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Alles kompliziert - was tun?

17. April 2017 um 22:05

Hallo Miteinander,

muss Euch jetzt auch mal um Rat bzw. einen Blick von außen bitten.

Ich befinde mich in Trennung von meinem Mann, mit dem ich knapp 20 Jahre zusammen war.
Bereits in den letzten beiden Jahren lief schon alles schief und ich hatte angefangen, mir wieder ein neues soziales Umfeld zu suchen. Wiedergefunden habe ich den Mann meines Lebens: ein Klassenkamerad aus der 1. Klasse...
Auch er befindet sich in Trennung und wir haben schnell die alte Vertrautheit wiedergefunden. Woraus sich schnell viel mehr entwickelt hatte. Nun sind wir heimlich ein Paar (wollen die eh schwierige Situation für die 2+2 Kinder nicht verschlimmern, daher heimlich).

Meine neue/alte Lebensliebe war bei der Trennung zurück nach Hause gezogen, obwohl dort das Dir Räumlichkeiten und auch die familiäre Situation schwer sind. Ihm macht die neue Situation schwer zu schaffen: die Trennung von den Kindern, was er ihnen angetan hat, dass er "sein" Zuhause verloren hat das er sich durch jahrelange Schufterei erarbeitet hat, die Situation im Elternhaus, die Streitereien mit der Ex, dass sich viele sogenannte Freunde abgewandt haben. Zurück zu gehen ist für ihn keine Option. Er liebt mich.

Ich würde fast sagen er hat Depressionen. Ich selbst bin eine toughe Frau, gehe sehr pragmatisch mit Problemen um. Das weiß er und schätzt es auch, so sagt er.
Wir reden viel, ich sage meine Meinung zu Themen und ich gebe ihm Ratschläge, gefragt und ungefragt. Diese Depressionen stürzen ihn in ein tiefes Loch. Schlaflosigkeit. Gewichtsabnahme. Nicht arbeiten. Kreislaufkollaps. Diese Depressionen kommen in Wellen. Er hat dann 4 Tage die echt schlimm sind und dann wieder 2 Wochen die ok bzw gut sind.
Einen Termin beim Psychologen hat er erst in einigen Wochen bekommen.

Ich nehme maximale Rücksicht auf ihn, stelle ab und an auch meine Kinder für ihn hinten an. Reibe mich auf, mache mir Sorgen. Kann ab und zu selbst kaum schlafen.

Nun hat er die Möglichkeit eine Wohnung zu bekommen, bei der wirklich alle Rahmenbedingungen stimmen - und will absagen, weil er nicht allein sein will. Jetzt habe wir Streit, weil ich sage dass er da irgendwann durch muss.

Ich möchte mich nicht weiter hinten anstellen und Rücksicht nehmen. Muss mich selbst um meine Trennungsthemen kümmern. Aber das sieht er offenbar nicht. Das kränkt mich.
Aber ich habe dann sofort ein schlechtes Gewissen. Er ist ja schließlich schlimmer dran. Also stecke ich wieder zurück... Irgendwie ist das eine Spirale.

Sagt ihr mir Eure Meinung bitte, zeigt mir bitte Eure Sichtweise? Ich brauche dringend "fremden" Input!

Schon jetzt ein herzliches Dankeschön für Eure Impulse!

Viele Grüße

Jasmin



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18. April 2017 um 6:40

Hallo ladike, 

da habe ich mich schlecht ausgedrückt. Er ist bei der Trennung zurück ins Elternhaus gezogen, das alte Zuhause. Tut mir leid...

Die Ehefrau spielt keine Rolle mehr.

Ich habe aber auch überlegt ob er zurück gehen würde wegen der Kinder. Wegen der Ehefrau denke ich nicht.

