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3 Jahre nach Abtreibung plötzlich psychische Probleme?

10. Februar 2014 um 15:22 Letzte Antwort: 20. Februar 2014 um 7:04

Hi,

Ich weiß ehrlich gesagt gerade nicht so richtig was ich tun soll. Vielleicht könnt ihr mir Tipps geben.

So ziemlich genau vor 3 Jahren habe ich eine Abtreibung vornehmen lassen. Ich war völligt überzeugt davon. War gerade dabei mein Abitur nachzuholen und wollte anfangen zu studieren. Ausserdem ist der "Unfall" bei einem der ersten Male mit meinem heutigen Ehemann passiert. Wir kannten uns fast nicht und wussten noch nicht mal ob wir überhaupt zusammen sein wollen.
Das alles hat mich damals emotional wirklich kalt gelassen, habe nicht einmal geweint oder getrauert.

Letzendlich haben wir uns eine tolle Beziehung aufgebaut, im letzen Sommer sogar geheiratet. Das Studium lief zwar nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte aber das ist ok.

Und jetzt wendet sich das Blatt:

Das Studium, welches einer der Hauptgründe für die damalige Abtreibung war, hat sich also erledigt, ich bin verheiratet mit dem Mann den ich sehr liebe. In unserem Umfeld bekommt "jeder" ein Baby so hab ich das Gefühl.

Jetzt denke ich oft daran wie groß unser Baby schon wäre und sowas. Das macht mich oft sehr traurig und manchmal habe ich sogar das Gefühl die Lebenslust zu verlieren. Das bemerkt auch mein Mann und er fragt immer wieder was denn los sei. Ich kann aber irgendwie nicht mit ihm darüber sprechen. Ich weiß, er will gerade keine Kinder und das es ein sehr sensibles Thema bei ihm ist. Manchmal hab ich das Gefühl er hat richtig Angst davor. Obwohl er "schon" 32 ist. Ich 26. Ich sage immer nur "ich habe nur einen schlechten Tag".

Aber so ist es nichg. Ich denke jeden Tag darüber nach und es macht mich richtig unglücklich. Ich will meinen Mann auch nicht damit belasten, da er schon bei der Arbeit viel Stress ist. Ausserdem würde er wohl kaum sagen "ach, deswegen bist du so traurig, dann machen wir halt jetzt ein Baby obwohl ich frühestens in 4 Jahren eines wollte"...

Kann es sein, dass ich nach 3 Jahren wegen der Sache noch so etwas wie Depressionen bekommen habe? Obwohl es mich sonst nicht beschäftigt hatte?

Habe ich vielleicht einen unbewussten Kinderwunsch?

Ich weiß auch nicht was ich will. Was soll ich bloß tun?

Lg emma

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10. Februar 2014 um 16:17

Ich arbeite...
wieder in dem Beruf den ich gelernt hatte. Also ich will keine "Lücke" füllen...

Ich kann ja noch nicht mal sagen, dass ich jetzt gerne bewusst ein Kind hätte... Ich zweifle einfach derzeit die Entscheidung von damals an.

Ja, Depression war jetzt vielleicht auch übertrieben. Dennoch kann ich nicht leugnen dass mich das Thema oft traurig macht.

Aber danke schonmal für eure Antworten.

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10. Februar 2014 um 18:19

Kinderwunsch
Ich glaube nicht, dass das was mit der damaligen Abtreibung zu tun hat. Viel wahrscheinlicher halte ich, dass du aktuell einen Kinderwunsch hast, den dein Mann dir aber zurzeit bzw. die nächsten vier Jahre nicht erfüllen will. Auch, wenn du dir den Kinderwunsch jetzt rational wegredest, so ist eremotional offensichtlich da, vielleicht völlig unbewusst. Du bist mit dem Studium fertig, der Stress ist weg und mit 26 bist du reifer, hast einen Job und Geld in der Tasche. Dein Unterbewusstsein hat also keine Gründe mehr, warum du jetzt noch vier Jahre auf Nachwuchs warten solltest.

Ich glaube das ist es, was dich traurig macht. Wäre dein Kinderwunsch vor drei Jahren schon da gewesen, dann hättest du das Kind bekommen bzw. große Probleme gehabt abzutreiben. Das hast du aber nicht. Deine Zukunft wäre sicher auch gänzlich anders verlaufen, wenn du das ,Kind bekommen hättest. Vermutlich würdest du jetzt nämlich noch im Studium stecken und zwischen Kind, Haushalt und Lernen pendeln.

