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Affäre - Trotzdem weiter

17. Dezember 2008 um 16:54

Hallo,


Hab schon viel hier über Affären und Seitensprünge gelesen, negatives und positives, und wollte auch meine oder unsere Geschichte erzählen. Um eure Meinung zu hören, Tipps oder Hilfe. Die Affäre meiner Frau ist jetzt 4 Monate her, trotzdem sind wir zusammengeblieben. Reden viel über das Warum, wer hat welche Fehler gemacht. Natürlich ist es sehr schwer für mich und es gibt viele seelische Tiefpunkte. Aber wir lieben uns und sehen auch unsere Zukunft zusammen. Wollen Kinder, sind dabei. Natürlich können die Gedanken an die Affäre wieder öfters hochkommen, sich meine Meinung ändern, ich hoffe es jedenfalls nicht. Denn ich liebe mein Frau dennoch und will ihr diesen Fehler verzeihen. Ich lese leider sehr viel Negatives wenn es um Seitensprünge oder Affären geht. Auch wen das Paar weitermachen will und in Foren Unterstützung und Tipps sucht, gibt es immer wieder Pessimisten die sagen, kannst deinem Partner nie wieder trauen / einmal Betrüger immer Betrüger. Baut mich nicht gerade auf, suche ja Hilfe und keine Front gegen meinen Partner. Nur wenige schreiben positive Einträge. Warum auch, wenn etwas gut geht, auch eine Affäre oder Seitensprung kann gut ausgehen, warum Rat suchen. Aber es gibt auch viele Beziehungen die trotz eine Affäre glücklich enden. Nur stehen diese selten in Foren, sondern sind mitten im Leben. Ist auch normal, man sucht ja nur Rat wenn es einem schlecht geht und Hilfe möchte. Man erfährt die gut ausgegangenen Affären erst, wenn man sich selbst in so einer Situation befindet und mit Freunden redet, die von sich oder Erfahrungen in ihrem Freundeskreis erzählen. Das Paare weiter zusammen sind und zb. gerade Silberhochzeit feiern. Affären scheinen alltäglich zu sein, leider. Und wenn ich nach den Foren gehen, sind die meisten Beziehungen danach zum scheitern verurteilt. Trotzdem kann es danach weitergehen, trotzdem kann man danach glücklich werden / sein. Und ich wünsche es mir selbst für uns. Auch wenn es schwer ist, kann es nach einer Affäre auch anders gehen, als Trennung. Wenn auch jeder Fall sicherlich anders ist. Und wenn die Liebe nach dem Bekanntwerden weg ist, nützen auch (Beziehungs-)aufbauende Worte nichts. In unserem Freundeskreis gerade passiert. Man könnte ja ein eigenes Forum aufmachen, Thema Affäre und trotzdem geht es weiter / trotzdem glücklich. Und wer meint, alle Untreuen sind nur Schlecht, ist in diesem Forum dann falsch J. Menschen machen Fehler, auch wenn Fremdgehen in der Beziehung einer der schlimmsten Fehler ist. Ich weiß selbst nicht, ob ich ihn jemals verzeihen kann. Ich will es, will meine Frau, will unsere Ehe.

Lange Einleitung, jetzt zu mir.

