welche ihr mit mir teilen würdet, würden mir unheimlich gut tun.

Vielen Dank für diejenigen, welche meinen Text gelesen haben und mir vielleicht auch helfen können, indem sie mir ihre Meinung sagen.
Fragt nach, falls ihr etwas nicht verstanden habt.

Hoffnungsvolle Grüsse
Espoir

Sehr bedauerlich was du da erleben musstest. Daa kann ein normaler Mensch nicht verstehen. 

Meine Gedanken hierzu: 

ich würde den Kontakt zu deiner Familie gänzlich kappen. 

familie bedeutet für mich: Zusammenhalt, liebe, gegenseitige Unterstützung.  

dies ist bei dir alles nicht geschehen. Es wurde alles unter den Teppich gekehrt.  Der Täter geschützt. Das Opfer tagtäglich mit dem Täter konfrontiert 

hier hat deine Mutter gänzlich versagt und sie tut es weiterhin. 

du solltest auch niemanden im Alter pflegen, denn diese Menschen haben es nicht verdient gepflegt zu werden. Sie haben als Eltern versagt. 

geh weiterhin zur Therapie.  Sprich über dieses leid was dir angetan wurde. 

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft! 

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19. Juli um 23:47

Es tut mir leid, was Dir widerfahren ist. Ich danke Dir, dass Du den Mut gefasst hast, ein solches Thema, das auch für einen Leser zum Kotzen ist, aufgetischt hast. Meistere das für Dich und für alle anderen Tausend, denen es gerade jetzt widerfährt...!

Ich habe sexuellen Missbrauch auch erleben müssen, aber in einer milderen Form und konnte es meistern. Weder meine Eltern noch mein Bruder glaubten mir , weil es einer seiner besten Freunde war, der zugleich mein Fussballtrainer war. Aber ich will gar nicht in Details eingehen hier. Ich konnte es irgendwie meistern. Aber jetzt soll es um Deine Geschiche gehen.

Wut ist wichtig und völlig berechtigt. Das mal vorweg. (Auch bei mir gibt es Phasen, wo diese Wut - immer noch, nach 33 Jahren! - hochkommt.)

Ich könnte keinen Kontakt haben zu ihm, denke ich, selbst wenn es Dein leiblicher Vater ist. Das war und ist und bleibt unverzeihlich. Er hat Dein Leben derart beeinflusst, aus egoistischem oder triebhaftem Fehlverhalten. Basta. Da bin ich gnadenlos zu Tätern und wehe dem, der meinen etwas antun würde. Da würde ich die Milde des heutigen Strafrechts mir gegenüber auch spüren wollen. Aber ich will das ja nicht auch noch erleben müssen.

Besuche doch die Familie und er soll gehen, wenn Du kommst. So. Das ist mal was anderes. Er ist nämlich der Täter! Und fordere das mit einer Stärke und Selbstverständlichkeit. Ob er das als Zusatzstrafe empfindet ist nämlich Wurscht!

Unbedingt professionelle Hilfe annehmen und zwar dauerhaft. Such Dir jemanden, der Dich ein lebenlang begleitet...! Du wirst das brauchen. Und das zeigt eben, wie krass die Tat war! Der Therapeut wird Dich in jedem nächsten Tief weiter begleiten und Dich verstehen. Und Du Dich auch, immer besser!

Und rede darüber. Immer wieder. Für Dich. Für alle anderen. Wenn Du es meisterst, werden es andere auch schaffen!  Denn Du bist stark, viel stärker als Dir bewusst ist! Jeder kriegt nämlich nur den Rucksack zum Tragen, den er auch zu tragen vermag! Setz Dich vielleicht später in einem Verein oder so ein, wo es um solche Opfer geht!

Danke für Deinen Mut 

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19. Juli um 23:52
In Antwort auf fresh0089

Sehr bedauerlich was du da erleben musstest. Daa kann ein normaler Mensch nicht verstehen. 

Meine Gedanken hierzu: 

ich würde den Kontakt zu deiner Familie gänzlich kappen. 

familie bedeutet für mich: Zusammenhalt, liebe, gegenseitige Unterstützung.  

dies ist bei dir alles nicht geschehen. Es wurde alles unter den Teppich gekehrt.  Der Täter geschützt. Das Opfer tagtäglich mit dem Täter konfrontiert 

hier hat deine Mutter gänzlich versagt und sie tut es weiterhin. 

du solltest auch niemanden im Alter pflegen, denn diese Menschen haben es nicht verdient gepflegt zu werden. Sie haben als Eltern versagt. 

geh weiterhin zur Therapie.  Sprich über dieses leid was dir angetan wurde. 

Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft! 

Vielen Dank für deine Meinung!
Ja. Es geht nicht mal mir in den Kopf, wie man so etwas machen kann.

Es ist so einfach das zu sagen. Es tut aber immer so weh, wenn ich an so ein Szenario denke. Aber du hast recht in dem Punkt, dass es einfach unter den Teppich gekehrt wurde. Mein Vater hat die ganze Familie für sich und ich muss schauen, dass ich es besser hinkriege. Ich denke, ich werde viel darin investieren um mit meinem Freund eine glückliche Familie aufzubauen; bzw. hier "Familie" zu finden.

Ich denke auch, dass sich meine Brüder um ihn kümmern können. Ich hoffe bei meiner Mutter einfach immer noch, dass sie selbst geht. Auch mit 55 Jahren kann man doch noch einen netten, im Kopf gesunden Partner finden wenn man will...

Ich danke dir nochmals!

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20. Juli um 0:03
In Antwort auf bueroloewe72

Es tut mir leid, was Dir widerfahren ist. Ich danke Dir, dass Du den Mut gefasst hast, ein solches Thema, das auch für einen Leser zum Kotzen ist, aufgetischt hast. Meistere das für Dich und für alle anderen Tausend, denen es gerade jetzt widerfährt...!

Ich habe sexuellen Missbrauch auch erleben müssen, aber in einer milderen Form und konnte es meistern. Weder meine Eltern noch mein Bruder glaubten mir , weil es einer seiner besten Freunde war, der zugleich mein Fussballtrainer war. Aber ich will gar nicht in Details eingehen hier. Ich konnte es irgendwie meistern. Aber jetzt soll es um Deine Geschiche gehen.

Wut ist wichtig und völlig berechtigt. Das mal vorweg. (Auch bei mir gibt es Phasen, wo diese Wut - immer noch, nach 33 Jahren! - hochkommt.)

Ich könnte keinen Kontakt haben zu ihm, denke ich, selbst wenn es Dein leiblicher Vater ist. Das war und ist und bleibt unverzeihlich. Er hat Dein Leben derart beeinflusst, aus egoistischem oder triebhaftem Fehlverhalten. Basta. Da bin ich gnadenlos zu Tätern und wehe dem, der meinen etwas antun würde. Da würde ich die Milde des heutigen Strafrechts mir gegenüber auch spüren wollen. Aber ich will das ja nicht auch noch erleben müssen.

Besuche doch die Familie und er soll gehen, wenn Du kommst. So. Das ist mal was anderes. Er ist nämlich der Täter! Und fordere das mit einer Stärke und Selbstverständlichkeit. Ob er das als Zusatzstrafe empfindet ist nämlich Wurscht!

Unbedingt professionelle Hilfe annehmen und zwar dauerhaft. Such Dir jemanden, der Dich ein lebenlang begleitet...! Du wirst das brauchen. Und das zeigt eben, wie krass die Tat war! Der Therapeut wird Dich in jedem nächsten Tief weiter begleiten und Dich verstehen. Und Du Dich auch, immer besser!

Und rede darüber. Immer wieder. Für Dich. Für alle anderen. Wenn Du es meisterst, werden es andere auch schaffen!  Denn Du bist stark, viel stärker als Dir bewusst ist! Jeder kriegt nämlich nur den Rucksack zum Tragen, den er auch zu tragen vermag! Setz Dich vielleicht später in einem Verein oder so ein, wo es um solche Opfer geht!

Danke für Deinen Mut 

Deine Worte haben mich jetzt sehr berührt!
Vielen Dank aus vollem Herzen dafür!

Es tut mir auch sehr leid, dass du sexuellen Missbrauch erfahren musstest.
Ich muss es auch irgendwie meistern. Ich sehne mich so nach einer reinen Liebe und Vertrauen. Endlich mal zu Ruhe kommen.

Im Moment ist es auch so, dass ich klar meine Grenzen aufzeige und ihn nicht mehr sehen will. Anfangs hat er mir noch geschrieben, dass er mir helfen möchte (bzw falls er mal mit in die Therapie kommen sollte). Aber das fand ich so absurd und war nur entrüstet und wütend. Getan ist getan. Und wie du gesagt hast: es wird mich leider mein ganzes Leben lang begleiten...

