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1,5 Jahre lang belogen worden

28. September 2006 um 21:21

Heute ist das Allerschlimmste wahr geworden was ich mir vorstellen konnte.
Ich bin seit 1,5 Jahren mit meinem Freund zusammen, der jedoch ein paar Städte weiter wohnt.
Ich dachte immer komplett über ihn Bescheid zu wissen, ihn zu kennen...
von Anfang an erzählte er mir er wäre adoptiert.
Er erzählte mir auch er habe den Nachnamen seiner richtigen Eltern wieder angenommen.
Er erzählte mir er habe einen Job(auch welchen), bei dem man gut verdient.
Er erzählte mir er wolle unbedingt mit mir zusammen ziehen und es sei nur ein unglücklicher Zufall dass bisher alle Vermieter abgesagt oder nicht gekommen sind.
Er erzählte mir so einiges...
und heute: NICHTS davon hat je gestimmt.
Ich bin so am Boden zerstört, ich muss die ganze Zeit kotzen und bin total verzweifelt.
Wie ichs nun endlich rausgefunden hab?
Mein Freund liegt seit einigen Tagen im Krankenhaus, aber da ich bis heute im Ausland war, konnte ich nicht zu ihm, aber er ließ sich auch nicht erreichen, so erfuhr ich es heute von meiner Mutter(ich wohne noch bei meinen Eltern).
Sie erzählte mir dass seine Tante vor wenigen Tagen hier angerufen habe, um einiges klarzustellen.
In Wirklichkeit ist er nicht adoptiert, hat also logischerweise sogar einen anderen Nachnamen als er behauptet hat.
Er hat auch keinen Job, sondern bekommt Hartz 4 und macht einen 1-Euro-Job.
Davon kann man logischerweise auch nicht gut eine Wohnung mieten(er wohnt bei seinen Großeltern übrigens).
Alles, was er mir je erzählt hat, war eine verdammte Lüge.
Ich dachte diesen Menschen zu kennen, doch jetzt merk ich dass ich Fakten nie gekannt habe.
Jetzt liegt er im Krankenhaus, weil er unter schweren Depressionen leidet.
Bitte sagt jetzt nicht "wie kann man denn auch nur so blöd sein...".
Natürlich hatte ich immer einen Verdacht.
Daher haben wir uns auch so wahnsinnig oft gestritten, aber ich habe immer nachgegeben, weil ich Streit hasse, ihm vertrauen wollte und ihn liebte und leider immernoch liebe.
Mein ganzes Leben scheint zerstört zu sein.
Wir wollten nächstes Jahr heiraten.
Nein, ich frage mich nicht nur wie ich so blöd sein konnte und immer nachgegeben hab, ich frage mich was ich jetzt tun soll.
Mein Plan ist morgen zu ihm ins Krankenhaus zu fahren(sein Handy ist aus) um mit ihm darüber zu sprechen, warum er mich so lange belogen hat etc.
Und wenn alles stimmt was ich heute erfahren habe, werde ich einen endgültigen Schlussstrich ziehen.
Denn wie soll ich ihm je wieder vertrauen wenn er mich Ewigkeiten belogen hat?
Ich weiß einfach nicht mehr weiter, bin nur am Heulen und kaputt.
Bitte helft mir... konstruktiv.. was würdet ihr an meiner Stelle tun?
Danke.

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28. September 2006 um 21:58

Sprachlos
hi inez...

also erst mal bin ich echt von den socken ...
wahnsinn einen menschen den man doch eigentlich liebt 1.5 jahre zu belügen .. aber nun gut jetzt ist es so ... hmm mal ne frage hast dir vielleicht mal gedanken gemacht das er das nur getan hat ( nicht das ich ihn verteidigen will und es für gut heiße) , weil er dachte wenn ich ihr die wahrheit sage rennt sie mir davon denn wer will schon einen freund haben der keinen job hat?? eigentlich die wenigsten vermute ich einfach mal .... mir scheint als hätte er null selbstwert und hat sich eben seine eigene scheinwelt für sich gebastelt und die is jetzt wie ein kartenhaus über ihm zusammengefallen ( depressionen etc. ) also ich könnte nicht einfach so diese beziehung weiterführen .. ich hätte sicher ein großes problem ihm in zukunft irgendetwas zu glauben ... liebe grüße knopf

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29. September 2006 um 3:47

Hm..
Bis zu dem Satz, wo du sagst, dass er depression hat, hab ich mir auch gedacht "was fuer ein megaa....loch.
Klar, bist Du jetzt erst mal total von den Socken und dass Du Deine Beziehung in FRage stellst, ist normal und selbstverstaendlich...
da dies ja aber wohl alles einen tieferen Hintergrund zu haben scheint, wuerde ich nichts ueberstuerzen und erst mal versuchen, was hinter dem Ganzen steckt.
sobald Du mit ihm reden kannst, tu dies und stell ihm deine fragen.

