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10 Jahre kein Kontak zu Vater - Jetzt ist er Todkrank

25. August 2010 um 0:08

Guten Abend,

ich weiß gar nicht wo ich mit erzählen anfangen soll. Hatte gestern Abend schon mal begonnen einen Text zu schreiben, aber der würde den Rahmen sprengen. Ich versuche mich kurz zu fassen.

Seit der Trennung meiner Eltern habe ich meinen Vater vl noch 4 - 5 mal gesehen. Die Ehe meiner Eltern war nicht gut. Mein Vater war alkoholiker und gewaltätig. Er hat mich zwar nie geschlagen aber seine Worte haben mich viel mehr verletzt, als es ein Schlag jemals hätte tun können.

Ich möchte euch auch nicht mit meiner Vergangenheit belästigen, aber kurz gesagt es war nicht schön. Ich habe mich nie von meinem Vater geliebt gefühlt. Seit ich denken kann, hat er mich meine Schwester und meine Mutter terrorisiert und im Laufe der Jahre, wurde es immer schlimmer. Nachdem er nicht mal Halt gemacht hat mit seinem Psychoterror als ich sehr schwer krank war (Krebs) sind meine Mutter und ich ausgezogen. Seit dem Auszug hat er mir nur Steine in den Weg gelegt. Anträge nicht ausgefüllt, Unterhaltszahlungen eingestellt, am Telefon immer über meine Mutter hergezogen,dass ich ein halbes Jahr später für mich beschloss, keinen Kontakt mehr zu wollen. Das ihm auch nichts am Kontakt liegt, habe ich gemerkt, als er die gesamten Fotos von mir bei uns vor die Wohnungstüre schmiss und als er mich als er mich zufällig in der Stadt traf, beschimpfte.

Mitlerweile bin ich 25 Jahre alt, ich habe mein Fachabitur gemacht. Eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und im Jahr 2008 mein Studium begonnen. Ich habe trotz der ganzen miesen Erlebnissen immer die Kraft gehabt, alles zu erreichen was ich mir vorgenommen habe.

Nun habe ich gestern erfahren, dass mein Vater an Speiseröhrenkrebs erkrankt ist und eine Behandlung wohl ablehnt.

Ich habe in den letzten Jahren so eine Wut in mir angestaut weil er mich immer wie ein Stück Dreck behandelt hat und ich davon ausgehe, das er nie einen Funken Liebe für mich übrig hat. Ich habe seit über 8 Jahren kein Wort mehr mit ihm gewechselt.
Meine Mutter hat nie gesagt: Ruf ihn nicht an! Im Gegenteil, sie wollte zwar keinen Kontakt mehr zu ihm aber ihre Kinder sollten trotzdem immer frei entscheiden wie sie mit ihm umgehen wollen. Aber wie oben bereits erwähnt, hatte ich keine Lust auf die ständigen Beschimpfungen.

Trotzdem war ich gestern total geschockt wo ich das mit dem Krebs gehört habe. Zum einen weil ich ja selbst daran erkrankt war und ich durch Krebs meine beste Freundin vor drei Jahren verloren habe. Ich würde so eine Erkrankung nicht mal meinem ärgsten Feind wünschen. Jetzt wo ich weiß das mein Vater früher oder später sterben wird, ich denke maximal 1 Jahr, bin ich total durch den Wind. Auch wenn ich eigentlich nichts gutes über ihn sagen kann, tut es doch weh. Mir gehen 1.000 Gedanken durch den Kopf. Wenn er nicht krank wäre könnte er weiter dort bleiben wo der Pfeffer wächst. Wenn ich über ihn geredet habe, dann war es nur schlechtes. Ich hab mir manchmal sogar gewünscht, das er doch bitte tot umfallen möge, damit der ganze Stress endlich rum ist. Denn egal wie alt man ist, man ist immer mit seinem Vater verbunden und man kann sich ja nicht einfach scheiden lassen wie in ner Partnerschaft.

Wo ich meine ganzen Unterlagen fürs BaföG einreichen musste, hat er es nicht mal geschafft, den Antrag auszufüllen. Ich musste ewig hinter den Unterlagen herlaufen. Habe per Einschreiben Briefe versendet. Erst wenn die Behörden sich eingeschaltet haben, hat er sich dann gerührt. Er hat mir immer nur Steine in den Weg gelegt, aber mir nie geholfen. Er müsste noch nicht mal was zahlen, weil sein Einkommen so niedrig ist. Ich würde den Höchstsatz erhalten und er fiele raus aus Unterhaltspflichten etc, aber selbst das kapiert er nicht. Hauptsache er hat wieder mal die Macht und mir eine reingewürgt.

Ich verstehe einfach nicht, warum ich jetzt doch emotional aufgewühlt bin. Ich denke ich klammer mich irgendwie an eine Hoffnung, dass er doch noch mal auf mich zukommt und sich entschuldigt. Wenigstens das er es einsieht was er alles kaputt gemacht hat. Ich weiß nicht ob ich ihm verzeihen kann aber wenigstens hätte man alles bereinigt. Er sollte sich melden, oder? Aber ich wüsste dann glaub auch gar nicht was ich ihm am Telefon sagen sollte.

Hat jemand einen Rat wie ich mit der Situation umgehen kann?