Genau diese Idee hatte ich vor 2 Wochen auch. Ich habe meiner Mutter gesagt, mein Vater soll Samstag Abend etwas anderes machen und ich käme zu einem Nachtessen mit ihr und meinen Brüdern nach Hause. Kaum hatte ich diesen Vorschlag gemacht, suchte mich ein derart schlimmer Albtraum heim, dass ich meinen Vorschlag zurückgezogen habe. Nebenbei: mein Vater wäre einverstanden gewesen. Das macht mir noch mehr zu schaffen: dass er alles versucht, um es gut zu machen. Er hat mir auch schon Therapiekosten von 400.- bezahlt ohne zu motzen. Aber genau das macht es doch so schlimm. Das gibt mir schon fast das Gefühl dankbar zu sein müssen. Das ist echt zum kotzen.

Deine Worte tun mir gut!
Ich setze mich täglich in meinem Lehrerberuf dafür ein, lächelnde Kindergesichter zu sehen und bin auch sehr hellhörig für ihre Sorgen und Ängste. Nähere Arbeit mit Missbrauchsopfern kann ich mir, zumindest jetzt, nicht vorstellen.

Danke <3

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20. Juli um 0:06
In Antwort auf espoir92

Vielen Dank für deine Meinung!
Ja. Es geht nicht mal mir in den Kopf, wie man so etwas machen kann.

Es ist so einfach das zu sagen. Es tut aber immer so weh, wenn ich an so ein Szenario denke. Aber du hast recht in dem Punkt, dass es einfach unter den Teppich gekehrt wurde. Mein Vater hat die ganze Familie für sich und ich muss schauen, dass ich es besser hinkriege. Ich denke, ich werde viel darin investieren um mit meinem Freund eine glückliche Familie aufzubauen; bzw. hier "Familie" zu finden.

Ich denke auch, dass sich meine Brüder um ihn kümmern können. Ich hoffe bei meiner Mutter einfach immer noch, dass sie selbst geht. Auch mit 55 Jahren kann man doch noch einen netten, im Kopf gesunden Partner finden wenn man will...

Ich danke dir nochmals!

Ich danke dir, dass du dich uns anvertraut hast.  Bitte geh weiterhin so stark durchs Leben.  Du hast beste Karten.  Irgendwann hast du selber mal Kinder und kannst alles geben, was du selber nicht hattest. 

alles gute

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20. Juli um 0:33
In Antwort auf espoir92

Deine Worte haben mich jetzt sehr berührt!
Vielen Dank aus vollem Herzen dafür!

Es tut mir auch sehr leid, dass du sexuellen Missbrauch erfahren musstest.
Ich muss es auch irgendwie meistern. Ich sehne mich so nach einer reinen Liebe und Vertrauen. Endlich mal zu Ruhe kommen.

Im Moment ist es auch so, dass ich klar meine Grenzen aufzeige und ihn nicht mehr sehen will. Anfangs hat er mir noch geschrieben, dass er mir helfen möchte (bzw falls er mal mit in die Therapie kommen sollte). Aber das fand ich so absurd und war nur entrüstet und wütend. Getan ist getan. Und wie du gesagt hast: es wird mich leider mein ganzes Leben lang begleiten...

Genau diese Idee hatte ich vor 2 Wochen auch. Ich habe meiner Mutter gesagt, mein Vater soll Samstag Abend etwas anderes machen und ich käme zu einem Nachtessen mit ihr und meinen Brüdern nach Hause. Kaum hatte ich diesen Vorschlag gemacht, suchte mich ein derart schlimmer Albtraum heim, dass ich meinen Vorschlag zurückgezogen habe. Nebenbei: mein Vater wäre einverstanden gewesen. Das macht mir noch mehr zu schaffen: dass er alles versucht, um es gut zu machen. Er hat mir auch schon Therapiekosten von 400.- bezahlt ohne zu motzen. Aber genau das macht es doch so schlimm. Das gibt mir schon fast das Gefühl dankbar zu sein müssen. Das ist echt zum kotzen.

Deine Worte tun mir gut!
Ich setze mich täglich in meinem Lehrerberuf dafür ein, lächelnde Kindergesichter zu sehen und bin auch sehr hellhörig für ihre Sorgen und Ängste. Nähere Arbeit mit Missbrauchsopfern kann ich mir, zumindest jetzt, nicht vorstellen.

Danke <3

Dass er Deine Therapiekosten heute auch noch bezahlt ist
- aufrichtige Reue des Täters, was sich strafmindernd auswirkt,
- Schadenersatz, nichts anderes.
Das Opfer muss dem Täter nie dankbar sein. Und die strafbare Handlung bleibt eine. Basta.