Wir sind seit 9 Jahren zusammen, seit 2 Jahren verheiratet. Ich, männl. 30 Jahre, meine Frau 26 Jahre alt. Beziehung mit Höhen und leichten Tiefen. Eigentlich glücklich. Wir waren verliebt, liefen immer noch ständig Händchenhaltend, suchten gegenseitig unsere Nähe. Schenkten uns kleine Liebesbeweise, planten die Zukunft, Kinder. Nur im Bett lief es damals wenig. Selten für ein Paar in unserem Alter. Ich habe es oft angesprochen, das es zu wenig ist, immer dasselbe. Habe gefragt was sie möchte, gesagt was ich möchte. Leider ohne Erfolg, meine Frau schien frigide. Immer habe ich angefangen und Aktivität ihrerseits vermisst. Irgendwann, nach vielen Gesprächen, habe ich aufgegeben zu fragen und genossen was ich bekam. Natürlich war es mir zuwenig, aber ich wollte meine Frau zu nichts drängen und Fremdgehen kam für mich nicht in Frage denn Treue steht für mich an erster Stelle.
Dann im Dezember 2007 nach viele Streitereien um, eigentlich, sinnlose Themen, stand die Trennung seitens meiner Frau im Raum. Wir haben über Kleinigkeiten gestritten und sind, wenn ich es heute betrachte, immer wieder bei sexuellen Dingen hängengeblieben. Damals haben wir es aber nicht bemerkt. Meine Frau wollte diese Streitereien nicht mehr, meinte wir leben nur noch nebeneinander her und streiten häufiger. Ich habe stark überreagiert, viel geweint und ohne meine Frau keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen. Ich habe meine Fehler eingesehen, wir haben uns ausgesprochen. Meine Frau sagte, sie konnte nicht gehen, weil sie mich liebte. Sah aber keinen anderen Ausweg mehr. Dann begann die, für mich, schönste Zeit in meinem Leben. Ich habe meiner Frau meine Liebe gezeigt, über Kleinigkeiten hinweggesehen und ihr alle Wünsche von den Augen abgelesen. Hab ihr Rosen in die Firma gebracht. Ihre Liebe gespürt. Wir haben unsere Hochzeitsreise nachgeholt und waren verliebt. Haben ein Reihenhaus bezogen und zusammen eingerichtet, über Kinder geredet. Ich habe mich schon morgens gefreut, sie abends wiederzusehen. Alles schien perfekt. Ich war gerade auf Geschäftsreise und hatte abends in das Postfach meiner Frau geschaut. Und fand eine zweideutige Mail von ihrem Chef. So kam es raus. Sie hatten eine Affäre, seit November 2007. Ein Jahr nach unserer Hochzeit. 1 Monat vor unserem großen Streit, danach war dann für 4 Monate nichts. Im April 08 ging es dann weiter. Kurz vor unserer Hochzeitsreise, mitten in der für mich schönsten Zeit .Ich war am Boden zerstört. Das kann doch nicht meine Frau sein. Nicht meine Süße, die keinem was zu leide tut. Alle meine Träume und meine Zukunft waren weg. Mein Leben am Ende. Ich hatte und habe schwer zu kämpfen. Hatte Suizidgedanken und bekomme jetzt Antidepressiva um wieder einigermaßen in die Gänge zu kommen. Es geht langsam wieder aufwährts, auch wenn verdammt schwer ist. Wir haben oft und lange geredet. Warum sie mir das angetan hat und versuche es zu verstehen. Sie sagt, ihr hat der Sex gefehlt, hatte mehr Bedürfnisse, mehr Verlangen. Und konnte mit mir nicht darüber reden. Meine Frau wollte mich nicht enttäuschen, keinen Streit provozieren. Dachte ich würde sie verlassen, sie abstoßen wenn sie ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse offenbart. Und das obwohl ich ja immer wieder danach gefragt habe, es bemerkt habe dass der Sex weniger wird. Das ich mir nicht vorstellen kann, dass es ihr reicht, sie glücklich ist. Aber es hatte sich nicht viel geändert. Heute weis ich, sie mag es, wenn der Mann aktiv ist, sie passiv sein kann. Und ich habe diese Passivität als frigide abgetan, dachte sie will nicht. Will mich nicht. Aber sie wollte sogar viel mehr, kommt aber nur in Fahrt, wenn ich aktiv und dominant bin. Ich wollte mehr Aktivität von ihr, sie passiv sein. Ziemlich gegensätzlich. Und irgendwann hat ihr Chef mit ihr geflirtet und wir hatten die Streitphase. Hat sich bei ihm in den Momenten wohler gefühlt. Er hat ihr zugehört, sie konnte sich ausweinen und man hat weiter geflirtet. Sie hat ihm gesagt, dass sie sich von ihm angezogen fühlt obwohl