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Alles wird anders

30. März um 17:51 Letzte Antwort: 3. April um 11:05


Hallo!

Dies ist mein erster Beitrag hier, ich hoffe, jemand von euch kann mir vielleicht einen guten Ratschlag geben.

Ich (30) und mein Verlobter (37) sind seit mittlerweile 6 Jahren zusammen und wohnen auch schon seit 4,5 Jahren zusammen. Wir führen eine sehr glückliche, leidenschaftliche  sowie gleichzeitig auch sehr stabile Beziehung.  Er ist mein Partner aber auch mein bester Freund. Wir können sowohl tiefgründige Gespräche führen als auch herzhaft zusammen lachen und rumalbern. Wir teilen die gleichen Interessen, Anschauungen und Werte und passen auch auf körperlicher Ebene toll zusammen.  
Auch, was unsere Zukunftsplanung betrifft, haben wir die gleichen Ansichten: Wir möchten im Frühling 2021 heiraten und uns eine größere Eigentumswohnung mit Garten auf dem Land kaufen. Und wir wollen unbedingt Haustiere! Was wir allerdings nicht wollen, sind Kinder. Ich hatte noch nie einen Mutterinstinkt, was völlig okay ist. Mein Verlobter  hatte ebenfalls noch nie das Bedürfnis, sich fortzupflanzen. Wir beide sind der Meinung, dass wir nicht unbedingt Nachwuchs brauchen, um ein erfülltes Leben zu führen. Wir beide reichen uns, wir sind uns gegenseitig „genug“. So viel zur bisherigen Situation.

Seit 2 Wochen ist jedoch alles anders, unser Leben wurde völlig auf den Kopf gestellt. Mein Freund hat erfahren, dass er eine Tochter aus einer früheren Beziehung  hat. Das Mädchen ist jetzt 9 Jahre alt. Die Ex-Freundin hatte damals mit zwei Typen gleichzeitig etwas laufen, weshalb sich mein Freund dann auch von ihr getrennt hat. Sie dachte die ganze Zeit, dass der andere Typ (mit dem sie bis heute zusammen ist und zwei weitere Kinder hat) der Vater ist. Durch eine zufällige medizinische Untersuchung hat sich aber jetzt die Wahrheit herausgestellt.

Mein Freund ist mit der Nachricht (klarerweise) völlig überfordert. Seine Ex hat ihm quasi freigestellt, was er mit dieser neuen Info anfangen will: Er kann seine Tochter gerne sehen und Zeit mir ihr verbringen, sich aber auch völlig raushalten. Ich würde ja Letzteres bevorzugen, aber ich weiß, dass das egoistisch von mir ist. Ich will ihn einfach für mich alleine haben und könnte wohl schlecht damit umgehen, wenn da plötzlich noch jemand wäre…  Vielleicht liegt das daran, dass ich auch meine Eltern nie mit jemandem „teilen“ musste, da ich Einzelkind bin. Ich bin es also gewohnt, immer an erster Stelle stehen. Ich möchte ihm natürlich trotzdem beistehen, egal wie er sich entscheidet.

Was mir außerdem schlaflose Nächte bereitet ist die Tatsache, dass er ein ganz anderes Verhältnis zu seiner Ex-Freundin haben wird. Sie ist die Mutter seines Kindes. Die beiden sind dadurch auf ewig verbunden. Eine solche Art von Bindung wird er mit mir nie haben, was ich ja auch nicht will. Aber mit einer anderen Frau, das tut schon weh.

Was haltet ihr von der ganzen Situation? Wie sollen wir uns bzw. vor allem mein Freund sich verhalten? Wenn er sich wirklich dazu entscheidet „Vater zu sein“, welche Rolle spiele ich dann in dem Ganzen? Die eifersüchtige Stiefmutter? Wie kann ich mit so einer Veränderung umgehen?
Ich wünschte einfach, es würde alles so bleiben, wie es war….

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Beste hilfreiche Antwort

1. April um 8:42
Beste Antwort

Auch wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass ein Vater zu seinem Kind stehen sollte, so sehe ich das in diesem Fall etwas anders. Das Kind ist ohne deinen Partner aufgewachsen. Jeder dachte, der andere Mann sei der Vater, so mit Sicherheit auch das Kind. Jetzt die großen Wellen zu schlagen finde ich nicht so schön, weder für das Kind, noch für den anderen Mann, noch für deinen Partner.

