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Alleinerziehend mit Mann

9. November 2016 um 15:18 Letzte Antwort: 10. November 2016 um 22:13

Hallo ihr lieben. Ich muss mir ein mal meine Situation niederschreiben und hoffe, dass mir vielleicht jemand helfen kann.
Seit knapp zweieinhalb Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen.
wir sind beide Anfang 20 und aus eher praktischen Gründen heraus schon nach wenigen Monaten zusammengezogen. Dabei wohnte ich schon in Verschiedenen Wohnungen alleine und er kam direkt von seiner Mutter.
ich habe meinen Freund als einen vollkommen unkomplizierten, entspannten, super lustigen Mann kennengelernt. Er war warmherzig, könnte keiner Fliege etwas zuleide tun und mochte mich auf sehr ehrliche Weise. All diese Eigenschaften schreibe ich ihm noch immer zu. Er hat sich eigentlich nicht verändert. Jedoch wurden genau diese Eigenschaften immer mehr zum Problem. Warmherzigkeit stellte sich schnell als Bequemlichkeit heraus, die Entspanntheit wurde schnell zur Unfähigkeit, sich um etwas zu kümmern, für Dinge verantwortlich zu sein, sich aufzuraffen. Nichts bekam er auf die Reihe. Leider bin ich kurz nach unserem Zusammenzug schwanger geworden. Wir haben uns riesig gefreut, aber ich hatte auch Zweifel, die sich im Laufe der Schwangerschaft immer wieder bestätigt haben.
wenn er Lust hatte ist er auf Festivals gefahren, hat mich an meinem Geburtstag hängen gelassen, war oft über Nacht weg, ohne Bescheid zu geben..immer wieder fühlte ich mich im Stich gelassen.
um nicht jeden Tag aufs neue die Enttäuschungsgefühle zu empfinden, regelte ich eben alles selbst. Ich kümmerte mich um den Haushalt,den Einkauf, kochte ihm täglich etwas zu essen, wusch seine Wäsche, sorgte für eine neue Wohnung(in unserer schimmelte es), organisierte Umzug und alle anderen anfallenden Dinge(mittlerweile schon kurz vor der Entbindung) und hatte jeden Tag Angst,ihn nicht zu erreichen, wenn das Baby kommt, einfach weil er sich nicht sehr um sein Handy scherte.
immer wieder wurde ich wütend wenn es mir zu viel wurde und ich mich ohnmächtig fühlte, er schob aber alles auf die Hormone und sagte ich sei sein Hausdrachen, aber das wäre schon in Ordnung.
so, nun ist das Baby bereits 8Monate alt. Wahnsinnig fordernd aber natürlich überaus wundervoll!
weiterhin kompensiere ich all das,was mein Freund nicht leisten kann und will  immernoch werde ich wütend wenn ich mich alleingelassen fühle, es sind immernoch die gleichen Themen, das was sich seit Beziehungsbeginn geändert hat ist so minimal, dass wir in dem Tempo noch 100Jahre bräuchten, bis ich dauerhaft glücklich sein könnte.
im Klartext: mein Freund ist geistig abwesend, lustlos, bequem, kann nicht an morgen denken, ist total ungreifbar, unzuverlässig; eine richtige Trantüte.gleichzeitig ist er ein kleines Kind, das sich von mir bemuttern lässt. Gehen wir beispielsweise gemeinsam einkaufen, isst er auf Nachfrage alles, braucht nichts bestimmtes und schlurft lustlos neben mir her. Zuhause angekommen meckert er, dass wir keine Cola gekauft haben. Gestern gab es Pellkartoffeln mit Quark und Möhrensalat(im Gegensatz zu Lasagne o.ä.) und mein Freund fand erstens: wo ist denn jetzt mein Essen? Und war zweitens völlig überfordert mit den Kartoffeln, weil er einfach noch nie welche gepellt hatte. Wenn er von der Arbeit kommt und nicht richtig ausgelastet ist, weil er nicht mit seinen Arbeitskollegen rumalbern(Zitat) konnte, holt er das einfach zuhause nach. Zieht Grimassen, wirft die Arme in die Luft und hüpft herum. Benimmt sich einfach wie der Hauskasper höchstpersönlich.
er ist der tollste Papa für unsere gemeinsame Tochter, den ich mir vorstellen kann. Spielt viel mit ihr, wechselt ohne zu murren die Windeln etc.
aber er ist kein Partner für mich!
für gemeinsame Spaziergänge oder ähnliches muss ich jedes Mal kämpfen, für ihn ist selbstverständlich, dass er jedes Wochenende bis zum Mittag ausschlafen kann, weil er ja in der Woche arbeitet. Gekocht oder eingekauft hat er noch nie! Zum Geburtstag oder zu Weihnachten ein Geschenk bekommen? Nie! Aber nicht weil es an Wünschen oder finanziellen Mitteln mangelte, sondern schlichtweg weil er es nicht auf die Reihe bekommen hat.
wenn ich ihm sage, dass er die Spülmaschine ausräumen soll oder den Müll runterbringen..kein Problem, das macht er alles. Aber eben nur dann und ich möchte nicht in dieser seltsamen Mutterrolle sein.
diese Mutter-Sohn-Beziehung ist eigentlich echt pervers. Sie scheint aber der einzige Weg zu sein, wie wir zusammen bleiben können. Ich kompensiere alles was er nicht leistet und lasse ihn so vor sich hin träumen.
nein! Nicht weiter!
ich mache das nicht mehr mit.
ich bin kurz davor, mich zu trennen, obwohl wir uns eigentlich lieben. Ich würde ihm damit so sehr das Herz brechen und mir auch. Aber ich sehe einfach nicht, wie er in dieser Situation selbstständig werden soll. 
Habt ihr eine Idee?
wenn ich einfach nicht mehr koche zB, macht er sich eben eine Pizza. Ich gehe dabei leer aus. Ist keine Pizza da, isst er eben nichts. Er kommt mit seiner Ausweichstrategie immer durch.
meine Idee wäre noch, dass wir in getrennten Haushalten weiterleben, er kann lernen, für sich selbst zu sorgen, in allen Lebensbereichen, kann seine Junggesellenbude haben wenn er das braucht, kann seine Tochter natürlich jederzeit sehen und eventuell macht es irgendwann Klick und er ist ein anderer Mann?der mir ein lebensfroher, motivierter und zuverlässiger Partner sein kann?
oder meint ihr das ist völlig weit hergeholt und er ist eben wie er ist? Vielleicht doch der klare Schnitt?
so geht es jedenfalls nicht weiter, ich freue mich über Zuschriften.

