Forum / Liebe & Beziehung

Affäre beendet – erleichtert aber 1000 Fragezeichen

7. November um 8:38 Letzte Antwort: 9. November um 5:50

Hallo zusammen,

ich habe vor 1 Woche eine Affäre beendet die über 1 Jahr ging. Es war, was Liebesdinge angeht, das schlimmste Jahr das ich je erlebt habe und die schlimmsten Gefühle die ich jemals durchgemacht habe. Viele werden sagen „selbst Schuld“ oder „Karma“. Und ich kann diesen Stimmen nur Recht geben. Nichtsdestotrotz sitze ich hier, leide extrem, und frage mich was dieses über 1 Jahr eigentlich war......und wie es jetzt weitergehn soll (ihr versteht gleich was ich damit meine).
Nicht falsch verstehen, ich will diesen Menschen nicht zurück. Deshalb leide ich auch nicht. Ich leide aus Gründen aus denen viele nach Trennungen/Affären leiden. Eine Illusion/ein Traum ist geplatzt. Und man leidet weil man so unfassbar naiv war, obwohl man ja eigentlich doch „über den Dingen steht, und sowas durchschaut“(meint man von sich).

Meine Affäre begann am Arbeitsplatz. Mein Arbeitskollege (40) und ich (35) arbeiteten schon 3 Jahre eng an eng zusammen bis sich daraus Liebe entwickelte. Ein komisches Gefühl hatte ich schon damals. Aber ich konnte es nicht wirklich einordnen, denn so wie mein Kollege auch, war ich da schon sehr lange in einer Beziehung. Ich war damals, als wir uns verliebten, schon 18 Jahre mit meinem Partner zusammen. Mein Kollege damals schon 24 Jahre mit seiner Frau. Es war für uns beide neu weshalb ich auch meine Gefühle nicht wirklich einordnen konnte. Ich dachte meine Skepsis sei nur die „jugendliche“ Unsicherheit. Denn auch wenn man schon Ü30/40 ist...die letzte Flirt-Kennenlernerfahrung haben mein Kollege und ich als Teenager mit 15 gemacht. Dass man sich nach so vielen Jahren überhaupt neu verliebt, war ein komisches Gefühl und sollte so auch nicht sein. Aber es ist halt nun mal passiert und wir beide waren mit der Situation überfordert.

Mein Kollege und ich waren zwar schon lange nicht mehr glücklich in unseren Beziehungen, aber daran sich fremdzuverlieben hatte keiner gedacht. Er ist 20 Jahre verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Mein Partner und ich sind weder verheiratet noch haben wir Kinder. Es ist in dem Sinne auch schon lange keine Partnerschaft mehr. Wir leben seit Jahren nur noch wie Bruder und Schwester. Jeder macht mehr oder weniger sein eigenes Ding. Nach 19 Jahren hat man sich festgefahren und man hatte sich damit arrangiert und resigniert (ist ein Thema für sich). Laut meinem Kollegen hatte er sich auch einfach nur mit seiner Ehe arrangiert und war schon lange nicht mehr glücklich (falls das stimmt).
Als mein Kollege und ich uns dann verliebten war für uns beide plötzlich alles auf den Kopf gestellt und das Drama fing an. Es war also keine Affäre, weil man den Kick suchte. Im Gegenteil. Wir haben uns mehr gestritten als wir uns verstanden haben, obwohl die Gefühle so stark waren. Auf der einen Seite erwartete er von mir immer, dass man so ist als wäre man ein Paar ( also nicht vor anderen aber zueinander, was ich aber nicht konnte). Wenn ich mal nicht sofort geantwortet habe, wenn er getextet hat oder wenn ich nicht so geantwortet habe, wie er es erwartet hat, zickte er schon rum. Er machte auch schon ständig Pläne für die Zukunft (Haus,Hochzeit,Baby) etc und war verwundert, wenn ich da nicht so drauf eingestiegen bin. Aber, auch wenn ich ihn wirklich geliebt habe, es fiel mir schwer all das was er so sagte zu glauben, denn Taten folgten nie. Deshalb war ich eher immer verhalten was das angeht.
Es folgten auch nie mal wirkliche Zeichen, dass er sich von seiner Frau trennen will. Nichtmal nach 1 Jahr. Mein Kollege redete immer viel, aber gezeigt hat er nie was. Ich habe Zuhause schon vor einiger Zeit die Trennung angesprochen (es war wirklich nur ein ansprechen, denn auch meinem Ex war es klar) und wir schlafen auch nicht mehr in einem Bett oder Zimmer. Wir haben ein gemeinsames Haus und müssen jetzt alles regeln und weiterschauen. Bei meinem Kollegen ist alles, wie vor 1 Jahr. Ich weiß nichtmal ob die Frau überhaupt weiß, dass etwas im Argen ist zwischen denen.

Dass ich das überhaupt so lange mitgemacht habe lag u.a. daran, dass sein Vater schwer erkrankt ist. Und nein, das ist keine Lüge. Sein Vater ist wirklich unheilbar schwer erkrankt und keiner weiß wielange er noch zu leben hat. Schrecklich. Es ging mit uns gerade 5 Monate als es festgestellt wurde.
Seitdem habe ich in vielen Punkten die Füße still gehalten. Auch was eine Trennung von seiner Frau angeht. Sowas muss sowieso freiwillig passieren und nicht unter Druck. Aber die Monate vergingen und es passierte rein gar nichts. Nur viele Worte. Es war alles wie immer. Die Streitereien nahmen immer weiter zu.
Er hat weiterhin erwartet, dass ich die große Liebe mitspiele während er Zuhause keinen Schritt vorwärts tut. Aber das konnte ich nicht. Es gab immer mehr Diskussionen von beiden Seiten aus.
Ich kann gar nicht zählen wie oft ER es beendet hat. Damit wollte er immer erreichen, dass ich weiter still mitspiele. Allerdings hat er mich mit dieser Art immer mehr von sich weggestoßen.
Er fing an auch fiese Seiten zu zeigen. Wie er mich immer fertig gemacht hat, wenn es mal wieder zuende war zwischen uns, war schon irre. Und er zieht das auch auf die Arbeit. Wie ein kleiner dummer Junge. Auch in dem Punkt ist er vor 25 Jahren stehengeblieben. Konflikte, Kritik, Diskussionen, kann er nicht. Er kann auch nicht reden, macht dicht, haut ab. Er sagte mal, dass er nie gelernt hat über Dinge zu reden. Dass er damals von den Eltern auch einfach mit Nichtachtung gestraft wurde. Und zwischen seiner Frau und ihm gibt es nur Geschrei, wenn es mal ein Problem gibt.
Es war immer sehr anstrengend, aber ich liebte ihn sehr und habe viele Dinge eine zeitlang auch verstanden (durch eigene Erfahrungen). Ich schob vieles auf unsere verworrene unsichere Situation und dachte, dass wird schon, wenn wir beide das Alles hinter uns haben. Unsere Streitereien gingen ja im Grunde immer nur darum, dass wir nicht zusammen sein „können“. Aber ich glaube nicht mehr, dass es nur das war. Im Moment weiß ich gar nicht was ich denken soll. Ich denke eher, dass ich für ihn die praktische Abwechslung war und wenn ich drohte abzudriften ging das Theater los. Es war alles dabei. Von Gemeinheiten bishin zu Tränen seinerseit. Wobei ich natürlich auch geweint habe in all der Zeit und das nicht zu knapp. Mich hat diese Zeit kaputt gemacht.

Der große Knall und das endgütlige Ende folgten meinerseits letzte Woche. Ich konnte das einfach nicht mehr. Ich war genervt, sauer, verletzt und es reichte mir. Es ging um seinen Ehering. Wenn man bedenkt, was er mir alles immer so gesagt hat (wie sehr er mich liebt etc) und er sich ja bald trennen wollte (angeblich noch vor Weihnachten), habe ich nicht verstanden wieso er den Ring noch trägt. Ach ja angeblich reden seine Frau und er auch nicht mehr miteinander und wenn dann nur Streit. Umso weniger verstand ich, wieso man den Ring dann noch trägt und das angeblich so knapp vor einer Trennung.
Er begründete es damit, dass er nicht will, dass sein Sohn es so erfährt. Man bedenke, sein Sohn ist 19 und kriegt doch mit, dass die Eltern nicht mehr klarkommen. Aber ok, das Argument habe ich verstanden. Dann fragte ich ihn, wieso er den denn nicht dann wenigstens im Büro ablegt. Er weiß ja, dass es mir weh tut und es für mich endlich mal ein Zeichen wäre. Darauf bekam ich keine Antwort. Am nächsten Tag hatte er den Ring wieder um. Ich dachte wirklich, dass er wenigstens das mal nutzt um mir ein gutes Gefühl zu geben. Aber Fehlanzeige. So kam es dann wieder zum Streit bei dem ich ihm das erste Mal die Pistole auf die Brust setzte (kann man dazu sagen denke ich). Ich schrieb ihm, dass er sich privat erst wieder melden soll, wenn er getrennt ist. Seine Antwort darauf war, dass er sein Profilbild in ein Bild von seiner Familie gewechselt hat. Antwort genug für mich. Solche miesen Aktionen hat er ganz oft abgezogen, um mich zu verletzen. Und ich sah wie gesagt lange über vieles hinweg.
Ich kannte ihn ja schon 3 Jahre bevor das mit uns anfing. Wirklich leicht hatte er es im Leben nicht und war eher der Fußabtreter (für die Familie und Ehefrau). Das ist aber kein Freifahrtsschein zu anderen so zu sein. Mir erging es auch nicht besser als ihm und ich lasse das trotzdem nicht an anderen aus. Ich war also länger geduldig mit seinen „Ausrastern“ und seiner Unzuverlässigkeit als ich sollte.

Nach seiner Aktion von letzter Woche aber habe ich ihn überall geblockt, was ich vorher noch nie getan habe. Wir haben das erste Mal seit Jahren keinen Kontakt mehr. Das gabs noch nie, egal wie groß der Streit war. Aber diesmal reichte es mir einfach. Er hat mich zu oft verletzt. Ich bin jetzt gespannt was mich nach meinem Urlaub erwartet. Eine gemeinsame Kollegin, die von uns weiß, erzählte mir, dass er mir die ganze Schuld gibt und sauer ist. So macht er es immer. Die Schuld ganz weit von sich schieben und sich selbst bemitleiden. Er wirft mir zB im Streit immer vor, dass ich ihn vera.... hätte. Irrwitzig, wenn man bedenkt, was ich bisher alles für uns/ihn getan habe. Oder er wirft mir immer vor, dass mein Ex und ich wieder zusammenkommen. Auch irrwitzig. Er benimmt sich wie der Enttäuschte, obwohl er der ist der nichts für uns getan, sondern mich nur immer wieder verletzt hat. Auch jetzt weiß ich, dass er zutiefst gekränkt ist, weil ich ihn überall geblockt habe. Er fühlt sich von mir im Stich gelassen etc. Unserer Kollegin hat er gesagt, dass ich alles weggworfen hätte. Manchmal frage ich mich in was für einer Welt er lebt. Mein Verständnis ist auf jeden Fall weg.
Mir geht es nicht darum, dass er aktuell die Trennung noch nicht schafft. Seine Eltern wohnen mit im Haus, somit auch der kranke Vater den er mit pflegt. Der Sohn wohnt auch noch da. Mein Kollege ist der Zahlemann, weil seine Frau (40) noch nie gearbeitet hat (hat nichtmal eine Ausbildung). Also alles in einem schon nicht so gute Vorausetzungen, für eine sofortige unüberlegte Trennung. Aber, dass man von ihm so gar keine Schritte sieht und wie er mit bestimmten Dingen um geht, geht gar nicht.

Ganz ehrlich würde ich ihn auch am Liebsten komplett aus meinem Leben verbannen. Das geht aber leider nicht durch die Arbeit. Ich muss also versuchen irgendwie so damit klarzukommen und wohl deshalb versuche ich ein wenig zu verstehen, was bei ihm los ist. Damit ich noch irgendwie mit ihm zusammenarbeiten kann.
Ich meine nicht was bei ihm Zuhause los ist, sondern im Kopf. Die ganze Art. Auf der einen Seite die große Liebe (und er zog alle Register ohne dass ich danach „verlangt“ habe) und auf der anderen Seite behandelt er mich im Streit wie seinen größten Feind.

