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13 Jahre Ehe und sie liebt mich nicht mehr???

2. Januar 2005 um 21:17

Hi da draussen,

vielleicht kann mir jemand von Euch helfen, trösten, aus eigener Erfahrung berichten oder was auch immer...

Kurz vor Weihnachten brach mein Leben zusammen, als meine Frau mir in einem Streit mitteilte, dass sie die Trennung wollte, da sie mich nicht mehr lieben würde. Dazu folgende Vorgeschichte: Ich war über Jahre ein emotionales Nichts - echte Gefühle, ob Liebe, trauer oder sonst was konnte ich nicht wirklich empfinden. Ich habe mich in den letzten Jahren unserer Ehe nicht wirklich um die Liebe meiner Frau bemüht, obwohl sie mich immer wieder darum gebeten hat. Ich hatte alles als selbstverständlich hingenommen und letztlich lebten wir nebeneinander her. Seit dem Schock vor 3 Wochen ist etwas merkwürdiges passiert, ich erlebe zum ersten mal echte Emotionen. Damit meine ich jetzt nicht nur die Trauer und Angst die ich empfinde, sonder auch die Liebe: Inzwischen schaue ich meine Frau an und es durchströmt mich wie eine Welle....in dem Moment sind alle Sorgen weg..ein unglaublichschönes Gefühl. Meine Frau hat gemerkt was mit mir passiert ist und weiß, diese Veränderung ist nicht gespielt. Wir wollen jetzt zu einer Eheberatung der ev. Kirche und uns helfen lassen, aber das Problem dabei ist und bleibt: Sie meint sie liebt mich nicht mehr. Ich kann das nicht ganz glauben, da ich sehe wie sehr sie darunter leidet, dass es mir so mies geht. Ich suche ständig ihre Nähe, was sie bis zu einem gewissen Grad auch zulässt (Streicheln, Händchen halten, kurze Umarmungen). Sie meint das sei alles aus Gewohnheit bzw. sie hätte schließlich freundschaftliche Gefühle für mich und betont immer wieder es sei keine Liebe. Ich habe jetzt die Angst, dass sie (vielleicht auch unterbewußt) das neuentstehen einer Liebe (unbewußt)gar nicht zulassen will. Erschwerend kommt hinzu, dass ihr ein 8Jahre jüngerer gutaussehender (Ex-) Freund von mir den Hof macht (momentan alles per SMS) und sie sich wohl auch ein bischen in ihn verknallt hat. Aber ich glaube ihr, wenn sie sagt außer SMS sei nichts gelaufen. Aber es tut weh zu sehen, dass sie sich schreiben. Noch viel schlimmer sind die sonstigen Rahmenbedingungen: Wir haben zwei Kinder, die sehr klammern. Wir sind nie allein im Bett, eins der Kinder ist stets dabei und auch abends kommen wir nie dazu in Ruhe bei einem Glas Wein miteinander ALLEINE zu reden. Eins der kinder nörgelt und weint letztlich solange, bis wir wieder einknicken und einer von uns mit dem Kind ins Schlafzimmer geht. Ich glaube das ist ein ganz wesentlicher Punkt unserer Probleme. War mit ihr jetzt zwei Tage weg (ohne kinder was wir früher nie gemacht haben) und es war wunderschön. Zwar sagte sie auch dort immer wieder sie liebe mich nicht, aber wir waren uns sehr nah, hatten tolle Gespräche und zärtliche Momente. Ich bin weiter der Überzeugung sie empfindet noch viel mehr als Freundschaft für mich, aber sie will es nicht zulassen. Vor der Eheberatung (um die ich gebeten hatte) habe ich Angst: Was wenn der Mensch sagt "ohne Liebe keine Ehe"? Ich möchte mit dieser Frau gemeinsam alt werden!!!! Kennt ihr ähnliche Situtionen?

