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Als es noch Gentlemen gab

25. August 2009 um 14:02

fühlten sich die Frauen wie Frauen und die Männer wie Männer. Heute schaue ich in die Welt und sehe dass viele gar nicht mehr wissen wer sie sind und wo sie hingehören.

Gerne höre ich den Geschichten meiner fast 80jährigen Oma zu wenn sie mit leicht errötetem Gesicht erzählt wie es denn damals so war mit der Liebe, mit den Männern und den Frauen.
Und gleichzeitig vergleiche ich dann ihre Sätze mit dem was ich von heute kenne.

Mit dem Esel ihrer Eltern (der Esel hieß übrigens Stella) lief sie damals einige Kilometer bis ins Dorf um Einkäufe auf dem Wochenmarkt zu tätigen. Ihre Eltern arbeiteten derweil auf dem Land. Auf dem Weg dorthin kamen ihr viele Männer entgegen. Jeder nahm kurz seinen Hut ab, nickte ihr freundlich zu und begrüßte sie mit einem Buongiorno Signorina, setzte seinen Hut wieder auf und lief weiter. Das war eben üblich eine Frau respektvoll zu begrüßen und zu behandeln.
Ein junger Mann hatte ihr immer gut gefallen. Einmal in der Woche sah sie ihn immer auf dem Weg ins Dorf. Er arbeitete an Strommasten. Doch sie ließ sich ihre Zuneigung nie anmerken. Warum auch? Eine Frau tat niemals den ersten Schritt! Er wurde von sich aus auf sie aufmerksam, stellte sich freundlich bei ihr vor, half ihr mit den Einkäufen, übernahm die Führung des Esels bis zur Haustüre zurück, und verabschiedete sich mit einem Handkuss von ihr. Bald stellte er sich bei ihren Eltern vor um sie offiziell zum Tanzen mitnehmen zu dürfen. Damals war es üblich dass jede Woche in einem anderen Haus der größte Raum komplett geleert wurde, ein paar Leute Musik machten und man dazu Tarantella tanzte. Meine Oma wurde von ihrem Gentleman abgeholt, zum Tanzen ausgeführt, mit einer Rose beschenkt, die er regelmäßig in irgendwelchen Gärten klaute, und mit ein paar charmanten Sätzen wieder nach Hause gebracht. Manchmal versteckten sie sich in einem Heuhaufen im Stall um die Zweisamkeit zu genießen. Sie fand die Zeit unheimlich romantisch und wunderschön. Anders hätte sie es nie haben wollen. Geheiratet hat er sie dann auch. 7 Kinder, 11 Enkel und 3 Urenkel hat ihr die Liebe gebracht. Sie ist eine sehr glückliche Frau. Auch wenn das Leben nicht immer leicht war. Zwischen finanziellen Nöten, Immigration und überwundenen und existenten Krankheiten hat sie dennoch nie ihren Humor verloren. Im Gegenteil, sie ist eine bombenstarke Granate und ich schaue wirklich mit Respekt zu ihr hinauf!

