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Transsexualität in der Beziehung

18. April um 15:58

Hallo zusammen, ich bin Lena, also zumindest wäre ich das gerne, und Mitte 20. Schon seit meiner frühen Kindheit weiß ich, dass ich eigentlich als Frau leben möchte, habe es aber bis heute versteckt, da ich mit meinen Eltern diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Sie reden ständig davon, wie froh sie sind, dass ich nicht schwul sei, auch wenn sie nichts gegen Schwule hätte () und als mich meine Mutter mal als Kind in Mädchensachen erwischt hat, da war sie total wütend und schockiert. Jetzt habe ich endlich nach 23 Jahren den Mut gehabt, mich jemandem anzuvertrauen - meiner Freundin, die selber bisexuell ist. Sie möchte allerdings, dass ich diesen Weg, sprich Alltagstest, Hormonbehandlung etc. weitergehe, auch wenn sie, wie sie sagt, sich deshalb schlecht fühlen würde. Verlieren will ich sie aber auch nicht, deshalb verdränge ich momentan einfach alles. Wirklich gut klappt das aber auch nicht, denn die Gedanken sind ständig präsent. Dennoch steht meine Liebe zu ihr über allem, da ansonten einfach alles perfekt passt, weshalb ich mich aktuell in einer Zwickmühle befinde. Ich kann sie sogar auch verstehen, da ich ja nicht mehr der Mann wäre in den sie sich verliebt hat und ob ich ihr als Frau gefalle, weiß man eben nicht. Verstehen kann ich das deswegen, weil ich auch für mich die Optik eine große Rolle spielt. Zwar sagt man ja immer es geht um den Menschen und den Charakter, aber wenn mir jemand optisch nicht gefällt, dann könnte ich mir auch nicht mehr vorstellen. Das Gesamtpaket muss eben passen, weshalb ich sie irgendwie auch schon verstehen kann. 

LG, 
Lena

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18. April um 20:41
In Antwort auf lenaaa43

Hallo zusammen, ich bin Lena, also zumindest wäre ich das gerne, und Mitte 20. Schon seit meiner frühen Kindheit weiß ich, dass ich eigentlich als Frau leben möchte, habe es aber bis heute versteckt, da ich mit meinen Eltern diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Sie reden ständig davon, wie froh sie sind, dass ich nicht schwul sei, auch wenn sie nichts gegen Schwule hätte () und als mich meine Mutter mal als Kind in Mädchensachen erwischt hat, da war sie total wütend und schockiert. Jetzt habe ich endlich nach 23 Jahren den Mut gehabt, mich jemandem anzuvertrauen - meiner Freundin, die selber bisexuell ist. Sie möchte allerdings, dass ich diesen Weg, sprich Alltagstest, Hormonbehandlung etc. weitergehe, auch wenn sie, wie sie sagt, sich deshalb schlecht fühlen würde. Verlieren will ich sie aber auch nicht, deshalb verdränge ich momentan einfach alles. Wirklich gut klappt das aber auch nicht, denn die Gedanken sind ständig präsent. Dennoch steht meine Liebe zu ihr über allem, da ansonten einfach alles perfekt passt, weshalb ich mich aktuell in einer Zwickmühle befinde. Ich kann sie sogar auch verstehen, da ich ja nicht mehr der Mann wäre in den sie sich verliebt hat und ob ich ihr als Frau gefalle, weiß man eben nicht. Verstehen kann ich das deswegen, weil ich auch für mich die Optik eine große Rolle spielt. Zwar sagt man ja immer es geht um den Menschen und den Charakter, aber wenn mir jemand optisch nicht gefällt, dann könnte ich mir auch nicht mehr vorstellen. Das Gesamtpaket muss eben passen, weshalb ich sie irgendwie auch schon verstehen kann. 

LG, 
Lena

Hallo Lena,

ich habe ein Schwester, die transsexuell ist, also sie wurde als Junge geboren und war 20 Jahre lang mein Bruder, bis sie sich schließlich vor einiger Zeit geoutet hat und nun ihren Weg als Frau weitergeht. Ich kann dir also als Angehörige so ein bisschen etwas sagen, wie ich das Outing meines damals-Bruders erlebt habe.

Ich denke, bei deiner Freundin kommen gerade viele Gefühle hoch, die sie wahrscheinlich selbst im Moment nicht so recht einordnen kann (so war es nämlich bei mir damals auch, auch wenn ich nur die Schwester war). Auf der einen Seite sieht sie es ja durchaus rational und kann sich, empathiefähig, in deine Lage hineinversetzen. Als aufgeklärter Mensch versteht sie vom Verstand her, dass du den Weg der Angleichung notwendig gehen musst und willst, denn du hast dich nunmal dafür entschieden. Auf der anderen Seite ist da die irrationale Gefühlebene. Im Grunde geht es doch um die Frage, wie sehr du dich verändern wirst, oder wie sehr sich allgemein ein Mensch verändert, wenn er seine Transsexualität nach Jahren der "Neutralität" auslebt. Sie hat Angst, dich zu verlieren, oder dass du dich so sehr veränderst, dass ihr euch auseinanderlebt... dass du in deiner neuen weiblichen Personalität nach einem männlichen Partner suchst... dass du dich so stark veränderst, dass es Krach gibt oder sich euer Beziehungsgefüge verändert. Und diese Ängste sind ja auch sehr begründet! Wer weiß, wohin dein Weg geht? Dein Aussehen, deine Mimik und Gestik, dein Selbstverständnis wer du bist und wie du gesehen werden willst, wird sich - aus ihrer Sicht! - radikal verändern. Deine Stimme wird sich verändern, vieles was dich bisher ausgemacht hat, wird sich verändern - natürlich nicht alles, aber eben ganz offensichtliche Dinge! Du wirst Medikamente und Hormone bekommen, vieles schlägt auf die Stimmung, und so weiter...