Mehr lesen

25. August 2010 um 7:13

Dasselbe
Hallo rayuna,

Deine Geschichte erinnert mich frappant an meine "eigene".... denn auch ich habe einen solchen "abwesenden" und charakterlich miserablen Vater (zwar kein Alkoholiker, aber vom Neurologen diagnostiziert als "hochgradig narzisstisch", also Egozentriker durch und durch und dazu bösartig), der nun sehr krank ist und vielleicht noch ein Jahr lebt.

Auch ich hab als Kind, und auch noch als Jugendliche und als Studentin, massiv gelitten unter einem solchen Vater und fühle mich derzeit überfordert von der Problematik des Abschied-Nehmens, weil es eben so gar keine "gesunde Basis" gibt.
Vorgestern habe ich geträumt, er stirbt und verabschiedet sich noch einmal...

Ich trage mich mit denselben Gedanken wie du... anrufen, nicht anrufen? Kontakt herstellen oder darauf verzichten...?

Offen gesagt, kann ich dir keine "Lösung" präsentieren, da wirklich jeder in einer solchen Situation nur nach dem eigenen Empfinden vorgehen kann - jeder hat seine eigene "Schmerzgrenze", meine ist nicht deine.

Die Grundfrage ist doch: "was kann ich erwarten"?

Kannst du dir das beantworten? Wenn du realistisch betrachtet eine Einigung erwarten kannst, oder wenn du ihm etwas sagen willst, das deines Erachtens "unbedingt gesagt werden muss", solltest du hingehen.... falls du aber überzeugt bist, dass er auch im Angesicht tödlicher Krankheit stur bleibt, würde ich keinen Sinn erkennen....

LG

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25. August 2010 um 7:19

Guten Morgen

du hast jedes Recht, sehr sauer auf deinen Vater zu sein und ihn zum Teufel zu wünschen. Und gleichzeitig traurig, weil er nicht in der Lage ist, andere Menschen zu lieben und dementsprechend zu behandeln. Ob er das im Angesicht seines eventuellen baldigen Ablebens bereut, weißt du ja nicht einmal. Möglich ist es, aber genauso ist es möglich, dass die Meinung, alles richtig gemacht zu haben und nur die anderen wollen ihm schlechtes, bis zum Schluß erhalten bleibt.
Aber die Gefahr ist groß, dass er stirbt und du ohne mit der Sache abgeschlossen zu haben zurückbleibst. Deshalb würde ich dir vorschlagen, ihm einen Brief zu schreiben: schreib ihm alles, was in dir brodelt, wofür du ihn hasst, was du ihm nicht verzeien kannst, was du dir gewünscht hättest und wie du über seine Erkrankung fühlt. Er sollte nicht sterben, ohne für sich selbst vielleicht damit einen Abschluss zu finden: entweder indem er (zu spät) nachfühlen kann, wie es dir ging oder indem er weiter jede Verantwortung dafür ablehnt und in der Meinung stirbt, nun wollen sie ihn nicht mal in Ruhe sterben lassen. Das ist EGAL, denn du solltest es nicht für IHN tun, um bei ihm etwas zu bewirken, sondern für DICH, damit du nicht zurückbleibst ohne ihm einmal alles mitgeteilt zu haben, was in dir vorgeht und vorging. Ich würde dir auch raten, mal ein paar Treffen mit einem Familienberater zu diesem Thema zu machen, damit du für dich herausfindest, wie du mit deiner Wut umgehen kannst.

Alles Gute

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25. August 2010 um 9:44


Mein Vater war/ist zwar nicht krank, aber ich hatte ähnlich wie du jahrelang keinen Kontakt zu ihm. In all den Jahren hat sich der Wunsch, ihm mal alles an den Kopf zu werfen, nie aufgelöst und so habe ich nach 10 Jahren endlich einen Brief verfassen können, in dem ich mich förmlich ausgekotzt habe bei ihm. Auf der einen Seite ist dies sehr erleichternd gewesen, kann ich dir sagen, auf der anderen Seite war die Reaktion sehr enttäuschend!! Er hatte sich zwar zurückgemeldet und wir haben uns getroffen und versucht, darüber zu reden, aber so wirkliche "Einsicht" konnte ich nicht erkennen.

Doch trotz dieser Enttäuschung kann ich heute sagen, habe ich es endlich geschafft, meine schlechte Vergangenheit, an der er mit verantwortlich war, hinter mir zu lassen. Ich kann nicht sagen, dass ich ihm verziehen habe, jedoch stehe ich dem gegenüber mittlerweile gleichgültiger gegenüber, es ist einfach abgehakt.

Um deines Friedens Willen rate ich dir, diesen Schritt zu wagen, egal wie seine Reaktion ausfallen wird, solange du noch kannst! Irgendwann wirst du nie wieder diese Gelegenheit bekommen, also nutze sie, aus purem Egoismus heraus, ich würde keine Rücksicht auf seine Krankheit nehmen.

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25. August 2010 um 10:46
In Antwort auf schakuntala

Dasselbe
Hallo rayuna,

Deine Geschichte erinnert mich frappant an meine "eigene".... denn auch ich habe einen solchen "abwesenden" und charakterlich miserablen Vater (zwar kein Alkoholiker, aber vom Neurologen diagnostiziert als "hochgradig narzisstisch", also Egozentriker durch und durch und dazu bösartig), der nun sehr krank ist und vielleicht noch ein Jahr lebt.

Auch ich hab als Kind, und auch noch als Jugendliche und als Studentin, massiv gelitten unter einem solchen Vater und fühle mich derzeit überfordert von der Problematik des Abschied-Nehmens, weil es eben so gar keine "gesunde Basis" gibt.
Vorgestern habe ich geträumt, er stirbt und verabschiedet sich noch einmal...