Da das Kind bereits 9 Jahre alt ist und dein Partner eh nichts mit Kinder anfangen kann, sollte er es dabei belassen. Warum das Leben von allen so drastisch verändern, wenn alles gut war bisher?

Es kommt halt auch darauf an, wie der andere Mann die ganze Sache sieht. Man findet nicht bei einer x-beliebigen Untersuchung heraus, dass er nicht der Vater ist. Da wurde schon entsprechend "nachgeholfen". Vermutlich hatte er einen Verdacht. Wenn er die Kleine nun nicht mehr als "seine Tochter" annimmt, sollte man die Sache überdenken.

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30. März um 17:59
Beste Antwort

Für ihn tun dich tolle Chancen auf. Er kann es so genießen Vater zu sein und wird viel lernen und auch dabei wachsen. Du kannst natürlich verbittert in der Ecke stehen und neiden. Oder du gehst auch optimistisch an die Sache ran und lernst das Kind kennen. Es kann eine wunderbare Bereicherung sein. 

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30. März um 21:47

durch eine ganze einfache medizinische untersuchung wurde festgestellt das ER der vater ist? wie soll das gehen?

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31. März um 10:01
Beste Antwort
In Antwort auf fresh_0000

Für ihn tun dich tolle Chancen auf. Er kann es so genießen Vater zu sein und wird viel lernen und auch dabei wachsen. Du kannst natürlich verbittert in der Ecke stehen und neiden. Oder du gehst auch optimistisch an die Sache ran und lernst das Kind kennen. Es kann eine wunderbare Bereicherung sein. 

Danke für deine Antwort. Ob es eine Bereicherung sein wird, kann ich nicht sagen, da wir beide eigentlich nicht so viel mit Kindern anfangen können und deshalb ja auch keine wollten... Aber du hast schon Recht, ich werde versuchen, das Ganze eher als Chance zu sehen, etwas Neues/Anderes kennenzulernen. Wir hatten unser Leben halt anders geplant und für mich sind unerwartete Ereignisse immer schwierig, besonders in dieser Größenordnung.

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31. März um 10:04
In Antwort auf bimetall2019

durch eine ganze einfache medizinische untersuchung wurde festgestellt das ER der vater ist? wie soll das gehen?

Ich habe nie gesagt, dass es eine einfache medizinische Untersuchung war, sondern nur, dass diese Unstimmigkeit zufällig entdeckt wurde. Inzwischen ist die Vermutung natürlich auch schon mit einem richtigen Vaterschaftstest untermauert worden. Aber darum geht es hier eigentlich nicht...

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31. März um 18:49
Beste Antwort
In Antwort auf johanna1990


Hallo!

Dies ist mein erster Beitrag hier, ich hoffe, jemand von euch kann mir vielleicht einen guten Ratschlag geben.

Ich (30) und mein Verlobter (37) sind seit mittlerweile 6 Jahren zusammen und wohnen auch schon seit 4,5 Jahren zusammen. Wir führen eine sehr glückliche, leidenschaftliche  sowie gleichzeitig auch sehr stabile Beziehung.  Er ist mein Partner aber auch mein bester Freund. Wir können sowohl tiefgründige Gespräche führen als auch herzhaft zusammen lachen und rumalbern. Wir teilen die gleichen Interessen, Anschauungen und Werte und passen auch auf körperlicher Ebene toll zusammen.  
Auch, was unsere Zukunftsplanung betrifft, haben wir die gleichen Ansichten: Wir möchten im Frühling 2021 heiraten und uns eine größere Eigentumswohnung mit Garten auf dem Land kaufen. Und wir wollen unbedingt Haustiere! Was wir allerdings nicht wollen, sind Kinder. Ich hatte noch nie einen Mutterinstinkt, was völlig okay ist. Mein Verlobter  hatte ebenfalls noch nie das Bedürfnis, sich fortzupflanzen. Wir beide sind der Meinung, dass wir nicht unbedingt Nachwuchs brauchen, um ein erfülltes Leben zu führen. Wir beide reichen uns, wir sind uns gegenseitig „genug“. So viel zur bisherigen Situation.

Seit 2 Wochen ist jedoch alles anders, unser Leben wurde völlig auf den Kopf gestellt. Mein Freund hat erfahren, dass er eine Tochter aus einer früheren Beziehung  hat. Das Mädchen ist jetzt 9 Jahre alt. Die Ex-Freundin hatte damals mit zwei Typen gleichzeitig etwas laufen, weshalb sich mein Freund dann auch von ihr getrennt hat. Sie dachte die ganze Zeit, dass der andere Typ (mit dem sie bis heute zusammen ist und zwei weitere Kinder hat) der Vater ist. Durch eine zufällige medizinische Untersuchung hat sich aber jetzt die Wahrheit herausgestellt.