Ich bin im Grunde eh schon seit Wochen dabei mit der Sache abzuschließen. Es war eine Affäre, wir beide haben unsere Partner betrogen. Wieso sollte sowas gut enden?! Dass ich leide habe ich sicherlich verdient. Und glaubt mir ich leide nicht zu knapp. Mir ist bewusst, dass auch seine Frau leiden würde. Bzw denke ich es. Ich fragte ihn mal, ob seine Frau denn so nichts sagt, ob ihr nichts auffällt. Da schüttelte er mit dem Kopf und sagt, dass es ihn nichtmal wundern würde, wenn sie auch schon jemanden hat. Sie ist ja von morgens bis abends ohne ihn und hat schon länger kein Kind mehr zu versorgen. Er hat keine Ahnung, was sie in den 9Stunden macht, die er nicht da ist.
Ob mein Partner leiden würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht mal. Wie gesagt, wir sind eigentlich nur noch eine WG, schlafen sogar schon getrennt (das alles ist eh ein Thema für sich) und seit Ewigkeiten nicht mehr miteinander (lange vor der Affäre). Aber klar, Betrug ist Betrug und tut weh. Egal ob man den Partner, einen guten Freund oder Kollegen betrügt.

Ich weiß auch selbst, dass es hätte nie so weit kommen dürfen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass alles so kommen wird. Und ich bin gespannt was nun alles noch so kommt. Klingt bekloppt, aber ich dachte wirklich mein Kollege und ich wären Freunde. Das waren wir ja erst auch. Ich dachte wir kriegen das irgendwie hin. Wenn keine Beziehung, dann zumindest den Respekt einander gegenüber irgendwie beibehalten. Dass er so wird wie jetzt, hätte ich nicht gedacht.

Habt ihr eine Idee wie man sich verhalten kann, wie man das irgendwie noch normal hinbekommen kann? Keine Beziehung, aber ein normales Miteinander. Übrigens weiß ich, dass es für die Gefühle ein enormer Kraftakt ist. Aber da muss man jetzt einfach stark sein, weil man auch noch zusammenarbeitet.

Sorry für den langen Text. Ich kann sonst mit niemandem so offen darüber reden und da sprudelt es schon mal heraus. Ging halt lange und tut trotz allem sauweh.

Danke fürs Lesen!
 

Mehr lesen

7. November um 8:50

Ihr hattet vorher nie die Möglichkeit eure Gefühle zu zeigen. Sie entwickeln oder Reifen zu lassen

Aber euch gegenseitig konntet ihr das wohl auch Gefühle wollen Reifen. 

Und bei euren Partnern reifte nur die Angst etwas schönes kaputt machen zu können. 

Klar wenn sich die möglichkeit ergibt Konflikte zu üben das man sich zu Streitereien hinreißen lässt. 

Wogen wieder glätten zu lernen nach einen Konflikt wäre wohl an der Reihe aber da müsste mal schauen 😉

Gefällt mir

7. November um 13:51
In Antwort auf laleu34

Hallo zusammen,

ich habe vor 1 Woche eine Affäre beendet die über 1 Jahr ging. Es war, was Liebesdinge angeht, das schlimmste Jahr das ich je erlebt habe und die schlimmsten Gefühle die ich jemals durchgemacht habe. Viele werden sagen „selbst Schuld“ oder „Karma“. Und ich kann diesen Stimmen nur Recht geben. Nichtsdestotrotz sitze ich hier, leide extrem, und frage mich was dieses über 1 Jahr eigentlich war......und wie es jetzt weitergehn soll (ihr versteht gleich was ich damit meine).
Nicht falsch verstehen, ich will diesen Menschen nicht zurück. Deshalb leide ich auch nicht. Ich leide aus Gründen aus denen viele nach Trennungen/Affären leiden. Eine Illusion/ein Traum ist geplatzt. Und man leidet weil man so unfassbar naiv war, obwohl man ja eigentlich doch „über den Dingen steht, und sowas durchschaut“(meint man von sich).

Meine Affäre begann am Arbeitsplatz. Mein Arbeitskollege (40) und ich (35) arbeiteten schon 3 Jahre eng an eng zusammen bis sich daraus Liebe entwickelte. Ein komisches Gefühl hatte ich schon damals. Aber ich konnte es nicht wirklich einordnen, denn so wie mein Kollege auch, war ich da schon sehr lange in einer Beziehung. Ich war damals, als wir uns verliebten, schon 18 Jahre mit meinem Partner zusammen. Mein Kollege damals schon 24 Jahre mit seiner Frau. Es war für uns beide neu weshalb ich auch meine Gefühle nicht wirklich einordnen konnte. Ich dachte meine Skepsis sei nur die „jugendliche“ Unsicherheit. Denn auch wenn man schon Ü30/40 ist...die letzte Flirt-Kennenlernerfahrung haben mein Kollege und ich als Teenager mit 15 gemacht. Dass man sich nach so vielen Jahren überhaupt neu verliebt, war ein komisches Gefühl und sollte so auch nicht sein. Aber es ist halt nun mal passiert und wir beide waren mit der Situation überfordert.

Mein Kollege und ich waren zwar schon lange nicht mehr glücklich in unseren Beziehungen, aber daran sich fremdzuverlieben hatte keiner gedacht. Er ist 20 Jahre verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Mein Partner und ich sind weder verheiratet noch haben wir Kinder. Es ist in dem Sinne auch schon lange keine Partnerschaft mehr. Wir leben seit Jahren nur noch wie Bruder und Schwester. Jeder macht mehr oder weniger sein eigenes Ding. Nach 19 Jahren hat man sich festgefahren und man hatte sich damit arrangiert und resigniert (ist ein Thema für sich). Laut meinem Kollegen hatte er sich auch einfach nur mit seiner Ehe arrangiert und war schon lange nicht mehr glücklich (falls das stimmt).
Als mein Kollege und ich uns dann verliebten war für uns beide plötzlich alles auf den Kopf gestellt und das Drama fing an. Es war also keine Affäre, weil man den Kick suchte. Im Gegenteil. Wir haben uns mehr gestritten als wir uns verstanden haben, obwohl die Gefühle so stark waren. Auf der einen Seite erwartete er von mir immer, dass man so ist als wäre man ein Paar ( also nicht vor anderen aber zueinander, was ich aber nicht konnte). Wenn ich mal nicht sofort geantwortet habe, wenn er getextet hat oder wenn ich nicht so geantwortet habe, wie er es erwartet hat, zickte er schon rum. Er machte auch schon ständig Pläne für die Zukunft (Haus,Hochzeit,Baby) etc und war verwundert, wenn ich da nicht so drauf eingestiegen bin. Aber, auch wenn ich ihn wirklich geliebt habe, es fiel mir schwer all das was er so sagte zu glauben, denn Taten folgten nie. Deshalb war ich eher immer verhalten was das angeht.
Es folgten auch nie mal wirkliche Zeichen, dass er sich von seiner Frau trennen will. Nichtmal nach 1 Jahr. Mein Kollege redete immer viel, aber gezeigt hat er nie was. Ich habe Zuhause schon vor einiger Zeit die Trennung angesprochen (es war wirklich nur ein ansprechen, denn auch meinem Ex war es klar) und wir schlafen auch nicht mehr in einem Bett oder Zimmer. Wir haben ein gemeinsames Haus und müssen jetzt alles regeln und weiterschauen. Bei meinem Kollegen ist alles, wie vor 1 Jahr. Ich weiß nichtmal ob die Frau überhaupt weiß, dass etwas im Argen ist zwischen denen.

Dass ich das überhaupt so lange mitgemacht habe lag u.a. daran, dass sein Vater schwer erkrankt ist. Und nein, das ist keine Lüge. Sein Vater ist wirklich unheilbar schwer erkrankt und keiner weiß wielange er noch zu leben hat. Schrecklich. Es ging mit uns gerade 5 Monate als es festgestellt wurde.
Seitdem habe ich in vielen Punkten die Füße still gehalten. Auch was eine Trennung von seiner Frau angeht. Sowas muss sowieso freiwillig passieren und nicht unter Druck. Aber die Monate vergingen und es passierte rein gar nichts. Nur viele Worte. Es war alles wie immer. Die Streitereien nahmen immer weiter zu.
Er hat weiterhin erwartet, dass ich die große Liebe mitspiele während er Zuhause keinen Schritt vorwärts tut. Aber das konnte ich nicht. Es gab immer mehr Diskussionen von beiden Seiten aus.
Ich kann gar nicht zählen wie oft ER es beendet hat. Damit wollte er immer erreichen, dass ich weiter still mitspiele. Allerdings hat er mich mit dieser Art immer mehr von sich weggestoßen.
Er fing an auch fiese Seiten zu zeigen. Wie er mich immer fertig gemacht hat, wenn es mal wieder zuende war zwischen uns, war schon irre. Und er zieht das auch auf die Arbeit. Wie ein kleiner dummer Junge. Auch in dem Punkt ist er vor 25 Jahren stehengeblieben. Konflikte, Kritik, Diskussionen, kann er nicht. Er kann auch nicht reden, macht dicht, haut ab. Er sagte mal, dass er nie gelernt hat über Dinge zu reden. Dass er damals von den Eltern auch einfach mit Nichtachtung gestraft wurde. Und zwischen seiner Frau und ihm gibt es nur Geschrei, wenn es mal ein Problem gibt.
Es war immer sehr anstrengend, aber ich liebte ihn sehr und habe viele Dinge eine zeitlang auch verstanden (durch eigene Erfahrungen). Ich schob vieles auf unsere verworrene unsichere Situation und dachte, dass wird schon, wenn wir beide das Alles hinter uns haben. Unsere Streitereien gingen ja im Grunde immer nur darum, dass wir nicht zusammen sein „können“. Aber ich glaube nicht mehr, dass es nur das war. Im Moment weiß ich gar nicht was ich denken soll. Ich denke eher, dass ich für ihn die praktische Abwechslung war und wenn ich drohte abzudriften ging das Theater los. Es war alles dabei. Von Gemeinheiten bishin zu Tränen seinerseit. Wobei ich natürlich auch geweint habe in all der Zeit und das nicht zu knapp. Mich hat diese Zeit kaputt gemacht.

Der große Knall und das endgütlige Ende folgten meinerseits letzte Woche. Ich konnte das einfach nicht mehr. Ich war genervt, sauer, verletzt und es reichte mir. Es ging um seinen Ehering. Wenn man bedenkt, was er mir alles immer so gesagt hat (wie sehr er mich liebt etc) und er sich ja bald trennen wollte (angeblich noch vor Weihnachten), habe ich nicht verstanden wieso er den Ring noch trägt. Ach ja angeblich reden seine Frau und er auch nicht mehr miteinander und wenn dann nur Streit. Umso weniger verstand ich, wieso man den Ring dann noch trägt und das angeblich so knapp vor einer Trennung.
Er begründete es damit, dass er nicht will, dass sein Sohn es so erfährt. Man bedenke, sein Sohn ist 19 und kriegt doch mit, dass die Eltern nicht mehr klarkommen. Aber ok, das Argument habe ich verstanden. Dann fragte ich ihn, wieso er den denn nicht dann wenigstens im Büro ablegt. Er weiß ja, dass es mir weh tut und es für mich endlich mal ein Zeichen wäre. Darauf bekam ich keine Antwort. Am nächsten Tag hatte er den Ring wieder um. Ich dachte wirklich, dass er wenigstens das mal nutzt um mir ein gutes Gefühl zu geben. Aber Fehlanzeige. So kam es dann wieder zum Streit bei dem ich ihm das erste Mal die Pistole auf die Brust setzte (kann man dazu sagen denke ich). Ich schrieb ihm, dass er sich privat erst wieder melden soll, wenn er getrennt ist. Seine Antwort darauf war, dass er sein Profilbild in ein Bild von seiner Familie gewechselt hat. Antwort genug für mich. Solche miesen Aktionen hat er ganz oft abgezogen, um mich zu verletzen. Und ich sah wie gesagt lange über vieles hinweg.
Ich kannte ihn ja schon 3 Jahre bevor das mit uns anfing. Wirklich leicht hatte er es im Leben nicht und war eher der Fußabtreter (für die Familie und Ehefrau). Das ist aber kein Freifahrtsschein zu anderen so zu sein. Mir erging es auch nicht besser als ihm und ich lasse das trotzdem nicht an anderen aus. Ich war also länger geduldig mit seinen „Ausrastern“ und seiner Unzuverlässigkeit als ich sollte.