Ich trage mich mit denselben Gedanken wie du... anrufen, nicht anrufen? Kontakt herstellen oder darauf verzichten...?

Offen gesagt, kann ich dir keine "Lösung" präsentieren, da wirklich jeder in einer solchen Situation nur nach dem eigenen Empfinden vorgehen kann - jeder hat seine eigene "Schmerzgrenze", meine ist nicht deine.

Die Grundfrage ist doch: "was kann ich erwarten"?

Kannst du dir das beantworten? Wenn du realistisch betrachtet eine Einigung erwarten kannst, oder wenn du ihm etwas sagen willst, das deines Erachtens "unbedingt gesagt werden muss", solltest du hingehen.... falls du aber überzeugt bist, dass er auch im Angesicht tödlicher Krankheit stur bleibt, würde ich keinen Sinn erkennen....

LG

Hallo ihr lieben
Danke für eure Postings..

Das ich ihn einen Brief schreibe, habe ich auch schon überlegt, aber nach den Reaktionen auf meine vergangenen Briefe, denke ich, er landet einfach im Müll. Wenn ich anrufen würde, besteht die Gefahr das er einfach auflegt. Eigentlich habe ich das Gefühl, dass es ihm auch egal ist. Er hat ja öfter schon ein paar Andeutungen fallen lassen.. z. B. hat er jetzt wie ich gehört habe das Haus ausgeräumt und Sperrmüll gemacht: "Er wolle sich nicht nachsagen lassen, dass er nur Unrat hinterlässt" oder er sagte: "Mein 60er Geburtstag war so toll, aber meine Töchter hatten es nicht mal nötig anzurufen" Also in dem Dorf wo er wohnt, werden wir als die "Bösen" abgestempelt. Ich habe überlegt, ob ich nicht in der Woche mal zum Pfarrer fahre. Ich kenne ihn noch von damals, er hat mich konfirmiert und war in der Zeit wo ich krank war auch öfter mal bei uns zuhause. In einer Therapie war ich vor 2 Jahren. Aber meine Therapeutin wollte dann so eine Art "Rollenspiel" machen wo ich mti ihm rede, das war für mich total unwahrscheinlich und ich konnte mich nicht darauf einlassen. Persönlich zu ihm zu fahren traue ich mich auch nicht... Vielleicht kann ich es über den Pfarrer erstmal versuchen..

Das ist erstmal was mir einfällt. Was mich alles stört und wie wütetend ich bin, dass habe ich schon oft aufgeschrieben. Die Sachen liegen auch alle bei mir, aber ich glaub er würd den Brief einfach in den Müll werfen. Ich denke nicht das er bis zu seinem Tod irgendetwas einsehen würde, daher wäre es wohl vergebene Mühe. Ich glaube ich muss lernen für mcih zu akzeptieren, dass ich halt nie einen Vater hatte. Nur einen biologischen Erzeuger. Auch wenns weh tut..

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25. August 2010 um 11:22
In Antwort auf rayuna84

Hallo ihr lieben
Danke für eure Postings..

Das ich ihn einen Brief schreibe, habe ich auch schon überlegt, aber nach den Reaktionen auf meine vergangenen Briefe, denke ich, er landet einfach im Müll. Wenn ich anrufen würde, besteht die Gefahr das er einfach auflegt. Eigentlich habe ich das Gefühl, dass es ihm auch egal ist. Er hat ja öfter schon ein paar Andeutungen fallen lassen.. z. B. hat er jetzt wie ich gehört habe das Haus ausgeräumt und Sperrmüll gemacht: "Er wolle sich nicht nachsagen lassen, dass er nur Unrat hinterlässt" oder er sagte: "Mein 60er Geburtstag war so toll, aber meine Töchter hatten es nicht mal nötig anzurufen" Also in dem Dorf wo er wohnt, werden wir als die "Bösen" abgestempelt. Ich habe überlegt, ob ich nicht in der Woche mal zum Pfarrer fahre. Ich kenne ihn noch von damals, er hat mich konfirmiert und war in der Zeit wo ich krank war auch öfter mal bei uns zuhause. In einer Therapie war ich vor 2 Jahren. Aber meine Therapeutin wollte dann so eine Art "Rollenspiel" machen wo ich mti ihm rede, das war für mich total unwahrscheinlich und ich konnte mich nicht darauf einlassen. Persönlich zu ihm zu fahren traue ich mich auch nicht... Vielleicht kann ich es über den Pfarrer erstmal versuchen..

Das ist erstmal was mir einfällt. Was mich alles stört und wie wütetend ich bin, dass habe ich schon oft aufgeschrieben. Die Sachen liegen auch alle bei mir, aber ich glaub er würd den Brief einfach in den Müll werfen. Ich denke nicht das er bis zu seinem Tod irgendetwas einsehen würde, daher wäre es wohl vergebene Mühe. Ich glaube ich muss lernen für mcih zu akzeptieren, dass ich halt nie einen Vater hatte. Nur einen biologischen Erzeuger. Auch wenns weh tut..

Und trotzdem!
Ich würde dir raten: mach es trotzdem! Du weißt, dass es es der letzte Brief dieser Art an deinen Erzeuger in diesem Leben sein wird. Es ist EGAL, wie und ob er darauf reagiert, du machst es nur für DICH. Sieh es als Abschieds- und Abschlussbrief, der muss ja nicht immer nett sein.
Was er damit anfängt, ob er ihn überhaupt liest, ist wurscht. Es ist deine letzte Kontaktaufnahme in diesem Leben mit ihm, du brauchst das für den Abschluss, du wirst dich sonst nachher immer fragen: was wäre wenn ich... Gib ihm nicht diese Macht!