Mein damals Bruder, jetzt Schwester, hat sich sehr stark verändert, wie ich finde. Man könnte ja meinen, die Person und der Charakter bleiben die selbe, aber das stimmt nicht. Sie ist nun viel selbstbewusster, aber auch verletztlicher, und unsere Beziehung hat sich sehr verändert... Ich denke mir immer, es ist als ob mein Bruder gestorben wäre, aber dafür habe ich eine Schwester ganz neu bekommen. IIch vermisse z.B. seine alte Stimme sehr. Da ist viel Trauer, aber auch Enthusiasmus. Das ist ein einzigartiges und schwer zu beschreibende Situation, und ähnlich einzigartig wird es auch bei euch sein, weil es dich nun einmal nur einmal auf der Welt gibt und kein Mensch vorhersehen kann, wie du dich entwickeln wirst.

Eigentlich kann ich da nichts raten, außer dass du all das im Blick haben musst - für dich ist die Situation sehr schwer und kompliziert (das steht außer Frage!), aber das ist es eben für Aussenstehende auch. Bleibt im Gespräch, gehe bedächtig mit der Situation um und weihe sie in alles ein, was du schrittweise tun möchtest! Eure Beziehung wird sich mitentwickeln. Es kann auch sein, dass eure Beziehung zerbricht. Immerhin wirst du so etwas wie eine "zweite Pubertät" erleben. Aber auch da werdet ihr hindurchfinden, selbst wenn ihr am Ende getrennte Wege gehen werdet. 

Ich wünsche dir alles Gute!

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18. April um 16:33
In Antwort auf lenaaa43

Hallo zusammen, ich bin Lena, also zumindest wäre ich das gerne, und Mitte 20. Schon seit meiner frühen Kindheit weiß ich, dass ich eigentlich als Frau leben möchte, habe es aber bis heute versteckt, da ich mit meinen Eltern diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Sie reden ständig davon, wie froh sie sind, dass ich nicht schwul sei, auch wenn sie nichts gegen Schwule hätte () und als mich meine Mutter mal als Kind in Mädchensachen erwischt hat, da war sie total wütend und schockiert. Jetzt habe ich endlich nach 23 Jahren den Mut gehabt, mich jemandem anzuvertrauen - meiner Freundin, die selber bisexuell ist. Sie möchte allerdings, dass ich diesen Weg, sprich Alltagstest, Hormonbehandlung etc. weitergehe, auch wenn sie, wie sie sagt, sich deshalb schlecht fühlen würde. Verlieren will ich sie aber auch nicht, deshalb verdränge ich momentan einfach alles. Wirklich gut klappt das aber auch nicht, denn die Gedanken sind ständig präsent. Dennoch steht meine Liebe zu ihr über allem, da ansonten einfach alles perfekt passt, weshalb ich mich aktuell in einer Zwickmühle befinde. Ich kann sie sogar auch verstehen, da ich ja nicht mehr der Mann wäre in den sie sich verliebt hat und ob ich ihr als Frau gefalle, weiß man eben nicht. Verstehen kann ich das deswegen, weil ich auch für mich die Optik eine große Rolle spielt. Zwar sagt man ja immer es geht um den Menschen und den Charakter, aber wenn mir jemand optisch nicht gefällt, dann könnte ich mir auch nicht mehr vorstellen. Das Gesamtpaket muss eben passen, weshalb ich sie irgendwie auch schon verstehen kann. 

LG, 
Lena

Hast du denn eine konkrete Frage oder in konkretes Anliegen? 

Ich glaube auch, dass es schwierig ist, eine Partnerschaft zu führen, wenn eine Person transsexuell ist. Ich könnte es mir nicht vorstellen, aber ich bin eben auch nicht lesbisch oder bi. 
Kennst du denn andere Transsexuelle? Bist du in Therapie? 

Wie ist das bei dir im Freundeskreis? Im Berufsleben? Wird es akzeptiert oder versteckst du es? 
Ich glaube auch, dass es sehr schwer ist, seine eigene Identität praktisch ständig zu unterdrücken. Sich irgendwie "zu verkleiden" als jemand, der man nicht ist. 
Deine Partnerin klingt nach einer echten Stütze, selbst wenn sie es schwer findet. Aber sie kann dir eine große Hilfe sein. Vielleicht auch einfach mal nur "echt" und "du" zu sein und nicht etwas darzustellen, was du nicht bist. 

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18. April um 16:50

Die Frage wäre mehr oder weniger indirekt, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß auch, dass ich sie damit schon ziemlich überrumpelt habe und dass sie auch Zeit braucht um das zu verarbeiten.

Nein, in Therapie bin ich nicht und auch ansonsten ist sie die einzige Person, die davon weiß. Weder mein Freundeskreis noch meine Familie wissen davon, sodass ich das bislang nur "ausleben" kann, wenn ich alleine zuhause bin. Ich hatte gehofft, von ihr die nötige Unterstützungen zu bekommen, die ich brauche, um mich auch vor anderen zu outen. Sie akzeptiert das, möchte es aber nicht sehen und wenn ich die nächsten Schritte auf diesem Weg gehen würde, dann wäre es wohl mit der Beziehung früher oder später vorbei, da sie mich so behalten möchte, wie sie sich in mich verliebt hat. Und da mir die Beziehung zu ihr so wahnsinnig wichtig ist, ist das Problem, dass ich mich in meinem Körper nicht wohl fühle und endlich als Frau leben möchte, dennoch aber zurückstecke, um sie nicht zu verlieren.