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3. Januar 2005 um 15:29

Hallo
mainzel,
mir sind beim lesen so einige fragen durch den kopf geschossen: wie kannst du erwarten, dass (d)eine frau dich liebt, wenn du dich nicht mal selbst liebst? warum liebst du dich nicht bzw. warum ist deine seele so vereist, dass du keine emotionen wie liebe, trauer usw. empfindest? wer oder was hat dich soo verletzt, dass du ohne gefühle warst?(ich weiß, diese frage ist vermutlich zu intim, als dass sie in einem öffentlichen forum beantwortet werden sollte, aber mir lag diese frage am herzen).
weißt du, es braucht einen (heilsamen) schock durch einen anderen menschen, der das eis der seele wieder zum schmelzen bringt ... aber das problem, das dahinter steckt, ist damit noch nicht gelöst. daher würde ich an deiner stelle (vlt. mit professioneller unterstützung) zuerst versuchen, die ursache zu ergründen und an dir arbeiten (natürlich auch äußerlich, so wie es temptress schon beschrieben hat, denn (d)eine frau möchte kein (mainzel)männchen, sondern einen (mainzel)mann)
und wenn du das zubettbringen eurer kinder als problem erkannt hast, so würde ich auch daran arbeiten (st. biddulph kann ich auch empfehlen): sei liebevoll, aber konsequent und durchbreche das alte verhaltensmuster, führe ein zu-bett-geh-ritual ein, das *ohne* das dazulegen eines elternteils auskommt.

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4. Januar 2005 um 13:06

Danke...
Hallo Ihr beiden!
Danke für Euer Feedback. Also mir sind einige Dinge schon klar, z.B. dass ich diese Liebe durch mein Nichtstun zerstört habe. Das ist auch der grund warum ich momentan einen extremen Selbsthaß entwickelt habe. Mit meinen fehlenden Gefühlen: Ich glaube das stammt aus meinem Elternhaus, wo nie Gefühle gezeigt wurden, keine Umarmungen, kein ich hab dich lieb etc. Meine Frau verhält sich eigentlich total lieb und sagt auch immer wieder, dass wenn wieder etwas entstehen soll dieses viel Zeit benötigt. Eigentlich verstehe ich das auch, aber es ist echt schwer sich so zurückzunehmen. Ich achte auch auf eure Tips (Pflege, Aussehen etc.) Was noch schwer fällt, ist mal alleine weg zu gehen... mein ganzes Denken und Handeln dreht sich nur um sie. Übrigens ist es nicht nur "jetzt sieht er die Felle wegschwimmen und bemüht sich mal" Nein wirklich nicht...In mir ist etwas passiert. Meine Frau baut sehr auf die Eheberatung. Oh Mann das ist trotzdem so schwer...Momentan ist das wie ne Achterbahn: einen Tag bin ich total optimistisch, bin überzeugt davon dass alles gut wird, am nächsten Tag heule ich wieder nur und bin im tiefen schwarzen Loch... Das macht sie natürlich auch fertig und nervt wahrscheinlich auch.

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12. Januar 2005 um 21:37
In Antwort auf grisha_12485887

Danke...
Hallo Ihr beiden!
Danke für Euer Feedback. Also mir sind einige Dinge schon klar, z.B. dass ich diese Liebe durch mein Nichtstun zerstört habe. Das ist auch der grund warum ich momentan einen extremen Selbsthaß entwickelt habe. Mit meinen fehlenden Gefühlen: Ich glaube das stammt aus meinem Elternhaus, wo nie Gefühle gezeigt wurden, keine Umarmungen, kein ich hab dich lieb etc. Meine Frau verhält sich eigentlich total lieb und sagt auch immer wieder, dass wenn wieder etwas entstehen soll dieses viel Zeit benötigt. Eigentlich verstehe ich das auch, aber es ist echt schwer sich so zurückzunehmen. Ich achte auch auf eure Tips (Pflege, Aussehen etc.) Was noch schwer fällt, ist mal alleine weg zu gehen... mein ganzes Denken und Handeln dreht sich nur um sie. Übrigens ist es nicht nur "jetzt sieht er die Felle wegschwimmen und bemüht sich mal" Nein wirklich nicht...In mir ist etwas passiert. Meine Frau baut sehr auf die Eheberatung. Oh Mann das ist trotzdem so schwer...Momentan ist das wie ne Achterbahn: einen Tag bin ich total optimistisch, bin überzeugt davon dass alles gut wird, am nächsten Tag heule ich wieder nur und bin im tiefen schwarzen Loch... Das macht sie natürlich auch fertig und nervt wahrscheinlich auch.

Bergamo3
Hallo Mainzelmännchen!

