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Mein Freund, die Depression und ich

15. November um 1:35

Hallo! Ich weiß gar nicht, was ich mir damit verspreche, aber ich bin ziemlich am Boden und daher versuche ich meine Situation zu schildern.
mein Freund leidet an einer Depression. Er ist noch ganz am Anfang von allem, weil er sich bisher einfach immer so als trüber, rastloser, unzufriedener Mensch hingenommen hat, bis ich ihn drauf aufmerksam gemacht habe, dass er sich Hilfe suchen kann, wenn er unter bestimmten Gefühlen (er hat mir viele Situationen beschrieben) leidet. Er dachte, das wäre sein Charakter. 
Er hat eine chronische darmendzündung. Wer sich damit ein bisschen auskennt, weiß, dass das das Leben nicht gerade leichter macht. 
Wir führen eine Fernbeziehung Job-bedingt haben jedoch zuvor 1 Jahr zusammen gewohnt. Wir überlegen seit ein paar Monaten wohin die Reise geht, haben uns auch schon eine Stadt rausgesucht und wollten zeitnah mit den Planungen beginnen, da wir beide keine Lust mehr auf Wochenend Beziehung hatten.
Die letzten 4-5 Wochen waren der absolute Horror für uns beide, aber mehr für ihn. 
Er hatte einen enormen Schub innerhalb seiner Krankheit, er konnte nicht mehr am Leben teilhaben, konnte nicht mehr in die Arbeit, Sport, Freunde, ich... alles musste auf Eis gelegt werden. Er machte sich natürlich total den Kopf, woher das jetzt kommt, ist von Arzt zu Arzt gerannt -  frustriert - weil keiner so richtig diesen Schub stoppen konnte und niemand wusste, warum seine aktuellen Medikamente nicht mehr wirken... 
das zum einen. Ihm ging es also richtig schlecht. Ich kann ihn mittlerweile sehr gut einschätzen und wusste, ich muss für ihn da sein, jedoch wird er sich zurück ziehen in „seine Höhle“ und muss alleine auf die Beine kommen. Wann immer wir uns in der Zeit gesehen haben, habe ich ihn unterstützt wo er es brauchte. Das Thema Therapie fiel natürlich auch wieder. Darm und Kopf hängen halt zusammen, das is jedem bekannt. Und er sagte auch, wenn er langfristig ne Verbesserung erzielen will, muss er eine Therapie machen.
Er leidet einfach unter seinem grübeln, unter Druck, den er sich macht, den andere gar nicht sehen. Er kann sein Leben nicht genießen, ist immer auf der Jagd nach materieller Befriedigung und ist dann doch nie zufrieden. Er ist laut und lustig von außen und total zerrissen und hilfsbedürftige von innen. Er will eine Familie gründen, hat jedoch solche Angst als Partner und Vater zu versagen dass er regelmäßig Panik Attacken bekommt. Er hat oft beschrieben, er fühlt sich leer und kommt nie an und ist rastlos und überdenkt Entscheidungen x mal... er fühlt sich verantwortlich für Mein Leben, mein Glück und „was is wenn alles schief geht? Dann ist alles meine Schuld?“  ich hab so oft versucht ihm die Ängste zu nehmen, habe sogar vorgeschlagen, dass wir erst mal getrennt in die neue Stadt (seine Heimat übrigens) ziehen, dass diese Belastung erst mal nicht so enorm ist, dass es klappen muss unter einem Dach, sonst muss ich ja wieder umziehen...ich hab alles versucht. keine Frage, er braucht Hilfe. 

Jetzt kommt noch ein weitere Punkt, von dem ich vor ein paar Wochen nicht wusste, wie enorm belastend das für ihn ist. - wer schon eingeschlafen ist - sorry! Das ist nicht so kurz zu fassen! 
Die frage: woher kommt das eigentlich alles? Hat mich monatelang beschäftigt und wir haben viel geredet. 
Er ist als Einzelkind von seiner Mutter groß gezogen worden, sein Vater beging Suizid, als er ein Teenager war. Die Mutter hat sich so sehr auf ihn fixiert, dass sie ihm die Luft zum Atmen nahm. Das hat er mir direkt von Beginn unserer Beziehung erzählt. Er ist deshalb auch direkt mit 18 weg und nie wieder in die Nähe seiner Mutter gezogen. Sie lebt alleine, ruft ihn regelmäßig an und kaut ihm ein Ohr ab. Sie ist die typische über-Mutter. Ich zb. existiere in ihrer Welt gar nicht groß. Sie ist höflich, aber ich bin quasi gar nicht da. Vergessene Geburtstage, viele kleine Aktionen, an denen ich immer wieder merkte, dass ihr Sohn ihr Fixstern ist und ich nur irgendwas nebenher. Mich hat es irritiert, aber ich hab es nie als Gefahr wahrgenommen. Bis ich ihm mal angemerkt habe, wie sehr er alles rein aus einer Motivation für sie tut: schlechtes Gewissen und Schuldgefühle 
er hört ihr ewig zu am Telefon, obwohl er nebenher die Augen verdreht, er fährt sogar mit ihr in den URLAUB!!! Alles immer wieder mit der Aussage „ich schulde das meiner Mutter, ich bin ja eh so weit weg“ im Urlaub hat er sich dann natürlich total gelangweilt! Die Frau ist über 70 und er über 30! Das ist nicht normal! Jedenfalls irgendwann, als wir beide uns immer mehr und mehr mit seinen psychischen Belastungen auseinander gesetzt haben, kam irgendwann der Punkt an dem er gesagt hat, er würde sich so extrem verantwortlich für mich und seine Mutter fühlen, sodass ihn das innerlich zerreißt. Er fühlt sich halt schon immer schuldig ihr gegenüber und adaptiert das Muster auf mich. Er fühlt sich, als müsste er dafür sorgen, dass unsere beider Leben glücklich sind und als wäre er dafür verantwortlich...Obwohl ich IMMER gesagt habe „wenn du das und das nicht möchtest, bitte sag es mir“ 
seine Mutter benutzt ihn Jahre lang als Sohn, Partner, Freund und seelentröster- ich hab es oft mitbekommen, was die ihm erzählt hat in einer Mutter Sohn Beziehung nix zu suchen! Er fühlt sich leer und ausgesaugt und hat am Ende des Tages auch keine Kraft mit mir in die Zukunft zu starten, weil er panische angst vor Versagen hat, vor Verantwortung, vor commitment ... er steht sich selbst im Weg. 
All das wurde mir und auch ihm klar in den letzten Wochen, dazu kam sein Schub und eben die Tatsache, dass er sich alle 20 Minuten auf der Toilette befand... unsere fernbeziehung, die aktuell wirklich nicht als kraftspender fungierte, sondern zu noch mehr Entscheidungsdruck in ihm... er ist explodiert am Telefon vorgestern. Zwischen Tür und Angel, während ich in der Arbeit war, kurz nachdem er sich eine Überweisung zu einem Therapeut geholt hatte, rief er an: es macht alles keinen Sinn. Er kann es nicht, er wird dem allen nicht gerecht, er will jetzt heim zu sich fahren, wir haben keine Zukunft, bam bam ein Satz nach dem nächsten und dabei fürchterlich geweint. 
Meine Welt ist zusammengebrochen, aber ich kann oder konnte nicht tun, außer ihm zu sagen, dass er den größten Fehler macht. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Er war krampfhaft auf der Suche nach Erlösung und jetzt hat er mich wie Ballast abgeworfen. Aber ohne mich wird sein Leben ja nicht qualitativ besser. Ich weiß, er muss sich erst mal um sich kümmern, aber man steht da wie überfahren. Ich war seine einzige vertraute und von jetzt auf gleich schießt er mich rigoros aus seinem Leben. Ich weiß nicht, was ich tun soll... ich will ihn nicht alleine lassen, er ist krank und macht das alles aus purer Hilflosigkeit. Aber er will mich aktuell nicht in seinem Leben haben und so weh es tut, ich kann ihm jetzt nicht nachrennen und auf der Matte stehen. Ich weiß, er wird mich in ein paar Wochen vermissen, ein bisschen typisch Mann schnell schnell Entscheidungen treffen und dann doch sehen „scheisse, ohne die Frau wird es nicht besser“ wir waren wie Pech und Schwefel. Ich war seine erste tiefergehende beziehung, wir waren oder sind wie arsch auf Eimer. Aber ich mache mir sorgen um ihn. Ich will ihm nicht die kalte Schulter zeigen manipulativ, dass er mir nachrennt. Ich will einfach nur dass er gesund wird... ich hoffe, das war nicht zu viel zu lesen und irgendjemand hier kann mich verstehen oder hat eine ähnliche Situation! 