Rede doch mal mit deinem Freund. Ich finde es falsch, dass du ihn nicht "belasten" willst, denn immerhin ist irgendeine Belastung da, ich vermute wie gesagt einen akuten Kinderwunsch. Dir gehts nicht gut damit und das betrifft eben auch deine Partnerschaft. Vielleicht findet ihr einen Kompromiss, sodass ihr nicht noch vier Jahre wartet, sondern nur noch sechs Monate. Bis das Kind dann auf die Welt käme, vergingen somit knapp eineinhalb Jahre. Vielleicht kann sich dein Freund ja damit anfreunden? Dazu solltest du aber in jedem Fall mit ihm sprechen.

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11. Februar 2014 um 11:32

Das ist möglich, Emma
Liebe Emma, ich kann das sehr gut nachempfinden. Und ja, es ist möglich, nach dieser Zeit noch Depressionen zu haben.

Ich war zwei Mal in so einer Situation weil ich damals einfach nicht in der Lage war, die Kinder zu bekommen. Aber vom Herzen her war ich nicht einverstanden mit einer Abtreibung. Das Dumme ist, dass es 2 x sogar trotz Pille passiert ist und es gar nicht hätte passieren dürfen. Ich habe also vorgesorgt und es nicht provoziert oder so.

Es ist mit der ungewollten Schwangerschaft einfach 2 x passiert und ich bereue es bis heute, dass ich abgetrieben habe und es geht mir sehr nahe.

Zumal ich das Kind beim 1. Mal definitiv nicht wollte oder kriegen konnte, obwohl ich mit dem Mann wirklich lange schon zusammen war, aber ich war noch so jung und er hätte es auch mit mir bekommen, aber er wollte vom Studium her ins Ausland und ich auch weg, wie hätte das alles gehen sollen?!?

Hinzu kam, dass meine Mutter mich auch ungeplant bekommen hatte und hat es immer mich spüren lassen und alles an mir ausgelassen - über Schläge, Beschimpfungen usw. - ich hatte schreckliche Angst, dass sich das wiederholen könnte. Sie hat mir immer gesagt, dass ich als ein Kind ihr Leben ruiniert habe und sie nicht tun und lassen konnte, was sie wollte und ich daran schuld sei.

Wie hätte ich also das Kind bekommen sollen? Ich war 19 damals und in einer ähnlichen Lage wie meine Mutter vor so vielen Jahren als ich das 1. Mal ungewollt schwanger wurde.

Beim 2. Mal hätte ich schon gern das Kind gehabt, aber der Mann war der Falsche - er war kalt und egoistisch und wollte das Kind nicht. Es war schlimm. Ich hab das Kind nicht allein bekommen wollen und war dann sehr sehr traurig. Ich kam mir vor wie eine Mörderin, aber danach hab ich dann auch Schluss gemacht. Nach der Abtreibung ging einiges schief, ich blutete weiter und bin bald hopps gegangen, es war sehr schlimm. Meine Gebärmutter hatte sich entzündet und ich schwebte die ganze Nacht in Lebensgefahr. Ich habe mir danach geschworen, nie wieder gegen mein Herz zu entscheiden, was das angeht und nie mehr in so eine Lage zu kommen. Ich habe dann auch mit dem Mann Schluss gemacht. Er war arbeitslos damals und depressiv. Aber ich hätte einen guten Job gehabt, er hatte aber gedroht, mich alleine zu lassen. Also.... was ist das für eine Beziehung? Ich hab Schluss gemacht und das war das einzig richtige.

Erst lange danach fiel ich in eine tiefe Depression. Zumal die Ärzte mir gesagt hatten, dass es sein könne, dass ich nicht wieder schwanger werden würde....

Aber dann war alles gut. 2001 habe ich einen gesunden Jungen bekommen. Ich war mehr als stolz und überglücklich und ich konnte endlich alles wieder gut machen.

Ja, erst als mein Kind auf die Welt kam, ging es mir besser, aber so eine Abtreibung sitzt im Unterbewusstsein fest.

Obwohl ich dachte, so was passiert mir nicht nochmal, ist es mir noch einmal passiert. Ich war gerade frisch geschieden und hatte einen Freund, der auf Verhütung keinen Wert legte und mit dem Feuer spielte. Ich wies ihn darauf hin und er meinte, er wisse schon, was dabei herauskommen könne und das sei okay.