Nach seiner Aktion von letzter Woche aber habe ich ihn überall geblockt, was ich vorher noch nie getan habe. Wir haben das erste Mal seit Jahren keinen Kontakt mehr. Das gabs noch nie, egal wie groß der Streit war. Aber diesmal reichte es mir einfach. Er hat mich zu oft verletzt. Ich bin jetzt gespannt was mich nach meinem Urlaub erwartet. Eine gemeinsame Kollegin, die von uns weiß, erzählte mir, dass er mir die ganze Schuld gibt und sauer ist. So macht er es immer. Die Schuld ganz weit von sich schieben und sich selbst bemitleiden. Er wirft mir zB im Streit immer vor, dass ich ihn vera.... hätte. Irrwitzig, wenn man bedenkt, was ich bisher alles für uns/ihn getan habe. Oder er wirft mir immer vor, dass mein Ex und ich wieder zusammenkommen. Auch irrwitzig. Er benimmt sich wie der Enttäuschte, obwohl er der ist der nichts für uns getan, sondern mich nur immer wieder verletzt hat. Auch jetzt weiß ich, dass er zutiefst gekränkt ist, weil ich ihn überall geblockt habe. Er fühlt sich von mir im Stich gelassen etc. Unserer Kollegin hat er gesagt, dass ich alles weggworfen hätte. Manchmal frage ich mich in was für einer Welt er lebt. Mein Verständnis ist auf jeden Fall weg.
Mir geht es nicht darum, dass er aktuell die Trennung noch nicht schafft. Seine Eltern wohnen mit im Haus, somit auch der kranke Vater den er mit pflegt. Der Sohn wohnt auch noch da. Mein Kollege ist der Zahlemann, weil seine Frau (40) noch nie gearbeitet hat (hat nichtmal eine Ausbildung). Also alles in einem schon nicht so gute Vorausetzungen, für eine sofortige unüberlegte Trennung. Aber, dass man von ihm so gar keine Schritte sieht und wie er mit bestimmten Dingen um geht, geht gar nicht.

Ganz ehrlich würde ich ihn auch am Liebsten komplett aus meinem Leben verbannen. Das geht aber leider nicht durch die Arbeit. Ich muss also versuchen irgendwie so damit klarzukommen und wohl deshalb versuche ich ein wenig zu verstehen, was bei ihm los ist. Damit ich noch irgendwie mit ihm zusammenarbeiten kann.
Ich meine nicht was bei ihm Zuhause los ist, sondern im Kopf. Die ganze Art. Auf der einen Seite die große Liebe (und er zog alle Register ohne dass ich danach „verlangt“ habe) und auf der anderen Seite behandelt er mich im Streit wie seinen größten Feind.

Ich bin im Grunde eh schon seit Wochen dabei mit der Sache abzuschließen. Es war eine Affäre, wir beide haben unsere Partner betrogen. Wieso sollte sowas gut enden?! Dass ich leide habe ich sicherlich verdient. Und glaubt mir ich leide nicht zu knapp. Mir ist bewusst, dass auch seine Frau leiden würde. Bzw denke ich es. Ich fragte ihn mal, ob seine Frau denn so nichts sagt, ob ihr nichts auffällt. Da schüttelte er mit dem Kopf und sagt, dass es ihn nichtmal wundern würde, wenn sie auch schon jemanden hat. Sie ist ja von morgens bis abends ohne ihn und hat schon länger kein Kind mehr zu versorgen. Er hat keine Ahnung, was sie in den 9Stunden macht, die er nicht da ist.
Ob mein Partner leiden würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht mal. Wie gesagt, wir sind eigentlich nur noch eine WG, schlafen sogar schon getrennt (das alles ist eh ein Thema für sich) und seit Ewigkeiten nicht mehr miteinander (lange vor der Affäre). Aber klar, Betrug ist Betrug und tut weh. Egal ob man den Partner, einen guten Freund oder Kollegen betrügt.

Ich weiß auch selbst, dass es hätte nie so weit kommen dürfen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass alles so kommen wird. Und ich bin gespannt was nun alles noch so kommt. Klingt bekloppt, aber ich dachte wirklich mein Kollege und ich wären Freunde. Das waren wir ja erst auch. Ich dachte wir kriegen das irgendwie hin. Wenn keine Beziehung, dann zumindest den Respekt einander gegenüber irgendwie beibehalten. Dass er so wird wie jetzt, hätte ich nicht gedacht.

Habt ihr eine Idee wie man sich verhalten kann, wie man das irgendwie noch normal hinbekommen kann? Keine Beziehung, aber ein normales Miteinander. Übrigens weiß ich, dass es für die Gefühle ein enormer Kraftakt ist. Aber da muss man jetzt einfach stark sein, weil man auch noch zusammenarbeitet.

Sorry für den langen Text. Ich kann sonst mit niemandem so offen darüber reden und da sprudelt es schon mal heraus. Ging halt lange und tut trotz allem sauweh.

Danke fürs Lesen!
 

hui ui ui...ganz schön viel passiert bei Dir und wenig erfreuliches..

Erste Frage- besteht für Dich eine Möglichkeit,umzuziehen und Dir eine neue -Arbeitsstelle zu suchen,gleich dotiert,gut erreichbar für Dich?

Zweite Frage-wieso ein normales Miteinander hinbekommen,zum jetzigen Zeitpunkt? Ich sehe das als "Projekt"an-für die Zukunft.

Das würde Respekt,normalen Umgang und vernünftig Reden einfordern.Dazu ist er nicht in der Lage gewesen.
Das "dauernd schlussmachen"ist kein Zeichen von Reife-bei einem 40jährigen Mann .

Der Sohn ist 19,keine 7 oder 12 mehr.
Alt genug,damit klarkommen zu können,sofern sich die Eltern getrennt hätten..haben sie aber nicht,oder?

In meinem VErwandtenkreis hatte sich ein Paar getrennt,scheiden lassen,3Kinder,als der jüngste 16 war.

ER..hatte sich nie zu Dir bekannt.
Nicht umgezogen.
Keine Nägel mit Köpfen gemacht.
Euren Konflikt mit auf die Arbeit ziehen finde ich sehr unprofessionell,menschlich unter aller Kanone und auch so..einfach nicht gut,dass er so agiert.

Hab rausgelesen,dass Du Dich trennst..am Auseinanderdividieren bist mit Haus usw.
Ist möglich besser so,wenn die Liebe schon lange vorbei und die Gewohnheit euch noch verband,aber mehr nicht mehr.

Dass das weh tut,kann ich mir vorstellen,das ist einfach menschlich.
Wie er mit Dir umgeht..seine Kindereien..das beleidigt sein..das Ausweichen,nicht mal was der Ehefrau sagen...respektlos Dir gegenüber.

Mein Eindruck,da hast Du nicht viel verloren mit ihm,von einem Mann,der zwar die Affäre mitnahm und mal eine Zeitlang guten Sex mit einer anderen Frau,aber im Traum nicht daran dachte,sein Leben Dir zuliebe zu ändern und ein neues mit Dir aufbauen zu wollen.
Dass seine Frau keine Ausbildung hat,wäre nicht Dein Problem.

Ihr passt nicht zusammen.
Er reagierte wie ein pubertierender Schuljunge.
Affäre ja..mehr nicht..und Stories erzählen,damit Du echt dran glaubst..ihr hättet eine Perspektive zu zweit.
War NIE seine Absicht!!
Der ist in 10Jahren auch noch verheiratet und hat möglich wieder andere Affären laufen.

Vergiss diesen Looser.Sobald als möglich und distanzier Dich.
Du schuldest ihm nichts.
Aber auch gar nichts.
Was willst Du denn mit einem Mann,der Dich ein Jahr lang verarscht hatte?
Dir vorgegaukelt hatte..evtl..hättet ihr eine Zukunft zusammen?
Hatte er NIE vor..so schlecht ist seine Ehe nicht..aber lügen lügen...damit er Dich ins Bett bekommen hatte..(das alte Spiel..)..

Ihr..könnt euch ja noch kennen und grüssen,da ihr euch ja eh oft trefft auf der Arbeit..aber sonst würde ich jeglichen privaten Kontakt zu ihm rigoros definitiv abbrechen.
Aus Selbstschutzgründen für Dich.

Gefällt mir

7. November um 14:34

Ich habe ehrlicherweise nicht alles gelesen, aber bei mir war es ähnlich. Affäre am Arbeitsplatz (er zudem noch Führungskraft), viele Versprechungen, irgendwann war für mich der Reiz weg und ich habe mich getrennt. Mir war aber auch klar, dass ich so am Arbeitsplatz nicht mehr glücklich werde und habe dann zeitgleich gekündigt. Aber ab da ging es bergauf, ich habe schon während der Affäre einen weiteren Mann getroffen, mit dem ich dann eine Beziehung einging und ich fand einen neuen Job mit besseren Arbeitszeiten und besserer Bezahlung und wurde sogar nach einem halben Jahr befördert, das war vorher undenkbar, weil meine Affäre mich nicht bevorzugen wollte (dass meine Leistung auch ohne ihn sehr gut war, hat er gar nicht gesehen). Für mich war das Ende ein Wendepunkt und zwar zum guten. Manchmal braucht man eben einen Wachrüttler, damit es aufwärts gehen kann. Alles Gute für dich! 

2 LikesGefällt mir

7. November um 23:36

Hallo,

du hast sehr lange an der Affäre festgehalten und bist jetzt ganz tief in den Schmerz eingetaucht.

Gut aber, daß du einen Schlußstrich gezogen hast. Er hat dich sehr lange hingehalten und du hast erst jetzt die Reißleine gezogen. Bleibe dabei, auch wenn zu erwarten ist, daß er dich ganz mies behandeln wird.  Ob du deinen Arbeitsplatz behalten kannst, weißt nur du. Vermutlich nicht.

Fühl dich herzlich umarmt, denn du beweist dir, daß man nicht mehr alles widerstandslos hinnehmen muss,

Pi


 

Gefällt mir

7. November um 23:45
In Antwort auf laleu34

Hallo zusammen,

ich habe vor 1 Woche eine Affäre beendet die über 1 Jahr ging. Es war, was Liebesdinge angeht, das schlimmste Jahr das ich je erlebt habe und die schlimmsten Gefühle die ich jemals durchgemacht habe. Viele werden sagen „selbst Schuld“ oder „Karma“. Und ich kann diesen Stimmen nur Recht geben. Nichtsdestotrotz sitze ich hier, leide extrem, und frage mich was dieses über 1 Jahr eigentlich war......und wie es jetzt weitergehn soll (ihr versteht gleich was ich damit meine).
Nicht falsch verstehen, ich will diesen Menschen nicht zurück. Deshalb leide ich auch nicht. Ich leide aus Gründen aus denen viele nach Trennungen/Affären leiden. Eine Illusion/ein Traum ist geplatzt. Und man leidet weil man so unfassbar naiv war, obwohl man ja eigentlich doch „über den Dingen steht, und sowas durchschaut“(meint man von sich).

Meine Affäre begann am Arbeitsplatz. Mein Arbeitskollege (40) und ich (35) arbeiteten schon 3 Jahre eng an eng zusammen bis sich daraus Liebe entwickelte. Ein komisches Gefühl hatte ich schon damals. Aber ich konnte es nicht wirklich einordnen, denn so wie mein Kollege auch, war ich da schon sehr lange in einer Beziehung. Ich war damals, als wir uns verliebten, schon 18 Jahre mit meinem Partner zusammen. Mein Kollege damals schon 24 Jahre mit seiner Frau. Es war für uns beide neu weshalb ich auch meine Gefühle nicht wirklich einordnen konnte. Ich dachte meine Skepsis sei nur die „jugendliche“ Unsicherheit. Denn auch wenn man schon Ü30/40 ist...die letzte Flirt-Kennenlernerfahrung haben mein Kollege und ich als Teenager mit 15 gemacht. Dass man sich nach so vielen Jahren überhaupt neu verliebt, war ein komisches Gefühl und sollte so auch nicht sein. Aber es ist halt nun mal passiert und wir beide waren mit der Situation überfordert.