Was die Geschichten deines Vaters angeht: klar, dass er sich und andere über die wahren Gründe belügen muss. Wie stünde er sonst da? Wie sollte er damit leben, genau zu wissen Bockmist gebaut zu haben, wenn er sich nicht eine Scheinwelt aufgebaut hätte, die ihn als tragischen von allen im Stich gelassenen Herlden dastehen lässt? Von dem Wort Eigenverantwortung hat er vermutlich noch nie gehört.
Du musst auch nicht alle Welt in eure Familiengeschichte einweihen, wenn dich mal jemand drauf anspricht, sag ihm wie es wirklich war aber von selber rumgehen und schlechtes (wenn auch wahres) über ihn erzählen, kommt nie gut an. Wozu auch? Es kann dir doch total egal sein, was die Menschen in diesem Dorf denken, ihr wißt alle wie es gewesen ist, das reicht. Nichts wird besser, wenn auch sie das wissen, nichts an der Vergangenheit geändert.

Nein leider hattest du keinen Vater in dem Sinne, wie man sich einen Vater vorstellt. Nur eine kaputte Gestalt, die es einfach nicht auf die Reihe bekommen hat. Das tut weh, es macht traurig und wütend aber du als Kind trägst keine Schuld daran. Elternliebe ist angeboren, jedes Kind (so geistig gesund) liebt seine Eltern, es ist harte Arbeit erforderlich, dieses starke Gefühl kaputtzumachen. Vater- und Mutterliebe ist leider nicht immer angeboren, oft genug ist sie da und ganz wunderbar aber manchmal (vor allem wenn der Mensch schwerwiegende Probleme hat) ist sie einfach nicht vorhanden oder nur in sehr geringem Maße und nur, wenn das Kind 'funktioniert' und nicht stresst.
Du kannst es nur bei eigenen Kindern besser machen: dir einen vernünftigen Partner dafür aussuchen oder bei doch falscher Wahl schnellstmöglich die Reißleine ziehen. Dich psychisch mit Hilfe von Therapien so stark machen, dass du dir kein Abziehbild deines Vaters für deine Kinder aussuchst. Das wünsche ich dir!!!

Lg

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25. August 2010 um 11:35
In Antwort auf findedichselbst

Und trotzdem!
Ich würde dir raten: mach es trotzdem! Du weißt, dass es es der letzte Brief dieser Art an deinen Erzeuger in diesem Leben sein wird. Es ist EGAL, wie und ob er darauf reagiert, du machst es nur für DICH. Sieh es als Abschieds- und Abschlussbrief, der muss ja nicht immer nett sein.
Was er damit anfängt, ob er ihn überhaupt liest, ist wurscht. Es ist deine letzte Kontaktaufnahme in diesem Leben mit ihm, du brauchst das für den Abschluss, du wirst dich sonst nachher immer fragen: was wäre wenn ich... Gib ihm nicht diese Macht!

Was die Geschichten deines Vaters angeht: klar, dass er sich und andere über die wahren Gründe belügen muss. Wie stünde er sonst da? Wie sollte er damit leben, genau zu wissen Bockmist gebaut zu haben, wenn er sich nicht eine Scheinwelt aufgebaut hätte, die ihn als tragischen von allen im Stich gelassenen Herlden dastehen lässt? Von dem Wort Eigenverantwortung hat er vermutlich noch nie gehört.
Du musst auch nicht alle Welt in eure Familiengeschichte einweihen, wenn dich mal jemand drauf anspricht, sag ihm wie es wirklich war aber von selber rumgehen und schlechtes (wenn auch wahres) über ihn erzählen, kommt nie gut an. Wozu auch? Es kann dir doch total egal sein, was die Menschen in diesem Dorf denken, ihr wißt alle wie es gewesen ist, das reicht. Nichts wird besser, wenn auch sie das wissen, nichts an der Vergangenheit geändert.

Nein leider hattest du keinen Vater in dem Sinne, wie man sich einen Vater vorstellt. Nur eine kaputte Gestalt, die es einfach nicht auf die Reihe bekommen hat. Das tut weh, es macht traurig und wütend aber du als Kind trägst keine Schuld daran. Elternliebe ist angeboren, jedes Kind (so geistig gesund) liebt seine Eltern, es ist harte Arbeit erforderlich, dieses starke Gefühl kaputtzumachen. Vater- und Mutterliebe ist leider nicht immer angeboren, oft genug ist sie da und ganz wunderbar aber manchmal (vor allem wenn der Mensch schwerwiegende Probleme hat) ist sie einfach nicht vorhanden oder nur in sehr geringem Maße und nur, wenn das Kind 'funktioniert' und nicht stresst.
Du kannst es nur bei eigenen Kindern besser machen: dir einen vernünftigen Partner dafür aussuchen oder bei doch falscher Wahl schnellstmöglich die Reißleine ziehen. Dich psychisch mit Hilfe von Therapien so stark machen, dass du dir kein Abziehbild deines Vaters für deine Kinder aussuchst. Das wünsche ich dir!!!