Aber dann war ich doch schwanger und er rastete aus und meinte, das sei doch nicht möglich usw. Wir stritten uns so heftig, weil ich ihm ja sagte, dass er doch gesagt hatte, es sei okay usw., dass ich eine Fehlgeburt bekam. Es war grauenvoll. Ich hatte die Mittel und alles und hatte mich für das Kind entschieden. Und dann das.....

Ich sehe es bis heute noch so als Strafe an dafür, dass ich die 2 Abtreibungen damals habe machen lassen. Ich hätte so gerne noch 2 Kinder bekommen, habe mich aber so schuldig gefühlt, weil ich mir vorkomme wie eine Mörderin - so als ob ich es nicht verdient hätte, und nun läuft mir die Zeit davon....

Mein Mädchen damals, das ich verloren habe durch die Fehlgeburt, sollte übrigens Emma heißen damals...

Danke für deinen Beitrag, ich wusste nicht, wie tief das noch in mir wirkt. Mir ist bewusst geworden, dass ich da noch sehr viel heilen muss.

Ich kann dir das Buch von Colin C. Tipping empfehlen "Radikale Selbstvergebung" und "Wachsen in der Liebe".

Alles Liebe für dich!
DER GLUECKSPILZ7

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11. Februar 2014 um 11:35

Es stimmt absolut was karlheinzi schreibt...
...das mit den Zellen usw. das ist ein traumatischer Eingriff und Traumata bleiben in den Zellen gespeichert.

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11. Februar 2014 um 11:40
In Antwort auf emmi_12850215

Ich arbeite...
wieder in dem Beruf den ich gelernt hatte. Also ich will keine "Lücke" füllen...

Ich kann ja noch nicht mal sagen, dass ich jetzt gerne bewusst ein Kind hätte... Ich zweifle einfach derzeit die Entscheidung von damals an.

Ja, Depression war jetzt vielleicht auch übertrieben. Dennoch kann ich nicht leugnen dass mich das Thema oft traurig macht.

Aber danke schonmal für eure Antworten.

Es ist okay zu trauern
egal wann etwas war. wenn es dich traurig macht macht es dich traurig. Es muss nicht für alles einen Grund geben oder den richtigen Zeitpunkt. Es darf einfach sein.

Vielleicht hilft es dir ja, dem Kleinen einen Brief zu schreiben und es um Verzeihung zu bitten. Nur für dich natürlich und es dann zu verbuddeln oder dem Element Feuer zu übergeben.

Erklär ihm, warum es nicht ging und wie leid es dir tut und was du gern gemacht hättest mit ihm.

Die Seelen leben weiter, auch die abgetriebener Kinder, im Himmel, das hat mir mal meine Kartenlegerin gesagt und ich habe es auch in einem Buch von Doreen Virtue, die Psychologin ist und Engeltherapeutin gelesen.

Doreen Virtue sagt, deine Kinder im Himmel und auf der Erde sind glücklich. Sie wachsen ganz normal im Himmel auf. Sie werden groß und denken an dich. Und sind dir nicht böse.

Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt, aber es tröstet mich ein wenig, diese Vorstellung.

Es gibt ein sehr schönes Buch "Briefe an mein ungeborenes Kind" und es gibt auch Foren über "Sternenkinder" (Kinder, die nie zur Welt gekommen sind). Sie sollen angeblich als Sterne im Himmel bleiben.....

Die Sängerin Michelle hat darüber auch ein sehr schönes Lied geschrieben, das "Sternenkind" heisst.

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11. Februar 2014 um 11:45
In Antwort auf bertha_11956155

Es stimmt absolut was karlheinzi schreibt...
...das mit den Zellen usw. das ist ein traumatischer Eingriff und Traumata bleiben in den Zellen gespeichert.

Ich war...
... damals "erst" in der 4. Woche und hatte einen medikamentösen Abbruch. Wurde mir von ProFamilia sehr empfohlen da es viel schonender sein soll als der chirurgische Eingriff.

Das erneute Kinder bekommen sollte also, normalerweise, kein Problem darstellen.