15. November um 5:54

Oh Mann, das ist alles ziemlich hart!

Ich kann deine Ratlosigkeit echt verstehen, denn du bist einfach machtlos! Du kannst ihm nicht helfen und du weißt das.
Er braucht eine Therapie und du kannst nichts tun, wenn er die Therapie am Ende dann doch ablehnt.
Es würde auch nichts bringen, wenn du dich an seine Mutter wendest, denn sie bräuchte ebenfalls eine Therapie, oder müsste zumindest in Seine mit einbezogen werden.

Ich weiß auch nicht, ob es Sinn macht, auf ihn zu warten; dass er den Abstand zu Dir bereut.
Du liebst ihn ja irgendwo und willst ihm helfen, damit er ein normaleres Leben führen kann - mit dir - aber er lässt dich außen vor und du hast Angst um ihn.
Aber du kannst ihm nicht helfen - auch wenn du dich ebenfalls für ihn verantwortlich fühlst.

Er muss zu einem Therapeuten und besser wäre es für die Therapie, wenn der Therapeut auch dich - und seine Mutter natürlich auch - mal zu einem Gespräch hinzuziehen würde, um analysieren zu können, wie seine Situation auf sein engstes Umfeld wirkt und was ihm guttun würde.
Aber für DICH wäre es besser - allein schon, weil nicht mehr als eine Fernbeziehung drinnen ist - wenn du wirklich Abstand gewinnst, denn es reißt dich zu sehr mit in die Depression mit rein und du fühlst dich ebenfalls verantwortlich für ihn!

Die Einzige, die ihm neben und während einer Therapie helfen könnte, ist seine Mutter. Denn ich bin mir sicher, dass sie wirklich ein gutes Stück weit verantwortlich ist für seine Krankheit - neben seiner Chronischen Darmkrankheit.
Denn ohne dass die alte Dame sich therapieren lässt und ein Leben führen kann, ohne ihn ständig mit einbinden zu müssen, wird auch er nie ein glücklicheres Leben führen können!

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15. November um 7:38
In Antwort auf schnegge271

Oh Mann, das ist alles ziemlich hart!

Ich kann deine Ratlosigkeit echt verstehen, denn du bist einfach machtlos! Du kannst ihm nicht helfen und du weißt das.
Er braucht eine Therapie und du kannst nichts tun, wenn er die Therapie am Ende dann doch ablehnt.
Es würde auch nichts bringen, wenn du dich an seine Mutter wendest, denn sie bräuchte ebenfalls eine Therapie, oder müsste zumindest in Seine mit einbezogen werden.

Ich weiß auch nicht, ob es Sinn macht, auf ihn zu warten; dass er den Abstand zu Dir bereut.
Du liebst ihn ja irgendwo und willst ihm helfen, damit er ein normaleres Leben führen kann - mit dir - aber er lässt dich außen vor und du hast Angst um ihn.
Aber du kannst ihm nicht helfen - auch wenn du dich ebenfalls für ihn verantwortlich fühlst.

Er muss zu einem Therapeuten und besser wäre es für die Therapie, wenn der Therapeut auch dich - und seine Mutter natürlich auch - mal zu einem Gespräch hinzuziehen würde, um analysieren zu können, wie seine Situation auf sein engstes Umfeld wirkt und was ihm guttun würde.
Aber für DICH wäre es besser - allein schon, weil nicht mehr als eine Fernbeziehung drinnen ist - wenn du wirklich Abstand gewinnst, denn es reißt dich zu sehr mit in die Depression mit rein und du fühlst dich ebenfalls verantwortlich für ihn!

Die Einzige, die ihm neben und während einer Therapie helfen könnte, ist seine Mutter. Denn ich bin mir sicher, dass sie wirklich ein gutes Stück weit verantwortlich ist für seine Krankheit - neben seiner Chronischen Darmkrankheit.
Denn ohne dass die alte Dame sich therapieren lässt und ein Leben führen kann, ohne ihn ständig mit einbinden zu müssen, wird auch er nie ein glücklicheres Leben führen können!

Vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast, mir so ausführlich zu antworten! 

Er sagte mir tatsächlich erst zuletzt noch, dass seine Mutter  in Therapie ist, seit langem. Auf meine Frage für was, war die Antwort (Zitat) „wegen ihrem Gestörten Verhältnis zu mir“ 
also der Grund warum ich an dem ganzen dunklen Himmel irgendwo einen Funken Hoffnung sehe, ist dass es sowohl ihm, als auch ihr offensichtlich bewusst ist, dass sie zu weit geht. Die reden auch beide darüber. Jedoch weiß sie nicht, wie es wirklich um ihn steht. Und was sie tief drinnen dadurch ausgelöst hat. Seinen Schub konnte er ihr auch nicht erzählen, er sagt, sie würde dann direkt die über Mutter spielen und direkt wieder in einen blinden Aktionismus verfallen, der niemanden was bringt und ihn nur belastet.
ER muss - wie du schon sagst - auch an sich arbeiten und vielleicht einen Weg finden, wie er es schafft auch ohne Schuld und schlechtem Gewissen, seiner Mutter zu sagen, dass sie in manchen Momenten zu weit geht. Und dafür hilft ja eigentlich ein Therapeut. So jemand zeigt einem eigentlich Methoden, aus Mustern auszubrechen und anzuwenden.
zum Punkt fernbeziehung: ich bin mir zu 100% sicher, dass er spätestens, wenn ich den Schritt alleine in diese Stadt gemacht habe, spätestens dann Kontakt zu mir suchen würde. Weil dann hab ich ihm ja die Hürde genommen, mich aus meinem gewohnten Umfeld selbst entfernt und nicht er mich da „rausgerissen“ wie er es immer betitelt hat. Natürlich wäre es Schwachsinn nur aus dieser Annahme heraus zu handeln.

Die fernbeziehung hat ihn ja auch nicht happy gemacht. Er hatte immer ein schlechtes Gewissen, wenn er mal n Wochenende pausieren wollte, ein Wochenende mit seinen Jungs feiern wollte etc... jedes Mal dachte er dann „das muss jetzt so sein, ich muss sie ja sehen sehen“, wenn er es zur Sprache brachte, hab ich ihm versichert, dass alles gut ist und dadurch nicht die Welt unter geht. Ich hab so gehofft, dass er durch mein handeln sieht, dass ich ihm Druck und Angst nehmen kann. Aber es ist als würde ich ihn schütteln wollen und aufwecken, aber er sieht es nicht. 
Und ich sehe ja, dass er sich nach einer Familie sehnt und er sagt es. Ich sehe, wie er mit den kleinen Kids von seinen Freunden umgeht, ich sehe, wie er Zukunftspläne mit Haus und Hund schmiedet. Er will Kinder, das kommt regelmäßig aus seinem Mund. Aber er steht sich selbst im Weg.
Ja, ich liebe ihn. Ich weiß Der Ausgang von dem allen ist ungewiss und ich weiß, dass es für mich gesünder wäre damit abzuschließen und ihn alleine zu lassen. Vielleicht bin ich auch einfach sehr loyal, weil ich kann ihn, nur weil er krank ist, nicht alleine lassen. Ich werd jetzt erst mal ein paar Tage ins Land ziehen lassen und die nicht mit warten abtun, sondern für mich nutzen. Ich glaub, das ist das beste. Und habe überlegt, ob ich ihm einen Brief schreiben soll. Ist irgendwie ein anderes Medium, als whattts app... vielleicht fahr ich auch einfach zu seiner Mutter und überfahre sie versehentlich (nein, um gottes Willen - Sarkasmus. Ich hab wirklich eine wahnsinnige Wut auf sie in manchen Momenten...) 
danke jedenfalls fürs zuhören!!!  

