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Ab jetzt ohne ihn...und die frage ob ich schuld bin?!

8. März 2008 um 1:27

ich habe vorgestern eine längere switch-on-switch-off-affäre/beziehung/freundschaft- beendet. was heißt beendet, ich habe ihm das wort selbst in den mund gelegt nach langem hin und her.

wir führen seit monaten ein krankhaftes miteinander und standen uns meines erachtens einmal sehr nahe. aber sein diabetes und die daraus resultierenden psychosomatischen störungen haben es mir immer schwieriger gemacht an ihn ranzukommen. er hatte mich um abstand gebeten, kontakt weiterhin ja, aber in maßen. nachdem er und ich uns bemüht haben, bin ich doch an mir selbst gescheitert. ich konnte mich nicht zurückhaltend, bin wieder streitsüchtig geworden, bis er tagelang nicht ans telefon ging bzw. sich von seinem besten freund und mitbewohner verleugnen ließ.

beim letzten telefonat hab ich ihn gebeten nun mal klartext zu reden. wieder kam nur: ich brauche ruhe. wenn er mit mir diskutieren würde, würde das nur seine laune runterbringen. ich meinte dann: ist es jetzt vorbei und er antwortete: sowas in der art. ich war traurig, verletzt und sauer nach allem was ich für ihn getan habe. am ende habe ich ihn noch beleidigt und dann den hörer aufgelegt. diese beleidigung auf unserer muttersprache ist das respektloseste was man einem gegenüber sagen kann. später hab ich eben eine fiese nachricht geschrieben, mich bitter ausgelassen...

heute war meine freundin da und hat meine sachen abgeholt die noch bei ihm waren. sie hat ihn gefragt ob sie mir was von ihm ausrichten soll. er ist auf die beleidigung eingegangen und meinte, dass er nicht dahin gehen würde, wo ich ihn hingeschickt habe. die beleidigung kann man übersetzen mit: geh doch dahin wo du hergekommen bist. aber wesentlich beleidigender und vulgärer...
meine freundin meinte er wirkte unruhig und unkonzentriert. nicht so wie sie ihn noch vor monaten kennengelernt hatte.

es tut mir leid dass ich mich auf so ein niveau herunter gelassen habe. ich liebe ihn, aber ich weiß, dass ich soetwas nie hätte sagen dürfen. nur habe ich den respekt einfach verloren und wollte austeilen. ich weiß dass er mir soetwas nie verzeihen würde und wird. er hat mich nie beleidigt, noch ist er jemals ausfallend geworden.

ich weiß dass es ihm nicht gut geht, sowohl seelisch als auch körperlich. ich wäre gerne da für ihn gewesen und ich habe alles getan was ich konnte. nur meine nerven hatten auch ein ende. seine krankheit hat unsere beziehung kaputt gemacht. vielleicht war ich zu egoistisch, aber ich hätte ihn auch mehr als alles andere gebraucht. nur war ich letzten endes überfordert mit mir selbst und mit ihm. seine selbstmordgedanken, seine störungen. es ist zuviel, weil er sich medizinisch nicht helfen lassen will. eigentlich müsste er stationär in der psychiatrie behandelt werden.

es kommt hinzu dass sein bester freund nicht der beste einfluß auf ihn ist. er redet ihm ein, dass er selbst klar kommen muss, dass ein psychiater ihn kaputt machen würde. und er mag mich nicht. sein freund ist von der sorte mann die frauen verarschen, heute die, morgen ne andere. er schaut auf zu ihm, da er älter ist. also in meinem alter...

alles in allem tut es mir weh und leid. ich kann meine sachen nicht entschuldigen, ich bin wie ich bin. andersrum tut es mir weh ihn zu verlieren. ich will nicht dass er mich hasst. aber genau dass werde ich durch mein klammern, aber auch meine kühle art ihm gegenüber wenn es drauf ankommt, getan haben.

was ratet ihr mir? ich bin echt am ende. ich liebe ihn abgöttisch, aber ich komme auch nicht klar mit mir selbst. mein leben ist ein riesen chaos, alles von anfang bis ende läuft schief. ich bräuchte ihn, aber er ist mit sich selbst beschäftigt.

es tut mir leid, dass es etwas lang geworden ist!