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18. April um 19:26
In Antwort auf lenaaa43

Die Frage wäre mehr oder weniger indirekt, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß auch, dass ich sie damit schon ziemlich überrumpelt habe und dass sie auch Zeit braucht um das zu verarbeiten.

Nein, in Therapie bin ich nicht und auch ansonsten ist sie die einzige Person, die davon weiß. Weder mein Freundeskreis noch meine Familie wissen davon, sodass ich das bislang nur "ausleben" kann, wenn ich alleine zuhause bin. Ich hatte gehofft, von ihr die nötige Unterstützungen zu bekommen, die ich brauche, um mich auch vor anderen zu outen. Sie akzeptiert das, möchte es aber nicht sehen und wenn ich die nächsten Schritte auf diesem Weg gehen würde, dann wäre es wohl mit der Beziehung früher oder später vorbei, da sie mich so behalten möchte, wie sie sich in mich verliebt hat. Und da mir die Beziehung zu ihr so wahnsinnig wichtig ist, ist das Problem, dass ich mich in meinem Körper nicht wohl fühle und endlich als Frau leben möchte, dennoch aber zurückstecke, um sie nicht zu verlieren.

Vielleicht wäre es gut, sich mal mit Gleichgesinnten auszutauschen und eventuell eine Therapie zu starten, damit du dir deiner Entscheidungen klarer wirst und auch besser zu dir stehen kannst. Weil du das irgendwann brauchen wirst. 
Und so wie ich dich verstehe, geht es um die Entscheidung
1. so bleiben wie du bist, um die Freundin zu behalten, aber zu dem Preis nicht so leben zu können, wie du fühlst
2. so zu leben, wie du fühlst, aber zu dem Preis, deine Freundin zumindest als Partnerin (eventuell) zu verlieren. 
 

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18. April um 20:41
In Antwort auf lenaaa43

Hallo zusammen, ich bin Lena, also zumindest wäre ich das gerne, und Mitte 20. Schon seit meiner frühen Kindheit weiß ich, dass ich eigentlich als Frau leben möchte, habe es aber bis heute versteckt, da ich mit meinen Eltern diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Sie reden ständig davon, wie froh sie sind, dass ich nicht schwul sei, auch wenn sie nichts gegen Schwule hätte () und als mich meine Mutter mal als Kind in Mädchensachen erwischt hat, da war sie total wütend und schockiert. Jetzt habe ich endlich nach 23 Jahren den Mut gehabt, mich jemandem anzuvertrauen - meiner Freundin, die selber bisexuell ist. Sie möchte allerdings, dass ich diesen Weg, sprich Alltagstest, Hormonbehandlung etc. weitergehe, auch wenn sie, wie sie sagt, sich deshalb schlecht fühlen würde. Verlieren will ich sie aber auch nicht, deshalb verdränge ich momentan einfach alles. Wirklich gut klappt das aber auch nicht, denn die Gedanken sind ständig präsent. Dennoch steht meine Liebe zu ihr über allem, da ansonten einfach alles perfekt passt, weshalb ich mich aktuell in einer Zwickmühle befinde. Ich kann sie sogar auch verstehen, da ich ja nicht mehr der Mann wäre in den sie sich verliebt hat und ob ich ihr als Frau gefalle, weiß man eben nicht. Verstehen kann ich das deswegen, weil ich auch für mich die Optik eine große Rolle spielt. Zwar sagt man ja immer es geht um den Menschen und den Charakter, aber wenn mir jemand optisch nicht gefällt, dann könnte ich mir auch nicht mehr vorstellen. Das Gesamtpaket muss eben passen, weshalb ich sie irgendwie auch schon verstehen kann. 

LG, 
Lena

Hallo Lena,

ich habe ein Schwester, die transsexuell ist, also sie wurde als Junge geboren und war 20 Jahre lang mein Bruder, bis sie sich schließlich vor einiger Zeit geoutet hat und nun ihren Weg als Frau weitergeht. Ich kann dir also als Angehörige so ein bisschen etwas sagen, wie ich das Outing meines damals-Bruders erlebt habe.

Ich denke, bei deiner Freundin kommen gerade viele Gefühle hoch, die sie wahrscheinlich selbst im Moment nicht so recht einordnen kann (so war es nämlich bei mir damals auch, auch wenn ich nur die Schwester war). Auf der einen Seite sieht sie es ja durchaus rational und kann sich, empathiefähig, in deine Lage hineinversetzen. Als aufgeklärter Mensch versteht sie vom Verstand her, dass du den Weg der Angleichung notwendig gehen musst und willst, denn du hast dich nunmal dafür entschieden. Auf der anderen Seite ist da die irrationale Gefühlebene. Im Grunde geht es doch um die Frage, wie sehr du dich verändern wirst, oder wie sehr sich allgemein ein Mensch verändert, wenn er seine Transsexualität nach Jahren der "Neutralität" auslebt. Sie hat Angst, dich zu verlieren, oder dass du dich so sehr veränderst, dass ihr euch auseinanderlebt... dass du in deiner neuen weiblichen Personalität nach einem männlichen Partner suchst... dass du dich so stark veränderst, dass es Krach gibt oder sich euer Beziehungsgefüge verändert. Und diese Ängste sind ja auch sehr begründet! Wer weiß, wohin dein Weg geht? Dein Aussehen, deine Mimik und Gestik, dein Selbstverständnis wer du bist und wie du gesehen werden willst, wird sich - aus ihrer Sicht! - radikal verändern. Deine Stimme wird sich verändern, vieles was dich bisher ausgemacht hat, wird sich verändern - natürlich nicht alles, aber eben ganz offensichtliche Dinge! Du wirst Medikamente und Hormone bekommen, vieles schlägt auf die Stimmung, und so weiter...