Frag ihn doch mal, bei wievielen er es auch schon gemacht hat. Aber nur, wenn Du Kraft hast für diese harte Frage. Nur, wenn es Dich nicht zu Emotionen rührt, die Antwort zu ertragen. Du wirst kaum die einzige sein. Aber vielleicht hat er durch Dich, seine eigene Tochter, wirklich lernen dürfen, damit umzugehen. Vielleicht. Ich und Du, wir werden wohl immer misstrauisch bleiben. Das dürfen wir auch. Du darfst das.

Ja, dachte ich mir nachher auch. Lehrerin . Schön.  Und Du wirst immer sensibel bleiben für verhaltensauffällige Kinder. Und Du wirst Wege finden, sie zu schützen. Schön.  Endlich jemand, der das riechen wird, der weitere Opfer aus deren Leid helfen wird. DAS wird Dein Weg sein. Meisterin !!! Meisterin !!!

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20. Juli um 0:39

Jeder hat seine Geschichte. Auch ihre Mutter. Verurteile sie nicht, Du hast das Recht nicht dazu, purple! Aber Deine Fragen sind berechtigt. Bedenke, es war eine andere Zeit damals. Bedenke, dass die Umstände auch für die Frau nicht einfach waren. Und sie hat ihn angezeigt, immerhin!

Du hast keine Ahnung, wie milde mit solchen Tätern umgegangen wird, echt keine Ahnung. Sorry. Häufig werden die Opfer gar nicht richtig geschützt!! DAS ist die Regel. Und bedingte Haftstrafen, so bei uns, weil Ersttäter. Jaja. Wenn Du wüsstest... Ich kann hier nicht alle Erfahrungen von Strafurteilen aufzeigen, sie würden auch Dich zum Kopfschütteln bringen, sicher...

Ihre Mutter versuchte sicherlich das Beste, so wie jeder Mensch es in jeder Situation versucht. Sie konnte es nicht besser.

Aber aufarbeiten, diese Fragen von purple stellen, aber nicht verurteilend, das ist schon richtig!

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20. Juli um 1:14
In Antwort auf espoir92

Hallo Zusammen
Ich bin schon seit fast 10 Jahren stille Mitleserin in diesem Forum und das hier ist mein erster Beitrag. Achtung - das gibt einen langen Text!

Zuerst schildere ich meine jetzige Situation: mit meinem Freund (35) bin ich (25) nun fast ein Jahr zusammen. Ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen und denke, dass wir eine sehr gute Basis haben und sehr gut harmonieren würden. Leider ist da meine Geschichte aus der Kindheit, welche meine Beziehung in Gefahr bringt. Als mein Partner im letzen November meine Geschichte hörte, begann er vor lauter Wut und dem Gefühl der Hilflosigkeit heftig zu weinen an. Bei mir löste dies eine Lawine an Gefühlen aus, welche ich verdrängt hatte. Dies führte zu grossen Problemen in der Beziehung.
Jetzt die Geschichte von mir: ich wurde Jahre lang von meinem Vater missbraucht. Im Kinderbett hatte er mir Geschichten vorgelesen. Ich musste seinen Penis anfassen und wenn ich nicht weitermachte, hörte er mit dem Geschichten erzählen auf. 69-Stellung erzwang er zwischendurch auch. Ich musste ihm einmal im Badezimmer zuschauen, wie er kam. Ich durfte meiner Mutter nichts sagen, sagte er mir damals- sonst käme er ins Gefängnis. Natürlich will man dies als Kind nicht. Also habe ich geschwiegen. Als ich etwa 9 Jahre alt war, wurde meine Mutter misstrauisch und stellte mir endlich die Frage, ob mein Vater mich berühre. Das Ganze kam raus, meine Mutter warf meinen Vater kurzerhand raus und er kam ins Gefängnis (ich habe keine Ahnung wie lange..evtl einen oder zwei Monate). Soweit so gut. Er hatte gestanden. Er musste mir Schmerzensgeld bezahlen. Vor Gericht hat er sich verantwortet. Jetzt kommt der Hamer für mich: ich wurde gefragt ob ich möchte, dass mein Vater wieder zurückkommt. Ich als Töchterchen und ziemlich verwirrt wollte doch einfach meine Papi wieder haben. Im Nachhiein frage ich mich, warum mir die Verantwortung überlassen wurde. Einem 9-jährigen Kind.
So. Die Übergriffe haben tatsächlich aufgehört. Nun durfte ich aber niemandem etwas erzählen . Meine Mutter hatte Angst, dass ich sonst keine Freunde mehr habe, wenn die Eltern davon Wind bekommen, was mir geschehen ist. Nochmals musste ich Schweigen.
Nach und nach mit 18 Jahren öffente ich mich meinem damaligen Freund. Ich erzählte es meinen engen Freundinnen. Ich ging in psychologische Behandlung. Ich setze mich auseinander. Geredet habe ich zwar nur mit meiner Mutter. Sie ist aber irgendwie zwischen uns beiden, was mir unglaubliche seelische Schmerzen bereitet. Mein Vater wohnt noch immer bei der Familie. Meine beiden jüngeren Brüder haben es vor Kurzem von mir erfahren. Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr zuhause, bin Lehrerin geworden und selbstständig. Ich wohne in einer WG und war oft bei meinem Freund auch.