Viele Grüße

Jasmin

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18. April 2017 um 11:22

ACHTUNG! Finger weg erst mal! Da sind gleich drei Dinge, die erst mal geklärt werden sollten. 1. Der Mann ist noch nicht richtig weg von seiner Familie. Das solltest Du unbedingt abwarten. Wenn das nicht geklärt ist, dann schwappt Euch das ewig in Eure Beziehung rein; und wenn es etwas länger dauert, dann habt ihr immer noch genug - unbelastete! - Lebenszeit. 2. Lass Dir ja nicht das Thema Depression hinschieben. Da bist nicht DU für verantwortlich, sondern ausschließlich er selbst. Und das kann er auch nicht auf die Situation abwälzen; für die ist er ganz alleine verantwortlich. Und wenn es eine wirkliche Depression ist, dann ist erst recht erst mal eine Therapie sinnvoll und notwendig. Und 3. Du bist eine toughe Frau und sehr pragmatisch schreibst Du. Mag ja sein, aber achte auch sehr genau darauf, dass da nicht ein Ungleichgewicht in Eurer neuen Beziehung entsteht. Es gibt nix schlimmeres als Männer, die sich immer von ihrer Frau umsorgen und sie am Ende zu "Ersatzeltern" machen. Die Tatsache, dass er bei seinen Eltern wieder eingezogen ist, lässt bei mir die Alarmglocken schrillen. Auf diese Idee wäre ich nach meiner Trennung ehrlich gesagt nie und nimmer gekommen. Und es fällt mir noch ein 4. Denke daran, Ihr seid beide keine 7 Jahre mehr alt. Sandkastenliebe hin oder her. Ihr seid beide um Jahrzehnte gewachsen, gealtert, gereift, verletzt, kantig geworden und was auch immer. Es ist gefährlich, an einer inzwischen vergoldeten Erinnerung anzuknüpfen. Das kann mit neuen Ent-Täuschungen einher gehen. Darum: Eile mit Weile!

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18. April 2017 um 12:20
In Antwort auf jasminstr

Hallo Miteinander, 

muss Euch jetzt auch mal um Rat bzw. einen Blick von außen bitten.

Ich befinde mich in Trennung von meinem Mann, mit dem ich knapp 20 Jahre zusammen war. 
Bereits in den letzten beiden Jahren lief schon alles schief und ich hatte angefangen, mir wieder ein neues soziales Umfeld zu suchen. Wiedergefunden habe ich den Mann meines Lebens: ein Klassenkamerad aus der 1. Klasse... 
Auch er befindet sich in Trennung und wir haben schnell die alte Vertrautheit wiedergefunden. Woraus sich schnell viel mehr entwickelt hatte. Nun sind wir heimlich ein Paar (wollen die eh schwierige Situation für die 2+2 Kinder nicht verschlimmern, daher heimlich).

Meine neue/alte Lebensliebe war bei der Trennung zurück nach Hause gezogen, obwohl dort das Dir Räumlichkeiten und auch die familiäre Situation schwer sind. Ihm macht die neue Situation schwer zu schaffen: die Trennung von den Kindern, was er ihnen angetan hat, dass er "sein" Zuhause verloren hat das er sich durch jahrelange Schufterei erarbeitet hat, die Situation im Elternhaus, die Streitereien mit der Ex, dass sich viele sogenannte Freunde abgewandt haben. Zurück zu gehen ist für ihn keine Option. Er liebt mich.

Ich würde fast sagen er hat Depressionen. Ich selbst bin eine toughe Frau, gehe sehr pragmatisch mit Problemen um. Das weiß er und schätzt es auch, so sagt er. 
Wir reden viel, ich sage meine Meinung zu Themen und ich gebe ihm Ratschläge, gefragt und ungefragt. Diese Depressionen stürzen ihn in ein tiefes Loch. Schlaflosigkeit. Gewichtsabnahme. Nicht arbeiten. Kreislaufkollaps. Diese Depressionen kommen in Wellen. Er hat dann 4 Tage die echt schlimm sind und dann wieder 2 Wochen die ok bzw gut sind.
Einen Termin beim Psychologen hat er erst in einigen Wochen bekommen.

Ich nehme maximale Rücksicht auf ihn, stelle ab und an auch meine Kinder für ihn hinten an. Reibe mich auf, mache mir Sorgen. Kann ab und zu selbst kaum schlafen. 

Nun hat er die Möglichkeit eine Wohnung zu bekommen, bei der wirklich alle Rahmenbedingungen stimmen - und will absagen, weil er nicht allein sein will. Jetzt habe wir Streit, weil ich sage dass er da irgendwann durch muss.

Ich möchte mich nicht weiter hinten anstellen und Rücksicht nehmen. Muss mich selbst um meine Trennungsthemen kümmern. Aber das sieht er offenbar nicht. Das kränkt mich.
Aber ich habe dann sofort ein schlechtes Gewissen. Er ist ja schließlich schlimmer dran. Also stecke ich wieder zurück... Irgendwie ist das eine Spirale. 