Mein damals Bruder, jetzt Schwester, hat sich sehr stark verändert, wie ich finde. Man könnte ja meinen, die Person und der Charakter bleiben die selbe, aber das stimmt nicht. Sie ist nun viel selbstbewusster, aber auch verletztlicher, und unsere Beziehung hat sich sehr verändert... Ich denke mir immer, es ist als ob mein Bruder gestorben wäre, aber dafür habe ich eine Schwester ganz neu bekommen. IIch vermisse z.B. seine alte Stimme sehr. Da ist viel Trauer, aber auch Enthusiasmus. Das ist ein einzigartiges und schwer zu beschreibende Situation, und ähnlich einzigartig wird es auch bei euch sein, weil es dich nun einmal nur einmal auf der Welt gibt und kein Mensch vorhersehen kann, wie du dich entwickeln wirst.

Eigentlich kann ich da nichts raten, außer dass du all das im Blick haben musst - für dich ist die Situation sehr schwer und kompliziert (das steht außer Frage!), aber das ist es eben für Aussenstehende auch. Bleibt im Gespräch, gehe bedächtig mit der Situation um und weihe sie in alles ein, was du schrittweise tun möchtest! Eure Beziehung wird sich mitentwickeln. Es kann auch sein, dass eure Beziehung zerbricht. Immerhin wirst du so etwas wie eine "zweite Pubertät" erleben. Aber auch da werdet ihr hindurchfinden, selbst wenn ihr am Ende getrennte Wege gehen werdet. 

Ich wünsche dir alles Gute!

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19. April um 14:54
In Antwort auf hallelujamaus

Hallo Lena,

ich habe ein Schwester, die transsexuell ist, also sie wurde als Junge geboren und war 20 Jahre lang mein Bruder, bis sie sich schließlich vor einiger Zeit geoutet hat und nun ihren Weg als Frau weitergeht. Ich kann dir also als Angehörige so ein bisschen etwas sagen, wie ich das Outing meines damals-Bruders erlebt habe.

Ich denke, bei deiner Freundin kommen gerade viele Gefühle hoch, die sie wahrscheinlich selbst im Moment nicht so recht einordnen kann (so war es nämlich bei mir damals auch, auch wenn ich nur die Schwester war). Auf der einen Seite sieht sie es ja durchaus rational und kann sich, empathiefähig, in deine Lage hineinversetzen. Als aufgeklärter Mensch versteht sie vom Verstand her, dass du den Weg der Angleichung notwendig gehen musst und willst, denn du hast dich nunmal dafür entschieden. Auf der anderen Seite ist da die irrationale Gefühlebene. Im Grunde geht es doch um die Frage, wie sehr du dich verändern wirst, oder wie sehr sich allgemein ein Mensch verändert, wenn er seine Transsexualität nach Jahren der "Neutralität" auslebt. Sie hat Angst, dich zu verlieren, oder dass du dich so sehr veränderst, dass ihr euch auseinanderlebt... dass du in deiner neuen weiblichen Personalität nach einem männlichen Partner suchst... dass du dich so stark veränderst, dass es Krach gibt oder sich euer Beziehungsgefüge verändert. Und diese Ängste sind ja auch sehr begründet! Wer weiß, wohin dein Weg geht? Dein Aussehen, deine Mimik und Gestik, dein Selbstverständnis wer du bist und wie du gesehen werden willst, wird sich - aus ihrer Sicht! - radikal verändern. Deine Stimme wird sich verändern, vieles was dich bisher ausgemacht hat, wird sich verändern - natürlich nicht alles, aber eben ganz offensichtliche Dinge! Du wirst Medikamente und Hormone bekommen, vieles schlägt auf die Stimmung, und so weiter...

Mein damals Bruder, jetzt Schwester, hat sich sehr stark verändert, wie ich finde. Man könnte ja meinen, die Person und der Charakter bleiben die selbe, aber das stimmt nicht. Sie ist nun viel selbstbewusster, aber auch verletztlicher, und unsere Beziehung hat sich sehr verändert... Ich denke mir immer, es ist als ob mein Bruder gestorben wäre, aber dafür habe ich eine Schwester ganz neu bekommen. IIch vermisse z.B. seine alte Stimme sehr. Da ist viel Trauer, aber auch Enthusiasmus. Das ist ein einzigartiges und schwer zu beschreibende Situation, und ähnlich einzigartig wird es auch bei euch sein, weil es dich nun einmal nur einmal auf der Welt gibt und kein Mensch vorhersehen kann, wie du dich entwickeln wirst.

Eigentlich kann ich da nichts raten, außer dass du all das im Blick haben musst - für dich ist die Situation sehr schwer und kompliziert (das steht außer Frage!), aber das ist es eben für Aussenstehende auch. Bleibt im Gespräch, gehe bedächtig mit der Situation um und weihe sie in alles ein, was du schrittweise tun möchtest! Eure Beziehung wird sich mitentwickeln. Es kann auch sein, dass eure Beziehung zerbricht. Immerhin wirst du so etwas wie eine "zweite Pubertät" erleben. Aber auch da werdet ihr hindurchfinden, selbst wenn ihr am Ende getrennte Wege gehen werdet. 

Ich wünsche dir alles Gute!

>> 1. so bleiben wie du bist, um die Freundin zu behalten, aber zu dem Preis nicht so leben zu können, wie du fühlst
2. so zu leben, wie du fühlst, aber zu dem Preis, deine Freundin zumindest als Partnerin (eventuell) zu verlieren. <<

Ja, genau das ist mein Problem derzeit.

@hallelujamaus Danke für deine umfassende Schilderung, war wirklich schön zu lesen! Ich kann sie auch wirklich komplett verstehen und würde umgekehrt, wenn ich nicht diese Problem hätte, wohl genauso reagieren. Ich verstehe sogar, dass sie das alles nicht möchte und Angst davor hat - die habe ich auch. Schließlich spielt die Optik nun mal für uns beide auch eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sich in jemanden zu verlieben.

