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Alles auf einen Schlag...

10. April 2007 um 9:45

Hallo in die Runde!

Zunächst: ich könnte diesen Beitrag in irre viele Foren posten: Familie, Kinder, Schwangerschaft, Verlust... nun ja, ich mache es hier - und kann Euch versprechen, es wird "spannend".

Die Ausgangssituation: ich habe eine Tochter, 6, bin von ihrem Vater seit 2004 "positiv" getrennt. Er kümmert sich liebevoll, wir haben Kontakt, verstehen uns gut. Seit 2005 habe ich einen Lebenspartner. Er ist 32 (ich übrigens 30) und steht recht stabil auf seinen Füßen. Er hat immer akzeptiert, dass ich Mutter bin, er mag meine Tochter und versucht sich auch einzubringen. Auch mit seinen Eltern ist das Verhältnis ein sehr herzliches. Soweit, ganz wunderbar.

Von Beginn an habe ich meinem Freund gesagt, dass ich es sehr ernst meine - ich bin nicht für "lockere" Beziehungen zu haben.
Daher haben wir uns auch entschieden, dass er bei mir einzieht (habe eine große Eigentumswohnung). Letztes Jahr im Juni ist er bei uns eingezogen. Der "Alltag" verlief recht reibungslos, meistens.
Allerdings hatten wir immerwieder recht große Diskussionen über die Erziehung meiner Tochter. Mein Freund ist ein sehr rationaler Mensch, ich eher die emotionale Variante - so unterschiedlich waren eben auch unsere "Lösungsvorschläge" für so manches Familienproblem - oft bin ich mir auch nicht verstanden vorgekommen.
Einmal ging eine solche Diksussion so "bös" raus, dass ich gesagt habe, er solle besser gehen - wir würden in diesen Punkten nicht zusammenkommen.
Später tat`s mir leid - und er kam wieder zurück.

Vor drei Wochen wurde unsere Familie durch den plötzlichen Tod meiner mir sehr, sehr nahe stehenden Großmutter erschüttert.
Noch immer habe ich dieses "Ereignis" nicht in meinem Kopf - der Nebel hat sich noch nicht gelichtet...
Einen Tag nach der Beisetzung hat sich mein Freund entschieden, auf eine Party zu gehen - ich sagte, dann werde ich bei meinen Eltern schlafen, denn ich wollte nicht alleine sein.
Als ich den Tag darauf in unsere Wohung zurück kam, miefte die ganze Wohnung nach Alkohol und der gute Herr lag mit seinem "Kater" noch im Bett... Da sind mir alle Sicherungen durchgebrannt.
Ich habe ihm gesagt, er solle seine Sachen packen und so schnell wie möglich gehen.
Das hat er gemacht. Er ist gegangen.

Vor einer Woche habe ich gemerkt, wie überreaktionär diese "Entscheidung" war. Dass ich ihn brauche. Dass er im Kern "der richtige" ist. Natürlich war sein Verhalten da nicht richtig - aber war es denn so schlimm? Nein.
Ich habe ihm gesagt, wie es ist. Dass es mir leid tut, dass ich ihn bei mir haben will...
Er sagte mir, dass er mich liebe. Dass er für mich da sein will. Aber: zusammen wohnen kommt jetzt für ihn nicht mehr in Frage. Er möchte jetzt etwas eigenes. Er lässt sich von mir doch nicht immer wieder auf die "Straße" setzen.
Ich versteh das auch...
Aber: ich möchte auch keine Beziehung, in der man sich halt "ab und zu" mal sieht... ich möchte eine Partnerschaft, in der man gefestigt ist, das miteinander wohnen gehört dazu.
Dass ich so reagiert habe, lässt sich nicht mehr ändern...
Was also tun???

Hinzu kommen jetzt auch gewaltige Verlassensängste bei meiner Tochter. "Papa ist gegangen, Oma ist gestorben, jetzt ist Ulrich auch noch weg...." Ich muss irgendwie "kompensieren".

