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Abiturient fühlt sich zu 28 jähriger Mutter hingezogen...

3. Januar 2012 um 5:38 Letzte Antwort: 3. Januar 2012 um 19:10

Hallo Zusammen,

ich schreibe euch heute, da ich, so wie es aussieht, ein wenig mit meiner jetzigen Situation überfordert bin.

Ich fasse die ganze Geschichte kurz zusammen.

Ich bin 19 Jahre alt, stehe kurz vor dem Abitur und habe nun, schon wenige Wochen einer Beziehung eine Frau kennengelernt.
Sie ist 28, Altenpflegerin und hat bereits ein Kind, welches 17 Monate alt ist.

Es fing alles durch einen blöden Zufall an, sie nahm , als sie ein Foto von mir sah, Kontakt zu mir auf, per Internet.
Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade dabei eine Trennung zu verarbeiten, hatte demnach eigentlich keinerlei Interesse "etwas neues kennen zu lernen, was Brüste hat".
Wie der Zufall sich ergab, hatten wir einen kurzen Schriftwechsel, in welchem ich ihr deutlich zu verstehen gab, dass sie, als 28 jahrige Mutter nicht ersthaft Interesse an einem Jungspund wie mir haben kann, der nichtmal mit beiden Beinen im Leben steht, da Schüler etc. Sie sagte mir daraufhin, dass sie nicht wisse, wie alt ich sei. Selbstverständlich wies ich sie auf mein Alter hin.
Ab diesem Zeitpunkt hatten wir, einfach aus der Laune heraus ein wenig Kontakt, haben uns des Öfteren geschrieben und sehr intensive Themen "beschrieben".

Sie hat Ansichten, die ich bei Menschen in meinem Alter, welche ich ebenfalls besitze, nicht kenne. Sie hatte mein Interesse geweckt und so kam es halt dazu,
dass ich öfter mit ihr schrieb, wir stundenlange Texte einander schrieben, da ich (noch)
nicht in der Lage war jemand neues kennen zu lernen, da mir, wie bereits erwähnt, eine Trennung, kurz vor Heiligabend, im Weg stand.

Sie konnte meine Situation nachvollziehen und gab mir Rat, hörte mir zu, schrieb nette Dinge, die mich aufbauten. So kam es dazu, dass sich ernsteres Interesse, rein freundschaftlich aufbaute, meinerseits.

Als es dann soweit war, dass ich mit der Beziehung abschließen konnte, rein gefühlsmäßig intensivierte sich der Kontakt, wir schrieben über Stunden, den ganzen Tag lang. Ich hatte ihr Interesse an mir geweckt und sie meines an ihr.

Heute kam es dazu, dass wir telefonierten,über Stunden.
Mittwoch verbringen wir einen gemeinsamen Abend, zusammen mit ihrer Tochter, bei Ihr.

Mein Anliegen ist, meine Angst ist, dass ich etwas falsches tue.
Man sollte erwähnen, dass ich viele steinige Wege in meinem Leben gehen musste und eine gewisse Reife und Weltansicht habe, die viele Menschen, gerade in meinem Alter, nicht haben und diese auch nie haben werden.

Das Problem vor dem ich momentan stehe ist einfach, dass ich für mich eine schwerwiegende Entscheidung treffen muss. Es hat zwischen ihr und mir sehr gefunkt, wenn man das so sagen kann, auch wenn wir uns noch nicht gesehen haben. Sie hat Einstellungen und Weltansichten, wie ich sie habe, sie versteht Dinge und Situationen, sowie Handlungen meinerseits, die keiner, wirklich keiner vorher so verstanden hat wie sie. Sie lässt mich schwach werden, sie macht mich "kirre". Wir sind eben auf einer Wellenlänge. Sie beginnt einen Satz zu sprechen und ich kann ihn beenden, umgekehrt genauso.

Ich habe einfach die Angst, dass das Gefühl, was ich momentan empfinde einfach nur ein Resultat der vor kurzer Zeit stattgefundenen Trennung ist. Das sie mir die Zuneigung gibt, die ich brauchte und mich somit von meinen Gefühlen beeinflussen lasse. Ein weiterer Aspekt ist, dass ich, sofern ich mich einmal binde, länger binden möchte und für mich daher die Gefahr besteht, dass, sofern meine Gefühle mich "täuschen" sollten, ich eventuell etwas, eine Person, sie, kaputt mache.