Hat sich die Stimme deines Bruders durch die Hormone so sehr verändert oder wie ist das gekommen?

Was ich aber sicher sagen kann, ist, dass ich sie nicht für einen Mann verlassen würde, da ich zu 100% dennoch nur auf Frauen stehe, also eine lesbische Transfrau bin.

Es ist eben nur so schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen, da ja gerade als Frau auch jetzt die schönsten Jahre stattfinden und ich das Gefühl habe, dass der Wunsch immer größer wird, aber dennoch will ich einfach die Beziehung zu ihr nicht riskieren. Ich habe auch das Gefühl, dass sie nicht immer darüber reden, deshalb muss ich wohl versuchen an die ganze Sache mit Zeit und Bedacht heranzugehen und zu hoffen, dass sie sich diesem Thema irgendwann vielleicht doch von alleine annähert.

Liebe Grüße,
Lena

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19. April um 15:08
In Antwort auf lenaaa43

>> 1. so bleiben wie du bist, um die Freundin zu behalten, aber zu dem Preis nicht so leben zu können, wie du fühlst
2. so zu leben, wie du fühlst, aber zu dem Preis, deine Freundin zumindest als Partnerin (eventuell) zu verlieren. <<

Ja, genau das ist mein Problem derzeit.

@hallelujamaus Danke für deine umfassende Schilderung, war wirklich schön zu lesen! Ich kann sie auch wirklich komplett verstehen und würde umgekehrt, wenn ich nicht diese Problem hätte, wohl genauso reagieren. Ich verstehe sogar, dass sie das alles nicht möchte und Angst davor hat - die habe ich auch. Schließlich spielt die Optik nun mal für uns beide auch eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sich in jemanden zu verlieben.

Hat sich die Stimme deines Bruders durch die Hormone so sehr verändert oder wie ist das gekommen?

Was ich aber sicher sagen kann, ist, dass ich sie nicht für einen Mann verlassen würde, da ich zu 100% dennoch nur auf Frauen stehe, also eine lesbische Transfrau bin.

Es ist eben nur so schwierig, die richtige Entscheidung zu treffen, da ja gerade als Frau auch jetzt die schönsten Jahre stattfinden und ich das Gefühl habe, dass der Wunsch immer größer wird, aber dennoch will ich einfach die Beziehung zu ihr nicht riskieren. Ich habe auch das Gefühl, dass sie nicht immer darüber reden, deshalb muss ich wohl versuchen an die ganze Sache mit Zeit und Bedacht heranzugehen und zu hoffen, dass sie sich diesem Thema irgendwann vielleicht doch von alleine annähert.

Liebe Grüße,
Lena

Naja, man kann ja mit Stimmtraining auch einige Veränderungen erreichen. 
Verändern wirst du dich ja auch bzgl. der Kleidung, des Gangs, der Gestik, eben alles weiblicher als es vielleicht jetzt schon ist. Ich stelle es mir bei dir so vor, dass du sozusagen als Mann verkleidet bist, dich so verhälst, bewegst, sprichst, etc. wie du denkst, dass ein Mann es wohl macht. So wie ich sprechen würde, wenn ich mich als Mann geben wollte und nicht auffallen wollte. Und ich glaube, dass wenn du könntest, du dich ganz anders bewegen, kleiden, sprechen etc. würdest. Dich vielleicht auch schminken würdest, die Haare anders tragen/wachsen lassen. Es gibt ja so vieles, was eine Frau zu einer Frau werden lässt. Viele Veränderungen hätten dann vielleicht auch einfach nicht mehr viel mit dem Mann zu tun, in den sich deine Freundin verliebt hat. Vielleicht liebt sie dich auch als Frau, aber das kann dir keiner sagen, auch sie nicht. 

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19. April um 15:15
In Antwort auf orchideenblatt

Naja, man kann ja mit Stimmtraining auch einige Veränderungen erreichen. 
Verändern wirst du dich ja auch bzgl. der Kleidung, des Gangs, der Gestik, eben alles weiblicher als es vielleicht jetzt schon ist. Ich stelle es mir bei dir so vor, dass du sozusagen als Mann verkleidet bist, dich so verhälst, bewegst, sprichst, etc. wie du denkst, dass ein Mann es wohl macht. So wie ich sprechen würde, wenn ich mich als Mann geben wollte und nicht auffallen wollte. Und ich glaube, dass wenn du könntest, du dich ganz anders bewegen, kleiden, sprechen etc. würdest. Dich vielleicht auch schminken würdest, die Haare anders tragen/wachsen lassen. Es gibt ja so vieles, was eine Frau zu einer Frau werden lässt. Viele Veränderungen hätten dann vielleicht auch einfach nicht mehr viel mit dem Mann zu tun, in den sich deine Freundin verliebt hat. Vielleicht liebt sie dich auch als Frau, aber das kann dir keiner sagen, auch sie nicht. 

Ja, das stimmt und eben das ist ja auch mein angestrebtes Ziel, als vollwertige Frau zu leben, mit allem was dazu gehört.

Momentan kann ich das alles noch ganz gut verdrängen, aber ich aber auch die Beführchtung, dass der Leidensdruck, als Mann leben zu müssen, als den ich mich gar nicht sehe, irgendwann zu groß wird und ich das Risiko, sie zu verlieren, dann doch eingehen muss, denn die Momente, in denen ich zuhause Frau sein kann, sind die, die mich absolut glücklich machen und mir ein ganz anderes Selbstbewusstsein verleihen.

