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Abwertung?

18. September 2013 um 15:08

Hallo liebes Forum,
ich möchte eine einfache Frage stellen und eure Meinungen einfach hören:

Ich bin mit meinem Freund seit etwa 1,5 Jahren zusammen. Es läuft nicht ganz so gut wie ich mir das am liebsten wünschen würde, aber das ist jetzt mal Nebensache. Ich bin aber inzwischen ein bisschen gereizt wenn wir miteinander reden aus einfachem Grunde, weil es mir manchmal so vorkommt, als würde er mir arrogant begegnen. Das ist nicht immer so. Aber ich habe das Gefühl, immer wenn er sich etwas selbstbewusster fühlt, dann wird er etwas taktlos. So und gestern hat er mich angerufen und ich habe mich gefreut. Er hat mich gefragt was ich so mache und ich sagte, ich schreibe gerade etwas. Dann sagte er, dass er gerade seine Lohnsteuererklärung macht und dass da was blöd ist. Er hat im letzten Jahr weniger gearbeitet als im Jahre 2011 und deswegen muss er etwas nachzahlen. Aber das ist jetzt nicht so wichtig.

Wichtig ist, ich kenne ihn seit Anfang letzten Jahres und habe natürlich nur mitbekommen wie er letztes Jahr gearbeitet hat. Die Jahre davor habe ich aktiv nicht mitbekommen. Und das, was ich mitbekommen habe, war, dass er ungefähr 4 Monate komplett frei hatte und dann z.B. nur paar Tage in den anderen Monaten arbeiten musste. Insgesamt schätze ich die Arbeitstage auf etwa 150, nicht mehr. Ich möchte auch nicht näher drauf eingehen, was sein Beruf ist. Nunja, er hat eben viel Freizeit und das weiss er auch selbst und seine Familie sagt manchmal Sachen wie: "Ja, weil du ja auch so viel arbeitest!". Ich denke ein bisschen Neid kommt da schon auf, aber nicht böse gemeint. Er kann es sich finanziell sehr gut leisten, so viel Freizeit zu haben.

So nun hat er mir eben gesagt, dass er im Jahre 2011 weniger gearbeitet hat wie im Jahre 2012 und ich sagte dann: "Echt, du hast da noch weniger gearbeitet als letztes Jahr?"

Und was sagt er? "Ich glaube nicht, dass du das beurteilen kannst, wieviel ich arbeite!".

Das hat mich richtig getroffen, so als hätte ich kein Recht etwas zu sagen. Erstens war das ein Witz, zweitens kann ich das sehr wohl beurteilen, weil ich mitbekommen habe, wieviel er weg war.

Ich fand das sehr verletztend mir gegenüber. Hätte ich vielleicht gar nichts sagen sollen?

Er ist sehr empfindlich was seine Arbeit angeht, aber ich weiss nicht warum? Nur dass es ihm da keinen wirklich Spaß macht und er sich nicht richtig dort wertgeschätzt fühlt. Aber so hatte ich das doch gar nicht gemeint.
Mir sagen auch viele, ich würde als Studentin nichts machen müssen, obwohl ich mich abarbeite manchmal, bis ich kaum noch Zeit zum Essen habe. Dann finde ich das auch verletztend, wenn jemand behauptet, ich würde ja so ein tolles entspanntes Leben haben.

Also ich weiss auch nicht, was ich darüber denken soll, aber irgendwie fand ich es gemein, dass er das so gesagt hat.

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18. September 2013 um 17:40

Also ihr habt alle Recht.
Das mit meinem Studium meinte ich folgendermaßen:
Ich muss mir von meiner Familie auch oft anhören, dass ich nicht viel machen müsste und ich könnte mehr das und das machen. Ich musste mich oft rechtfertigen, dass ich mit dem Studium und Nebenjob und allem drum und dran voll ausgelastet bin. Es hat mich auch verletzt, dass sie das so hingestellt haben, als würde ich nur Kaugummi kauen und nichts tun. Ich wollte damit sagen, dass ich MEINEN FREUND da dann auch verstehe, wenn er dann etwas gereizt reagiert, weil das schon nerven kann.

Aber: Ich kenne ihn ja jetzt noch nicht so gut, dass ich voll mitbekomme, was er alles für Sprüche hören muss. Er ist auch jemand, der darüber nicht viel redet. Und ich bekomme es eben ab und zu mit, wie mal jemand aus seiner Familie so einen blöden Witz macht. Ich weiß aber, dass sein Job, obwohl es weniger Tage im Jahr sind als bei anderen Jobs (ich vergleiche jetzt mit Jobs 8h/Tag und 5Tage/Woche) trotzdem anstrengend ist genau wie die anderen und dafür bewundere ich ihn schon. Ich beneide ihn nicht, sondern finde, dass sich jeder selbst etwas schafft, so wie ihr das ja auch schon gesagt habt.

Wir haben auch noch nie darüber diskutiert, wessen Arbeit jetzt besser oder anstrengender ist. Das halte ich auch totalen Blödsinn und möchte auch nicht, dass es dazu kommt.
Ich habe das mit weniger Arbeiten nur so gemeint, dass er noch weniger Tage hatte als eben letztes Jahr. Und ich meine es waren halt viel weniger Tage. Ich hätte auch danach sagen können: "Cool so wenig gearbeitet und trotzdem so viel Geld gekriegt!" Aber dazu ist es ja gar nicht gekommen!

