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Abhängigkeit? Ausfälliges Verhalten bei Konflikten.

19. Juli 2015 um 9:22

Ich bin schon seit 8 Jahren mit meinem Freund zusammen, beide Mitte 20. Und ich muss mir gerade eingestehen, dass ich für die Mehrheit unserer Probleme verantwortlich bin.

Es fing damit an, dass er etwa ein halbes Jahr um mich gekämpft hat. Ich habe mich von meinem damaligen Freund getrennt (in dieser Beziehung war ich die dominante Person, vielleicht ist das relevant?) habe und mich auf ihn eingelassen habe.

Anfänglich trug er mich auf Händen (sagen wir die ersten 3 Monate), es kamen sehr viele Liebeserklärungen und er hatte nie genug von mir. Das liess dann aber langsam nach. Ich hatte ein schlechtes Selbstbewusstsein und so setzten damit Verlustängste und Eifersucht ein. Es war nicht wirklich schlimm, aber dennoch reagierte ich auf nicht übertrieben liebevolles Verhalten von ihm direkt beleidigt, weil mich das alles so verunsicherte. Damit wurde alles schlimmer, wir stritten uns häufig.

Nach einem halben Jahr suchte er hinter meinem Rücken den Kontakt zu einer anderen Frau und traf sich einmal mit ihr (es lief aber nichts). Das fand ich dann viel später, nachdem er es schon lange beendet hat, heraus, und meine Welt brach zusammen. Ich reagierte aber nicht so, wie normale Leute auf einen "Betrug" (auch wenn es nicht wirklich einer war) reagieren würden. Anstatt ihm die kalte Schulter zu zeigen und über eine Trennung nachzudenken, lief ich ihm hinterher. Er entschuldigte sich zwar schon, aber eigentlich war es immer klar, dass ich bei ihm bleibe, weshalb wir auch gar nie wirklich über diesen "Betrug" gesprochen haben.

Die Probleme häuften sich von nun an. Ich wurde immer eifersüchtiger, es eskalierte. Er trennte sich in 4 Jahren 3-mal von mir, kam aber immer nach wenigen Tagen/Wochen wieder zurück. Wir hatten aber zwischenzeitlich auch immer wieder sehr schöne Momente.

Ich habe mit der Zeit dann aber auch gelernt, ihm wieder zu vertrauen. Er war 18, als er mich "betrog", inzwischen ist er viel reifer geworden, und er würde das auch nicht wieder tun, da bin ich mir ziemlich sicher, da es ihn selbst aus der Bahn geworfen hat, dass er fähig ist, so etwas zu tun. Ich habe mich ein wenig gefangen, und unsere Beziehung läuft auch besser. Wir haben sehr schöne Momente (auch schon früher) und wir haben gemeinsame Ziele, Vorstellungen vom Leben und passen wirklich prima zusammen bezüglich sehr vielen Dingen.

Aber ein Problem bleibt. Oder sagen wir 2. Ich habe irgendwie das Vertrauen verloren, dass er mich liebt. Ich träume manchmal, dass er mich verlässt, weil er mich einfach nicht liebt. Und manchmal hab ich das Gefühl, ihn nur zu nerven. Das ist aber eigentlich nicht so. Wenn von mir mal weniger kommt, dann kommt von ihm sehr viel, er meldet sich mehrmals täglich bei mir und will mich sehr oft sehen und ist eigentlich auch liebevoll zu mir. Dennoch habe ich nicht das Vertrauen, dass er wirklich mit mir zusammen sein will.

Es funktioniert zwischen uns prima, jedoch wenn es Situationen gibt, in denen er mich über einen "längeren" Zeitraum nicht genügend wahrnimmt (z.B. wenn wir 1 Woche kaum mehr Zeit füreinander hatten), dann werde ich traurig und zicke ihn an. Er versucht das dann irgendwie zu klären, aber ich blocke ab. Der Streit eskaliert und dann wird es richtig schlimm. Er will weg von mir, aber ich hindere ihn daran. Ich will mit ihm sprechen. Er will gehen, ich "verfolge" ihn. Oder er beendet das Telefon und ich ruf ihn zurück, terrorisiere ihn mit Anrufen, manchmal fahr ich dann sogar zu ihm. Ich lasse ihn nicht in Ruhe.
Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass es früher in schlimmeren Zeiten auch Phasen gegeben hat, in denen bis zu einer Woche Funkstille geherrscht hat und ich einfach Angst davor habe. Aber mein Verhalten geht gar nicht.

