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Affäre vor 5 Jahren

8. Juni 2011 um 9:57 Letzte Antwort: 10. Juni 2011 um 9:31

Hallo zusammen,
mein Mann hatte vor 5 Jahren eine Affäre, die damals ca. 2 Jahre gedauert hat.
Wir haben uns damals nach endlosen Diskussionen entschieden, unserer Ehe eine zweite Chance zu geben. Mein Mann hat die Affäre sehr schnell beendet und ich glaube zu wissen, dass es dabei geblieben ist.
Eigentich hat sich unser Leben seitdem wieder normalisiert, jedenfalls nach außen hin und vor allem für meinen Mann. Er hat das Thema für sich abgeschlossen und möchte nicht mehr daran erinnert werden.
Bei mir ist das nun etwas anders.
Es gibt Tage, da kommt einfach alles wieder hoch, z. B. wenn ich der anderen Frau begegne, was ziemlich oft passiert. Ich schaffe es einfach nicht, die Sache für mich abzuhaken. Es nagt tief in meinem Innern immer noch an mir und ob ich will oder nicht, ein Rest Misstrauen ist geblieben, z. B. wenn mein Mann mal nicht pünktlich nach Hause kommt oder sehr still und grüblerisch ist.
Mein ganzes Leben ist seit 5 Jahren von dieser Geschichte überschattet, obwohl ich eigentlich glücklich sein könnte, da ja alles wieder im Lot ist und er die Andere kaum noch anschaut.
Bin ich einfach zu empfindlich oder geht es anderen auch so?
Angela

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9. Juni 2011 um 9:30

Affäre vor 5 Jahren
Hallo Conni,
danke für deine ausführliche Antwort, die mir viele Denkanstöße gibt.
Du hast Recht, das Problem liegt sehr wahrscheinlich bei mir selbst. Auch ich habe mich nach der Sache sehr verändert. Das ist sicher unausweichlich, da sich ja auch die Ehe nach einer solchen Geschichte ändert.

Ja, mein Mann zeigt mir, dass er mich liebt, aber das war kurz nach der Aufdeckung der Affäre deutlicher. Meiner Meinung nach ist er jetzt wieder so, als ob die Sache gar nicht passiert ist. Vielleicht verstehst du, was ich meine - er ist einfach zu normal. Und meine Befürchtung ist, dass wir nach ein paar Jahren wieder an dem Punkt sind, der vorher Auslöser der Affäre war.
Wir haben nach der Sache viel geredet, viel gemeinsam unternommen und allen gezeigt, dass wir zusammengehören, aber leider besteht bei ihm jetzt kein Redebedarf mehr und ich platze manchmal innerlich vor Mitteilungsdrang und fresse dann alles in mich hinein, weil ich ihn nicht immer mit denselben Sachen nerven will.
Aber er merkt es dann an meiner Laune.

Ja, warum lasse ich es zu, dass sich Schatten ausbreiten? Die Frage stelle ich mir selbst immer wieder, finde aber keine Antwort darauf. Ich kann dieses Gedankenkarussell manchmal einfach nicht stoppen, es verselbständigt sich besonders wenn ich Zeit und Ruhe habe, oft auch nachts.
Auch ich habe mir geschworen, dass, sollte es noch einmal passieren, Schluss ist. Ich würde so eine Sache sowieso nicht noch einmal durchstehen. Aber natürlich habe ich davor große Angst.

Es stimmt, ich sehe meinen Mann schon in der Täterrolle, obwohl ich natürlich auch meine Schuld an der Geschichte einsehe und diese nicht unerheblich ist.
Ich habe bis heute Probleme damit, zu verstehen, warum er damals nicht mit mir geredet hat und die Sache über 2 Jahre ging. Er meinte damals, es wäre für ihn der leichtere Weg gewesen und nur so konnte er unsere Probleme zeitweise verdrängen.
Du hast das große Glück, dass du SIE nicht mehr siehst, das macht sicher vieles einfacher.

LG Angela

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10. Juni 2011 um 9:31

Denkanstöße
Hallo Conni,
ich habe mal ein bisschen gegoogelt, u.a. unter Verzeihen können. Habe da viele gute Tipps gelesen, die ich mir so oder ähnlich selbst immer wieder gesagt habe.
Es ist alles richtig, auch was du schreibst.
Mein Kopf sieht das auch so, aber das Bauchgefühl macht oft nicht mit. Ich weiß, dass es nach 5 Jahren recht albern ist, aber ja, SIE beeinflusst auch heute noch manchmal meine Gedanken und Gefühle und ich könnte mich dafür selbst ohrfeigen. Aber wie stelle ich das Kopfkino gänzlich ab, den Knopf habe ich noch nicht gefunden.
Die Angst vor dem Alleinsein habe ich natürlich auch, aber diese Option stand für uns nie zur Debatte.
Ich finde es sehr stark und mutig von dir, dass du mit Auszug gedroht hast, aber hättest du den Schritt wirklich vollzogen?
Ich glaube langsam, dass ich wohl auch in Zukunft immer wieder über die Geschichte stolpern werde und sie nie wieder aus meinem Kopf verbannen kann, damit werde ich mich wohl abfinden müssen.
LG Angela

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