Ich möchte ihr nicht weh tun, da ich einfach nicht weiß, ob ich dieser Situation gewachsen bin. Ich liebe Kinder, das Kind stellt demnach nur ein ganz kleines Problemchen dar, mehr nicht. Das was mich ebenfalls skeptisch macht ist,
dass ich nicht weiß, ob ich diesem gesellschaftlichen Druck gewachsen bin, schließlich kann ich, moralisch gesehen, die Sache nicht einfach und trocken beenden, wie manch andere es machen würden, wenn sie falsch, unüberlegt gehandelt haben. Die Gesellschaft bzw. das Bild der Gesellschaft interessiert mich nicht, jedoch übt es auf Dauer sicher einen gewissen Druck auf mich aus, wenn ihr versteht, was ich meine.

Ich möchte einfach sagen, sie ist eine wunderbare Frau, eine tolle Mutter und sie hat viel erlebt. Ich bin bereit mich zu binden, jedoch unsicher, ob es wirklich das richtige ist, es momentan zu tun.
Handeln wie ein 19-jähriger können viele, doch als 19-jähriger handeln, wie viele andere es nicht können, gerade was ein Kind betrifft, können nicht viele.

Ich habe ihr von meinen Sorgen erzählt, habe lange mit ihr darüber gesprochen und sie versteht die Sorgen, die Ängste die ich habe, wenn sich Gefühle aufbauen sollten. Sie zeigt Verständnis und versucht mit in gewisser Weise die Angst zu nehmen. Ich habe lange Zeit, eigentlich nie, über meine Probleme oder meine Ängste reden können, da ich aus einem sehr dominanten Haushalt stamme und diese Zuneigung tut einfach gut, gerade in meiner jetzigen Situation und genau da ist halt die Sorge.

Wie ihr sehen könnt, bin ich ziemlich durcheinander.
Ich weiß nichtmal, wie das alles funktionieren soll, ich habe von Mo.-Fr Schule und muss Sa u. So. von 19.30Uhr bis 06.00Uhr arbeiten ein einer Cocktailbar, was das Zusammensein als Paar, wenn es soweit kommen sollte, nicht gerade leichter machen würde, da ich kaum Zeit haben würde und ich auch nicht weiß, wie ich diese Zeit schaffen kann.

In einer Situation wie dieser merkt man schnell, dass ich noch jung bin, denke ich.
Ich bin momentan einfach in einer Selbstfindungsphase und versuche mein Leben gerade ein wenig zu verstehen und über Situationen nachzudenken, die mir widerfahren sind. Bei Leibe, das hätte ich sicher schon früher machen müssen, doch im jugendlichem Alter von 19 Jahren sowie einer fürchterlichen Angst und dem Drang dinge zu verdrängen, ist sowas nicht leicht. Es bedarf schon einen Grund.

Mit solch einer Situation kann man einfach nicht rechnen, obwohl ich schon versuche alles zu planen und nichts ungewiss oder unüberdacht zu tun.

Manch einer wird jetzt ein wenig verwirrt sein, doch ich bin mir sicher, dass ein paar von euch ebenfalls ein wenig quer denken und in gewisser Weise mein Problem verstehen können oder nachvollziehen können Sicher erkennt ihr jetzt, dass ich sehr durcheinander bin und mir gerade sehr viele Gedanken mache.

Ich würde mich freuen, den ein oder anderen neutralen Rat von euch bekommen zu können.

Danke für euer Durchhaltevermögen.

Einen wunderschönen Abend noch.

-letmeknowit

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3. Januar 2012 um 11:14

Spontan...
... fällt mir zu Deinem Text nur eins ein: Du bist ein wirklich toller, junger Mann! Du wirst alles richtig machen. Vergiss einfach nur Deine Ängste ein wenig und ersetze sie durch das Wissen, dass man einfach nicht vorhersagen kann, was morgen ist, so sehr man sich auch wünscht, alles vorher zu wissen und zu kontrollieren. Das einzige, was man tun kann, ist, sich zu bemühen, in jeder Lebenslage fair und aufrichtig zu sein und niemanden zu täuschen und absichtlich zu verletzen! Das wird Dir dabei helfen, das Jetzt mehr zu genießen und Dich mutig und trotzdem verantwortungsbewusst handeln lassen. Die Frau, in die Du verliebt bist, weiß das. Es gibt nie eine Garantie. Beziehungen halten, Beziehungen gehen auseinander. Man kann immer nur versuchen, aufrichtig und ehrlich zu sein, zu sich und zu anderen, um den Blick in den Spiegel nicht scheuen zu müssen. Es gibt immer das Risiko, jemandem weh zu tun oder von jemandem verletzt zu werden. Die Frage ist nur, welche Motive dabei eine Rolle spielen und wie man mit anderen Menschen umgeht.