Selbst wenn Du fuer dich schon entschieden hast, unter diesen umstaenden keine Beziehung haben zu koennen (voellig natuerlich), dann gib ihm die chance, es zumindest zu erklaeren. Kann oder will er es nicht, musst Du es akzeptieren und deinen weg gehen.

viel glueck

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29. September 2006 um 5:33

Man muss immer beide Seiten betrachten...
Hallo.
Es ist nicht gerade schön was er gemacht hat.
Wenn ein Liebe mit Lügen beginnt ist sie eigentlich schon zum scheitern verurteilt.
Aber warum hat er gelogen?
Wurde ihm in seiner Kindheit nicht die ausreichende Liebe gegeben?Vielleicht war sein Vater zu streng mit ihm.Vielleicht musste er immer toll sein um die Liebe zu bekommen.
Er hat dieses Muster in eure Beziehung mitgebracht,wahrscheinlich in seinen vorherigen Beziehungen auch schon.Sicherlich muss man irgendwann damit aufhören.Er wollte dir nur imponieren,weil er dachte wenn er nichts ist dann wird er auch von dir nicht geliebt.Ich fände es auch nicht gut ihm jetzt schon über den Haufen zu rennen nur weil du momentan total geknickt bist.Sieh auch seine Seite warum er so geworden ist.Vielleicht kann man alles in einem Gespräch aufklären.Aber dafür müsstes du deine Emotionen erstmal runterfahren und ihm Zeit lassen etwas klar zu kommen.Wenn du ihn wirklich geliebt hast dann gibst du ihm die Zeit.Er würde jetzt nur noch in ein tieferes Loch fallen und wer weiß was dann ist.Ich bin fest davon überzeugt das er dich liebt.
Komm erstmal runter und atme tief durch und horche in dich rein.....Was will ich...Liebe ich ihn?...Ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben.
Liebe Grüsse und viel Kraft euch beiden.

Christiane

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29. September 2006 um 9:10

Guten morgen,
ich sehe es wie cefeu u. zenmeisterin. dein freund ist kein blender, der dieses ganze lügenkonstrukt bewußt aufgebaut hat. er ist ein sehr kranker mensch. wenn du wegen depressionen stationär aufgenommen wirst, muß die krankheit massiv sein und sehr schwer. depressionen verändern nachhaltig die persönlichkeit eines menschen und ermöglichen dem erkrankten keine "normale sicht" mehr auf die realität. wenn du irgendwie kannst, verlass ihn gerade jetzt nicht.er braucht gerade jetzt deine unterstützung mehr als je. das wird sehr,sehr schwer, sowohl für dich als auch für seine familie und andere freunde. aber wenn er dir viel bedeutet, entzieh ihm jetzt nicht noch deine unterstützung und deine hilfe. ein an depressionen leidender ist sowieso schon abgeschnitten von allem, sieht sich als völlig isoliert von allem und allen.
wird schwer, aber ich wünsch euch alles gute und viel kraft!
magnolie

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29. September 2006 um 9:45
In Antwort auf kalani_12728999

Guten morgen,
ich sehe es wie cefeu u. zenmeisterin. dein freund ist kein blender, der dieses ganze lügenkonstrukt bewußt aufgebaut hat. er ist ein sehr kranker mensch. wenn du wegen depressionen stationär aufgenommen wirst, muß die krankheit massiv sein und sehr schwer. depressionen verändern nachhaltig die persönlichkeit eines menschen und ermöglichen dem erkrankten keine "normale sicht" mehr auf die realität. wenn du irgendwie kannst, verlass ihn gerade jetzt nicht.er braucht gerade jetzt deine unterstützung mehr als je. das wird sehr,sehr schwer, sowohl für dich als auch für seine familie und andere freunde. aber wenn er dir viel bedeutet, entzieh ihm jetzt nicht noch deine unterstützung und deine hilfe. ein an depressionen leidender ist sowieso schon abgeschnitten von allem, sieht sich als völlig isoliert von allem und allen.
wird schwer, aber ich wünsch euch alles gute und viel kraft!
magnolie