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20. April um 20:29

Hallo Lena,

hier bin ich wieder! Ja, ich könnte ein ganzes Buch schreiben über die Erfahrungen und Entwicklungen, die in unserer Familie bzgl. meiner Schwester in den letzten Jahren geschehen ist, da muss ich mich direkt zurück halten, denn es geht hier ja nicht um mich.

Du willst deine Freundin auf keinen Fall verlieren. Verstehe ich. Und ich find es auch toll, wenn ein junges Paar zueinander ja sagt, ganz und gar komplett, und einander so wichtig ist und einander wichtig nimmt. Aber jetzt kommt das aber: Sie kennt dich noch nicht vollständig. Du hast ihr bisher einen Teil von dir verschwiegen. Wenn sie dich liebt, dann liebt sie alles an dir. Und wenn sie dich nach einer Umwandlung nicht (mehr) liebt - dann wars auch nicht die große Liebe. Ich habs ja schon geschrieben, da wird sich nun sehr viel ändern. Du bist echt noch sehr jung, da kann noch vieles anderes kommen und passieren.

Eigentlich möchte ich dir etwas ganz anderes, grundsätzlicheres mitgeben: Du bist wichtig. Dein ICH sollte dir im Moment wichtiger sein als das WIR. Meiner Meinung nach kann man eine erfüllende, gelingende Beziehung erst dann führen, wenn man auch mit sich selbst im reinen bist. Du musst zu deinem ICH erst noch finden, du bist noch mitten im Prozess, und zwar in einem ziemlich radikalen Prozess! Den Kopf in den Sand stecken bringt nichts, das ist eine Sackgasse. Da musst du durch, und da willst du ja auch durch, weil du intuitiv spürst, was dich glücklich macht und was nicht!  Andernfalls wird euer WIR, eure Beziehung immer unter den Kämpfen leiden, die du selbst mit dir ausführen musst. Das heißt nicht, dass du im Moment beziehungsunfähig bist! Sondern es heißt, dass im Moment im Wandel bist. Oben hab ich ja schon einmal etwas von einer "zweiten Pupertät" geschrieben. Der Begriff trifft es ganz gut, denke ich. Unterdrücke diesen Wandeln nicht, nur weil du deiner Freundin nicht schaden möchtest oder weil du deine Beziehung nicht beeinträchtigen möchtest! Das wird einen Schuss nach hinten geben. Sei dir selbst wichtig!

Ich mein, klar, du sollst dich nicht wie die Axt im Walde benehmen! Aber es werden mit Sicherheit Konflikte auf dich zukommen, durch die du durch musst, ob das mit deinen Eltern ist, am Arbeitsplatz oder mit Freunden... sicher wirst du einige Verluste haben, weil manche einfach nicht damit klar kommen, und bei anderen wiederum wird es lange lange dauern bis sie sich an den Gedanken gewöhnt haben... aber am Ende wird eine Frau stehen, die sich selbst kennt und sich ihrer selbst bewusst ist und die sich nicht zu verstecken braucht, eine Frau, die sich selbst lieben gelernt hat und die ihre Freunde von ihren Nicht-Freunden unterscheiden kann - weil sie sich und ihre Umgebung auf die Probe gestellt hat. 

Ich bin sicher, dass du das schaffst, denn im Grunde kannst du ja gar nicht anderes, als nach deinem Glück zu suchen. Und du hast ja auch schon angefangen damit und bist den ersten Schritt gegangen, indem du es ausgesprochen hast - das ist super, manche brauchen ein Leben lang dafür, und jetzt kann es los gehen. Wer weiß, vielleicht bleibt deine Freundin an deiner Seite, und das wäre echt schön, denn ohne Menschen geht es nicht... und wenn es nicht so ist, dann wird es trotzdem weiter gehen, und dann sind da andere Menschen, die dir weiterhelfen und dich unterstützen. Es gibt für Transmenschen inzwischen so viele Communities in den großen Städten, du wirst das nie alleine durchstehen müssen. (In welchem Bundesland lebst du?)

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21. April um 0:24
In Antwort auf lenaaa43

Hallo zusammen, ich bin Lena, also zumindest wäre ich das gerne, und Mitte 20. Schon seit meiner frühen Kindheit weiß ich, dass ich eigentlich als Frau leben möchte, habe es aber bis heute versteckt, da ich mit meinen Eltern diesbezüglich schlechte Erfahrungen gemacht habe. Sie reden ständig davon, wie froh sie sind, dass ich nicht schwul sei, auch wenn sie nichts gegen Schwule hätte () und als mich meine Mutter mal als Kind in Mädchensachen erwischt hat, da war sie total wütend und schockiert. Jetzt habe ich endlich nach 23 Jahren den Mut gehabt, mich jemandem anzuvertrauen - meiner Freundin, die selber bisexuell ist. Sie möchte allerdings, dass ich diesen Weg, sprich Alltagstest, Hormonbehandlung etc. weitergehe, auch wenn sie, wie sie sagt, sich deshalb schlecht fühlen würde. Verlieren will ich sie aber auch nicht, deshalb verdränge ich momentan einfach alles. Wirklich gut klappt das aber auch nicht, denn die Gedanken sind ständig präsent. Dennoch steht meine Liebe zu ihr über allem, da ansonten einfach alles perfekt passt, weshalb ich mich aktuell in einer Zwickmühle befinde. Ich kann sie sogar auch verstehen, da ich ja nicht mehr der Mann wäre in den sie sich verliebt hat und ob ich ihr als Frau gefalle, weiß man eben nicht. Verstehen kann ich das deswegen, weil ich auch für mich die Optik eine große Rolle spielt. Zwar sagt man ja immer es geht um den Menschen und den Charakter, aber wenn mir jemand optisch nicht gefällt, dann könnte ich mir auch nicht mehr vorstellen. Das Gesamtpaket muss eben passen, weshalb ich sie irgendwie auch schon verstehen kann. 