Ich verhalte mich total peinlich, kindisch. Aber ich schaffe es einfach nicht. Sobald ich die Kontrolle verliere, versuche ich ihn zu zwingen, sich genau so zu benehmen, wie ich es mir vorstelle. Es tönt schrecklich, ist es auch. Jedoch nur bei solchen Szenen, in denen es eskaliert. Das kommt aber schon so 1-mal im Monat vor, leider. Manchmal sogar noch häufiger. Er macht das mit, sagt zwar, dass das gar nicht geht und über kurz oder lang das Aus bedeutet. Das macht mir dann noch mehr Angst. Er reagiert natürlich auch empfindlich mittlerweile. Wir haben einen liebevollen Umgang und er macht mir auch zwischendurch Komplimente und signalisiert mir, dass er mit mir zusammen sein will, sagt aber auch, dass er nicht mehr wirklich daran glauben kann, dass es zwischen uns klappt, und sagt mir auch schon lange nicht mehr, dass er mich liebt.

Ich sehe in erster Linie, dass mein Selbstbewusstsein viel zu gering ist. Ich fühl mich auch ziemlich unsportlich und pummelig und weiss auch, dass er auf etwas Schlankere stehen würde. Leider bin ich noch ein Jahr lang in einem ziemlichen Stress beruflich, so dass ich keine wirkliche Zeit/Energie aufbringen kann, daran etwas zu ändern, was meinem Selbstbewusstsein und damit unserer Beziehung sicherlich nicht gut tut.

Eigentlich ist die Antwort simpel: Ich muss aufhören, ihn so zu behandeln bei Streits. Wenn ich ihm ein wenig Zeit gebe, sich zu beruhigen, kommt er nach wenigen Stunden, manchmal einem Tag, wieder sehr liebevoll auf mich zu. Aber ich habe einfach Angst, dass er nicht nach einem Tag wieder auf mich zu kommt, dass es länger dauert und ich wieder tagelang ignoriert werde. Dann tick ich so aus, und das Ganze nimmt seinen Lauf. Ich weiss nicht, es ist, als würde sich mein Gehirn ausschalten in diesem Moment.

Es ist auch nicht so, dass ich sonst nur abhängig bin von ihm. Ich bin nur so, wenn wir streiten und sonst habe ich auch gerne meine Ruhe. Er sagt auch oft, dass ich nur dann, wenn wir streiten, wirklich viel Energie in die Beziehung stecke. Ich sehe das nicht ganz so, aber ich sehe es so, dass ich mich gut alleine beschäftigen kann, aber nicht, wenn wir streiten. Wenn wir streiten, sitz ich nur sinnlos da und kann höchstens TV schauen. Ich bin dann unfähig, selbständig etwas zu tun.

Könnt ihr mir (uns) helfen?

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19. Juli 2015 um 9:34

Liebe fightforitnow!
Du musst lernen ruhiger zu werden. Warum machst Du nicht ein bisschen Sport? Nicht viel, so 1/2 Stündchen am Tag. Sport baut aufgestaute Aggressionen ab und Du kannst mal so richtig "durchatmen".

LG.,

lib

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19. Juli 2015 um 9:45

Liebe lightinblack
Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mein ganzes Leben noch nie Sport gemacht und möchte eigentlich unbedingt damit anfangen. Mein Problem ist jetzt (gut, eventuell ist es auch ein wenig eine Ausrede), dass ich kaum Freizeit habe und immer unter Dauerstress stehe. Aber vielleicht wäre es dann umso empfehlenswerter, etwas Sport einbauen zu lassen.
Das Problem ist ja dann meist auch, dass ich, wenn wir streiten, mich nicht mehr konzentrieren kann, ich aber eigentlich so viel zu tun hätte. Denkst du, dass da eventuell Sport direkt in dieser Situation helfen würde?

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19. Juli 2015 um 9:47

Ich schaue
nur ganz selten TV - nur dann, wenn wir streiten.

Ich denke, ich bin auf eine spezielle Art abhängig. Ich werde abhängig, sobald es zu Streit kommt, sonst bin ich wirklich auch fähig, mich selbst zu beschäftigen, vermisse ihn zwar, möchte ihn aber auch nicht ständig um mich haben, und brauche auch meinen Freiraum.

Aber du hast schon recht - wenn ich immer dann abhängig bin, wenn ich Gefahr sehe, ihn zu verlieren, bin ich wohl immer abhängig von ihm. Wie stellt man denn so was ab?

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19. Juli 2015 um 13:10
In Antwort auf belen_12134479

Liebe lightinblack
Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mein ganzes Leben noch nie Sport gemacht und möchte eigentlich unbedingt damit anfangen. Mein Problem ist jetzt (gut, eventuell ist es auch ein wenig eine Ausrede), dass ich kaum Freizeit habe und immer unter Dauerstress stehe. Aber vielleicht wäre es dann umso empfehlenswerter, etwas Sport einbauen zu lassen.
Das Problem ist ja dann meist auch, dass ich, wenn wir streiten, mich nicht mehr konzentrieren kann, ich aber eigentlich so viel zu tun hätte. Denkst du, dass da eventuell Sport direkt in dieser Situation helfen würde?