Sagt ihr mir Eure Meinung bitte, zeigt mir bitte Eure Sichtweise? Ich brauche dringend "fremden" Input!

Schon jetzt ein herzliches Dankeschön für Eure Impulse!

Viele Grüße 

Jasmin



 

Hallo!
Ich kann dich gut verstehen. Allerdings sehe ich das Ganze anders als die anderen:
Dein Partner leidet unter der Trennung von seinen Kindern. Das spricht aus meiner Sicht sehr für ihn, zumal du ja auch eigene Kinder hast, mit denen er mal was anfangen können soll. Dieser Schmerz führt dazu, dass er sich mehr zu seiner Ursprungsfamilie hingezogen fühlt. Und daher vllt. auch lieber dort wohnen bleiben will.
Dass er unter Depressionen leidet, belastet eure Beziehung  sicher. Auch ich bin seit einem halben Jahr mit jemand zusammen, der da anfällig ist, und dem es seit einer Woche sehr schlecht geht. U.a. weil seine Tochter entgegen der Abmachung nicht an Ostern bei ihm sein wollte.
Ich lese grad viel über Depressive und ihre Angehörigen. Es ist sehr wichtig, dass man nach sich selbst schaut, sich Auszeiten nimmt, wenn man es braucht, einfach gut auf sich achtet. Das versuche ich auch. Es ist aber gerade dann schwer, wenn es dem geliebten Menschen schlecht geht.
Ich glaube, du musst dir überlegen, ob und wie du mit deinem eigenen aktuellen Hintergrund eine solche Beziehung haben magst und kannst.
Ich wünsche dir und euch alles Gute!
Liebe Grüße 

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18. April 2017 um 20:07

Das stört mich an sich nicht. Aber ich denke, dass das seinem Gemüt nicht gut tut.
Im Elternhaus ist es auch nicht einfach. Der Vater pflegebedürftig und überhaupt nicht einfach, die Mutter reibt sich für den Vater auf, auch sie körperlich und seelisch am Ende.
Auch dass es keine Privatsphäre für ihn gibt, er aus dem Koffer lebt. Seine Mutter für ihn wäscht und kocht.
Und auch dass es für die Besuche seiner Kinder räumlich wirklich ungeeignet ist.
Aber dass er dort wohnt stört mich an sich nicht. Wie gesagt, auch ich hab so einiges zu klären.
Danke Dir für die Rückfrage!

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18. April 2017 um 20:13
In Antwort auf trauminsel93

ACHTUNG! Finger weg erst mal! Da sind gleich drei Dinge, die erst mal geklärt werden sollten. 1. Der Mann ist noch nicht richtig weg von seiner Familie. Das solltest Du unbedingt abwarten. Wenn das nicht geklärt ist, dann schwappt Euch das ewig in Eure Beziehung rein; und wenn es etwas länger dauert, dann habt ihr immer noch genug - unbelastete! - Lebenszeit. 2. Lass Dir ja nicht das Thema Depression hinschieben. Da bist nicht DU für verantwortlich, sondern ausschließlich er selbst. Und das kann er auch nicht auf die Situation abwälzen; für die ist er ganz alleine verantwortlich. Und wenn es eine wirkliche Depression ist, dann ist erst recht erst mal eine Therapie sinnvoll und notwendig. Und 3. Du bist eine toughe Frau und sehr pragmatisch schreibst Du. Mag ja sein, aber achte auch sehr genau darauf, dass da nicht ein Ungleichgewicht in Eurer neuen Beziehung entsteht. Es gibt nix schlimmeres als Männer, die sich immer von ihrer Frau umsorgen und sie am Ende zu "Ersatzeltern" machen. Die Tatsache, dass er bei seinen Eltern wieder eingezogen ist, lässt bei mir die Alarmglocken schrillen. Auf diese Idee wäre ich nach meiner Trennung ehrlich gesagt nie und nimmer gekommen. Und es fällt mir noch ein 4. Denke daran, Ihr seid beide keine 7 Jahre mehr alt. Sandkastenliebe hin oder her. Ihr seid beide um Jahrzehnte gewachsen, gealtert, gereift, verletzt, kantig geworden und was auch immer. Es ist gefährlich, an einer inzwischen vergoldeten Erinnerung anzuknüpfen. Das kann mit neuen Ent-Täuschungen einher gehen. Darum: Eile mit Weile!