Nur mag sie mir nicht glauben dass ich heute, mit knappen 30 Jahren auf dem Buckel, immer noch als Freiwild herum laufe. Oma, wo sind die Gentlemen? Sie sind ausgerottet, glaube mir. Ich sage dir warum:
Wenn ich heute mit meinem Esel Namens Fiat Punto zum Einkaufen fahre grüßt mich niemand und zieht kurz freundlich seinen Hut vor mir um Grüß Gott zu sagen. Stattdessen werde ich pampig angehupt wenn ich in einen Parkplatz hineinfahre und zu spät gemerkt habe dass ein Typ in seiner fett aufgemotzten Karre den Parkplatz mental schon für sich reserviert hat. Als Frau werde ich heute nicht mehr respektvoll behandelt. Wäre dies so, so würde er mich graziös in den Parkplatz hineinwinken und sich einen anderen Platz in der letzten Reihe suchen. Von wegen. Ich erwarte ja nicht dass er mir den roten Teppich vom Auto bis zum Eingang ausrollt, mir nebenher das Sonnenschirmchen hält damit ich meinen dezenten Teint nicht verbrenne und mir dabei noch mein Lieblingswasser ohne Kohlensäure reicht damit ich erfrischt einkaufen kann!
Und sollte es mal vorkommen dass mir ein Typ gefällt, kann ich heute warten bis ich schwarz werde bis er mich anspricht. Heute tut die Frau den ersten Schritt, zumindest wird das erwartet. Zum Tanzen wird man heute auch nicht abgeholt. Selbst ist doch die Frau, und fährt entweder alleine hin oder mit ihren Freundinnen. Zuerst verbringt man Stunden damit sich hübsch zu machen, kämpft noch eine Weile mit den Haaren, legt eine Kriegsbemalung auf, wählt das passende Outfit, die farbig angepasste Tasche und die höchsten Schuhe. Ja das sollte schon sein, sonst passt man ja wieder nicht ins Konzept.
Ach Oma, und heute ist es auch nicht mehr üblich dass man jedes Wochenende bei jemand anderem zu Hause einen Raum leer räumt und dort tanzt. Heute gibt es extra dafür errichtete Institute, sie werden Disco oder Clubs genannt. Wir bezahlen ein Eintrittsgeld um die Räumlichkeiten überhaupt von Innen sehen zu dürfen. Dort treffen sich dann viele Männer und Frauen zum Tanzen. Zu Beginn kennt niemand niemanden. Aber es wird fleißig Teufelswasser (so nennt meine Oma alkoholische Getränke) getrunken damit sich innerhalb ein paar Stunden alle lieb haben. DANN, ja dann wird man mal angesprochen oder besser gesagt angenuschelt. Aber nicht mit Buonasera Signorina Ha ha. Sowas höfliches kennen doch die meisten gar nicht mehr. Der Wortlaut hört sich ungefähr so an: Gröööööööööööööööl Das mal vorab. Dann landet eine schwungvolle Hand auf deinem Hintern gefolgt von dem Satz Hey du geile Schnecke. Du hast ja mal voll die Titten. Geil! Olé Olé! Heute meinen die Männer damit ein freundliches Kompliment ausgesprochen zu haben, sind dann furchtbar stolz auf sich und greifen sich zur Belohnung erstmal zwischen die Glocken. Vielleicht auch um dir zu zeigen wie gern sie dich doch haben. Du weißt was ich meine. Mit charmanten Sätzen wird man heute auch nicht mehr nach Hause begleitet das ist wirkliche Seltenheit. Stattdessen kannst DU in deiner Gutmütigkeit den grölenden Glockenzupfer heil nach Hause fahren. Oder Du lernst eben ... zu sein und lässt die Glöckner links liegen. Am nächsten Tag können sich sowieso die wenigsten an dich erinnern. Das ist das einzig Gute am Teufelswasser.

Heiraten? Oma, heiraten wollen die meisten nicht mehr. Wenn, dann nur aus steuerlichen Vorteilen die unser Staat dadurch bietet. Vielleicht wurde das nur gemacht um die Menschheit noch eine Weile zu erhalten, wer weiß. Jedenfalls ist für die meisten die Hochzeit eine Art Verhaftung. Immer nur die gleiche Frau um sich herum zu haben und sich liebevoll um sie zu kümmern scheint nicht mehr modern zu sein. Eine Auswahl benötigt der Mann von heute. Keine Festlegung. Aber auch die Frau will sich nicht mehr abhängig machen, vielleicht gerade aus dem Grund weil sie im Hinterkopf genau weiß dass sie bald wieder für sich selbst sorgen muss wenn der Frauentausch des Mannes ansteht.

Mit hoch erhobenem Zeigefinger schimpft sie Die Männer haben doch heute keine Eier mehr in der Hose, und die Frauen geben sich wie Männer! Was hat der liebe Gott bloß gemacht? Naja Oma, ob das der liebe Gott war oder eher die Evolution sei mal dahin gestellt.
Fakt ist, dass es so gut wie keine Gentlemen mehr gibt. Heute heißt die Sorte nämlich Arschlöcher. Übrigens, die Männer nennen uns heute auch nicht mehr Fräulein oder Frau. Wir wurden auf Schnecke, Schnitte und vor allem auf Zicke degradiert.