LG, 
Lena

Zunächst einmal würde ich die Geschlechtsumwandlung, falls du eine machen möchtest, recht bald durchziehen. Tust du das nämlich zu spät, wirst du immer wie ein Mann aussehen, weil der Knochenbau sich schon männlich entwickelt hat (starkes Kinn, große, männliche Hände und Füße, breite Schultern usw.)

Männer, die wie Männer aussehen und sich nur wie Frauen kleiden und schminken, sehen immer irgendwie lächerlich aus, sorry. Das ist nicht böse gemeint, man sieht es einfach nur schon von Weitem und es wirkt einfach immer gekünstelt und falsch.

Umkehrt ist es wohl leichter zu realisieren, da durch die Hormongaben der weibliche Körperbau männlicher wird.

Ob deine Freundin mit deiner Veränderung zurechtkommt, wird sich weisen. Wenn sie bisexuell ist, ist das zumindest möglich, wäre sie hetero, könnte sie mir dir als Frau vermutlich wenig anfangen. Aber selbst wenn sie das nicht kann, geh trotzdem deinen Weg. Du kannst ja nicht anderen Menschen zuliebe in einem Körper verharren, in dem du dich nicht zuhause fühlst.

Einfach ist dein Weg auf keinen Fall und zu beneiden bist du nicht.

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21. April um 0:31
In Antwort auf lenaaa43

Die Frage wäre mehr oder weniger indirekt, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß auch, dass ich sie damit schon ziemlich überrumpelt habe und dass sie auch Zeit braucht um das zu verarbeiten.

Nein, in Therapie bin ich nicht und auch ansonsten ist sie die einzige Person, die davon weiß. Weder mein Freundeskreis noch meine Familie wissen davon, sodass ich das bislang nur "ausleben" kann, wenn ich alleine zuhause bin. Ich hatte gehofft, von ihr die nötige Unterstützungen zu bekommen, die ich brauche, um mich auch vor anderen zu outen. Sie akzeptiert das, möchte es aber nicht sehen und wenn ich die nächsten Schritte auf diesem Weg gehen würde, dann wäre es wohl mit der Beziehung früher oder später vorbei, da sie mich so behalten möchte, wie sie sich in mich verliebt hat. Und da mir die Beziehung zu ihr so wahnsinnig wichtig ist, ist das Problem, dass ich mich in meinem Körper nicht wohl fühle und endlich als Frau leben möchte, dennoch aber zurückstecke, um sie nicht zu verlieren.

Halse das bitte nicht deiner Freundin auf!
Du kannst nicht von deiner Freundin erwarten, dass sie dich in deinem Vorhaben unterstützt. Das kann sie auch gar nicht, sie ist keine Therapeutin und hat keine Ausbildung in dieser Hinsicht. Außerdem will sie dich ja als Mann behalten, anscheinend kann sie sich eine Beziehung mit dir als Frau nicht vorstellen. Also wird sie dir wohl kaum die Hand halten und befürworten, wenn sie dich gerade verliert.

Das Beste wird sein, du suchst dir einen Therapeuten, der Erfahrung mit Geschlechtsumwandlungen hat bzw. zusätzlich noch eine Selbsthilfegruppe. Es ist immer leichter, sich mit Menschen auszutauschen, die dasselbe durchgemacht haben. Da kannst du dir Tipps holen.

Verlieren wirst du deine Freundin auf jeden Fall, wenn du dich entschließt, als Frau zu leben. Sie hat dir doch gesagt, dass sie mit dir als Frau keine Beziehung führen kann/wird.

Du musst auch damit rechnen, Freunde zu verlieren und deine Familie, weil die nichts mehr mit dir zu tun haben wollen. Du schreibst ja, deine Mutter sei entsetzt gewesen. Vielleicht ändert sich das irgendwann, wenn sie mal Zeit hat, sich daran zu gewöhnen, aber erwarte keine Wunder. Bei manchen Menschen hat das auch schon zum kompletten Bruch mit der Familie geführt.

Dein Weg wird schwierig werden, drum such dir bitte professionelle Unterstützung!

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21. April um 12:25
In Antwort auf hallelujamaus

Hallo Lena,

hier bin ich wieder! Ja, ich könnte ein ganzes Buch schreiben über die Erfahrungen und Entwicklungen, die in unserer Familie bzgl. meiner Schwester in den letzten Jahren geschehen ist, da muss ich mich direkt zurück halten, denn es geht hier ja nicht um mich.

Du willst deine Freundin auf keinen Fall verlieren. Verstehe ich. Und ich find es auch toll, wenn ein junges Paar zueinander ja sagt, ganz und gar komplett, und einander so wichtig ist und einander wichtig nimmt. Aber jetzt kommt das aber: Sie kennt dich noch nicht vollständig. Du hast ihr bisher einen Teil von dir verschwiegen. Wenn sie dich liebt, dann liebt sie alles an dir. Und wenn sie dich nach einer Umwandlung nicht (mehr) liebt - dann wars auch nicht die große Liebe. Ich habs ja schon geschrieben, da wird sich nun sehr viel ändern. Du bist echt noch sehr jung, da kann noch vieles anderes kommen und passieren.