Seit November habe ich mich in Depressionen hineingesteigert, wenn man das so sagen kann. Ich schnitt meinen Vater total (vorher duldete ich seine Anwesenheit. Ich wollte ja nicht meine Familie verlieren. Meine Mutter. Meine beiden Brüder) und ging nicht mehr nach Hause. Meine anderen Familienmitglieder traf ich ausserhalb in der Stadt. Das geht jetzt also seit 8 Monaten so und ich leide sehr darunter. Mein Freund hat gesagt, wir können nur eine glückliche Beziehung führen, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Das tue ich auch mit meiner Psychologin. Trotzdem möchte ich eure Meinungen dazu hören, denn ich habe ds Gefühl, nicht mehr weiter zu kommen.
Ich nehme seit 2 Monaten Antidepressiva. Die helfen mir nicht schlecht. Trotzdem habe ich grosse Vertrauensprobleme meinem Freund gegenüber (ich denke durch den Misbrauch konnte ich nie ein Urvertrauen zu Männern aufbauen) und raste auch ziemlich aus zwischendurch, wenn ich denke, dass er etwas böswillig macht. Zwischendurch denke ich auch, dass ich borderlinemässige Züge an mir habe. Aber diesen Stempfel macht es nicht besser. Ich arbeite intensiv an mir und meinem Verhalten, dem Vertrauen etc...
Jetzt hat mein Freund unsere Ferien gecancelt, weil es ihm anscheinend auch gar nicht gut geht. Er wird ab Montag jeden Tag in eine Psychotherapie gehen. Das hat den Ausschlag gegeben und den Willen, mal eure Meinung zu vor allem meiner Familiensituation zu geben:

- Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?
- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)
- Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist.
- Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?
- Übertreibe ich?

Ich habe so viel Wut und Gefühle in mir drin. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig die Sicht erhellen und ein bisschen ordnen. Gesunde Menschengedanken und  Handlungen, welche ihr mit mir teilen würdet, würden mir unheimlich gut tun.

Vielen Dank für diejenigen, welche meinen Text gelesen haben und mir vielleicht auch helfen können, indem sie mir ihre Meinung sagen.
Fragt nach, falls ihr etwas nicht verstanden habt.

Hoffnungsvolle Grüsse
Espoir

Ich lese Deinen Eingangstext und andere Texte von Dir immer wieder durch. Und erkenne noch ein paar Details. Übrigens danke noch, dass Dich meine Antwort berührt hat. Aber mit Komplimenten kann ich nicht so gut umgehen .

Du durftest damals, als Kind, nicht darüber reden, weil Du keine Freunde gehabt haben sollst, hat Dir Mama gesagt! Das ist aber die Kinderversion! Du durftest es niemandem sagen, weil sie, Mama und Papa, keine Freunde mehr gehabt hätten! Das ist die Erwachsenen-Version!

Kinder werden schon angehört. Je nach Urteilsfähigkeit wird ihre Meinung in den Entscheid integriert und das Ergebis hängt noch von anderen Faktoren ab. Es gab wohl auch beim Papa als Täter eine Psycho-Untersuchung und und und. Und Mama wollte es wohl. Das war wohl entscheidend. Nicht Deine Äusserung. Das denke ich nicht. Du bürdest Dir da zu viel Verantwortung auf.

Räum mal damit auf, verlange das Urteil, frage danach wie es war. Du verstehst es heute besser. Soll der Papa doch mal vor allen, auch den Jungs, erzählen, was war. Das wäre doch noch eine nette Klarstellung, oder? Vielleicht bin ich da aber auch etwas krass. Aber er soll doch dazu stehen, was war!!!

Deine Mutter hat Dich immerhin beschützt und Dich danach gefragt, ob er Dich berührt habe. Immerhin! Sie rettete Dich und beendete es. Das muss schon auch klargestellt sein.