Mein Kollege und ich waren zwar schon lange nicht mehr glücklich in unseren Beziehungen, aber daran sich fremdzuverlieben hatte keiner gedacht. Er ist 20 Jahre verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Mein Partner und ich sind weder verheiratet noch haben wir Kinder. Es ist in dem Sinne auch schon lange keine Partnerschaft mehr. Wir leben seit Jahren nur noch wie Bruder und Schwester. Jeder macht mehr oder weniger sein eigenes Ding. Nach 19 Jahren hat man sich festgefahren und man hatte sich damit arrangiert und resigniert (ist ein Thema für sich). Laut meinem Kollegen hatte er sich auch einfach nur mit seiner Ehe arrangiert und war schon lange nicht mehr glücklich (falls das stimmt).
Als mein Kollege und ich uns dann verliebten war für uns beide plötzlich alles auf den Kopf gestellt und das Drama fing an. Es war also keine Affäre, weil man den Kick suchte. Im Gegenteil. Wir haben uns mehr gestritten als wir uns verstanden haben, obwohl die Gefühle so stark waren. Auf der einen Seite erwartete er von mir immer, dass man so ist als wäre man ein Paar ( also nicht vor anderen aber zueinander, was ich aber nicht konnte). Wenn ich mal nicht sofort geantwortet habe, wenn er getextet hat oder wenn ich nicht so geantwortet habe, wie er es erwartet hat, zickte er schon rum. Er machte auch schon ständig Pläne für die Zukunft (Haus,Hochzeit,Baby) etc und war verwundert, wenn ich da nicht so drauf eingestiegen bin. Aber, auch wenn ich ihn wirklich geliebt habe, es fiel mir schwer all das was er so sagte zu glauben, denn Taten folgten nie. Deshalb war ich eher immer verhalten was das angeht.
Es folgten auch nie mal wirkliche Zeichen, dass er sich von seiner Frau trennen will. Nichtmal nach 1 Jahr. Mein Kollege redete immer viel, aber gezeigt hat er nie was. Ich habe Zuhause schon vor einiger Zeit die Trennung angesprochen (es war wirklich nur ein ansprechen, denn auch meinem Ex war es klar) und wir schlafen auch nicht mehr in einem Bett oder Zimmer. Wir haben ein gemeinsames Haus und müssen jetzt alles regeln und weiterschauen. Bei meinem Kollegen ist alles, wie vor 1 Jahr. Ich weiß nichtmal ob die Frau überhaupt weiß, dass etwas im Argen ist zwischen denen.

Dass ich das überhaupt so lange mitgemacht habe lag u.a. daran, dass sein Vater schwer erkrankt ist. Und nein, das ist keine Lüge. Sein Vater ist wirklich unheilbar schwer erkrankt und keiner weiß wielange er noch zu leben hat. Schrecklich. Es ging mit uns gerade 5 Monate als es festgestellt wurde.
Seitdem habe ich in vielen Punkten die Füße still gehalten. Auch was eine Trennung von seiner Frau angeht. Sowas muss sowieso freiwillig passieren und nicht unter Druck. Aber die Monate vergingen und es passierte rein gar nichts. Nur viele Worte. Es war alles wie immer. Die Streitereien nahmen immer weiter zu.
Er hat weiterhin erwartet, dass ich die große Liebe mitspiele während er Zuhause keinen Schritt vorwärts tut. Aber das konnte ich nicht. Es gab immer mehr Diskussionen von beiden Seiten aus.
Ich kann gar nicht zählen wie oft ER es beendet hat. Damit wollte er immer erreichen, dass ich weiter still mitspiele. Allerdings hat er mich mit dieser Art immer mehr von sich weggestoßen.
Er fing an auch fiese Seiten zu zeigen. Wie er mich immer fertig gemacht hat, wenn es mal wieder zuende war zwischen uns, war schon irre. Und er zieht das auch auf die Arbeit. Wie ein kleiner dummer Junge. Auch in dem Punkt ist er vor 25 Jahren stehengeblieben. Konflikte, Kritik, Diskussionen, kann er nicht. Er kann auch nicht reden, macht dicht, haut ab. Er sagte mal, dass er nie gelernt hat über Dinge zu reden. Dass er damals von den Eltern auch einfach mit Nichtachtung gestraft wurde. Und zwischen seiner Frau und ihm gibt es nur Geschrei, wenn es mal ein Problem gibt.
Es war immer sehr anstrengend, aber ich liebte ihn sehr und habe viele Dinge eine zeitlang auch verstanden (durch eigene Erfahrungen). Ich schob vieles auf unsere verworrene unsichere Situation und dachte, dass wird schon, wenn wir beide das Alles hinter uns haben. Unsere Streitereien gingen ja im Grunde immer nur darum, dass wir nicht zusammen sein „können“. Aber ich glaube nicht mehr, dass es nur das war. Im Moment weiß ich gar nicht was ich denken soll. Ich denke eher, dass ich für ihn die praktische Abwechslung war und wenn ich drohte abzudriften ging das Theater los. Es war alles dabei. Von Gemeinheiten bishin zu Tränen seinerseit. Wobei ich natürlich auch geweint habe in all der Zeit und das nicht zu knapp. Mich hat diese Zeit kaputt gemacht.

Der große Knall und das endgütlige Ende folgten meinerseits letzte Woche. Ich konnte das einfach nicht mehr. Ich war genervt, sauer, verletzt und es reichte mir. Es ging um seinen Ehering. Wenn man bedenkt, was er mir alles immer so gesagt hat (wie sehr er mich liebt etc) und er sich ja bald trennen wollte (angeblich noch vor Weihnachten), habe ich nicht verstanden wieso er den Ring noch trägt. Ach ja angeblich reden seine Frau und er auch nicht mehr miteinander und wenn dann nur Streit. Umso weniger verstand ich, wieso man den Ring dann noch trägt und das angeblich so knapp vor einer Trennung.
Er begründete es damit, dass er nicht will, dass sein Sohn es so erfährt. Man bedenke, sein Sohn ist 19 und kriegt doch mit, dass die Eltern nicht mehr klarkommen. Aber ok, das Argument habe ich verstanden. Dann fragte ich ihn, wieso er den denn nicht dann wenigstens im Büro ablegt. Er weiß ja, dass es mir weh tut und es für mich endlich mal ein Zeichen wäre. Darauf bekam ich keine Antwort. Am nächsten Tag hatte er den Ring wieder um. Ich dachte wirklich, dass er wenigstens das mal nutzt um mir ein gutes Gefühl zu geben. Aber Fehlanzeige. So kam es dann wieder zum Streit bei dem ich ihm das erste Mal die Pistole auf die Brust setzte (kann man dazu sagen denke ich). Ich schrieb ihm, dass er sich privat erst wieder melden soll, wenn er getrennt ist. Seine Antwort darauf war, dass er sein Profilbild in ein Bild von seiner Familie gewechselt hat. Antwort genug für mich. Solche miesen Aktionen hat er ganz oft abgezogen, um mich zu verletzen. Und ich sah wie gesagt lange über vieles hinweg.
Ich kannte ihn ja schon 3 Jahre bevor das mit uns anfing. Wirklich leicht hatte er es im Leben nicht und war eher der Fußabtreter (für die Familie und Ehefrau). Das ist aber kein Freifahrtsschein zu anderen so zu sein. Mir erging es auch nicht besser als ihm und ich lasse das trotzdem nicht an anderen aus. Ich war also länger geduldig mit seinen „Ausrastern“ und seiner Unzuverlässigkeit als ich sollte.

Nach seiner Aktion von letzter Woche aber habe ich ihn überall geblockt, was ich vorher noch nie getan habe. Wir haben das erste Mal seit Jahren keinen Kontakt mehr. Das gabs noch nie, egal wie groß der Streit war. Aber diesmal reichte es mir einfach. Er hat mich zu oft verletzt. Ich bin jetzt gespannt was mich nach meinem Urlaub erwartet. Eine gemeinsame Kollegin, die von uns weiß, erzählte mir, dass er mir die ganze Schuld gibt und sauer ist. So macht er es immer. Die Schuld ganz weit von sich schieben und sich selbst bemitleiden. Er wirft mir zB im Streit immer vor, dass ich ihn vera.... hätte. Irrwitzig, wenn man bedenkt, was ich bisher alles für uns/ihn getan habe. Oder er wirft mir immer vor, dass mein Ex und ich wieder zusammenkommen. Auch irrwitzig. Er benimmt sich wie der Enttäuschte, obwohl er der ist der nichts für uns getan, sondern mich nur immer wieder verletzt hat. Auch jetzt weiß ich, dass er zutiefst gekränkt ist, weil ich ihn überall geblockt habe. Er fühlt sich von mir im Stich gelassen etc. Unserer Kollegin hat er gesagt, dass ich alles weggworfen hätte. Manchmal frage ich mich in was für einer Welt er lebt. Mein Verständnis ist auf jeden Fall weg.
Mir geht es nicht darum, dass er aktuell die Trennung noch nicht schafft. Seine Eltern wohnen mit im Haus, somit auch der kranke Vater den er mit pflegt. Der Sohn wohnt auch noch da. Mein Kollege ist der Zahlemann, weil seine Frau (40) noch nie gearbeitet hat (hat nichtmal eine Ausbildung). Also alles in einem schon nicht so gute Vorausetzungen, für eine sofortige unüberlegte Trennung. Aber, dass man von ihm so gar keine Schritte sieht und wie er mit bestimmten Dingen um geht, geht gar nicht.

Ganz ehrlich würde ich ihn auch am Liebsten komplett aus meinem Leben verbannen. Das geht aber leider nicht durch die Arbeit. Ich muss also versuchen irgendwie so damit klarzukommen und wohl deshalb versuche ich ein wenig zu verstehen, was bei ihm los ist. Damit ich noch irgendwie mit ihm zusammenarbeiten kann.
Ich meine nicht was bei ihm Zuhause los ist, sondern im Kopf. Die ganze Art. Auf der einen Seite die große Liebe (und er zog alle Register ohne dass ich danach „verlangt“ habe) und auf der anderen Seite behandelt er mich im Streit wie seinen größten Feind.

Ich bin im Grunde eh schon seit Wochen dabei mit der Sache abzuschließen. Es war eine Affäre, wir beide haben unsere Partner betrogen. Wieso sollte sowas gut enden?! Dass ich leide habe ich sicherlich verdient. Und glaubt mir ich leide nicht zu knapp. Mir ist bewusst, dass auch seine Frau leiden würde. Bzw denke ich es. Ich fragte ihn mal, ob seine Frau denn so nichts sagt, ob ihr nichts auffällt. Da schüttelte er mit dem Kopf und sagt, dass es ihn nichtmal wundern würde, wenn sie auch schon jemanden hat. Sie ist ja von morgens bis abends ohne ihn und hat schon länger kein Kind mehr zu versorgen. Er hat keine Ahnung, was sie in den 9Stunden macht, die er nicht da ist.
Ob mein Partner leiden würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht mal. Wie gesagt, wir sind eigentlich nur noch eine WG, schlafen sogar schon getrennt (das alles ist eh ein Thema für sich) und seit Ewigkeiten nicht mehr miteinander (lange vor der Affäre). Aber klar, Betrug ist Betrug und tut weh. Egal ob man den Partner, einen guten Freund oder Kollegen betrügt.

Ich weiß auch selbst, dass es hätte nie so weit kommen dürfen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass alles so kommen wird. Und ich bin gespannt was nun alles noch so kommt. Klingt bekloppt, aber ich dachte wirklich mein Kollege und ich wären Freunde. Das waren wir ja erst auch. Ich dachte wir kriegen das irgendwie hin. Wenn keine Beziehung, dann zumindest den Respekt einander gegenüber irgendwie beibehalten. Dass er so wird wie jetzt, hätte ich nicht gedacht.

Habt ihr eine Idee wie man sich verhalten kann, wie man das irgendwie noch normal hinbekommen kann? Keine Beziehung, aber ein normales Miteinander. Übrigens weiß ich, dass es für die Gefühle ein enormer Kraftakt ist. Aber da muss man jetzt einfach stark sein, weil man auch noch zusammenarbeitet.

Sorry für den langen Text. Ich kann sonst mit niemandem so offen darüber reden und da sprudelt es schon mal heraus. Ging halt lange und tut trotz allem sauweh.

Danke fürs Lesen!
 

Wer liest diesen Roman? Niemand. 

Du erwartest, dass er sich trennt. Du tust es aber selber nicht. Lieber bleibst du brav und gemütlich in deinem Nest sitzen. Erst soll er tätig werden, dann du. Bloß kein Risiko eingehen. 

mies. 

trenne dich wenn es dir nicht passt. Leb dein Leben und Finger weg von Kollegen 

Gefällt mir

8. November um 2:24
In Antwort auf laleu34

Hallo zusammen,

ich habe vor 1 Woche eine Affäre beendet die über 1 Jahr ging. Es war, was Liebesdinge angeht, das schlimmste Jahr das ich je erlebt habe und die schlimmsten Gefühle die ich jemals durchgemacht habe. Viele werden sagen „selbst Schuld“ oder „Karma“. Und ich kann diesen Stimmen nur Recht geben. Nichtsdestotrotz sitze ich hier, leide extrem, und frage mich was dieses über 1 Jahr eigentlich war......und wie es jetzt weitergehn soll (ihr versteht gleich was ich damit meine).
Nicht falsch verstehen, ich will diesen Menschen nicht zurück. Deshalb leide ich auch nicht. Ich leide aus Gründen aus denen viele nach Trennungen/Affären leiden. Eine Illusion/ein Traum ist geplatzt. Und man leidet weil man so unfassbar naiv war, obwohl man ja eigentlich doch „über den Dingen steht, und sowas durchschaut“(meint man von sich).