Eigentlich möchte ich dir etwas ganz anderes, grundsätzlicheres mitgeben: Du bist wichtig. Dein ICH sollte dir im Moment wichtiger sein als das WIR. Meiner Meinung nach kann man eine erfüllende, gelingende Beziehung erst dann führen, wenn man auch mit sich selbst im reinen bist. Du musst zu deinem ICH erst noch finden, du bist noch mitten im Prozess, und zwar in einem ziemlich radikalen Prozess! Den Kopf in den Sand stecken bringt nichts, das ist eine Sackgasse. Da musst du durch, und da willst du ja auch durch, weil du intuitiv spürst, was dich glücklich macht und was nicht!  Andernfalls wird euer WIR, eure Beziehung immer unter den Kämpfen leiden, die du selbst mit dir ausführen musst. Das heißt nicht, dass du im Moment beziehungsunfähig bist! Sondern es heißt, dass im Moment im Wandel bist. Oben hab ich ja schon einmal etwas von einer "zweiten Pupertät" geschrieben. Der Begriff trifft es ganz gut, denke ich. Unterdrücke diesen Wandeln nicht, nur weil du deiner Freundin nicht schaden möchtest oder weil du deine Beziehung nicht beeinträchtigen möchtest! Das wird einen Schuss nach hinten geben. Sei dir selbst wichtig!

Ich mein, klar, du sollst dich nicht wie die Axt im Walde benehmen! Aber es werden mit Sicherheit Konflikte auf dich zukommen, durch die du durch musst, ob das mit deinen Eltern ist, am Arbeitsplatz oder mit Freunden... sicher wirst du einige Verluste haben, weil manche einfach nicht damit klar kommen, und bei anderen wiederum wird es lange lange dauern bis sie sich an den Gedanken gewöhnt haben... aber am Ende wird eine Frau stehen, die sich selbst kennt und sich ihrer selbst bewusst ist und die sich nicht zu verstecken braucht, eine Frau, die sich selbst lieben gelernt hat und die ihre Freunde von ihren Nicht-Freunden unterscheiden kann - weil sie sich und ihre Umgebung auf die Probe gestellt hat. 

Ich bin sicher, dass du das schaffst, denn im Grunde kannst du ja gar nicht anderes, als nach deinem Glück zu suchen. Und du hast ja auch schon angefangen damit und bist den ersten Schritt gegangen, indem du es ausgesprochen hast - das ist super, manche brauchen ein Leben lang dafür, und jetzt kann es los gehen. Wer weiß, vielleicht bleibt deine Freundin an deiner Seite, und das wäre echt schön, denn ohne Menschen geht es nicht... und wenn es nicht so ist, dann wird es trotzdem weiter gehen, und dann sind da andere Menschen, die dir weiterhelfen und dich unterstützen. Es gibt für Transmenschen inzwischen so viele Communities in den großen Städten, du wirst das nie alleine durchstehen müssen. (In welchem Bundesland lebst du?)

"Wenn sie dich liebt, dann liebt sie alles an dir. Und wenn sie dich nach einer Umwandlung nicht (mehr) liebt - dann wars auch nicht die große Liebe."

Das würde ich so nicht pauschalisieren. Die Freundin ist in einen Mann verliebt. In dieses Aussehen, in diese Art. Ein Leben als Frau ist halt nicht genau das gleiche nur mit Brüsten und weiblicher Kleidung. Die Person wird sich weiterentwickeln. Andere Erfahrungen sammeln, sich anders verhalten, sich letztendlich weiterentwickeln. Vielleicht passt es dann nicht mehr. Aber zu sagen, dass es dann nicht die große Liebe war, klingt für mich nach "die war nicht die richtige". Man darf ja nicht vergessen, dass auch für die Partnerin sich sehr viel ändert. Das kann einfach insgesamt zum Bruch führen. 

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21. April um 15:01

Vielen Dank erstmal für eure zahlreichen Antworten und die motivierenden Worte! Ihr habt Recht und ich bin mir dem durchasu auch bewusst, dass das Ganze eins schwieriger und steiniger Weg werden würde und meine Eltern wären sicherlich auch sehr geschockt, wobei ich bei denen nicht glaube, dass sie mich deshalb verstoßen würden. Der Rest meiner Familie ist da sehr offen und zu meinen Eltern habe ich ein sehr enges Verhältnis. Sie sagen auch immer, dass sie immer hinter mir stehen würde, gerade für meine Mutter bin ich eigentlich ihr ein und alles - auch wenn sie immer betont hat, dass sie froh wäre, dass ich nicht schwul sei und mit sowas niemals rechnen würde. 

Ich weiß auch, dass ich im Grunde auf mich selber achten muss, damit ich in 20-30 Jahren nicht zurückblicke und denke, dass ich mir selber das ganze Leben versaut habe. Meine Freundin kann ich aber auch wirklich gut verstehen, wenn sie den Weg nicht mitgehen kann oder möchte, ich hätte da vollstes Verständnis und würde deshalb auch nicht an ihrer Liebe zu mir zweifeln. 

Nur glaube ich, und das ist momentan bei mir auch der springende Punkt, dass ich das ohne eine Partnerin an meiner Seite, die zu mir steht und mich unterstützt auch alles gar nicht schaffen würde. Ich brauche sie als Stütze, weil sie mir den nötigen Halt gibt. Trennen wir uns deswegen, dann würde mir genau das fehlen. Was mich zum Beispiel auch sehr nervt ist mein Bart...ich würde mich gerne komplett rasieren, aber meine Freunden mag keine Männer ohne Bärte und als ich ihn letztens ab hatte fand sie das auch ganz schrecklich. Dabei will ich ihr doch aber auch gefallen...

@purplemoonlight bzgl. des Aussehens gebe ich dir auch Recht, ich mag das auch nicht, wenn das so gekünzelt aussieht. Schließlich möchte ich ja als Transvestit á la Olivia Jones, sondern als vollwertige Frau angesehen werden.

Um einen Therapeuten wollte ich mich eigentlich erst kümmern, wenn ich mich bei meinen Eltern geoutet habe, da ich nicht weiß, ob das sonst irgendwie bei der Krankenkasse oder Post auftaucht, dass ich da war. 

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