Was machen wir Männer und Frauen bloß falsch?

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25. August 2009 um 14:22

Super Text
der einen wehmütig macht, weil er ja leider so wahr ist.
Auch ich bin mit fast 30 Jahren noch "Freiwild" und muss mich wundern, warum das alles so schwer ist. Ich bin quasi auch aus der Vergangenheit in die Gegenwart geschubst worden, da ich durch meinen Ex 10 Jahre "außer Gefecht" war und vorher nur das Teenieleben kannte, in dem es ja eh ganz andere Probleme gibt.

Das, was Deine Oma da erzählt stimmt einen traurig. So ähnlich, wie das Gucken von "Titanic" oder "Romeo und Julia" einen traurig macht. Nicht, weil sie am Ende alle immer sterben müssen, sondern weil man gerne soetwas erleben würde, wofür man so bereitwillig sein Leben opfern würde.

Aber heutzutage wird gebuhlt, gefeilscht und hingehalten, alles angetestet und dann angebissen liegengelassen. Von Bemühen keine Spur, wenn einer nicht will, der nächste/die nächste kommt schon vorbei.
Ich glaube manch einer weiß vor lauter Testen gar nicht mehr, was ihm tatsächlich gut geschmeckt hat.
Es wird nichts mehr genossen, denn es könnte morgen ja schon was Besseres daherkommen.

Traurig, aber wahr.
Und keiner kann was dagegen machen.

Man kann lediglich hoffen, dass man dem einen Exemplar begegnet, das zu einem passt und das zufälligerweise dann nicht diese Schemata aufweist.
Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit?

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25. August 2009 um 14:34

Der Begriff Gentleman...
...ist heutzutage wirklich nur noch auf die allerwenigsten anwendbar. Ich kenne einen einzigen, originalen englischen Gentleman, der wirklich alles aufbietet was man sich vorstellen kann: Türen öffnen, den Stuhl vorziehen, Handküsse...
Tja, leider ist er der einzige den ich kenne und überzeugter Single.
Den anderen Schlag Männer kenne ich natürlich auch...da würde ich dann aber neben Arschlöcher noch in Matschos, Memmen und Freaks unterteilen. Natürlich gibt es da auch noch die Sorte Mann die ganz in Ordnung ist...die sehr netten, anschmiegsammen, ehrlichen, sind aber leider auch Mangelware heutzutage.
Gute Frage übrigens, ich wüsste auch gerne wie es dazu gekommen ist.

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25. August 2009 um 15:08
In Antwort auf psychotussi80

Super Text
der einen wehmütig macht, weil er ja leider so wahr ist.
Auch ich bin mit fast 30 Jahren noch "Freiwild" und muss mich wundern, warum das alles so schwer ist. Ich bin quasi auch aus der Vergangenheit in die Gegenwart geschubst worden, da ich durch meinen Ex 10 Jahre "außer Gefecht" war und vorher nur das Teenieleben kannte, in dem es ja eh ganz andere Probleme gibt.

Das, was Deine Oma da erzählt stimmt einen traurig. So ähnlich, wie das Gucken von "Titanic" oder "Romeo und Julia" einen traurig macht. Nicht, weil sie am Ende alle immer sterben müssen, sondern weil man gerne soetwas erleben würde, wofür man so bereitwillig sein Leben opfern würde.

Aber heutzutage wird gebuhlt, gefeilscht und hingehalten, alles angetestet und dann angebissen liegengelassen. Von Bemühen keine Spur, wenn einer nicht will, der nächste/die nächste kommt schon vorbei.
Ich glaube manch einer weiß vor lauter Testen gar nicht mehr, was ihm tatsächlich gut geschmeckt hat.
Es wird nichts mehr genossen, denn es könnte morgen ja schon was Besseres daherkommen.

Traurig, aber wahr.
Und keiner kann was dagegen machen.

Man kann lediglich hoffen, dass man dem einen Exemplar begegnet, das zu einem passt und das zufälligerweise dann nicht diese Schemata aufweist.
Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit?