Ebenfalls hinzu kommt eine seltsame Schwangerschafts-Ahnung. Obwohl ich die Pille nehme, habe ich am Todestag meiner Oma plötzlich meine Tage bekommen... Über eine Woche... Alles komplett durcheinander. Natürlich habe ich die Pille weitergenommen - aber derzeit fühlt sich mein Körper schon recht seltsam an (Brust, Übelkeit)...
Es ist noch zu früh ernsthafte Schlüsse zu ziehen, ich weiß - aber die Gedanken kreisen...

So - was meint ihr?
DANKE für Antworten, Lösungsvorschläge oder ähnliches...

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10. April 2007 um 10:03

Danke...
... ich weiß.
Genau da liegt das Problem: die "Geschwindigkeit", mit der ich versuche, durchs Leben zu gehen - und es eben so nicht schaffe.

Mit dem Verkaufen, Kaufen, Mieten etc... hatte auch ich schon überlegt (zu beziehungszeiten). Da ist was Wahres dran.
Ehrlichkeitshalber muss man aber sagen, dass er das auch nicht wollte - und eben die "Vorzüge" finanzieller Art schon genossen hat.

Wenn eine Beziehung tatsächlich endet ist man auch froh, nach wie vor was "eigenes" zu haben.

Das eigentliche Kernproblem liegt also in meiner Haltung, die diese schnellen Entscheidungen ohne große Basis hervorruft. Da muss ich dran arbeiten. Ja.

Aber jetzt, was tue ich jetzt?

PS: Danke wirklich für diesen Beitrag!

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10. April 2007 um 10:17

Das halte ich für falsch.
Dann hat keiner mehr einen Rückzugsort und dafür scheint das mit den beiden nicht genügend zu harmonieren, finde ich.

Ich glaube, du musst erstmal mit dir selbst ins Reine kommen und in deinem Kopf Ordnung schaffen. Sein Vorschlag mit getrennten Wohnungen halte ich zu diesem Zeitpunkt bei euch für sehr sinnvoll bis sich alles etwas beruhigt hat.

Gruß
Leilith

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10. April 2007 um 11:26

Ist ja eine Menge...
auf einmal. Seit zwei Jahre lebt ihr zusammen und du hast ihn zwei Mal hinausgeworfen aus deiner Wohnung und das auf Grund von Diskussionen und einem alkoholischem "Ausrutscher" seinerseits. Ich versuch gerade, in deine Geschichte reinzukommen, ist nicht so leicht.

Was die Erziehung deiner Tochter angeht, empfinde ich es als als angemessen, dass du da in der Hauptsache das Sagen hat. An zweiter Stelle steht in dieser Sache der leibliche Vater und erst dann ist meiner ansicht nach, dein jetziger Lebenspartner berechtigt erziehungsmäßig in aktion zu treten. Ich weiß da schon einigermaßen was ich da sage, da mein Freund mit der Ex zwei Kinder (6 + 10) hat, die alle 14 Tage und 14 Tage Urlaub mit ihm haben. Was meinen Erziehungsanteil daran ausmacht, ist eher ein mit den Kindern normal zu leben und das was sich wenn sie da sind so an notwendiger Erziehung ergibt. Was hast du denn für einen Eindruck von deiner Handlungsweise, also dass du ihn wegen Erziehungsdifferenzen rausgeschmissen hast?

Es kann auch sein, dass er sich gegenüber deinem Kind von dirzurückgestellt fühlt . Andere Möglichkeit wäre, du vergleichst ihn mit dem leiblichen Vater. Ich komme darauf, weil mein Freund wenn die KInder da sind, mich zeitweise, bewusst oder unbewusst, ignoriert. Und das in einer Weise die mich verletzt und am Ostersonntag die ihren Höhepunkt darin fand, dass er mich vor die Wahl stellte: entweder du hälst deinen Mund oder du verlässt die Wohnung. Ich bin gegangen. Für mich war seine Reaktion so völlig irrational, dass ich auf die Idee kam, dass die Ex und ihre Eltern da irgendwas bei ihm in Gang gebracht haben beim Osterbesuch am Vormittag.