Lg

Liebe findedichselbst
Danke noch mal für diese Worte,

die Aussage mit den Leuten aus dem Dorf, ist mir eben durch den Kopf gegangen das es wohl falsch rüberkommt. Mir ist es total egal was die Leute da über mich denken, denn ich kenne die Wahrheit und wer sie auch wissen möchte, der kann mich ja gerne Fragen. Aber man kennt ja die Leute, die wenigsten wollen 2 Seite der Medaille kennen Ich habe damals alle Brücken zu diesem Dorf abgebaut.

Mein kompletter neuer Freundeskreis hat meinen Vater nie gesehen und wenn mich jmd auf ihn Anspricht sag ich meistens: "Kein Kontakt" Nur meine engsten Freunde wissen, wie krass es war, das meinte ich mit: "Kann nur schlechtes von ihm sagen"... Ich werde einen Brief schreiben und dort alles runterschreiben. Ich werde ihm sagen, dass ich ihn mir so gewünscht habe, wie er in den 3 Wochen Urlaub immer war. Da war er fast nen komplett anderer Mensch. Er hat mit mir gespielt, Burgen gebaut, war mit mir Schwimmen, Einkaufen, Federball spielen etc etc. Sobald man wieder daheime war, verwandelte er sich wieder in das Monster. Ich denke ich werde einfach den Brief schreiben, in den Kasten werfen und auf eine REaktion warten. WEnn keine kommt warte ich auf Tag X...

Ich habe seit 7 Jahren einen liebevollen Partner. Er selbst ist auch ein Scheidungskind. Sein Vater war Alkoholiker -.- Er war aber nicht gewaltätig, aber der Kontakt bei den beiden war auch mau. Trotzdem empfindet mein Freund keine Wut, sondern eher Trauer, weil der Tod seines Vaters ganz plötzlich kam und er keien Möglichkeit hatte sich mit ihm auszusprechen. Aber Wut hat er nicht auf ihn. Denke da hab ich mir schon ein Goldstück geangelt Er ist immer für mich da, und er will 100% später mit mir Kinder haben und eine Familie etc
LG
Ray

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25. August 2010 um 11:40
In Antwort auf rayuna84

Liebe findedichselbst
Danke noch mal für diese Worte,

die Aussage mit den Leuten aus dem Dorf, ist mir eben durch den Kopf gegangen das es wohl falsch rüberkommt. Mir ist es total egal was die Leute da über mich denken, denn ich kenne die Wahrheit und wer sie auch wissen möchte, der kann mich ja gerne Fragen. Aber man kennt ja die Leute, die wenigsten wollen 2 Seite der Medaille kennen Ich habe damals alle Brücken zu diesem Dorf abgebaut.

Mein kompletter neuer Freundeskreis hat meinen Vater nie gesehen und wenn mich jmd auf ihn Anspricht sag ich meistens: "Kein Kontakt" Nur meine engsten Freunde wissen, wie krass es war, das meinte ich mit: "Kann nur schlechtes von ihm sagen"... Ich werde einen Brief schreiben und dort alles runterschreiben. Ich werde ihm sagen, dass ich ihn mir so gewünscht habe, wie er in den 3 Wochen Urlaub immer war. Da war er fast nen komplett anderer Mensch. Er hat mit mir gespielt, Burgen gebaut, war mit mir Schwimmen, Einkaufen, Federball spielen etc etc. Sobald man wieder daheime war, verwandelte er sich wieder in das Monster. Ich denke ich werde einfach den Brief schreiben, in den Kasten werfen und auf eine REaktion warten. WEnn keine kommt warte ich auf Tag X...

Ich habe seit 7 Jahren einen liebevollen Partner. Er selbst ist auch ein Scheidungskind. Sein Vater war Alkoholiker -.- Er war aber nicht gewaltätig, aber der Kontakt bei den beiden war auch mau. Trotzdem empfindet mein Freund keine Wut, sondern eher Trauer, weil der Tod seines Vaters ganz plötzlich kam und er keien Möglichkeit hatte sich mit ihm auszusprechen. Aber Wut hat er nicht auf ihn. Denke da hab ich mir schon ein Goldstück geangelt Er ist immer für mich da, und er will 100% später mit mir Kinder haben und eine Familie etc
LG
Ray

Noch was zu meinem Schatz
Gerade beim Thema Alkohol ist er sehr sensibel. Es gab eine Zeit da habe ich vermehrt Alkohol konsumiert auch unter der Woche. Es war mir gar nicht so bewusst das es so viel ist. Waren zu der Zeit am Renovieren wegen neuer Wohnung und dann gabs immer das Feierabendbier. Irgendwie ging das so über 2 Monate hin und er hat sich dann Sorgen gemacht. Also die Gefahr hin, dass er selber dem Alkohol verfällt ist sehr sehr sehr geringt, denn ich weiß wie er reagiert und sich Sorgen macht. Mein Trinkverhalten wrüde ich auch als normal einstufen. Ich bin sehr aktiv und sportlich unterwegs mitlerweile wieder, und dort hat der Alk keine Platz 1 Cocktail am WE