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15. November um 8:07

Dass die Mutter bereits in einer Therapie ist, ist schonmal ein guter Anfang.
Und dass sie nicht wirklich weiß, wie es um ihn steht, finde ich auch gut, denn sonst würde sie wieder in ihre Muster zurückfallen, die sie ja mittels der Therapie ablegen will und soll.

Im Grunde weiß sie ja auch, dass sie ihm durch ihr Verhalten nicht guttut, sonst wäre sie bei keinem Therapeuten.

Nur muss er halt auch einsehen, dass auch er die Therapie dringend braucht! Er darf sich nicht immer so stark verantwortlich fühlen; weder für dich, noch für seine Mutter!

Einen Brief zu schreiben halte ich für eine sehr gute Idee! Dafür kann man sich viel besser Zeit nehmen und seine Gefühle beschreiben, als über die anderen Medien.

Viel Glück!

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15. November um 8:24
In Antwort auf marielina8

Hallo! Ich weiß gar nicht, was ich mir damit verspreche, aber ich bin ziemlich am Boden und daher versuche ich meine Situation zu schildern.
mein Freund leidet an einer Depression. Er ist noch ganz am Anfang von allem, weil er sich bisher einfach immer so als trüber, rastloser, unzufriedener Mensch hingenommen hat, bis ich ihn drauf aufmerksam gemacht habe, dass er sich Hilfe suchen kann, wenn er unter bestimmten Gefühlen (er hat mir viele Situationen beschrieben) leidet. Er dachte, das wäre sein Charakter. 
Er hat eine chronische darmendzündung. Wer sich damit ein bisschen auskennt, weiß, dass das das Leben nicht gerade leichter macht. 
Wir führen eine Fernbeziehung Job-bedingt haben jedoch zuvor 1 Jahr zusammen gewohnt. Wir überlegen seit ein paar Monaten wohin die Reise geht, haben uns auch schon eine Stadt rausgesucht und wollten zeitnah mit den Planungen beginnen, da wir beide keine Lust mehr auf Wochenend Beziehung hatten.
Die letzten 4-5 Wochen waren der absolute Horror für uns beide, aber mehr für ihn. 
Er hatte einen enormen Schub innerhalb seiner Krankheit, er konnte nicht mehr am Leben teilhaben, konnte nicht mehr in die Arbeit, Sport, Freunde, ich... alles musste auf Eis gelegt werden. Er machte sich natürlich total den Kopf, woher das jetzt kommt, ist von Arzt zu Arzt gerannt -  frustriert - weil keiner so richtig diesen Schub stoppen konnte und niemand wusste, warum seine aktuellen Medikamente nicht mehr wirken... 
das zum einen. Ihm ging es also richtig schlecht. Ich kann ihn mittlerweile sehr gut einschätzen und wusste, ich muss für ihn da sein, jedoch wird er sich zurück ziehen in „seine Höhle“ und muss alleine auf die Beine kommen. Wann immer wir uns in der Zeit gesehen haben, habe ich ihn unterstützt wo er es brauchte. Das Thema Therapie fiel natürlich auch wieder. Darm und Kopf hängen halt zusammen, das is jedem bekannt. Und er sagte auch, wenn er langfristig ne Verbesserung erzielen will, muss er eine Therapie machen.
Er leidet einfach unter seinem grübeln, unter Druck, den er sich macht, den andere gar nicht sehen. Er kann sein Leben nicht genießen, ist immer auf der Jagd nach materieller Befriedigung und ist dann doch nie zufrieden. Er ist laut und lustig von außen und total zerrissen und hilfsbedürftige von innen. Er will eine Familie gründen, hat jedoch solche Angst als Partner und Vater zu versagen dass er regelmäßig Panik Attacken bekommt. Er hat oft beschrieben, er fühlt sich leer und kommt nie an und ist rastlos und überdenkt Entscheidungen x mal... er fühlt sich verantwortlich für Mein Leben, mein Glück und „was is wenn alles schief geht? Dann ist alles meine Schuld?“  ich hab so oft versucht ihm die Ängste zu nehmen, habe sogar vorgeschlagen, dass wir erst mal getrennt in die neue Stadt (seine Heimat übrigens) ziehen, dass diese Belastung erst mal nicht so enorm ist, dass es klappen muss unter einem Dach, sonst muss ich ja wieder umziehen...ich hab alles versucht. keine Frage, er braucht Hilfe. 

Jetzt kommt noch ein weitere Punkt, von dem ich vor ein paar Wochen nicht wusste, wie enorm belastend das für ihn ist. - wer schon eingeschlafen ist - sorry! Das ist nicht so kurz zu fassen! 
Die frage: woher kommt das eigentlich alles? Hat mich monatelang beschäftigt und wir haben viel geredet. 
Er ist als Einzelkind von seiner Mutter groß gezogen worden, sein Vater beging Suizid, als er ein Teenager war. Die Mutter hat sich so sehr auf ihn fixiert, dass sie ihm die Luft zum Atmen nahm. Das hat er mir direkt von Beginn unserer Beziehung erzählt. Er ist deshalb auch direkt mit 18 weg und nie wieder in die Nähe seiner Mutter gezogen. Sie lebt alleine, ruft ihn regelmäßig an und kaut ihm ein Ohr ab. Sie ist die typische über-Mutter. Ich zb. existiere in ihrer Welt gar nicht groß. Sie ist höflich, aber ich bin quasi gar nicht da. Vergessene Geburtstage, viele kleine Aktionen, an denen ich immer wieder merkte, dass ihr Sohn ihr Fixstern ist und ich nur irgendwas nebenher. Mich hat es irritiert, aber ich hab es nie als Gefahr wahrgenommen. Bis ich ihm mal angemerkt habe, wie sehr er alles rein aus einer Motivation für sie tut: schlechtes Gewissen und Schuldgefühle 
er hört ihr ewig zu am Telefon, obwohl er nebenher die Augen verdreht, er fährt sogar mit ihr in den URLAUB!!! Alles immer wieder mit der Aussage „ich schulde das meiner Mutter, ich bin ja eh so weit weg“ im Urlaub hat er sich dann natürlich total gelangweilt! Die Frau ist über 70 und er über 30! Das ist nicht normal! Jedenfalls irgendwann, als wir beide uns immer mehr und mehr mit seinen psychischen Belastungen auseinander gesetzt haben, kam irgendwann der Punkt an dem er gesagt hat, er würde sich so extrem verantwortlich für mich und seine Mutter fühlen, sodass ihn das innerlich zerreißt. Er fühlt sich halt schon immer schuldig ihr gegenüber und adaptiert das Muster auf mich. Er fühlt sich, als müsste er dafür sorgen, dass unsere beider Leben glücklich sind und als wäre er dafür verantwortlich...Obwohl ich IMMER gesagt habe „wenn du das und das nicht möchtest, bitte sag es mir“ 
seine Mutter benutzt ihn Jahre lang als Sohn, Partner, Freund und seelentröster- ich hab es oft mitbekommen, was die ihm erzählt hat in einer Mutter Sohn Beziehung nix zu suchen! Er fühlt sich leer und ausgesaugt und hat am Ende des Tages auch keine Kraft mit mir in die Zukunft zu starten, weil er panische angst vor Versagen hat, vor Verantwortung, vor commitment ... er steht sich selbst im Weg. 
All das wurde mir und auch ihm klar in den letzten Wochen, dazu kam sein Schub und eben die Tatsache, dass er sich alle 20 Minuten auf der Toilette befand... unsere fernbeziehung, die aktuell wirklich nicht als kraftspender fungierte, sondern zu noch mehr Entscheidungsdruck in ihm... er ist explodiert am Telefon vorgestern. Zwischen Tür und Angel, während ich in der Arbeit war, kurz nachdem er sich eine Überweisung zu einem Therapeut geholt hatte, rief er an: es macht alles keinen Sinn. Er kann es nicht, er wird dem allen nicht gerecht, er will jetzt heim zu sich fahren, wir haben keine Zukunft, bam bam ein Satz nach dem nächsten und dabei fürchterlich geweint. 
Meine Welt ist zusammengebrochen, aber ich kann oder konnte nicht tun, außer ihm zu sagen, dass er den größten Fehler macht. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Er war krampfhaft auf der Suche nach Erlösung und jetzt hat er mich wie Ballast abgeworfen. Aber ohne mich wird sein Leben ja nicht qualitativ besser. Ich weiß, er muss sich erst mal um sich kümmern, aber man steht da wie überfahren. Ich war seine einzige vertraute und von jetzt auf gleich schießt er mich rigoros aus seinem Leben. Ich weiß nicht, was ich tun soll... ich will ihn nicht alleine lassen, er ist krank und macht das alles aus purer Hilflosigkeit. Aber er will mich aktuell nicht in seinem Leben haben und so weh es tut, ich kann ihm jetzt nicht nachrennen und auf der Matte stehen. Ich weiß, er wird mich in ein paar Wochen vermissen, ein bisschen typisch Mann schnell schnell Entscheidungen treffen und dann doch sehen „scheisse, ohne die Frau wird es nicht besser“ wir waren wie Pech und Schwefel. Ich war seine erste tiefergehende beziehung, wir waren oder sind wie arsch auf Eimer. Aber ich mache mir sorgen um ihn. Ich will ihm nicht die kalte Schulter zeigen manipulativ, dass er mir nachrennt. Ich will einfach nur dass er gesund wird... ich hoffe, das war nicht zu viel zu lesen und irgendjemand hier kann mich verstehen oder hat eine ähnliche Situation! 