sie verheiratet ist. Beide haben gesagt, das es so nicht weitergehen darf, es aufhören muss. Er sagte, es wäre normal, wenn man auch mal Lust auf andere hat. Das es ihr Weltbild nicht komplett auf den Kopf stellen sollte, es normal ist. Das hat ihren letzten inneren Widerstand dann wohl gebrochen. Und dann ist es passiert. Er war sehr dominant, was meine Frau halt wollte. Sie ist schnell und sehr oft gekommen, eine Erfahrung die sie noch nicht kannte. Es hat sich dabei nur um sie gedreht, er selbst ist nur 2x in der ganze Affäre gekommen. Wollte es nicht, sagt, er ziehe seine Befriedigung aus ihrer ?!? Es ging nur um sie. Sie konnte anrufen, und er hat es ihr besorgt. Und diese Erfahrung wollte sie dann öfters und hat alles andere vergessen. Es war immer in der Firma, in einem abgeschlossenen Raum, nur zweimal bei ihm. Sie wollte kein Risiko eingehen, nicht gesehen werden. Hatte Angst das ich es erfahre, wollte mich nicht verlieren. Meine Frau konnte mit ihm nachher offen über Sex und ihre Wünsche reden. Sie sagt, er wäre ihr egal, es wäre egal ob er sie dafür abstößt. Nicht so wie bei mir, keine Emotionen im Spiel. Ungezwungen vom Alltag. Emotional Glücklich, wie Liebe und Geborgenheit, war / hatte sie nur bei mir. Es war wie in einer andren Welt. Bei ihm gab es mich nicht, bei mir die Affäre nicht. Sie hat sich gefreut mich wiederzusehen, wenn wir getrennt waren. Hatte Sehnsucht, Angst wenn sie nicht wusste wo ich war und nicht angerufen hatte. Heute bereut sie es, sagt sie. Ich fühle es, fühle ihre Liebe, sehe ihre Tränen. Spüre meine Liebe zu ihr. Hatte nie Hassgefühle gegenüber meiner Frau, auch nicht als alles aufflog. Sah nur, ich habe sie verloren. Meine Frau, meine Zukunft, alles wofür ich gearbeitet und nach unserem Streit gekämpft habe. Und spürte dennoch die Liebe zu ihr. Der Kopf sagt aber, Affären sind falsch. Und wenn Seitensprung, dann kann es keine Liebe sein. Es könnte ja wieder passieren. Auf der einen Seite traue ich ihr es nicht wieder zu, denke sie sagt die Wahrheit warum es passiert ist und nicht wieder passieren wird. Auf der anderen Seite, hat sie es ja schon mal getan. Konnte mich solange anlügen So gehen die Fragen den ganzen Tag im Kopf. Es ist für nichts anderes Platz. Warum, wieso, wie können Menschen so etwas nur tun. Wo war das schlechte Gewissen, die Liebe wenn sie bei ihm war. Sie war da, sagt sie. Aber auch die Lust, das Verlangen, welchem sie nicht nachgeben konnte. Seit dem Tag als alles aufflog schlafen wir jeden Tag miteinander. Als hätte ich etwas zurück, was mir bei meiner Frau gefehlt hat. Sie sagt ihre Wünsche, wir erfüllen sie uns. Es ist unheimlich schön. Meine Frau bereut heute ihre Affäre, sagt sie. Sagt, der Sex wäre so viel schöner, mehr Spass, die Befriedigung größer. Sie konnte damals nur nicht mit mir reden. Treue wäre ihr wichtig, obwohl sie selbst nicht treu war. Und dass sie sich selbst nicht verstehen kann. Wir machen eine Paartherapie, sie zusätzlich eine Einzelpsychotherapie. Ich such noch eine.

Es klingt vieles verständlich, richtig ist es dennoch nicht. Es gibt keine Entschuldigung fürs Fremdgehen. Keine Rechtfertigung. Und jeder der es vorhat, sollte vorher in Foren oder Erfahrungsberichten nachlesen, was man seinem Partner damit antut. Das Seitensprünge nur zerstörend sind. Man anderen für seine Befriedigung unheimlich weh tut. Und vielleicht überlegen, wie er sich selbst fühlen würde, wenn er betrogen wird. Keiner hat es verdient, betrogen zu werden. Egal wie schlecht der Partner auch ist. Und trotzdem liebe ich meine Frau und habe Angst, sie zu verlieren. Schlafe gern neben ihr ein, wache gern neben ihr auf. Nehme sie oft in den Arm und möchte sie nie wieder loslassen. In der Liebe muss man verzeihen können. Vielleicht sind wir ein Paar, wo es auch anders geht. Ohne Trennung.

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17. Dezember 2008 um 17:34

Ich...
Ich habs gelesen...

@WKS51

Ich wünsch euch beiden alles Gute.
Verzeihe, aber vergesse nicht.

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