Mein Freund ist mit der Nachricht (klarerweise) völlig überfordert. Seine Ex hat ihm quasi freigestellt, was er mit dieser neuen Info anfangen will: Er kann seine Tochter gerne sehen und Zeit mir ihr verbringen, sich aber auch völlig raushalten. Ich würde ja Letzteres bevorzugen, aber ich weiß, dass das egoistisch von mir ist. Ich will ihn einfach für mich alleine haben und könnte wohl schlecht damit umgehen, wenn da plötzlich noch jemand wäre…  Vielleicht liegt das daran, dass ich auch meine Eltern nie mit jemandem „teilen“ musste, da ich Einzelkind bin. Ich bin es also gewohnt, immer an erster Stelle stehen. Ich möchte ihm natürlich trotzdem beistehen, egal wie er sich entscheidet.

Was mir außerdem schlaflose Nächte bereitet ist die Tatsache, dass er ein ganz anderes Verhältnis zu seiner Ex-Freundin haben wird. Sie ist die Mutter seines Kindes. Die beiden sind dadurch auf ewig verbunden. Eine solche Art von Bindung wird er mit mir nie haben, was ich ja auch nicht will. Aber mit einer anderen Frau, das tut schon weh.

Was haltet ihr von der ganzen Situation? Wie sollen wir uns bzw. vor allem mein Freund sich verhalten? Wenn er sich wirklich dazu entscheidet „Vater zu sein“, welche Rolle spiele ich dann in dem Ganzen? Die eifersüchtige Stiefmutter? Wie kann ich mit so einer Veränderung umgehen?
Ich wünschte einfach, es würde alles so bleiben, wie es war….

Ich würde abwarten, wie sich dein Freund entscheidet - und keinen Druck oder Einfluss ausüben. Es ist sein Kind und nur er allein kann entscheiden, ob er Kontakt haben möchte oder nicht. 

Welche Rolle du spielen wirst, kannst du eigentlich erst wissen, wenn er seinen Entschluss gefasst hat. Da du eh nie Kinder wolltest, könnte ich mir aber gut vorstellen, dass deine Eifersucht verfliegen wird. "Teilen" musst du ihn doch eh - mit seinen Eltern, Geschwistern, Freunden etc. 

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1. April um 8:42
Beste Antwort

Auch wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass ein Vater zu seinem Kind stehen sollte, so sehe ich das in diesem Fall etwas anders. Das Kind ist ohne deinen Partner aufgewachsen. Jeder dachte, der andere Mann sei der Vater, so mit Sicherheit auch das Kind. Jetzt die großen Wellen zu schlagen finde ich nicht so schön, weder für das Kind, noch für den anderen Mann, noch für deinen Partner.

Da das Kind bereits 9 Jahre alt ist und dein Partner eh nichts mit Kinder anfangen kann, sollte er es dabei belassen. Warum das Leben von allen so drastisch verändern, wenn alles gut war bisher?

Es kommt halt auch darauf an, wie der andere Mann die ganze Sache sieht. Man findet nicht bei einer x-beliebigen Untersuchung heraus, dass er nicht der Vater ist. Da wurde schon entsprechend "nachgeholfen". Vermutlich hatte er einen Verdacht. Wenn er die Kleine nun nicht mehr als "seine Tochter" annimmt, sollte man die Sache überdenken.

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1. April um 16:59
In Antwort auf valieee

Ich würde abwarten, wie sich dein Freund entscheidet - und keinen Druck oder Einfluss ausüben. Es ist sein Kind und nur er allein kann entscheiden, ob er Kontakt haben möchte oder nicht. 

Welche Rolle du spielen wirst, kannst du eigentlich erst wissen, wenn er seinen Entschluss gefasst hat. Da du eh nie Kinder wolltest, könnte ich mir aber gut vorstellen, dass deine Eifersucht verfliegen wird. "Teilen" musst du ihn doch eh - mit seinen Eltern, Geschwistern, Freunden etc. 

Danke für deine Antwort. Ja, das stimmt, ich will ihn auch nicht in seiner Entscheidung beeinflussen. Er fragt mich halt auch nach meiner Meinung und ich versuche, so objektiv wie möglich zu bleiben.