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9. November 2016 um 18:42

Danke, dein Beitrag hilft mir sehr. Bei Vorschlag 2. käme ich mir wieder vor wie die Mama, die dann eben Konsequenzen zieht, wenn das Kind nicht tut was ea soll. Genau das will ich ja nicht mehr.
 

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9. November 2016 um 18:43

Dann streitet er ab, dass es ist wie es ist und betont, was er alles großartiges für die Familie tut( Regale anbringen, Müll, sowas)

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9. November 2016 um 18:46

Das ist vollkommen richtig. Dass ich an der Situation nicht unschuldig bin ist mir durchaus klar. Aber wir hatten ja schon viele Gespräche, in denen genau das Thema war und sobald das Töchterchen und ich in Organisationsdingen etc. mit drinnen hängen, ist es mit dem "einfach nicht tun"halt irgendwie nicht getan.
aber ja, du hast natürlich recht

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9. November 2016 um 19:37

Was rätst du mir?
ein Leben lang so weiter machen,weil ich "falsch" gestartet habe?

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9. November 2016 um 19:40

Die "hatte Tour" führt dazu, dass er die Gegebenheiten eben nimmt wie sie sind.
er ist auch ständig der Meinung, es hätte Klick gemacht und er würde jetzt noch mehr versuchen, bestimmte Dinge zu ändern aber er ist zu trantütig. Er soll nicht versuchen etwas zu tun sondern es einfach machen.

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9. November 2016 um 21:47
In Antwort auf kari_11911289

Danke, dein Beitrag hilft mir sehr. Bei Vorschlag 2. käme ich mir wieder vor wie die Mama, die dann eben Konsequenzen zieht, wenn das Kind nicht tut was ea soll. Genau das will ich ja nicht mehr.
 

Jetzt finde ich, dass das so sarkastisch rüber kommt. Ich finde deinen Beitrag wirklich gut und habe das Gefühl, du erfasst meine Situation genau!