Ja, schon, aber...
man muß höllisch aufpassen, dass man sich nicht vor lauter gutmenscherei und edler barmherzigkeit in eine co-abhängigkeit begibt und sich sein eigenes leben damit versaut, verzeihung
man kann haushoch verlieren bei der ganzen sache, und sich ganz schlimm verletzen. der stärkere überlebt einfach, und wer sich aus selbstschutz aus so einer schlimmen sache rauszieht und sich damit entzieht, lebt unter umständen gesündern, VIEL gesünder...
man muß immer sein EIGENES leben leben, man hat nur dieses eine. und wenn man den kontakt zu einem destruktiven menschen aufgibt, so kann dies auch von vorteil für das eigene leben sein. wenn man sich zum samariter von kranken menschen macht, die einem SO den boden unter den füßen weghauen, dann sollte man rennen, und zwar so weit weg wie möglich. klingt derbe, sicher. ist aber überlebensstrategie und sehr empfehlenswert.

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29. September 2006 um 9:53
In Antwort auf kerttu_12968125

Man muss immer beide Seiten betrachten...
Hallo.
Es ist nicht gerade schön was er gemacht hat.
Wenn ein Liebe mit Lügen beginnt ist sie eigentlich schon zum scheitern verurteilt.
Aber warum hat er gelogen?
Wurde ihm in seiner Kindheit nicht die ausreichende Liebe gegeben?Vielleicht war sein Vater zu streng mit ihm.Vielleicht musste er immer toll sein um die Liebe zu bekommen.
Er hat dieses Muster in eure Beziehung mitgebracht,wahrscheinlich in seinen vorherigen Beziehungen auch schon.Sicherlich muss man irgendwann damit aufhören.Er wollte dir nur imponieren,weil er dachte wenn er nichts ist dann wird er auch von dir nicht geliebt.Ich fände es auch nicht gut ihm jetzt schon über den Haufen zu rennen nur weil du momentan total geknickt bist.Sieh auch seine Seite warum er so geworden ist.Vielleicht kann man alles in einem Gespräch aufklären.Aber dafür müsstes du deine Emotionen erstmal runterfahren und ihm Zeit lassen etwas klar zu kommen.Wenn du ihn wirklich geliebt hast dann gibst du ihm die Zeit.Er würde jetzt nur noch in ein tieferes Loch fallen und wer weiß was dann ist.Ich bin fest davon überzeugt das er dich liebt.
Komm erstmal runter und atme tief durch und horche in dich rein.....Was will ich...Liebe ich ihn?...Ich hoffe dir ein wenig geholfen zu haben.
Liebe Grüsse und viel Kraft euch beiden.

Christiane

Liebe zenmeisterin
das ist schon richtig was du sagst, es lohnt sich ein blick in die von dir angedeutete richtung. jedoch nur, um zu verstehen und zu wissen, wieso einem das angetan wurde. dann sollte es jedoch gut sein und man muß sich auf sich selber konzentrieren, um nicht seinen eigenen lebensplan aus den augen zu verlieren.
eine liebe kann und sollte niemals eine bürde oder gar ein hindernis sein.
das ist etwas anderes, wenn ein paar schon seit jahren durch dick und dünn geht und einer der beiden erkrankt - sicher.
aber auch wenn der mann an depressionen leidet, so hat er doch von anfang an seine freundin wissentlich belogen. das ist doch kein freibrief dafür, einen menschen zu belügen. liebe und lüge sind ehrlich gesagt nicht wirklich vereinbar, im gegenteil, lügen stellen (auch aus imporniergründen) immer eine respektlosigkeit dem partner gegenüber dar. und eine so junge frau sollte sich niemals zum therapeuten eines anderen menschen machen, evtl. schmeißt sie dafür ihren eigenen lebensplan weg und das darf nicht sein...

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29. September 2006 um 10:03
In Antwort auf shanghainoodlefactory

Ja, schon, aber...
man muß höllisch aufpassen, dass man sich nicht vor lauter gutmenscherei und edler barmherzigkeit in eine co-abhängigkeit begibt und sich sein eigenes leben damit versaut, verzeihung
man kann haushoch verlieren bei der ganzen sache, und sich ganz schlimm verletzen. der stärkere überlebt einfach, und wer sich aus selbstschutz aus so einer schlimmen sache rauszieht und sich damit entzieht, lebt unter umständen gesündern, VIEL gesünder...
man muß immer sein EIGENES leben leben, man hat nur dieses eine. und wenn man den kontakt zu einem destruktiven menschen aufgibt, so kann dies auch von vorteil für das eigene leben sein. wenn man sich zum samariter von kranken menschen macht, die einem SO den boden unter den füßen weghauen, dann sollte man rennen, und zwar so weit weg wie möglich. klingt derbe, sicher. ist aber überlebensstrategie und sehr empfehlenswert.