er hat nicht Dich "abgeworfen", seine Ängste haben die Kontrolle übernommen. Ist ein riesen Unterschied.

Anyway, Du kannst ihm kaum helfen, der Einzige, der das kann, ist er selbst.
Da wird er aber Unterstützung von Profis brauchen, Du kannst ihn nur darin bestärken, sich die zu suchen.

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15. November um 8:38

Liebe TE,
ich hab mir deinen Beitrag durchgelesen - und im Anschluss noch ein zweites Mal, in der Vorstellung, du seist nicht die Freundin, sondern die Mutter. Dein Freund ist sicher stark geprägt von dem viel zu engen Mutter-Sohn-Verhältnis, des bestimmt seit dem Tod seines Vaters noch viel intensiver geworden ist. Ich glaube aber, dass diese passive Art, dieses Sohn-Partner-Seelentröster-sein, sich nun auch auf dich übertragen hat. Du sprichst über deinen Partner, wie eine überfürsorgliche Mutter.

Natürlich ist diese vorübergehende Trennung gerade harter Tobak. Aber auch deine Reaktion drauf "ohne mich gehts ihm doch nicht besser" - "er braucht mich doch" - "ich kann ihn doch nicht sich selbst überlassen" - "ich bin doch seine einzige Vertraute". Du  hast die Rolle einer zweiten Mutter eingenommen. Nicht die Rolle einer Partnerin.

Und ich glaube, dass dieses Bemuttern deinerseits, auch wenn es nicht so ausgeprägt ist wie das Verhalten seiner biologischen Mutter - ihn jetzt auch zum Rückzug gezwungen hat. Er wird krank von diesen permanenten gut gedachten Ratschlägen. Und du hast recht, er ist krank. Aber so wie er sagt, er erzählt seiner Mutter nicht von seinem Schub - so wählt er jetzt auch den Weg und will dir nicht mehr von solchen Dingen erzählen.

Kann es sein, dass du unterbewusst selber erkrankt bist und versehentlich in die Rolle gerutscht bist, in der du versuchst ihm eine bessere "Mutter" zu sein?

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15. November um 8:52
In Antwort auf vevlyn

Liebe TE,
ich hab mir deinen Beitrag durchgelesen - und im Anschluss noch ein zweites Mal, in der Vorstellung, du seist nicht die Freundin, sondern die Mutter. Dein Freund ist sicher stark geprägt von dem viel zu engen Mutter-Sohn-Verhältnis, des bestimmt seit dem Tod seines Vaters noch viel intensiver geworden ist. Ich glaube aber, dass diese passive Art, dieses Sohn-Partner-Seelentröster-sein, sich nun auch auf dich übertragen hat. Du sprichst über deinen Partner, wie eine überfürsorgliche Mutter.

Natürlich ist diese vorübergehende Trennung gerade harter Tobak. Aber auch deine Reaktion drauf "ohne mich gehts ihm doch nicht besser" - "er braucht mich doch" - "ich kann ihn doch nicht sich selbst überlassen" - "ich bin doch seine einzige Vertraute". Du  hast die Rolle einer zweiten Mutter eingenommen. Nicht die Rolle einer Partnerin.

Und ich glaube, dass dieses Bemuttern deinerseits, auch wenn es nicht so ausgeprägt ist wie das Verhalten seiner biologischen Mutter - ihn jetzt auch zum Rückzug gezwungen hat. Er wird krank von diesen permanenten gut gedachten Ratschlägen. Und du hast recht, er ist krank. Aber so wie er sagt, er erzählt seiner Mutter nicht von seinem Schub - so wählt er jetzt auch den Weg und will dir nicht mehr von solchen Dingen erzählen.

Kann es sein, dass du unterbewusst selber erkrankt bist und versehentlich in die Rolle gerutscht bist, in der du versuchst ihm eine bessere "Mutter" zu sein?

hatte ich so gar nicht gesehen, aber jetzt, wo Du es sagst... guter Punkt, vev.

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15. November um 9:12
In Antwort auf vevlyn

Liebe TE,
ich hab mir deinen Beitrag durchgelesen - und im Anschluss noch ein zweites Mal, in der Vorstellung, du seist nicht die Freundin, sondern die Mutter. Dein Freund ist sicher stark geprägt von dem viel zu engen Mutter-Sohn-Verhältnis, des bestimmt seit dem Tod seines Vaters noch viel intensiver geworden ist. Ich glaube aber, dass diese passive Art, dieses Sohn-Partner-Seelentröster-sein, sich nun auch auf dich übertragen hat. Du sprichst über deinen Partner, wie eine überfürsorgliche Mutter.

Natürlich ist diese vorübergehende Trennung gerade harter Tobak. Aber auch deine Reaktion drauf "ohne mich gehts ihm doch nicht besser" - "er braucht mich doch" - "ich kann ihn doch nicht sich selbst überlassen" - "ich bin doch seine einzige Vertraute". Du  hast die Rolle einer zweiten Mutter eingenommen. Nicht die Rolle einer Partnerin.

Und ich glaube, dass dieses Bemuttern deinerseits, auch wenn es nicht so ausgeprägt ist wie das Verhalten seiner biologischen Mutter - ihn jetzt auch zum Rückzug gezwungen hat. Er wird krank von diesen permanenten gut gedachten Ratschlägen. Und du hast recht, er ist krank. Aber so wie er sagt, er erzählt seiner Mutter nicht von seinem Schub - so wählt er jetzt auch den Weg und will dir nicht mehr von solchen Dingen erzählen.

Kann es sein, dass du unterbewusst selber erkrankt bist und versehentlich in die Rolle gerutscht bist, in der du versuchst ihm eine bessere "Mutter" zu sein?