Ich bin danach gar nicht mehr zu Wort gekommen, er hat einfach weitergeredet über etwas, was er gebastelt hat bis er gemerkt hat, dass ich ja nur noch "Hmm, Okay, aha, cool" sage und mehr nicht und hat gefragt, ob es mir langweilig ist. Ich habe dann zu ihm gesagt, dass ich mir nicht so sicher bin, was ich denn sagen darf. Ich habe gesagt: "Ich weiss ja nicht, wieviel du zuvor so gearbeitet hast, weil ich dich da nicht gekannt habe und dafür kann ich nichts, aber ich habe ja mitbekommen, wieviel du letztes Jahr gearbeitet hast und wollte einfach nur wissen, ob es eben noch weniger tage waren. Ausserdem war dann eher als WItz gemeint. Ich finde es fies, wenn du dann sagst, dass ich das nicht beurteilen kann, so als wäre ich kein ebenbürtiger Gesprächspartner für dich."


Ich fühle mich jetzt eben schlecht.
Ich meine, hätte ja auch sein können, dass wir dann auf die Idee gekommen wären, dass es dann besser ist, wenn er auch weniger arbeitet und dafür auch nichts nachzahlen muss. Kann ja in der Zeit dann einen zweiten Job machen, wenn ihm langweilig sein sollte mit der ganzen Freizeit.

Also er hat dann schon gesagt, dass es ihm leid tut und er manchmal Dinge sagt und später merkt, dass es unhöflich war und jetzt weiß, warum ich auf einmal so wortkarg war.

Aber ja, das nächste Mal sollte ich wohl, wenn er von etwas erzählt einfach mal still sein und überhaupt kein Kommentar abgeben!

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18. September 2013 um 19:05

Hmm...
dann weiß ich nicht, warum ich es irgendwie als taktlos empfunden habe. Zumindest habe ich eher ein unwohliges Gefühl dabei gehabt, als er mir das so gesagt hat.

Er hat schon die Wahrheit gesagt, weil ich ihn 2011 nicht gekannt habe und natürlich NICHT weiß, wieviel er gearbeitet hat. Und ja, deswegen kann ich das auch nicht beurteilen.

Es war eher als Frage gemeint wie: "Echt, du hast 2011 noch weniger gearbeitet als 2012?", weil es 2012 eben gerade mal auf 150 Tage hochkam und dieses Jahr noch viel viel weniger. Dieses Jahr hatte er im Januar vielleicht 5 tage, Februar 2, im April auch nur 10 Tage und im Mai und Juni zusammen 3 Wochen, der Rest von Juni, Juli und August war komplett frei und im September sind es etwas mehr als 10 Tage. Da fragt man sich schon, warum der Arbeitgeber einem dann nicht mehr gibt oder er sich dann nicht noch etwas anderes sucht, um die Zeit sinnvoll zu nutzen, anstatt dann nur zu Hause zu sitzen und nur zu lesen oder Fern zu schauen. Warum löst dann meine Frage so eine gereizte Reaktion aus?

Ich wollte weder kritisieren, noch sagen, dass seine Arbeit schlecht ist oder er ein schlechter Arbeiter ist. Ich wollte nur wissen, ob er denn 2011 denn noch weniger gearbeitet hat als 2012?

Und anscheinend findet er es auch doof, dass er weniger Aufträge bekommt, obwohl es finanziell schon reicht. Aber er sagt selbst, dass ihm manchmal so langweilig ist, dass er nicht weiß, was er machen soll und ich hab leider nicht immer Zeit für ihn, weil ich mein Studium habe.

Also, warum kann er nicht einfach auf die Frage normal eingehen und sagen: "Ja, da habe ich noch weniger gearbeitet und zwar weniger Geld bekommen aber es war besser, denn 2012 habe ich mehr gearbeitet aber jetzt muss ich Steuern nachzahlen!"

Halt einfach nicht gereizt darauf reagieren, wenn ich einfach wissen will, ob er denn noch Jahre zuvor hatte, wo er noch mehr zu Hause sitzen musste.

Es ist halt das, was ich ihm auch am liebsten sagen würde:
"Hey, du sagst zwar du bist voll zufrieden, dass du soviel Freizeit hast, aber in Wirklichkeit sehe ich es dir an, dass du lieber was machen würdest und nur nicht weißt was. Denn du hast zwar Freizeit aber hast nichts zu tun, weil alle anderen keine Zeit für dich haben und du keine andere Beschäftigung hast. Und am liebsten würdest du einen anderen Job nehmen oder etwas finden, was dir Spaß macht. Und wenn ich mich darüber wundere, dass du auch noch Jahre hattest, wo du noch weniger arbeiten musstest, dann habe ich nur irgendwie die Wahrheit getroffen, die dich schmerzt. Aber ich hab weder geurteilt noch etwas böses gesagt, sondern nur gefragt, weil du es sowieso angesprochen hast und darüber geklagt hast!"

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