Danke Dir für Deine ausführliche Antwort! Einige Sachen, die Du schreibst klingen plausibel. 1) und 4) mag ich natürlich nicht hören, aber vom Verstand hast Du natürlich bei 1) recht. 
Über 3) hab ich erst kurz mal darüber nachgedacht: Wie kann ich das verhindern? Ich bin halt so und nehm die Dinge gern in die Hand.
 

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18. April 2017 um 20:23
In Antwort auf allesaufstart

Hallo!
Ich kann dich gut verstehen. Allerdings sehe ich das Ganze anders als die anderen:
Dein Partner leidet unter der Trennung von seinen Kindern. Das spricht aus meiner Sicht sehr für ihn, zumal du ja auch eigene Kinder hast, mit denen er mal was anfangen können soll. Dieser Schmerz führt dazu, dass er sich mehr zu seiner Ursprungsfamilie hingezogen fühlt. Und daher vllt. auch lieber dort wohnen bleiben will.
Dass er unter Depressionen leidet, belastet eure Beziehung  sicher. Auch ich bin seit einem halben Jahr mit jemand zusammen, der da anfällig ist, und dem es seit einer Woche sehr schlecht geht. U.a. weil seine Tochter entgegen der Abmachung nicht an Ostern bei ihm sein wollte.
Ich lese grad viel über Depressive und ihre Angehörigen. Es ist sehr wichtig, dass man nach sich selbst schaut, sich Auszeiten nimmt, wenn man es braucht, einfach gut auf sich achtet. Das versuche ich auch. Es ist aber gerade dann schwer, wenn es dem geliebten Menschen schlecht geht.
Ich glaube, du musst dir überlegen, ob und wie du mit deinem eigenen aktuellen Hintergrund eine solche Beziehung haben magst und kannst.
Ich wünsche dir und euch alles Gute!
Liebe Grüße 

Hallo Allesaufstart,

danke Dir für Deine Antwort. Sehr einfühlsam. Ich wünsche Dir für Deine Situation ganz viel Kraft. 
Das habe ich bereits gemerkt, dass das in solchen Situationen immens wichtig ist. 
Kümmert man sich um sich selbst, geht das vielleicht zu Lasten des Depressiven. Kümmerst man sich um diesen, vernachlässigt man sich eventuell selbst. 
Ein Teufelskreis - und das in der Anfangszeit einer neuen Beziehung...

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20. April 2017 um 6:46

Hallo mandelaugen, 

vom Verstand her hast Du absolut recht. Und wenn ich lese: ...dass es selbst laufen sollte, ohne dass man ewig dafür kämpfen muss... - da muss ich denken "oh ja, das möchte ich auch". 
Aber mein Herz ist nun mal involviert, ich steck da schon etwas tiefer drin. Und das ist nicht nur, dass ich nicht allein sein will.

Was denkst Du, ist eine Trennung auf Zeit vielleicht sinnvoll? Dass er alle seine Probleme in den Griff bekommt? Und dann schauen wir nochmal? Oder ist das jetzt schon zum Scheitern verurteilt?

Jedenfalls Danke ich Dir für die lange Antwort oben. 

Viele Grüße

Jasmin

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20. April 2017 um 10:53
In Antwort auf jasminstr

Danke Dir für Deine ausführliche Antwort! Einige Sachen, die Du schreibst klingen plausibel. 1) und 4) mag ich natürlich nicht hören, aber vom Verstand hast Du natürlich bei 1) recht. 
Über 3) hab ich erst kurz mal darüber nachgedacht: Wie kann ich das verhindern? Ich bin halt so und nehm die Dinge gern in die Hand.
 

Unterschiedliche Charaktere müssen überhaupt kein Problem sein. Man muss es nur im Auge behalten. Ich kenne halt so manche Männer, die - gerade wenn die Beziehung mal länger dauert, unbewusst (!) aus der Ehefrau mehr und mehr eine Ersatzmutter machen. Auch wenn ich ein Mann bin, habe ich da über manche Geschlechtsgenossen keine so gute Meinung und denke mir oft: "Junge, werd erst mal erwachsen, bevor Du in eine Partnerschaft gehst!" Aber das muss natürlich überhaupt nicht sein; aber gerade als sehr aktive Frau solltest Du das vielleicht einfach im Auge behalten.

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