Was eine Beziehung zu der Frau betrifft: Stell Dir vor - auch wenn es schwer ist - Du bist 60 oder 70 und blickst auf Dein Leben zurück und erinnerst Dich an diese tolle Frau - würde es Dir etwas ausmachen, es nicht versucht zu haben?

Das nur so als Anregung...

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3. Januar 2012 um 19:10
In Antwort auf tyche26

Spontan...
... fällt mir zu Deinem Text nur eins ein: Du bist ein wirklich toller, junger Mann! Du wirst alles richtig machen. Vergiss einfach nur Deine Ängste ein wenig und ersetze sie durch das Wissen, dass man einfach nicht vorhersagen kann, was morgen ist, so sehr man sich auch wünscht, alles vorher zu wissen und zu kontrollieren. Das einzige, was man tun kann, ist, sich zu bemühen, in jeder Lebenslage fair und aufrichtig zu sein und niemanden zu täuschen und absichtlich zu verletzen! Das wird Dir dabei helfen, das Jetzt mehr zu genießen und Dich mutig und trotzdem verantwortungsbewusst handeln lassen. Die Frau, in die Du verliebt bist, weiß das. Es gibt nie eine Garantie. Beziehungen halten, Beziehungen gehen auseinander. Man kann immer nur versuchen, aufrichtig und ehrlich zu sein, zu sich und zu anderen, um den Blick in den Spiegel nicht scheuen zu müssen. Es gibt immer das Risiko, jemandem weh zu tun oder von jemandem verletzt zu werden. Die Frage ist nur, welche Motive dabei eine Rolle spielen und wie man mit anderen Menschen umgeht.

Was eine Beziehung zu der Frau betrifft: Stell Dir vor - auch wenn es schwer ist - Du bist 60 oder 70 und blickst auf Dein Leben zurück und erinnerst Dich an diese tolle Frau - würde es Dir etwas ausmachen, es nicht versucht zu haben?

Das nur so als Anregung...

...danke
Ich danke dir für diese netten Worte.
Es tut gut, ein solches Feedback zu bekommen und ich bin mir sicher, dass du Recht hast mit deiner Einstellung.
Deine Worte geben mir eine gewisse Sicherheit, die ich so sehr selten habe oder von anderen vermittelt bekomme oder bekommen habe.

Genau den Gedanken hatte ich auch schon. Ich weiß, dass ich mir sehr viele Vorwürfe machen würde, wenn ich es nicht wagen würde.

Wie du bereits sagtest, fällt es mit einfach schwer, das Ruder mal aus der Hand zu geben und sich dem Schicksal zu überlassen. Es ist für mich nunmal ein großer Schritt in die Welt der Erwachsenen, wenn auf einmal ein kleines Kind mit im Spiel ist.
Ich bin mit, so denke ich, der Verantwortung bewusst, die ich in diesem Fall trage. Habe jedoch Zweifel,
ob dies der richtige Weg ist, wenn ihr versteht was ich meine.

Alle Zukunftspläne werden dadurch natürlich beeinflusst, was in Kauf nehmen kann, denn was anderes heißt nicht, dass es was schlechtes ist. Pläne werden halt verworfen, der Gedanke nach dem Abitur auszuwandern ist weg etc.
Versteht ihr, wie ich das meine ?
Es ist ja nicht so, dass das einzige Problem oder die einzige Hürde ist. Ich hab eine Familie, von der ich nicht weiß, inwiefern sie mir Steine in den Weg legen wird, zumal ich, wenn es dazu kommen sollte, dass wir ein Paar werden, keinen Weg mehr zurück sehe.


Ich danke für das Lesen,

liebe Grüße

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