Doch ich schweife zu meinen Gunsten von dir ab. Der tot eines nahestehenden Menschn ist eines der erschütternsten Ereignisse in einem Leben. Es dauert, bis das bis ins Gehirn durchgedrungen ist. Ist schon verrückt, wievil Paralellen sich hier auftun. Die Mutter meines Freundes, die mir zur Freundin geworden war, starb vor 7 Wochen nach langer Qual. Meine Mutter vor ca. 3 Wochen, auch wenn wir nie gut miteiander klar kamen, so doch ein Schlag. Und dein Freund hätte in dieser Situation bei dir sein sollen. Doch ich weiß, dass viele Männer eine alkoholische Lösung da vorziehen, was logischerweise den anderen verletzt. Von daher kann ich deine Reaktion und den Rausschmiss gut verstehen,

Seine Reaktion war ebenso eine übermäßige wie deine. Und nun ist sein Selbstwertempfinden verletzt, ist bei mir ebenso der Fall. Da unterscheiden sich die Geschlechter wohl nicht.
Die Verlassensängste deiner Tochter könntest du entgegenen,indem du mit ihr redest. Es ist für ein Kind schwer den Verlust oder partiellen Verlust, von drei Menschen klar einzuordnen. Gemeinsame Unternehmungen und die Einbeziehung ihrer Freunde könnte da helfen. Ebenso Friedhofsbesuche, so bld sich das anhört.
Was die evtl. Schwangerschaft betrifft, so würd ich einen Schwangerschaftstest machen, damit du wenigstens in diesem Punkt Klarheit hast. Je mehr Klarheit, desto besser für euch in der derzeitigen Lebenslage.

Hast du Freund und / oder Freundinnen? Wenn ja, beziehe die in deine Aktivitäten ein, du und deine Tochter brauchen Unterstützung, was nur zu menschlich ist.
Ganz liebe Grüße

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10. April 2007 um 11:53
In Antwort auf walden6

Ist ja eine Menge...
auf einmal. Seit zwei Jahre lebt ihr zusammen und du hast ihn zwei Mal hinausgeworfen aus deiner Wohnung und das auf Grund von Diskussionen und einem alkoholischem "Ausrutscher" seinerseits. Ich versuch gerade, in deine Geschichte reinzukommen, ist nicht so leicht.

Was die Erziehung deiner Tochter angeht, empfinde ich es als als angemessen, dass du da in der Hauptsache das Sagen hat. An zweiter Stelle steht in dieser Sache der leibliche Vater und erst dann ist meiner ansicht nach, dein jetziger Lebenspartner berechtigt erziehungsmäßig in aktion zu treten. Ich weiß da schon einigermaßen was ich da sage, da mein Freund mit der Ex zwei Kinder (6 + 10) hat, die alle 14 Tage und 14 Tage Urlaub mit ihm haben. Was meinen Erziehungsanteil daran ausmacht, ist eher ein mit den Kindern normal zu leben und das was sich wenn sie da sind so an notwendiger Erziehung ergibt. Was hast du denn für einen Eindruck von deiner Handlungsweise, also dass du ihn wegen Erziehungsdifferenzen rausgeschmissen hast?

Es kann auch sein, dass er sich gegenüber deinem Kind von dirzurückgestellt fühlt . Andere Möglichkeit wäre, du vergleichst ihn mit dem leiblichen Vater. Ich komme darauf, weil mein Freund wenn die KInder da sind, mich zeitweise, bewusst oder unbewusst, ignoriert. Und das in einer Weise die mich verletzt und am Ostersonntag die ihren Höhepunkt darin fand, dass er mich vor die Wahl stellte: entweder du hälst deinen Mund oder du verlässt die Wohnung. Ich bin gegangen. Für mich war seine Reaktion so völlig irrational, dass ich auf die Idee kam, dass die Ex und ihre Eltern da irgendwas bei ihm in Gang gebracht haben beim Osterbesuch am Vormittag.