Denke es gibt noch gentlemen
Hallo ich zähle mich zu den gentlemen und ich mus sagen viele Frauen wollen, das nicht mehr .
Nur ein Beispiel von vielen :
Es regnet und ich biete der Frau einen Platz unter meinen Schirm an . Wa abgelehnt wird und man mir noch stolz vor den Füßen klitsch naß läuft .
Nein Gentlemen sind nicht mehr gefragt und sag mal warum :
Frauen sind heute emanzipiert und wollen ihre Stärke auch zeigen. Der Gentleman entstammt einer Zeit als Frauen noch nichts zusagen hatten und daher schon rechtlich schwächer waren. So sind doch viele Gesten auch Schutz und Anerkennungsgesten und eine Frau von heute empfindet(offenbar ?!!! ) das Fürsorgliche Verhalten eines G. als Bevormundung und Missachtung der eigenen fraulichen Stärke.
Und noch etwas :
So von wegen früher :ich weiß von meiner Oma das eines ihrer Kriterien für die Partnerwahl war, dass er nett und anständig, sowie die Familie versorgen konnte waren.

Daraus könnte man auch Schlüße ziehen die die eher schlechte soziale Situation der Fauen und Machtunterlegenheit gegenüber dem Mann damals anzudeuten.(Schläge als Diziplinarmaßnahme, Essensentzug bei Sexverweigerung, Zwangsehen ..)
Ich hoffe ich konnte mich verständlcih ausdrücken, wenn nicht gebt mir bitte Rückmeldung.

LG
Lineal

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25. August 2009 um 16:13

Eine Frage nur,
würdet ihr ihn erkennen, wenn er euch begegnet?
Oder habt ihr auch keine Zeit?

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25. August 2009 um 16:15
In Antwort auf gaye_12721386

Der Begriff Gentleman...
...ist heutzutage wirklich nur noch auf die allerwenigsten anwendbar. Ich kenne einen einzigen, originalen englischen Gentleman, der wirklich alles aufbietet was man sich vorstellen kann: Türen öffnen, den Stuhl vorziehen, Handküsse...
Tja, leider ist er der einzige den ich kenne und überzeugter Single.
Den anderen Schlag Männer kenne ich natürlich auch...da würde ich dann aber neben Arschlöcher noch in Matschos, Memmen und Freaks unterteilen. Natürlich gibt es da auch noch die Sorte Mann die ganz in Ordnung ist...die sehr netten, anschmiegsammen, ehrlichen, sind aber leider auch Mangelware heutzutage.
Gute Frage übrigens, ich wüsste auch gerne wie es dazu gekommen ist.

Die Emanzipation,
die eigentlich ja keine ist, sondern nur ein "Ich will so sein, wie die Männer".?

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25. August 2009 um 16:21

Es gibt wenige Gentlemen - und wenige Damen, die es verdient hätten.
Alle Medien (und zum Teil auch die Emanzipation BEIDER Geschlechter) erzählen den Menschen, dass sie - um hip und der Zeit angepasst zu sein - bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen müssen. Dazu gehören One-Night-Stands, wilde Parties mit Alkohol, hemmungsloses Flirten, exzessives Shoppen/Schminken, Solariumbräune und Sixpack - aber ganz bestimmt nicht die "edle, charmante junge Dame" oder die "liebe, treue, fürsorgende Hausfrau/Mutter", ganz bestimmt nicht der aufopfernde Jungpapa oder der "treue, romantische Verehrer". Genau dieses Bild, dieser Typ Frau hatte es aber verdient, so behandelt zu werden. Und genau dieser Typ Mann würde das auch tun.

Aber:
Wieso soll man eine Frau mit Handkuss begrüßen (was ja Verehrung und Respekt bedeutet), wenn sie pro Woche 2 wechselnde Sexualpartner hat? Passt für mich nicht zusammen.
Warum sollte man eine Frau zu einem Candle-Light-Dinner mit anschließendem Theather/Oper/Musical einladen, wenn sie doch Fast-Food und Disco bevorzugt? Genau das schon so erlebt.