Dein Freund hat recht, weise Aussage, man - ihr, Du - muss sich mit dem Erlebten auseinandersetzen, sonst geht das auf Dauer mit einer Partnerschaft nicht. Guter Freund

Dein Vater darf Opa sein, wenn Du Kinder hast. Ist er ja dann, technisch sicherlich. Unter Aufsicht auch wirklich. Keine Frage.

Deine Mutter wägte ab, was das Beste für das Ganze war. Für alle drei Kinder. Für sich selber. Sie traf den Entscheid, dass er bleiben darf, der Papa, aber sie setzte ihm sicherlich das Ultimatum, dass nichts mehr passieren dürfe, Fehlerhaftes meine ich. Daran hielt er sich. Ich kann die Mama auch verstehen. Auch wenn ich andere Reaktionen von ihr auch hätte verstehen können, und zwar ganz viele! 

Wenn er pflegebedürftig ist, sollen sich Menschen um ihn kümmern, denen er gutes getan hat. Du nicht. Nie. Wofür? Als Dank? Aber es wäre ja möglich, dass Du so weit bist in 30 Jahren, dass Du dann verzeihen kannst. Musst Du nicht heute entscheiden. Du bist frei und hast jedes Recht, es zu tun oder zu lassen.

Dass Dein Vater auch Übergriffe erlebte, war für mich sofort relativ offensichtlich. Macht es ja dann nicht besser. Aber vielleicht würdest Du ihn besser verstehen, wenn Du wüsstest, was er erlebte. Irgendwann soll er das mal aufschreiben oder erzählen. Ist wichtig für Deine Geschichte, sicher! Vielleicht ist Eure Familie mit Dir gerade am Ende des Weges des Leids angelangt.... (Nur wer weiss, woher er kommt, weiss, wohin er geht. (altes indianisches Sprichwort))

Kopf hoch! Und noch eine letzte Bemerkung, die aber missverstanden werden könnte. Das will ich vorweg sagen und ich gebe mir Mühe, mich richtig auszudrücken, bitte aber auch um wohlwollendes Lesen (danke)! Es gibt schon noch viel krassere Geschichten und ich habe solche Jugendliche erlebt, die wirklich extrem krasses erlebt haben (noch übleren Missbrauch, Gewalt, Drogen im Kindsalter - was es nicht alles gibt...). Was ich damit sagen will, Du scheinst gesund zu sein, Du hast ne tolle Ausbildung, Du bist stärker als Du meinst. Nun denn! Denk dran, jeder kriegt den Rucksack, den er zu tragen vermag! 
 

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20. Juli um 1:21
In Antwort auf espoir92

Deine Worte haben mich jetzt sehr berührt!
Vielen Dank aus vollem Herzen dafür!

Es tut mir auch sehr leid, dass du sexuellen Missbrauch erfahren musstest.
Ich muss es auch irgendwie meistern. Ich sehne mich so nach einer reinen Liebe und Vertrauen. Endlich mal zu Ruhe kommen.

Im Moment ist es auch so, dass ich klar meine Grenzen aufzeige und ihn nicht mehr sehen will. Anfangs hat er mir noch geschrieben, dass er mir helfen möchte (bzw falls er mal mit in die Therapie kommen sollte). Aber das fand ich so absurd und war nur entrüstet und wütend. Getan ist getan. Und wie du gesagt hast: es wird mich leider mein ganzes Leben lang begleiten...

Genau diese Idee hatte ich vor 2 Wochen auch. Ich habe meiner Mutter gesagt, mein Vater soll Samstag Abend etwas anderes machen und ich käme zu einem Nachtessen mit ihr und meinen Brüdern nach Hause. Kaum hatte ich diesen Vorschlag gemacht, suchte mich ein derart schlimmer Albtraum heim, dass ich meinen Vorschlag zurückgezogen habe. Nebenbei: mein Vater wäre einverstanden gewesen. Das macht mir noch mehr zu schaffen: dass er alles versucht, um es gut zu machen. Er hat mir auch schon Therapiekosten von 400.- bezahlt ohne zu motzen. Aber genau das macht es doch so schlimm. Das gibt mir schon fast das Gefühl dankbar zu sein müssen. Das ist echt zum kotzen.

Deine Worte tun mir gut!
Ich setze mich täglich in meinem Lehrerberuf dafür ein, lächelnde Kindergesichter zu sehen und bin auch sehr hellhörig für ihre Sorgen und Ängste. Nähere Arbeit mit Missbrauchsopfern kann ich mir, zumindest jetzt, nicht vorstellen.