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10. November 2016 um 10:34

Keineswegs

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10. November 2016 um 12:55

Oh wie schade, so etwas lesen zu müssen.
mein Ziel ist natürlich nicht, jemanden als Bumann hinzustellen. Gründe dafür,dass die Situation nun ist wie sie ist gibt es genug und ich bin mir der meisten durchaus bewusst.
meine Frage ist doch nun vielmehr: wie geht es weiter??
wenn das Leben nach Plan laufen würde, hätte ich wahrscheinlich erstmal seine "Partnerqualitäten" testen und erkennen müssen, so ist es nunmal leider nicht.
in den ersten Monaten einer neuen Liebe gibt es doch immer die beschönigende rosarote Brille, in deren Genuss auch ich kam  
rein hypothetisch hätte ich nach wenigen Monaten des Zusammenwohnens die Reißleine gezogen, weil mir plötzlich aufgefallen wäre, wie die Realität aussieht und dass sie nicht mit meinen Vorstellungen übereinstimmt.
gut,aber auch so ist es nicht gekommen, weil sich da das Baby eingeschlichen hat.
deinem Beitrag nach habe ich mir das Kind einpflanzen lassen, um endlich auf der faulen Haut zu liegen und mir mein Leben finanzieren zu lassen? Von dem armen Mann, der dazu genötigt wurde?
berichtige gerne, wenn ich das falsch verstanden habe. Im übrigen finde ich Aussagen wie"Frauen wie du..." ziemlich unpassend. Ich melde mich hier doch nicht, um in eine Schublade gesteckt zu werden, auf die man leicht schimpfen kann, sondern mit der Hoffnung ein paar neue Anregungen und Ratschläge von ganz Außenstehenden zu hören, die bitte auch auf die geschilderte Situation passen und nicht allzu viel in den "Fall" hineininterpretieren. Für Fragen bin ich natürlich offen.
und da wir gerade bei Fragen sind.. Bis vor wenigen Monaten( Ausbildungsende mit Übernahme bei meinem Freund) war ich diejenige mit dem höheren Einkommen, selbstverständlich habe ich gearbeitet, und genauso selbstverständlich ist für mich, dass ich mit einem Baby nun in Elternzeit bin. Natürlich werde ich danach wieder arbeiten. Ich denke allerdings nicht, dass uns diese Informationen großartig weiterbringen.
Und zum Sozialleben lässt sich sagen, dass es sich durch eine Schwangerschaft und die Zeit danach ganz von alleine verschiebt, weil die Interessenschnittmengen sich oft einfach ändern. Aber natürlich habe ich dennoch ein Sozialleben. Ich bin viel unter Leuten im Rahmen der Möglichkeiten.
so..habe ich noch etwas vergessen? Ja!
ich bin nicht missmutig oder ähnliches. Ich bin meiner Meinung nach recht ausgeglichen und freue mich an meinem Kind, Pflege Sport und andere Hobbies, mache nebenbei einen Fernlehrgang, also ich würde mich durchaus als motiviert beschreiben. Alles eben im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten, denn mein Baby geht natürlich immer vor.
ich hoffe, alle Unklarheiten behoben zu haben. Hast du nun einen konstruktiven Vorschlag für mich?

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10. November 2016 um 14:09

Mein Mann ist auch ein bisschen so, wobei ich in den letzten Tagen auch mal wieder ein bisschen Hoffnung hatte, weil wir uns zeitweise ganz gut ergänzt haben.

Was mich bei uns nervt, oder genervt hat zum Beispiel:

morgens stehe ich eine halbe Stunde früher auf, mache alles fertig und bereite alles für mich und zwei Kinder vor, während mein holder Gatte gerade mal sich selbst fertig machen muss. Ich hetze total, während er vor sich hin träumt. Irgendwann merkt er dann, dass er in einer Minute los muss und meckert, weil das Kind, was er wegbringt, noch irgendwas vergessen hat. Das Kind ist leider auch sehr langsam und verträumt. Und meckert dann auch noch rum, dass ich nicht für ihn auf die Uhr geguckt habe. 

Abends ist es das Gleiche: er lässt mich die Kinder fertig machen und kommt dann, wenn beide im Bett liegen, zum Vorlesen. Wenn dann irgendwas nicht so ist, wie es sein soll, meckert er noch rum.

Ich habe es mittlerweile einigermassen hinbekommen, dass er versteht, dass es Situationen gibt, wo es wirklich wichtig ist, dass wir parallel etwas machen. Weil sonst das eine Kind nichts oder nur Blödsinn macht, während ich mit dem anderen beschäftigt bin.