Meine Affäre begann am Arbeitsplatz. Mein Arbeitskollege (40) und ich (35) arbeiteten schon 3 Jahre eng an eng zusammen bis sich daraus Liebe entwickelte. Ein komisches Gefühl hatte ich schon damals. Aber ich konnte es nicht wirklich einordnen, denn so wie mein Kollege auch, war ich da schon sehr lange in einer Beziehung. Ich war damals, als wir uns verliebten, schon 18 Jahre mit meinem Partner zusammen. Mein Kollege damals schon 24 Jahre mit seiner Frau. Es war für uns beide neu weshalb ich auch meine Gefühle nicht wirklich einordnen konnte. Ich dachte meine Skepsis sei nur die „jugendliche“ Unsicherheit. Denn auch wenn man schon Ü30/40 ist...die letzte Flirt-Kennenlernerfahrung haben mein Kollege und ich als Teenager mit 15 gemacht. Dass man sich nach so vielen Jahren überhaupt neu verliebt, war ein komisches Gefühl und sollte so auch nicht sein. Aber es ist halt nun mal passiert und wir beide waren mit der Situation überfordert.

Mein Kollege und ich waren zwar schon lange nicht mehr glücklich in unseren Beziehungen, aber daran sich fremdzuverlieben hatte keiner gedacht. Er ist 20 Jahre verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn. Mein Partner und ich sind weder verheiratet noch haben wir Kinder. Es ist in dem Sinne auch schon lange keine Partnerschaft mehr. Wir leben seit Jahren nur noch wie Bruder und Schwester. Jeder macht mehr oder weniger sein eigenes Ding. Nach 19 Jahren hat man sich festgefahren und man hatte sich damit arrangiert und resigniert (ist ein Thema für sich). Laut meinem Kollegen hatte er sich auch einfach nur mit seiner Ehe arrangiert und war schon lange nicht mehr glücklich (falls das stimmt).
Als mein Kollege und ich uns dann verliebten war für uns beide plötzlich alles auf den Kopf gestellt und das Drama fing an. Es war also keine Affäre, weil man den Kick suchte. Im Gegenteil. Wir haben uns mehr gestritten als wir uns verstanden haben, obwohl die Gefühle so stark waren. Auf der einen Seite erwartete er von mir immer, dass man so ist als wäre man ein Paar ( also nicht vor anderen aber zueinander, was ich aber nicht konnte). Wenn ich mal nicht sofort geantwortet habe, wenn er getextet hat oder wenn ich nicht so geantwortet habe, wie er es erwartet hat, zickte er schon rum. Er machte auch schon ständig Pläne für die Zukunft (Haus,Hochzeit,Baby) etc und war verwundert, wenn ich da nicht so drauf eingestiegen bin. Aber, auch wenn ich ihn wirklich geliebt habe, es fiel mir schwer all das was er so sagte zu glauben, denn Taten folgten nie. Deshalb war ich eher immer verhalten was das angeht.
Es folgten auch nie mal wirkliche Zeichen, dass er sich von seiner Frau trennen will. Nichtmal nach 1 Jahr. Mein Kollege redete immer viel, aber gezeigt hat er nie was. Ich habe Zuhause schon vor einiger Zeit die Trennung angesprochen (es war wirklich nur ein ansprechen, denn auch meinem Ex war es klar) und wir schlafen auch nicht mehr in einem Bett oder Zimmer. Wir haben ein gemeinsames Haus und müssen jetzt alles regeln und weiterschauen. Bei meinem Kollegen ist alles, wie vor 1 Jahr. Ich weiß nichtmal ob die Frau überhaupt weiß, dass etwas im Argen ist zwischen denen.

Dass ich das überhaupt so lange mitgemacht habe lag u.a. daran, dass sein Vater schwer erkrankt ist. Und nein, das ist keine Lüge. Sein Vater ist wirklich unheilbar schwer erkrankt und keiner weiß wielange er noch zu leben hat. Schrecklich. Es ging mit uns gerade 5 Monate als es festgestellt wurde.
Seitdem habe ich in vielen Punkten die Füße still gehalten. Auch was eine Trennung von seiner Frau angeht. Sowas muss sowieso freiwillig passieren und nicht unter Druck. Aber die Monate vergingen und es passierte rein gar nichts. Nur viele Worte. Es war alles wie immer. Die Streitereien nahmen immer weiter zu.
Er hat weiterhin erwartet, dass ich die große Liebe mitspiele während er Zuhause keinen Schritt vorwärts tut. Aber das konnte ich nicht. Es gab immer mehr Diskussionen von beiden Seiten aus.
Ich kann gar nicht zählen wie oft ER es beendet hat. Damit wollte er immer erreichen, dass ich weiter still mitspiele. Allerdings hat er mich mit dieser Art immer mehr von sich weggestoßen.
Er fing an auch fiese Seiten zu zeigen. Wie er mich immer fertig gemacht hat, wenn es mal wieder zuende war zwischen uns, war schon irre. Und er zieht das auch auf die Arbeit. Wie ein kleiner dummer Junge. Auch in dem Punkt ist er vor 25 Jahren stehengeblieben. Konflikte, Kritik, Diskussionen, kann er nicht. Er kann auch nicht reden, macht dicht, haut ab. Er sagte mal, dass er nie gelernt hat über Dinge zu reden. Dass er damals von den Eltern auch einfach mit Nichtachtung gestraft wurde. Und zwischen seiner Frau und ihm gibt es nur Geschrei, wenn es mal ein Problem gibt.
Es war immer sehr anstrengend, aber ich liebte ihn sehr und habe viele Dinge eine zeitlang auch verstanden (durch eigene Erfahrungen). Ich schob vieles auf unsere verworrene unsichere Situation und dachte, dass wird schon, wenn wir beide das Alles hinter uns haben. Unsere Streitereien gingen ja im Grunde immer nur darum, dass wir nicht zusammen sein „können“. Aber ich glaube nicht mehr, dass es nur das war. Im Moment weiß ich gar nicht was ich denken soll. Ich denke eher, dass ich für ihn die praktische Abwechslung war und wenn ich drohte abzudriften ging das Theater los. Es war alles dabei. Von Gemeinheiten bishin zu Tränen seinerseit. Wobei ich natürlich auch geweint habe in all der Zeit und das nicht zu knapp. Mich hat diese Zeit kaputt gemacht.

Der große Knall und das endgütlige Ende folgten meinerseits letzte Woche. Ich konnte das einfach nicht mehr. Ich war genervt, sauer, verletzt und es reichte mir. Es ging um seinen Ehering. Wenn man bedenkt, was er mir alles immer so gesagt hat (wie sehr er mich liebt etc) und er sich ja bald trennen wollte (angeblich noch vor Weihnachten), habe ich nicht verstanden wieso er den Ring noch trägt. Ach ja angeblich reden seine Frau und er auch nicht mehr miteinander und wenn dann nur Streit. Umso weniger verstand ich, wieso man den Ring dann noch trägt und das angeblich so knapp vor einer Trennung.
Er begründete es damit, dass er nicht will, dass sein Sohn es so erfährt. Man bedenke, sein Sohn ist 19 und kriegt doch mit, dass die Eltern nicht mehr klarkommen. Aber ok, das Argument habe ich verstanden. Dann fragte ich ihn, wieso er den denn nicht dann wenigstens im Büro ablegt. Er weiß ja, dass es mir weh tut und es für mich endlich mal ein Zeichen wäre. Darauf bekam ich keine Antwort. Am nächsten Tag hatte er den Ring wieder um. Ich dachte wirklich, dass er wenigstens das mal nutzt um mir ein gutes Gefühl zu geben. Aber Fehlanzeige. So kam es dann wieder zum Streit bei dem ich ihm das erste Mal die Pistole auf die Brust setzte (kann man dazu sagen denke ich). Ich schrieb ihm, dass er sich privat erst wieder melden soll, wenn er getrennt ist. Seine Antwort darauf war, dass er sein Profilbild in ein Bild von seiner Familie gewechselt hat. Antwort genug für mich. Solche miesen Aktionen hat er ganz oft abgezogen, um mich zu verletzen. Und ich sah wie gesagt lange über vieles hinweg.
Ich kannte ihn ja schon 3 Jahre bevor das mit uns anfing. Wirklich leicht hatte er es im Leben nicht und war eher der Fußabtreter (für die Familie und Ehefrau). Das ist aber kein Freifahrtsschein zu anderen so zu sein. Mir erging es auch nicht besser als ihm und ich lasse das trotzdem nicht an anderen aus. Ich war also länger geduldig mit seinen „Ausrastern“ und seiner Unzuverlässigkeit als ich sollte.

Nach seiner Aktion von letzter Woche aber habe ich ihn überall geblockt, was ich vorher noch nie getan habe. Wir haben das erste Mal seit Jahren keinen Kontakt mehr. Das gabs noch nie, egal wie groß der Streit war. Aber diesmal reichte es mir einfach. Er hat mich zu oft verletzt. Ich bin jetzt gespannt was mich nach meinem Urlaub erwartet. Eine gemeinsame Kollegin, die von uns weiß, erzählte mir, dass er mir die ganze Schuld gibt und sauer ist. So macht er es immer. Die Schuld ganz weit von sich schieben und sich selbst bemitleiden. Er wirft mir zB im Streit immer vor, dass ich ihn vera.... hätte. Irrwitzig, wenn man bedenkt, was ich bisher alles für uns/ihn getan habe. Oder er wirft mir immer vor, dass mein Ex und ich wieder zusammenkommen. Auch irrwitzig. Er benimmt sich wie der Enttäuschte, obwohl er der ist der nichts für uns getan, sondern mich nur immer wieder verletzt hat. Auch jetzt weiß ich, dass er zutiefst gekränkt ist, weil ich ihn überall geblockt habe. Er fühlt sich von mir im Stich gelassen etc. Unserer Kollegin hat er gesagt, dass ich alles weggworfen hätte. Manchmal frage ich mich in was für einer Welt er lebt. Mein Verständnis ist auf jeden Fall weg.
Mir geht es nicht darum, dass er aktuell die Trennung noch nicht schafft. Seine Eltern wohnen mit im Haus, somit auch der kranke Vater den er mit pflegt. Der Sohn wohnt auch noch da. Mein Kollege ist der Zahlemann, weil seine Frau (40) noch nie gearbeitet hat (hat nichtmal eine Ausbildung). Also alles in einem schon nicht so gute Vorausetzungen, für eine sofortige unüberlegte Trennung. Aber, dass man von ihm so gar keine Schritte sieht und wie er mit bestimmten Dingen um geht, geht gar nicht.

Ganz ehrlich würde ich ihn auch am Liebsten komplett aus meinem Leben verbannen. Das geht aber leider nicht durch die Arbeit. Ich muss also versuchen irgendwie so damit klarzukommen und wohl deshalb versuche ich ein wenig zu verstehen, was bei ihm los ist. Damit ich noch irgendwie mit ihm zusammenarbeiten kann.
Ich meine nicht was bei ihm Zuhause los ist, sondern im Kopf. Die ganze Art. Auf der einen Seite die große Liebe (und er zog alle Register ohne dass ich danach „verlangt“ habe) und auf der anderen Seite behandelt er mich im Streit wie seinen größten Feind.

Ich bin im Grunde eh schon seit Wochen dabei mit der Sache abzuschließen. Es war eine Affäre, wir beide haben unsere Partner betrogen. Wieso sollte sowas gut enden?! Dass ich leide habe ich sicherlich verdient. Und glaubt mir ich leide nicht zu knapp. Mir ist bewusst, dass auch seine Frau leiden würde. Bzw denke ich es. Ich fragte ihn mal, ob seine Frau denn so nichts sagt, ob ihr nichts auffällt. Da schüttelte er mit dem Kopf und sagt, dass es ihn nichtmal wundern würde, wenn sie auch schon jemanden hat. Sie ist ja von morgens bis abends ohne ihn und hat schon länger kein Kind mehr zu versorgen. Er hat keine Ahnung, was sie in den 9Stunden macht, die er nicht da ist.
Ob mein Partner leiden würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht mal. Wie gesagt, wir sind eigentlich nur noch eine WG, schlafen sogar schon getrennt (das alles ist eh ein Thema für sich) und seit Ewigkeiten nicht mehr miteinander (lange vor der Affäre). Aber klar, Betrug ist Betrug und tut weh. Egal ob man den Partner, einen guten Freund oder Kollegen betrügt.