Danke <3

Nein, er muss nicht mit Dir in eine Therapie! Das ist wahrlich völlig absurd! Er müsste wohl selber in eine Therapie, aber eine ganz andere, die seine! Als Täter und Opfer!!

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20. Juli um 7:21
In Antwort auf espoir92

Hallo Zusammen
Ich bin schon seit fast 10 Jahren stille Mitleserin in diesem Forum und das hier ist mein erster Beitrag. Achtung - das gibt einen langen Text!

Zuerst schildere ich meine jetzige Situation: mit meinem Freund (35) bin ich (25) nun fast ein Jahr zusammen. Ich kann mir eine Zukunft mit ihm vorstellen und denke, dass wir eine sehr gute Basis haben und sehr gut harmonieren würden. Leider ist da meine Geschichte aus der Kindheit, welche meine Beziehung in Gefahr bringt. Als mein Partner im letzen November meine Geschichte hörte, begann er vor lauter Wut und dem Gefühl der Hilflosigkeit heftig zu weinen an. Bei mir löste dies eine Lawine an Gefühlen aus, welche ich verdrängt hatte. Dies führte zu grossen Problemen in der Beziehung.
Jetzt die Geschichte von mir: ich wurde Jahre lang von meinem Vater missbraucht. Im Kinderbett hatte er mir Geschichten vorgelesen. Ich musste seinen Penis anfassen und wenn ich nicht weitermachte, hörte er mit dem Geschichten erzählen auf. 69-Stellung erzwang er zwischendurch auch. Ich musste ihm einmal im Badezimmer zuschauen, wie er kam. Ich durfte meiner Mutter nichts sagen, sagte er mir damals- sonst käme er ins Gefängnis. Natürlich will man dies als Kind nicht. Also habe ich geschwiegen. Als ich etwa 9 Jahre alt war, wurde meine Mutter misstrauisch und stellte mir endlich die Frage, ob mein Vater mich berühre. Das Ganze kam raus, meine Mutter warf meinen Vater kurzerhand raus und er kam ins Gefängnis (ich habe keine Ahnung wie lange..evtl einen oder zwei Monate). Soweit so gut. Er hatte gestanden. Er musste mir Schmerzensgeld bezahlen. Vor Gericht hat er sich verantwortet. Jetzt kommt der Hamer für mich: ich wurde gefragt ob ich möchte, dass mein Vater wieder zurückkommt. Ich als Töchterchen und ziemlich verwirrt wollte doch einfach meine Papi wieder haben. Im Nachhiein frage ich mich, warum mir die Verantwortung überlassen wurde. Einem 9-jährigen Kind.
So. Die Übergriffe haben tatsächlich aufgehört. Nun durfte ich aber niemandem etwas erzählen . Meine Mutter hatte Angst, dass ich sonst keine Freunde mehr habe, wenn die Eltern davon Wind bekommen, was mir geschehen ist. Nochmals musste ich Schweigen.
Nach und nach mit 18 Jahren öffente ich mich meinem damaligen Freund. Ich erzählte es meinen engen Freundinnen. Ich ging in psychologische Behandlung. Ich setze mich auseinander. Geredet habe ich zwar nur mit meiner Mutter. Sie ist aber irgendwie zwischen uns beiden, was mir unglaubliche seelische Schmerzen bereitet. Mein Vater wohnt noch immer bei der Familie. Meine beiden jüngeren Brüder haben es vor Kurzem von mir erfahren. Ich wohne seit 1 Jahr nicht mehr zuhause, bin Lehrerin geworden und selbstständig. Ich wohne in einer WG und war oft bei meinem Freund auch.

Seit November habe ich mich in Depressionen hineingesteigert, wenn man das so sagen kann. Ich schnitt meinen Vater total (vorher duldete ich seine Anwesenheit. Ich wollte ja nicht meine Familie verlieren. Meine Mutter. Meine beiden Brüder) und ging nicht mehr nach Hause. Meine anderen Familienmitglieder traf ich ausserhalb in der Stadt. Das geht jetzt also seit 8 Monaten so und ich leide sehr darunter. Mein Freund hat gesagt, wir können nur eine glückliche Beziehung führen, wenn wir uns mit unserer Vergangenheit auseinandersetzen. Das tue ich auch mit meiner Psychologin. Trotzdem möchte ich eure Meinungen dazu hören, denn ich habe ds Gefühl, nicht mehr weiter zu kommen.
Ich nehme seit 2 Monaten Antidepressiva. Die helfen mir nicht schlecht. Trotzdem habe ich grosse Vertrauensprobleme meinem Freund gegenüber (ich denke durch den Misbrauch konnte ich nie ein Urvertrauen zu Männern aufbauen) und raste auch ziemlich aus zwischendurch, wenn ich denke, dass er etwas böswillig macht. Zwischendurch denke ich auch, dass ich borderlinemässige Züge an mir habe. Aber diesen Stempfel macht es nicht besser. Ich arbeite intensiv an mir und meinem Verhalten, dem Vertrauen etc...
Jetzt hat mein Freund unsere Ferien gecancelt, weil es ihm anscheinend auch gar nicht gut geht. Er wird ab Montag jeden Tag in eine Psychotherapie gehen. Das hat den Ausschlag gegeben und den Willen, mal eure Meinung zu vor allem meiner Familiensituation zu geben:

- Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?
- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)
- Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist.
- Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?
- Übertreibe ich?

Ich habe so viel Wut und Gefühle in mir drin. Vielleicht könnt ihr mir ein wenig die Sicht erhellen und ein bisschen ordnen. Gesunde Menschengedanken und  Handlungen, welche ihr mit mir teilen würdet, würden mir unheimlich gut tun.

Vielen Dank für diejenigen, welche meinen Text gelesen haben und mir vielleicht auch helfen können, indem sie mir ihre Meinung sagen.
Fragt nach, falls ihr etwas nicht verstanden habt.

Hoffnungsvolle Grüsse
Espoir

"Ist es richtig dass ich mein Zuhause meide, um meinem Vater aus dem Weg zu gehen?"

NATÜRLICH!!! Du bist erwachsen und hast das Recht den Kontakt zu dieser Kreatur abzubrechen, so ein "Mensch" ist doch kein Vater. Ein Vater beschützt seine Kinder, er hat dich benützt. Du solltest das tun was dir gut tut.

"- Wie würdet ihr in Zukunft mit dem Vater umgehen? Wenn ich Kinder habe (niemals würde ich sie ihm alleine überlassen.)"

Kontaktabbruch, mit solchen Widerlingen würde ich mein Leben nicht verbringen wollen. Als Kind warst du ihm hilflos ausgestzt, jetzt ist das nicht mehr der Fall.

-" Versteht ihr meine Mutter, warum sie noch bei ihm ist? Sie möchte denke ich die Familie zusammenhalten. Hätte sie sich nicht klar positionieren müssen und ihn verlassen? Ich treffe sie nur noch mit anderen Verwandten zusammen (ca 1x im Monat), da ich solche Vorwürfe im Kopf habe, dass sie noch mit diesem Man zusammen ist."

Nein, ich verstehe sie nicht! Für mich ist ihr Verhalten fast genauso schlimm wie das deines Erzeugers. Diese Frau wäre für mich ebenfalls gestorben.
Sie hätte ihn nie mehr in deine Nähe lassen dürfen. Sie hat völlig versagt.

"Wenn er pflegebedürftig wird... werde ich es übers Herz bringen, ihm nicht zu helfen? Ist das gerechtfertigt?"

Keine Ahnung wie das bei dir der Fall sein wird. Ich würde so jemanden sicher nicht pflegen. Sexueller Missbrauch an Kindern ist für mich persönlich eine Todsünde. Ich verachte und hasse solche "Menschen"

- Übertreibe ich?"

NEIN!!! Und lass dir sowas auch von niemanden einreden. Du hast leider nicht erfahren was es heißt einen guten Vater zu haben. Dein Erzeuger ist es jedenfalls nicht.

Ich wünsch dir alles erdenklich Gute und hoffe, dass du diese traumatischen Erfahrungen irgendwann aufarbeiten kannst um ein halbwegs normales Leben zu führen.

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20. Juli um 8:10

Was mir noch eingefallen ist, kannst du dir vorstellen eine Selbsthilfegruppe zu besuchen? 

Vielleicht hilft es dir, wenn du mit anderen Menschen sprechen kannst, die Ähnliches erlebt haben? Wäre ja auch ne Möglichkeit mit denen zu besprechen, wie die mit ihren Angegehörigen etc. umgehen.

Wenn du Kontakt zu deiner Familie haben willst, dann vielleicht auch besser nicht im Haus deiner Eltern? Wäre für dich vielleicht besser? 

Deine Geschichte ist wirklich ganz mies. Ich wünsche dir, dass du es best möglich verarbeiten kannst und irgendwann deine eigene Familie hast. Einen tollen Beruf hast du ja schon mal. Hoffe, du hast auch einen tollen Freundeskreis. 

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