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25. August 2010 um 12:41

Menschen verändern sich nicht...
Meine Liebe...gerne erwähne ich hier auch meine Geschichte in nur kurzen Notizen.
Solche Szenarien mit meinem Vater kenne ich auch. Ich bin frühzeitig zu Hause ausgezogen, weil ich es nicht merh ertragen habe. Der kontakt zu meinen beiden Elternteilen brach vor 12 Jahren ab ! Auch , als ich ( ihr einziges Kind) ebenfalls mit Krebs in einer Klinik lag,führte das nicht zur Versöhnung. Und wenn ich die beiden heute treffe, ist es so, als wenn ich jemanden sehe, den ich mal kannte.
Meine Liebe besinne dich darauf, was ist in den letzten 10 Jahren gewesen ? Du möchtest aus Mitleid zu deinem Vater zurück ?
Besinne dich auf das Krankheitsbild Krebs....ist immer ein seelischer Hintergrund.
Du wirst dich nie gegen den Zorn deines Vaters stellen können !
Und niemand kann dir vorwerfen was du tun oder lassen solltest, weil niemand dein Leben lebt. Dein Vater ist für sein eigenes Leben selbst verantwortlich und du solltest ihn und auch seinen Zorn loslassen. Du hast damit nichts zu tun.
Es ist nicht deine Schuld , du hast nichts wiedergutzumachen. Du bist nur seine Tochter,die versucht ihren Weg zu gehen.
Ich glaube dir , das du jeden Tag an ihn denkst...das steht dir zu. Vielleicht kannst du ihm stillen hoffen, das alles gut für ihn wird. Er will sich nicht quälen, also lehnt er die Behandlung ab. Ganz bewußt, denke ich.
Verändern wirst du ihn nicht....
Lass deine Kindheit los und mache deinen Frieden mit dir selbst, dann kannst du auch annehmen das dein Vater krank ist und was dir mit ihm alles wiederfahren ist.
Höre auf dich zu quälen und vergebens auf ihn zu warten.
Du kannst nichts für ihn tun.
Für jeden von uns, wird sich der Kreis schließen.
Alles Gute...

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25. August 2010 um 13:10
In Antwort auf rayuna84

Noch was zu meinem Schatz
Gerade beim Thema Alkohol ist er sehr sensibel. Es gab eine Zeit da habe ich vermehrt Alkohol konsumiert auch unter der Woche. Es war mir gar nicht so bewusst das es so viel ist. Waren zu der Zeit am Renovieren wegen neuer Wohnung und dann gabs immer das Feierabendbier. Irgendwie ging das so über 2 Monate hin und er hat sich dann Sorgen gemacht. Also die Gefahr hin, dass er selber dem Alkohol verfällt ist sehr sehr sehr geringt, denn ich weiß wie er reagiert und sich Sorgen macht. Mein Trinkverhalten wrüde ich auch als normal einstufen. Ich bin sehr aktiv und sportlich unterwegs mitlerweile wieder, und dort hat der Alk keine Platz 1 Cocktail am WE

Na denn Prost

Ich wünsche dir von Herzen, dass du mit deinem Schatz glücklich wirst und dass ihr beide wundervolle Eltern werdet. Schön, dass ihr aufeinander auspasst und euch durch ähnliche Geschichten auch mehr verstehen könnt, als vielleicht jemand, der das nicht erlebt hat.

Die Summe deiner Erfahrungen hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist. So haben auch negative Erfahrungen ihren Sinn, was nicht heißt, dass man den Menschen die dafür verantwortlich sind, auch noch dankbar dafür sein muss oder sie leiden können muss. Aber man kann seinen Frieden damit machen. Die Vergangenheit ändern kannst du nicht aber deine Zukunft hast du seblbst in der Hand. Viel Glück auf deinem Weg!!!

Lieben Gruss

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31. August 2010 um 13:06
In Antwort auf findedichselbst

Na denn Prost

Ich wünsche dir von Herzen, dass du mit deinem Schatz glücklich wirst und dass ihr beide wundervolle Eltern werdet. Schön, dass ihr aufeinander auspasst und euch durch ähnliche Geschichten auch mehr verstehen könnt, als vielleicht jemand, der das nicht erlebt hat.

Die Summe deiner Erfahrungen hat dich zu dem Menschen gemacht, der du heute bist. So haben auch negative Erfahrungen ihren Sinn, was nicht heißt, dass man den Menschen die dafür verantwortlich sind, auch noch dankbar dafür sein muss oder sie leiden können muss. Aber man kann seinen Frieden damit machen. Die Vergangenheit ändern kannst du nicht aber deine Zukunft hast du seblbst in der Hand. Viel Glück auf deinem Weg!!!

Lieben Gruss

UPDATE
Hallo... einigige Tage sind vergangen, seit dem ich das mit meinem erzeuger gehört habe.
Nach neuerlichen Updates zu dem Thema bin ich nun an dem Punkt wo ich sage: Er verdient es nicht, dass man sich weiter mit ihm befasst. Ich habe GOTT SEI DANK noch keinen BRIEF rausgeschickt. Wollte erstmal meinen Krempel für die Uni fertig machen und hatte mein Schublädchen zu ihm erstmal geschlossen.
Jetzt kommt der Knaller: Er hat jetzt seine

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31. August 2010 um 13:13
In Antwort auf rayuna84

UPDATE
Hallo... einigige Tage sind vergangen, seit dem ich das mit meinem erzeuger gehört habe.
Nach neuerlichen Updates zu dem Thema bin ich nun an dem Punkt wo ich sage: Er verdient es nicht, dass man sich weiter mit ihm befasst. Ich habe GOTT SEI DANK noch keinen BRIEF rausgeschickt. Wollte erstmal meinen Krempel für die Uni fertig machen und hatte mein Schublädchen zu ihm erstmal geschlossen.
Jetzt kommt der Knaller: Er hat jetzt seine

Text weg... -.-
Er hat jetzt seine "Trulla" geheiratet. Aber sicherlich nicht aus LIEBE! Nein zu sowas ist dieser MENSCH nicht fähig, und wir es nicht sein. Er weiß nicht mal wie man LIEBE buchstabiert! Natürlich gehts ums ERBE. Um was denn sonst? Der arme Tropf, um den sich sein Kinder nicht kümmern, und jetzt kommen sie angekrochen wenns ums GELD geht? Oh aber nicht mti mir. Der BRIEF ist GOTT SEI DANK nicht raus gegangen den ich hier hatte. Gespickt mit Gefühlen. OH NEIN. Von mir wird dieser MANN kein Wörtchen mehr hören und mich nicht zu Gesicht bekommen.