Dieser Egoismuss ist zum k.....
Wir sind eine Gemeinschaft.Mir kann es nicht egal sein wie es dem anderen geht.Er spiegelt mich selbst ja wieder.Auch ich kann was von ihm lernen.Es ist schlimm mit anzusehen wie die Menschheit immer mehr in den Egoismuss verfällt.Jeder Mensch ist genauso wichtig wie jede Zelle in meinem Körper.Streikt eine weil sie mal gerade kein Bock hat, hatt das Auswirkung auf den gesamten Organismus.Warum sollte es ausserhalb anders ablaufen?Jeder Mensch ist was besonderes und individuell und wird gebraucht und man darf nicht wegschauen wenn es jemanden schlecht geht!!!!!!!!!
In diesem Sinne.
Christiane

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29. September 2006 um 10:06
In Antwort auf shanghainoodlefactory

Ja, schon, aber...
man muß höllisch aufpassen, dass man sich nicht vor lauter gutmenscherei und edler barmherzigkeit in eine co-abhängigkeit begibt und sich sein eigenes leben damit versaut, verzeihung
man kann haushoch verlieren bei der ganzen sache, und sich ganz schlimm verletzen. der stärkere überlebt einfach, und wer sich aus selbstschutz aus so einer schlimmen sache rauszieht und sich damit entzieht, lebt unter umständen gesündern, VIEL gesünder...
man muß immer sein EIGENES leben leben, man hat nur dieses eine. und wenn man den kontakt zu einem destruktiven menschen aufgibt, so kann dies auch von vorteil für das eigene leben sein. wenn man sich zum samariter von kranken menschen macht, die einem SO den boden unter den füßen weghauen, dann sollte man rennen, und zwar so weit weg wie möglich. klingt derbe, sicher. ist aber überlebensstrategie und sehr empfehlenswert.

Ich weiß, ich weiß,
wie schmal der grat ist zwischen co-abhängigkeit und loyalität, unterstützung und verläßlichkeit. ich bin selbsteine ex-depressive und weiß noch genau, wie schlimm es war zu sehen, daß keine meiner damaligen freundschaften und beziehungen diese krankheit überlebt haben. zu sehen, daß du alle deine freundinnen und freunde maßlos überforderst, wirft dich noch vielmehr zurück.

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29. September 2006 um 11:44
In Antwort auf kerttu_12968125

Dieser Egoismuss ist zum k.....
Wir sind eine Gemeinschaft.Mir kann es nicht egal sein wie es dem anderen geht.Er spiegelt mich selbst ja wieder.Auch ich kann was von ihm lernen.Es ist schlimm mit anzusehen wie die Menschheit immer mehr in den Egoismuss verfällt.Jeder Mensch ist genauso wichtig wie jede Zelle in meinem Körper.Streikt eine weil sie mal gerade kein Bock hat, hatt das Auswirkung auf den gesamten Organismus.Warum sollte es ausserhalb anders ablaufen?Jeder Mensch ist was besonderes und individuell und wird gebraucht und man darf nicht wegschauen wenn es jemanden schlecht geht!!!!!!!!!
In diesem Sinne.
Christiane

Es gibt auch einen "gesunden Egoismus"
den jeder braucht, um zu überleben. Wir sind eine Gemeinschaft, das ist right. Du kannst aber nicht erwarten, dass man sich selber und sein eigenes Leben und Wohlgefühl zugunsten anderer soweit in den Schatten stellen soll, dass man selber dabei untergeht.
Jeder Mensch ist etwas besonderes, ohne Zweifel. Aber es gibt auch Menschen, die einem unglaublich schaden können. Schnell ist man dann co-abhängig und gibt sein eigenes Leben an der falschen Garderobe ab. Selbstschutz hat nichts mit "Wegschauen" zu tun, sondern damit, dass man selber sehen muß, wo man bleibt und dass man stark bleibt. Schau Dich doch einmal um, wieviele Menschen vor lauter co-Abhängigkeit selber bis zum Hals im Sumpf stecken. Sie bleiben in untragbaren Beziehungen und gehen selber zugrunde. Ist das Deine Vorstellung von Gemeinschaft?
Um anderen helfen zu können, muß man sich auch ein Stückchen weit distanzieren können. Was glaubst Du denn, wieso die Selbstmordrate bei Therapeuten und Psychologen so viel höher ist wie bei anderen Berufsgruppen? Und dann soll Otto-Normalverbraucher sich selbst aufgeben und zum Therapeuten werden? So liest sich Dein "idealistischer" Beitrag.

Blatt

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