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11. Februar 2014 um 11:54
In Antwort auf fusselbine

Kinderwunsch
Ich glaube nicht, dass das was mit der damaligen Abtreibung zu tun hat. Viel wahrscheinlicher halte ich, dass du aktuell einen Kinderwunsch hast, den dein Mann dir aber zurzeit bzw. die nächsten vier Jahre nicht erfüllen will. Auch, wenn du dir den Kinderwunsch jetzt rational wegredest, so ist eremotional offensichtlich da, vielleicht völlig unbewusst. Du bist mit dem Studium fertig, der Stress ist weg und mit 26 bist du reifer, hast einen Job und Geld in der Tasche. Dein Unterbewusstsein hat also keine Gründe mehr, warum du jetzt noch vier Jahre auf Nachwuchs warten solltest.

Ich glaube das ist es, was dich traurig macht. Wäre dein Kinderwunsch vor drei Jahren schon da gewesen, dann hättest du das Kind bekommen bzw. große Probleme gehabt abzutreiben. Das hast du aber nicht. Deine Zukunft wäre sicher auch gänzlich anders verlaufen, wenn du das ,Kind bekommen hättest. Vermutlich würdest du jetzt nämlich noch im Studium stecken und zwischen Kind, Haushalt und Lernen pendeln.

Rede doch mal mit deinem Freund. Ich finde es falsch, dass du ihn nicht "belasten" willst, denn immerhin ist irgendeine Belastung da, ich vermute wie gesagt einen akuten Kinderwunsch. Dir gehts nicht gut damit und das betrifft eben auch deine Partnerschaft. Vielleicht findet ihr einen Kompromiss, sodass ihr nicht noch vier Jahre wartet, sondern nur noch sechs Monate. Bis das Kind dann auf die Welt käme, vergingen somit knapp eineinhalb Jahre. Vielleicht kann sich dein Freund ja damit anfreunden? Dazu solltest du aber in jedem Fall mit ihm sprechen.

Weißt du...
was ich komisch finde? Vor etwa 3 Monaten habe ich meine Mens 3 Tage zu spät bekommen. Ich dachte nur "oh nein, bitte nicht schon wieder!" ... Aber ich war total überrascht über die Reaktion meines Mannes. Er meinte "wenn es so ist dann ist es so, weggemacht wird es nicht nochmal!"... Und ich konnte kaum glauben was er sagte.

Haben dann einen Schwangerschafttest gemacht, der aber negativ war. Er hat dann auch gefragt ob ich enttäuscht wäre.

Und dem Vorschlag mit dem Kompromiss: ich hab auch große Angst, dass es dann nicht klappt wenn man Kinder bekommen möchte. Wenn man also sagen würde, statt in 4 Jahren halt in 2... Und letzendlich dauert es evtl dann trotzdem noch 2 Jahre zusätzlich.

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11. Februar 2014 um 12:00
In Antwort auf bertha_11956155

Das ist möglich, Emma
Liebe Emma, ich kann das sehr gut nachempfinden. Und ja, es ist möglich, nach dieser Zeit noch Depressionen zu haben.

Ich war zwei Mal in so einer Situation weil ich damals einfach nicht in der Lage war, die Kinder zu bekommen. Aber vom Herzen her war ich nicht einverstanden mit einer Abtreibung. Das Dumme ist, dass es 2 x sogar trotz Pille passiert ist und es gar nicht hätte passieren dürfen. Ich habe also vorgesorgt und es nicht provoziert oder so.

Es ist mit der ungewollten Schwangerschaft einfach 2 x passiert und ich bereue es bis heute, dass ich abgetrieben habe und es geht mir sehr nahe.

Zumal ich das Kind beim 1. Mal definitiv nicht wollte oder kriegen konnte, obwohl ich mit dem Mann wirklich lange schon zusammen war, aber ich war noch so jung und er hätte es auch mit mir bekommen, aber er wollte vom Studium her ins Ausland und ich auch weg, wie hätte das alles gehen sollen?!?

Hinzu kam, dass meine Mutter mich auch ungeplant bekommen hatte und hat es immer mich spüren lassen und alles an mir ausgelassen - über Schläge, Beschimpfungen usw. - ich hatte schreckliche Angst, dass sich das wiederholen könnte. Sie hat mir immer gesagt, dass ich als ein Kind ihr Leben ruiniert habe und sie nicht tun und lassen konnte, was sie wollte und ich daran schuld sei.

Wie hätte ich also das Kind bekommen sollen? Ich war 19 damals und in einer ähnlichen Lage wie meine Mutter vor so vielen Jahren als ich das 1. Mal ungewollt schwanger wurde.