Klingt jetzt so, als wäre ich ERBgeil oder GELDGEIL, aber so ist es nicht.

Vor eine Woche wusste ich noch nix von der Hochzeit, ich wusste nur von seiner Erkrankunge. Und da hat sich Mitleid geregt in mir.. Wie in meinem Ausgangstext geschrieben, reagiere ich sensible auf diese Krankheit.

Ich dachte ihm gehts jetzt richtig schlecht, hatte Mitleid und Hoffnungen doch noch alles zu bereinigen.

Nunja.. Das Kapitel ist für mich abgeschlossen. Ich werde zum Standesamt gehen eine Namensänderung beantragen lassen. Ich werde mich von allen Fesseln lösen. Er hat mir mit dieser Entscheidung meine Entscheidungen zum Umgang mit mir abgenommen. Von diesem Menschen ist nichts Gutes mehr zu erwarten. Er dreht sich so hin, wies für ihn passt.

25 Jahre hat dieser Mensch keine Gefühle für mich gehabt un das muss ich mir jeden Tag klarmachen. Was er mir angetan hat.

Ich bereue meine vergossenen Tränen. Ich trauere darum, nie einen Vater gehabt zu haben. Ich trauer nicht um ihn!

Er verdient es nicht. Selbst im Angesicht des Todes, lacht er noch höhnisch. Jetzt spielt er seine MACHT aus ums ERBE. Als ob es mir ums GELD geht. OMG,.. Naja wie dem auch sei.. Ich fühl mich befreit und erleichtert. Ich werde jetzt ein neues Leben beginnen. Nichts fesselt mich mehr. Die Schublade "Erzeuger" wird nicht mehr geöffnen. Ich fühl mich wirklcih befreit!

Also auf dann und ich danke euch für euren Lieben Worte, aber dieser Mensch verdient es nicht, sich da noch Gedanken drüber zu machen..

Auf Bald Ray

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31. August 2010 um 14:41
In Antwort auf rayuna84

Text weg... -.-
Er hat jetzt seine "Trulla" geheiratet. Aber sicherlich nicht aus LIEBE! Nein zu sowas ist dieser MENSCH nicht fähig, und wir es nicht sein. Er weiß nicht mal wie man LIEBE buchstabiert! Natürlich gehts ums ERBE. Um was denn sonst? Der arme Tropf, um den sich sein Kinder nicht kümmern, und jetzt kommen sie angekrochen wenns ums GELD geht? Oh aber nicht mti mir. Der BRIEF ist GOTT SEI DANK nicht raus gegangen den ich hier hatte. Gespickt mit Gefühlen. OH NEIN. Von mir wird dieser MANN kein Wörtchen mehr hören und mich nicht zu Gesicht bekommen.

Klingt jetzt so, als wäre ich ERBgeil oder GELDGEIL, aber so ist es nicht.

Vor eine Woche wusste ich noch nix von der Hochzeit, ich wusste nur von seiner Erkrankunge. Und da hat sich Mitleid geregt in mir.. Wie in meinem Ausgangstext geschrieben, reagiere ich sensible auf diese Krankheit.

Ich dachte ihm gehts jetzt richtig schlecht, hatte Mitleid und Hoffnungen doch noch alles zu bereinigen.

Nunja.. Das Kapitel ist für mich abgeschlossen. Ich werde zum Standesamt gehen eine Namensänderung beantragen lassen. Ich werde mich von allen Fesseln lösen. Er hat mir mit dieser Entscheidung meine Entscheidungen zum Umgang mit mir abgenommen. Von diesem Menschen ist nichts Gutes mehr zu erwarten. Er dreht sich so hin, wies für ihn passt.

25 Jahre hat dieser Mensch keine Gefühle für mich gehabt un das muss ich mir jeden Tag klarmachen. Was er mir angetan hat.

Ich bereue meine vergossenen Tränen. Ich trauere darum, nie einen Vater gehabt zu haben. Ich trauer nicht um ihn!

Er verdient es nicht. Selbst im Angesicht des Todes, lacht er noch höhnisch. Jetzt spielt er seine MACHT aus ums ERBE. Als ob es mir ums GELD geht. OMG,.. Naja wie dem auch sei.. Ich fühl mich befreit und erleichtert. Ich werde jetzt ein neues Leben beginnen. Nichts fesselt mich mehr. Die Schublade "Erzeuger" wird nicht mehr geöffnen. Ich fühl mich wirklcih befreit!

Also auf dann und ich danke euch für euren Lieben Worte, aber dieser Mensch verdient es nicht, sich da noch Gedanken drüber zu machen..

Auf Bald Ray

Hallo Ray

warum sollte er sich auch auf einmal ändern, wenn er nunmal so ist? Traurig aber wahr.