Ja, ich muss ihn natürlich auch mit seiner Familie und seinen Freunden "teilen". Ich will ihn ja auch nicht nur für mich alleine beanspruchen, das wäre schon sehr besitzergreifend. Wenn es ihn glücklich macht, Kontakt mit der Kleinen zu haben, werde ich dem nicht im Wege stehen und mich schon irgendwie an die neue Situation gewöhnen. Vielleicht kann ich dann ja die Rolle der coolen Tante oder so einnehmen.
Wenn er sich dazu entscheidet, es so zu belassen, wie bisher, werde ich dies gerne akzeptieren jedoch ohne dem schlechten Gewissen, ihn dazu gedrängt zu haben.

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1. April um 17:43
In Antwort auf maite_18422897

Auch wenn ich eigentlich der Meinung bin, dass ein Vater zu seinem Kind stehen sollte, so sehe ich das in diesem Fall etwas anders. Das Kind ist ohne deinen Partner aufgewachsen. Jeder dachte, der andere Mann sei der Vater, so mit Sicherheit auch das Kind. Jetzt die großen Wellen zu schlagen finde ich nicht so schön, weder für das Kind, noch für den anderen Mann, noch für deinen Partner.

Da das Kind bereits 9 Jahre alt ist und dein Partner eh nichts mit Kinder anfangen kann, sollte er es dabei belassen. Warum das Leben von allen so drastisch verändern, wenn alles gut war bisher?

Es kommt halt auch darauf an, wie der andere Mann die ganze Sache sieht. Man findet nicht bei einer x-beliebigen Untersuchung heraus, dass er nicht der Vater ist. Da wurde schon entsprechend "nachgeholfen". Vermutlich hatte er einen Verdacht. Wenn er die Kleine nun nicht mehr als "seine Tochter" annimmt, sollte man die Sache überdenken.

Danke für deine Antwort! Ja, da bin ich ganz deiner Meinung.

Ob da "nachgeholfen" wurde weiß ich nicht genau, aber anscheinend hatte der Mann der Ex schon einen Verdacht und ist nun auch ziemlich fertig, vor allem deshlalb, weil sie damals zweigleisig gefahren ist und ihm das nie gesagt hat.
Aber kann mir nicht vorstellen, dass er die Kleine jetzt nicht mehr akzeptiert. Außerdem sind da ja noch die beiden anderen Kinder, wär ja komplett arg, die 3 Geschwister jetzt irgendwie außeinander zu reißen.

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1. April um 18:04

Ich würde ne Wohnung mit Kinderzimmer kaufen und den Unterhalt für die letzten neun Jahre nachzahlen. Steht dem Kind ja schließlich zu und nicht der Mutter. Auch würde ich mich um das Kind kümmern. 

Das Kind kann ja nix dafür.

Und an deiner Stelle würde ich mich raushalten. Und die Wohnung alleine kaufen. Sie ist sonst Erbe von deiner Wohnung, wenn ihm was passiert
 

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3. April um 11:05

Ich bin da ganz bei Lemontree. Auch ich finde grundsätzlich, wer ein Kind zeugt, soll gefälligst die Verantwortung dafür übernehmen. Aber hier ist es wirklich anders, weil das Kind schon 9 ist und ja mit einem Vater aufwächst, auch wenns nicht der biologische ist. 

Weiss das Kind davon? Wenn nicht, wäre es meiner Meinung nach besser, es nicht damit zu belasten. Ich kann mir vorstellen, dass das arme Kind völlig durcheinander wäre und nicht damit umgehen könnte. Es hat offenbar eine intakte Familie mit Mutter, Vater und Geschwistern. Wozu das ändern und alles kompliziert machen, ja vielleicht zerstören? Zumal dein Partner nicht viel mit Kindern anfangen kann. Vater wird man nicht durch einen positiven Vaterschaftstest. Vater sein heisst sich kümmern, lieben, am Bett des kranken Kindes sitzen, an den Schulaufführungen Beifall klatschen... Der andere Mann ist der wahre Vater des Kindes, nicht dein Partner. Der hat bloss seine Gene beigesteuert. Das meine ich jetzt nicht böse,  denn er kann ja nichts für die Situation.

Dein Partner soll sich meiner Meinung nach raushalten. Wenn das Kind erwachsen ist, sieht es vielleicht wieder anders aus. Vielleicht.

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