Ich muss "zu meiner Schande" gestehen, dass ich mich - trotz meines recht jungen Alters von 22 Jahren - als Gentlemen verstehe. Ich halte Türen auf, kenne den Knigge auswendig, lade zu Veranstaltungen (Musical/Essen/Oper/etc.) ein, halte den Regenschirm auch wenn ich dadurch selber im Regen laufen muss, biete der Dame auch bei Minusgraden und selbst wenn ich nur ein T-Shirt trage, meine Jacke an und würde dieselbe sogar liebend gerne vor ihr auf den Boden werfen, wenn ihre Kleidung durch eine Pfütze Gefahr liefe, zu verschmutzen. Stundenlanges aufmerksames Zuhören gehört natürlich ebenso dazu wie scharfsinnige und feine sowie ehrliche Komplimente, seitenlange selbstgedichtete Liebesbriefe in roter Kaligrafieschrift - auf marmoriertem Papier und mit Rosen - für die man teilweise Stunden sitzt.. und so weiter...

Aber wenn ich an viele Momente denke, muss ich den Titel dieses Textes erneut formulieren: Es gibt wenige Gentlemen - und wenige Damen, die es verdient hätten.

Mir ist es schon passt, dass eine junge Dame nach einem schönen Essen aufstand, mir ihren Rest Rotwein in's Gesicht schüttete und das Lokal verließ. Hatte ich sie beleidigt? Offenbar - ich wollte die Rechnung übernehmen. Emanzipiert wie sie war, verstand sie das als derartigen Vorwurf, dass sie selbst als "unschuldige, hilflose Frau kein eigenes Geld verdienen könne und alles bezahlt haben müsste". Dass es für mich einfach dazugehört, dass der Mann (mindestens) das erste Essen bezahlt, schien für sie nicht zu gelten.
Genauso wurde ich schon über Monate im Kreis ehemaliger Freunde ausgelacht und als "Freak" erklärt, weil ich eine junge Frau zu einem Musical, das derzeit bei uns gastierte, einlud.
Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen, bei nahezu jedem Merkmal eines "Gentlemens" - wobei das auch wieder im Auge des Betrachters liegt - habe ich mehr negative Erfahrungen gemacht als positive.

Dieser Schritt stellt leider eine logische Evolution unseres Geistes dar - die Zeit ändert sich, die Möglichkeiten ändern sich, die Menschen passen sich an. Es wird immer weniger Gentlemen geben und immer weniger Frauen, die das verdient hätten. Erwartet wird es von vielen (vor allem jungen) Damen - aber, wie schon geschrieben wurde, kann man nicht nach dem Motto "Ich warte auf den Prinz mit seinem edlen Ross und treibe es derweil mit jedem Knecht" leben.
Frauen wollen begehrt werden, ja... dann sollten sich viele auch einmal so verhalten. Begehren ist mehr als sexuelle Anziehung, genauso wie Erotik mehr ist als ein Dessous. Wer betrunken und pöbelnd in der Disko steht, mehr sichtbare Haut als Kleidung am Leibe, ist sicher nicht das Ziel eines Gentlemens.
Bei Männern gilt dies natürlich auch. Warum soll man für einen prügelnden, saufenden, nichtsnutzigen Mann am Herd stehen? Warum für einen Mann, der überhaupt nicht weiß, was Liebe ist und dessen einziges Begehr auf den nächsten One-Night-Stand am Wochenende gerichtet ist, eine begehrenswerte Frau darstellen wollen?

Sei es, wie es sei. Mag dies eine "neue Zeit" sein. Mögen neue Maßstäbe gelten und neue Geschlechter sich emporheben, angetrieben von revolutionären Ideen.
Aber solange es noch Frauen gibt, die einen Gentlemen verdient haben, wird es welche geben.
Und solange es noch Gentlemen gibt, die solche Frauen suchen, wird es solche geben.

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25. August 2009 um 16:41

Da hat die Oma aber Glück gehabt..
..wenn die Eltern damals nein gesagt hätten, und sie hätte ihn trotzdem geliebt und sich mit ihm eingelassen ohne Hochzeit, dann wäre sie offiziell geächtet und verstoßen worden. Da hätte sie keiner mehr respektvoll gegrüßt, sondern getuschelt "da kommt wieder die ... von xxxx" In der Kirche hätte sie auf dem "Eselsbänkchen" mit den anderen Frauen sitzen müssen die unehelich schwanger wurden. Und so weiter. Ich würde mich davor hüten diese Zeit und die unheimlich engen Sitten damals zu verklären, auch wenn das vom Standpunkt einer von den heutigen Männern und ihren Balzstrategien enttäuschten Frau durchaus nachvollziehbar ist.