Was bei uns ein bisschen hilft ist, laut zu sagen, was ich mache: Ich mache jetzt ..., vielleicht kannst du mal. Über unserem Frühstückstisch hängt ein Zeitplan, bis wann was gemacht sein muss und welche Aufgaben parallel zu erledigen sind. Er guckt nicht mehr drauf, hat aber zumindest am Anfang gesagt, dass es hilfreich ist, sich zurecht zu finden.

Kochen: Oft kocht automatisch derjenige, der einkauft. Vielleicht kannst du ihn öfter mal alleine zum Einkaufen schicken?

Mein Mann hat auch das Gefühl, er würde total viel machen, was aber nicht stimmt.

Ich verstehe, dass es dich frustriert. Wenn ihr euch das leisten könnt, wäre es vielleicht wirklich eine Möglichkeit, zeitweise auseinander zu ziehen?

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10. November 2016 um 16:47

Okay vielen Dank! Das denke ich eben auch.. 

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10. November 2016 um 16:54
In Antwort auf somasu

Mein Mann ist auch ein bisschen so, wobei ich in den letzten Tagen auch mal wieder ein bisschen Hoffnung hatte, weil wir uns zeitweise ganz gut ergänzt haben.

Was mich bei uns nervt, oder genervt hat zum Beispiel:

morgens stehe ich eine halbe Stunde früher auf, mache alles fertig und bereite alles für mich und zwei Kinder vor, während mein holder Gatte gerade mal sich selbst fertig machen muss. Ich hetze total, während er vor sich hin träumt. Irgendwann merkt er dann, dass er in einer Minute los muss und meckert, weil das Kind, was er wegbringt, noch irgendwas vergessen hat. Das Kind ist leider auch sehr langsam und verträumt. Und meckert dann auch noch rum, dass ich nicht für ihn auf die Uhr geguckt habe. 

Abends ist es das Gleiche: er lässt mich die Kinder fertig machen und kommt dann, wenn beide im Bett liegen, zum Vorlesen. Wenn dann irgendwas nicht so ist, wie es sein soll, meckert er noch rum.

Ich habe es mittlerweile einigermassen hinbekommen, dass er versteht, dass es Situationen gibt, wo es wirklich wichtig ist, dass wir parallel etwas machen. Weil sonst das eine Kind nichts oder nur Blödsinn macht, während ich mit dem anderen beschäftigt bin.

Was bei uns ein bisschen hilft ist, laut zu sagen, was ich mache: Ich mache jetzt ..., vielleicht kannst du mal. Über unserem Frühstückstisch hängt ein Zeitplan, bis wann was gemacht sein muss und welche Aufgaben parallel zu erledigen sind. Er guckt nicht mehr drauf, hat aber zumindest am Anfang gesagt, dass es hilfreich ist, sich zurecht zu finden.

Kochen: Oft kocht automatisch derjenige, der einkauft. Vielleicht kannst du ihn öfter mal alleine zum Einkaufen schicken?

Mein Mann hat auch das Gefühl, er würde total viel machen, was aber nicht stimmt.

Ich verstehe, dass es dich frustriert. Wenn ihr euch das leisten könnt, wäre es vielleicht wirklich eine Möglichkeit, zeitweise auseinander zu ziehen?

Wenn ich meinen Freund zum einkaufen"schicke", würde er überhaupt nicht wissen was er kaufen sollte einfach weil er noch nie alleine einkaufen war.
und wenn er dann kochen soll, wozu er durchaus denkt, bereit zu sein, soll ich ihm ein einfaches Rezept aufschreiben und dann macht er das. Von der Intention her erstmal ganz gut, aber für mich bedeutet das dann natürlich nicht Entlastung und selbstständig wäre das wohl auch nicht. 
Alsooo ich denke mittlerweile dass wir einzelne Dinge Stück für Stück ändern können, aber ich habe da keine Muße mehr zu. Meinetwegen ist es egoistisch, aber ich finde ich habe auch das Recht glücklich und zufrieden zu sein. Und für mein Mäuschen ist sicherlich das Beste, eine entspannte Mutter zu haben.
mit Plänen haben wir es auch schon versucht und er scheint sich auch anfangs zu bemühen aber  verträumt seine selbstauferlegten Pflichten schnell wieder, sodass ich mich erneut allein gelassen fühle.
tut mir leid, dass es bei dir wohl ähnlich läuft. Wir haben auch immer wieder gute Phasen, deshalb sind wir wohl auch noch zusammen, aber wenn die schlechten überwiegen wird es Zeit etwas zu ändern.
alles gute dir und euch!