Liebe vevlyn, 
dabke für deine Sichtweise! 
Mit Sicherheit war das Gleichgewicht am Schluss in den letzten paar Wochen nicht mehr ausgeglichen. Er hat selbst gesagt, er sieht wie ich mich anstrenge, dass es ihm besser geht und er nur noch nimmt und nimmt. Und auch das ist wieder pure Überforderung, auch wenn ich mich immer zurückgenommen. Ich wollte nie eine zweite Mutter werden und hab deshalb immer versucht ihn eher positiv abzulenken und aufzumuntern.  Nicht die kümmernde, sorgende Freundin zu sein. Dass das ein schmaler Grat ist, keine Frage. Sicher hat ihn letztlich auch das dazu bewegt, sich erst mal von mir zu entfernen. Aber was hätte ich tun sollen, außer ihm zu einer Therapie zu raten und ihm raten, Dinge zu tun, die ihm gut tun? Er war ja auch bis zuletzt nicht abweisend, er hat meine Nähe gesucht, körperlich und geistig. Sich sehr viel gemeldet, mir viel erzählt... ich dachte - solange er das Pensum so wählt, scheint es für ihn gut zu sein. Ich hab peinlichst genau drauf geachtet, ihn nicht zu pushen und ihm auch alle Zeit der Welt gelassen um sowas wie einen Therapeuten zu suchen. Ich war sehr geduldig und hab nebenher immer mein eigenes Leben gelebt, weil das wichtig ist für mich und für ihn. Ich war unterwegs, hab meine Freundschaften gepflegt - mit oder ohne ihn. Also nein, man kann nicht sagen, dass ich ihn bemuttert habe. Ich war da für ihn, wenn er es gebraucht hat. 
Fernab von den trennungsschmerz, der plötzlichen Funkstille und diesem Riesen Loch in meiner Brust, weiß ich auch nicht, wie der richtige weg jetzt ist. 
Ihm signalisieren, dass ich da bin? Ihn ermutigen sich therapieren zu lassen? Klar. Aber ganz tief drinnen ist natürlich der Wunsch, dass alles irgendwann wieder wird, weil ich sehe Hoffnung! Meine Mutter lebt seit 10 Jahren mit meinem schwer depressiven Vater zusammen, er hat sich zu genüge oft so verhalten. Meine Mutter hat ihn vehement nicht verlassen, weil sie immer gesagt hat, „er ist krank; das muss man heilen und Zusammen durch stehen. Aus ihn spricht die Krankheit und nicht sein Charakter“ ich glaube Depressionen sind für Angehörige schwer zu verstehen. Ich will ihn nicht verlieren. Und nicht, weil ich mich verantwortlich fühle, sondern weil ich ihn sehr liebe. Und ich weiß, er tut es auch. Aber ist gerade hilflos und überfordert.

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15. November um 9:12
In Antwort auf vevlyn

Liebe TE,
ich hab mir deinen Beitrag durchgelesen - und im Anschluss noch ein zweites Mal, in der Vorstellung, du seist nicht die Freundin, sondern die Mutter. Dein Freund ist sicher stark geprägt von dem viel zu engen Mutter-Sohn-Verhältnis, des bestimmt seit dem Tod seines Vaters noch viel intensiver geworden ist. Ich glaube aber, dass diese passive Art, dieses Sohn-Partner-Seelentröster-sein, sich nun auch auf dich übertragen hat. Du sprichst über deinen Partner, wie eine überfürsorgliche Mutter.

Natürlich ist diese vorübergehende Trennung gerade harter Tobak. Aber auch deine Reaktion drauf "ohne mich gehts ihm doch nicht besser" - "er braucht mich doch" - "ich kann ihn doch nicht sich selbst überlassen" - "ich bin doch seine einzige Vertraute". Du  hast die Rolle einer zweiten Mutter eingenommen. Nicht die Rolle einer Partnerin.

Und ich glaube, dass dieses Bemuttern deinerseits, auch wenn es nicht so ausgeprägt ist wie das Verhalten seiner biologischen Mutter - ihn jetzt auch zum Rückzug gezwungen hat. Er wird krank von diesen permanenten gut gedachten Ratschlägen. Und du hast recht, er ist krank. Aber so wie er sagt, er erzählt seiner Mutter nicht von seinem Schub - so wählt er jetzt auch den Weg und will dir nicht mehr von solchen Dingen erzählen.

Kann es sein, dass du unterbewusst selber erkrankt bist und versehentlich in die Rolle gerutscht bist, in der du versuchst ihm eine bessere "Mutter" zu sein?

Liebe vevlyn, 
dabke für deine Sichtweise! 
Mit Sicherheit war das Gleichgewicht am Schluss in den letzten paar Wochen nicht mehr ausgeglichen. Er hat selbst gesagt, er sieht wie ich mich anstrenge, dass es ihm besser geht und er nur noch nimmt und nimmt. Und auch das ist wieder pure Überforderung, auch wenn ich mich immer zurückgenommen. Ich wollte nie eine zweite Mutter werden und hab deshalb immer versucht ihn eher positiv abzulenken und aufzumuntern.  Nicht die kümmernde, sorgende Freundin zu sein. Dass das ein schmaler Grat ist, keine Frage. Sicher hat ihn letztlich auch das dazu bewegt, sich erst mal von mir zu entfernen. Aber was hätte ich tun sollen, außer ihm zu einer Therapie zu raten und ihm raten, Dinge zu tun, die ihm gut tun? Er war ja auch bis zuletzt nicht abweisend, er hat meine Nähe gesucht, körperlich und geistig. Sich sehr viel gemeldet, mir viel erzählt... ich dachte - solange er das Pensum so wählt, scheint es für ihn gut zu sein. Ich hab peinlichst genau drauf geachtet, ihn nicht zu pushen und ihm auch alle Zeit der Welt gelassen um sowas wie einen Therapeuten zu suchen. Ich war sehr geduldig und hab nebenher immer mein eigenes Leben gelebt, weil das wichtig ist für mich und für ihn. Ich war unterwegs, hab meine Freundschaften gepflegt - mit oder ohne ihn. Also nein, man kann nicht sagen, dass ich ihn bemuttert habe. Ich war da für ihn, wenn er es gebraucht hat. 
Fernab von den trennungsschmerz, der plötzlichen Funkstille und diesem Riesen Loch in meiner Brust, weiß ich auch nicht, wie der richtige weg jetzt ist. 
Ihm signalisieren, dass ich da bin? Ihn ermutigen sich therapieren zu lassen? Klar. Aber ganz tief drinnen ist natürlich der Wunsch, dass alles irgendwann wieder wird, weil ich sehe Hoffnung! Meine Mutter lebt seit 10 Jahren mit meinem schwer depressiven Vater zusammen, er hat sich zu genüge oft so verhalten. Meine Mutter hat ihn vehement nicht verlassen, weil sie immer gesagt hat, „er ist krank; das muss man heilen und Zusammen durch stehen. Aus ihn spricht die Krankheit und nicht sein Charakter“ ich glaube Depressionen sind für Angehörige schwer zu verstehen. Ich will ihn nicht verlieren. Und nicht, weil ich mich verantwortlich fühle, sondern weil ich ihn sehr liebe. Und ich weiß, er tut es auch. Aber ist gerade hilflos und überfordert.

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15. November um 9:25
In Antwort auf vevlyn

Liebe TE,
ich hab mir deinen Beitrag durchgelesen - und im Anschluss noch ein zweites Mal, in der Vorstellung, du seist nicht die Freundin, sondern die Mutter. Dein Freund ist sicher stark geprägt von dem viel zu engen Mutter-Sohn-Verhältnis, des bestimmt seit dem Tod seines Vaters noch viel intensiver geworden ist. Ich glaube aber, dass diese passive Art, dieses Sohn-Partner-Seelentröster-sein, sich nun auch auf dich übertragen hat. Du sprichst über deinen Partner, wie eine überfürsorgliche Mutter.

Natürlich ist diese vorübergehende Trennung gerade harter Tobak. Aber auch deine Reaktion drauf "ohne mich gehts ihm doch nicht besser" - "er braucht mich doch" - "ich kann ihn doch nicht sich selbst überlassen" - "ich bin doch seine einzige Vertraute". Du  hast die Rolle einer zweiten Mutter eingenommen. Nicht die Rolle einer Partnerin.