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25. August 2009 um 18:25

@alaster
ich verstehe das nicht

vielleicht hat es damit was zu tun, dass du falsche maedels trifst?

ich hatte in deutschland noch nie im leben einen freund gehabt obwohl ich dort geboren und 18 jahre lang gelebt habe.

nun studiere ich in england und habe eben nur gentlemen als beziehungen. Mein 2ter freund halb brite und halb algerier

mein erster date mit ihm, kino, schoene romantische restaurant, das erste essen lass ich naturlich ihn bezahlen. Dann teilen wir meistens die rechnungen da er nicht derartig viel verdient hatte. Clubben und etlich saufen haben wir sehr selten getan da ich es fuer dates nicht in ordnung finde. Man kann ja kaum reden nur in bars. Wir wollten natuerlich ins theater gehen oder oper aber leider war es hier in london viel zu teuer. Also sind wir beim thames spazieren gegangen.
nun sind wir 10 monate zusammen und alles laeuft top!

Mein erster freund war franzose dne habe ich in China kennengelernt. Erster date er hat mich zu einem sehr schoenen japanischen restaurant eingeladen. Er war gentlemen pur und hab mich schon von anfang an in ihn verknallt. Er lud mich oefters in museen und tempeln ein, verbrachten unser meiste zeit im parks...waren eigentlich nie clubben oder bars da wir selten trinken. und die beziehung hat 2 jahre lang gehalten.

Als ich in deutschland war und mich mit nem mann verabredet habe musste ich mein essen selber beim Mcdonnald bezahlen!!! MCDONNALD!!!!!!

Sie waren alles andere als gentlemen, wollten hauptsaechlich nur mit mir poppen und versuchten mich zu besaufen. Ich hatte nur 1 gentlemen gehabt der mich zum kino einlud, wir hielten haendchen und kuessten uns im park alles war toll aber nach 3 tage meinte er, er hat das alles gemacht nur um mit mir zu poppen.

deswegen es hat sicherlich mit der kultur zu tun und auch aber auch bildung wie man sich als mann verhaelt.

deswegen finde ich es schade, denn ich musste zunaechst deutschland verlassen um anstaendige maenner zu treffen!!!

schade aber war naja nun bin ich gluecklich mit meinem jetzigen freund zusammen und nach 10 monatige beziehung sind wir immer noch sehr gluecklich und er behandelt mich wie eine queen......naja ausser dass er bloede witze ueber chinesen und deutsche machen :P



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25. August 2009 um 19:53

Nicht mehr gefragt
Ich finde das traumhaft, wenn ein Mann um mich "wirbt" und mir "den Hof macht"
Dabei nehme ich auch gerne die Rolle der "Lady" ein, die den Mann lockt, ermuntert, bestätigt und den Verführungskünsten gekonnt stückchenweise "erliegt" und dem Mann den Kopf verdreht....

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Frauen gibt, die es nicht geniessen, gentlemanlike verführt und stilvoll umworben zu werden.

Das Schöne an diesem "Verführungsspiel" ist doch, dass BEIDE gefordert sind, in unterschiedlichen Rollen. Es sieht nur scheinbar so aus, als ob der Mann die ganze Arbeit hat und die Frau passiv ist. In Wirklichkeit ist es viel komplizerter.

Es ist wie beim Tanzen: der Mann führt, aber die Tanzpartnerin muss die Schritte genauso beherrschen

Heutzutage hat man das Gefühl, dass weder Mann noch Frau die "Tanzschritte" beherrschen, sie sich gegenseitig ständig auf die Füsse trampeln und jeder die Führung an sich reissen will.
Das Miteinander-Tanzen bleibt dabei völlig auf der Strecke....