Doch ich schweife zu meinen Gunsten von dir ab. Der tot eines nahestehenden Menschn ist eines der erschütternsten Ereignisse in einem Leben. Es dauert, bis das bis ins Gehirn durchgedrungen ist. Ist schon verrückt, wievil Paralellen sich hier auftun. Die Mutter meines Freundes, die mir zur Freundin geworden war, starb vor 7 Wochen nach langer Qual. Meine Mutter vor ca. 3 Wochen, auch wenn wir nie gut miteiander klar kamen, so doch ein Schlag. Und dein Freund hätte in dieser Situation bei dir sein sollen. Doch ich weiß, dass viele Männer eine alkoholische Lösung da vorziehen, was logischerweise den anderen verletzt. Von daher kann ich deine Reaktion und den Rausschmiss gut verstehen,

Seine Reaktion war ebenso eine übermäßige wie deine. Und nun ist sein Selbstwertempfinden verletzt, ist bei mir ebenso der Fall. Da unterscheiden sich die Geschlechter wohl nicht.
Die Verlassensängste deiner Tochter könntest du entgegenen,indem du mit ihr redest. Es ist für ein Kind schwer den Verlust oder partiellen Verlust, von drei Menschen klar einzuordnen. Gemeinsame Unternehmungen und die Einbeziehung ihrer Freunde könnte da helfen. Ebenso Friedhofsbesuche, so bld sich das anhört.
Was die evtl. Schwangerschaft betrifft, so würd ich einen Schwangerschaftstest machen, damit du wenigstens in diesem Punkt Klarheit hast. Je mehr Klarheit, desto besser für euch in der derzeitigen Lebenslage.

Hast du Freund und / oder Freundinnen? Wenn ja, beziehe die in deine Aktivitäten ein, du und deine Tochter brauchen Unterstützung, was nur zu menschlich ist.
Ganz liebe Grüße

Ergänzung
Hallo und Danke Dir für Deine lange Antwort.

Zur Erziehung meiner Tochter.
Ich habe ihm einerseits die "Berechtigung" zugesprochen. Schließlich waren wir ein Haushalt - da muss er sich auch wohl fühlen und seine Meinung sagen dürfen. Völlig klar! Es gab auch viele Bereiche, da war "seine Seite" auch mit Sicherheit "richtig" und ein wertvolles Pendant zu meiner "Seite". Er ist in vielen Bereichen "strenger" - also rationaler. Dinge, die er vorgeschlagen hat, waren immer eines: VERNÜNFTIG!

Aber: mein Erziehungswille ist einfach mehr vom HERZEN geprägt.

Beispiel:
Meine Wohnung geht über zwei Etagen. Oben haben wir UNSER Schlafzimmer. UNTEN hat meine Tochter ihr Zimmer. Sie muss durch Gang, Wohnzimmer, nochmal Gang und Treppe, um zu uns zu kommen.
Klar war: Einschlafprobleme, Durchschlafschwierigkeiten.
Ich habe mit ihr gesprochen. Ernsthaft gesprochen, das Problem ergründet und nach Lösungen gesucht. Ergebnis: wenn wir unser Schlafzimmer auch runter machen (jeztiges Arbeitszimmer) fühlt sie sich nicht mehr allein und verspricht, "alles zu tun" um in ihrem Bett auch durchzuschlafen...
Mein Freund wollte auf diesen Vorschlag aber nicht eingehen. Schließlich haben wir oben ein Bad und den Einbaukleiderschrank... für ihn macht eine Schlafzimmerverlegung keinen "Sinn". Diese emotionale Seite hat er nie verstanden.

So war das eben auch in anderen Situationen. Landet das Ei auf dem Boden, reagiert er ernst, besonnen und garantiert "richtig"... Ich hingegen kann eben auch mal über so was lachen und mein Ei dazu schmeißen... (ist jetzt übertrieben!).

Kern des "Rausschmisses" aus Erziehungsgründen damals war, dass ich das Gefühl hatte, ich muss immer mehr von meinen Überzeugungen "über Bord werfen" um die Harmonie in der Familie herzustellen.
Ich gehe mit meinem Kind auf meine Weise um - da kann ich nich "umerzogen" werden.
Andererseits darf er "seine Art" gerne umsetzen - aber für sich, nicht für mich!
Ich hatte damals einfach das Gefühl "Wir kommen da nicht zusammen." Auch habe ich seine Weise mit Kindern umzugehen als "lieblos" empfunden. Da war zwar alles begründet und richtig - aber eben irgendwie herzlos.