Beim 2. Mal hätte ich schon gern das Kind gehabt, aber der Mann war der Falsche - er war kalt und egoistisch und wollte das Kind nicht. Es war schlimm. Ich hab das Kind nicht allein bekommen wollen und war dann sehr sehr traurig. Ich kam mir vor wie eine Mörderin, aber danach hab ich dann auch Schluss gemacht. Nach der Abtreibung ging einiges schief, ich blutete weiter und bin bald hopps gegangen, es war sehr schlimm. Meine Gebärmutter hatte sich entzündet und ich schwebte die ganze Nacht in Lebensgefahr. Ich habe mir danach geschworen, nie wieder gegen mein Herz zu entscheiden, was das angeht und nie mehr in so eine Lage zu kommen. Ich habe dann auch mit dem Mann Schluss gemacht. Er war arbeitslos damals und depressiv. Aber ich hätte einen guten Job gehabt, er hatte aber gedroht, mich alleine zu lassen. Also.... was ist das für eine Beziehung? Ich hab Schluss gemacht und das war das einzig richtige.

Erst lange danach fiel ich in eine tiefe Depression. Zumal die Ärzte mir gesagt hatten, dass es sein könne, dass ich nicht wieder schwanger werden würde....

Aber dann war alles gut. 2001 habe ich einen gesunden Jungen bekommen. Ich war mehr als stolz und überglücklich und ich konnte endlich alles wieder gut machen.

Ja, erst als mein Kind auf die Welt kam, ging es mir besser, aber so eine Abtreibung sitzt im Unterbewusstsein fest.

Obwohl ich dachte, so was passiert mir nicht nochmal, ist es mir noch einmal passiert. Ich war gerade frisch geschieden und hatte einen Freund, der auf Verhütung keinen Wert legte und mit dem Feuer spielte. Ich wies ihn darauf hin und er meinte, er wisse schon, was dabei herauskommen könne und das sei okay.

Aber dann war ich doch schwanger und er rastete aus und meinte, das sei doch nicht möglich usw. Wir stritten uns so heftig, weil ich ihm ja sagte, dass er doch gesagt hatte, es sei okay usw., dass ich eine Fehlgeburt bekam. Es war grauenvoll. Ich hatte die Mittel und alles und hatte mich für das Kind entschieden. Und dann das.....

Ich sehe es bis heute noch so als Strafe an dafür, dass ich die 2 Abtreibungen damals habe machen lassen. Ich hätte so gerne noch 2 Kinder bekommen, habe mich aber so schuldig gefühlt, weil ich mir vorkomme wie eine Mörderin - so als ob ich es nicht verdient hätte, und nun läuft mir die Zeit davon....

Mein Mädchen damals, das ich verloren habe durch die Fehlgeburt, sollte übrigens Emma heißen damals...

Danke für deinen Beitrag, ich wusste nicht, wie tief das noch in mir wirkt. Mir ist bewusst geworden, dass ich da noch sehr viel heilen muss.

Ich kann dir das Buch von Colin C. Tipping empfehlen "Radikale Selbstvergebung" und "Wachsen in der Liebe".

Alles Liebe für dich!
DER GLUECKSPILZ7


Was du schreibst ist wirklich sehr traurig.

Als "Mörderin" sehe ich mich ehrlich gesagt nicht. Das was damals war, daran denke ich auch gar nicht. Die Entscheidung damals war richtig. Das weiß ich auch heute noch. Damals war ich noch so ein richtiges Partymädchen, immer in den Tag hineinleben, Spaß haben... Heute bin ich verheiratet und ein richtig kleines Hausmütterchen. Man ist halt erwachsen geworden. Und das merke ich jetzt.

Es sind immer nur so Gedanken, wenn ich kein 2 oder 3 Jahre altes Kind sehe "normalerweise hättest du jetzt auch so ein süßes Kind in dem Alter."

Verstehst du?

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11. Februar 2014 um 14:47
In Antwort auf emmi_12850215

Weißt du...
was ich komisch finde? Vor etwa 3 Monaten habe ich meine Mens 3 Tage zu spät bekommen. Ich dachte nur "oh nein, bitte nicht schon wieder!" ... Aber ich war total überrascht über die Reaktion meines Mannes. Er meinte "wenn es so ist dann ist es so, weggemacht wird es nicht nochmal!"... Und ich konnte kaum glauben was er sagte.

Haben dann einen Schwangerschafttest gemacht, der aber negativ war. Er hat dann auch gefragt ob ich enttäuscht wäre.