@liebe fightforitnow!
Es scheint fast so, als würden die Leute von mir glauben, dass ich sie anlüge oder ihnen etwas vormachen will! Nein, das will ich ganz und gar nicht! Ja. Sport hilft immer. Wenn Du mir das nicht glaubst, frage einen Arzt nach Deiner Wahl! Sport ist kein Allheilmittel, auch eine Therapie ist kein Allheilmittel. Aber, es ist unbestritten, dass sich Bewegung positiv auf den Körper auswirkt, weil der Sauerstoffgehalt im Blut ansteigt und somit, für eine euphorische Wirkung sorgt. Er wird Dir gut tun, da bin ich mir ganz sicher!

LG.,

lib

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19. Juli 2015 um 13:24
In Antwort auf lightinblack

@liebe fightforitnow!
Es scheint fast so, als würden die Leute von mir glauben, dass ich sie anlüge oder ihnen etwas vormachen will! Nein, das will ich ganz und gar nicht! Ja. Sport hilft immer. Wenn Du mir das nicht glaubst, frage einen Arzt nach Deiner Wahl! Sport ist kein Allheilmittel, auch eine Therapie ist kein Allheilmittel. Aber, es ist unbestritten, dass sich Bewegung positiv auf den Körper auswirkt, weil der Sauerstoffgehalt im Blut ansteigt und somit, für eine euphorische Wirkung sorgt. Er wird Dir gut tun, da bin ich mir ganz sicher!

LG.,

lib

Liebe lightinblack
Nein, natürlich will ich dir nicht unterstellen, dass du mir was vormachen willst. Ich denke, als Sportmuffel hört man einfach nicht gerne, dass Sport eine Lösung für Probleme sein könnte. Ich werde es in Angriff nehmen - vielen Dank für den Tritt in den Hintern

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19. Juli 2015 um 13:27
In Antwort auf belen_12134479

Liebe lightinblack
Nein, natürlich will ich dir nicht unterstellen, dass du mir was vormachen willst. Ich denke, als Sportmuffel hört man einfach nicht gerne, dass Sport eine Lösung für Probleme sein könnte. Ich werde es in Angriff nehmen - vielen Dank für den Tritt in den Hintern

Nichts zu danken!
Habe ich gerne getan!

Das ist ein Wort. Respekt!

Viel Erfolg!

lib

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19. Juli 2015 um 14:00
In Antwort auf belen_12134479

Liebe lightinblack
Vielen Dank für deine Antwort. Ich habe mein ganzes Leben noch nie Sport gemacht und möchte eigentlich unbedingt damit anfangen. Mein Problem ist jetzt (gut, eventuell ist es auch ein wenig eine Ausrede), dass ich kaum Freizeit habe und immer unter Dauerstress stehe. Aber vielleicht wäre es dann umso empfehlenswerter, etwas Sport einbauen zu lassen.
Das Problem ist ja dann meist auch, dass ich, wenn wir streiten, mich nicht mehr konzentrieren kann, ich aber eigentlich so viel zu tun hätte. Denkst du, dass da eventuell Sport direkt in dieser Situation helfen würde?

Lightinblack
ist m.

lib

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19. Juli 2015 um 14:07

Muss
ich das jetzt verstehen?

Nein, im Ernst. Ich versteh leider nicht ganz, worauf du hier anspielst. Du meinst, dass ich zu viel etwas Anderem die Schuld gebe und nicht Verantwortung für mein Handeln übernehme?

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19. Juli 2015 um 14:08
In Antwort auf belen_12134479

Liebe lightinblack
Nein, natürlich will ich dir nicht unterstellen, dass du mir was vormachen willst. Ich denke, als Sportmuffel hört man einfach nicht gerne, dass Sport eine Lösung für Probleme sein könnte. Ich werde es in Angriff nehmen - vielen Dank für den Tritt in den Hintern

Hallo
---Ich denke, als Sportmuffel hört man einfach nicht gerne, dass Sport eine Lösung für Probleme sein könnte.---

Keine Lösung, aber es kann helfen.
Da du fitter wirst fühlst du dich wohler, du siehst durchtrainierter aus, das stärkt das Selbstbewusstsein und deine Selbstachtung.
Außerdem baut man Aggressionen und Frust etwas ab, anstatt sie nur zu unterdrücken oder an anderen auszulassen.
Es gibt also gleich mehrere positive Aspekte.

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19. Juli 2015 um 14:09

Ja,
das scheint vermutlich wirklich die beste Lösung zu sein. Werde mich mal umschauen, was es für Möglichkeiten gibt.

Als Machtspielchen würde ich es nicht bezeichnen, aber ich geb dir recht: das macht uns beide nicht glücklich so!

Danke für deine Antwort.

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