Allerdings sehe ich darin auch eine gewisse Chance - in der Ergänzung...

Danke Dir jedenfalls für den Input und das Verständnis.

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10. April 2007 um 12:26
In Antwort auf miawallace1977

Ergänzung
Hallo und Danke Dir für Deine lange Antwort.

Zur Erziehung meiner Tochter.
Ich habe ihm einerseits die "Berechtigung" zugesprochen. Schließlich waren wir ein Haushalt - da muss er sich auch wohl fühlen und seine Meinung sagen dürfen. Völlig klar! Es gab auch viele Bereiche, da war "seine Seite" auch mit Sicherheit "richtig" und ein wertvolles Pendant zu meiner "Seite". Er ist in vielen Bereichen "strenger" - also rationaler. Dinge, die er vorgeschlagen hat, waren immer eines: VERNÜNFTIG!

Aber: mein Erziehungswille ist einfach mehr vom HERZEN geprägt.

Beispiel:
Meine Wohnung geht über zwei Etagen. Oben haben wir UNSER Schlafzimmer. UNTEN hat meine Tochter ihr Zimmer. Sie muss durch Gang, Wohnzimmer, nochmal Gang und Treppe, um zu uns zu kommen.
Klar war: Einschlafprobleme, Durchschlafschwierigkeiten.
Ich habe mit ihr gesprochen. Ernsthaft gesprochen, das Problem ergründet und nach Lösungen gesucht. Ergebnis: wenn wir unser Schlafzimmer auch runter machen (jeztiges Arbeitszimmer) fühlt sie sich nicht mehr allein und verspricht, "alles zu tun" um in ihrem Bett auch durchzuschlafen...
Mein Freund wollte auf diesen Vorschlag aber nicht eingehen. Schließlich haben wir oben ein Bad und den Einbaukleiderschrank... für ihn macht eine Schlafzimmerverlegung keinen "Sinn". Diese emotionale Seite hat er nie verstanden.

So war das eben auch in anderen Situationen. Landet das Ei auf dem Boden, reagiert er ernst, besonnen und garantiert "richtig"... Ich hingegen kann eben auch mal über so was lachen und mein Ei dazu schmeißen... (ist jetzt übertrieben!).

Kern des "Rausschmisses" aus Erziehungsgründen damals war, dass ich das Gefühl hatte, ich muss immer mehr von meinen Überzeugungen "über Bord werfen" um die Harmonie in der Familie herzustellen.
Ich gehe mit meinem Kind auf meine Weise um - da kann ich nich "umerzogen" werden.
Andererseits darf er "seine Art" gerne umsetzen - aber für sich, nicht für mich!
Ich hatte damals einfach das Gefühl "Wir kommen da nicht zusammen." Auch habe ich seine Weise mit Kindern umzugehen als "lieblos" empfunden. Da war zwar alles begründet und richtig - aber eben irgendwie herzlos.

Allerdings sehe ich darin auch eine gewisse Chance - in der Ergänzung...

Danke Dir jedenfalls für den Input und das Verständnis.

So "vernünftig"...,
deine objektive aktuelle Situation zu erkennen und sich nicht zu betrinken, war dann ja doch nicht. Die so super Vernüngtigen und vieles rational angehenden Menschen haben oft irgendwo ein emotionales Defizit. Deinen Vorschlag für die Verlegung des Zimmers um deiner Tochter nachts näher zu sein, finde ich widerum sehr vernünftig. Er hat ja eher die Methode: "Da muss sie jetzt durch, dann klappt das schon." Irgendwie mangelndes Einfühlungsvermögen.

Für Kinder gibt es heute schon genug Dinge, die sie tun müssen, da sollte die nächtliche Nähe eine Selbstverständlichkeit sein, wenn deine Tochter das möchte. Insgesamt finde ich, dass er sich inder Erziehung etwas zurückhalten und sich auf deine mehr einstimmen sollte.
Nochmals liebe Grüße

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10. April 2007 um 13:07
In Antwort auf miawallace1977

Danke...
... ich weiß.
Genau da liegt das Problem: die "Geschwindigkeit", mit der ich versuche, durchs Leben zu gehen - und es eben so nicht schaffe.