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25. August 2009 um 20:12
In Antwort auf keaton_12647763

Es gibt wenige Gentlemen - und wenige Damen, die es verdient hätten.
Alle Medien (und zum Teil auch die Emanzipation BEIDER Geschlechter) erzählen den Menschen, dass sie - um hip und der Zeit angepasst zu sein - bestimmte Verhaltensweisen an den Tag legen müssen. Dazu gehören One-Night-Stands, wilde Parties mit Alkohol, hemmungsloses Flirten, exzessives Shoppen/Schminken, Solariumbräune und Sixpack - aber ganz bestimmt nicht die "edle, charmante junge Dame" oder die "liebe, treue, fürsorgende Hausfrau/Mutter", ganz bestimmt nicht der aufopfernde Jungpapa oder der "treue, romantische Verehrer". Genau dieses Bild, dieser Typ Frau hatte es aber verdient, so behandelt zu werden. Und genau dieser Typ Mann würde das auch tun.

Aber:
Wieso soll man eine Frau mit Handkuss begrüßen (was ja Verehrung und Respekt bedeutet), wenn sie pro Woche 2 wechselnde Sexualpartner hat? Passt für mich nicht zusammen.
Warum sollte man eine Frau zu einem Candle-Light-Dinner mit anschließendem Theather/Oper/Musical einladen, wenn sie doch Fast-Food und Disco bevorzugt? Genau das schon so erlebt.

Ich muss "zu meiner Schande" gestehen, dass ich mich - trotz meines recht jungen Alters von 22 Jahren - als Gentlemen verstehe. Ich halte Türen auf, kenne den Knigge auswendig, lade zu Veranstaltungen (Musical/Essen/Oper/etc.) ein, halte den Regenschirm auch wenn ich dadurch selber im Regen laufen muss, biete der Dame auch bei Minusgraden und selbst wenn ich nur ein T-Shirt trage, meine Jacke an und würde dieselbe sogar liebend gerne vor ihr auf den Boden werfen, wenn ihre Kleidung durch eine Pfütze Gefahr liefe, zu verschmutzen. Stundenlanges aufmerksames Zuhören gehört natürlich ebenso dazu wie scharfsinnige und feine sowie ehrliche Komplimente, seitenlange selbstgedichtete Liebesbriefe in roter Kaligrafieschrift - auf marmoriertem Papier und mit Rosen - für die man teilweise Stunden sitzt.. und so weiter...

Aber wenn ich an viele Momente denke, muss ich den Titel dieses Textes erneut formulieren: Es gibt wenige Gentlemen - und wenige Damen, die es verdient hätten.

Mir ist es schon passt, dass eine junge Dame nach einem schönen Essen aufstand, mir ihren Rest Rotwein in's Gesicht schüttete und das Lokal verließ. Hatte ich sie beleidigt? Offenbar - ich wollte die Rechnung übernehmen. Emanzipiert wie sie war, verstand sie das als derartigen Vorwurf, dass sie selbst als "unschuldige, hilflose Frau kein eigenes Geld verdienen könne und alles bezahlt haben müsste". Dass es für mich einfach dazugehört, dass der Mann (mindestens) das erste Essen bezahlt, schien für sie nicht zu gelten.
Genauso wurde ich schon über Monate im Kreis ehemaliger Freunde ausgelacht und als "Freak" erklärt, weil ich eine junge Frau zu einem Musical, das derzeit bei uns gastierte, einlud.
Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen, bei nahezu jedem Merkmal eines "Gentlemens" - wobei das auch wieder im Auge des Betrachters liegt - habe ich mehr negative Erfahrungen gemacht als positive.

Dieser Schritt stellt leider eine logische Evolution unseres Geistes dar - die Zeit ändert sich, die Möglichkeiten ändern sich, die Menschen passen sich an. Es wird immer weniger Gentlemen geben und immer weniger Frauen, die das verdient hätten. Erwartet wird es von vielen (vor allem jungen) Damen - aber, wie schon geschrieben wurde, kann man nicht nach dem Motto "Ich warte auf den Prinz mit seinem edlen Ross und treibe es derweil mit jedem Knecht" leben.
Frauen wollen begehrt werden, ja... dann sollten sich viele auch einmal so verhalten. Begehren ist mehr als sexuelle Anziehung, genauso wie Erotik mehr ist als ein Dessous. Wer betrunken und pöbelnd in der Disko steht, mehr sichtbare Haut als Kleidung am Leibe, ist sicher nicht das Ziel eines Gentlemens.
Bei Männern gilt dies natürlich auch. Warum soll man für einen prügelnden, saufenden, nichtsnutzigen Mann am Herd stehen? Warum für einen Mann, der überhaupt nicht weiß, was Liebe ist und dessen einziges Begehr auf den nächsten One-Night-Stand am Wochenende gerichtet ist, eine begehrenswerte Frau darstellen wollen?