Ich weiß auch selbst, dass es hätte nie so weit kommen dürfen. Ich hätte auch nicht gedacht, dass alles so kommen wird. Und ich bin gespannt was nun alles noch so kommt. Klingt bekloppt, aber ich dachte wirklich mein Kollege und ich wären Freunde. Das waren wir ja erst auch. Ich dachte wir kriegen das irgendwie hin. Wenn keine Beziehung, dann zumindest den Respekt einander gegenüber irgendwie beibehalten. Dass er so wird wie jetzt, hätte ich nicht gedacht.

Habt ihr eine Idee wie man sich verhalten kann, wie man das irgendwie noch normal hinbekommen kann? Keine Beziehung, aber ein normales Miteinander. Übrigens weiß ich, dass es für die Gefühle ein enormer Kraftakt ist. Aber da muss man jetzt einfach stark sein, weil man auch noch zusammenarbeitet.

Sorry für den langen Text. Ich kann sonst mit niemandem so offen darüber reden und da sprudelt es schon mal heraus. Ging halt lange und tut trotz allem sauweh.

Danke fürs Lesen!
 

"Mein Kollege ist der Zahlemann, weil seine Frau (40) noch nie gearbeitet hat (hat nichtmal eine Ausbildung). Also alles in einem schon nicht so gute Vorausetzungen, für eine sofortige unüberlegte Trennung. "

Ganz davon ab das es dich absolut nichts angeht ob er der Ernährer in seiner Familie ist, hat seine Frau im Gegensatz zu dir aber auch sein Kind groß gezogen, warscheinlich den Haushalt geschmissen und zusätzlich kranke Schwiegereltern unter ihrem Dach.

Über dich redet er genau so schlecht wenn er gerade mal sauer ist/es ihm passt also wäre ich da mal etwas zurückhaltend - Mag sein das bei der Nächsten in seinen Erzählungen dann DU die böse Gewitterziege bist die ihn als Fußabtreter benutzt. Die ganze Welt ist  bös zu ihm und er ist IMMER unverschuldet das Opfer in seinen Schilderungen - Fällt dir das nicht auf?

4 LikesGefällt mir

8. November um 7:14

Also ich denke ja, dass jeder Mensch ein Päckchen zu tragen hat, das man ihm halt in der Kindheit auferlegte und das Päckchen deines Freundes scheint nicht leicht.
ABER er ist 40. Er hatte jetzt mind. 20 Jahre um zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln. Das Päckchen kann man im Hinterkopf behalten, wenn es jemand besser machen will und es (noch) nicht so klappt. Aber das als Ausrede zu benutzen, dasss man halt ein Arsch ist, das geht meiner Meinung nach gar nicht.

Wie du siehst sind bei ihm immer die anderen Schuld (wahrscheinlich waren bei seiner Mutter/Vater/Eltern auch immer alle anderen Schuld) und man selbs tist das Opfer. Er ist das Opfer in eurer Beziehung und bei seiner Frau ist er auch nur Fußabtreter. Bestimmt empfindet er es so, aber ich nehme schwer an, dass er seine Frau auch nie anders behandelt hat, wie dich jetzt und damit wird er sich auch schon emotional vor langer Zeit vertrieben haben. Kinder sind dann halt doch ein Band, das einen bindet. Genauso wie ein Haus und finanzielle Abhängigkeit.
Ans ich finde ich schon, dass er dankbar sein darf, dass seine Frau Zuhause war, und das gemeinsame Heim versorgt und den Sohn großgezogen hat. Ihm den Rücken frei gehalten.

Aber schlußendlich bindet auch das ihn nicht für immer an sie. H4 bekommt sie auch so, sie mussn icht hungern, und wenn sie ein bissl was im Kopf hat und anpacken kann, findet sie auch Arbeit um sich ihren Lebenunterhalt selbst zu finanzieren.

Naja. Alles in allem finde ich dich ein bisschen übertrieben verständnisvoll, aber wenn man bedenkt, wie viel zu dir von dem Kerl gefallen lässt, denke ich, dass es mit deinem Delbstbewusstsein auch nicht zum Besten steht. Du trägst halt auch dein Päckchen.

Wegen der Arbeit: Da würde ich ernsthaft überlegen, ob der Wechsel des Arbeitsplatzes nicht sinnvoll wäre um wirklich damit abzuschließen. Wunden können nicht heilen, wenn man sie ständig wieder aufreißt.
Er klingt nicht wie der Typ Mensch, der damit seriös umgehen will sondern wie der, der dir das bis an dein Lebensende reinwürgen will.

LG

1 LikesGefällt mir

8. November um 9:30

Hallo und danke für Eure ganzen Antworten! Ich habe leider keine Mail bekommen, dass ihr was geschrieben habt. Heute erst gesehen

Also zuerst Danke an alle die den "Roman" gelesen haben. Es war echt viel. Wird nicht wieder so lang werden.

Ja ich bin gerade in der Trennung von meinem Partner und wir regeln alles. Nach 20 Jahren kommt einiges zusammen, auch wenn man nicht verheiratet ist.

Dass ich schrieb, dass seine Frau nie gearbeitet hat sollte eigentlich nicht wertend gemeint sein. Es sollte nur aufzeigen, dass es halt noch einen Grund mehr gibt genauer zu überlegen. Seine Frau hat ja noch nie gearbeitet. Nicht in die Rente eingezahlt, nichts. Ihr Vermögen, das sie mit in die Ehe brachte ist 0. Ich denke es wird also 50:50 sein bei einer Scheidung.
Und klar sie hat seinen Sohn erzogen. 1 Sohn. Und das will ich auch nicht kleinreden. Ich habe selber kein Kind und weiß nicht wie das ist. Aber ich habe Freundinnen und kenne Frauen, die erziehen 2-3 Kinder und arbeiten wieder. Meine Schwester hat auch erst wieder gearbeitet als meine nichte 14 war.

Ja auch da habt ihr Recht. Mein Selbsbewusstsein ist nicht so toll. Aber das hat nicht unbedingt was mit meinem Verständis für ihn zu tun. Ich bin allgemein ein verständnisvoller Mensch. Dazu kam, dass wir die gleiche „Vorgeschichte“ haben. Beide mit 15 mit den Partnern zusammengekommen. Seitdem nur in dieser Welt gelebt und plötzlich ist alles anders. Ich dachte wir brauchen nur etwas mehr Zeit. Dass meine Beziehung kaputt ist, war schon lange ausgesprochen Zuhause. Vom Kopf und Herzen war ich schon Jahre getrennt, aber mein Partner auch. Wir sind halt Familie, aber keine Liebenden mehr. Bei meinem Kollegen war es anders. Er sagte mir mal, dass er damals mit 15 mit seiner Frau zusammenkam, er es für die Liebe hielt und dann blieb man einfach zusammen. Mit 20 kam Hochzeit und Kind. Bis er mich kennenlernte.


Und nochmal bevor das vll untergegangen ist. Wir haben wirklich nicht danach gesucht. Er fing neu bei uns an, wurde mein direkter Kollege und wir verstanden uns super. 3 Jahre lang waren wir fast jeden Tag 6-7 Stunden ununterbrochen zusammen. Wir lachten, viel stritten, zickten, halfen uns, vertrauten uns alles an. Er wurde erst ein super Freund und dann die Liebe. Glaubt mir, Affäre und dann noch am Arbeitsplatz finde ich genauso bescheuert. Kündigen wäre die sofortige Lösung, aber es ist unser beider Traumberuf. Wir haben hart gearbeitet/studiert. Unsere Kollegen sind teilweise, wie unsere zweite Familie. Da muss man echt abwägen und deshalb hoffe ich noch, dass ein guter Umgang geht. Ich werde innerlich leiden wie sonst was, aber man muss es versuchen. Hauptsache er bleibt normal, was ich sehr hoffe. Wird er weiter fies muss ich zum Chef und das will ich nicht.

Ich bin schon sehr auf morgen gespannt.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!
 

Gefällt mir

8. November um 9:49
In Antwort auf coleen41

hui ui ui...ganz schön viel passiert bei Dir und wenig erfreuliches..

Erste Frage- besteht für Dich eine Möglichkeit,umzuziehen und Dir eine neue -Arbeitsstelle zu suchen,gleich dotiert,gut erreichbar für Dich?

Zweite Frage-wieso ein normales Miteinander hinbekommen,zum jetzigen Zeitpunkt? Ich sehe das als "Projekt"an-für die Zukunft.

Das würde Respekt,normalen Umgang und vernünftig Reden einfordern.Dazu ist er nicht in der Lage gewesen.
Das "dauernd schlussmachen"ist kein Zeichen von Reife-bei einem 40jährigen Mann .

Der Sohn ist 19,keine 7 oder 12 mehr.
Alt genug,damit klarkommen zu können,sofern sich die Eltern getrennt hätten..haben sie aber nicht,oder?

In meinem VErwandtenkreis hatte sich ein Paar getrennt,scheiden lassen,3Kinder,als der jüngste 16 war.

ER..hatte sich nie zu Dir bekannt.
Nicht umgezogen.
Keine Nägel mit Köpfen gemacht.
Euren Konflikt mit auf die Arbeit ziehen finde ich sehr unprofessionell,menschlich unter aller Kanone und auch so..einfach nicht gut,dass er so agiert.

Hab rausgelesen,dass Du Dich trennst..am Auseinanderdividieren bist mit Haus usw.
Ist möglich besser so,wenn die Liebe schon lange vorbei und die Gewohnheit euch noch verband,aber mehr nicht mehr.

Dass das weh tut,kann ich mir vorstellen,das ist einfach menschlich.
Wie er mit Dir umgeht..seine Kindereien..das beleidigt sein..das Ausweichen,nicht mal was der Ehefrau sagen...respektlos Dir gegenüber.

Mein Eindruck,da hast Du nicht viel verloren mit ihm,von einem Mann,der zwar die Affäre mitnahm und mal eine Zeitlang guten Sex mit einer anderen Frau,aber im Traum nicht daran dachte,sein Leben Dir zuliebe zu ändern und ein neues mit Dir aufbauen zu wollen.
Dass seine Frau keine Ausbildung hat,wäre nicht Dein Problem.

Ihr passt nicht zusammen.
Er reagierte wie ein pubertierender Schuljunge.
Affäre ja..mehr nicht..und Stories erzählen,damit Du echt dran glaubst..ihr hättet eine Perspektive zu zweit.
War NIE seine Absicht!!
Der ist in 10Jahren auch noch verheiratet und hat möglich wieder andere Affären laufen.

Vergiss diesen Looser.Sobald als möglich und distanzier Dich.
Du schuldest ihm nichts.
Aber auch gar nichts.
Was willst Du denn mit einem Mann,der Dich ein Jahr lang verarscht hatte?
Dir vorgegaukelt hatte..evtl..hättet ihr eine Zukunft zusammen?
Hatte er NIE vor..so schlecht ist seine Ehe nicht..aber lügen lügen...damit er Dich ins Bett bekommen hatte..(das alte Spiel..)..

Ihr..könnt euch ja noch kennen und grüssen,da ihr euch ja eh oft trefft auf der Arbeit..aber sonst würde ich jeglichen privaten Kontakt zu ihm rigoros definitiv abbrechen.
Aus Selbstschutzgründen für Dich.

Hallo Coleen und danke

Erste Frage- besteht für Dich eine Möglichkeit,umzuziehen und Dir eine neue -Arbeitsstelle zu suchen,gleich dotiert,gut erreichbar für Dich?

Ist eher schwer.

Zweite Frage-wieso ein normales Miteinander hinbekommen,zum jetzigen Zeitpunkt? Ich sehe das als "Projekt"an-für die Zukunft.

Weil wir beide ein Team auf der Arbeit sind. Gemeinsame Projekte, wir vertreten uns. Einer funktioniert ohne den anderen nicht...also arbeitstechnisch. Nach meinem Urlaub muss ich mit ihm zb über die Projekte reden. Es MUSS ein normales Miteinander klappen. Was er auch versprochen hat. Im Ernstfall hielt er es aber nie ein.