Und dem Vorschlag mit dem Kompromiss: ich hab auch große Angst, dass es dann nicht klappt wenn man Kinder bekommen möchte. Wenn man also sagen würde, statt in 4 Jahren halt in 2... Und letzendlich dauert es evtl dann trotzdem noch 2 Jahre zusätzlich.

...
Nun ja, es stimmt schon - ein massiver Kinderwunsch ist meist die beste Verhütung. Meine FÄ sagte immer: Kinder kommen im Urlaub, fernab von Stress und Druck, wenn der Körper entspannt ist. Und das stimmt nun mal. je mehr man sich auf eine einsetzende Schwangerschaft versteift, desto weniger wird man schwanger.

Ich wollte dir aber auch nicht den Tipp geben jetzt sofort und unter Druck ein Kind zu machen, am besten noch mit Eisprungkalender und Sex nach Uhrzeit So war das nicht gemeint. Aber ihr könntet ja in sechs Monaten die Verhütung weglassen und schauen, was dabei heraus kommt. Wenn du die Pille nimmst, dann kann es durchaus noch sechs bis 12 Monate dauern, bis du schwanger wirst. Natürlich kann es auch passieren, dass es sofort im nächsten Zyklus klappt. Das kann keiner wissen. Wichtig ist nur, dass du nicht verktampfst und am besten so wenig wie möglich darüber nachdenkst. Entspanne dich und lass es darauf ankommen. So war das gemeint.

Du kannst es so oder so nicht erzwingen. Wenn ihr erst in vier Jahren loslegt, kann es durchaus dann auch sechs Jahre dauern, probiert ihr es in zwei Jahren, dann ja, kann es auch die geplanten vier Jahre dauern. Allerdings kann es auch ruckizucki gehen. Keiner weiß das und das ist auch gut so. Kinder bestellt man sich ja nicht, die kommen eben einfach

Dein Mann schein ja seine Haltung geändert zu haben, du musst also vor einer ungewollten Schwangerschaft keine Angst mehr haben. Er würde zu dir halten. Das ist doch super!

Weißt du, ich hab schon ein Kind und bin früh Mama geworden. Abgetrieben habe ich vor 12 Jahren trotzdem einmal. Auch, wenn ich nichts bereue und heute nicht sicher bin, ob ich noch ein zweites Kind haben will (ich kämpfe sehr mit mir), so packt mich aber trotzdem immer die Demut, wenn ich in einen Kinderwagen gucke. Und manchmal denk ich, dass ich doch noch so einen Zwerg haben will, obwohl ich fünf Minuten vorher sicher war, dass ich mir den Stress und die Entbehrung nie wieder antun werde.

Das hat alles nichts mit der Abtreibung zu tun, sondern mit ganz anderen gefühlen. Bei dir ist es der unbewusste Kinderwunsch und bei mir die Unsicherheit/Angst vor der Zukunft.

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11. Februar 2014 um 14:54
In Antwort auf bertha_11956155

Es stimmt absolut was karlheinzi schreibt...
...das mit den Zellen usw. das ist ein traumatischer Eingriff und Traumata bleiben in den Zellen gespeichert.

@ glueckspilz7
Psychische Traumata bleiben im Kopf gespeichert, im Unterbewusstsein. Sicher nicht in körperlichen Zellen.

Körperliche Traumata bleiben in den Zellen, logisch, wenn sie geschädigt sind, erholen sie sich nicht immer.

Aber eine Abtreibung ruft ja keine körperlichen Traumata vor, die körperlichen Wunden sind sogar viel kleiner als bei einer Geburt. Psychisch kann etwas zurück bleiben, das hat aber mit den Zellen in der Gebärmutter oder drumherum nichts zu tun.

Bleibt eine soooooo sehr gewünschte Schwangerschaft aus, so kann es auch an dem psychischen Druck liegen, den sich viele dann machen. Sie hibbeln und können an nichts anderes mehr denken. Dann macht der Körper dicht. Hat aber nichts mit Traumata oder geschädigten Zellen zu tun.