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8. März 2008 um 1:38

Auch wenn
er dir verzeihen sollte, an seiner erkrankung wird sich nichts ändern und du wirst früher oder später wahrscheinlich wieder die nerven verlieren. ist auch klar, denn du brauchst ihn ja auch ab und zu. es ist halt einmal so: eine beziehung besteht aus gegenseitigem geben und für einander da sein. überleg dir was du ändern könntest, ich meine, sollte er dir verzeihen, wie könntet ihr das lösen, wann könnte er für dich da sein? alles gute

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8. März 2008 um 1:40

Vielleicht
solltet ihr beide in Therapie? Wäre es evtl einfacher wenn ihr zusammen einen Termin und ein Gespräch vereinbart?

Dass du ihn verletzt hast mit dieser Aussage ist schon klar. Wenn er sich aber tagelang verleugnen lässt ist das auch nicht die feine Art! Meines Erachtens liegen gibt es nicht viel Unterschied zwischen Ignoranz und Beleidigung! Im Streitfall kann das Ignorieren oft schmerzhafter sein wie eine verbale Beleidigung.

Vielleicht schreibst du ihm einen Brief indem du ihm das alles schilderst und ihm auch das mit der Therapie vorschlägst! Wenn er wirklich so sehr krank ist wird er es ohne professionelle Hilfe nicht schaffen bzw vergeudet Zeit in der es ihm schon etwas besser gehen könnte nur weil er es verweigert.

Dieser Freund ist nicht hilfreich aber den wirst du nicht ausspielen können. Er muss es selber erkennen!

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8. März 2008 um 1:47
In Antwort auf bodo676

Auch wenn
er dir verzeihen sollte, an seiner erkrankung wird sich nichts ändern und du wirst früher oder später wahrscheinlich wieder die nerven verlieren. ist auch klar, denn du brauchst ihn ja auch ab und zu. es ist halt einmal so: eine beziehung besteht aus gegenseitigem geben und für einander da sein. überleg dir was du ändern könntest, ich meine, sollte er dir verzeihen, wie könntet ihr das lösen, wann könnte er für dich da sein? alles gute

Erstmal ist..
..meiner Meinung nach eine Entschuldigung von Deiner Seite notwendig. Du hast selbst gesagt, dass Du ihn aufs Schlimmste beleidigt hast. Ich denke Du solltest die Grösse haben Dich mit ihm zu treffen, Dein Verhalten zu erklären und Dich zu entschuldigen.

Die Krankheit, die ihn auch psychisch beeinträchtigt beleistet eure Beziehung sehr. Ich kann mir das gut vorstellen, Du bist immer am geben und brauchst auch ab und zu eine starke Schulter zum anlehnen, die er Dir aber nicht bieten kann, da er zu sehr mit seinen eigenen Problemen belastet ist.

Versuch mit ihm zu reden, dass er sich helfen lassen soll von einem Psychiater oder Psychologen, das ist heutzutage überhaupt keine Schande mehr. In Amerika macht das fast jeder der was auf sich hält. Seine Probleme gehören in einen professionellen Rahmen, du kannst das nicht alleine auffangen.

Sprich mit ihm vernünftig dann lässt sich das bestimmt klären.

viel Glück

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9. März 2008 um 3:48

Erstmal vielen dank für eure antworten...
therapie ist das stichwort. ich selber bin bereit eine therapie zu machen, aber bislang habe ich nicht den richtigen therapeuten gefunden, noch die richtige therapieform. aber das ist jetzt auch prio 1. bei mir ist sie schon seid kindestagen an überfällig...

und was ihn angeht: er hat eine überweisung in die psychiatrie, wenn er nur noch einen seiner austicker kriegt, dann wird er zwangseingewiesen. ich weiß dass er runter ist, er schläft nicht, ist abwechselnd aggressiv und depressiv. er hat schmerzen, spätfolgen vom schlechten umgang mit dem zucker. er ist nicht der mann den ich kennengelernt hat, es ist so vieles passiert in den letzten monaten. er ist nervös, springt in seinen gedankengängen, ist unkonzentriert. er wird nicht in die psychiatrie gehen. er ist so "stolz", eher nimmt er sich das leben. das hat er angekündigt.