Ja ich denke auch, dass er in vielen Punkten gelogen hat. Auch deshalb beendete ich es. Wie hier ja festgestellt wurde, bin ich schon ziemlich Verständnisvoll. Aber sogar mir wurden einige Dinge einfach zu doof. Er darf nicht vergessen, dass ich auch in so einer langen Beziehung bin. Ich weiß also wie schwer es ist, aber ich weiß auch, dass man Schritte machen kann, wenn man will. Aber die Schritte fehlten. Nur die großen Worte/Gefühle waren immer da. Und in der Tat das glaubte ich ihm. Denn was das anging hing er sich sehr rein. Geschenke an mich waren sehr persönlich. Dinge von ihm, aus seiner Kindheit. Er macht auch im Büro keine Anstalten zu verstecken, dass er mich zumindest sehr mag. Einem Kollegen erzählte er auch von uns. Von mir weiß eine Kollegin bescheid. Bei den beiden ist er, was uns angeht, auch sehr offen.
Eine zeitlang glaubte ich er will wirklich, ist aber zu feige und druckst deshalb so rum. Ich glaube auch er ist Einer dem lieber ist, dass seine Frau ihn verlässt und nicht umgekehrt. Alles "schön und gut", auch wenn es natürlich nicht so toll ist. Aber es gab einfach Dinge die ich dann nicht mehr verstanden habe, wie das mit dem Ring. Das wäre ja etwas gewesen, womit er hätte wenigstens mal ein kleines Zeichen in unsere Richtung setzen können. Das sind Gründe die mich immer mehr an ihm zweifeln ließen.




 

Gefällt mir

8. November um 9:51
In Antwort auf astarte

Ich habe ehrlicherweise nicht alles gelesen, aber bei mir war es ähnlich. Affäre am Arbeitsplatz (er zudem noch Führungskraft), viele Versprechungen, irgendwann war für mich der Reiz weg und ich habe mich getrennt. Mir war aber auch klar, dass ich so am Arbeitsplatz nicht mehr glücklich werde und habe dann zeitgleich gekündigt. Aber ab da ging es bergauf, ich habe schon während der Affäre einen weiteren Mann getroffen, mit dem ich dann eine Beziehung einging und ich fand einen neuen Job mit besseren Arbeitszeiten und besserer Bezahlung und wurde sogar nach einem halben Jahr befördert, das war vorher undenkbar, weil meine Affäre mich nicht bevorzugen wollte (dass meine Leistung auch ohne ihn sehr gut war, hat er gar nicht gesehen). Für mich war das Ende ein Wendepunkt und zwar zum guten. Manchmal braucht man eben einen Wachrüttler, damit es aufwärts gehen kann. Alles Gute für dich! 

Oh vielen Dank für deine liebe Antwort und deine Geschichte!
Wie gesagt, kündigen muss ich noch schauen. Ich hoffe noch, dass es doch noch irgendwie normal weitergehen kann. Seit 1 Woche kein Kontakt mehr. Bin gespannt was kommt.

Gefällt mir

8. November um 9:52
In Antwort auf pi-choo

Hallo,

du hast sehr lange an der Affäre festgehalten und bist jetzt ganz tief in den Schmerz eingetaucht.

Gut aber, daß du einen Schlußstrich gezogen hast. Er hat dich sehr lange hingehalten und du hast erst jetzt die Reißleine gezogen. Bleibe dabei, auch wenn zu erwarten ist, daß er dich ganz mies behandeln wird.  Ob du deinen Arbeitsplatz behalten kannst, weißt nur du. Vermutlich nicht.

Fühl dich herzlich umarmt, denn du beweist dir, daß man nicht mehr alles widerstandslos hinnehmen muss,

Pi


 

Vielen vielen Dank! Ich werde auf jeden Fall dabei bleiben!
Alles Gute!

Gefällt mir

8. November um 9:56
In Antwort auf muc.ist

Wer liest diesen Roman? Niemand. 

Du erwartest, dass er sich trennt. Du tust es aber selber nicht. Lieber bleibst du brav und gemütlich in deinem Nest sitzen. Erst soll er tätig werden, dann du. Bloß kein Risiko eingehen. 

mies. 

trenne dich wenn es dir nicht passt. Leb dein Leben und Finger weg von Kollegen 

Hallo und entschuldige. Ist echt sehr viel geworden. Manchmal ist es schwer beim Eröffnungsthread kurz zu bleiben. Aber es wird kürzer, versprochen.

Also ich habe mich getrennt und bleibe in unserem Nest (haben wir beide bezahlt und ich putze dieses Nest auch, und wasche etc. ist also kein Hotel für mich) weil wir uns in Ruhe getrennt haben und beide nun in Ruhe weiterplanen. Wir schlafen auch schon in getrennten Zimmern. Genau dieso Info hattest du wohl leider nicht gelesen, aber es war halt auch echt viel.

Oh ja....da hast du Brief und Siegel drauf von mir....nie wieder was mit Kollegen. Und nie wieder eine Affäre. Eine tolle Sache für die die den Kick suchen und beide das Selbe wollen. Aber für alles andere ist es tödlich.
 

Gefällt mir

8. November um 10:08
In Antwort auf rabenschwarz

"Mein Kollege ist der Zahlemann, weil seine Frau (40) noch nie gearbeitet hat (hat nichtmal eine Ausbildung). Also alles in einem schon nicht so gute Vorausetzungen, für eine sofortige unüberlegte Trennung. "

Ganz davon ab das es dich absolut nichts angeht ob er der Ernährer in seiner Familie ist, hat seine Frau im Gegensatz zu dir aber auch sein Kind groß gezogen, warscheinlich den Haushalt geschmissen und zusätzlich kranke Schwiegereltern unter ihrem Dach.

Über dich redet er genau so schlecht wenn er gerade mal sauer ist/es ihm passt also wäre ich da mal etwas zurückhaltend - Mag sein das bei der Nächsten in seinen Erzählungen dann DU die böse Gewitterziege bist die ihn als Fußabtreter benutzt. Die ganze Welt ist  bös zu ihm und er ist IMMER unverschuldet das Opfer in seinen Schilderungen - Fällt dir das nicht auf?

Doch ja es fällt eben auf. Deshalb beendet.

Wieso ich das mit der Frau erwähnte, schrieb ich vorhin schon. Es war keine Wertung, sondern nur ein Grund wieso man doch mehr überlegen und rechnen muss. Aber auch wenn ich kein Kind habe....entschuldigung, aber 1 Kind (19) ist für eine Frau mit 40 als ein Grund nicht mehr zu arbeiten? Der Mann geht morgens um 6Uhr aus dem Haus, ist um 18Uhr wieder daheim. Und sie?! Klar es geht mich nichts an, aber sowas hört man ständig. Die Frau hat 1 Kind erzogen. Das Kind geht ab 6-7Jahren in die Schule. Ab 10-12 Jahren wird es immer mehr flügge. Ja das Kind braucht Mittagessen, frische Kleidung, spielen, Hausaufgaben etc. Aber man kann mir nicht sagen, dass eine Frau die 1 Kind bekommt mit 20, danach nie wieder arbeiten muss, weil sie als Mutter schon so viel zu tun hat. Jede Mutter die ich kenne schafft das ob mit 1 Kind oder sogar 3 (was allerdings doch schon viel ist. Da verstehe ich jede Vollzeithausfrau). Kommt auf die innere Einstellung an würde ich sagen. Ausnahmen davon sind Frauen, die wirklich erkrankt sind oder jemanden zu pflegen haben. Aber in diesem Fall hatte seine Frau niemanden zu pflegen. Die Eltern meines Kollegen sind gerade erst berentet worden. Das sind fitte Leute. Also bis der Papa vor 7 Monaten krank wurde. Nein also was das angeht habe ich kein Verständnis für die Frau und das Argument mit dem Kind wirkt auch nicht. Man kann wenigstens einen 450 Euro Job annehmen....wenn man will.


Ja kann gut sein, dass er über mich bei seiner Frau auch so schlecht reden wird, wenn das auffliegen sollte. Denke ich aber nicht.
 

Gefällt mir

8. November um 10:25
In Antwort auf laleu34

Hallo und danke für Eure ganzen Antworten! Ich habe leider keine Mail bekommen, dass ihr was geschrieben habt. Heute erst gesehen

Also zuerst Danke an alle die den "Roman" gelesen haben. Es war echt viel. Wird nicht wieder so lang werden.

Ja ich bin gerade in der Trennung von meinem Partner und wir regeln alles. Nach 20 Jahren kommt einiges zusammen, auch wenn man nicht verheiratet ist.

Dass ich schrieb, dass seine Frau nie gearbeitet hat sollte eigentlich nicht wertend gemeint sein. Es sollte nur aufzeigen, dass es halt noch einen Grund mehr gibt genauer zu überlegen. Seine Frau hat ja noch nie gearbeitet. Nicht in die Rente eingezahlt, nichts. Ihr Vermögen, das sie mit in die Ehe brachte ist 0. Ich denke es wird also 50:50 sein bei einer Scheidung.
Und klar sie hat seinen Sohn erzogen. 1 Sohn. Und das will ich auch nicht kleinreden. Ich habe selber kein Kind und weiß nicht wie das ist. Aber ich habe Freundinnen und kenne Frauen, die erziehen 2-3 Kinder und arbeiten wieder. Meine Schwester hat auch erst wieder gearbeitet als meine nichte 14 war.

Ja auch da habt ihr Recht. Mein Selbsbewusstsein ist nicht so toll. Aber das hat nicht unbedingt was mit meinem Verständis für ihn zu tun. Ich bin allgemein ein verständnisvoller Mensch. Dazu kam, dass wir die gleiche „Vorgeschichte“ haben. Beide mit 15 mit den Partnern zusammengekommen. Seitdem nur in dieser Welt gelebt und plötzlich ist alles anders. Ich dachte wir brauchen nur etwas mehr Zeit. Dass meine Beziehung kaputt ist, war schon lange ausgesprochen Zuhause. Vom Kopf und Herzen war ich schon Jahre getrennt, aber mein Partner auch. Wir sind halt Familie, aber keine Liebenden mehr. Bei meinem Kollegen war es anders. Er sagte mir mal, dass er damals mit 15 mit seiner Frau zusammenkam, er es für die Liebe hielt und dann blieb man einfach zusammen. Mit 20 kam Hochzeit und Kind. Bis er mich kennenlernte.


Und nochmal bevor das vll untergegangen ist. Wir haben wirklich nicht danach gesucht. Er fing neu bei uns an, wurde mein direkter Kollege und wir verstanden uns super. 3 Jahre lang waren wir fast jeden Tag 6-7 Stunden ununterbrochen zusammen. Wir lachten, viel stritten, zickten, halfen uns, vertrauten uns alles an. Er wurde erst ein super Freund und dann die Liebe. Glaubt mir, Affäre und dann noch am Arbeitsplatz finde ich genauso bescheuert. Kündigen wäre die sofortige Lösung, aber es ist unser beider Traumberuf. Wir haben hart gearbeitet/studiert. Unsere Kollegen sind teilweise, wie unsere zweite Familie. Da muss man echt abwägen und deshalb hoffe ich noch, dass ein guter Umgang geht. Ich werde innerlich leiden wie sonst was, aber man muss es versuchen. Hauptsache er bleibt normal, was ich sehr hoffe. Wird er weiter fies muss ich zum Chef und das will ich nicht.

Ich bin schon sehr auf morgen gespannt.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!
 

Evtl wollte er auch nicht, dass die Frau arbeitet. Nicht immer ist alles mit "Faulheit" zu erklären.

Gefällt mir

8. November um 10:38
In Antwort auf schnuckweidev

Also ich denke ja, dass jeder Mensch ein Päckchen zu tragen hat, das man ihm halt in der Kindheit auferlegte und das Päckchen deines Freundes scheint nicht leicht.
ABER er ist 40. Er hatte jetzt mind. 20 Jahre um zu reflektieren und sich weiterzuentwickeln. Das Päckchen kann man im Hinterkopf behalten, wenn es jemand besser machen will und es (noch) nicht so klappt. Aber das als Ausrede zu benutzen, dasss man halt ein Arsch ist, das geht meiner Meinung nach gar nicht.