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12. Februar 2014 um 0:45

Ich kenne deine Situation...
ich hatte mit 16 eine Abtreibung, weil es einfach nicht gepasst hätte. Logisch betrachtet war das auch damals die richtige Entscheidung. Aber mir geht es heute noch so das ich daran denken muß, was hätte sein können.
Mittlerweile ist es aber kein Schmerz mehr, kein wehmütiges Sehnen, sondern eher ein so hätte es laufen können...und weiß dabei, das es aber auch ganz negativ hätte verlaufen können. Das ich dann unbewusst meinem Kind Vorwürfe gemacht hätte, das ich nur wegen ihm/ihr auf bestimmte Sachen hätte verzichten müssen. Ich bin damals in eine Selbsthilfegruppe gegangen, das war etwa 5 Jahre danach und habe mit einer Therapeutin das ganze aufgearbeitet.
Es gibt eine Seite die heißt nachabtreibung.de und da sind nur Frauen, die das erlebt haben...vielleicht findest du da mehr Rat und Hilfe als hier.
Ich halte es nämlich auch für kritisch jetzt ein Kind zu bekommen...ist es wirklich ein KiWu oder nur der Versuch Abbitte zu leisten. Ich glaube, daß du dir noch nicht erlaubt hast zu trauern (weil es ja eine rein logisch gesehen für dich richtige Entscheidung war)...

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20. Februar 2014 um 7:04
In Antwort auf emmi_12850215


Was du schreibst ist wirklich sehr traurig.

Als "Mörderin" sehe ich mich ehrlich gesagt nicht. Das was damals war, daran denke ich auch gar nicht. Die Entscheidung damals war richtig. Das weiß ich auch heute noch. Damals war ich noch so ein richtiges Partymädchen, immer in den Tag hineinleben, Spaß haben... Heute bin ich verheiratet und ein richtig kleines Hausmütterchen. Man ist halt erwachsen geworden. Und das merke ich jetzt.

Es sind immer nur so Gedanken, wenn ich kein 2 oder 3 Jahre altes Kind sehe "normalerweise hättest du jetzt auch so ein süßes Kind in dem Alter."

Verstehst du?

Ja, das ging mir lange Zeit auch so
Ich verstehe dich sehr gut, Emma, dass du dann so eine gewisse Sehnsucht hast, wenn du ein kleines Kind siehst.

Aber weißt du, ich lese viele Bücher über Spiritualität und Persönlichkeitsentwicklung.

In den Büchern steht immer drin, dass wir uns angeblich vor unserer Geburt eine Art Lebensplan aussuchen, um bestimmte Dinge in unserer Seele zu heilen und gewisse Erfahrungen zu machen.... ich weiß nicht, ob ich das so sehen kann, ich zweifle immer noch daran.... und bin da in gewisser Weise in einer Art Zwiespalt..... ich sage immer zu einer Freundin, die im Bereich Lebenshilfe arbeitet und diese Überzeugung voll vertritt - wer würde sich denn z.B. einen Überfall oder so freiwillig aussuchen?!?.... hmmm..... Und wer würde sich schon leichten Herzens eine Abtreibung aussuchen?

Aber ich glaube dennoch, auf einer tieferen Ebene, dass wir schon gewisse Dinge erleben, weil das einen tieferen Sinn hat.

Manchmal verstehst du in einem Moment noch nicht, warum. Ich weiß nicht, wie ich es erklären soll. Manchmal begreift man das erst Jahre später.

Bei mir war das jedenfalls so und ist das jedenfalls so.

Und ich glaube, wenn ich damals das nicht gemacht hätte, dann hätte ich meinen Sohn heute nicht.

Es ging mir ganz ähnlich wie dir zu den beiden Zeitpunkten, wo ich schwanger geworden bin, da war es einfach der falsche Zeitpunkt und ich hätte einfach so für beide Kinder nicht da sein können....

Um ehrlich zu sein, weder seelisch noch finanziell und bei der Fehlgeburt ging es mir auch körperlich nicht gut. Ich war sehr krank vorher, hatte viele Infekte, Lungenentzündung usw. Es war einfach so vorherbestimmt.

Und als ich meinen Sohn bekam, da war der Zeitpunkt gut. Ich hatte das richtige Alter, bestimmte Dinge aufgearbeitet und es ging mir gut. Ich freute mich und strahlte vor Glück über ihn, verstehst du das?

Aber was ich mich die ganze Zeit frage, Emma, ist: du lebst doch jetzt in einer Partnerschaft und liebst diesen Mann. Wenn du diesen Kinderwunsch noch in dir trägst, warum bekommt Ihr dann JETZT nicht gemeinsam ein Baby?

Oder ist es die Leere in dir, die du in dir trägst und wo du momentan nicht weißt, was dein Weg ist?

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