Ich finde es trotzdem gut, dass du alles mal niedergeschrieben hast, dich damit auseinandergesetzt hast. Es befreit, egal ob man es dann abschickt oder nicht. Und nein, deine Tränen musst du nicht bereuen, nicht eine davon! Es zeigt doch nur, dass ein echter MENSCH bist, der mit anderen mitfühlen kann, du möchtest doch nicht wirklich ein Mensch sein, der nicht weinen kann?! Um einen Menschen oder verpasste Chancen oder worum auch immer.

Fühl dich gedrückt, ich wünsch dir alles Gute in deinem (eurem) neuen Leben!

Lieben Gruss

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26. Mai 2011 um 1:20

Update vom August 2010
Hallo,

es ist seit dem August 2010 und der Diagnose viel passiert.

Ich glaube ich habe mein Lachen verloren. Kennt vielleicht jemand das Gefühl? Ich steh vorm Spiegel aber ich kann nicht mehr lachen. Es kommt höchstens ein komisches verzerrtes Grinsen bei raus. Selbst auf Fotos ist es übel. Ich habe Vergleichsbilder von letztem Mai und jetzt. Wo ist der Mensch auf den Fotos hin?

Momentan fühle ich mich nicht gut. Im November 2010 ist mein Vater verstorben. Die Tage im Dezember waren der blanke Horror. Als ob ich neben mir gestanden hätte. Weihnachten ging rum, zu Neujahr sollte alles besser werden. Happy New Year. Ok, Verdrängungstaktik hat auch bis April gut funkioniert, bis ich gemerkt habe, das mein Lachen verschwunden ist.

Ich habe mich nicht mehr mit ihm ausgesprochen. Er wollte es nicht. Er hats echt fertig gebracht noch am Telefon böse zu sein! Ich versteh es nicht.

Ich war auf der Beerdigung. Ich sass in der letzten Reihe. Als seine Tochter, sahs ich in der letzten Reihe. Ich habe die ganzen komischen Leute gesehen. Ich habe die verlogenen Tränen gesehen, die komischen Sprüche auf den Kränzen gelesen, die Todesanzeige gelesenn wo mir speiübel wurde. Dort stand auf einmal eine andere "Familie". Dieser Mensch hat uns ruiniert und doch hat er wohl noch eine "Familie" gefunden die nun trauert. Ich war als letztes am Grab, mit meiner Mutter.... Irgendwie war das alles so unwirklich. Im Dezember 2010 habe ich mir gesagt, ich lass mich davon nicht unterkriegen, aber momentan ein halbes Jahr später habe ich das Gefühl es zerfrisst mich von innen heraus. Ein Gewürm was sich in meinem Kopf einnistet... Eine Endlosschleife an Hass, Wut und der Gewissheit, vom eigenen Vater nie geliebt worden zu sein.


Ray

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26. Mai 2011 um 3:22
In Antwort auf rayuna84

Update vom August 2010
Hallo,

es ist seit dem August 2010 und der Diagnose viel passiert.

Ich glaube ich habe mein Lachen verloren. Kennt vielleicht jemand das Gefühl? Ich steh vorm Spiegel aber ich kann nicht mehr lachen. Es kommt höchstens ein komisches verzerrtes Grinsen bei raus. Selbst auf Fotos ist es übel. Ich habe Vergleichsbilder von letztem Mai und jetzt. Wo ist der Mensch auf den Fotos hin?

Momentan fühle ich mich nicht gut. Im November 2010 ist mein Vater verstorben. Die Tage im Dezember waren der blanke Horror. Als ob ich neben mir gestanden hätte. Weihnachten ging rum, zu Neujahr sollte alles besser werden. Happy New Year. Ok, Verdrängungstaktik hat auch bis April gut funkioniert, bis ich gemerkt habe, das mein Lachen verschwunden ist.

Ich habe mich nicht mehr mit ihm ausgesprochen. Er wollte es nicht. Er hats echt fertig gebracht noch am Telefon böse zu sein! Ich versteh es nicht.

Ich war auf der Beerdigung. Ich sass in der letzten Reihe. Als seine Tochter, sahs ich in der letzten Reihe. Ich habe die ganzen komischen Leute gesehen. Ich habe die verlogenen Tränen gesehen, die komischen Sprüche auf den Kränzen gelesen, die Todesanzeige gelesenn wo mir speiübel wurde. Dort stand auf einmal eine andere "Familie". Dieser Mensch hat uns ruiniert und doch hat er wohl noch eine "Familie" gefunden die nun trauert. Ich war als letztes am Grab, mit meiner Mutter.... Irgendwie war das alles so unwirklich. Im Dezember 2010 habe ich mir gesagt, ich lass mich davon nicht unterkriegen, aber momentan ein halbes Jahr später habe ich das Gefühl es zerfrisst mich von innen heraus. Ein Gewürm was sich in meinem Kopf einnistet... Eine Endlosschleife an Hass, Wut und der Gewissheit, vom eigenen Vater nie geliebt worden zu sein.


Ray


Mein aufrichtiges Mitgefühl für das, was du durchmachen musstest. Hast du dich mal erkundigt, ob es in der Stadt, in der du lebst, eine Trauergruppe gibt? Das könnte hilfreich sein für deine Verarbeitung.

Du könntest auch mal bei Alanon vorbeischauen (Gruppen kannst du ergoogeln). Das ist eine Selbsthilfegruppe für Familienangehörige von Alkoholikern. (Familienangehörige beutet jetzt nicht, dass man zusammenleben muss oder das er/sie noch leben muss.)

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