Und ich glaube, dass dieses Bemuttern deinerseits, auch wenn es nicht so ausgeprägt ist wie das Verhalten seiner biologischen Mutter - ihn jetzt auch zum Rückzug gezwungen hat. Er wird krank von diesen permanenten gut gedachten Ratschlägen. Und du hast recht, er ist krank. Aber so wie er sagt, er erzählt seiner Mutter nicht von seinem Schub - so wählt er jetzt auch den Weg und will dir nicht mehr von solchen Dingen erzählen.

Kann es sein, dass du unterbewusst selber erkrankt bist und versehentlich in die Rolle gerutscht bist, in der du versuchst ihm eine bessere "Mutter" zu sein?

Sehe ich nicht so, obwohl es beim Lesen auch einer meiner ersten Gedanken war!

Er ist über 30 und da ist es nicht normal, wenn er noch von seiner Mutter so bemuttert wird. Dass aber die Frau die er liebt für ihn als Halt, Stütze und Vertrauenspartner gilt, das SOLLTE sogar so sein!
Und ich denke nicht, dass er sich von ihr gelöst hat, weil ihm ihre Ratschläge und Co. auf den Nerv gehen, sondern eher, weil er sie nicht weiter damit belasten will!

Dass sie schreibt, sie sei seine einzige Vertraute,... dann nur um zu sagen, dass er sonst niemanden hat, wo er Kraft, Ratschläge holt, wo er verstanden wird. Keinen besten Freund oder ähnliches!
Deshalb ist es ja einfach auch so wichtig, dass er sich an einen Therapeuten wendet.

Ich sehe es also eher so, dass er seine Freundin nicht als Therapeuten missbrauchen und sie somit auch in ein tiefes Loch reißen will

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15. November um 9:26

erstmal muss er sich selbst helfen wollen!

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15. November um 9:36
In Antwort auf schnegge271

Sehe ich nicht so, obwohl es beim Lesen auch einer meiner ersten Gedanken war!

Er ist über 30 und da ist es nicht normal, wenn er noch von seiner Mutter so bemuttert wird. Dass aber die Frau die er liebt für ihn als Halt, Stütze und Vertrauenspartner gilt, das SOLLTE sogar so sein!
Und ich denke nicht, dass er sich von ihr gelöst hat, weil ihm ihre Ratschläge und Co. auf den Nerv gehen, sondern eher, weil er sie nicht weiter damit belasten will!

Dass sie schreibt, sie sei seine einzige Vertraute,... dann nur um zu sagen, dass er sonst niemanden hat, wo er Kraft, Ratschläge holt, wo er verstanden wird. Keinen besten Freund oder ähnliches!
Deshalb ist es ja einfach auch so wichtig, dass er sich an einen Therapeuten wendet.

Ich sehe es also eher so, dass er seine Freundin nicht als Therapeuten missbrauchen und sie somit auch in ein tiefes Loch reißen will

Exakt. Mit den Worten ist er auch gegangen. ER will mir das alles nicht antun, er sieht wie er mich mitreißt und ich mich aufopfere. Manchmal denke ich, er ist so ein bisschen märtyrer mäßig gegangen. Aus, wir beide nicht mehr. Als würde er wollen, dass ich so verletzt zurück bleibe, dass ich ihn hasse und nie mehr mit seinem „kranken Wesen“ zu tun haben will. 

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15. November um 9:41
In Antwort auf marielina8

Exakt. Mit den Worten ist er auch gegangen. ER will mir das alles nicht antun, er sieht wie er mich mitreißt und ich mich aufopfere. Manchmal denke ich, er ist so ein bisschen märtyrer mäßig gegangen. Aus, wir beide nicht mehr. Als würde er wollen, dass ich so verletzt zurück bleibe, dass ich ihn hasse und nie mehr mit seinem „kranken Wesen“ zu tun haben will. 

Dieses "Ich trenne mich dir zuliebe" ist nie die ganze Wahrheit.

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15. November um 9:55
In Antwort auf marielina8

Exakt. Mit den Worten ist er auch gegangen. ER will mir das alles nicht antun, er sieht wie er mich mitreißt und ich mich aufopfere. Manchmal denke ich, er ist so ein bisschen märtyrer mäßig gegangen. Aus, wir beide nicht mehr. Als würde er wollen, dass ich so verletzt zurück bleibe, dass ich ihn hasse und nie mehr mit seinem „kranken Wesen“ zu tun haben will. 

ach komm schon....   er hat sich getrennt damit es dir besser geht?  SCHWACHSINN  ... dümmste ausrede ever

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15. November um 10:01
In Antwort auf lana101010

ach komm schon....   er hat sich getrennt damit es dir besser geht?  SCHWACHSINN  ... dümmste ausrede ever

nee kein Schwachsinn. Sondern sehr Verantwortungsvoll!!!

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15. November um 10:10
In Antwort auf marielina8

Exakt. Mit den Worten ist er auch gegangen. ER will mir das alles nicht antun, er sieht wie er mich mitreißt und ich mich aufopfere. Manchmal denke ich, er ist so ein bisschen märtyrer mäßig gegangen. Aus, wir beide nicht mehr. Als würde er wollen, dass ich so verletzt zurück bleibe, dass ich ihn hasse und nie mehr mit seinem „kranken Wesen“ zu tun haben will. 

Und im Grunde is es richtig so. Du willst ihm helfen,ok. Aber nich mehr als feste Freundin, wenn dann als Kumpel. Und ganz wichtig, leb dein Leben weiter. So hart es klingt aber in erster Linie is das sein Problem das er auch selbst lösen muss. Und zur Zeit is er nich Beziehungstauglich. An nem gewissen Punkt muss du auch an dich denken. Er hat dir n Gefallen getan. Da gibts ganz andere, da geht man dann selbst kaputt raus. Akzeptier das jetzt so, hin und wieder mal Telefonieren oder n Kaffee trinken, kannst machen. Aber er muss da (mit professioneller Hilfe) alleine durch.

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15. November um 10:19
In Antwort auf marielina8

Liebe vevlyn, 
dabke für deine Sichtweise! 
Mit Sicherheit war das Gleichgewicht am Schluss in den letzten paar Wochen nicht mehr ausgeglichen. Er hat selbst gesagt, er sieht wie ich mich anstrenge, dass es ihm besser geht und er nur noch nimmt und nimmt. Und auch das ist wieder pure Überforderung, auch wenn ich mich immer zurückgenommen. Ich wollte nie eine zweite Mutter werden und hab deshalb immer versucht ihn eher positiv abzulenken und aufzumuntern.  Nicht die kümmernde, sorgende Freundin zu sein. Dass das ein schmaler Grat ist, keine Frage. Sicher hat ihn letztlich auch das dazu bewegt, sich erst mal von mir zu entfernen. Aber was hätte ich tun sollen, außer ihm zu einer Therapie zu raten und ihm raten, Dinge zu tun, die ihm gut tun? Er war ja auch bis zuletzt nicht abweisend, er hat meine Nähe gesucht, körperlich und geistig. Sich sehr viel gemeldet, mir viel erzählt... ich dachte - solange er das Pensum so wählt, scheint es für ihn gut zu sein. Ich hab peinlichst genau drauf geachtet, ihn nicht zu pushen und ihm auch alle Zeit der Welt gelassen um sowas wie einen Therapeuten zu suchen. Ich war sehr geduldig und hab nebenher immer mein eigenes Leben gelebt, weil das wichtig ist für mich und für ihn. Ich war unterwegs, hab meine Freundschaften gepflegt - mit oder ohne ihn. Also nein, man kann nicht sagen, dass ich ihn bemuttert habe. Ich war da für ihn, wenn er es gebraucht hat. 
Fernab von den trennungsschmerz, der plötzlichen Funkstille und diesem Riesen Loch in meiner Brust, weiß ich auch nicht, wie der richtige weg jetzt ist. 
Ihm signalisieren, dass ich da bin? Ihn ermutigen sich therapieren zu lassen? Klar. Aber ganz tief drinnen ist natürlich der Wunsch, dass alles irgendwann wieder wird, weil ich sehe Hoffnung! Meine Mutter lebt seit 10 Jahren mit meinem schwer depressiven Vater zusammen, er hat sich zu genüge oft so verhalten. Meine Mutter hat ihn vehement nicht verlassen, weil sie immer gesagt hat, „er ist krank; das muss man heilen und Zusammen durch stehen. Aus ihn spricht die Krankheit und nicht sein Charakter“ ich glaube Depressionen sind für Angehörige schwer zu verstehen. Ich will ihn nicht verlieren. Und nicht, weil ich mich verantwortlich fühle, sondern weil ich ihn sehr liebe. Und ich weiß, er tut es auch. Aber ist gerade hilflos und überfordert.

sehr häufige und sehr böse Falle.