Mit dem Verkaufen, Kaufen, Mieten etc... hatte auch ich schon überlegt (zu beziehungszeiten). Da ist was Wahres dran.
Ehrlichkeitshalber muss man aber sagen, dass er das auch nicht wollte - und eben die "Vorzüge" finanzieller Art schon genossen hat.

Wenn eine Beziehung tatsächlich endet ist man auch froh, nach wie vor was "eigenes" zu haben.

Das eigentliche Kernproblem liegt also in meiner Haltung, die diese schnellen Entscheidungen ohne große Basis hervorruft. Da muss ich dran arbeiten. Ja.

Aber jetzt, was tue ich jetzt?

PS: Danke wirklich für diesen Beitrag!

Mein Eindruck
ist der, dass DU (nicht die Tochter!) groesste Aengste vor dem Alleinsein und Verlassenwerden hast. Menschen, die so strukturiert sind, inszenieren oft Trennungen und "verlassen ihre Partner" demonstrativ, um nicht selbst in die Position des Verlassenen zu kommen.

Denk mal drueber nach.

Deine Tochter uebernimmt und verbalisiert lediglich Deine Aengste, das, was Du ihr vorlebst. Es ist nicht ihr Problem, sondern Deines.

zinderella30, die Psychologie studiert hat

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10. April 2007 um 14:04
In Antwort auf zinderella30

Mein Eindruck
ist der, dass DU (nicht die Tochter!) groesste Aengste vor dem Alleinsein und Verlassenwerden hast. Menschen, die so strukturiert sind, inszenieren oft Trennungen und "verlassen ihre Partner" demonstrativ, um nicht selbst in die Position des Verlassenen zu kommen.

Denk mal drueber nach.

Deine Tochter uebernimmt und verbalisiert lediglich Deine Aengste, das, was Du ihr vorlebst. Es ist nicht ihr Problem, sondern Deines.

zinderella30, die Psychologie studiert hat

Liebe Zinderella,
Danke für Deinen Beitrag.
Darüber habe ich mir bereits den Kopf zerbrochen - auch schon öfters und zu früheren Beziehungen.

Allerdings: ich möchte ja nicht "irgendwen" bei mir haben - ich glaube sogar ohne ihn wird vieles "einfacher"...
Ich liebe ihn eben und meine Überreaktion war falsch. Aber: verletzen wollte ich ihn nicht, das habe ich ihm auch gesagt.
Vor dem "Alleinsein" habe ich keine Angst, das weiß ich - ich habe auch nie die "Gefahr" gesehen, verlassen zu werden. Ich habe einfach überreagiert, und das eben schon zum zweiten Mal.
Ich denke, mein Problem liegt schon eher darin, gerne "unüberlegt" zu handeln... emotional eben.

Jedenfalls: Danke Dir.

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11. April 2007 um 13:34
In Antwort auf miawallace1977

Liebe Zinderella,
Danke für Deinen Beitrag.
Darüber habe ich mir bereits den Kopf zerbrochen - auch schon öfters und zu früheren Beziehungen.

Allerdings: ich möchte ja nicht "irgendwen" bei mir haben - ich glaube sogar ohne ihn wird vieles "einfacher"...
Ich liebe ihn eben und meine Überreaktion war falsch. Aber: verletzen wollte ich ihn nicht, das habe ich ihm auch gesagt.
Vor dem "Alleinsein" habe ich keine Angst, das weiß ich - ich habe auch nie die "Gefahr" gesehen, verlassen zu werden. Ich habe einfach überreagiert, und das eben schon zum zweiten Mal.
Ich denke, mein Problem liegt schon eher darin, gerne "unüberlegt" zu handeln... emotional eben.

Jedenfalls: Danke Dir.

Es scheint also
ein stabiler Problembestand zu sein, wenn Du Dich bereits früher, mit anderen Partnern, mit dem Thema auseinander gesetzt hast.