ihr habt recht, eine entschuldigung muss drinne sein. aber wie und wann steht in den sternen. zur zeit ist er auf 180 wenn er nur meinen namen hört glaub ich. heute bin ich ihm zufällig über den weg gelaufen. ich glaube wenn blicke töten könnten, würd ich hier nicht sitzen und schreiben.

ich liebe ihn und ich glaube auch dass ich ihm etwas bedeute. ich wäre gerne für ihn da, aber er lässt es nicht zu. aber andersrum brauche ich ihn auch. ich habe soviel gegeben, dass am ende nichts von mir übrig geblieben ist. ich frage mich auch wann wir uns das letzte mal geküßt haben. alles ist durch ihn und seine kalte art abhanden gekommen und alles war dann meine reaktion auf ihn. er selbst weiß es.

ich denke ich werde mich entschuldigen und dann abstand nehmen. wenn ein bißchen gras über die sache gewachsen ist, dann werde ich ihn um ein gespräch bitten. ich habe aber manchmal angst, dass es zu spät sein wird. irgendwie habe ich ein komisches gefühl, weil er so oft vom tod redet...

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9. März 2008 um 5:25

Du, Beziehung und seine Nervenschmerzen
Ich denke, euer Problem hat mehrere Quellpunkte an denen ihr ansetzen könntet.

Du solltest lernen, ihn (oder einen Partner) nicht zu BRAUCHEN sondern allein klarzukommen. Danach wird es Dir leichter fallen, eine Beziehung zu haben und die Flexibilität zu haben, einen für beide Seiten angenehmen Abstand oder Nähe auszuwählen, gleichzeitig toleranter zu sein und auch Grenzen zu setzen, die Dich schützen und stabiler machen, auch schwierige Phasen einer Beziehung durchzustehen.

Was seine Nervenschmerzen durch Diabetes angeht, sind die ganz gut behandelbar. Es braucht eine kleine Weile, bis es anspricht, aber niedrig dosierte klassische trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin (Medikament Saroten) helfen dagegen. Falls eine Depression vorliegt, kann sie durch entsprechende Dosierung mit einem Medikament mitbehandelt werden.

jaja

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9. März 2008 um 13:14
In Antwort auf jaja2331

Du, Beziehung und seine Nervenschmerzen
Ich denke, euer Problem hat mehrere Quellpunkte an denen ihr ansetzen könntet.

Du solltest lernen, ihn (oder einen Partner) nicht zu BRAUCHEN sondern allein klarzukommen. Danach wird es Dir leichter fallen, eine Beziehung zu haben und die Flexibilität zu haben, einen für beide Seiten angenehmen Abstand oder Nähe auszuwählen, gleichzeitig toleranter zu sein und auch Grenzen zu setzen, die Dich schützen und stabiler machen, auch schwierige Phasen einer Beziehung durchzustehen.

Was seine Nervenschmerzen durch Diabetes angeht, sind die ganz gut behandelbar. Es braucht eine kleine Weile, bis es anspricht, aber niedrig dosierte klassische trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin (Medikament Saroten) helfen dagegen. Falls eine Depression vorliegt, kann sie durch entsprechende Dosierung mit einem Medikament mitbehandelt werden.

jaja

Zur Schuldfrage ...
... zu welchem Zweck willst Du einem von euch eine Schuld geben ?

Ich denke, in der von Dir beschriebenen Situation, gibt es Gründe und Ursachen eurer Probleme, die zu betrachten lohnt ohne, dass einer von euch verurteilt wird.

== Du hast Bedürfnisse deren Lösung Du bei ihm suchst ("Du brauchst ihn") aber nicht findest.
== Er ist momentan (aufgrund seiner Krankheit) mehr mit sich und weniger mit Deinen Bedürfnissen beschäftigt.
== Er scheint selbst Hilfe zu brauchen, aber nicht zu wissen, was er braucht.
== Sein Verhalten belastet Dich mehr, als Du nervlich aushältst.
== Dein Diskussionwunsch überfordert ihn

Ich denke, dass ist einfach eine unglückliche Konstellation, in der ich bei niemandem eine "Schuld" feststellen würde.

Dass Du Deine Unzufriedenheit darüber an ihm in Form von extremer Beschimpfung ausdrückst, ist sicher unangemessen.

jaja

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