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10. November 2016 um 18:55

Ja das werde ich wohl tun.

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10. November 2016 um 21:23

Off Topic:
Ich freue mich gerade sehr, dass ihr so unterschiedlicher Meinung seid und es dennoch beide nicht nötig habt ausfallend oder persönlich beleidigend zu werden. Hab ich so in der Art länger nicht gelesen. 

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10. November 2016 um 22:13
In Antwort auf kari_11911289

Hallo ihr lieben. Ich muss mir ein mal meine Situation niederschreiben und hoffe, dass mir vielleicht jemand helfen kann.
Seit knapp zweieinhalb Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen.
wir sind beide Anfang 20 und aus eher praktischen Gründen heraus schon nach wenigen Monaten zusammengezogen. Dabei wohnte ich schon in Verschiedenen Wohnungen alleine und er kam direkt von seiner Mutter.
ich habe meinen Freund als einen vollkommen unkomplizierten, entspannten, super lustigen Mann kennengelernt. Er war warmherzig, könnte keiner Fliege etwas zuleide tun und mochte mich auf sehr ehrliche Weise. All diese Eigenschaften schreibe ich ihm noch immer zu. Er hat sich eigentlich nicht verändert. Jedoch wurden genau diese Eigenschaften immer mehr zum Problem. Warmherzigkeit stellte sich schnell als Bequemlichkeit heraus, die Entspanntheit wurde schnell zur Unfähigkeit, sich um etwas zu kümmern, für Dinge verantwortlich zu sein, sich aufzuraffen. Nichts bekam er auf die Reihe. Leider bin ich kurz nach unserem Zusammenzug schwanger geworden. Wir haben uns riesig gefreut, aber ich hatte auch Zweifel, die sich im Laufe der Schwangerschaft immer wieder bestätigt haben.
wenn er Lust hatte ist er auf Festivals gefahren, hat mich an meinem Geburtstag hängen gelassen, war oft über Nacht weg, ohne Bescheid zu geben..immer wieder fühlte ich mich im Stich gelassen.
um nicht jeden Tag aufs neue die Enttäuschungsgefühle zu empfinden, regelte ich eben alles selbst. Ich kümmerte mich um den Haushalt,den Einkauf, kochte ihm täglich etwas zu essen, wusch seine Wäsche, sorgte für eine neue Wohnung(in unserer schimmelte es), organisierte Umzug und alle anderen anfallenden Dinge(mittlerweile schon kurz vor der Entbindung) und hatte jeden Tag Angst,ihn nicht zu erreichen, wenn das Baby kommt, einfach weil er sich nicht sehr um sein Handy scherte.
immer wieder wurde ich wütend wenn es mir zu viel wurde und ich mich ohnmächtig fühlte, er schob aber alles auf die Hormone und sagte ich sei sein Hausdrachen, aber das wäre schon in Ordnung.
so, nun ist das Baby bereits 8Monate alt. Wahnsinnig fordernd aber natürlich überaus wundervoll!
weiterhin kompensiere ich all das,was mein Freund nicht leisten kann und will  immernoch werde ich wütend wenn ich mich alleingelassen fühle, es sind immernoch die gleichen Themen, das was sich seit Beziehungsbeginn geändert hat ist so minimal, dass wir in dem Tempo noch 100Jahre bräuchten, bis ich dauerhaft glücklich sein könnte.
im Klartext: mein Freund ist geistig abwesend, lustlos, bequem, kann nicht an morgen denken, ist total ungreifbar, unzuverlässig; eine richtige Trantüte.gleichzeitig ist er ein kleines Kind, das sich von mir bemuttern lässt. Gehen wir beispielsweise gemeinsam einkaufen, isst er auf Nachfrage alles, braucht nichts bestimmtes und schlurft lustlos neben mir her. Zuhause angekommen meckert er, dass wir keine Cola gekauft haben. Gestern gab es Pellkartoffeln mit Quark und Möhrensalat(im Gegensatz zu Lasagne o.ä.) und mein Freund fand erstens: wo ist denn jetzt mein Essen? Und war zweitens völlig überfordert mit den Kartoffeln, weil er einfach noch nie welche gepellt hatte. Wenn er von der Arbeit kommt und nicht richtig ausgelastet ist, weil er nicht mit seinen Arbeitskollegen rumalbern(Zitat) konnte, holt er das einfach zuhause nach. Zieht Grimassen, wirft die Arme in die Luft und hüpft herum. Benimmt sich einfach wie der Hauskasper höchstpersönlich.
er ist der tollste Papa für unsere gemeinsame Tochter, den ich mir vorstellen kann. Spielt viel mit ihr, wechselt ohne zu murren die Windeln etc.
aber er ist kein Partner für mich!
für gemeinsame Spaziergänge oder ähnliches muss ich jedes Mal kämpfen, für ihn ist selbstverständlich, dass er jedes Wochenende bis zum Mittag ausschlafen kann, weil er ja in der Woche arbeitet. Gekocht oder eingekauft hat er noch nie! Zum Geburtstag oder zu Weihnachten ein Geschenk bekommen? Nie! Aber nicht weil es an Wünschen oder finanziellen Mitteln mangelte, sondern schlichtweg weil er es nicht auf die Reihe bekommen hat.
wenn ich ihm sage, dass er die Spülmaschine ausräumen soll oder den Müll runterbringen..kein Problem, das macht er alles. Aber eben nur dann und ich möchte nicht in dieser seltsamen Mutterrolle sein.
diese Mutter-Sohn-Beziehung ist eigentlich echt pervers. Sie scheint aber der einzige Weg zu sein, wie wir zusammen bleiben können. Ich kompensiere alles was er nicht leistet und lasse ihn so vor sich hin träumen.
nein! Nicht weiter!
ich mache das nicht mehr mit.
ich bin kurz davor, mich zu trennen, obwohl wir uns eigentlich lieben. Ich würde ihm damit so sehr das Herz brechen und mir auch. Aber ich sehe einfach nicht, wie er in dieser Situation selbstständig werden soll. 
Habt ihr eine Idee?
wenn ich einfach nicht mehr koche zB, macht er sich eben eine Pizza. Ich gehe dabei leer aus. Ist keine Pizza da, isst er eben nichts. Er kommt mit seiner Ausweichstrategie immer durch.
meine Idee wäre noch, dass wir in getrennten Haushalten weiterleben, er kann lernen, für sich selbst zu sorgen, in allen Lebensbereichen, kann seine Junggesellenbude haben wenn er das braucht, kann seine Tochter natürlich jederzeit sehen und eventuell macht es irgendwann Klick und er ist ein anderer Mann?der mir ein lebensfroher, motivierter und zuverlässiger Partner sein kann?
oder meint ihr das ist völlig weit hergeholt und er ist eben wie er ist? Vielleicht doch der klare Schnitt?
so geht es jedenfalls nicht weiter, ich freue mich über Zuschriften.