Wie du siehst sind bei ihm immer die anderen Schuld (wahrscheinlich waren bei seiner Mutter/Vater/Eltern auch immer alle anderen Schuld) und man selbs tist das Opfer. Er ist das Opfer in eurer Beziehung und bei seiner Frau ist er auch nur Fußabtreter. Bestimmt empfindet er es so, aber ich nehme schwer an, dass er seine Frau auch nie anders behandelt hat, wie dich jetzt und damit wird er sich auch schon emotional vor langer Zeit vertrieben haben. Kinder sind dann halt doch ein Band, das einen bindet. Genauso wie ein Haus und finanzielle Abhängigkeit.
Ans ich finde ich schon, dass er dankbar sein darf, dass seine Frau Zuhause war, und das gemeinsame Heim versorgt und den Sohn großgezogen hat. Ihm den Rücken frei gehalten.

Aber schlußendlich bindet auch das ihn nicht für immer an sie. H4 bekommt sie auch so, sie mussn icht hungern, und wenn sie ein bissl was im Kopf hat und anpacken kann, findet sie auch Arbeit um sich ihren Lebenunterhalt selbst zu finanzieren.

Naja. Alles in allem finde ich dich ein bisschen übertrieben verständnisvoll, aber wenn man bedenkt, wie viel zu dir von dem Kerl gefallen lässt, denke ich, dass es mit deinem Delbstbewusstsein auch nicht zum Besten steht. Du trägst halt auch dein Päckchen.

Wegen der Arbeit: Da würde ich ernsthaft überlegen, ob der Wechsel des Arbeitsplatzes nicht sinnvoll wäre um wirklich damit abzuschließen. Wunden können nicht heilen, wenn man sie ständig wieder aufreißt.
Er klingt nicht wie der Typ Mensch, der damit seriös umgehen will sondern wie der, der dir das bis an dein Lebensende reinwürgen will.

LG

Hallo und auch an dich ein Danke!
Ich beantworte zu Anfang mal alle einzeln und dann versuche ich es mit dem Zitieren. Geht das hier überhaupt?


Du hast Recht, er hatte 20 Jahre zu reflektieren. Darauf sprach ich ihn auch mal an. Wieso er sich denn nicht schon vor uns trennte oder daran dachte. Ist ja auch ein langer Prozess. Er sagte, dass er es nicht gemerkt hat. Das Alles. Für ihn war das seit er 15 war sein Leben. Seine erste Beziehung und es blieb dabei. Sie waren immer zusammen, Rund um die Uhr. Mit 16 fing er schon an zu arbeiten. Wenn er Feierabend hatte, irgendwann abends, ist er nur noch zur Freundin.
Sein Leben, so wie er sagte, bestand seit er 16 ist aus arbeiten und seiner Freundin. Dann kam das Kind, dann wurde das Haus gebaut an dem er jahrelang umbaute etc. Er sagte er hatte gar keine Zeit und keinen Kopf sich über sein Leben gedanken zu machen. Erst nachdem er bei uns in der Firma angefangen hat hat er angefangen. Nicht durch mich (also nicht zuerst), sondern weil er plötzlich mehr Zuhause war. Auch an den Wochenenden. Da fing er an zu merken, wie sein Leben wirklich ist. Als wir damals nur Freunde waren sagte er auch immer, dass er keine 60 werden will. Ich finde das sagt schon einiges über die Lebensqualität. Nur hatte er, wie er sagt, Scheuklappen auf all die Jahre. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber zum Teil kenne ich es halt auch. Deshalb kann ich ihm nicht dauernd Lügen unterstellen. Vielleicht ist es bei ihm echt so.


Ja ich war doch schon zu verständnisvoll in einigen Dingen. Aber ich bin an sich ein Mensch der immer erstmal versucht zu verstehen. Der auch erstmal vertraut.
Und ja du hast Recht, mein Selbstbewusstsein ist nicht das Beste. Tja, das Leben formt einen leider nicht immer wie es sollte. Auch ein Grund, wieso ich meinen Kollegen erstmal verstand. Wenn ich so blöde Erfahrungen gemacht habe, wieso soll er das nicht aus gemacht haben?!
Ich finde in Foren wird sehr oft der Mann immer als Lügner abgestempelt. Dabei könnte doch auch die Frau nur lügen. Ich könnte ihm ja auch einen Mist erzählen und er glaubt mir.
In so einer Situation, bei einer Affäre ist halt leider alles sehr unsicher.


Bitte Daumendrücken, dass er mir keins reinwürgen will. Und da mich auch bitte nicht falsch verstehen. Ich bin kein Mauernblümchen, dass sich jeden Mist gefallen lässt. Ich habe im Gegensatz zu ihm aber immer noch im Hinterkopf, dass es die Arbeit ist. Man MUSS seriös damit umgehen können. MUSS. Würden wir nicht zusammenarbeiten, würde ich sicher nicht mehr schauen, wie man noch gut klarkommt. Es ist Folter fürs Herz den Mann immer wieder zu sehen, hören, das Parfüm zu riechen.
 

Gefällt mir

8. November um 10:47
In Antwort auf astarte

Evtl wollte er auch nicht, dass die Frau arbeitet. Nicht immer ist alles mit "Faulheit" zu erklären.

Hallo
Ja auch das habe ich bei ihm angesprochen. Und ich bin mir sogar sicher, dass er es mit gefördert hat. Wie gesagt, an sich war das gar keine Wertung zu Faulheit oder Sonstigem. Ich glaube beide haben sich auf dieses Modell eingelassen. Was mein Kollege allerdings auch sagte, dass er sie seit 4-5 Jahren schon immer mehr darauf anspricht, dass sie arbeiten soll. Sie sagt sie findet nichts und es gibt wohl auch immer Streit deswegen. Er hat keine Lust auf Streit, also sagt er kaum noch was dazu. Also das ist das was er sagt.
Eine zeitlang dachte ich sogar, dass er es ihr vielleicht sogar verboten hat. So hatte er ja immer alles Zuhause. Obwohl laut ihm kocht und putzt sich auch schon nicht mehr. Was wahr ist, keine Ahnung. Ich kann mir denken, dass beide ihre Vorteile aus der Sache hatten. Bei einer Scheidung aber halt blöd für ihn und deshalb muss er da mehr rechnen, als ein Ehemann dessen Frau gleichwertig Geld verdient. Um mehr ging es mir dabei nicht.
 

Gefällt mir

8. November um 11:37
In Antwort auf laleu34

Hallo und auch an dich ein Danke!
Ich beantworte zu Anfang mal alle einzeln und dann versuche ich es mit dem Zitieren. Geht das hier überhaupt?


Du hast Recht, er hatte 20 Jahre zu reflektieren. Darauf sprach ich ihn auch mal an. Wieso er sich denn nicht schon vor uns trennte oder daran dachte. Ist ja auch ein langer Prozess. Er sagte, dass er es nicht gemerkt hat. Das Alles. Für ihn war das seit er 15 war sein Leben. Seine erste Beziehung und es blieb dabei. Sie waren immer zusammen, Rund um die Uhr. Mit 16 fing er schon an zu arbeiten. Wenn er Feierabend hatte, irgendwann abends, ist er nur noch zur Freundin.
Sein Leben, so wie er sagte, bestand seit er 16 ist aus arbeiten und seiner Freundin. Dann kam das Kind, dann wurde das Haus gebaut an dem er jahrelang umbaute etc. Er sagte er hatte gar keine Zeit und keinen Kopf sich über sein Leben gedanken zu machen. Erst nachdem er bei uns in der Firma angefangen hat hat er angefangen. Nicht durch mich (also nicht zuerst), sondern weil er plötzlich mehr Zuhause war. Auch an den Wochenenden. Da fing er an zu merken, wie sein Leben wirklich ist. Als wir damals nur Freunde waren sagte er auch immer, dass er keine 60 werden will. Ich finde das sagt schon einiges über die Lebensqualität. Nur hatte er, wie er sagt, Scheuklappen auf all die Jahre. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Aber zum Teil kenne ich es halt auch. Deshalb kann ich ihm nicht dauernd Lügen unterstellen. Vielleicht ist es bei ihm echt so.


Ja ich war doch schon zu verständnisvoll in einigen Dingen. Aber ich bin an sich ein Mensch der immer erstmal versucht zu verstehen. Der auch erstmal vertraut.
Und ja du hast Recht, mein Selbstbewusstsein ist nicht das Beste. Tja, das Leben formt einen leider nicht immer wie es sollte. Auch ein Grund, wieso ich meinen Kollegen erstmal verstand. Wenn ich so blöde Erfahrungen gemacht habe, wieso soll er das nicht aus gemacht haben?!
Ich finde in Foren wird sehr oft der Mann immer als Lügner abgestempelt. Dabei könnte doch auch die Frau nur lügen. Ich könnte ihm ja auch einen Mist erzählen und er glaubt mir.
In so einer Situation, bei einer Affäre ist halt leider alles sehr unsicher.


Bitte Daumendrücken, dass er mir keins reinwürgen will. Und da mich auch bitte nicht falsch verstehen. Ich bin kein Mauernblümchen, dass sich jeden Mist gefallen lässt. Ich habe im Gegensatz zu ihm aber immer noch im Hinterkopf, dass es die Arbeit ist. Man MUSS seriös damit umgehen können. MUSS. Würden wir nicht zusammenarbeiten, würde ich sicher nicht mehr schauen, wie man noch gut klarkommt. Es ist Folter fürs Herz den Mann immer wieder zu sehen, hören, das Parfüm zu riechen.
 

Ich glaube ihm sogar, dass er erst jetzt gemerkt hat, dass er mit seinem Leben nicht glücklich ist.

MIt reflektieren meinte ich, dass er ja schon vorher immer mit seiner Freundin gestritten haben wird und dass da auch schon Zeit war sich zu fragen, warum man so handelt und wie menschliches Miteinander und die Partnerschaft funktionieren. Anstatt immer zu schmollen und alle anderen sind die bösen.

 

1 LikesGefällt mir

9. November um 5:50
In Antwort auf laleu34

Doch ja es fällt eben auf. Deshalb beendet.

Wieso ich das mit der Frau erwähnte, schrieb ich vorhin schon. Es war keine Wertung, sondern nur ein Grund wieso man doch mehr überlegen und rechnen muss. Aber auch wenn ich kein Kind habe....entschuldigung, aber 1 Kind (19) ist für eine Frau mit 40 als ein Grund nicht mehr zu arbeiten? Der Mann geht morgens um 6Uhr aus dem Haus, ist um 18Uhr wieder daheim. Und sie?! Klar es geht mich nichts an, aber sowas hört man ständig. Die Frau hat 1 Kind erzogen. Das Kind geht ab 6-7Jahren in die Schule. Ab 10-12 Jahren wird es immer mehr flügge. Ja das Kind braucht Mittagessen, frische Kleidung, spielen, Hausaufgaben etc. Aber man kann mir nicht sagen, dass eine Frau die 1 Kind bekommt mit 20, danach nie wieder arbeiten muss, weil sie als Mutter schon so viel zu tun hat. Jede Mutter die ich kenne schafft das ob mit 1 Kind oder sogar 3 (was allerdings doch schon viel ist. Da verstehe ich jede Vollzeithausfrau). Kommt auf die innere Einstellung an würde ich sagen. Ausnahmen davon sind Frauen, die wirklich erkrankt sind oder jemanden zu pflegen haben. Aber in diesem Fall hatte seine Frau niemanden zu pflegen. Die Eltern meines Kollegen sind gerade erst berentet worden. Das sind fitte Leute. Also bis der Papa vor 7 Monaten krank wurde. Nein also was das angeht habe ich kein Verständnis für die Frau und das Argument mit dem Kind wirkt auch nicht. Man kann wenigstens einen 450 Euro Job annehmen....wenn man will.


Ja kann gut sein, dass er über mich bei seiner Frau auch so schlecht reden wird, wenn das auffliegen sollte. Denke ich aber nicht.
 

Wenn man will und wenn der Mann es denn zulässt. Es gibt durchaus Männer die wenn sie sich bei einer Frau zu 100% sicher sind gerne den Versorger spielen und nach der Arbeit ins geputzte, warme Haus kommen. Meine Mutter war auch Hausfrau und hat sehr selten faul rumgesessen. Das sie dann nicht in DEIN Konzept passt ihr schnell und einfach in Rückenlage den Mann auszuspannen kann ihr wohl egal sein ^^

Und das sie so schlecht nun bei dir weg kommt in seinen Erzählungen um dich bei Laune zu halten, hat sie wohl auch vorher nicht gedacht - Immerhin war es ja mal eine bewusste Entscheidung bei ihm zu bleiben.

Was willst du denn von uns hören? Du bist auf ihn rein gefallen, da musst du jetzt emotional eben durch aber mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Gefällt mir