Du KANNST ihm so auch nicht helfen, vom Ungleichgewicht mal ganz abgesehen, der einzige Effekt ist, dass es Euch dann beide kaputt macht. Und das sieht er natürlich auch.
Wenn man Beziehungen mit kranken Menschen führen möchte, geht das nur unter 2 Bedingungen:
a) der Gesunde kann und wird an der richtigen Stelle die nötige Distanz finden
b) der Kranke tut alles, was ihm mgl. ist, um die Folgen für den Gesunden abzufangen (auch wenn es nie zu 100% gelingen wird)

- bei Euch fehlten glaube ich beide Punkte.

Dieses "Trennen, um Dich zu schützen" ist da häufig und eine Folge der Krankheit, ja. Auch wenn es eigentlich mehr ein "ich schaffe es nicht und fürchte mich vor den Konsequenzen, wenn ich andere mit hineinziehe" ist (zumal, wenn man so eine Erfahrung schon mal gemacht hat als Betroffene/r) - das ist klar.

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15. November um 10:20
In Antwort auf lana101010

ach komm schon....   er hat sich getrennt damit es dir besser geht?  SCHWACHSINN  ... dümmste ausrede ever

sry, aber das was Du schreibst, ist daran der einzige Schwachsinn, lana.
Das ist in der Konstellation (!)  real und keine Ausrede.

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15. November um 10:22
In Antwort auf marielina8

Hallo! Ich weiß gar nicht, was ich mir damit verspreche, aber ich bin ziemlich am Boden und daher versuche ich meine Situation zu schildern.
mein Freund leidet an einer Depression. Er ist noch ganz am Anfang von allem, weil er sich bisher einfach immer so als trüber, rastloser, unzufriedener Mensch hingenommen hat, bis ich ihn drauf aufmerksam gemacht habe, dass er sich Hilfe suchen kann, wenn er unter bestimmten Gefühlen (er hat mir viele Situationen beschrieben) leidet. Er dachte, das wäre sein Charakter. 
Er hat eine chronische darmendzündung. Wer sich damit ein bisschen auskennt, weiß, dass das das Leben nicht gerade leichter macht. 
Wir führen eine Fernbeziehung Job-bedingt haben jedoch zuvor 1 Jahr zusammen gewohnt. Wir überlegen seit ein paar Monaten wohin die Reise geht, haben uns auch schon eine Stadt rausgesucht und wollten zeitnah mit den Planungen beginnen, da wir beide keine Lust mehr auf Wochenend Beziehung hatten.
Die letzten 4-5 Wochen waren der absolute Horror für uns beide, aber mehr für ihn. 
Er hatte einen enormen Schub innerhalb seiner Krankheit, er konnte nicht mehr am Leben teilhaben, konnte nicht mehr in die Arbeit, Sport, Freunde, ich... alles musste auf Eis gelegt werden. Er machte sich natürlich total den Kopf, woher das jetzt kommt, ist von Arzt zu Arzt gerannt -  frustriert - weil keiner so richtig diesen Schub stoppen konnte und niemand wusste, warum seine aktuellen Medikamente nicht mehr wirken... 
das zum einen. Ihm ging es also richtig schlecht. Ich kann ihn mittlerweile sehr gut einschätzen und wusste, ich muss für ihn da sein, jedoch wird er sich zurück ziehen in „seine Höhle“ und muss alleine auf die Beine kommen. Wann immer wir uns in der Zeit gesehen haben, habe ich ihn unterstützt wo er es brauchte. Das Thema Therapie fiel natürlich auch wieder. Darm und Kopf hängen halt zusammen, das is jedem bekannt. Und er sagte auch, wenn er langfristig ne Verbesserung erzielen will, muss er eine Therapie machen.
Er leidet einfach unter seinem grübeln, unter Druck, den er sich macht, den andere gar nicht sehen. Er kann sein Leben nicht genießen, ist immer auf der Jagd nach materieller Befriedigung und ist dann doch nie zufrieden. Er ist laut und lustig von außen und total zerrissen und hilfsbedürftige von innen. Er will eine Familie gründen, hat jedoch solche Angst als Partner und Vater zu versagen dass er regelmäßig Panik Attacken bekommt. Er hat oft beschrieben, er fühlt sich leer und kommt nie an und ist rastlos und überdenkt Entscheidungen x mal... er fühlt sich verantwortlich für Mein Leben, mein Glück und „was is wenn alles schief geht? Dann ist alles meine Schuld?“  ich hab so oft versucht ihm die Ängste zu nehmen, habe sogar vorgeschlagen, dass wir erst mal getrennt in die neue Stadt (seine Heimat übrigens) ziehen, dass diese Belastung erst mal nicht so enorm ist, dass es klappen muss unter einem Dach, sonst muss ich ja wieder umziehen...ich hab alles versucht. keine Frage, er braucht Hilfe. 