Irgendwie gefällt mir das was Mandelaugen unten geschrieben hat: Zitat

Außerdem lebt ihr lediglich die klassische Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, Vater und Mutter und du stellst ihn hin wie einen kranken und gestörten Typen, der dich missbraucht und ausbeutet.

Ich denke das Ihr beide primär überhaupt nicht wichtig seid, auch nicht wer Pizza macht, oder
solche Albernheiten.

Glaubst Du andere Männer sind anders? Oder willst Du einen Haussklaven.
Wenn er Dich als Hausdrachen bezeichnet, dann ist die Situation für ihn sicherlich auch
nicht ganz einfach.

Kinder mit 8 Monaten sind immer noch easy. Jeder Tag, sei er noch so schwer, kommt in
seiner Schönheit nie nie nie wieder!!! Haltet Euch das jeden Tag vor Augen.

Er ist der tollste Papa und Du bist wahrscheinlich eine klasse Mama.
Und jetzt heisst es wie man aufeinander zugehen kann.
Ich denke ihr beide seid nicht besonders erwachsen. 

Ihr solltet Euch Hilfe suchen, Coaching, Familienberatung etc.
Keine amtlichen die Euch nur als Nummern abarbeiten oder auf Trennungen
hinauarbeiten, sondern unabhängige die versuchen Euch zu helfen. 

Das ist ein längerer Prozess von 6 bis 12 Monaten. Dann müsst ihr beide entscheiden
ob ihr mit den Fortschritten zufrieden sein könnt.

Ich denke ihr solltet beide aufwachen und verstehen, dass ihr mit der Schwangerschaft
eine gemeinsame Lebensaufgabe übernommen habt.

Wenn ihr es schafft könnt ihr irgendwann über diese Zeit und die Schwierigkeiten
einfach nur lachen.

Kannst mir gerne auch eine PM schicken.

Lg

Kölner
 

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