Zu Deiner Interpretationstheorie, Du würdest gern "unüberlegt" handeln, gäbe es noch einiges zu sagen, aber das gehört m.E. nicht in ein öffentliches Forum, da es doch eine sehr sensible Thematik ist.

Nur soviel: Du hast die Wahl, emotional zu reagieren oder nicht. Gefühltes ist zuerst Gedachtes. Du entscheidest Dich dafür, "überzureagieren". Vielleicht, weil Du im Alltag über Frustrationen hinwegsiehst und wartest, bis sich etwas anstaut? Ist nur eine Vermutung, ich kenne Dich und die genaueren Umstände ja nicht, aber dieses Muster tritt häufig auf.

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14. April 2007 um 12:10
In Antwort auf miawallace1977

Liebe Zinderella,
Danke für Deinen Beitrag.
Darüber habe ich mir bereits den Kopf zerbrochen - auch schon öfters und zu früheren Beziehungen.

Allerdings: ich möchte ja nicht "irgendwen" bei mir haben - ich glaube sogar ohne ihn wird vieles "einfacher"...
Ich liebe ihn eben und meine Überreaktion war falsch. Aber: verletzen wollte ich ihn nicht, das habe ich ihm auch gesagt.
Vor dem "Alleinsein" habe ich keine Angst, das weiß ich - ich habe auch nie die "Gefahr" gesehen, verlassen zu werden. Ich habe einfach überreagiert, und das eben schon zum zweiten Mal.
Ich denke, mein Problem liegt schon eher darin, gerne "unüberlegt" zu handeln... emotional eben.

Jedenfalls: Danke Dir.

Machtspiele
Ja, Mia...

wenn dein Freund jetzt zurück kommt, WIE kann er sich sicher sein dass du ihn bei nächste Gelegenheit nicht wieder raus schmeißt? Kannst du ihm die Sicherheit geben? Wohl eher nicht, oder?
Und jetzt versuche mal dich in seiner Lage zu versetzen. Wirst du sicher genau so denken und handeln, wie er jetzt.
Du wolltest nicht, du HAST aber. Du hast ihn nicht nur verletzt, sondern ihn auch erniedrigt und deine Machtposition ausgenutzt.

Logisch gibt es auch Grundsatzdiskussionen, aber wenn das Grundgefühl (Liebe, zusammen bleiben wollen etc) da ist, dann benutzt man nicht die MAchtposition, die DU benutzt hast, nämlich ihn jederzeit weg schicken zu können, sobald dir seine Ansichten nicht passen.

Du sagst das wäre emotional, dann musst du dir Gedanken machen welche Emotionen dich geleitet haben. Die sagten dir: dieser Mann ist so furchtbar, dass ich ihn keine Sekunde mehr ertragen kann, also weg mit dem! Und weil du die MACHT dazu hast, musste er weg.
Zumindest sieht das danach aus.
Sein Handeln ist nur konsequent.

Man kann Konflikte auch emotional austragen, OHNE MACHTposition dazu zu benutzen. Zeugt natürlich auch von deiner Hilflosigkeit, vergleichbar mit dem Schlagen von Unterlegenen.

Und DAS ist keine Basis zum zusammen leben, finde ich.

Hast du mal über eine Verhaltenstherapie nachgedacht? So was in der Art würde deinem Freund eventuell die Angst nehmen, euch in solchen Situationen NICHT mehr in Augenhöhe zu befinden.

Gruß,
V.

p.s.
Tochter:
Dass sich eine 6 J. alleine fühlt und Angst hat auf eine Etage, wo sonst kein Mensch in unmittelbare Nähe ist, ist völlig verständlich. Du kannst mit einem Tier versuchen (Hund) wenn du dir das leisten kannst, ansonsten ist dein Vorschlag gut und nachvollziehbar. Zumal das nicht für alle Ewigkeit ist.

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14. April 2007 um 13:41
In Antwort auf miawallace1977

Ergänzung
Hallo und Danke Dir für Deine lange Antwort.