Jetzt kommt noch ein weitere Punkt, von dem ich vor ein paar Wochen nicht wusste, wie enorm belastend das für ihn ist. - wer schon eingeschlafen ist - sorry! Das ist nicht so kurz zu fassen! 
Die frage: woher kommt das eigentlich alles? Hat mich monatelang beschäftigt und wir haben viel geredet. 
Er ist als Einzelkind von seiner Mutter groß gezogen worden, sein Vater beging Suizid, als er ein Teenager war. Die Mutter hat sich so sehr auf ihn fixiert, dass sie ihm die Luft zum Atmen nahm. Das hat er mir direkt von Beginn unserer Beziehung erzählt. Er ist deshalb auch direkt mit 18 weg und nie wieder in die Nähe seiner Mutter gezogen. Sie lebt alleine, ruft ihn regelmäßig an und kaut ihm ein Ohr ab. Sie ist die typische über-Mutter. Ich zb. existiere in ihrer Welt gar nicht groß. Sie ist höflich, aber ich bin quasi gar nicht da. Vergessene Geburtstage, viele kleine Aktionen, an denen ich immer wieder merkte, dass ihr Sohn ihr Fixstern ist und ich nur irgendwas nebenher. Mich hat es irritiert, aber ich hab es nie als Gefahr wahrgenommen. Bis ich ihm mal angemerkt habe, wie sehr er alles rein aus einer Motivation für sie tut: schlechtes Gewissen und Schuldgefühle 
er hört ihr ewig zu am Telefon, obwohl er nebenher die Augen verdreht, er fährt sogar mit ihr in den URLAUB!!! Alles immer wieder mit der Aussage „ich schulde das meiner Mutter, ich bin ja eh so weit weg“ im Urlaub hat er sich dann natürlich total gelangweilt! Die Frau ist über 70 und er über 30! Das ist nicht normal! Jedenfalls irgendwann, als wir beide uns immer mehr und mehr mit seinen psychischen Belastungen auseinander gesetzt haben, kam irgendwann der Punkt an dem er gesagt hat, er würde sich so extrem verantwortlich für mich und seine Mutter fühlen, sodass ihn das innerlich zerreißt. Er fühlt sich halt schon immer schuldig ihr gegenüber und adaptiert das Muster auf mich. Er fühlt sich, als müsste er dafür sorgen, dass unsere beider Leben glücklich sind und als wäre er dafür verantwortlich...Obwohl ich IMMER gesagt habe „wenn du das und das nicht möchtest, bitte sag es mir“ 
seine Mutter benutzt ihn Jahre lang als Sohn, Partner, Freund und seelentröster- ich hab es oft mitbekommen, was die ihm erzählt hat in einer Mutter Sohn Beziehung nix zu suchen! Er fühlt sich leer und ausgesaugt und hat am Ende des Tages auch keine Kraft mit mir in die Zukunft zu starten, weil er panische angst vor Versagen hat, vor Verantwortung, vor commitment ... er steht sich selbst im Weg. 
All das wurde mir und auch ihm klar in den letzten Wochen, dazu kam sein Schub und eben die Tatsache, dass er sich alle 20 Minuten auf der Toilette befand... unsere fernbeziehung, die aktuell wirklich nicht als kraftspender fungierte, sondern zu noch mehr Entscheidungsdruck in ihm... er ist explodiert am Telefon vorgestern. Zwischen Tür und Angel, während ich in der Arbeit war, kurz nachdem er sich eine Überweisung zu einem Therapeut geholt hatte, rief er an: es macht alles keinen Sinn. Er kann es nicht, er wird dem allen nicht gerecht, er will jetzt heim zu sich fahren, wir haben keine Zukunft, bam bam ein Satz nach dem nächsten und dabei fürchterlich geweint. 
Meine Welt ist zusammengebrochen, aber ich kann oder konnte nicht tun, außer ihm zu sagen, dass er den größten Fehler macht. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Er war krampfhaft auf der Suche nach Erlösung und jetzt hat er mich wie Ballast abgeworfen. Aber ohne mich wird sein Leben ja nicht qualitativ besser. Ich weiß, er muss sich erst mal um sich kümmern, aber man steht da wie überfahren. Ich war seine einzige vertraute und von jetzt auf gleich schießt er mich rigoros aus seinem Leben. Ich weiß nicht, was ich tun soll... ich will ihn nicht alleine lassen, er ist krank und macht das alles aus purer Hilflosigkeit. Aber er will mich aktuell nicht in seinem Leben haben und so weh es tut, ich kann ihm jetzt nicht nachrennen und auf der Matte stehen. Ich weiß, er wird mich in ein paar Wochen vermissen, ein bisschen typisch Mann schnell schnell Entscheidungen treffen und dann doch sehen „scheisse, ohne die Frau wird es nicht besser“ wir waren wie Pech und Schwefel. Ich war seine erste tiefergehende beziehung, wir waren oder sind wie arsch auf Eimer. Aber ich mache mir sorgen um ihn. Ich will ihm nicht die kalte Schulter zeigen manipulativ, dass er mir nachrennt. Ich will einfach nur dass er gesund wird... ich hoffe, das war nicht zu viel zu lesen und irgendjemand hier kann mich verstehen oder hat eine ähnliche Situation! 

Hi. das hört sich jetzt doof an und scheint als Antwort ggf. ein wenig mager. Allerdings läuft es so kompliziert Depressionen auch sein mögen immer auf das Gleiche hinaus. EGAL was ist  Ruf Ihn an sag ihm wie viel du ihm bedeutest in einem ruhigen Ton. Sag ihm was dir an Ihm liegt und das du immer für ihn da bist...das er dir keinen Stress macht (oft ziehen sich menschen zurück weil sie denken dass sie dem anderen nicht schaden möchten) . Stell ihn nicht an den Pranger sondern gehe liebevoll und ruhig auf ihn ein..bombardiere ihn nicht mit fragen das verschreckt nur wieder .

Ansonsten ist es doch toll dass er den therapeut aufsucht..das ist normaler weise der schwierigste schritt !! Er wird einfach angst haben und selbstzweifel haben, dass hat nichts mit der liebe zu dir zu tun . Was mir persönlich auch immer sehr geholfen hat war Body&Soul von thaiherbal24.

Das sind Grünteekapseln mit einer Antidepressiven wirkung. Sie pushen einen auf /Glücksgefühle(dopamin) und helfen einem echt sehr einen klaren kopf zu bekommen.

Die Blockade löst sich einfach. Solche Mittel reichen oft aus. Psychopharmaka/chemische antidepressiva verstören einen meist nur auf anderen wegen das muss nicht sein. Probier es mal aus vielleicht schaffst du es ja ihn mal dazu zu bewegen. Es wird dir & euch helfen. den rest musst du versuchen zu klären.. Das wird schon bleib am Ball <3 wünsche euch alles gute 

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15. November um 10:31
In Antwort auf avarrassterne1

sehr häufige und sehr böse Falle.

Du KANNST ihm so auch nicht helfen, vom Ungleichgewicht mal ganz abgesehen, der einzige Effekt ist, dass es Euch dann beide kaputt macht. Und das sieht er natürlich auch.
Wenn man Beziehungen mit kranken Menschen führen möchte, geht das nur unter 2 Bedingungen:
a) der Gesunde kann und wird an der richtigen Stelle die nötige Distanz finden
b) der Kranke tut alles, was ihm mgl. ist, um die Folgen für den Gesunden abzufangen (auch wenn es nie zu 100% gelingen wird)

- bei Euch fehlten glaube ich beide Punkte.

Dieses "Trennen, um Dich zu schützen" ist da häufig und eine Folge der Krankheit, ja. Auch wenn es eigentlich mehr ein "ich schaffe es nicht und fürchte mich vor den Konsequenzen, wenn ich andere mit hineinziehe" ist (zumal, wenn man so eine Erfahrung schon mal gemacht hat als Betroffene/r) - das ist klar.

Da würde ich sogar noch etwas ergänzen.

Aus einem ursprünglichen "Ich versuche an mir und meiner Krankheit zu arbeiten, aus Liebe zu dir, weil ich dich glücklich machen will" wird in diesem Fall ein "Ich trenne mich aus Liebe zu dir, weil mir der Aufwand an mir zu Arbeiten zu groß erscheint".

Er trennt sich also nicht wirklich seiner Partnerin zuliebe.
Er versucht Ballast loszuwerden. Es wird gerade alles ein bisschen zuviel.
Und auch seine Partnerin ist für ihn Ballast, weil er in der Beziehung das Gefühl hat für sie eine Last zu sein. Eine Trennung fällt ihm in diesem Fall einfacher, als eine weitere Konfrontation mit seinen Lebensumständen.

Ehrlich gesagt glaube ich auch gar nicht, dass er aktuell fähig ist wirklich zu lieben.
Wenn jemand so schwerwiegende Depressionen hat, finden Emotionen meistens keinen Platz mehr. Er unterscheidet dann nur noch zwischen erträglich und unerträglich. Auch Bemühungen seines Umfeldes, oder Beistand durch die Freundin, wertet er dann nicht mehr als positive Dinge. Das ist leider das große Problem bei schweren Depressionen. Sie grenzen sämtliche positiven Dinge aus und lassen den Menschen denken, dass die Emotionslosigkeit etwas gutes ist, weil dann auch die negativen Gefühle nicht mehr wahr genommen werden. Alles was nicht schlecht ist, ist für depressive Menschen "gut".


Und das ist dann das schlimmste was eigentlich passieren kann.

Es gab da mal ein Lied, in dem gesungen wurde:
"Ich fühle mich wie Dreck. Aber wenigstens fühle ich wieder".

Solange man etwas spürt - selbst wenn es durchwegs negative Dinge sind - dann ist das Gefühlsleben noch intakt. Nichts mehr zu fühlen ist der geistige Exitus. Viele streben es an, weil sie "keine Kraft mehr haben, weiterzukämpfen". Aber wenn man nichts mehr fühlt, dann gibt es irgendwann auch nichts mehr, worum sich zu kämpfen lohnt. Und das sind schlussendlich auch die Momente, in denen Familienväter nicht mehr daran denken dass sie Kinder haben, liebende Frauen, sorgsame Freunde,...


Ganz so schlimm ist es jetzt beim Freund der TE noch nicht. Aber es geht in die Richtung. Er fängt bereits an sich von Teilen seines Lebens zu trennen, in der Hoffnung dass er dann weniger fühlen muss. Da kann ihm aber die TE nicht helfen. Da bräuchte es Fachärzte, am besten stationär, für lange lange Zeit.

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