Sei es, wie es sei. Mag dies eine "neue Zeit" sein. Mögen neue Maßstäbe gelten und neue Geschlechter sich emporheben, angetrieben von revolutionären Ideen.
Aber solange es noch Frauen gibt, die einen Gentlemen verdient haben, wird es welche geben.
Und solange es noch Gentlemen gibt, die solche Frauen suchen, wird es solche geben.

Schön...
so einen Text lesen zu dürfen. Ich selbst habe zum Glück Menschen gesucht und gefunden, die ebenso oder zumindest ähnlich denken ... in einer schlagenden Verbindung.
Leider wird dies oft mit der Ausrichtung nach einer gewissen politischen Ecke gleichgesetzt .... ich bin gerne konservativ, ohne gleich radikal oder extrem zu sein.

Aber ähnliche Erfahrungen wie sie alaster so wunderbar beschreibt, musste ich leider auch schon machen.
Viele junge Frauen können mit dem Auftreten eines Gentleman
nicht mehr viel anfangen, oder setzen ein solches als gegeben voraus, obwohl ihr ganzen Verhalten und Auftreten nun so gar nicht dazu passt. Wenn ich als Gentleman auftrete, möchte ich auch eine Dame an meiner Seite haben und keinen kaugummikauenden Disco-Hasen mit großer Klappe und wenig dahinter.
Wenn man aber eine junge Frau gefunden hat, die so etwas noch zu schätzen weiß, sind ihr neidvolle Blicke meistens sicher ... diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht .. so von wegen Tür aufhalten und eigene Jacke umhängen, wenn sie friert .

"Etiam si omnes, ego non"

ffwler

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25. August 2009 um 20:29

KLASSE!!
genauso verhält es sich nähmlich andersherum!
Wenn man...Frau sich schon nach diesen Zeitenzurücksehnt, dann bitte auch alle anderen Gegebenheiten und Umstände mit in Betracht ziehen. Denn Deine Oma könnte damals sicher nicht so viel selber entscheiden und tun, wie die Frauen heute...und so gibt es auch noch viele andere Beispiele. Es wie alles im Leben Vor - und Nachteile, gute und schlechte Seiten.
Im Prinzip stimmen beide Darstellungen irgendwie.

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26. August 2009 um 11:06
In Antwort auf asdms_12039270

Nicht mehr gefragt
Ich finde das traumhaft, wenn ein Mann um mich "wirbt" und mir "den Hof macht"
Dabei nehme ich auch gerne die Rolle der "Lady" ein, die den Mann lockt, ermuntert, bestätigt und den Verführungskünsten gekonnt stückchenweise "erliegt" und dem Mann den Kopf verdreht....

Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Frauen gibt, die es nicht geniessen, gentlemanlike verführt und stilvoll umworben zu werden.

Das Schöne an diesem "Verführungsspiel" ist doch, dass BEIDE gefordert sind, in unterschiedlichen Rollen. Es sieht nur scheinbar so aus, als ob der Mann die ganze Arbeit hat und die Frau passiv ist. In Wirklichkeit ist es viel komplizerter.

Es ist wie beim Tanzen: der Mann führt, aber die Tanzpartnerin muss die Schritte genauso beherrschen

Heutzutage hat man das Gefühl, dass weder Mann noch Frau die "Tanzschritte" beherrschen, sie sich gegenseitig ständig auf die Füsse trampeln und jeder die Führung an sich reissen will.
Das Miteinander-Tanzen bleibt dabei völlig auf der Strecke....

Du sprichtst mir aus der Seele, feminina!
genauso ist es. Wir haben alle das gemeinsame Tanzen vergessen.
AUF, WIR BELEGEN ALLE EINEN KURS

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