Zur Erziehung meiner Tochter.
Ich habe ihm einerseits die "Berechtigung" zugesprochen. Schließlich waren wir ein Haushalt - da muss er sich auch wohl fühlen und seine Meinung sagen dürfen. Völlig klar! Es gab auch viele Bereiche, da war "seine Seite" auch mit Sicherheit "richtig" und ein wertvolles Pendant zu meiner "Seite". Er ist in vielen Bereichen "strenger" - also rationaler. Dinge, die er vorgeschlagen hat, waren immer eines: VERNÜNFTIG!

Aber: mein Erziehungswille ist einfach mehr vom HERZEN geprägt.

Beispiel:
Meine Wohnung geht über zwei Etagen. Oben haben wir UNSER Schlafzimmer. UNTEN hat meine Tochter ihr Zimmer. Sie muss durch Gang, Wohnzimmer, nochmal Gang und Treppe, um zu uns zu kommen.
Klar war: Einschlafprobleme, Durchschlafschwierigkeiten.
Ich habe mit ihr gesprochen. Ernsthaft gesprochen, das Problem ergründet und nach Lösungen gesucht. Ergebnis: wenn wir unser Schlafzimmer auch runter machen (jeztiges Arbeitszimmer) fühlt sie sich nicht mehr allein und verspricht, "alles zu tun" um in ihrem Bett auch durchzuschlafen...
Mein Freund wollte auf diesen Vorschlag aber nicht eingehen. Schließlich haben wir oben ein Bad und den Einbaukleiderschrank... für ihn macht eine Schlafzimmerverlegung keinen "Sinn". Diese emotionale Seite hat er nie verstanden.

So war das eben auch in anderen Situationen. Landet das Ei auf dem Boden, reagiert er ernst, besonnen und garantiert "richtig"... Ich hingegen kann eben auch mal über so was lachen und mein Ei dazu schmeißen... (ist jetzt übertrieben!).

Kern des "Rausschmisses" aus Erziehungsgründen damals war, dass ich das Gefühl hatte, ich muss immer mehr von meinen Überzeugungen "über Bord werfen" um die Harmonie in der Familie herzustellen.
Ich gehe mit meinem Kind auf meine Weise um - da kann ich nich "umerzogen" werden.
Andererseits darf er "seine Art" gerne umsetzen - aber für sich, nicht für mich!
Ich hatte damals einfach das Gefühl "Wir kommen da nicht zusammen." Auch habe ich seine Weise mit Kindern umzugehen als "lieblos" empfunden. Da war zwar alles begründet und richtig - aber eben irgendwie herzlos.

Allerdings sehe ich darin auch eine gewisse Chance - in der Ergänzung...

Danke Dir jedenfalls für den Input und das Verständnis.

Kann verstehen
daß die Situation für Dich schwierig ist.


Allerdings kannst du von Deinem Partner nicht erwarten, daß er Dein Kind so erzieht, wie Du allein es für richtig hälst oder besser gesagt es so macht, wie Du willst und Du im Gegenzug dazu keine Kompromisse eingehst. Das ist ein ziemlich hoher Machtanspruch von Dir, den Du da hast. Es ist seine Sache und seine Art, sich an der Erziehung so zu beteiligen, wie er es für richtig hält. Und Du hast gesagt, daß er sich immer fair und vernünftig verhält. Kompromisse sind natürlich erlaubt.

Was genau also paßt Dir daran nicht? Er ist nicht ihr Vater, korrekt. Das heißt aber nicht, daß er nichts für sie empfindet. Auch wenn er es vielleicht nicht so zeigen kann, wie DU es gerne willst.

Deine Tochter muß sich mit ihm arrangieren. Es ist IHRE Beziehung zu IHM und nicht Deine zu ihm.

Ich kann ihn auch verstehen, daß er eine eigene Wohnung haben möchte. Ich wollte auch nicht irgendwo wohnen, wo ich nichts zu sagen habe. Die Frage ist, wie Du damit umgehen möchtest. Vielleicht verkauft ihr ja die Wohnung und sucht Euch gemeinsam was Neues.


Ich wünsche Dir viel Erfolg


Lieber Gruß, Pennywise

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