Also, wenn ich dein Zeug so lese, werd ich richtig agressiv. Ist dir mal aufgefallen,wie oft du über deine eigenen Gefühle schreibst dun wie wenig du dich um die Gefühle deiner Frau kümmerst? Es klingt so, als ob du dich schon längst eingerichtet hast, mit Psychoscheißegerede hilflos zu spielen und alles die anderen machen zu lassen. Ich finde, es geschieht dir ganz recht, wenn du mal keine Unterstützung bekommst. Was soll denn das? Du nutzt es ja doch bloss zu einer Nabelschau. Mach mal was mit deinen Kinder und unternimm mal was mit denen. Wie gehts denn denen mit so einem Vater? Vermutlich bist du am Arbeitsplatz durchaus fähig, das ganze Zeug, was du minimal leisten musst, zu bringen. Nur zuhause spielst du, und jetzt immer noch wacker den 'Mutti muss mich doch noch retten Typ'. Bäh!Vielleicht hilft die die Hölle, in der du steckst, mal ein bisscehn dazu, dich um anderer zu sorgen und nicht nur um deinen Jammerhintern und deine verlorenen Gefühle und das, was sich ganz tief in dir drinnen rührt. Pupertäres Gesülze. Als Erwachsener geht man, wenn die Gefühlswelt wirklich vergeht, zum Psychologen und bringt sich auch so wieder mal auf Vordermann! Und die Selbstliebe und der Respekt kommt dann schon, wenn du mal was durchgehalten hast. Es gibt viele Menschen, die schweres zu tragen haben udn sich sehr ansatregen müssebn, dass überhaupt etwas läuft. Z.b. die anonymen Alkoholiker. Aber so ein gejodel würde man bei denen nicht hören.
Bäh! Willst du einfach in schönheit und Gejammerer vor dich verfaulen bis du achzig bist?

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13. Januar 2005 um 16:20

Danke!!
Hallo,
vielen Dank für den Artikel.
Meine Frau will sich - will sich nicht von mit trennen (ein anderer) wir leben weiterhin zusammen. Habe meinen Beitrag schon reingestellt (Werde von meiner Frau verlassen !?).
Wir waren heute bei einer Eheberaterin. Eigentlich kam da das raus, was ich eigentlich nicht hören wollte, aber eigentlich schon wusste. Dein Artikel baut mich wieder etwas auf und regt mich zum weiterkämpfen an.
Danke!!!

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13. Januar 2005 um 16:49

Was
einen Mann ausmacht?

Ich glaube, wenn Du mit dieser Frage einen eigenen Thread im Forum Psychologie eröffen würdest, könnte es eine interessante Diskussion geben...

Aber zurück zu Deiner Frage: in einem afrikanischen Sprichwort heißt es "die Frauen tragen die Hälfte des Himmels". Doch ohne Zweifel sind es die Männer, die die andere Hälfte tragen! Also falls Dir das zu abstrakt ist: genetisch betrachtet ist es das Y-Chromosom, das einen Mann ausmacht. Ansonsten würde ich sagen, dass - wenn man sich Männer wie Gandhi und M. L. King anschaut - folgendes einen Mann ausmacht: er ist mutig und entschlossen, gleichzeitig aber auch einfühlsam und voller Liebe für seine Mitmenschen.

Die Menschen, die nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen schauen, sind schon geboren.

Aber ich verstehe Deine Wut, die mich aus Deinem Beitrag anspricht, sehr gut. Diese Wut ist wichtig ( bitte unterdrücke sie nicht) und sie ist letzten Endes heilsam, denn durch sie wird ein Erkenntnisprozeß in Gang gesetzt. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, bist Du wütend, weil Du Dich verletzt fühlst durch Deine Frau (was bedeuten würde, dass Du Dich als Opfer siehst). Mit dieser Haltung leugnet man aber die eigene Verantwortung, also die eigenen Gedanken, Gefühle, Verhaltensmuster, Entscheidungen, die zum Entstehen der Situation beigetragen haben. Auch wenn Du dies im Moment nicht gern hörst, so kannst Du es vlt. erstmal im Hinterkopf behalten und später, nach einigen Tagen, nochmal lesen.

Und zum Thema Weib(chen): erstmal hat mich der Nick (Mainzel) zu der Wortspielerei inspiriert, aber jetzt hab' ich mir mal an meine Nase gefaßt, wie Du's gesagt hast: ich bin elfenh und mir ist bewußt, dass sich etliche Männer "zwei Frauen in einer" wünschen, die Heilige und die ... ... aber ob ich jemals die Eine oder Andere (gewesen) bin oder sein könnte?

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